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        <title>UAT_206_12</title>
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          <resp>Provided by</resp>
          <name>University Library of Tübingen</name>
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          <resp>Transcribed with</resp>
          <name>Tesseract</name>
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        <p>This work is protected by copyright or related property rights but available in Open Access. The right of use and especially the right to reproduction is only granted within the legal limits of copyright law or due to the consent of the copyright holder.</p>
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          <title>Berichte aus Akademischen Kollegien</title>
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        <line lrx="1380" lry="220" ulx="328" uly="186">BERICHTE AUS AKADEMISCHEN KOLLEGIEN</line>
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        <line lrx="977" lry="309" ulx="731" uly="269">(August 1954)</line>
      </zone>
      <zone lrx="1509" lry="1317" type="textblock" ulx="200" uly="375">
        <line lrx="1507" lry="419" ulx="245" uly="375">Im Oktober 1950 fand im Leibniz-Kolleg ein »Kongreß für Fragen des</line>
        <line lrx="1506" lry="456" ulx="202" uly="421">studentischen Gemeinschaftslebens und des Studium Generale« statt. Ein</line>
        <line lrx="1508" lry="511" ulx="200" uly="467">Jahr später veranstalteten Herr Fuchs und Herr Frey eine »Arbeitstagung</line>
        <line lrx="1507" lry="556" ulx="202" uly="513">westdeutscher Studentenheime« in Heidelberg. Anfang 1953 kam ein</line>
        <line lrx="1507" lry="601" ulx="204" uly="559">Kreis von Leitern akademischer Kollegien bei Herrn Boehringer in Göt-</line>
        <line lrx="1507" lry="644" ulx="202" uly="604">tingen zusammen. In diesem Jahr hatte Herr Hager den Kreis nach</line>
        <line lrx="564" lry="688" ulx="203" uly="649">Münster eingeladen.</line>
        <line lrx="1508" lry="735" ulx="245" uly="693">Bei dem letzten Treffen wurden unter anderem die Möglichkeiten für</line>
        <line lrx="1508" lry="780" ulx="202" uly="739">eine engere Verbindung der Häuser untereinander erwogen. Ihr soll auch</line>
        <line lrx="754" lry="824" ulx="202" uly="784">dieses Mitteilungsblatt dienen.</line>
        <line lrx="1508" lry="872" ulx="245" uly="830">Das nächste Heft wird im Frühjahr erscheinen. So könnte denn gleich-</line>
        <line lrx="1508" lry="917" ulx="203" uly="875">sam fortgeführt werden, was Herr Fuchs und Herr Killy mit ihren Schrif-</line>
        <line lrx="1508" lry="961" ulx="203" uly="920">ten über Studentische Wohnheime (1951) und über Studium Generale</line>
        <line lrx="632" lry="1005" ulx="206" uly="965">(1952) begonnen haben.</line>
        <line lrx="1508" lry="1047" ulx="245" uly="1010">Es macht den Eindruck, als wäre die Wirklichkeit der akademischen</line>
        <line lrx="1509" lry="1099" ulx="205" uly="1056">Kollegien mit dem Zerrinnen einiger Träume auf Kongressen gleichfalls</line>
        <line lrx="1509" lry="1144" ulx="204" uly="1102">verblaßt. Es ist nicht so; die Häuser haben seitdem gewonnen. Die</line>
        <line lrx="1508" lry="1189" ulx="201" uly="1147">Träume, die Wirklichkeit wurden, danken es aber vor allem der stetigen</line>
        <line lrx="1509" lry="1233" ulx="205" uly="1192">Bildungskraft Einzelner. Auf diese Stetigkeit (und auf Humor im Um-</line>
        <line lrx="1508" lry="1278" ulx="204" uly="1238">gang mit alma mater) vertrauen wir, wenn wir nicht ablassen, Kraft in</line>
        <line lrx="1465" lry="1317" ulx="203" uly="1283">die wachsenden Gebilde zu schicken. Q.</line>
      </zone>
      <zone lrx="983" lry="1483" type="textblock" ulx="205" uly="1441">
        <line lrx="983" lry="1483" ulx="205" uly="1441">Aus der Akademischen Burse zu Göttingen</line>
      </zone>
      <zone lrx="1511" lry="2177" type="textblock" ulx="204" uly="1546">
        <line lrx="1508" lry="1586" ulx="247" uly="1546">Mitte November 1953 fand ein Generalkonvent der Altbursalen statt.</line>
        <line lrx="1508" lry="1634" ulx="246" uly="1590">Auf dem Semesteranfangskonvent wurde ein »Hausausschuß« gebildet,</line>
        <line lrx="1321" lry="1676" ulx="204" uly="1636">der die Aufgaben aller früheren Ausschüsse übernommen hat.</line>
        <line lrx="1510" lry="1725" ulx="248" uly="1682">Im Laufe des Semesters wurde die Aufführung der »Vögel« des Aristo-</line>
        <line lrx="1510" lry="1767" ulx="205" uly="1728">phanes wiederholt. Es gab drei Kammerkonzerte mit Werken von Tele-</line>
        <line lrx="1509" lry="1812" ulx="205" uly="1773">mann, Bach und Händel; dabei beteiligte Künstler aus der Ostzone sollen</line>
        <line lrx="1511" lry="1861" ulx="205" uly="1818">wieder eingeladen werden. Themen der Debating Society waren: »Der</line>
        <line lrx="1305" lry="1906" ulx="205" uly="1863">koloniale Gedanke« und »Die Gleichberechtigung der Frau«.</line>
        <line lrx="1509" lry="1950" ulx="246" uly="1909">Am I. April hat Herr Boehringer, der zum Präsidenten des Deutschen</line>
        <line lrx="1509" lry="1995" ulx="205" uly="1954">Archäologischen Instituts bestellt wurde, den Vorstand der Burse an</line>
        <line lrx="1161" lry="2042" ulx="207" uly="1999">Herrn Horn, Ordinarius für Archäologie, übergeben.</line>
        <line lrx="1511" lry="2087" ulx="248" uly="2044">Für den Sommer wurde die Einladung der Christ Church Dramatic</line>
        <line lrx="1511" lry="2129" ulx="208" uly="2089">Society und ein Seminar über »Katholizismus und Sozialismus als Po-</line>
        <line lrx="979" lry="2177" ulx="206" uly="2135">tenzen in Staat und Gesellschaft« geplant.</line>
      </zone>
      <zone lrx="867" lry="2259" type="textblock" ulx="851" uly="2237">
        <line lrx="867" lry="2259" ulx="851" uly="2237">I</line>
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      <zone lrx="1602" lry="585" type="textblock" ulx="296" uly="186">
        <line lrx="1602" lry="229" ulx="339" uly="186">Es ist üblich, daß Doktoren der Bibliothek der Burse ein Exemplar</line>
        <line lrx="756" lry="263" ulx="296" uly="231">ihrer Dissertation stiften.</line>
        <line lrx="1600" lry="315" ulx="338" uly="275">Diese Angaben sind dem ersten der Sammelbriefe entnommen, deren</line>
        <line lrx="1600" lry="360" ulx="298" uly="320">Versendung an die Altbursalen auf dem Generalkonvent beschlossen</line>
        <line lrx="1601" lry="408" ulx="296" uly="365">wurde. Der Präsident C. Colpe hat die Verwertung des Briefes für dieses</line>
        <line lrx="1600" lry="449" ulx="298" uly="411">Heft freundlicherweise erlaubt. Er erwähnt darin auch, daß das Durch-</line>
        <line lrx="1600" lry="500" ulx="296" uly="456">schnittsalter der Bewohner des Hauses erheblich gesunken ist, und macht</line>
        <line lrx="1600" lry="540" ulx="297" uly="502">dazu Bemerkungen über den Geist der Burse, die das Problem der Kon-</line>
        <line lrx="1004" lry="585" ulx="298" uly="547">tinuität auf anregende Weise berühren.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1575" lry="777" type="textblock" ulx="299" uly="663">
        <line lrx="1065" lry="706" ulx="299" uly="663">Aus dem Fridtjof Nansen Haus, Göttingen</line>
        <line lrx="1575" lry="777" ulx="325" uly="745">DAS FRIDTJOF NANSEN HAUS ALS COLLEGIUM ACADEMICUM</line>
      </zone>
      <zone lrx="1601" lry="2178" type="textblock" ulx="293" uly="818">
        <line lrx="1599" lry="861" ulx="338" uly="818">Das Fridtjof Nansen Haus wurde im Jahre 1948 von sieben Personen</line>
        <line lrx="1600" lry="908" ulx="295" uly="863">gegründet, unter denen sich vier Professoren der Georg-August-Univer-</line>
        <line lrx="1600" lry="954" ulx="295" uly="908">sität befanden. Es ist von der Universität rechtlich unabhängig, hat aber</line>
        <line lrx="1600" lry="994" ulx="295" uly="953">gerade durch diese Art der Partnerschaft besonders lebhafte Beziehun-</line>
        <line lrx="1599" lry="1043" ulx="295" uly="999">gen, sowohl offizieller Art zu Rektor und Senat durch die Mitgliedschaft</line>
        <line lrx="1601" lry="1086" ulx="295" uly="1045">des derzeitigen und mehrerer früherer Rektoren in Kuratorium oder Vor-</line>
        <line lrx="1600" lry="1132" ulx="295" uly="1090">stand, als auch persönlicher Art durch Vorträge, Einladungen und ähn-</line>
        <line lrx="1599" lry="1178" ulx="295" uly="1135">liches. Lebhaften Anteil am Nansen Haus nehmen besonders eine ganze</line>
        <line lrx="1599" lry="1224" ulx="297" uly="1180">Reihe von Professoren als Mitglieder der das Nansen Haus tragenden</line>
        <line lrx="1599" lry="1268" ulx="298" uly="1227">Gesellschaft »Internationale Studentenfreunde e. V.«. Einige von ihnen</line>
        <line lrx="1599" lry="1313" ulx="295" uly="1273">halten während des Semesters Kolloquien und Seminare im Nansen Haus</line>
        <line lrx="1600" lry="1360" ulx="295" uly="1318">ab, um der kühlen Atmosphäre der Hörsäle zu entgehen. Jeden Sonntag</line>
        <line lrx="1599" lry="1405" ulx="295" uly="1364">laden die Hausbewohner einen Professor der Universität zum Mittagessen</line>
        <line lrx="1598" lry="1451" ulx="294" uly="1409">ein, an das sich dann ein oft recht lebhaftes Gespräch über alle möglichen</line>
        <line lrx="1599" lry="1496" ulx="296" uly="1455">Fragen aus dem Fachgebiet des Lehrers, oder auch darüber hinaus, an-</line>
        <line lrx="441" lry="1531" ulx="295" uly="1500">schließt.</line>
        <line lrx="1599" lry="1588" ulx="333" uly="1540">Ältere Studenten und junge Assistenten leiten während des Semesters</line>
        <line lrx="1598" lry="1632" ulx="295" uly="1591">Arbeitsgemeinschaften der Hausbewohner, die sich vor allem mit den</line>
        <line lrx="1599" lry="1680" ulx="296" uly="1636">Fragen der Literatur, mit fremden Sprachen, politischen Fragen und</line>
        <line lrx="1599" lry="1723" ulx="296" uly="1681">Musik beschäftigen. Während des Sommersemesters 1954 lebt ein Gast-</line>
        <line lrx="1598" lry="1763" ulx="296" uly="1726">Professor der Universität aus den USA im Hause, während eine weitere</line>
        <line lrx="1598" lry="1816" ulx="296" uly="1770">Vorlesungsreihe vom Hause gemeinsam mit der Universität veranstaltet</line>
        <line lrx="1598" lry="1853" ulx="295" uly="1816">wird. Sie wird ebenfalls von einem Gast aus den USA, einem früheren</line>
        <line lrx="936" lry="1907" ulx="297" uly="1861">Professor in Deutschland, gehalten.</line>
        <line lrx="1597" lry="1952" ulx="336" uly="1907">Eine besondere Rolle spielen die jährlich veranstalteten internationalen</line>
        <line lrx="1599" lry="1991" ulx="297" uly="1952">Ferienkurse und Sommerseminare, die in letzter Zeit unter immer stär-</line>
        <line lrx="1598" lry="2039" ulx="295" uly="1998">kerer Beteiligung von Dozenten und Assistenten der Universität durch-</line>
        <line lrx="1599" lry="2085" ulx="293" uly="2043">geführt werden konnten. In Verbindung mit dem Germanisten-Seminar für</line>
        <line lrx="1599" lry="2132" ulx="296" uly="2088">Philologen wurden erstmals 1953 internationale Ferienkurse für Germani-</line>
        <line lrx="1596" lry="2178" ulx="294" uly="2133">sten durchgeführt. Ein gleicher Kursus soll auch im Jahre 1954 stattfinden.</line>
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        <line lrx="954" lry="2259" ulx="938" uly="2238">2</line>
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      <zone lrx="1484" lry="456" type="textblock" ulx="179" uly="185">
        <line lrx="1482" lry="230" ulx="220" uly="185">Obwohl, oder vielleicht auch gerade, weil kein rechtliches Über- und</line>
        <line lrx="1482" lry="275" ulx="180" uly="235">Unterordnungsverhältnis zwischen Universität und Staat einerseits und</line>
        <line lrx="1483" lry="321" ulx="179" uly="280">dem Nansen Haus andererseits besteht, sondern ein gemeinsames Ar-</line>
        <line lrx="1483" lry="366" ulx="180" uly="326">beiten auf bestimmte Ziele, sind die Beziehungen zwischen der Georg-</line>
        <line lrx="1484" lry="411" ulx="180" uly="371">August-Universität und dem Fridtjof Nansen Haus sehr lebhaft, und es</line>
        <line lrx="1344" lry="456" ulx="179" uly="417">ist zu hoffen, daß in dieser Form weiter gearbeitet werden wird.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1443" lry="548" type="textblock" ulx="220" uly="508">
        <line lrx="1443" lry="548" ulx="220" uly="508">Juni 1954 Brennhovd</line>
      </zone>
      <zone lrx="1281" lry="729" type="textblock" ulx="183" uly="689">
        <line lrx="1281" lry="729" ulx="183" uly="689">Aus dem Collegium Academicum der Universität Heidelberg</line>
      </zone>
      <zone lrx="1316" lry="819" type="textblock" ulx="355" uly="786">
        <line lrx="1316" lry="819" ulx="355" uly="786">BERICHT ÜBER DAS WINTERSEMESTER 1953/54</line>
      </zone>
      <zone lrx="1494" lry="2181" type="textblock" ulx="159" uly="871">
        <line lrx="1487" lry="911" ulx="225" uly="871">Das Collegium Academicum hat in den vergangenen Wochen sein neue-</line>
        <line lrx="1486" lry="957" ulx="183" uly="916">stes Mitteilungsblatt verschickt, das den Berichtszeitraum der letzten</line>
        <line lrx="1488" lry="1002" ulx="184" uly="962">beiden Semester umfaßt. Ich darf somit, da der Empfängerkreis der hier</line>
        <line lrx="1488" lry="1048" ulx="159" uly="1007">‘ vorliegenden Sammelberichte mit dem unseres Mitteilungsblattes iden-</line>
        <line lrx="1486" lry="1092" ulx="184" uly="1052">tisch ist, mich auf eine komprimierte Wiederholung des tatsächlichen</line>
        <line lrx="637" lry="1129" ulx="187" uly="1098">Geschehens beschränken,</line>
        <line lrx="1488" lry="1182" ulx="227" uly="1142">Ungerührt von dem Hin und Her der Diskussion über Sinn und Recht-</line>
        <line lrx="1488" lry="1228" ulx="186" uly="1187">fertigung eines »Studium generale« führte das Collegium Academicum</line>
        <line lrx="1489" lry="1272" ulx="185" uly="1233">auch im Wintersemester 1953/54 unter der Leitung jüngerer Universi-</line>
        <line lrx="1489" lry="1318" ulx="185" uly="1278">täts-Dozenten seine der Erweiterung und Vertiefung des Fachstudiums</line>
        <line lrx="1489" lry="1364" ulx="185" uly="1324">dienenden Arbeitsgemeinschaften durch. Zu den bisher abgehaltenen Ar-</line>
        <line lrx="1489" lry="1410" ulx="186" uly="1369">beitskreisen (Philosophie, Kunstbetrachtung, Literatur, Politik) traten</line>
        <line lrx="1490" lry="1455" ulx="185" uly="1415">zwei neue: Theologie und Musik. Teilnahme und Beteiligung waren rege</line>
        <line lrx="1490" lry="1500" ulx="186" uly="1460">und fruchtbar. (Im Sommersemester 1954 kam fernerhin eine medizi-</line>
        <line lrx="1114" lry="1546" ulx="186" uly="1506">nisch-anthropologische Arbeitsgemeinschaft hinzu.)</line>
        <line lrx="1490" lry="1592" ulx="228" uly="1551">Dem gleichen Anliegen und Bedürfnis entsprach eine Ringdiskussion</line>
        <line lrx="1492" lry="1631" ulx="187" uly="1597">über das Thema »Mensch und Beruf«, für die sich Professoren unserer</line>
        <line lrx="1032" lry="1681" ulx="188" uly="1641">Universität bereitwillig zur Verfügung stellten.</line>
        <line lrx="1490" lry="1725" ulx="230" uly="1686">Künstlerische Erlebnisse boten ein Violinabend von Annemarie Jochum</line>
        <line lrx="1492" lry="1774" ulx="190" uly="1732">(sie spielte einige der schwierigen und spröden, daher selten gehörten Solo-</line>
        <line lrx="1492" lry="1818" ulx="191" uly="1777">Sonaten von J. S. Bach) und ein Liederabend der Altistin Ilse Banog-</line>
        <line lrx="1491" lry="1865" ulx="189" uly="1823">Lössl (Schubert, Schumann, Brahms, Wolf). — Es ist schon Tradition,</line>
        <line lrx="1493" lry="1910" ulx="188" uly="1868">daß sich das rührige Zimmertheater einen Abend im Semester dem Colle-</line>
        <line lrx="1492" lry="1955" ulx="188" uly="1914">gium zur Verfügung stellt. Es wartete diesmal auf Godot — und wie in</line>
        <line lrx="1494" lry="2000" ulx="188" uly="1959">aller Welt, so erzeugte Samuel Beckett auch hier — die anschließende leb-</line>
        <line lrx="1494" lry="2046" ulx="189" uly="2004">hafte Diskussion mit Regisseur und Schauspielern bewies es — gleicher-</line>
        <line lrx="993" lry="2091" ulx="189" uly="2050">maßen Unruhe wie Ratlosigkeit und Beifall.</line>
        <line lrx="1494" lry="2136" ulx="232" uly="2095">Einen weiteren Schritt vorwärts in der Konsolidierung unseres Ge-</line>
        <line lrx="1493" lry="2181" ulx="190" uly="2141">meinschaftslebens brachte die Eröffnung eines eigenen Eßraumes, in dem</line>
      </zone>
      <zone lrx="853" lry="2271" type="textblock" ulx="834" uly="2241">
        <line lrx="853" lry="2271" ulx="834" uly="2241">3</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1593" lry="456" type="textblock" ulx="289" uly="190">
        <line lrx="1591" lry="229" ulx="290" uly="190">von nun an die Kollegiaten gemeinsam ihre Mensa-Mahlzeiten einnehmen</line>
        <line lrx="429" lry="268" ulx="290" uly="239">können.</line>
        <line lrx="1593" lry="321" ulx="331" uly="280">Dem gesellschaftlichen Leben dienten — auch dies ist schon eine Tra-</line>
        <line lrx="1593" lry="367" ulx="290" uly="325">dition — die regelmäßig im kleinen Kreise abgehaltenen Tanzabende., Ein-</line>
        <line lrx="1590" lry="412" ulx="289" uly="370">gerahmt wurde das Semester durch unsere beiden großen Winterfeste:</line>
        <line lrx="1032" lry="456" ulx="290" uly="415">den Nikolausball und das Faschingsfest.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1551" lry="539" type="textblock" ulx="334" uly="498">
        <line lrx="1551" lry="539" ulx="334" uly="498">Mai 1954 Wapnewskıi</line>
      </zone>
      <zone lrx="1005" lry="695" type="textblock" ulx="291" uly="660">
        <line lrx="1005" lry="695" ulx="291" uly="660">Aus dem Christian-Albrecht-Haus, Kiel</line>
      </zone>
      <zone lrx="1453" lry="777" type="textblock" ulx="426" uly="746">
        <line lrx="1453" lry="777" ulx="426" uly="746">TAGUNG »UNIVERSITÄT UND GEWERKSCHAFTEN «</line>
      </zone>
      <zone lrx="1596" lry="2185" type="textblock" ulx="288" uly="822">
        <line lrx="1592" lry="863" ulx="332" uly="822">Zu Beginn des Wintersemesters 1953/54 gelang es unserem Hause, in</line>
        <line lrx="1593" lry="909" ulx="290" uly="867">einer dreitägigen Begegnung Dozenten und Studenten der Kieler Uni-</line>
        <line lrx="1593" lry="946" ulx="291" uly="913">versität mit Vertretern des Deutschen Gewerkschaftsbundes zusammen-</line>
        <line lrx="1594" lry="1000" ulx="290" uly="959">zuführen und erstmalig in diesem Rahmen das Gespräch zwischen Uni-</line>
        <line lrx="1594" lry="1044" ulx="292" uly="1005">versität und Gewerkschaft zu eröffnen. Ziel der Tagung war, die Vertreter</line>
        <line lrx="1593" lry="1086" ulx="290" uly="1050">der Gewerkschaft mit der akademischen Welt bekannt zu machen, ihnen</line>
        <line lrx="1594" lry="1135" ulx="290" uly="1096">einen Einblick in die Arbeit an der Universität, die Lebensbedingungen</line>
        <line lrx="1594" lry="1184" ulx="290" uly="1141">der jungen Akademiker und ihre besondere Situation zu vermitteln und</line>
        <line lrx="1594" lry="1229" ulx="289" uly="1184">den Gewerkschaftlern Gelegenheit zur Äußerung ihrer Sorgen und Wün-</line>
        <line lrx="1594" lry="1273" ulx="289" uly="1233">sche im Hinblick auf Universität und Akademiker zu geben sowie im</line>
        <line lrx="1594" lry="1321" ulx="289" uly="1278">gemeinsamen Gespräch bestehende Vorurteile abzubauen und Brücken</line>
        <line lrx="1330" lry="1367" ulx="289" uly="1325">durch gegenseitiges Verstehen und Vertrauen zu schlagen.</line>
        <line lrx="1594" lry="1409" ulx="331" uly="1369">Das vom Christian-Albrecht-Haus gemeinsam mit Dozenten und Stu-</line>
        <line lrx="1594" lry="1457" ulx="290" uly="1414">denten ausgearbeitete Tagungsprogramm stellte zwei Referate in den</line>
        <line lrx="1596" lry="1503" ulx="290" uly="1459">Mittelpunkt. Professor Dr. K. Ballerstedt sprach über das Thema »Was</line>
        <line lrx="1595" lry="1545" ulx="289" uly="1504">heißt studieren ?« und legte das Ziel des Studiums als Erwerb der Fähig-</line>
        <line lrx="1595" lry="1594" ulx="289" uly="1549">keit, in systematischer und methodisch nachprüfbarer Weise nach der</line>
        <line lrx="1595" lry="1633" ulx="290" uly="1594">Wahrheit zu suchen, klar und machte deutlich, welchen geistigen Ein-</line>
        <line lrx="1595" lry="1679" ulx="289" uly="1639">satz ein so im Verantwortungsgefühl der menschlichen Gesellschaft ge-</line>
        <line lrx="1593" lry="1731" ulx="288" uly="1683">genüber betriebenes Studium von jedem einzelnen Studenten fordert.</line>
        <line lrx="1595" lry="1774" ulx="331" uly="1729">Das zweite Hauptreferat wurde von Herrn Dr. Küppers vom Vorstand</line>
        <line lrx="1595" lry="1814" ulx="289" uly="1774">des DGB über das Thema »Gewerkschaften, Studenten und Hochschu-</line>
        <line lrx="1595" lry="1869" ulx="289" uly="1820">len« gehalten und schilderte die aus dem Klassenkampf erwachsene Ab-</line>
        <line lrx="1595" lry="1913" ulx="289" uly="1865">lehnung von Bildung und Besitz durch die Arbeiterschaft. Diese Ableh-</line>
        <line lrx="1595" lry="1958" ulx="289" uly="1911">nung und Abneigung müsse und könne durch persönlichen Kontakt und</line>
