Unter der Signatur Ma II 1 befindet sich eine große Holzkiste aus dem Nachlass von Julius Euting. Darin liegen an die 200 "Abklatsche" von Inschriften.
Die Papierabklatsche hat Julius Euting teilweise selbst angefertigt oder anfertigen lassen. Ein großer Teil stammt nicht vom Original-Fundort der Steine, sondern vom Standort in den Museen. Euting besuchte mehrmals den Louvre in Paris, das British Museum in London, sowie Museen in Turin und Cagliari. Darauf deuten entsprechende Herkunftsstempel hin. Auf einigen Abklatschen gibt es keine Stempel sondern Bleistifthinweise, wie zum Beispiel denjenigen aus Athen vom 7.11.1867 zu einem Wohnhaus. Bei den Inschriften handelt es sich unter anderem um phönizische, carthagische, neupunische, aramäische, arabische und himjarische Schriften. Ein Abklatsch einer mittelalterlichen Inschrift befindet sich auch in der Kiste und stammt von der Südseite der Michaeliskirche in Schwäbisch Hall, abgeklatscht im August 1882.
Am 20. Januar 1883 schrieb Julius Euting an das Ministerium des Kirchen- und Schulwesens in Stuttgart und bietet „Papierabdrücke“ von altsemitischen und anderen Inschriften als Geschenk an. Man könne diese als Material bei epigraphischen Vorlesungen an der Universität verwenden. Das Angebot wurde angenommen und Euting angewiesen, „die betreffende Kiste (in welcher die Papiere in etiquettirten Umschlägen geordnet liegen, u. vielleicht auch in Zukunft am besten darin aufbewahrt bleiben können) direct an die K. Universitätsbibliothek nach Tübingen abzusenden.“ Am 27. Januar 1883 wurde die Kiste in den Bestand aufgenommen. Sie enthält bis heute jene Papierabklatsche in den Original-Umschlägen.