        <line lrx="1595" lry="2003" ulx="289" uly="1956">offene Aussprache heute überwunden werden, Er wandte sich gegen das</line>
        <line lrx="1595" lry="2045" ulx="289" uly="2002">reine Fachstudium, gegen die Ausbildung an Stelle der Bildung, die auch</line>
        <line lrx="1596" lry="2095" ulx="289" uly="2047">die politische Bildung zur Urteils- und Entscheidungsfähigkeit einschlie-</line>
        <line lrx="1596" lry="2135" ulx="290" uly="2093">ßen müsse, da die Probleme der Gesellschaft nur mit Hilfe der Akade-</line>
        <line lrx="826" lry="2185" ulx="289" uly="2143">miker gelöst werden könnten.</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1492" lry="775" type="textblock" ulx="188" uly="192">
        <line lrx="1489" lry="232" ulx="229" uly="192">An die Referate schlossen sich lebhafte Diskussionen an, die sich vor</line>
        <line lrx="1489" lry="277" ulx="188" uly="237">allem mit der Frage befaßten, wie der durch das Fachstudium überlastete</line>
        <line lrx="1489" lry="317" ulx="190" uly="281">Student an die Probleme der Gesellschaft und des öffentlichen Lebens</line>
        <line lrx="1489" lry="367" ulx="188" uly="327">herangebracht werden könne und inwieweit die Universität hierbei eine</line>
        <line lrx="1491" lry="418" ulx="189" uly="370">Verantwortung trage. Über diese Diskussionen hinaus gab die Tagung</line>
        <line lrx="1490" lry="460" ulx="188" uly="418">reichlich Gelegenheit zu privatem Gedankenaustausch, der zum Sich-</line>
        <line lrx="1490" lry="509" ulx="189" uly="464">kennen- und Verstehenlernen besonders beitrug. Gemeinsame Vorlesungs-</line>
        <line lrx="1491" lry="554" ulx="190" uly="509">besuche und Institutsbesichtigungen sowie eine Einführung in die wirt-</line>
        <line lrx="1491" lry="599" ulx="189" uly="555">schaftliche und soziale Lage der Studierenden und Besichtigung der so-</line>
        <line lrx="1492" lry="639" ulx="189" uly="600">zialen Einrichtungen des Studentenwerks vertieften den Einblick, den wir</line>
        <line lrx="1490" lry="685" ulx="189" uly="645">den gewerkschaftlichen Gästen zu geben bemüht waren. Es bestand am</line>
        <line lrx="1492" lry="734" ulx="189" uly="690">Abschluß der Tagung bei allen Teilnehmern der Wunsch, dieses begonnene</line>
        <line lrx="1100" lry="775" ulx="192" uly="736">Gespräch in der Zukunft nicht abreißen zu lassen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1452" lry="866" type="textblock" ulx="229" uly="826">
        <line lrx="1452" lry="866" ulx="229" uly="826">Juni 1954 Bramndt</line>
      </zone>
      <zone lrx="1363" lry="1140" type="textblock" ulx="190" uly="1009">
        <line lrx="942" lry="1045" ulx="190" uly="1009">Aus dem Studentenheim Olshausen, Köln</line>
        <line lrx="1363" lry="1140" ulx="320" uly="1103">BERICHT ÜBER DAS ERSTE JAHR DES BESTEHENS</line>
      </zone>
      <zone lrx="1499" lry="2183" type="textblock" ulx="190" uly="1189">
        <line lrx="1494" lry="1232" ulx="232" uly="1189">Am 31. 7. 1953 zog der erste Student in unser Heim, und Anfang No-</line>
        <line lrx="1495" lry="1278" ulx="191" uly="1234">vember hatten wir das Haus mit 101 Plätzen voll besetzt. Etwas bange</line>
        <line lrx="1494" lry="1322" ulx="191" uly="1279">war ich, ob nun auch gleich der rechte Geist mit einzöge, aber rück-</line>
        <line lrx="1493" lry="1368" ulx="192" uly="1325">blickend kann ich sagen, daß dies erste Semester ein voller Erfolg war.</line>
        <line lrx="1495" lry="1407" ulx="192" uly="1370">Unsere Studenten wirkten alle mit, dem Haus einen inneren Gehalt zu</line>
        <line lrx="1495" lry="1458" ulx="190" uly="1415">geben, um nicht aus dem Heim eine Herberge oder gar ein Hotel werden</line>
        <line lrx="1495" lry="1504" ulx="191" uly="1460">zu lassen, Den Studenten sollte Gelegenheit gegeben werden, in geistigen</line>
        <line lrx="1496" lry="1541" ulx="193" uly="1506">Kontakt mit Kommilitonen anderer Fakultäten zu kommen und über</line>
        <line lrx="1496" lry="1593" ulx="190" uly="1550">ihr Fachstudium hinaus vielseitig angeregt zu werden. Diesen Charakter</line>
        <line lrx="1496" lry="1637" ulx="191" uly="1596">des Hauses hielten auch alle Redner für wünschenswert, die sich zu unse-</line>
        <line lrx="1497" lry="1686" ulx="191" uly="1641">rer Einweihungsfeier am 6. 11. einfanden, so außer Magnifizenz Prof. Wes-</line>
        <line lrx="1496" lry="1728" ulx="191" uly="1687">sels und Oberbürgermeister Schwering die Vertreter der Ministerien und</line>
        <line lrx="1497" lry="1776" ulx="191" uly="1732">der Regierung. — Die Studenten gingen schnell und mit großem Interesse</line>
        <line lrx="1497" lry="1821" ulx="192" uly="1778">an die Frage der Selbstverwaltung heran und am 27. 11. wurde auf dem</line>
        <line lrx="1497" lry="1868" ulx="192" uly="1823">ersten Konvent der Entwurf für eine Verfassung durchgesprochen, den</line>
        <line lrx="1498" lry="1904" ulx="191" uly="1869">der im Hause wohnende Vertreter der Universität entworfen hatte. Es</line>
        <line lrx="1496" lry="1957" ulx="192" uly="1914">wurden ein Senior und sechs Senatoren (für jeden Stock zwei) gewählt,</line>
        <line lrx="1497" lry="2001" ulx="192" uly="1959">denen auch bei Aufnahme und Kündigung von Heimbewohnern eine</line>
        <line lrx="686" lry="2044" ulx="195" uly="2004">Stimme zugesichert wurde.</line>
        <line lrx="1498" lry="2093" ulx="234" uly="2049">Der Senat arbeitete ein Semesterprogramm aus. Prof. Rassow sprach</line>
        <line lrx="1499" lry="2137" ulx="192" uly="2094">über das Thema »Was ist Gegenwart«?, Herr Karst von der Dienststelle</line>
        <line lrx="1499" lry="2183" ulx="193" uly="2140">Blank über »Soldaten in der Demokratie«. Dieser Vortrag fand besonderes</line>
      </zone>
      <zone lrx="853" lry="2273" type="textblock" ulx="836" uly="2242">
        <line lrx="853" lry="2273" ulx="836" uly="2242">3</line>
      </zone>
    </surface>
    <surface n="7" type="page" xml:id="s_UAT_206_12_07">
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      <zone lrx="1591" lry="952" type="textblock" ulx="282" uly="188">
        <line lrx="1589" lry="223" ulx="283" uly="188">Interesse auch bei den Gästen aus anderen Kölner Heimen, die zu unseren</line>
        <line lrx="1590" lry="274" ulx="282" uly="232">Veranstaltungen stets eingeladen werden. Schließlich war noch Herr Fan-</line>
        <line lrx="1590" lry="317" ulx="282" uly="277">chini vom Institut Francais zu einem Gespräch über »Moderne Kunst</line>
        <line lrx="1590" lry="363" ulx="282" uly="322">in Frankreich« gekommen. — Dreimal bot sich Gelegenheit zum Zusam-</line>
        <line lrx="1591" lry="409" ulx="282" uly="367">mensein in größerem Kreis: Beim Einweihungsfest, bei unserer besinn-</line>
        <line lrx="1590" lry="451" ulx="282" uly="412">lichen Adventsfeier und bei unserem großen Karnevalsfest. Die mäch-</line>
        <line lrx="1590" lry="501" ulx="283" uly="457">tigen Tiefkeller unter unserem Grundstück (frühere Brauereikeller), die</line>
        <line lrx="1590" lry="544" ulx="283" uly="503">auch als Sporträume für die Uni und für unsere Studenten dienen, waren</line>
        <line lrx="1590" lry="581" ulx="284" uly="548">von den Kölner Werkschulen für ihr Fest karnevalistisch dekoriert wor-</line>
        <line lrx="1589" lry="632" ulx="284" uly="594">den. Diese Dekoration hatte man uns überlassen. Mit etwa 300 Personen</line>
        <line lrx="1588" lry="672" ulx="284" uly="638">wurde unser Fest anerkannt eins der schönsten Karnevalsfeste Kölns.</line>
        <line lrx="1588" lry="718" ulx="321" uly="684">Voller Dankbarkeit können wir auf das Wintersemester zurückblicken.</line>
        <line lrx="1590" lry="769" ulx="283" uly="729">Während sich an den langen Winterabenden eine besonders nette Ge-</line>
        <line lrx="1590" lry="816" ulx="284" uly="775">meinschaft im Musikzimmer beim Anhören der vielen schönen Langspiel-</line>
        <line lrx="1591" lry="863" ulx="284" uly="820">platten bildete, treffen sich jetzt im Sommer unsere Studenten auf der</line>
        <line lrx="1476" lry="909" ulx="283" uly="865">großen Liegeterrasse oder zu Spiel und Sport in den Sporthallen.</line>
        <line lrx="900" lry="952" ulx="326" uly="911">Unser Start war jedenfalls gut!</line>
      </zone>
      <zone lrx="1549" lry="1045" type="textblock" ulx="327" uly="1002">
        <line lrx="1549" lry="1045" ulx="327" uly="1002">Juni 1954 Olshausen</line>
      </zone>
      <zone lrx="792" lry="1218" type="textblock" ulx="284" uly="1178">
        <line lrx="792" lry="1218" ulx="284" uly="1178">Aus dem Forsthof, Marburg</line>
      </zone>
      <zone lrx="1590" lry="1312" type="textblock" ulx="284" uly="1245">
        <line lrx="1590" lry="1283" ulx="284" uly="1245">darf später ein Bericht mit grundsätzlichen Äußerungen von Herrn Beumann er-</line>
        <line lrx="518" lry="1312" ulx="285" uly="1288">wartet werden.</line>
      </zone>
      <zone lrx="947" lry="1492" type="textblock" ulx="284" uly="1452">
        <line lrx="947" lry="1492" ulx="284" uly="1452">Aus dem Aaseehaus-Kolleg, Münster</line>
      </zone>
      <zone lrx="1591" lry="2182" type="textblock" ulx="285" uly="1530">
        <line lrx="1589" lry="1566" ulx="327" uly="1530">Allgemeines, Das Kolleg gehört dem Studentenwerk, das die wirtschaftlichen</line>
        <line lrx="1590" lry="1602" ulx="287" uly="1566">Geschäfte versieht. Es umfaßt 105 Betten, zu über % in Zweierzimmern; die Einzel-</line>
        <line lrx="1590" lry="1633" ulx="286" uly="1602">zimmer sind Examenskandidaten vorbehalten. Das Haus wird von dem Unterzeich-</line>
        <line lrx="1590" lry="1675" ulx="286" uly="1638">neten und seiner Frau geleitet, denen zwei Tutoren zur Seite stehen. Dies sind</line>
        <line lrx="1591" lry="1710" ulx="285" uly="1674">jüngere promovierte oder absolvierte Herren, die für 2-3 Semester im Hause woh-</line>
        <line lrx="1591" lry="1747" ulx="287" uly="1710">nen, mit der Aufgabe, Arbeitsgemeinschaften im Sinne eines Studium Generale</line>
        <line lrx="1591" lry="1784" ulx="286" uly="1747">abzuhalten, sich vor allem der jüngeren Semester im Hause anzunehmen und auf</line>
        <line lrx="1590" lry="1820" ulx="287" uly="1783">diese und andere Weise die Leitung zu entlasten. Das Haus ordnet seine internen</line>
        <line lrx="1591" lry="1857" ulx="287" uly="1820">Angelegenheiten weitgehend durch die studentische Selbstverwaltung. Diese setzt</line>
        <line lrx="1590" lry="1894" ulx="286" uly="1857">sich zusammen aus einem Haussprecher und seinem Stellvertreter (laufende Ord-</line>
        <line lrx="1591" lry="1930" ulx="287" uly="1893">nungsaufgaben) und einem Ältesten jeder Fakultät (verantwortlich für seine Fakul-</line>
        <line lrx="1589" lry="1966" ulx="286" uly="1926">tätsangehörigen und deren Anliegen). Die Sprecher amtieren ein, die Ältesten zwei</line>
        <line lrx="1590" lry="2000" ulx="290" uly="1966">Semester lang; letztere werden der Kontinuität wegen umschichtig neugewählt.</line>
        <line lrx="1591" lry="2038" ulx="288" uly="2003">Diese Vertreter bilden mit der Leitung und den Tutoren zusammen den Verwaltungs-</line>
        <line lrx="1591" lry="2074" ulx="288" uly="2039">kreis, der wöchentlich zu einer Arbeitssitzung zusammentritt, in der alles Laufende</line>
        <line lrx="1591" lry="2110" ulx="287" uly="2075">erledigt wird. Oberste Instanz der Selbstverwaltung ist die Vollversammlung, die</line>
        <line lrx="1591" lry="2146" ulx="288" uly="2111">nach Bedarf einberufen wird. Das Kuratorium des Kollegs besteht aus einem Or-</line>
        <line lrx="1590" lry="2182" ulx="287" uly="2147">dinarius jeder Fakultät, der Leitung, dem Vorsitzenden des Studentenwerks und</line>
      </zone>
      <zone lrx="950" lry="2262" type="textblock" ulx="930" uly="2231">
        <line lrx="950" lry="2262" ulx="930" uly="2231">6</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1492" lry="906" type="textblock" ulx="187" uly="182">
        <line lrx="1491" lry="217" ulx="190" uly="182">zwei Fakultätsältesten des Hauses. Es besorgt die Neuaufnahmen, die Wahl von</line>
        <line lrx="1491" lry="257" ulx="188" uly="219">Tutoren usw. und bildet die Brücke zu Rektor und Senat. Diese Gliederung ist</line>
        <line lrx="1491" lry="291" ulx="189" uly="254">in einer Satzung niedergelegt, die auch die Verfahrensfragen regelt. Im Laufe eines</line>
        <line lrx="1490" lry="327" ulx="190" uly="290">fünfjährigen Bestehens haben sich gewisse Traditionen eingebürgert, so daß das</line>
        <line lrx="1490" lry="370" ulx="190" uly="326">Leben des Hauses in geregelten, dabei freizügigen Bahnen verläuft. Das Kolleg</line>
        <line lrx="1488" lry="400" ulx="190" uly="362">fühlt sich als eine eng an die Universität angeschlossene, selbständige Körperschaft,</line>
        <line lrx="1490" lry="435" ulx="189" uly="398">die sich akademischen Erziehungsaufgaben widmet. Auch die Tutoren haben ihre</line>
        <line lrx="1490" lry="474" ulx="187" uly="434">Tätigkeit als einen Vorgang der Selbsterziehung aufzufassen; es bleibt ihnen ge-</line>
        <line lrx="1490" lry="511" ulx="190" uly="472">nügend Zeit zu wissenschaftlicher Arbeit. Alle Hausbewohner, auch die Leitung</line>
        <line lrx="1490" lry="545" ulx="190" uly="508">und die Tutoren, nehmen ihre Mahlzeiten gemeinsam in dem von der Mensa be-</line>
        <line lrx="1489" lry="581" ulx="190" uly="544">lieferten eigenen Saal ein, zwanglos an Einzeltischen innerhalb festgesetzter Zeiten.</line>
        <line lrx="1490" lry="618" ulx="188" uly="580">Jeder Hausstudent ist verpflichtet, zu monatlich je 20 Mittag- und Abendessen</line>
        <line lrx="1362" lry="652" ulx="190" uly="617">hier zu erscheinen (Kartensystem). Außerdem sind Teeküchen vorhanden.</line>
        <line lrx="1489" lry="689" ulx="226" uly="653">Jedes Semester wird durch ein festliches Abendessen eröffnet und beschlossen,</line>
        <line lrx="1490" lry="727" ulx="190" uly="690">dabei wird der Bericht über das abgelaufene Semester und das Programm des be-</line>
        <line lrx="1491" lry="763" ulx="190" uly="726">ginnenden gegeben, es werden die Neueingetretenen vorgestellt bzw. Abgehende</line>
        <line lrx="1491" lry="798" ulx="191" uly="762">verabschiedet usw. Zu Semesterbeginn laden die Ältesten die Neuen ihrer Fakultät</line>
        <line lrx="1489" lry="830" ulx="190" uly="799">zum Teeabend, auch die Tutoren bitten öfters einen Kreis in dieser Form zu sich.</line>
        <line lrx="1492" lry="873" ulx="226" uly="835">Es hat sich ein Verband ehemaliger Hausstudenten gebildet, der zu dem Kolleg</line>
        <line lrx="694" lry="906" ulx="189" uly="871">lebhafte Beziehungen unterhält.</line>
      </zone>
      <zone lrx="715" lry="1015" type="textblock" ulx="190" uly="972">
        <line lrx="715" lry="1015" ulx="190" uly="972">Wintersemester 1953/54</line>
      </zone>
      <zone lrx="1493" lry="1847" type="textblock" ulx="189" uly="1045">
        <line lrx="1491" lry="1089" ulx="231" uly="1045">Arbeitsgemeinschaften: »Der innere Widerstand gegen Hitler, seine</line>
        <line lrx="1492" lry="1134" ulx="192" uly="1090">Geschichte und seine Probleme« (Dr. Kosthorst). »Umgang mit der Lite-</line>
        <line lrx="1493" lry="1180" ulx="189" uly="1136">ratur des 20. Jahrh.; G. Benn, Gedichte und Essays« (Dr. Gründer). »Was</line>
        <line lrx="1492" lry="1224" ulx="190" uly="1180">verstehen wir unter Mittelalter ?« (Dr. Borst, als Gast). Teilnahme frei-</line>
        <line lrx="1492" lry="1266" ulx="189" uly="1225">willig, insgesamt etwa die Hälfte der Bewohnerzahl erreichend, auch für</line>
        <line lrx="1492" lry="1312" ulx="189" uly="1272">regelmäßig erscheinende Gäste offen. Das Hausfest lief unter dem Motto</line>
        <line lrx="1491" lry="1357" ulx="192" uly="1317">»Empfang bei der UNO« als Kostümfest ab. Ein kleinerer Kreis veran-</line>
        <line lrx="1492" lry="1405" ulx="189" uly="1362">staltete einen Tanztee, der Musikkreis einige Hauskonzerte mit vorwie-</line>
        <line lrx="505" lry="1446" ulx="189" uly="1407">gend alter Musik.</line>
        <line lrx="1491" lry="1496" ulx="231" uly="1452">Zu Weihnachten ging eine Paketaktion zugunsten der im Osten leben-</line>
        <line lrx="1492" lry="1537" ulx="190" uly="1497">den Angehörigen von Hausstudenten vonstatten. Der Besuch von Ab-</line>
        <line lrx="1492" lry="1581" ulx="190" uly="1541">ordnungen des Christian-Albrecht-Hauses in Kiel und des Rotkreuzheims</line>
        <line lrx="1491" lry="1628" ulx="191" uly="1588">für Studenten und Jungarbeiter in Hannover war sehr willkommen und</line>
        <line lrx="1209" lry="1674" ulx="190" uly="1634">ergab einen regen Erfahrungs- und Gedankenaustausch.</line>
        <line lrx="1491" lry="1725" ulx="231" uly="1680">Auf Grund bestimmter Erfahrungen faßte die Vollversammlung mit</line>
        <line lrx="1491" lry="1770" ulx="190" uly="1725">großer Mehrheit den Beschluß, Angehörige schlagender Verbindungen</line>
        <line lrx="1492" lry="1811" ulx="190" uly="1770">angesichts der Divergenz der Erziehungsziele nicht mehr in das Haus</line>
        <line lrx="437" lry="1847" ulx="190" uly="1814">aufzunehmen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="670" lry="1966" type="textblock" ulx="193" uly="1924">
        <line lrx="670" lry="1966" ulx="193" uly="1924">Sommersemester 1955</line>
      </zone>
      <zone lrx="1492" lry="2175" type="textblock" ulx="190" uly="1997">
        <line lrx="1491" lry="2043" ulx="231" uly="1997">Arbeitsgemeinschaften: »Der innere Widerstand gegen Hitler II« (Dr.</line>
        <line lrx="1492" lry="2087" ulx="191" uly="2041">Kosthorst). »Bildung und Gesellschaft ; soziologische Erörterungen aus</line>
        <line lrx="1492" lry="2132" ulx="190" uly="2087">der Perspektive des studentischen Lebens« (Dr. Gründer). »Probleme und</line>
        <line lrx="1492" lry="2175" ulx="192" uly="2132">Gefahren der modernen Demokratie« (Herr Böckenförde, Assistent an</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1615" lry="1047" type="textblock" ulx="308" uly="192">
        <line lrx="1614" lry="233" ulx="312" uly="192">der juristischen Fakultät, als Gast). Teilnahme wie vorher, je ein Abend</line>
        <line lrx="534" lry="269" ulx="312" uly="238">wöchentlich.</line>
        <line lrx="1615" lry="324" ulx="353" uly="283">Das ganze Haus unternahm Fronleichnam eine viertägige Autobus-</line>
        <line lrx="1614" lry="370" ulx="312" uly="327">fahrt nach Belgien (Besuch eines Walzwerks in Lüttich, Besichtigung von</line>
        <line lrx="1614" lry="415" ulx="312" uly="373">Löwen, Brüssel, Gent, Brügge, Seebad, Besuch des Europa-Kollegs in</line>
        <line lrx="1613" lry="460" ulx="312" uly="418">Brügge, Rückfahrt über Holland). Der Unterzeichnete sowie die jetzigen</line>
        <line lrx="1614" lry="506" ulx="310" uly="464">und ehemaligen Tutoren führten, es wurde ein Lichtbildervortrag über</line>
        <line lrx="1614" lry="552" ulx="310" uly="509">die Reise angeschlossen. Die z. Z. sehr gut besetzte Musikkreis gab meh-</line>
        <line lrx="1141" lry="593" ulx="310" uly="556">rere Hauskonzerte; es fand ein Tanztee statt.</line>
        <line lrx="1614" lry="642" ulx="352" uly="600">Die regelmäßig von den Fakultäten ausgehenden Einladungen von Do-</line>
        <line lrx="1613" lry="687" ulx="310" uly="645">zenten oder sonstigen Gästen zu Vortrags- und Ausspracheabenden sollen</line>
        <line lrx="1613" lry="732" ulx="309" uly="688">in Zukunft, um eine Überladung des Programms zu vermeiden, möglichst</line>
        <line lrx="1614" lry="778" ulx="310" uly="736">an die Themen der Arbeitsgemeinschaften angeschlossen werden. So</line>
        <line lrx="1613" lry="822" ulx="309" uly="781">sprach ein hoher Beamter über seine eigenen Erfahrungen aus der Wider-</line>
        <line lrx="497" lry="859" ulx="309" uly="829">standszeit.</line>
        <line lrx="1613" lry="913" ulx="351" uly="873">Die Vollversammlung beschloß, daß die Haussprecher in Zukunft be-</line>
        <line lrx="1613" lry="958" ulx="309" uly="918">reits im Semester vor ihrer Amtszeit gewählt werden und sich im voraus</line>
        <line lrx="1613" lry="1004" ulx="309" uly="963">durch Teilnahme an den Sitzungen des Verwaltungskreises mit ihren Auf-</line>
        <line lrx="857" lry="1047" ulx="308" uly="1009">gaben vertraut machen sollen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1571" lry="1139" type="textblock" ulx="350" uly="1098">
        <line lrx="1571" lry="1139" ulx="350" uly="1098">August 1954 Hager</line>
      </zone>
      <zone lrx="1220" lry="1319" type="textblock" ulx="309" uly="1278">
        <line lrx="1220" lry="1319" ulx="309" uly="1278">Aus dem Leibniz-Kolleg der Universität Tübingen</line>
      </zone>
      <zone lrx="1612" lry="2181" type="textblock" ulx="306" uly="1368">
        <line lrx="1609" lry="1409" ulx="351" uly="1368">Unteres Haus. Thema des Ersten Trimesters (Die Natur) 1954/55:</line>
        <line lrx="1612" lry="1454" ulx="310" uly="1409">»Über die Organisation der Lebewesen«. Fünf Colloquienreihen über die</line>
        <line lrx="1611" lry="1499" ulx="309" uly="1459">Einzelthemen: Form, Struktur und Funktion; Entwicklung des Orga-</line>
        <line lrx="1611" lry="1545" ulx="308" uly="1503">nismus; Hormonale Regulationen ; Nervöse Funktionen ; Erkenntnistheo-</line>
        <line lrx="1611" lry="1592" ulx="307" uly="1549">retische Fragen (zentrale Colloquienreihe auf der Grundlage der vier an-</line>
        <line lrx="1612" lry="1637" ulx="308" uly="1595">deren). Die Geschlossenheit des Trimesters wurde erreicht durch Vorbe-</line>
        <line lrx="1612" lry="1683" ulx="307" uly="1640">sprechungen unter den Dozenten, durch Vervielfältigung der Exposes und</line>
        <line lrx="1610" lry="1729" ulx="307" uly="1686">durch einzelne »Podiumcolloquien« mit mehreren Dozenten. Dazu die üb-</line>
        <line lrx="968" lry="1766" ulx="306" uly="1733">lichen Arbeitskreise mit Assistenten.</line>
        <line lrx="1610" lry="1819" ulx="349" uly="1778">Die Offenheit des Trimesters wurde durch Einzelcolloquien verwirk-</line>
        <line lrx="1611" lry="1866" ulx="307" uly="1823">licht: W. Schadewaldt, Das Problem des Organischen in der Kunstbe-</line>
        <line lrx="1610" lry="1912" ulx="307" uly="1869">trachtung; W. F. Otto, Recht und Religion im Alten Rom; K. Kerenyi/</line>
        <line lrx="1611" lry="1958" ulx="308" uly="1914">Ponte Brolla, Die geistige Verantwortung des Forschers; M. Terpis/Zü-</line>
        <line lrx="1609" lry="2003" ulx="307" uly="1959">rich, Farbe, Musik, Bewegung; Eberhard Zeller, Der 20. Juli. Dazu C.</line>
        <line lrx="1610" lry="2048" ulx="309" uly="2004">Roediger, Aktuelle Fragen der Außenpolitik (Colloquienreihe) und die</line>
        <line lrx="1362" lry="2093" ulx="306" uly="2049">wissenschaftlichen und musischen Studiengemeinschaften.</line>
        <line lrx="1610" lry="2138" ulx="345" uly="2095">Thema des kommenden Trimesters (Geschichte und Gesellschaft) : »Ei-</line>
        <line lrx="1611" lry="2181" ulx="306" uly="2140">nige Beziehungen zwischen östlichen und westlichen Kulturbereichen.«</line>
      </zone>
      <zone lrx="967" lry="2264" type="textblock" ulx="949" uly="2234">
        <line lrx="967" lry="2264" ulx="949" uly="2234">8</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1429" lry="1011" type="textblock" ulx="121" uly="198">
        <line lrx="1421" lry="242" ulx="162" uly="198">Oberes Haus. Das Kammerorchester des Leibniz-Kollegs gab im</line>
        <line lrx="1422" lry="289" ulx="124" uly="244">Sommersemester einen Abend mit Werken von Vivaldi. Studiengemein-</line>
        <line lrx="1422" lry="334" ulx="121" uly="288">schaft : Modellieren und Zeichnen. Vorträge: J. E. Berendt, Fünfzig Jahre</line>
        <line lrx="1423" lry="387" ulx="121" uly="333">Jazz; Prof. F. P. Pickering/ Reading, Ökonomie des englischen Mittel-</line>
        <line lrx="1358" lry="428" ulx="123" uly="379">standes; Prof. F. G. Houtermans/Bern, Altersbestimmung der Erde.</line>
        <line lrx="1424" lry="469" ulx="165" uly="424">Drittes Haus. Hier wohnen etwa dreißig Doktoranden und Dok-</line>
        <line lrx="1422" lry="515" ulx="124" uly="471">toren. Studentinnen und Ausländer sind mit 30 und 20 Prozent vertreten.</line>
        <line lrx="1424" lry="564" ulx="127" uly="514">Seit der Gründung vor zwei Semestern ist die Selbstverwaltung im Auf-</line>
        <line lrx="1423" lry="613" ulx="126" uly="559">bau. Regelmäßig tagen dort der Arbeitskreis für Politik und der ISSF.</line>
        <line lrx="1425" lry="654" ulx="126" uly="605">Beim »Fest der (Doktor-)Väter« spielte das erweiterte Streichquartett</line>
        <line lrx="1263" lry="699" ulx="125" uly="652">des Hauses die Quintette in c-Moll und in g-Moll von Mozart.</line>
        <line lrx="1426" lry="740" ulx="163" uly="695">Vor zwei Semestern, mit der Umgestaltung des dies universitatis, hat</line>
        <line lrx="1427" lry="789" ulx="126" uly="740">das Leibniz-Kolleg Colloquien für Hörer aller Fakultäten eingeführt, die</line>
        <line lrx="1427" lry="835" ulx="127" uly="785">neben dem Lehrplan des Unteren Hauses stehen. Zu ihnen gehört das</line>
        <line lrx="1427" lry="883" ulx="127" uly="831">für ein Jahr geplante Colloquium unter Dozenten, Assistenten und hohen</line>
        <line lrx="1427" lry="924" ulx="130" uly="876">Semestern über Die Bedeutung der Struktur in einzelnen Wissenschaften.,</line>
        <line lrx="1429" lry="966" ulx="129" uly="922">Der naturwissenschaftlich-medizinische Teil fiel in das vergangene Se-</line>
        <line lrx="256" lry="1011" ulx="129" uly="984">mester.,</line>
      </zone>
      <zone lrx="1389" lry="1113" type="textblock" ulx="169" uly="1059">
        <line lrx="1389" lry="1113" ulx="169" uly="1059">Juli 1954 Ohlmeyer</line>
      </zone>
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        <line lrx="1071" lry="469" ulx="685" uly="417">BERICHTE</line>
      </zone>
      <zone lrx="1303" lry="614" type="textblock" ulx="453" uly="562">
        <line lrx="1303" lry="614" ulx="453" uly="562">AUS AKADEMISCHEN</line>
      </zone>
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        <line lrx="1113" lry="757" ulx="645" uly="706">KOLELEGIEN</line>
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        <line lrx="1298" lry="283" ulx="386" uly="242">AUS DEM KARL-SCHURZ-COLLEG, BONN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1491" lry="1317" type="textblock" ulx="180" uly="331">
        <line lrx="1491" lry="380" ulx="233" uly="331">Im Colleg wohnen 69 Studenten in 45 Einzelzimmern und in 12 Dop-</line>
        <line lrx="1490" lry="424" ulx="189" uly="375">pelzimmern. Obwohl die Einweihung des Hauses erst Ende des vorigen</line>
        <line lrx="1491" lry="468" ulx="192" uly="421">SS stattfand, war das Colleg schon seit dem ı. Mai voll besetzt, zu 15%</line>
        <line lrx="475" lry="498" ulx="187" uly="466">mit Ausländern.</line>
        <line lrx="1491" lry="559" ulx="228" uly="512">Das Carl-Schurz-Colleg wird vom Studentenwerk Bonn getragen. Der</line>
        <line lrx="1490" lry="597" ulx="188" uly="556">Heimleiter, ein Professor der Universität, wohnt mit seiner Familie im</line>
        <line lrx="1490" lry="642" ulx="187" uly="602">Hause. Ebenfalls wohnt ein Tutor im Haus, der den Studenten bei ihrer</line>
        <line lrx="1489" lry="690" ulx="188" uly="647">Selbstverwaltung und bei den Arbeitsgemeinschaften für das studium</line>
        <line lrx="1488" lry="738" ulx="185" uly="692">universale beratend zur Seite steht. Neben den Arbeitsgemeinschaften</line>
        <line lrx="1488" lry="780" ulx="186" uly="737">findet regelmäßig alle 14 Tage ein gemeinsames Abendessen statt, zu dem</line>
        <line lrx="1488" lry="825" ulx="185" uly="782">Dozenten der Universität eingeladen werden können. An diesen Abenden</line>
        <line lrx="1489" lry="875" ulx="186" uly="828">wurden auch Referate über wissenschaftliche und politische Themen ge-</line>
        <line lrx="304" lry="903" ulx="184" uly="873">halten.</line>
        <line lrx="1488" lry="965" ulx="226" uly="918">Die geistige Aufgabe des Collegs wird dadurch besonders hervorge-</line>
        <line lrx="1488" lry="1004" ulx="183" uly="962">hoben, daß es einen Teil des Carl-Schurz-Hauses bildet, dessen Diskus-</line>
        <line lrx="1487" lry="1051" ulx="183" uly="1007">sions- und Clubräume von der gesamten Universität für das studium</line>
        <line lrx="667" lry="1086" ulx="183" uly="1053">universale benutzt werden.</line>
        <line lrx="1487" lry="1143" ulx="225" uly="1099">Das Colleg gliedert sich in drei Etagen. Die Etagenältesten bilden zu-</line>
        <line lrx="1487" lry="1188" ulx="183" uly="1145">sammen mit dem von der Hausversammlung gewählten Senior und</line>
        <line lrx="1486" lry="1233" ulx="184" uly="1188">Consenior den Senat des Collegs. Für die Mitwirkung bei der Aufnahme</line>
        <line lrx="1487" lry="1281" ulx="184" uly="1234">neuer Studenten wird ein eigener Ausschuß von der Hausversammlung</line>
        <line lrx="329" lry="1317" ulx="180" uly="1278">gewählt.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1381" lry="1381" type="textblock" ulx="180" uly="1341">
        <line lrx="1381" lry="1381" ulx="180" uly="1341">April 1955 Lorenzen</line>
      </zone>
      <zone lrx="1427" lry="1546" type="textblock" ulx="231" uly="1505">
        <line lrx="1427" lry="1546" ulx="231" uly="1505">AUS DEM COLLEGIUM ALEXANDRINUM, ERLANGEN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1484" lry="1726" type="textblock" ulx="179" uly="1596">
        <line lrx="1483" lry="1636" ulx="222" uly="1596">Formulierungen über Wesen und Ziele des Hauses, entnommen den</line>
        <line lrx="1484" lry="1684" ulx="181" uly="1641">»Voruntersuchungen zur politischen und gesellschaftlichen Situation der</line>
        <line lrx="1369" lry="1726" ulx="179" uly="1686">jungen Generation unserer Stadt« von H. Lades und D. Böhmer.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1483" lry="2183" type="textblock" ulx="175" uly="1777">
        <line lrx="1483" lry="1817" ulx="221" uly="1777">November 1952: Das Haus ist eine stilbestimmte moderne akademi-</line>
        <line lrx="1483" lry="1865" ulx="178" uly="1822">sche Polis, Stilbestimmt ist es als subjektive Ausdrucksform eines</line>
        <line lrx="1481" lry="1913" ulx="179" uly="1866">Kollektivs; modern ist es durch sein Eingelagertsein in die Gegenwart ;</line>
        <line lrx="1483" lry="1956" ulx="177" uly="1912">akademisch ist es als anschauliche Darstellung der Einheit der Universi-</line>
        <line lrx="1483" lry="1997" ulx="177" uly="1957">tas Litterarum; Polis ist es als freies, wertbewußtes Gemeinwesen. Als</line>
        <line lrx="1481" lry="2050" ulx="176" uly="2002">solches vertritt es in lebendiger Realität die zum abstrakten Betrieb ge-</line>
        <line lrx="1481" lry="2093" ulx="176" uly="2047">wordene Idee der Universität. Die Vielfalt alles Geistigen gewinnt hier</line>
        <line lrx="1479" lry="2135" ulx="175" uly="2092">ihre Einigung nicht nur im gemeinsamen Ethos methodisch-kritischen</line>
        <line lrx="1480" lry="2183" ulx="175" uly="2137">Denkens, sondern auch im gemeinsamen Ethos praktischen Zusammen-</line>
      </zone>
      <zone lrx="835" lry="2263" type="textblock" ulx="821" uly="2242">
        <line lrx="835" lry="2263" ulx="821" uly="2242">z</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1645" lry="552" type="textblock" ulx="311" uly="241">
        <line lrx="1613" lry="282" ulx="311" uly="241">lebens. Diese doppelte ethische Bindung an Logos und Polis ist das</line>
        <line lrx="1613" lry="327" ulx="311" uly="286">wesentliche Bildungsprinzip des Hauses. Alles, was im Hause ist oder sein</line>
        <line lrx="1614" lry="373" ulx="311" uly="332">kann, findet Kritik und Legitimation von dem Begriff, der dies Prinzip</line>
        <line lrx="1645" lry="418" ulx="311" uly="377">intendiert, dem Studium Generale. Dieser Begriff ist der ideale Charak- -</line>
        <line lrx="581" lry="454" ulx="312" uly="423">ter des Hauses.</line>
        <line lrx="1613" lry="507" ulx="354" uly="468">Im Sommersemester 1953 wurde von der Mehrzahl der Hausbewohner-</line>
        <line lrx="1015" lry="552" ulx="311" uly="512">schaft folgende Formulierung gebilligt :</line>
      </zone>
      <zone lrx="1614" lry="833" type="textblock" ulx="434" uly="579">
        <line lrx="1613" lry="620" ulx="434" uly="579">Die Bewohner des Alexandrinums wollen ihr Zusammenleben ge-</line>
        <line lrx="1247" lry="663" ulx="436" uly="624">stalten im Geiste akademischen Bürgertums,</line>
        <line lrx="1612" lry="709" ulx="434" uly="670">im Bewußtsein ihrer Verantwortung als Bürger eines demokrati-</line>
        <line lrx="691" lry="748" ulx="435" uly="715">schen Staates,</line>
        <line lrx="1614" lry="796" ulx="435" uly="757">in Beachtung der Prinzipien eines geordneten und harmonischen</line>
        <line lrx="817" lry="833" ulx="438" uly="803">Gemeinschaftslebens.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1616" lry="1864" type="textblock" ulx="311" uly="878">
        <line lrx="1613" lry="917" ulx="353" uly="878">Die Hausgemeinschaft gibt sich grundsätzlich selbst die aus diesem</line>
        <line lrx="1612" lry="962" ulx="312" uly="923">Willen entspringenden Regeln ihres Zusammenlebens und führt sie in</line>
        <line lrx="751" lry="1006" ulx="315" uly="968">Selbstverwaltung durch.</line>
        <line lrx="1611" lry="1058" ulx="353" uly="1013">Aus dem Sommersemester 1953 stammt auch folgende Feststellung:</line>
        <line lrx="1613" lry="1095" ulx="312" uly="1057">Aus individuellen Anlagen entstehen im Zusammenleben der Menschen</line>
        <line lrx="1615" lry="1145" ulx="314" uly="1102">»Rollen«, die gespielt, die gelegentlich getauscht und ausgewechselt wer-</line>
        <line lrx="384" lry="1180" ulx="312" uly="1150">den.</line>
        <line lrx="1615" lry="1239" ulx="355" uly="1191">Plötzlich entdecken wir: hier im Haus diese Konstellation heute, jene</line>
        <line lrx="1616" lry="1282" ulx="315" uly="1236">Situation gestern, der Krisenablauf vor einiger Zeit, stehen ja in Analo-</line>
        <line lrx="1615" lry="1326" ulx="311" uly="1282">gie zu ganz bestimmten Phänomenen in den großen gesellschaftlichen</line>
        <line lrx="1094" lry="1368" ulx="311" uly="1327">und politischen Zusammenhängen draußen.</line>
        <line lrx="1616" lry="1413" ulx="355" uly="1371">Plötzlich bemerken wir, wie diese oder jene, vielleicht wir selbst, Miene</line>
        <line lrx="1615" lry="1456" ulx="311" uly="1416">machen, die Rolle des Liberalen oder Konservativen, des Demokraten</line>
        <line lrx="1616" lry="1501" ulx="312" uly="1461">oder Aristokraten, oder wohl gar des Anarchisten oder des Faschisten zu</line>
        <line lrx="1616" lry="1552" ulx="311" uly="1506">spielen. In unserem kleinen Rahmen freilich sind diese Rollen nicht be-</line>
        <line lrx="1292" lry="1595" ulx="311" uly="1552">ständig. Sie verschwinden wieder, wie sie auftauchten.</line>
        <line lrx="1616" lry="1643" ulx="356" uly="1597">In einem Haus mit 50 oder 60 Bewohnern verlaufen diese Dinge etwas</line>
        <line lrx="1615" lry="1690" ulx="311" uly="1642">anders. Sie sind in dieser analogen Form zu den staatlichen Vorgängen</line>
        <line lrx="1615" lry="1730" ulx="311" uly="1687">nur möglich in einem »Kleinstaat« wie dem unsrigen. Das aber macht den</line>
        <line lrx="1616" lry="1780" ulx="312" uly="1733">Modellcharakter dieses Hauses aus, der zu einer unerschöpflichen Quelle</line>
        <line lrx="1615" lry="1820" ulx="312" uly="1778">menschlich-politischer Erfahrungen werden kann für den, dem erst ein-</line>
        <line lrx="908" lry="1864" ulx="311" uly="1823">mal die Augen aufgegangen sind.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1539" lry="2035" type="textblock" ulx="390" uly="1997">
        <line lrx="1539" lry="2035" ulx="390" uly="1997">AUS DER AKADEMISCHEN BURSE ZU GÖTTINGEN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1615" lry="2181" type="textblock" ulx="310" uly="2088">
        <line lrx="1614" lry="2134" ulx="353" uly="2088">Der Juli 1954 brachte ein Ereignis, das schon im Vorjahre im Zentrum</line>
        <line lrx="1615" lry="2181" ulx="310" uly="2134">des Sommersemesters gestanden hatte: den Besuch der Dramatic Society</line>
      </zone>
      <zone lrx="975" lry="2257" type="textblock" ulx="958" uly="2236">
        <line lrx="975" lry="2257" ulx="958" uly="2236">2</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1494" lry="1688" type="textblock" ulx="183" uly="247">
        <line lrx="1493" lry="286" ulx="186" uly="247">von Christ Church, Oxford — einem College, mit dem die Burse auch sonst</line>
        <line lrx="1494" lry="331" ulx="186" uly="292">in Austauschbeziehungen steht. Diesmal wurde nicht im Hof, sondern</line>
        <line lrx="1494" lry="379" ulx="186" uly="337">in einem Saal des Mensagebäudes gespielt, und zwar von Fry: The Lady</line>
        <line lrx="886" lry="421" ulx="186" uly="382">is not for Burning und The First Born.</line>
        <line lrx="1491" lry="461" ulx="229" uly="428">In den Sommerferien wohnten zwei Berliner Oberschüler in der Burse,</line>
        <line lrx="1492" lry="509" ulx="187" uly="472">Dieser Gäste nahmen sich immer wieder andere Studenten an, um ihnen</line>
        <line lrx="1492" lry="558" ulx="187" uly="517">Einblick in die Universität zu geben und Stadt und Land zu zeigen. In</line>
        <line lrx="1155" lry="603" ulx="186" uly="563">diesem Jahr sollen andere Schüler eingeladen werden.</line>
        <line lrx="1492" lry="650" ulx="228" uly="608">Ein Berliner Journalist besuchte Göttingen und brachte in der Täg-</line>
        <line lrx="1492" lry="695" ulx="185" uly="654">lichen Rundschau einen Bericht über die Burse, der das Haus völlig ent-</line>
        <line lrx="1492" lry="740" ulx="185" uly="699">stellt wiedergibt. Die Bursalen haben beschlossen, dieser Darstellung mit</line>
        <line lrx="1232" lry="784" ulx="185" uly="744">einem Aufsatz in einer anderen Zeitung entgegenzutreten.</line>
        <line lrx="1493" lry="830" ulx="229" uly="789">Im Winter stellten die Maler Rudi Baerwind/Mannheim und später</line>
        <line lrx="1434" lry="874" ulx="187" uly="834">Rolf Müller/Landau auf Initiative der Burse dort ihre Arbeiten aus.</line>
        <line lrx="1491" lry="921" ulx="227" uly="879">Die Burse errang 1955 den Göttinger Wanderpreis im Basketballspiel.</line>
        <line lrx="866" lry="963" ulx="228" uly="924">Faschingsmotto: Phantasie in Doll.</line>
        <line lrx="1492" lry="1010" ulx="227" uly="969">Der Geschäftsführer, Herr Kleinert, gab in Form eines Colloquiums eine</line>
        <line lrx="1491" lry="1054" ulx="186" uly="1015">Einführung in volks- und ‚betriebswirtschaftliche Sachbereiche am Mo-</line>
        <line lrx="1490" lry="1091" ulx="185" uly="1060">dell der Akademischen Burse. Der Kammermusikkreis hat sich Werken</line>
        <line lrx="1491" lry="1145" ulx="185" uly="1105">alter Meister mit Cembalo gewidmet. Ein Kreis von Schülern des Philo-</line>
        <line lrx="1294" lry="1191" ulx="184" uly="1150">sophen Kurt Stavenhagen trifft sich regelmäßig in der Burse.</line>
        <line lrx="1490" lry="1237" ulx="226" uly="1192">Der Konvent hat die Gefahr einer »Überalterung« der Burse zur</line>
        <line lrx="1492" lry="1282" ulx="187" uly="1241">Sprache gebracht und für die Zukunft auch die Zulassung von ersten</line>
        <line lrx="1492" lry="1327" ulx="187" uly="1286">Semestern erwogen, aber nicht beschlossen. Zuwahl zum Zulassungs-</line>
        <line lrx="1490" lry="1371" ulx="184" uly="1331">ausschuß verlangt neuerdings die Zustimmung von zwei Dritteln des</line>
        <line lrx="367" lry="1405" ulx="186" uly="1376">Konvents.</line>
        <line lrx="1491" lry="1461" ulx="226" uly="1421">Ein Sonderkonvent galt der Frage der Tutorenstellen aus Bundes-</line>
        <line lrx="1490" lry="1507" ulx="184" uly="1466">mitteln. Einige Stimmen fürchteten für den Charakter des Hauses; die</line>
        <line lrx="1490" lry="1554" ulx="184" uly="1512">Mehrheit fand, man solle die Möglichkeit zu solchen Anträgen nicht un-</line>
        <line lrx="1490" lry="1599" ulx="183" uly="1558">genutzt lassen, und bestätigte eine vom Vorstand vorgeschlagene Liste</line>
        <line lrx="493" lry="1633" ulx="184" uly="1602">von drei Tutoren.</line>
        <line lrx="1381" lry="1688" ulx="398" uly="1648">(Aus einem Jahresbericht von C. Colpe und H. Delius.)</line>
      </zone>
      <zone lrx="1391" lry="1822" type="textblock" ulx="280" uly="1779">
        <line lrx="1391" lry="1822" ulx="280" uly="1779">AUS DEM FRIDTJOF-NANSEN-HAUS, GÖTTINGEN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1489" lry="2188" type="textblock" ulx="181" uly="1875">
        <line lrx="1489" lry="1915" ulx="225" uly="1875">Das Jahr 1954 stand für uns unter dem Zeichen neuer Aktivität. Der</line>
        <line lrx="1488" lry="1961" ulx="182" uly="1920">nördliche Flügel des Nansen-Hauses war im November 1953 fertigge-</line>
        <line lrx="1488" lry="2005" ulx="182" uly="1965">stellt worden, und damit wuchs die Zahl der Studenten von 54 auf 106</line>
        <line lrx="1487" lry="2051" ulx="181" uly="2010">im Frühjahr und Sommer 1954 und auf 118 im vergangenen Winter-</line>
        <line lrx="1488" lry="2097" ulx="182" uly="2057">semester. Das bedeutete für die Hausleitung und auch für die studenti-</line>
        <line lrx="1488" lry="2143" ulx="182" uly="2100">sche Vertretung eine Erweiterung ihrer Aufgaben, die wir dankbar und</line>
        <line lrx="1487" lry="2188" ulx="182" uly="2146">mit Erfolg durchgeführt haben. Die größere Zahl war immer noch über-</line>
      </zone>
      <zone lrx="845" lry="2276" type="textblock" ulx="827" uly="2248">
        <line lrx="845" lry="2276" ulx="827" uly="2248">6}</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1599" lry="326" type="textblock" ulx="295" uly="242">
        <line lrx="1599" lry="278" ulx="295" uly="242">schaubar, vor allem dadurch, daß die Studenten bei den verschiedensten</line>
        <line lrx="1133" lry="326" ulx="296" uly="287">Gelegenheiten einander kennenlernen konnten.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1602" lry="2183" type="textblock" ulx="291" uly="340">
        <line lrx="1599" lry="374" ulx="335" uly="340">Das Interesse des Hauses erstreckte sich nach verschiedenen Richtungen. Einmal</line>
        <line lrx="1598" lry="411" ulx="297" uly="377">lag uns daran, die Studenten zu einer Gemeinschaft zusammenzufügen, ohne jedoch</line>
        <line lrx="1598" lry="448" ulx="298" uly="414">den Zwang des Gemeinschaftslebens spürbar werden zu lassen. Zum anderen hatten</line>
        <line lrx="1598" lry="484" ulx="295" uly="451">wir unsere Ferienkurse als internationale Veranstaltungen, und schließlich bemühten</line>
        <line lrx="1246" lry="520" ulx="295" uly="485">wir uns auch, in die Göttinger Öffentlichkeit hineinzuwirken.</line>
        <line lrx="1598" lry="556" ulx="335" uly="524">Der Hausausschuß entfaltete eine lebhafte Tätigkeit, um die Studenten zusam-</line>
        <line lrx="1598" lry="591" ulx="294" uly="559">menzuführen. Mit Hilfe von interessierten Studenten bildeten sich Gruppen, die sich</line>
        <line lrx="1600" lry="629" ulx="294" uly="596">mit Musik beschäftigten oder Sport trieben; ein Lesezirkel und Sprachgruppen für</line>
        <line lrx="1598" lry="665" ulx="293" uly="632">Ausländer entstanden. Einige Fachgemeinschaften beschäftigten sich mit natur-</line>
        <line lrx="1599" lry="694" ulx="292" uly="669">wissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Problemen. Darüber hinaus aber</line>
        <line lrx="1598" lry="737" ulx="295" uly="705">organisierten Studenten und Hausleitung gemeinsam einige Veranstaltungen (Ge-</line>
        <line lrx="1599" lry="772" ulx="291" uly="741">sellschaftsabende, kleinere Vorträge usw.), die schließlich zur Bildung eines Donners-</line>
        <line lrx="1599" lry="807" ulx="294" uly="776">tagabendkreises führten und normalerweise mit Hilfe von Professoren der Universi-</line>
        <line lrx="1599" lry="843" ulx="292" uly="812">tät durchgeführt wurden. Vom Thema »Jazz« bis »Staat und Kirche« reichte das</line>
        <line lrx="1599" lry="878" ulx="295" uly="847">Skelett dieser Veranstaltungen. Höhe und Weite der Gemeinschaftsarbeit waren die</line>
        <line lrx="1599" lry="915" ulx="293" uly="883">großen gesellschaftlichen Ereignisse Fasching und Sommerball, an denen auch die</line>
        <line lrx="1599" lry="944" ulx="295" uly="919">Stadt lebhaften Anteil nahm. Als besonderes Erlebnis für Deutsche und Ausländer</line>
        <line lrx="1599" lry="987" ulx="293" uly="955">unternahmen wir mit der ganzen Sommerbelegschaft im Juli eine viertägige Fahrt</line>
        <line lrx="1598" lry="1021" ulx="293" uly="991">nach Berlin. Mit Vorträgen, Besuchen im Ostsektor, aber auch der Großstadtatmo-</line>
        <line lrx="1597" lry="1059" ulx="293" uly="1026">sphäre als solcher, wurden diese Tage zu einem ganz besonderen Erfolg des Jahres.</line>
        <line lrx="1597" lry="1094" ulx="330" uly="1062">Die Ferienkurse des Jahres 1954 mußten diesmal alle in Göttingen stattfinden,</line>
        <line lrx="1597" lry="1131" ulx="293" uly="1098">weil es unmöglich war, wie in den Vorjahren Seminare im Ausland zu arrangieren.</line>
        <line lrx="1599" lry="1166" ulx="295" uly="1134">Unsere Kurse im März/April, der Germanistenkurs im August, die Berlinfahrt im</line>
        <line lrx="1599" lry="1203" ulx="297" uly="1170">September und der Septemberkurs waren gut besucht und — obgleich mit kleineren</line>
        <line lrx="1599" lry="1239" ulx="294" uly="1206">Mängeln behaftet — ein Erfolg, wenn man die Ergebnisse der sprachlichen Leistun-</line>
        <line lrx="1598" lry="1276" ulx="294" uly="1243">gen oder der wissenschaftlichen Interessen betrachtet. Ausflüge in die nähere und</line>
        <line lrx="1599" lry="1312" ulx="293" uly="1279">weitere Umgebung — bis zum Volkswagenwerk Wolfsburg — vermittelten unseren</line>
        <line lrx="1207" lry="1341" ulx="297" uly="1316">Gästen noch einen bleibenden Eindruck von Deutschland.</line>
        <line lrx="1599" lry="1384" ulx="336" uly="1352">Durch den Neubau ergaben sich weitere Möglichkeiten, in die Studentenschaft</line>
        <line lrx="1598" lry="1421" ulx="295" uly="1388">und die Göttinger Bürgerschaft hineinzuwirken. Im März stellten wir einen Neubau</line>
        <line lrx="1600" lry="1458" ulx="295" uly="1425">fertig, in dem das British Centre »Die Brücke« mit Bibliothek und Filmausrüstung als</line>
        <line lrx="1600" lry="1494" ulx="297" uly="1461">Gast aufgenommen wurde. Durch Zusammenlegung unserer Bibliothek und der</line>
        <line lrx="1599" lry="1530" ulx="295" uly="1499">Bibliothek der »Brücke« steht den Bewohnern des Hauses und der Stadt Göttingen</line>
        <line lrx="1600" lry="1568" ulx="294" uly="1536">eine Bibliothek von über 20 000 Bänden zur Verfügung. Der monatliche Umschlag</line>
        <line lrx="1599" lry="1604" ulx="294" uly="1572">von 5000 Bänden und der rege Besuch des Lesesaals — mit 120 Zeitungen und Zeit-</line>
        <line lrx="1599" lry="1641" ulx="294" uly="1609">schriften — zeigen das Interesse, das an diesen Einrichtungen im Nansen-Haus ge-</line>
        <line lrx="1600" lry="1675" ulx="295" uly="1644">nommen wird. Der Filmsaal mit 200 Plätzen wurde von der »Brücke«, dem Jugend-</line>
        <line lrx="1600" lry="1711" ulx="294" uly="1680">filmring und der Volkshochschule benutzt; ähnliche Gesellschaften und Vereine be-</line>
        <line lrx="896" lry="1749" ulx="295" uly="1716">mühen sich um den Saal für Vorträge.</line>
        <line lrx="1600" lry="1778" ulx="337" uly="1752">Dank des Filmsaals konnten wir auch den äußeren Rahmen bieten für eine Vor-</line>
        <line lrx="1601" lry="1821" ulx="296" uly="1788">tragsreihe von Prof. Eduard Heimann (New York) über wirtschaftliche und soziale</line>
        <line lrx="1600" lry="1856" ulx="297" uly="1824">Probleme der Gegenwart, Einige Professoren benutzten den Filmsaal auch als Aus-</line>
        <line lrx="1005" lry="1892" ulx="295" uly="1860">weichquartier für Seminare und Vorlesungen.</line>
        <line lrx="1602" lry="1928" ulx="337" uly="1896">Einen Teil unserer Gesellschaftsräume konnten wir studentischen Gruppen zur</line>
        <line lrx="1601" lry="1965" ulx="291" uly="1932">Verfügung stellen. 15 Studentengruppen waren ständige Gäste bei uns im Hause und</line>
        <line lrx="1601" lry="2003" ulx="296" uly="1968">gingen ihren politischen, künstlerischen oder sonstigen Interessen nach. Für die</line>
        <line lrx="1602" lry="2032" ulx="298" uly="2004">Studenten und Freunde des Hauses veranstalteten wir im Sommer einen Musik-</line>
        <line lrx="1601" lry="2072" ulx="295" uly="2040">abend mit dem Pianisten Ogouse und im November mit der Schweizer Violin-</line>
        <line lrx="660" lry="2106" ulx="298" uly="2078">Solistin Marianne Isler.</line>
        <line lrx="1601" lry="2149" ulx="338" uly="2113">Es lag weiterhin im Interesse des Hauses, die guten Beziehungen zu Stadt und</line>
        <line lrx="1602" lry="2183" ulx="297" uly="2149">Universität fortzuführen. Daneben bot sich uns die Gelegenheit, im Koordinierungs-</line>
      </zone>
      <zone lrx="959" lry="2271" type="textblock" ulx="940" uly="2241">
        <line lrx="959" lry="2271" ulx="940" uly="2241">4</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1491" lry="457" type="textblock" ulx="188" uly="234">
        <line lrx="1491" lry="266" ulx="188" uly="234">ausschuß der Studentenwohnheime auf dem Gebiet der staatsbürgerlichen Erziehung</line>
        <line lrx="991" lry="305" ulx="188" uly="272">eine fruchtbringende Zusammenarbeit zu erreichen.</line>
        <line lrx="1489" lry="340" ulx="229" uly="306">Zusammenfassend läßt sich sagen, daß wir mit der Erweiterung des Hauses nicht</line>
        <line lrx="1490" lry="373" ulx="188" uly="342">nur unseren Studenten einen Dienst erweisen Monnten, sondern zur gleichen Zeit</line>
        <line lrx="1489" lry="413" ulx="188" uly="378">auch unseren Wirkungskreis auf weitere Schichten der Bevölkerung ausdehnen</line>
        <line lrx="977" lry="457" ulx="189" uly="418">konnten. }</line>
      </zone>
      <zone lrx="1390" lry="506" type="textblock" ulx="189" uly="459">
        <line lrx="1390" lry="506" ulx="189" uly="459">April 1955 Brennhovd</line>
      </zone>
      <zone lrx="1474" lry="646" type="textblock" ulx="207" uly="597">
        <line lrx="1474" lry="646" ulx="207" uly="597">AUS DEM HISTORISCHEN COLLOQUIUM IN GÖTTINGEN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1496" lry="921" type="textblock" ulx="189" uly="694">
        <line lrx="1494" lry="739" ulx="232" uly="694">Das Historische Colloquium in Göttingen ist eine Arbeits- und Wohn-</line>
        <line lrx="1494" lry="786" ulx="189" uly="739">gemeinschaft, die sich zur Aufgabe gesetzt hat, sich im Rahmen einer</line>
        <line lrx="1495" lry="825" ulx="190" uly="785">neuen studentischen Gemeinschaftsform — des völlig selbstverwalteten</line>
        <line lrx="1496" lry="874" ulx="194" uly="830">Studentenwohnheims — gemeinsamer wissenschaftlicher Arbeit, vor-</line>
        <line lrx="1177" lry="921" ulx="191" uly="877">wiegend auf historisch-politischem Gebiet, zu widmen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1501" lry="1342" type="textblock" ulx="192" uly="943">
        <line lrx="1494" lry="977" ulx="232" uly="943">Es entstand in den ersten Nachkriegsjahren aus einem locker gefügten Kreis von</line>
        <line lrx="1493" lry="1013" ulx="195" uly="979">Studenten, deren verbindendes Anliegen die Besinnung auf die Geschichte war.</line>
        <line lrx="1495" lry="1051" ulx="192" uly="1015">Wider alles Erwarten gelang es, den einige Jahre später auftauchenden Plan zum</line>
        <line lrx="1497" lry="1083" ulx="193" uly="1051">Bau eines Wohnheimes zu verwirklichen. Die daraus erwachsenden praktischen Ar-</line>
        <line lrx="1499" lry="1124" ulx="193" uly="1087">beiten und Aufgaben forderten die Konstituierung eines rechtsfähigen Vereins: der</line>
        <line lrx="1498" lry="1159" ulx="194" uly="1124">Bauausschuß des Historischen Colloquiums ließ sich als »Gemeinnützige Förderer-</line>
        <line lrx="1018" lry="1200" ulx="193" uly="1163">gesellschaft Historisches Colloquium e. V.« eintragen.</line>
        <line lrx="1500" lry="1235" ulx="235" uly="1196">Entsprechend den beiden Aufgabenbereichen des Colloquiums, teilt sich die</line>
        <line lrx="1500" lry="1268" ulx="196" uly="1232">Selbstverwaltung unter zwei Dreiergremien: Der Sprecherrat ist verantwortlich für</line>
        <line lrx="1501" lry="1305" ulx="194" uly="1269">die Gestaltung des wissenschaftlichen Lebens der Gemeinschaft, der Vorstand der</line>
        <line lrx="1013" lry="1342" ulx="195" uly="1309">Förderergesellschaft führt die Geschäfte des Hauses.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1507" lry="2179" type="textblock" ulx="194" uly="1364">
        <line lrx="1501" lry="1400" ulx="235" uly="1364">Die wissenschaftliche Zusammenarbeit findet ihren Ausdruck vor allem</line>
        <line lrx="1501" lry="1453" ulx="194" uly="1409">in der Abhaltung regelmäßiger wöchentlicher Sitzungen, an denen über</line>
        <line lrx="1501" lry="1498" ulx="195" uly="1454">Dissertationen der Mitglieder und Bewohner oder über neuerschienene</line>
        <line lrx="1502" lry="1539" ulx="196" uly="1499">Bücher referiert wird und die den Diskussionen historisch oder politisch</line>
        <line lrx="1502" lry="1586" ulx="195" uly="1545">aktueller Themata dienen. Daneben finden sich häufig Professoren der</line>
        <line lrx="1502" lry="1635" ulx="196" uly="1590">Universität bereit, Vorträge zu halten oder die Leitung von Diskussionen</line>
        <line lrx="1503" lry="1678" ulx="196" uly="1635">zu übernehmen. Ein Teil dieser Vorträge findet statt im Zuge der Durch-</line>
        <line lrx="1502" lry="1726" ulx="196" uly="1680">führung des Programms über staatsbürgerliche Erziehung in Studenten-</line>
        <line lrx="432" lry="1763" ulx="196" uly="1732">wohnheimen.</line>
        <line lrx="1503" lry="1815" ulx="238" uly="1771">Die nicht sehr umfangreiche, langsam wachsende, aber gut angelegte</line>
        <line lrx="1504" lry="1856" ulx="197" uly="1817">Bibliothek steht allen Bewohnern des Heims und allen Mitgliedern des</line>
        <line lrx="1505" lry="1908" ulx="198" uly="1861">Colloquiums, auch soweit sie nicht im Hause wohnen, als Präsenz- und</line>
        <line lrx="1093" lry="1948" ulx="197" uly="1909">zu einem Teil als Ausleihbibliothek zur Verfügung.</line>
        <line lrx="1506" lry="1997" ulx="239" uly="1952">Das Historische Colloquium ist bestrebt, in das Heim Studenten aller</line>
        <line lrx="1506" lry="2036" ulx="199" uly="1997">Fakultäten und verschiedener Länder aufzunehmen, um ein lebendiges</line>
        <line lrx="1506" lry="2089" ulx="201" uly="2042">Gespräch im Gange zu halten und nicht in fachlicher Einseitigkeit zu er-</line>
        <line lrx="1507" lry="2125" ulx="198" uly="2087">starren. Diesem Zweck dient auch der Austausch mit dem Institut des</line>
        <line lrx="1507" lry="2179" ulx="202" uly="2133">Sciences Politiques in Paris, das regelmäßig zwei Mitglieder des Collo-</line>
      </zone>
      <zone lrx="862" lry="2267" type="textblock" ulx="845" uly="2236">
        <line lrx="862" lry="2267" ulx="845" uly="2236">5</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1593" lry="541" type="textblock" ulx="289" uly="231">
        <line lrx="1593" lry="275" ulx="291" uly="231">quiums aufnimmt und zwei bis drei Stipendiaten nach Göttingen ent-</line>
        <line lrx="1592" lry="311" ulx="289" uly="276">sendet. Um diese französischen Kontakte, die sich als außerordentlich</line>
        <line lrx="1592" lry="362" ulx="289" uly="320">gewinnbringend für beide Seiten erwiesen haben, noch zu intensivieren</line>
        <line lrx="1593" lry="409" ulx="289" uly="365">und fundamentale Grundirrtümer über Geschichte und geistige Struktur</line>
        <line lrx="1592" lry="455" ulx="290" uly="410">beider Völker in einem größeren Kreis beiseite zu räumen, beabsichtigt</line>
        <line lrx="1593" lry="497" ulx="289" uly="455">das Colloquium, im Sommer 1955 ein politisch-historisches Seminar für</line>
        <line lrx="1482" lry="541" ulx="289" uly="500">französische und deutsche Studenten in Göttingen durchzuführen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1594" lry="1163" type="textblock" ulx="289" uly="553">
        <line lrx="1593" lry="588" ulx="331" uly="553">Die enge Verbindung des Historischen Colloquiums zur Universität ist dadurch</line>
        <line lrx="1593" lry="624" ulx="290" uly="589">gewährleistet, daß in dem Kuratorium des Hauses, das aus Professoren und aus Per-</line>
        <line lrx="1543" lry="660" ulx="289" uly="625">sönlichkeiten des öffentlichen Lebens besteht, der jeweilige Rektor vertreten ist.</line>
        <line lrx="1591" lry="700" ulx="322" uly="661">Während die Bewirtschaftung des Hauses der Förderergesellschaft übertragen ist,</line>
        <line lrx="1593" lry="733" ulx="289" uly="697">wird die Sorge für das Haus genossenschaftlich von allen Bewohnern versehen, ohne</line>
        <line lrx="1593" lry="769" ulx="290" uly="733">daß — bis auf Heizer und Putzfrau — bezahlte Kräfte angestellt werden. Das Haus</line>
        <line lrx="1593" lry="806" ulx="289" uly="769">wird in gemeinsamer Verantwortung selbst verwaltet und trägt sich ohne Zuschüsse</line>
        <line lrx="775" lry="832" ulx="290" uly="807">allein aus den Mieteinkommen.</line>
        <line lrx="1593" lry="879" ulx="330" uly="841">Das Haus bietet etwa 30 Studenten und Studentinnen Wohnung. Eine solche</line>
        <line lrx="1593" lry="910" ulx="292" uly="877">Gemeinschaft ist groß genug, um den Forderungen nach Wirtschaftlichkeit Rech-</line>
        <line lrx="1594" lry="952" ulx="290" uly="913">nung zu tragen, und klein genug, um ein echtes Ganzes bilden zu können. Jeder</line>
        <line lrx="1591" lry="988" ulx="293" uly="949">Studierende bewohnt ein Einzelzimmer. Drei Teeküchen und eine große Küche,</line>
        <line lrx="1593" lry="1025" ulx="290" uly="985">Waschräume, Bäder und Duschen stehen den Studenten zur Verfügung. Da keine ge-</line>
        <line lrx="1591" lry="1061" ulx="290" uly="1021">meinsamen Mahlzeiten eingenommen werden, gibt es im Hause keinen Speisesaal.</line>
        <line lrx="1593" lry="1095" ulx="292" uly="1057">Gemeinschaftsräume sind Bibliothek (zugleich Arbeitsraum) und Gesellschafts-</line>
        <line lrx="1593" lry="1134" ulx="290" uly="1093">raum. Zwei kleine Dreizimmer-Wohnungen mit eigenen Küchen werden von jungen</line>
        <line lrx="1544" lry="1163" ulx="291" uly="1129">Wissenschaftlern, die ihr Studium beendet haben, und deren Familien bewohnt.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1594" lry="1445" type="textblock" ulx="289" uly="1174">
        <line lrx="1593" lry="1219" ulx="331" uly="1174">Die Leitgedanken des Hauses sind: Sicherung der Arbeitsruhe durch</line>
        <line lrx="1593" lry="1269" ulx="291" uly="1220">Rücksichtnahme, Selbstverwaltung als Grundlage der Unabhängigkeit</line>
        <line lrx="1356" lry="1312" ulx="289" uly="1265">und Dienst an der Universität in gemeinsamem Sachbezug.</line>
        <line lrx="1594" lry="1350" ulx="331" uly="1310">Das Haus, welches der mittelalterlichen Genossenschaftsburse in Ent-</line>
        <line lrx="1594" lry="1396" ulx="289" uly="1356">stehung und Verwaltung sehr ähnlich ist, hat auch im letzten Semester</line>
        <line lrx="1538" lry="1445" ulx="289" uly="1401">keines der drei Prinzipien einzuschränken oder aufzugeben brauchen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1490" lry="1500" type="textblock" ulx="290" uly="1463">
        <line lrx="1490" lry="1500" ulx="290" uly="1463">März 1055 V. Thadden</line>
      </zone>
      <zone lrx="1377" lry="1665" type="textblock" ulx="502" uly="1627">
        <line lrx="1377" lry="1665" ulx="502" uly="1627">AUS DEM EUROPA-KOLLEG, HAMBURG</line>
      </zone>
      <zone lrx="1597" lry="2174" type="textblock" ulx="287" uly="1718">
        <line lrx="1593" lry="1763" ulx="331" uly="1718">Das Europa-Kolleg in Hamburg wird am ı. Mai 1955 bezogen werden.</line>
        <line lrx="1595" lry="1807" ulx="290" uly="1763">Es bietet Platz für 95 Studenten, von denen etwa % Ausländer und</line>
        <line lrx="1595" lry="1852" ulx="290" uly="1809">1% weibliche Studierende sein werden. Zwei Tutoren werden in dem</line>
        <line lrx="1596" lry="1902" ulx="290" uly="1855">Kolleg wohnen. Träger des Kollegs ist die Stiftung Europa-Kolleg, in der</line>
        <line lrx="1595" lry="1940" ulx="288" uly="1901">die Universität durch den Rektor und durch mehrere Dozenten vertreten</line>
        <line lrx="1596" lry="1989" ulx="287" uly="1947">ist. Das Kolleg steht in Othmarschen und ist baulich verbunden mit dem</line>
        <line lrx="1596" lry="2034" ulx="287" uly="1992">schon seit zwei Jahren bestehenden Christophorus-Haus. Von den Studen-</line>
        <line lrx="1596" lry="2082" ulx="288" uly="2038">ten des Europa-Kollegs wird erwartet, daß sie an zwei Abenden der</line>
        <line lrx="1596" lry="2130" ulx="288" uly="2084">Woche an den Vorträgen, Arbeitsgemeinschaften oder Diskussionsgrup-</line>
        <line lrx="1597" lry="2174" ulx="287" uly="2130">pen des Hauses teilnehmen. Diese Veranstaltungen beziehen sich auf</line>
      </zone>
      <zone lrx="953" lry="2253" type="textblock" ulx="935" uly="2223">
        <line lrx="953" lry="2253" ulx="935" uly="2223">6</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1496" lry="490" type="textblock" ulx="193" uly="221">
        <line lrx="1493" lry="267" ulx="193" uly="221">Fragen der europäischen Integration, und sie sollen die Studenten in die</line>
        <line lrx="1494" lry="312" ulx="194" uly="266">Lage versetzen, neben ihrem ordnungsgemäßen Studium an der Univer-</line>
        <line lrx="1495" lry="354" ulx="193" uly="311">sität Hamburg, sich über die Möglichkeiten und Schwierigkeiten eines</line>
        <line lrx="1495" lry="401" ulx="194" uly="356">europäischen Zusammenschlusses zu informieren. Im Kolleg stehen ein</line>
        <line lrx="1496" lry="439" ulx="197" uly="402">Hörsaal mit etwa 110 Plätzen, zwei Diskussionsräume und ein großer</line>
        <line lrx="768" lry="490" ulx="209" uly="451">3ibliotheksraum zur Verfügung.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1394" lry="545" type="textblock" ulx="195" uly="500">
        <line lrx="1394" lry="545" ulx="195" uly="500">März 19055 Snell</line>
      </zone>
      <zone lrx="1317" lry="763" type="textblock" ulx="374" uly="668">
        <line lrx="1317" lry="705" ulx="374" uly="668">AUS DEM COLLEGIUM ACADEMICUM DER</line>
        <line lrx="1171" lry="763" ulx="523" uly="726">UNIVERSITÄT HEIDELBERG</line>
      </zone>
      <zone lrx="1374" lry="852" type="textblock" ulx="317" uly="812">
        <line lrx="1374" lry="852" ulx="317" uly="812">Vom Sommersemester 1954 bis zum Sommersemester 1955</line>
      </zone>
      <zone lrx="1511" lry="1795" type="textblock" ulx="198" uly="901">
        <line lrx="1501" lry="944" ulx="243" uly="901">Das Collegium Academicum wird zum Anfang des Sommersemesters</line>
        <line lrx="1501" lry="987" ulx="198" uly="945">wiederum sein Mitteilungsblatt versenden, das diesmal zusätzlich die</line>
        <line lrx="1502" lry="1029" ulx="199" uly="989">Funktion eines Präludiums zu unserem zehnten Stiftungsfest (am 23. Juli</line>
        <line lrx="1501" lry="1081" ulx="201" uly="1035">1955) zu übernehmen hat. Wiederum also kann ich mich auf einen knap-</line>
        <line lrx="1502" lry="1127" ulx="199" uly="1080">pen Auszug beschränken. Tatsächlich Geschehenes wird ohnehin in unse-</line>
        <line lrx="1503" lry="1169" ulx="199" uly="1124">ren Häusern immer nur Symptom und Signum für den Fluß lebendigen</line>
        <line lrx="1504" lry="1211" ulx="201" uly="1170">Lebens sein, der sich durch Worte und Formeln nicht gliedern und regu-</line>
        <line lrx="392" lry="1253" ulx="200" uly="1223">lieren läßt.</line>
        <line lrx="1504" lry="1304" ulx="238" uly="1262">Wenn man die Sachlage etwas vereinfacht darstellt, dann kann man</line>
        <line lrx="1506" lry="1351" ulx="203" uly="1306">sagen, daß Leben und Arbeit des Collegium Academicum sich um drei</line>
        <line lrx="1507" lry="1396" ulx="206" uly="1351">Schwerpunkte zentrieren: 1) um den der persönlichen Freundschaft und</line>
        <line lrx="1506" lry="1438" ulx="203" uly="1397">Bekanntschaft ; 2) um den der studentischen Selbstverwaltung; 3) um</line>
        <line lrx="1507" lry="1485" ulx="203" uly="1442">den durch das allgemeine Kennwort »studium generale« gekennzeichne-</line>
        <line lrx="267" lry="1523" ulx="202" uly="1496">ten.</line>
        <line lrx="1508" lry="1579" ulx="247" uly="1545">Die Punkte ı und 2 nun bilden zwar wesensmäßig entscheidende Basen, bieten</line>
        <line lrx="1509" lry="1620" ulx="206" uly="1581">aber optisch keinen großen Blickfang. Denn was hier geschieht, vollzieht sich inner-</line>
        <line lrx="1509" lry="1649" ulx="206" uly="1617">halb der Gemeinschaft selbst und drückt sich normalerweise nicht in »Aktionen«</line>
        <line lrx="1509" lry="1689" ulx="206" uly="1654">aus, die als einzelne Posten in einem Tätigkeitsbericht fungieren könnten. Indessen</line>
        <line lrx="1511" lry="1727" ulx="206" uly="1690">muß darauf hingewiesen werden, daß die Kollegiaten nunmehr auch eine eigene</line>
        <line lrx="1511" lry="1763" ulx="208" uly="1726">Finanzverwaltung geschafien haben, was bedingt war durch Umstellungen in der</line>
        <line lrx="1511" lry="1795" ulx="206" uly="1762">finanziellen Struktur unseres Hauses. Es ist ein Haushaltsplan aufzustellen, es ist</line>
      </zone>
      <zone lrx="1510" lry="1871" type="textblock" ulx="207" uly="1798">
        <line lrx="1510" lry="1835" ulx="208" uly="1798">über Einnahmen und Ausgaben zu wachen, und somit ist der Selbstverwaltung ein</line>
        <line lrx="1374" lry="1871" ulx="207" uly="1837">weiterer und mit Verantwortung belasteter Tätigkeitsbereich zugewachsen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1515" lry="2162" type="textblock" ulx="207" uly="1894">
        <line lrx="1510" lry="1936" ulx="249" uly="1894">Die Diskussion nun um das »studium generale« wird nicht einschlafen,</line>
        <line lrx="1513" lry="1982" ulx="208" uly="1939">denn sie ist in der Sache selbst angelegt. Gleichwohl sind unsere Arbeits-</line>
        <line lrx="1512" lry="2027" ulx="209" uly="1984">kreise schon zu einem Stück Haustradition geworden, an dem keine</line>
        <line lrx="1514" lry="2076" ulx="207" uly="2030">grundsätzlichen Zweifel mehr nagen. Unsere Arbeitsgemeinschaften aus</line>
        <line lrx="1513" lry="2119" ulx="208" uly="2073">den Gebieten der Theologie, Philosophie, Kunstbetrachtung, Soziologie</line>
        <line lrx="1515" lry="2162" ulx="207" uly="2120">und Politik, Literatur und Medizinischen Anthropologie begleiteten uns</line>
      </zone>
      <zone lrx="871" lry="2255" type="textblock" ulx="853" uly="2224">
        <line lrx="871" lry="2255" ulx="853" uly="2224">7</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1602" lry="973" type="textblock" ulx="292" uly="221">
        <line lrx="1602" lry="258" ulx="296" uly="221">auch durch die letzten beiden Semester. Dem Stichwort »Koordination«</line>
        <line lrx="1602" lry="312" ulx="296" uly="266">zollten wir insofern unseren Tribut, als während des Sommers 1954 der</line>
        <line lrx="1602" lry="353" ulx="296" uly="312">theologische, der philosophische und der soziologisch-politische Arbeits-</line>
        <line lrx="1598" lry="398" ulx="296" uly="356">kreis unter einem gemeinsamen Thema standen: dem des Marxismus.</line>
        <line lrx="1600" lry="448" ulx="296" uly="401">Hier führten drei öffentliche Sitzungen, die von diesen drei Gruppen ge-</line>
        <line lrx="1600" lry="493" ulx="295" uly="446">meinschaftlich durchgeführt wurden, zu fruchtbarem Wechselgespräch</line>
        <line lrx="1488" lry="536" ulx="294" uly="492">im gegenseitigen Austausch der jeweils erarbeiteten Standpunkte.</line>
        <line lrx="1601" lry="578" ulx="336" uly="536">Nunmehr versprechen wir uns hier eine gesteigerte Intensität und ver-</line>
        <line lrx="1598" lry="619" ulx="294" uly="581">breiterte Streukraft von den Tutoren, deren Arbeit in unseren Häusern</line>
        <line lrx="1600" lry="667" ulx="294" uly="625">durch den Bundesjugendplan ermöglicht werden soll. Damit wäre ein</line>
        <line lrx="1601" lry="712" ulx="294" uly="670">praktischer Beitrag zur Lösung der so oft zitierten Vertrauenskrise zwi-</line>
        <line lrx="1600" lry="755" ulx="293" uly="715">schen Universität und Studentenschaft, zwischen Dozenten und Studie-</line>
        <line lrx="1599" lry="803" ulx="293" uly="760">renden geleistet, zu deren Bewältigung gerade die Akademischen Kolle-</line>
        <line lrx="1599" lry="847" ulx="292" uly="805">gien aufgerufen sind. Unseres Erachtens wird die Zukunft unserer Häuser</line>
        <line lrx="1596" lry="894" ulx="293" uly="850">sehr weitgehend davon abhängen, ob Kraft und Wille vorhanden sind,</line>
        <line lrx="1598" lry="934" ulx="296" uly="894">Studenten und Tutoren in sinnvoller Gemeinsamkeit miteinander arbei-</line>
        <line lrx="727" lry="973" ulx="292" uly="942">ten und leben zu lassen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1595" lry="1263" type="textblock" ulx="291" uly="1011">
        <line lrx="1593" lry="1046" ulx="333" uly="1011">Es scheint erwiesen, daß nicht nur im Kriege, sondern auch zu Friedenszeiten die</line>
        <line lrx="1594" lry="1089" ulx="292" uly="1047">Musen schweigen. Dieser Tendenz zumindest in unserem kleinen Raum entgegenzu-</line>
        <line lrx="1594" lry="1124" ulx="292" uly="1083">wirken, haben wir wiederum mancherlei Konzertvera.nsta.ltungen‚Vorträgc und Dis-</line>
        <line lrx="1594" lry="1159" ulx="292" uly="1120">kussionen abgehalten. Sie dienten agch der Ausschmückung unseres neunten Stif-</line>
        <line lrx="1594" lry="1196" ulx="292" uly="1155">tungsfestes, zu dem wir überdi.es‚ wie auch zum Fasching im März 1955, ein ver-</line>
        <line lrx="1595" lry="1233" ulx="291" uly="1191">gnügliches Theaterstück inszeniert haben. Fernerhin gaben die regelmäßigen Tanz-</line>
        <line lrx="1528" lry="1263" ulx="292" uly="1227">abende und unser Nikolausball den Semestern die freudig-festlichen Akzente.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1597" lry="2157" type="textblock" ulx="287" uly="1299">
        <line lrx="1595" lry="1352" ulx="333" uly="1299">Es war für uns wie für die anderen in diesen Berichten vereinigten</line>
        <line lrx="1596" lry="1388" ulx="292" uly="1345">Kollegien ein beglückendes und ermutigendes Ereignis, als sich im letzten</line>
        <line lrx="1597" lry="1433" ulx="289" uly="1390">Jahr ein Fördererkreis konstituierte, der aus dem Bewußtsein sittlicher</line>
        <line lrx="1597" lry="1480" ulx="291" uly="1435">Verantwortung für die heranwachsende Akademikergeneration sich die</line>
        <line lrx="1595" lry="1523" ulx="291" uly="1481">Hilfe und Unterstützung unserer Häuser angelegen sein lassen will.</line>
        <line lrx="1596" lry="1568" ulx="293" uly="1525">Symptom für den niemals ins Deklamatorische ausweichenden Willen</line>
        <line lrx="1596" lry="1613" ulx="290" uly="1570">dieses Kreises zu konkreter Hilfleistung ist ja schon dieses Heft. Im Sinn</line>
        <line lrx="1596" lry="1658" ulx="289" uly="1615">dieses Vorhabens freuen wir uns auch, die Patenschaft über eine neu sich</line>
        <line lrx="1595" lry="1703" ulx="290" uly="1661">formende Gemeinschaft übernommen zu haben: über das Studenten-</line>
        <line lrx="1596" lry="1748" ulx="289" uly="1706">heim an der Technischen Hochschule in Karlsruhe. Im Gefühl der Ver-</line>
        <line lrx="1596" lry="1794" ulx="289" uly="1752">bundenheit mit diesem Kreis werden wir getrost weiterhin die »Krise«</line>
        <line lrx="1593" lry="1845" ulx="288" uly="1796">akademischer Kollegien diskutieren können. Man mag von ihr reden,</line>
        <line lrx="1594" lry="1887" ulx="288" uly="1842">wenn man weiß, daß mit diesem Stichwort ganz offenbar keine Auflö-</line>
        <line lrx="1595" lry="1933" ulx="288" uly="1888">sung gemeint sein kann. Vielmehr ist dieser Begriff und die mit ihm ver-</line>
        <line lrx="1596" lry="1977" ulx="287" uly="1933">knüpfte Diskussion Ausdruck des ehrlichen Bewußtseins, daß zufriedenes</line>
        <line lrx="1594" lry="2025" ulx="288" uly="1977">Übernehmen überkommener Tradition und genügsames Weiterschreiten</line>
        <line lrx="1594" lry="2067" ulx="287" uly="2024">auf begangenen Pfaden für uns nicht ausreichen können. Insofern be-</line>
        <line lrx="1594" lry="2111" ulx="287" uly="2070">deutet für unsere Häuser das Gespräch über eine Krise bereits die Mani-</line>
        <line lrx="1593" lry="2157" ulx="287" uly="2116">festation des Willens, es immer wieder neu zu versuchen und das Alte</line>
      </zone>
      <zone lrx="951" lry="2240" type="textblock" ulx="933" uly="2210">
        <line lrx="951" lry="2240" ulx="933" uly="2210">8</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1501" lry="314" type="textblock" ulx="199" uly="228">
        <line lrx="1501" lry="267" ulx="199" uly="228">in der Umformung neu zu erleben ; bedeutet die Provokation von Kräf-</line>
        <line lrx="1145" lry="314" ulx="199" uly="273">ten, die diesem Unterfangen gewachsen sein werden.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1409" lry="378" type="textblock" ulx="199" uly="336">
        <line lrx="1409" lry="378" ulx="199" uly="336">April 1955 Wapnewski</line>
      </zone>
      <zone lrx="1362" lry="509" type="textblock" ulx="337" uly="471">
        <line lrx="1362" lry="509" ulx="337" uly="471">AUS DEM CHRISTIAN-ALBRECHT-HAUS, KIEL</line>
      </zone>
      <zone lrx="1501" lry="2169" type="textblock" ulx="192" uly="562">
        <line lrx="1500" lry="604" ulx="240" uly="562">Im Mittelpunkt der Arbeit des letzten Jahres standen Planung und</line>
        <line lrx="1501" lry="649" ulx="197" uly="607">Durchführung unseres Erweiterungsbaues mit 60 neuen Wohnplätzen</line>
        <line lrx="1500" lry="695" ulx="197" uly="652">und die damit verbundene innere Umgestaltung von einer kleinen, für</line>
        <line lrx="1500" lry="741" ulx="196" uly="698">jeden noch übersehbaren Hausgemeinschaft zu einem großen Studenten-</line>
        <line lrx="1500" lry="777" ulx="197" uly="743">heim mit mehr als 100 Bewohnern aus 20 Nationen. Im Rahmen der Vor-</line>
        <line lrx="1500" lry="830" ulx="197" uly="789">bereitungsarbeiten besuchte eine Gruppe von Studentinnen und Studen-</line>
        <line lrx="1501" lry="875" ulx="197" uly="835">ten unseres Hauses im Frühjahr 1954 verschiedene größere Studenten-</line>
        <line lrx="1500" lry="921" ulx="196" uly="878">heime zur Besichtigung der Häuser und zum Erfahrungsaustausch mit</line>
        <line lrx="1475" lry="963" ulx="196" uly="924">den Hausgemeinschaften. ;</line>
        <line lrx="1501" lry="1012" ulx="237" uly="978">Es entstanden drei Häuser — ein zweigeschossiges und zwei eingeschossige — mit</line>
        <line lrx="1500" lry="1046" ulx="196" uly="1014">insgesamt vier Wohngruppen zu je fünfzehn Studentinnen oder Studenten. Einem</line>
        <line lrx="1500" lry="1085" ulx="197" uly="1050">Haus wurde ein besonderer Arbeitsraum zur Benutzung für die gesamte Hausge-</line>
        <line lrx="524" lry="1117" ulx="198" uly="1086">meinschaft angefügt.</line>
        <line lrx="1500" lry="1170" ulx="236" uly="1132">Am Ende des ersten Semesters dürfen wir dankbar feststellen, daß sich</line>
        <line lrx="1500" lry="1220" ulx="194" uly="1176">die aufgelockerte Bauweise gut bewährt hat. Die kleinen Wohngruppen</line>
        <line lrx="1500" lry="1262" ulx="195" uly="1222">haben sich schnell kennengelernt, und keiner kann sich in ihnen seiner</line>
        <line lrx="1498" lry="1312" ulx="195" uly="1268">Verantwortung entziehen. Die gemeinsamen Mahlzeiten im Haupthaus,</line>
        <line lrx="1501" lry="1352" ulx="194" uly="1313">die gemeinsame Benutzung verschiedener Räume, wie Bibliothek und</line>
        <line lrx="1501" lry="1399" ulx="194" uly="1358">Arbeitsraum, durch alle Bewohner schaffen täglich natürliche Kontakte, so</line>
        <line lrx="1501" lry="1447" ulx="194" uly="1403">daß ein Auseinanderfallen der Hausgemeinschaft in selbständige kleine</line>
        <line lrx="1499" lry="1491" ulx="197" uly="1448">Gruppen nicht erfolgt ist, zumal ein vorbereitetes Semesterprogramm</line>
        <line lrx="1500" lry="1535" ulx="194" uly="1493">entweder alle Hausbewohner - Hausversammlungen, Feste — oder klei-</line>
        <line lrx="1500" lry="1581" ulx="193" uly="1539">nere Gruppen — Colloquium politicum, Arbeitsgemeinschaften, Musik-</line>
        <line lrx="1499" lry="1627" ulx="194" uly="1584">abende - immer wieder zusammenführte. Die Arbeit des Colloquiums mit</line>
        <line lrx="1498" lry="1668" ulx="194" uly="1630">Vorträgen verschiedener Professoren unserer Universität, Referaten von</line>
        <line lrx="1500" lry="1708" ulx="194" uly="1675">ausländischen und deutschen Hausbewohnern mit anschließenden Dis-</line>
        <line lrx="1498" lry="1761" ulx="194" uly="1720">kussionen hat zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im WS lief daneben</line>
        <line lrx="1499" lry="1808" ulx="193" uly="1765">eine Arbeitsgemeinschaft über moderne amerikanische Literatur, ge-</line>
        <line lrx="1499" lry="1845" ulx="193" uly="1810">leitet von einem amerikanischen Dozenten. Ferner veranstaltete der</line>
        <line lrx="1499" lry="1898" ulx="194" uly="1855">Verein zur Förderung des Christian-Albrecht-Hauses in jedem Semester</line>
        <line lrx="1499" lry="1944" ulx="193" uly="1900">einen Vortragsabend mit Diskussion, an dem außer den Mitgliedern des</line>
        <line lrx="1498" lry="1989" ulx="194" uly="1946">Vereins ein großer Teil unserer Professoren und die Hausgemeinschaft</line>
        <line lrx="401" lry="2022" ulx="193" uly="1991">teilnahmen.</line>
        <line lrx="1498" lry="2079" ulx="237" uly="2036">Seit Bestehen des Hauses genießen zahlreiche studentische Gruppen</line>
        <line lrx="1498" lry="2121" ulx="192" uly="2082">und Arbeitsgemeinschaften Gastrecht im Hause; es finden hier auch die</line>
        <line lrx="1077" lry="2169" ulx="195" uly="2127">Sitzungen des Kieler Studentenparlaments statt.</line>
      </zone>
      <zone lrx="855" lry="2261" type="textblock" ulx="836" uly="2230">
        <line lrx="855" lry="2261" ulx="836" uly="2230">9</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1589" lry="310" type="textblock" ulx="288" uly="223">
        <line lrx="1589" lry="264" ulx="329" uly="223">Zum zweitenmal führten wir im Juli 1954 den Internationalen Ferien-</line>
        <line lrx="1399" lry="310" ulx="288" uly="269">kurs der Universität mit Vorträgen und Sprachkursen durch,</line>
      </zone>
      <zone lrx="1486" lry="369" type="textblock" ulx="287" uly="323">
        <line lrx="1486" lry="369" ulx="287" uly="323">März 1055 Brandt</line>
      </zone>
      <zone lrx="1518" lry="487" type="textblock" ulx="357" uly="444">
        <line lrx="1518" lry="487" ulx="357" uly="444">AUS DEM STUDENTENHEIM OLSHAUSEN IN KÖLN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1604" lry="1850" type="textblock" ulx="288" uly="539">
        <line lrx="1591" lry="581" ulx="325" uly="539">Akademisches Leben: Angesichts der reichen Möglichkeiten, welche die</line>
        <line lrx="1592" lry="624" ulx="289" uly="585">Universität bietet, wurde auf Fachvorträge verzichtet. Prof. Meers-</line>
        <line lrx="1591" lry="668" ulx="288" uly="629">mann von der Musikhochschule hielt einen Vortrag über moderne Musik;</line>
        <line lrx="1592" lry="721" ulx="290" uly="674">Kaplan Gail demonstrierte die Wandlungen in der Tanzmusik der letzten</line>
        <line lrx="1593" lry="766" ulx="288" uly="719">Jahrhunderte, begleitet von Tanzvorführungen des Ehepaares van</line>
        <line lrx="1594" lry="805" ulx="290" uly="764">Hasselt. Die Plattensammlung stand weiterhin im Mittelpunkt des</line>
        <line lrx="1594" lry="850" ulx="291" uly="810">Interesses; daneben wurde ein Tonbandgerät beschafft, welches Gelegen-</line>
        <line lrx="1594" lry="894" ulx="291" uly="854">heit nicht nur zu Musik und Theaterabenden (Faust) im kleinen Kreis,</line>
        <line lrx="1596" lry="940" ulx="291" uly="900">sondern auch zu reizvollen Eigenaufnahmen bot. Eine Vortragsreihe über</line>
        <line lrx="1426" lry="988" ulx="294" uly="945">Gruppenpädagogik (mit Filmvorführung) fand reges Interesse.</line>
        <line lrx="1596" lry="1028" ulx="332" uly="990">Zu allem leistete die Universität vielfache Hilfestellung. Sie stellte</line>
        <line lrx="1595" lry="1077" ulx="292" uly="1035">auch ihren Omnibus zur Verfügung für Fahrten nach Brügge und Paris,</line>
        <line lrx="1596" lry="1123" ulx="292" uly="1081">die im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Kölner Studentenwohnheime</line>
        <line lrx="682" lry="1171" ulx="293" uly="1131">durchgeführt wurden.</line>
        <line lrx="1597" lry="1216" ulx="334" uly="1173">Geselligkeit und Sport: Eine Reihe von Tanzabenden in Form eines Kur-</line>
        <line lrx="1597" lry="1259" ulx="293" uly="1217">ses erstreckte sich über das ganze Semester. Adventsfeier und Karnevals-</line>
        <line lrx="1073" lry="1304" ulx="293" uly="1265">fest wurden von Heimbewohnern gestaltet.</line>
        <line lrx="1598" lry="1350" ulx="332" uly="1307">Täglich trafen sich einige Runden in den gemütlichen Gesellschafts-</line>
        <line lrx="1599" lry="1395" ulx="294" uly="1352">räumen zu Kartenspielen ; andere spielten in unseren Sporthallen, welche</line>
        <line lrx="1599" lry="1439" ulx="294" uly="1398">in der Regie der Universität stehen, Tischtennis oder Korbball. Das Heim</line>
        <line lrx="1599" lry="1483" ulx="294" uly="1443">als solches nahm an einigen Mannschaftsmeisterschaften der Universität</line>
        <line lrx="361" lry="1523" ulx="295" uly="1492">teil.</line>
        <line lrx="1601" lry="1573" ulx="337" uly="1533">Selbstverwaltung: Bei Neuaufnahmen und Kündigungen haben der</line>
        <line lrx="1601" lry="1618" ulx="299" uly="1577">Senior und die Mitglieder des gewählten Senats eine Stimme. Der Kanz-</line>
        <line lrx="1602" lry="1663" ulx="296" uly="1622">ler der Universität verlangt, daß ein Heimbewohner, der das Examen</line>
        <line lrx="1601" lry="1715" ulx="295" uly="1664">gemacht hat, am Ende der folgenden Semesterferien das Haus verläßt</line>
        <line lrx="1602" lry="1752" ulx="296" uly="1713">und dies selbst dann, wenn er noch promovieren will. Die Zusammen-</line>
        <line lrx="1604" lry="1799" ulx="297" uly="1757">arbeit von Selbstverwaltung und Heimleitung ist im übrigen aus-</line>
        <line lrx="493" lry="1850" ulx="297" uly="1809">gezeichnet.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1501" lry="2022" type="textblock" ulx="300" uly="1858">
        <line lrx="1501" lry="1904" ulx="300" uly="1858">März 1055 Olshausen</line>
        <line lrx="1320" lry="2022" ulx="590" uly="1986">AUS DEM FORSTHOF, MARBURG</line>
      </zone>
      <zone lrx="1607" lry="2168" type="textblock" ulx="303" uly="2078">
        <line lrx="1607" lry="2121" ulx="343" uly="2078">Der Forsthof gehört zu den »Studentischen Gemeinschaftshäusern«</line>
        <line lrx="1607" lry="2168" ulx="303" uly="2122">des Marburger Studentenwerks. In den letzten Jahren wurde er von je-</line>
      </zone>
      <zone lrx="973" lry="2246" type="textblock" ulx="935" uly="2224">
        <line lrx="973" lry="2246" ulx="935" uly="2224">10</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1509" lry="2156" type="textblock" ulx="192" uly="221">
        <line lrx="1494" lry="263" ulx="192" uly="221">weils ca. 40 Studenten aller Fakultäten bewohnt. Der gewählte Haus-</line>
        <line lrx="1495" lry="308" ulx="193" uly="266">ausschuß ist das Organ der Selbstverwaltung. Ein Mitglied des Lehr-</line>
        <line lrx="1496" lry="355" ulx="192" uly="312">körpers wohnt als Protektor mit Familie im Hause, als Bindeglied zur</line>
        <line lrx="1495" lry="394" ulx="194" uly="356">Universität, seine Frau wirkt als Heimleiterin. Als der Unterzeichnete im</line>
        <line lrx="1496" lry="445" ulx="193" uly="401">April 1952 in den Forsthof einzog, befanden sich Haus und Hausgemein-</line>
        <line lrx="1496" lry="488" ulx="193" uly="447">schaft in einem förderungsbedürftigen Zustand. Es kam also zunächst</line>
        <line lrx="1496" lry="533" ulx="194" uly="491">darauf an, die Förderungswürdigkeit darzutun. Da sich in den schweren</line>
        <line lrx="1497" lry="579" ulx="194" uly="536">Nachkriegsjahren soziale Gesichtspunkte im Bewußtsein der Heimbe-</line>
        <line lrx="1497" lry="624" ulx="194" uly="581">wohner einseitig in den Vordergrund geschoben hatten, ließ die Haus-</line>
        <line lrx="1496" lry="671" ulx="194" uly="626">gemeinschaft zunächst keine Initiative zu einem dem akademischen</line>
        <line lrx="1497" lry="715" ulx="196" uly="671">Raum angemessenen Gemeinschaftsleben erkennen. Ja, in der bloßen</line>
        <line lrx="1497" lry="760" ulx="196" uly="716">Beschränkung auf alltägliche materielle und verwaltungsmäßige Auf-</line>
        <line lrx="1498" lry="807" ulx="195" uly="762">gaben hatte sich die Selbstverwaltung weitgehend ihrer Wirkungsmög-</line>
        <line lrx="497" lry="852" ulx="195" uly="813">lichkeit begeben.</line>
        <line lrx="1499" lry="892" ulx="240" uly="853">So bedurfte es zunächst einer Reihe von »Initialzündungen«. Der</line>
        <line lrx="1499" lry="940" ulx="197" uly="899">Unterzeichnete, damals zugleich Vorsitzender des Marburger Dozenten-</line>
        <line lrx="1499" lry="984" ulx="197" uly="942">klubs, veranlaßte diesen, gemeinsam mit der Hausgemeinschaft zu einem</line>
        <line lrx="1500" lry="1023" ulx="200" uly="987">Sommerfest einzuladen. Dieser massiven Demonstration für den Ge-</line>
        <line lrx="1498" lry="1071" ulx="197" uly="1032">danken des Kontaktes zwischen Dozenten und Studenten folgte am 28.</line>
        <line lrx="1501" lry="1122" ulx="198" uly="1077">7. 1952 ein Senatsbeschluß, durch den dem Studentenwerk aus einer</line>
        <line lrx="1502" lry="1168" ulx="201" uly="1123">Spende ein namhafter Betrag zur Einrichtung eines Aufenthalts- und</line>
        <line lrx="1502" lry="1210" ulx="199" uly="1168">Leseraumes im Forsthof zur Verfügung gestellt wurde. Im Rahmen der</line>
        <line lrx="1501" lry="1257" ulx="200" uly="1214">»Gemeinschafts- und staatsbürgerlichen Bildung« kam es alsdann vom</line>
        <line lrx="1501" lry="1306" ulx="198" uly="1259">WS 52/53 an zu regelmäßigen Vortrags- und Diskussionsabenden. Behan-</line>
        <line lrx="1501" lry="1345" ulx="199" uly="1305">delt wurden »Das Parlament und seine Arbeitsweise« (Doz. Dr. H. Röhr);</line>
        <line lrx="1502" lry="1390" ulx="201" uly="1350">»Gesamtdeutsche Studenten- und Hochschulfragen« (Erfahrungsbericht</line>
        <line lrx="1504" lry="1437" ulx="199" uly="1396">eines Hausbewohners); Diskussion über eine Tonbandaufnahme der</line>
        <line lrx="1249" lry="1484" ulx="201" uly="1441">Reichstagssitzung vom 24. 3. 1933 (Ermächtigungsgesetz).</line>
        <line lrx="1505" lry="1528" ulx="242" uly="1486">Im SS 1953 und WS 1953/1954 wurde, jetzt bereits auf Grund einer</line>
        <line lrx="1505" lry="1574" ulx="200" uly="1531">Anregung aus der Hausgemeinschaft selbst, die staatsbürgerliche Bil-</line>
        <line lrx="1505" lry="1619" ulx="201" uly="1570">dung unter das Generalthema »Gesellschaft und Technik am Beispiel des</line>
        <line lrx="1506" lry="1665" ulx="203" uly="1621">Rundfunks« gestellt. Wiederum als Initialzündung wurde die damals</line>
        <line lrx="1506" lry="1711" ulx="201" uly="1667">schon seit einigen Jahren vom Unterzeichneten betreute »Studentische</line>
        <line lrx="1505" lry="1754" ulx="201" uly="1713">Arbeitsgemeinschaft für Grundlagenfragen der Wissenschaft und Kultur-</line>
        <line lrx="1506" lry="1802" ulx="202" uly="1756">probleme« dazu angeregt, das gleiche Thema in ihrem Kreis zu erörtern</line>
        <line lrx="1507" lry="1845" ulx="202" uly="1802">und durch Teilnahme an den entsprechenden Diskussionen im Forsthof</line>
        <line lrx="1507" lry="1890" ulx="202" uly="1848">die bereits erarbeiteten Gesichtspunkte in den größeren Kreis der Haus-</line>
        <line lrx="1507" lry="1938" ulx="202" uly="1892">gemeinschaft zu tragen. Außerdem gelang es, den Hessischen Rundfunk</line>
        <line lrx="1506" lry="1981" ulx="203" uly="1939">für dieses Programm zu interessieren, der bereits zuvor dem Hause einen</line>
        <line lrx="1508" lry="2027" ulx="203" uly="1983">modernen Rundfunkapparat gespendet hatte. Nun hielt der Leiter der</line>
        <line lrx="1508" lry="2073" ulx="204" uly="2029">Abteilung »Kulturelles Wort«, Dr. H. J. Lange, ein Diskussionsreferat</line>
        <line lrx="1509" lry="2117" ulx="204" uly="2074">über Probleme der Programmgestaltung und stellte sich zur Führung</line>
        <line lrx="1509" lry="2156" ulx="204" uly="2119">durch die Frankfurter Funkhäuser bei einer anschließenden Exkursion</line>
      </zone>
      <zone lrx="876" lry="2244" type="textblock" ulx="840" uly="2223">
        <line lrx="876" lry="2244" ulx="840" uly="2223">zX</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1606" lry="2167" type="textblock" ulx="295" uly="226">
        <line lrx="1602" lry="265" ulx="295" uly="226">nach dort zur Verfügung. Im WS 1953/1954 wurde im Rahmen des bis-</line>
        <line lrx="1602" lry="312" ulx="296" uly="270">herigen Generalthemas das Hörspiel an Hand verschiedener Hörspiel-</line>
        <line lrx="1600" lry="356" ulx="296" uly="315">sendungen unter Teilnahme des Germanisten Doz. Dr. Henkel erörtert.</line>
        <line lrx="1602" lry="395" ulx="296" uly="361">Dem Wunsch des Arbeitskreises, am Ende auch die Probleme des Fern-</line>
        <line lrx="1602" lry="447" ulx="296" uly="406">sehprogramms zu behandeln, entsprach der Intendant des Hessischen</line>
        <line lrx="1603" lry="493" ulx="298" uly="450">Rundfunks am 22. 12. 1953 durch die Spende eines Fernsehgerätes für</line>
        <line lrx="538" lry="528" ulx="297" uly="498">den Forsthof.</line>
        <line lrx="1603" lry="579" ulx="338" uly="540">Daneben fanden Arbeitsgemeinschaften im kleineren Kreise statt. Im</line>
        <line lrx="1603" lry="628" ulx="300" uly="585">SS 1953 behandelte Dr. W. Fritze politische Gegenwartsprobleme in der</line>
        <line lrx="1602" lry="673" ulx="296" uly="630">zeitgenössischen Literatur, im WS 1953/1954 Dr. D. Großmann »Die</line>
        <line lrx="1237" lry="710" ulx="298" uly="675">Funktion der Kunst in der modernen Gesellschaft«.</line>
        <line lrx="1602" lry="755" ulx="338" uly="721">Der Initiative einzelner Hausbewohner und dem freundlichen Ent-</line>
        <line lrx="1603" lry="808" ulx="296" uly="766">gegenkommen der Verleger war es ferner zu danken, daß dem Hause Frei-</line>
        <line lrx="1604" lry="854" ulx="297" uly="810">exemplare einer Reihe wertvoller Zeitschriften zur Verfügung gestellt</line>
        <line lrx="1603" lry="895" ulx="297" uly="855">wurden. Durch Spenden vornehmlich amerikanischer Dienststellen ent-</line>
        <line lrx="1062" lry="934" ulx="297" uly="900">stand der Grundstock einer Hausbücherei.</line>
        <line lrx="1604" lry="990" ulx="339" uly="945">Der Pflege der Hausmusik dienten regelmäßige Musizierstunden mit</line>
        <line lrx="1604" lry="1030" ulx="298" uly="991">den Instrumentalisten des Hauses, ein kleiner Arbeitskreis, der sich mit</line>
        <line lrx="1604" lry="1080" ulx="297" uly="1035">dem »Musikhören« beschäftigte, sowie endlich Singabende eines von einem</line>
        <line lrx="1603" lry="1122" ulx="299" uly="1080">Hausbewohner ins Leben gerufenen Singkreises, an dem Bewohnerinnen</line>
        <line lrx="1604" lry="1161" ulx="298" uly="1125">des benachbarten Bettinahauses ebenso wie an manchen anderen Ar-</line>
        <line lrx="1605" lry="1212" ulx="298" uly="1171">beitsgemeinschaften beteiligt waren. Das Anwachsen musikalischer Inter-</line>
        <line lrx="1604" lry="1254" ulx="298" uly="1216">essen in der Hausgemeinschaft veranlaßte das Studentenwerk im WS</line>
        <line lrx="1604" lry="1306" ulx="301" uly="1261">1954/1955, dem Hause ein schon lange dringend gewünschtes neues</line>
        <line lrx="900" lry="1346" ulx="300" uly="1306">Klavier zur Verfügung zu stellen,</line>
        <line lrx="1604" lry="1391" ulx="340" uly="1351">Mit einer Gruppe von acht Forsthofbewohnern nahm der Unterzeichnete</line>
        <line lrx="1605" lry="1438" ulx="299" uly="1396">an einer Arbeitstagung des Hauses Schwalbach teil, die sich mit der</line>
        <line lrx="1604" lry="1486" ulx="299" uly="1442">Frage der Förderung neuer studentischer Gruppen im Sinne des nunmeh-</line>
        <line lrx="1602" lry="1531" ulx="297" uly="1487">rigen »Fördererkreises für studentisches Gemeinschaftsleben« beschäftigte.</line>
        <line lrx="1605" lry="1577" ulx="340" uly="1532">Für sämtliche Arbeitsgemeinschaften galt der von vornherein pro-</line>
        <line lrx="1605" lry="1621" ulx="298" uly="1578">klamierte Grundsatz der freiwilligen Teilnahme. Da im SS 1952 Bemü-</line>
        <line lrx="1604" lry="1664" ulx="298" uly="1623">hungen dieser Art an keine Haustradition anknüpfen konnten und eine</line>
        <line lrx="1604" lry="1709" ulx="298" uly="1667">nicht geringe Zahl bereits langjähriger Bewohner unter subjektiv anderen</line>
        <line lrx="1605" lry="1756" ulx="298" uly="1712">Voraussetzungen in das Haus eingezogen war, unterlag die Frequenz bei</line>
        <line lrx="1605" lry="1799" ulx="298" uly="1758">den Arbeitskreisen gewissen Schwankungen. Während die »Initialzündun-</line>
        <line lrx="1604" lry="1848" ulx="298" uly="1804">gen« bei einem Teil der Bewohner »ankamen«, wurden andere nur vor-</line>
        <line lrx="1605" lry="1893" ulx="298" uly="1850">übergehend, einige überhaupt nicht angesprochen. Dennoch blieb die</line>
        <line lrx="1605" lry="1938" ulx="297" uly="1895">Arbeit der ersten beiden Jahre nicht ohne tiefgreifende Wirkungen für die</line>
        <line lrx="1605" lry="1984" ulx="300" uly="1940">Gesamtheit der Hausgemeinschaft. Die anfangs nahezu homogene Teil-</line>
        <line lrx="1606" lry="2030" ulx="297" uly="1986">nahmslosigkeit war durchbrochen und einem latenten Spannungsfeld ge-</line>
        <line lrx="1606" lry="2072" ulx="297" uly="2031">wichen, in dem, wie sich bald zeigen sollte, erhebliche Kraftreserven ver-</line>
        <line lrx="1606" lry="2122" ulx="298" uly="2077">borgen waren. Dem »pro« der von dem neuen Kurse bereits angesproche-</line>
        <line lrx="1606" lry="2167" ulx="297" uly="2123">nen Gruppe korrespondierte bald nicht mehr allein Passivität, sondern</line>
      </zone>
      <zone lrx="973" lry="2245" type="textblock" ulx="937" uly="2224">
        <line lrx="973" lry="2245" ulx="937" uly="2224">I2</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1499" lry="1857" type="textblock" ulx="192" uly="234">
        <line lrx="1497" lry="274" ulx="193" uly="234">das lebhafte »contra« eines zunächst nur kleinen Kreises, das jedoch dank</line>
        <line lrx="1497" lry="321" ulx="193" uly="280">der Popularität, die Protestbewegungen zuweilen sachbezogener geistiger</line>
        <line lrx="1496" lry="365" ulx="192" uly="326">Arbeit voraus haben, alsbald gerade bei den bisher passiven Bewohnern</line>
        <line lrx="1497" lry="411" ulx="192" uly="371">wie ein Feuer um sich griff. Die Krise entlud sich im Frühjahr 1954 zu-</line>
        <line lrx="1497" lry="456" ulx="193" uly="417">nächst in heftigen emotionalen Reaktionen, so daß nun alles darauf an-</line>
        <line lrx="1497" lry="502" ulx="193" uly="461">kam, die freigewordenen Kräfte aus der bloßen Emotionalität auf das</line>
        <line lrx="1497" lry="538" ulx="194" uly="506">Feld rational bestimmter Reflexion über den Sinn des Wohn- und Ge-</line>
        <line lrx="1497" lry="585" ulx="192" uly="551">meinschaftshauses hinüberzulenken. Dem kam zu Hilfe, daß das Studen-</line>
        <line lrx="1495" lry="634" ulx="193" uly="595">tenwerk bald nach Ausbruch der Krise eine bereits lange vorbereitete</line>
        <line lrx="1496" lry="682" ulx="194" uly="640">Hausordnung für alle ihm unterstellten Gemeinschaftshäuser in Kraft</line>
        <line lrx="1496" lry="726" ulx="192" uly="686">setzte. Diese Hausordnung betonte gegenüber der älteren von 1949 den</line>
        <line lrx="1495" lry="770" ulx="195" uly="731">Gedanken der studentischen Selbstverwaltung stärker. In den übrigen</line>
        <line lrx="1497" lry="815" ulx="194" uly="776">Häusern daher ohne weiteres angenommen, stieß sie im Forsthof bei der</line>
        <line lrx="1497" lry="863" ulx="193" uly="821">aufgelockerten Disposition der Hausbewohner auf den Widerspruch der</line>
        <line lrx="1496" lry="905" ulx="194" uly="867">Mehrheit. Die beiden letzten Semester standen daher für die Hausge-</line>
        <line lrx="1497" lry="952" ulx="193" uly="912">meinschaft im Zeichen einer unaufhörlichen Auseinandersetzung über die</line>
        <line lrx="1497" lry="999" ulx="194" uly="957">Hausordnung, so daß Sinn und Aufgabe eines studentischen Gemein-</line>
        <line lrx="1497" lry="1041" ulx="192" uly="1002">schaftshauses zum Generalthema zahlreicher Hausversammlungen, Dis-</line>
        <line lrx="1496" lry="1088" ulx="193" uly="1047">kussionsabende und unzähliger Gespräche in den Wohnräumen wurde.</line>
        <line lrx="1497" lry="1132" ulx="194" uly="1091">Bei der Aktualität der Hausordnung für jeden Hausbewohner wurde das</line>
        <line lrx="1495" lry="1177" ulx="193" uly="1135">Moment der Teilnahmslosigkeit allmählich nahezu auf Null reduziert,</line>
        <line lrx="1497" lry="1222" ulx="193" uly="1181">Als Anwalt der Opposition entwickelte der Hausausschuß endlich die</line>
        <line lrx="1498" lry="1266" ulx="193" uly="1226">Aktivität, die seine Vorgänger hatten vermissen lassen, und gewann als</line>
        <line lrx="1498" lry="1314" ulx="194" uly="1271">Vorkämpfer für eine vermeintlich bedrohte Selbstverwaltung jene Autori-</line>
        <line lrx="1496" lry="1359" ulx="193" uly="1316">tät gegenüber den Hausbewohnern, die zu den notwendigen Bedingungen</line>
        <line lrx="1498" lry="1402" ulx="192" uly="1361">einer effektiven Selbstverwaltung gehört. Auf diese Weise ist das Bewußt-</line>
        <line lrx="1497" lry="1449" ulx="192" uly="1407">sein für die geistige Verantwortung, die das studentische Gemeinschafts-</line>
        <line lrx="1498" lry="1494" ulx="193" uly="1453">haus seinen Bewohnern auferlegt, am Ende gerade auch im Kreise derer</line>
        <line lrx="1497" lry="1541" ulx="193" uly="1498">zum Durchbruch gekommen, die sich in der Opposition gegen diesen An-</line>
        <line lrx="812" lry="1588" ulx="193" uly="1547">spruch zusammengefunden hatten.</line>
        <line lrx="1498" lry="1631" ulx="238" uly="1589">So sind am Ende des WS 1954/1955 zwei entscheidende Ergebnisse zu</line>
        <line lrx="1499" lry="1668" ulx="194" uly="1634">verzeichnen: Die feste Entschlossenheit der Hausbewohner in ihrer</line>
        <line lrx="1498" lry="1722" ulx="193" uly="1678">großen Mehrheit, sich hinfort für ein aktives Gemeinschaftsleben ein-</line>
        <line lrx="1498" lry="1762" ulx="193" uly="1724">zusetzen, und der Beschluß des Kuratoriums des Studentenwerks, durch</line>
        <line lrx="1498" lry="1811" ulx="193" uly="1770">einen durchgreifenden Um- und Erweiterungsbau des Forsthofes das</line>
        <line lrx="1497" lry="1857" ulx="193" uly="1816">künftige Gemeinschaftsleben auf eine förderlichere Grundlage zu stellen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1395" lry="1912" type="textblock" ulx="194" uly="1871">
        <line lrx="1395" lry="1912" ulx="194" uly="1871">März 1955 Beumann</line>
      </zone>
      <zone lrx="1336" lry="2037" type="textblock" ulx="359" uly="1995">
        <line lrx="1336" lry="2037" ulx="359" uly="1995">AUS DEM AASEEHAUS-KOLLEG, MÜNSTER</line>
      </zone>
      <zone lrx="1499" lry="2176" type="textblock" ulx="194" uly="2088">
        <line lrx="1498" lry="2129" ulx="236" uly="2088">Das Kolleg hat im vergangenen Halbjahr eine ruhige Fortentwicklung</line>
        <line lrx="1499" lry="2176" ulx="194" uly="2133">gezeigt. Das mit der Umschichtung der Altersklassen an der Universität</line>
      </zone>
      <zone lrx="866" lry="2264" type="textblock" ulx="829" uly="2234">
        <line lrx="866" lry="2264" ulx="829" uly="2234">13</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1599" lry="2170" type="textblock" ulx="284" uly="221">
        <line lrx="1599" lry="271" ulx="294" uly="221">auch im Hause aufgetretene Übergewicht jüngerer Jahrgänge über die</line>
        <line lrx="1597" lry="312" ulx="294" uly="271">älteren bringt neue Züge in das Bild, aber die Krisis scheint überwunden,</line>
        <line lrx="1599" lry="362" ulx="294" uly="316">eine gewisse Stabilität erreicht, und die studentische Selbstverwaltung</line>
        <line lrx="1459" lry="405" ulx="294" uly="360">arbeitet mit zunehmender Selbständigkeit und Zuverlässigkeit.</line>
        <line lrx="1597" lry="446" ulx="335" uly="405">Da die Tutoren sich gerade der Jüngeren annehmen, wird ihre Arbeit</line>
        <line lrx="1597" lry="494" ulx="293" uly="450">immer unentbehrlicher, was die Herstellung des persönlichen Verhältnis-</line>
        <line lrx="1598" lry="538" ulx="293" uly="495">ses eines jeden zum Hause betrifft. Das Schwergewicht der inneren Akti-</line>
        <line lrx="1597" lry="578" ulx="293" uly="540">vität hat sich mit überraschender Entschiedenheit auf die von den Tuto-</line>
        <line lrx="1596" lry="626" ulx="292" uly="585">ren geleiteten Arbeitsgemeinschaften verlagert. Obwohl der Besuch</line>
        <line lrx="1597" lry="669" ulx="292" uly="629">weiterhin freiwillig bleibt und wenig über die Hälfte der Bewohnerzahl er-</line>
        <line lrx="1596" lry="715" ulx="291" uly="675">reicht, gehen doch offenbar von diesen Kreisen die stärksten Antriebe</line>
        <line lrx="1595" lry="764" ulx="292" uly="719">aus. Hier sind es wiederum vorwiegend die länger im Hause Wohnenden,</line>
        <line lrx="1593" lry="809" ulx="291" uly="765">die sich einfinden und diese Arbeit tragen. Es wurde gearbeitet über:</line>
        <line lrx="1594" lry="857" ulx="294" uly="810">I) Saint-Exupery, »Der Kleine Prinz«, philosophisch-literarisch (Dr.</line>
        <line lrx="1596" lry="900" ulx="294" uly="854">Gründer); 2) »Wissenschaftliches Studium und Bildungsmöglichkeit«</line>
        <line lrx="1596" lry="941" ulx="294" uly="899">(Dr. Heitger); 3) »Grenzfragen zwischen Naturwissenschaft und Philo-</line>
        <line lrx="1596" lry="986" ulx="291" uly="944">sophie« (Dipl. chem. Thomas) ; 4) »Formfragen in niederländischer Malerei</line>
        <line lrx="1595" lry="1030" ulx="290" uly="990">des 17. Jhdts.« (Dr. Imdahl). - Die Themata der Offenen Abende mit</line>
        <line lrx="1596" lry="1078" ulx="292" uly="1035">Professoren der Universität werden neuerdings an die Gegenstände der</line>
        <line lrx="1595" lry="1122" ulx="290" uly="1080">Arbeitsgemeinschaften angeschlossen ; diese Konzentration hat sich sehr</line>
        <line lrx="446" lry="1158" ulx="290" uly="1128">bewährt.</line>
        <line lrx="1594" lry="1217" ulx="331" uly="1170">Durch Zuzug fähiger Musiker entstand ein erfreulicher Aufschwung der</line>
        <line lrx="1593" lry="1254" ulx="290" uly="1215">Hausmusik. U.a. fanden vier Kammermusikabende von erheblichem</line>
        <line lrx="1592" lry="1301" ulx="290" uly="1260">Niveau vor größerem Kreise und Gästen statt. Das Winterfest brachte</line>
        <line lrx="1593" lry="1353" ulx="288" uly="1305">die Aufführung von Thornton Wilders »Schlafwagen Pegasus«, die in</line>
        <line lrx="1593" lry="1391" ulx="288" uly="1350">Zusammenarbeit mit der Studiobühne der Universität zweimal öffent-</line>
        <line lrx="1592" lry="1439" ulx="288" uly="1396">lich wiederholt wurde. Tanztees gingen in ansprechendem Rahmen von-</line>
        <line lrx="1592" lry="1490" ulx="288" uly="1441">statten. Das Eröffnungs- und das Schlußessen des ganzen Hauses ge-</line>
        <line lrx="1592" lry="1533" ulx="287" uly="1486">meinsam mit seinen näheren Freunden bildeten die gewohnten Eck-</line>
        <line lrx="1593" lry="1581" ulx="287" uly="1531">pfeiler des Semesters. Die weihnachtliche Paketaktion für Angehörige</line>
        <line lrx="1221" lry="1624" ulx="287" uly="1576">in der Ostzone ergab einen bemerkenswerten Erfolg.</line>
        <line lrx="1592" lry="1667" ulx="330" uly="1622">In Erwiderung einer Einladung des Collegium Marianum trafen sich die</line>
        <line lrx="1592" lry="1716" ulx="290" uly="1668">Senioren Münsterscher Studentenheime, soweit diese eine gewählte Ver-</line>
        <line lrx="1590" lry="1756" ulx="287" uly="1713">tretung besitzen, bei uns zu angeregtem Gedankenaustausch. Diese</line>
        <line lrx="1591" lry="1804" ulx="286" uly="1758">praktische Besinnung der recht verschiedenartigen Häuser auf das Ge-</line>
        <line lrx="1590" lry="1852" ulx="285" uly="1803">meinsame erscheint fruchtbar; sie fördert die Verbreitung von Erfahrun-</line>
        <line lrx="1591" lry="1898" ulx="285" uly="1849">gen und Vorstellungen, die hier oder dort gewonnen wurden, und erspart</line>
        <line lrx="760" lry="1938" ulx="284" uly="1895">gelegentlich einen Umweg.</line>
        <line lrx="1590" lry="1984" ulx="326" uly="1940">Dankbar sei die Mitwirkung unserer Herren Kuratoren verzeichnet, die</line>
        <line lrx="1591" lry="2029" ulx="284" uly="1986">nicht nur im Auswahlausschuß ihr Wort sprechen, sondern sich auch der</line>
        <line lrx="1590" lry="2079" ulx="285" uly="2032">Angehörigen ihrer jeweiligen Fakultäten und des Hauses insgesamt mit</line>
        <line lrx="708" lry="2111" ulx="285" uly="2079">Rat und Tat annehmen.</line>
        <line lrx="1488" lry="2170" ulx="284" uly="2127">März 1955 Hager</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1307" lry="261" type="textblock" ulx="397" uly="224">
        <line lrx="1307" lry="261" ulx="397" uly="224">AUS DEM MAX-KADE-HAUS, STUTTGART</line>
      </zone>
      <zone lrx="1514" lry="1566" type="textblock" ulx="204" uly="312">
        <line lrx="1505" lry="354" ulx="245" uly="312">Am 1I. I2. 1953 zogen 156 Studenten (davon 13 Damen) in das Max-</line>
        <line lrx="1506" lry="398" ulx="206" uly="357">Kade-Haus, das das hiesige Studentenwerk im wesentlichen mit den von</line>
        <line lrx="1508" lry="443" ulx="204" uly="401">Herrn Max Kade gestifteten Mitteln bauen konnte. Während die wirt-</line>
        <line lrx="1507" lry="489" ulx="204" uly="447">schaftliche Führung in den Händen des Studentenwerkes liegt, überließ</line>
        <line lrx="1508" lry="529" ulx="204" uly="492">man es den Hausbewohnern, die Form des Zusammenlebens selbst zu</line>
        <line lrx="1508" lry="579" ulx="206" uly="537">finden. Lange vor dem Einzug hatte sich ein Arbeitskreis über Satzung</line>
        <line lrx="1509" lry="625" ulx="204" uly="582">und Fragen der Organisation Gedanken gemacht. Die Selbstverwaltung</line>
        <line lrx="1508" lry="670" ulx="204" uly="626">die die gefaßten Pläne in die Tat umsetzen sollte, bestand und besteht</line>
        <line lrx="1510" lry="713" ulx="205" uly="671">auch heute noch aus einem Zwölferrat (je ein Student vertritt sein Stock-</line>
        <line lrx="1510" lry="762" ulx="205" uly="718">werk) und einem Vorstand. Dieses Gremium wird in jedem Semester neu</line>
        <line lrx="354" lry="808" ulx="204" uly="769">gewählt.</line>
        <line lrx="1510" lry="844" ulx="247" uly="807">Wir hatten von vorneherein nicht die Absicht, ein Gemeinschaftsleben</line>
        <line lrx="1511" lry="898" ulx="206" uly="852">zu organisieren, da wir die Privatinitiative der einzelnen zum Zug kom-</line>
        <line lrx="1512" lry="940" ulx="206" uly="897">men lassen wollten. Die vergangenen Monate haben uns bestätigt, daß der</line>
        <line lrx="928" lry="987" ulx="207" uly="946">von uns eingeschlagene Weg richtig war.</line>
        <line lrx="1513" lry="1028" ulx="251" uly="987">Sichtbare Zeichen für die Zusammengehörigkeit waren die Veranstal-</line>
        <line lrx="1511" lry="1078" ulx="207" uly="1032">tungen der letzten Semester: Politische Foren über Ost-West-Probleme,</line>
        <line lrx="1513" lry="1122" ulx="206" uly="1077">ein Jazz-Vortrag von Dieter Zimmerle, Lichtbildervorträge über Auslands-</line>
        <line lrx="1512" lry="1161" ulx="206" uly="1122">reisen unserer Professoren und Studenten, Schallplattenkonzerte am</line>
        <line lrx="1436" lry="1212" ulx="210" uly="1167">Sonntagmorgen, Teenachmittage, Diskussionsabende und Tanztees,</line>
        <line lrx="1512" lry="1251" ulx="250" uly="1212">Unsere ausländischen Kommilitonen vermittelten uns in Gesprächen</line>
        <line lrx="1513" lry="1302" ulx="207" uly="1257">und Vorträgen, durch Bild und Dichtung, Tanz und Musik einen lebendi-</line>
        <line lrx="1512" lry="1350" ulx="207" uly="1303">gen Eindruck vom Leben in ihrer Heimat. Der internationale Studenten-</line>
        <line lrx="1512" lry="1393" ulx="208" uly="1348">club Stuttgart, ständiger Gast in unserem Haus, hat dazu viel beigetra-</line>
        <line lrx="278" lry="1440" ulx="208" uly="1411">gen.</line>
        <line lrx="1513" lry="1479" ulx="252" uly="1438">In Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Stuttgart wurde</line>
        <line lrx="1514" lry="1528" ulx="209" uly="1484">im vergangenen Sommer ein Ferienkurs durchgeführt, der in diesem Som-</line>
        <line lrx="704" lry="1566" ulx="209" uly="1534">mer wiederholt werden soll.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1412" lry="1638" type="textblock" ulx="211" uly="1595">
        <line lrx="1412" lry="1638" ulx="211" uly="1595">März 1955 Ernst</line>
      </zone>
      <zone lrx="1247" lry="1844" type="textblock" ulx="483" uly="1753">
        <line lrx="1247" lry="1784" ulx="483" uly="1753">AUS DEM LEIBNIZ-KOLLEG DER</line>
        <line lrx="1154" lry="1844" ulx="569" uly="1808">UNIVERSITÄT TÜBINGEN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1519" lry="2168" type="textblock" ulx="211" uly="1901">
        <line lrx="855" lry="1942" ulx="212" uly="1901">Vom Lehrplan des Unteren Hauses:</line>
        <line lrx="1518" lry="1985" ulx="253" uly="1944">Das Generalthema des Dritten Trimesters (Die Person) wurde unter</line>
        <line lrx="1519" lry="2031" ulx="211" uly="1989">der Überschrift: Maß und Entartung des Menschen verwirklicht. Das</line>
        <line lrx="1516" lry="2080" ulx="213" uly="2035">Folgende ist ein knapper Auszug aus den Exposes zu den Colloquienreihen.</line>
        <line lrx="1519" lry="2121" ulx="254" uly="2079">O. F. Bollnow: Einführung in das Trimesterproblem. Die Vielschichtig-</line>
        <line lrx="1519" lry="2168" ulx="212" uly="2127">keit des Normbegriffs — Ist Abweichung von der Norm als Entartung zu</line>
      </zone>
      <zone lrx="883" lry="2257" type="textblock" ulx="847" uly="2227">
        <line lrx="883" lry="2257" ulx="847" uly="2227">I5</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1594" lry="363" type="textblock" ulx="288" uly="232">
        <line lrx="1594" lry="272" ulx="288" uly="232">werten oder möglicherweise als besondere Leistung? —- In der Natur vor-</line>
        <line lrx="1594" lry="318" ulx="289" uly="276">gefundene Norm; willkürlich gesetzte Norm; sittliche Norm — Zusam-</line>
        <line lrx="1592" lry="363" ulx="291" uly="322">menhang von äußerlich gegebener Norm und innerlich gefundenem Maß.</line>
      </zone>
      <zone lrx="946" lry="432" type="textblock" ulx="933" uly="403">
        <line lrx="946" lry="432" ulx="933" uly="403">I</line>
      </zone>
      <zone lrx="1595" lry="993" type="textblock" ulx="288" uly="456">
        <line lrx="1592" lry="500" ulx="331" uly="456">S. Ehrhardt: Norm — Abweichung — Entartung in der Anthropologie.</line>
        <line lrx="1595" lry="543" ulx="292" uly="502">Aufgaben der Anthropologie — Der Begriff der Norm —- Erbmerkmale —</line>
        <line lrx="1594" lry="590" ulx="291" uly="547">Art- und Rassenmerkmale — »Anomale« Merkmale - Kreuzung, Rassen-</line>
        <line lrx="1098" lry="625" ulx="291" uly="590">wandel — Das Aussterben von Naturvölkern.</line>
        <line lrx="1594" lry="679" ulx="333" uly="636">W.Masshoff: Das Problem der Norm in der Pathologie. Die Abwei-</line>
        <line lrx="1593" lry="725" ulx="289" uly="679">chungen von der gestaltlichen Norm — Die abnorme Funktion — Endogene</line>
        <line lrx="1594" lry="768" ulx="288" uly="726">und exogene Faktoren — Krankheit als gestaltliches und funktionelles</line>
        <line lrx="750" lry="805" ulx="291" uly="771">Problem und als Erlebnis.</line>
        <line lrx="1594" lry="860" ulx="328" uly="816">J. Hirschmann: Das Problem der Norm in der Psychiatrie. Seelisches</line>
        <line lrx="1594" lry="905" ulx="292" uly="861">Gleichgewicht — Subjektive und objektive Betrachtungsweise — Der</line>
        <line lrx="1594" lry="950" ulx="289" uly="906">abnorme Mensch — Der Schwachsinn — Was ist Psychopathie ? — Neurose —</line>
        <line lrx="1318" lry="993" ulx="289" uly="951">Der geisteskranke Mensch — Was ist seelische Krankheit ?</line>
      </zone>
      <zone lrx="958" lry="1062" type="textblock" ulx="926" uly="1033">
        <line lrx="958" lry="1062" ulx="926" uly="1033">II</line>
      </zone>
      <zone lrx="1593" lry="1577" type="textblock" ulx="284" uly="1085">
        <line lrx="1593" lry="1132" ulx="327" uly="1085">C. J. Görres/Stuttgart: Normung in der Industrie. Voraussetzung der</line>
        <line lrx="1592" lry="1173" ulx="287" uly="1131">Industrialisierung — Freisetzung schöpferischer Kräfte — Einfluß auf den</line>
        <line lrx="485" lry="1211" ulx="285" uly="1180">Wohlstand.</line>
        <line lrx="1592" lry="1264" ulx="327" uly="1221">M. Bill/Ulm: sinn und zweck einer kultur des visuellen. konstanz und</line>
        <line lrx="1592" lry="1310" ulx="285" uly="1267">veränderung der dinge — maß und gesetzmäßigkeiten — die norm und die</line>
        <line lrx="1174" lry="1353" ulx="285" uly="1312">natur der dinge —- zwang oder freiheit durch norm.</line>
        <line lrx="1590" lry="1402" ulx="326" uly="1357">J. Suda: Das persönliche Dasein im Raum der Massenbeeinflussung.</line>
        <line lrx="1592" lry="1448" ulx="288" uly="1403">Gewöhnliche Masse und Masse, der ein einheitschaffendes Prinzip zu-</line>
        <line lrx="1593" lry="1493" ulx="285" uly="1448">grunde liegt — »Psychische Ansteckung« — Verlust der Verantwortung —</line>
        <line lrx="1591" lry="1533" ulx="286" uly="1493">Flucht vor der Wirklichkeit — Der Mensch in der Masse, besser oder schlech-</line>
        <line lrx="1077" lry="1577" ulx="284" uly="1538">ter denn als einzelner — Ortega und Scheler.</line>
      </zone>
      <zone lrx="965" lry="1651" type="textblock" ulx="915" uly="1621">
        <line lrx="965" lry="1651" ulx="915" uly="1621">JAr</line>
      </zone>
      <zone lrx="1593" lry="2172" type="textblock" ulx="283" uly="1670">
        <line lrx="1592" lry="1711" ulx="326" uly="1670">O. F. Bollnow: Maß und Übermaß als sittliches Problem. Ethik des</line>
        <line lrx="1592" lry="1763" ulx="286" uly="1721">Maßes, die rechte Mitte zu den Extremen, Beispiel Aristoteles — Ethik des</line>
        <line lrx="1592" lry="1809" ulx="287" uly="1765">Übermaßes — Beispiel Nietzsche — Die Bergpredigt, Abgrenzung von der</line>
        <line lrx="1591" lry="1852" ulx="288" uly="1811">Gesetzeserfüllung — Klassik als Kunst des Maßes — Kunst des unend-</line>
        <line lrx="1592" lry="1896" ulx="284" uly="1856">lichen Strebens —- Dahinter : zwei Möglichkeiten des menschlichen Daseins</line>
        <line lrx="1592" lry="1946" ulx="285" uly="1902">überhaupt — Zeitlose Natur oder geschichtliche Wandelbarkeit — Unmög-</line>
        <line lrx="995" lry="1989" ulx="284" uly="1948">lichkeit einer einseitigen Entscheidung.</line>
        <line lrx="1593" lry="2033" ulx="327" uly="1993">H. Wehrhahn: Rechtliche Normierungen. Norm und Rechtsnorm —</line>
        <line lrx="1591" lry="2081" ulx="286" uly="2039">Rechtsnorm und Gerechtigkeit — Gesetz — Die Rechtsnorm als Maßge-</line>
        <line lrx="1590" lry="2128" ulx="283" uly="2085">bung des Menschen — Gesetz als Pädagogie zur Freiheit, als Widerstands-</line>
        <line lrx="1591" lry="2172" ulx="284" uly="2131">erlebnis — Die Rechtsnorm als Ferment der Entartung — Geltungsgarantie</line>
      </zone>
      <zone lrx="957" lry="2253" type="textblock" ulx="919" uly="2225">
        <line lrx="957" lry="2253" ulx="919" uly="2225">16</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1501" lry="1104" type="textblock" ulx="195" uly="225">
        <line lrx="1500" lry="263" ulx="195" uly="225">durch soziale Macht — Verabsolutierung des Staats»willens« — Vertau-</line>
        <line lrx="712" lry="309" ulx="195" uly="270">schung von Sollen und Sein.</line>
        <line lrx="1497" lry="353" ulx="237" uly="315">O. Michel: Maß und Entartung des Menschen in theologischer Sicht.</line>
        <line lrx="1498" lry="400" ulx="196" uly="356">Maß des Menschen, »Bild« des Schöpfers — vorgehalten im Gebot — Über-</line>
        <line lrx="1499" lry="443" ulx="196" uly="404">tretung als Mißachtung des Maßes — Das Gericht verwandelt den Men-</line>
        <line lrx="1500" lry="489" ulx="195" uly="449">schen wieder in »Staub« — Das Maß bleibt bestehen —- Das heilsgeschicht-</line>
        <line lrx="1500" lry="534" ulx="195" uly="495">liche Maß Israels ist geschichtlich, nicht anthropologisch — In Wort und</line>
        <line lrx="1500" lry="580" ulx="196" uly="540">Werk Jesu liegt das eschatologische Maß des Menschseins — Schuld als</line>
        <line lrx="434" lry="624" ulx="197" uly="586">Maßlosigkeit.</line>
        <line lrx="872" lry="677" ulx="828" uly="648">IV</line>
        <line lrx="1500" lry="742" ulx="238" uly="702">Das wöchentliche Zentralcolloquium (A. Hinsinger) hob Unterschei-</line>
        <line lrx="1500" lry="787" ulx="196" uly="748">dendes und Verbindendes zwischen den angeführten Colloquienreihen her-</line>
        <line lrx="1501" lry="833" ulx="197" uly="794">vor. Einzel-Colloquien veranstalteten E. Metzke (zu Heideggers Aufsatz</line>
        <line lrx="1501" lry="879" ulx="198" uly="839">»Bauen Wohnen Denken«); H. Plessner/Göttingen (Probleme zwischen-</line>
        <line lrx="1499" lry="924" ulx="196" uly="884">menschlicher Verständigung in der modernen Industriegesellschaft);</line>
        <line lrx="1499" lry="970" ulx="198" uly="929">M. Reding/Graz (Entartung und Sünde). Ferner Arbeitskreise zu den</line>
        <line lrx="994" lry="1015" ulx="197" uly="975">Colloquien und freie Studiengemeinschaften.</line>
        <line lrx="1499" lry="1060" ulx="241" uly="1015">(Über das Gemeinschaftsleben des Leibniz-Kollegs soll im nächsten</line>
        <line lrx="623" lry="1104" ulx="199" uly="1066">Heft berichtet werden.)</line>
      </zone>
      <zone lrx="1403" lry="1168" type="textblock" ulx="199" uly="1128">
        <line lrx="1403" lry="1168" ulx="199" uly="1128">Mai 1955 Ohlmeyer</line>
      </zone>
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        <line lrx="1201" lry="2301" ulx="669" uly="2274">Satz und Druck H. Laupp jr Tübingen</line>
      </zone>
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        <line lrx="1071" lry="482" ulx="682" uly="430">BERICHTE</line>
      </zone>
      <zone lrx="1293" lry="628" type="textblock" ulx="456" uly="575">
        <line lrx="1293" lry="628" ulx="456" uly="575">AUS AKADEMISCHEN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1103" lry="771" type="textblock" ulx="648" uly="719">
        <line lrx="1103" lry="771" ulx="648" uly="719">KOLLEGIEN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1116" lry="2158" type="textblock" ulx="634" uly="2111">
        <line lrx="1116" lry="2158" ulx="634" uly="2111">4. HEFT, APRIL 1956</line>
      </zone>
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        <line lrx="1493" lry="2139" ulx="303" uly="2107">Hergestellt aus Mitteln des Fördererkreises für studentisches Gemeinschaftsleben e. V., Heidelberg</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1311" lry="309" type="textblock" ulx="393" uly="268">
        <line lrx="1311" lry="309" ulx="393" uly="268">AUS DEM CARL-SCHURZ-COLLEG, BONN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1503" lry="1476" type="textblock" ulx="197" uly="357">
        <line lrx="1502" lry="405" ulx="241" uly="357">Zu Beginn des verflossenen Semesters haben wir unsere Satzung ver-</line>
        <line lrx="1501" lry="449" ulx="199" uly="402">abschiedet, die das Ergebnis semesterlanger Beratungen ist. Sie hat sich</line>
        <line lrx="1101" lry="492" ulx="200" uly="447">bereits in manchen Fällen wohltuend ausgewirkt.</line>
        <line lrx="1500" lry="547" ulx="241" uly="493">Auch in diesem Semester wurden unsere Vortragsabende fortgeführt.</line>
        <line lrx="1503" lry="592" ulx="202" uly="537">Sie fanden alle vierzehn Tage statt und wurden jeweils durch ein gemein-</line>
        <line lrx="1501" lry="632" ulx="199" uly="585">sames Abendessen des Kollegs eingeleitet. Am ersten Abend sprach Prof.</line>
        <line lrx="1502" lry="672" ulx="201" uly="628">Iwand über die Situation der Kirche im heutigen Rußland; die weiteren</line>
        <line lrx="1502" lry="715" ulx="199" uly="673">Vorträge standen unter dem Generalthema: »Der Mensch in der Verant-</line>
        <line lrx="1501" lry="766" ulx="198" uly="721">wortung vor der Gemeinschaft.« Prof. Gruhle, Prof. Scheuner, Prof. Litt,</line>
        <line lrx="1500" lry="818" ulx="200" uly="764">Prof. Schoellgen und Prof. Gollwitzer haben hierzu das Wort ergriffen.</line>
        <line lrx="1501" lry="851" ulx="240" uly="810">Die Arbeitsgemeinschaft über den dialektischen Materialismus hat</line>
        <line lrx="1502" lry="901" ulx="200" uly="855">Prof. Lorenzen in diesem Semester fortgesetzt. Die politische Arbeits-</line>
        <line lrx="1501" lry="947" ulx="197" uly="900">gemeinschaft beschäftigte sich mit der Weimarer Republik. Außerdem</line>
        <line lrx="1502" lry="990" ulx="198" uly="945">hat sich eine Gruppe von Kollegiaten zusammengefunden, die sich mit der</line>
        <line lrx="1502" lry="1033" ulx="199" uly="991">Lektüre und der Interpretation von Dramen befaßte. Unser Hausfest be-</line>
        <line lrx="1502" lry="1086" ulx="197" uly="1037">gann dieses Mal mit einer kleinen Mozartfeier, bei der die Kollegiaten</line>
        <line lrx="1238" lry="1119" ulx="198" uly="1081">musizierten, Mozartbriefe lasen und ein Menuett tanzten.</line>
        <line lrx="1501" lry="1167" ulx="240" uly="1126">Besondere Erwähnung verdienen weiterhin zwei Exkursionen. Die</line>
        <line lrx="1501" lry="1220" ulx="198" uly="1171">erste führte zu den Bayer-Werken in Leverkusen. Die zweite ging zum</line>
        <line lrx="1502" lry="1264" ulx="199" uly="1216">Ford-Werk in Köln. Daran schloß sich eine Besichtigung der Picasso-Aus-</line>
        <line lrx="1502" lry="1306" ulx="197" uly="1262">stellung in Köln und am Abend ein gemeinsamer Theaterbesuch in Düs-</line>
        <line lrx="1502" lry="1362" ulx="197" uly="1307">seldorf. Den Abschluß des Semesterprogramms bildete ein zwölftägiger</line>
        <line lrx="1501" lry="1394" ulx="198" uly="1352">Berlin-Aufenthalt. Diese an menschlichen und kulturellen Erlebnissen</line>
        <line lrx="1502" lry="1445" ulx="197" uly="1397">reichen Tage vermittelten einen tiefen Einblick in das heutige Verhältnis</line>
        <line lrx="713" lry="1476" ulx="197" uly="1443">zwischen Osten und Westen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1439" lry="1551" type="textblock" ulx="197" uly="1498">
        <line lrx="1439" lry="1551" ulx="197" uly="1498">März 1956 Küppers</line>
      </zone>
      <zone lrx="1214" lry="1639" type="textblock" ulx="433" uly="1600">
        <line lrx="1214" lry="1639" ulx="433" uly="1600">AUS DEM TILLMANN-HAUS, BONN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1501" lry="2215" type="textblock" ulx="195" uly="1670">
        <line lrx="1499" lry="1719" ulx="240" uly="1670">Im Sinne der Anregungen, die im letzten Heft dieser Berichte gegeben</line>
        <line lrx="1501" lry="1760" ulx="195" uly="1716">wurden, soll das allgemeine Referat über die Tätigkeit unseres Hauses</line>
        <line lrx="1500" lry="1808" ulx="195" uly="1761">nur in knapper Form gegeben werden. Obwohl das WS 1955/56 einen</line>
        <line lrx="1501" lry="1848" ulx="195" uly="1806">starken Wechsel in unserer Hausgemeinschaft brachte — etwa 20 »Neue«</line>
        <line lrx="1499" lry="1895" ulx="195" uly="1852">unter insgesamt 60 Hausbewohnern — ging das äußere und innere Leben</line>
        <line lrx="1500" lry="1939" ulx="195" uly="1896">ohne jede Diskontinuität oder gar Krise weiter. Zum Senior war bereits</line>
        <line lrx="1500" lry="1987" ulx="195" uly="1943">zu Ende des Sommersemesters stud. phil. Hans Pflaumer, zum Con-</line>
        <line lrx="1499" lry="2034" ulx="195" uly="1986">senior stud. jur. Klaus Kempgens gewählt worden. An geselligen Ver-</line>
        <line lrx="1500" lry="2073" ulx="195" uly="2032">anstaltungen wären die traditionellen Feste zu Nikolaus und in der Kar-</line>
        <line lrx="1499" lry="2122" ulx="195" uly="2077">nevalszeit sowie die etwa vierzehntägig stattfindenden Tanztees zu nen-</line>
        <line lrx="1499" lry="2168" ulx="195" uly="2123">nen. Die Reihe der allsonntäglichen Schallplatten- und Tonbandkonzerte</line>
        <line lrx="1498" lry="2215" ulx="196" uly="2169">wurde am 29. Januar 1956 durch eine Mozart-Feierstunde unterbrochen,</line>
      </zone>
      <zone lrx="856" lry="2293" type="textblock" ulx="842" uly="2273">
        <line lrx="856" lry="2293" ulx="842" uly="2273">z</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1602" lry="692" type="textblock" ulx="299" uly="257">
        <line lrx="1600" lry="301" ulx="299" uly="257">bei der der Heimleiter einige Mozart-Briefe las. Fünf Streicher spielten</line>
        <line lrx="1601" lry="344" ulx="300" uly="302">Mozarts Quintette in g-moll und C-Dur. Die Arbeitsgemeinschaften waren</line>
        <line lrx="1601" lry="388" ulx="300" uly="347">durch folgende Themen gekennzeichnet: »Fragen der deutschen Wider-</line>
        <line lrx="1602" lry="436" ulx="300" uly="391">standsbewegung im zweiten Weltkrieg«, »Französische Lyrik des 19. Jahr-</line>
        <line lrx="1601" lry="481" ulx="299" uly="437">hunderts«, »Dramen-Lesung«, »Musikalische Fragen«, »Entstehung und</line>
        <line lrx="1601" lry="526" ulx="300" uly="479">Eigenart der modernen Naturwissenschaften«. Der zuletzt genannte</line>
        <line lrx="1601" lry="566" ulx="300" uly="526">Arbeitskreis darf als besonders gelungen betrachtet werden. Der nach-</line>
        <line lrx="1601" lry="617" ulx="300" uly="571">stehende Bericht des Tutors darüber dürfte also als Beispiel für Ziel und</line>
        <line lrx="1602" lry="662" ulx="300" uly="616">Art unserer Arbeit Interesse finden und zugleich vielleicht als Anregung</line>
        <line lrx="425" lry="692" ulx="300" uly="663">dienen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1519" lry="743" type="textblock" ulx="1163" uly="710">
        <line lrx="1519" lry="743" ulx="1163" uly="710">Prof. Dr. M. Steiner</line>
      </zone>
      <zone lrx="1607" lry="2199" type="textblock" ulx="300" uly="841">
        <line lrx="1601" lry="888" ulx="342" uly="841">Ein Arbeitskreis des WS 1955/56 hatte als Thema: »Entstehung und</line>
        <line lrx="1602" lry="932" ulx="301" uly="887">Eigenart der modernen Naturwissenschaften (Besprechung ausgewählter</line>
        <line lrx="1602" lry="976" ulx="303" uly="931">Stellen von Galilei, Kepler, Descartes, Newton).« Die Leitung des Ar-</line>
        <line lrx="1602" lry="1014" ulx="301" uly="975">beitskreises hatten ein Professor der Astronomie und der Tutor des Hau-</line>
        <line lrx="1603" lry="1065" ulx="301" uly="1020">ses, der die philosophisch-geschichtlichen Gesichtspunkte vertrat. Be-</line>
        <line lrx="1603" lry="1113" ulx="301" uly="1066">sucht wurde er von etwa I0 bis 15 Studenten aller Fachrichtungen, meist</line>
        <line lrx="1603" lry="1160" ulx="302" uly="1111">Hausbewohnern, zum Teil aber auch von anderen Studenten. Ausgegan-</line>
        <line lrx="1604" lry="1205" ulx="300" uly="1156">gen wurde von einzelnen Textstellen, die gemeinsam gelesen und bespro-</line>
        <line lrx="1604" lry="1241" ulx="301" uly="1201">chen wurden. Einleitungen und zusammenfassende Referate der Leiter</line>
        <line lrx="1548" lry="1291" ulx="302" uly="1247">stellten den Zusammenhang zwischen den gelesenen Textstellen her.</line>
        <line lrx="1603" lry="1340" ulx="343" uly="1291">Das Ziel des Arbeitskreises war ein doppeltes. Erstens sollte die Eigen-</line>
        <line lrx="1603" lry="1382" ulx="302" uly="1337">art der naturwissenschaftlichen Methode herausgehoben und den Nicht-</line>
        <line lrx="1604" lry="1423" ulx="302" uly="1382">Naturwissenschaftlern deutlich gemacht werden. Zweitens sollte die na-</line>
        <line lrx="1603" lry="1472" ulx="301" uly="1427">turwissenschaftliche Methode durch Vergleichung mit anderen Methoden</line>
        <line lrx="1601" lry="1518" ulx="301" uly="1473">relativiert und in ihrer sachbezogenen Begrenzung ausgewiesen werden.</line>
        <line lrx="1605" lry="1566" ulx="302" uly="1518">Zum Vergleich dienten der geschichtliche Hintergrund der Entstehungs-</line>
        <line lrx="1605" lry="1611" ulx="301" uly="1563">zeit: die aristotelisch-scholastische Naturphilosophie und die heutige</line>
        <line lrx="1605" lry="1657" ulx="303" uly="1609">Phänomenologie der Lebenswelt. Die geschichtlichen Texte wurden ge-</line>
        <line lrx="1605" lry="1697" ulx="301" uly="1654">wählt, weil aus ihnen sehr lebendig das Ringen um uns heute Selbstver-</line>
        <line lrx="1605" lry="1749" ulx="301" uly="1700">ständliches hervorgeht, weil bereits in diesen frühen Schriften das Ty-</line>
        <line lrx="1607" lry="1789" ulx="301" uly="1746">pische der naturwissenschaftlichen Einstellung ersichtlich wird und weil</line>
        <line lrx="1606" lry="1830" ulx="301" uly="1792">diese Texte nach einigen erklärenden Hinweisen für alle leicht verständ-</line>
        <line lrx="1606" lry="1885" ulx="301" uly="1837">lich sind; eine Notwendigkeit, an deren Nichtbeachtung oft philoso-</line>
        <line lrx="1605" lry="1925" ulx="301" uly="1882">phische Gespräche über moderne Physik etwa scheitern. Außerdem bieten</line>
        <line lrx="1605" lry="1975" ulx="301" uly="1928">diese Texte eine solche Fülle interessanter menschlicher, zeitgeschicht-</line>
        <line lrx="1603" lry="2020" ulx="300" uly="1973">licher, geistesgeschichtlicher und systematisch-wissenschaftlicher Fragen,</line>
        <line lrx="1235" lry="2059" ulx="301" uly="2019">daß die Lektüre für jeden einen Gewinn darstellte.</line>
        <line lrx="1606" lry="2108" ulx="342" uly="2065">Den Naturwissenschaftlern war die Freude anzumerken, einmal über</line>
        <line lrx="1605" lry="2157" ulx="303" uly="2111">Probleme ihres Fachgebietes frei sprechen zu können, eine Möglichkeit,</line>
        <line lrx="1607" lry="2199" ulx="301" uly="2157">die in ihrem Studiengang sonst nicht vorgesehen ist ; und für alle war die</line>
      </zone>
      <zone lrx="957" lry="2281" type="textblock" ulx="940" uly="2259">
        <line lrx="957" lry="2281" ulx="940" uly="2259">2</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1475" lry="594" type="textblock" ulx="170" uly="241">
        <line lrx="1471" lry="288" ulx="170" uly="241">doppelte Einsicht in das geschichtliche Werden einer Erscheinung, die</line>
        <line lrx="1472" lry="331" ulx="170" uly="287">unser ganzes Leben heute bestimmt und in die Methode einer Wissen-</line>
        <line lrx="1472" lry="372" ulx="171" uly="332">schaft, die sich immer weiter von dem entfernt, was wir natürliche Welt-</line>
        <line lrx="870" lry="420" ulx="171" uly="381">einstellung nennen, eine Bereicherung.</line>
        <line lrx="1473" lry="462" ulx="215" uly="423">So scheint das Ziel solcher Arbeitskreise, Einsicht in die eigene wissen-</line>
        <line lrx="1474" lry="511" ulx="171" uly="468">schaftliche Tätigkeit durch Verständnis fremder Einstellungen bei Be-</line>
        <line lrx="1475" lry="556" ulx="172" uly="513">handlung einer konkreten, überschaubaren Frage, wenigstens zum Teil</line>
        <line lrx="607" lry="594" ulx="172" uly="563">erreicht worden zu sein.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1393" lry="657" type="textblock" ulx="174" uly="613">
        <line lrx="1393" lry="657" ulx="174" uly="613">März 1956 Dr. A. Podlech</line>
      </zone>
      <zone lrx="1400" lry="785" type="textblock" ulx="248" uly="743">
        <line lrx="1400" lry="785" ulx="248" uly="743">AUS DER AKADEMISCHEN BURSE ZU GÖTTINGEN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1489" lry="2193" type="textblock" ulx="174" uly="831">
        <line lrx="1477" lry="874" ulx="215" uly="831">Vom 6. bis 8. Januar trafen sich in der Akademischen Burse der För-</line>
        <line lrx="1478" lry="912" ulx="174" uly="875">dererkreis für studentisches Gemeinschaftsleben e. V., die Heimleiter und</line>
        <line lrx="1478" lry="956" ulx="174" uly="920">die studentischen Vertreter von achtzehn westdeutschen akademischen</line>
        <line lrx="1479" lry="1010" ulx="176" uly="966">Kollegien zu einer Arbeitstagung. Von besonderem Interesse für unser</line>
        <line lrx="1477" lry="1053" ulx="176" uly="1011">Haus war die Beratung über das Tutorenprogramm. Die Schwierigkeiten,</line>
        <line lrx="1480" lry="1099" ulx="176" uly="1056">die vorzutragen wir uns verpflichtet fühlten, können in unserem Haus</line>
        <line lrx="1480" lry="1143" ulx="176" uly="1100">schon fast als überwunden gelten. Es ist in erster Linie den beiden Tu-</line>
        <line lrx="1480" lry="1187" ulx="177" uly="1146">toren zu verdanken, daß das Wintersemester 1955/56 ein von allen bis-</line>
        <line lrx="1480" lry="1236" ulx="177" uly="1191">herigen Semestern charakteristisch unterschiedenes Gepräge erhalten</line>
        <line lrx="245" lry="1273" ulx="178" uly="1244">hat.</line>
        <line lrx="1481" lry="1318" ulx="220" uly="1282">Die durch den Wechsel von mehr als einem Drittel der Bewohnerschaft</line>
        <line lrx="1481" lry="1373" ulx="181" uly="1327">(seit Ausgabe des letzten Berichts) gefährdete Kontinuität konnte durch</line>
        <line lrx="1482" lry="1415" ulx="178" uly="1373">die besondere Aktivität gerade der jüngeren Hausbewohner gewahrt wer-</line>
        <line lrx="1482" lry="1461" ulx="179" uly="1418">den. Ein geselliger Abend für die an Lebens- und Bursenalter jüngeren</line>
        <line lrx="1483" lry="1505" ulx="182" uly="1463">Studenten und eine Debating Society über das Thema »Dieses Haus ist</line>
        <line lrx="1483" lry="1548" ulx="180" uly="1509">der Ansicht, daß der Verfall der Burse zu einem Studentenhotel nicht</line>
        <line lrx="967" lry="1597" ulx="180" uly="1556">mehr aufzuhalten ist« trugen mit dazu bei.</line>
        <line lrx="1485" lry="1643" ulx="223" uly="1599">Im übrigen wurde die Montagsgesellschaft !) weitergeführt und wö-</line>
        <line lrx="1485" lry="1688" ulx="181" uly="1644">chentlich ein Kritik-Kolloquium mit Besprechung der Aufführungen des</line>
        <line lrx="1485" lry="1731" ulx="181" uly="1689">Deutschen Theaters und wertvoller Filme gehalten. Eine Arbeitsgemein-</line>
        <line lrx="1485" lry="1772" ulx="181" uly="1735">schaft über Marxismus war stark besucht und von lebhaften Diskussionen</line>
        <line lrx="1485" lry="1825" ulx="182" uly="1781">begleitet. Die Reihe der Gemäldeausstellungen wurde mit Werken von</line>
        <line lrx="1486" lry="1871" ulx="183" uly="1826">Erich Wegner (Hannover) fortgesetzt; eine weitere Ausstellung mit Ar-</line>
        <line lrx="1486" lry="1910" ulx="183" uly="1871">beiten von Herbert Wefels, einem Hausbewohner, wird für die Zeit vom</line>
        <line lrx="853" lry="1961" ulx="186" uly="1919">19. Februar bis ı1. März vorbereitet.</line>
        <line lrx="1488" lry="2006" ulx="225" uly="1962">Eine Aussprache über die Frage, ob die Entlassung der beiden kom-</line>
        <line lrx="1489" lry="2051" ulx="184" uly="2007">munistischen Betriebsratsmitglieder der Dortmunder Westfalenhütte ge-</line>
        <line lrx="1489" lry="2096" ulx="184" uly="2052">rechtfertigt war, fand Beteiligung. Die Sitzung wurde mit vier verschie-</line>
        <line lrx="1487" lry="2141" ulx="185" uly="2098">denen Referaten eingeleitet ; die Leitung hatte der Arbeitsrechtler Dr. H.</line>
        <line lrx="690" lry="2193" ulx="228" uly="2158">1) Diese Ber. Heft 3, 1, 1955.</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1590" lry="645" type="textblock" ulx="286" uly="241">
        <line lrx="1587" lry="284" ulx="287" uly="241">W. Köhler, ein ehemaliger Hausbewohner. —- Dr. J. C. Notebaart (den</line>
        <line lrx="1588" lry="328" ulx="288" uly="287">Haag) sprach über »Modernisierung zurückgebliebener Länder« und be-</line>
        <line lrx="1586" lry="375" ulx="286" uly="332">richtete über seine Tätigkeit bei der Unesco; Dr. H. G. Adler (London),</line>
        <line lrx="1587" lry="420" ulx="287" uly="377">der Verfasser des jüngst erschienenen Buches »Theresienstadt 1941-1945«,</line>
        <line lrx="1276" lry="464" ulx="288" uly="423">sprach über die »Soziologie des Konzentrationslagers«.</line>
        <line lrx="1589" lry="508" ulx="329" uly="467">Die Basketball-Mannschaft konnte den Wanderpreis der Universität</line>
        <line lrx="1589" lry="555" ulx="288" uly="513">zum zweiten Mal hintereinander erringen. Außerdem wurde eine Hockey-</line>
        <line lrx="1590" lry="600" ulx="288" uly="559">mannschaft neu gegründet, die einen »richtigen« Sportverein bereits zwei-</line>
        <line lrx="640" lry="645" ulx="288" uly="604">mal geschlagen hat.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1507" lry="700" type="textblock" ulx="289" uly="658">
        <line lrx="1507" lry="700" ulx="289" uly="658">Februar 1956 Prof; DUr R: Hon</line>
      </zone>
      <zone lrx="1576" lry="833" type="textblock" ulx="307" uly="789">
        <line lrx="1576" lry="833" ulx="307" uly="789">AUS DEM HISTORISCHEN COLLOQUIUM IN GÖTTINGEN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1599" lry="2184" type="textblock" ulx="287" uly="876">
        <line lrx="1591" lry="911" ulx="332" uly="876">Sieht man einmal von dem »Fall Schlüter« ab, der wohl viele Haus-</line>
        <line lrx="1592" lry="960" ulx="288" uly="921">bewohner, nicht aber das Haus selbst anging, so sind die Besuche zweier</line>
        <line lrx="1592" lry="1007" ulx="288" uly="967">studentischer Gruppen die wichtigsten Ereignisse des SS 1955. Im Rah-</line>
        <line lrx="1592" lry="1045" ulx="288" uly="1012">men unseres Ost-West-Kontaktes diskutierten wir hier eine Woche mit</line>
        <line lrx="1593" lry="1099" ulx="288" uly="1058">sieben Leipziger Studenten der Geschichte. Da man uns diesmal aber</line>
        <line lrx="1593" lry="1143" ulx="287" uly="1104">nur Vertreter der dort herrschenden Doktrin geschickt hatte, kam es</line>
        <line lrx="1593" lry="1190" ulx="288" uly="1149">nicht - weder privat noch in der öffentlichen Diskussion — zu einem wirk-</line>
        <line lrx="1593" lry="1235" ulx="288" uly="1194">lichen Gespräch. Viel erfreulicher war das vierzehntägige historisch-poli-</line>
        <line lrx="1593" lry="1279" ulx="289" uly="1239">tische Ferienseminar, zu dem das Historische Colloquium vierzehn Studen-</line>
        <line lrx="1593" lry="1324" ulx="289" uly="1281">ten des Pariser Institut d’Etudes Politiques und der Ecole Nationale</line>
        <line lrx="922" lry="1370" ulx="290" uly="1329">d’Administration eingeladen hatte.</line>
        <line lrx="1594" lry="1416" ulx="333" uly="1374">»Das Tagungsprogramm stand unter einem Leitgedanken: die Franzo-</line>
        <line lrx="1594" lry="1461" ulx="290" uly="1420">zen an die wichtigsten Fragen der deutschen Gegenwart heranzuführen</line>
        <line lrx="1594" lry="1505" ulx="291" uly="1464">und den Deutschen durch Gegenüberstellung und Vergleich neue Perspek-</line>
        <line lrx="1594" lry="1548" ulx="292" uly="1507">tiven zu eröffnen. Die Reihe der Vorträge wurde eingeleitet durch ein</line>
        <line lrx="1595" lry="1594" ulx="293" uly="1552">Referat von Prof. Schramm (Göttingen) über die politische Bedeutung</line>
        <line lrx="1595" lry="1639" ulx="292" uly="1597">des Regionalismus in Deutschland. Auf seiner historischen Analyse fu-</line>
        <line lrx="1595" lry="1685" ulx="293" uly="1642">ßend erhob sich in der Diskussion die Frage, wieweit man zu unterschei-</line>
        <line lrx="1595" lry="1731" ulx="292" uly="1687">den habe zwischen dem Föderalismus als einem Prinzip des Kräfteaus-</line>
        <line lrx="1597" lry="1778" ulx="292" uly="1732">gleichs im Staat und dem Regionalismus als einem Ausdruck stämmischer</line>
        <line lrx="1596" lry="1823" ulx="293" uly="1778">Eigenarten. Die Franzosen, denen die beiden Begriffe auf einer gänzlich</line>
        <line lrx="1597" lry="1868" ulx="293" uly="1823">verschiedenen Ebene zu liegen schienen, und für die Regionalismus nur</line>
        <line lrx="1597" lry="1911" ulx="293" uly="1868">unter folkloristischen Gesichtspunkten relevant war, interessierte . . . vor</line>
        <line lrx="1597" lry="1959" ulx="293" uly="1913">allem die mögliche Auswirkung des Flüchtlingszustroms auf die Struktur</line>
        <line lrx="1596" lry="2004" ulx="293" uly="1959">der Bundesrepublik.« Der Themenkreis der übrigen Referate erstreckte</line>
        <line lrx="1597" lry="2047" ulx="292" uly="2005">sich von der »Struktur des Nationalgefühls in Deutschland und Frank-</line>
        <line lrx="1597" lry="2094" ulx="293" uly="2050">reich«, dem »Verhältnis von Kirche und Staat in der Nachkriegszeit«, Ost-</line>
        <line lrx="1597" lry="2140" ulx="293" uly="2096">West-Problemen und der deutschen Widerstandsbewegung bis zu den</line>
        <line lrx="1599" lry="2184" ulx="295" uly="2141">Problemen der Wirtschaft, des Sozialgefüges und der Parteien in der</line>
      </zone>
      <zone lrx="956" lry="2272" type="textblock" ulx="936" uly="2242">
        <line lrx="956" lry="2272" ulx="936" uly="2242">4</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1498" lry="1799" type="textblock" ulx="181" uly="264">
        <line lrx="1497" lry="308" ulx="198" uly="264">Nachkriegszeit. Selbstverständlich wurde nicht nur debattiert, sondern</line>
        <line lrx="1498" lry="358" ulx="196" uly="309">Ausflüge, Feste oder »internationale« Tischtenniswettkämpfe, gegen-</line>
        <line lrx="1497" lry="395" ulx="194" uly="354">seitige Abendeinladungen führten zu immer stärkeren menschlichen</line>
        <line lrx="1497" lry="444" ulx="196" uly="399">Kontakten. »Es ist schwer, aus einer Tagung, die nicht mehr als ein Ver-</line>
        <line lrx="1496" lry="489" ulx="194" uly="443">such der Begegnung sein wollte . ... das geistige Fazit zu ziehen, dies um</line>
        <line lrx="1497" lry="540" ulx="193" uly="488">so mehr, als ihr wesentlichstes Kennzeichen nach den Worten des Spre-</line>
        <line lrx="1496" lry="584" ulx="193" uly="533">chers der französischen Gruppe ihr ‚caractere individuellement spontane</line>
        <line lrx="1495" lry="622" ulx="192" uly="580">et spontanement individuel‘ war. Aber vielleicht läßt sich doch dies eine</line>
        <line lrx="1494" lry="670" ulx="192" uly="625">sagen: Es ist in den Jahren nach dem Kriege so viel Exotismus, soviel</line>
        <line lrx="1494" lry="712" ulx="194" uly="670">‚phras6ologie europeenne‘ laut geworden, daß man es nur als wohltuend</line>
        <line lrx="1492" lry="762" ulx="191" uly="715">empfinden kann, wenn einmal eine Tagung solche Züge vermissen läßt.</line>
        <line lrx="1494" lry="809" ulx="192" uly="759">Von ‚deutsch-französischer Verständigung‘ ist kaum die Rede gewesen, das</line>
        <line lrx="1492" lry="856" ulx="190" uly="805">Thema der ‚deutschen Schuld‘ nicht berührt worden. Aber in jeder Frage-</line>
        <line lrx="1493" lry="901" ulx="190" uly="852">stellung und bei jeder Gelegenheit war etwas von dem Bewußtsein ge-</line>
        <line lrx="1491" lry="951" ulx="190" uly="896">meinsamer Schuldverstrickung und Schicksalsverflochtenheit spürbar,</line>
        <line lrx="1492" lry="987" ulx="190" uly="942">von dem aus allein neue Realitäten in Europa geschaffen werden können.«</line>
        <line lrx="1378" lry="1035" ulx="193" uly="986">(R. von Thadden, Deutsche Universitätszeitung, 1955, 2 Sezal)</line>
        <line lrx="1489" lry="1080" ulx="230" uly="1031">Ein Wochenendseminar über die Idee der Revolution (Mai 1955), ein</line>
        <line lrx="1489" lry="1130" ulx="189" uly="1076">Vortrag von Prof. Carl Schmitt, der im Rahmen einer Arbeitsgemein-</line>
        <line lrx="1488" lry="1168" ulx="187" uly="1122">schaft, die sich mit den Schriften des bekannten Juristen befaßt hatte,</line>
        <line lrx="1488" lry="1213" ulx="187" uly="1167">über Probleme der Weimarer Verfassung sprach, sowie ein Abend mit</line>
        <line lrx="1488" lry="1258" ulx="188" uly="1212">Prof. Friedensburg (Berlin) über das gleiche Thema bildeten die zeit-</line>
        <line lrx="1487" lry="1307" ulx="185" uly="1258">geschichtliche Ergänzung zu den überwiegend historisch ausgerichteten</line>
        <line lrx="1029" lry="1348" ulx="186" uly="1303">wissenschaftlichen Sitzungen des Kolloquiums.</line>
        <line lrx="1488" lry="1392" ulx="228" uly="1348">Gegen Ende dieses Semesters fuhr ein größerer Teil der Hausbewohner</line>
        <line lrx="1487" lry="1436" ulx="185" uly="1393">nach Köln zur Picasso-Ausstellung und nach Bonn. Auf diese Weise lern-</line>
        <line lrx="1486" lry="1480" ulx="185" uly="1438">ten wir das Studentenwohnheim Olshausen kennen und dank der herz-</line>
        <line lrx="1485" lry="1532" ulx="183" uly="1483">lichen Gastfreundschaft, mit der die Kolloquisten aufgenommen wurden,</line>
        <line lrx="435" lry="1560" ulx="183" uly="1529">sehr schätzen.</line>
        <line lrx="1483" lry="1623" ulx="224" uly="1574">Diese Reise sowohl wie einige der erwähnten Vorträge und der C.</line>
        <line lrx="1483" lry="1667" ulx="185" uly="1620">Schmitt-Kreis wurden im Rahmen des Tutorenprogramms veranstaltet.</line>
        <line lrx="1484" lry="1714" ulx="182" uly="1665">Wir glauben, daß das Tutorenprogramm durch Reise und Arbeitsgemein-</line>
        <line lrx="1484" lry="1757" ulx="182" uly="1711">schaft ausgesprochen zur Intensivierung der Hausgemeinschaft und des</line>
        <line lrx="788" lry="1799" ulx="181" uly="1756">geistigen Lebens beigetragen hat.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1400" lry="1851" type="textblock" ulx="184" uly="1810">
        <line lrx="1400" lry="1851" ulx="184" uly="1810">Februar 1956 C. F. Menke</line>
      </zone>
      <zone lrx="1345" lry="2004" type="textblock" ulx="309" uly="1963">
        <line lrx="1345" lry="2004" ulx="309" uly="1963">AUS DEM CHRISTOPHORUS HAUS HAMBURG</line>
      </zone>
      <zone lrx="1480" lry="2213" type="textblock" ulx="178" uly="2047">
        <line lrx="1480" lry="2087" ulx="220" uly="2047">Das Christophorus Haus Hamburg kann in 10 Doppel- und 62 Einzelzimmern</line>
        <line lrx="1479" lry="2127" ulx="180" uly="2088">82 Studierende — 31 Damen und 51 Herren — beherbergen. Den Heimbewohnern</line>
        <line lrx="1478" lry="2169" ulx="179" uly="2129">stehen die gemeinschaftlichen Einrichtungen, wie die Hauskapelle, der Leseraum,</line>
        <line lrx="1480" lry="2213" ulx="178" uly="2171">in dem etwa 30 in- und ausländische Zeitungen und Zeitschriften ausliegen, die</line>
      </zone>
      <zone lrx="837" lry="2296" type="textblock" ulx="820" uly="2266">
        <line lrx="837" lry="2296" ulx="820" uly="2266">$</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1583" lry="1083" type="textblock" ulx="271" uly="264">
        <line lrx="1572" lry="303" ulx="271" uly="264">kleine Bibliothek, ein Musiküberaum, Diskussionsräume und Festsaal zur Verfü-</line>
        <line lrx="1024" lry="352" ulx="271" uly="312">gung; ferner Küchen-, Wasch- und Baderäume.</line>
        <line lrx="1574" lry="388" ulx="312" uly="345">Die Leitung des Heimes liegt in den Händen des Protektors, eines Dozenten der</line>
        <line lrx="1574" lry="425" ulx="273" uly="387">Universität, der im Hause wohnt. Er steht den Studenten mit Rat und Tat zur</line>
        <line lrx="1574" lry="468" ulx="276" uly="427">Seite und ist das Bindeglied zwischen dem Heimträger, dem Christophorus Haus</line>
        <line lrx="1576" lry="508" ulx="274" uly="467">e.V., vertreten durch Vorstand und Kuratorium, und der Selbstverwaltung der</line>
        <line lrx="443" lry="546" ulx="277" uly="521">Studenten.</line>
        <line lrx="1575" lry="591" ulx="315" uly="548">Der Gedanke, in Hamburg ein Studentenwohnheim zu bauen, erwuchs in der</line>
        <line lrx="1576" lry="633" ulx="276" uly="590">Zeit der ersten Nachkriegsjahre (1948) aus dem Wissen um die geistige und ma-</line>
        <line lrx="1578" lry="672" ulx="275" uly="630">terielle Not der studierenden Jugend. Kreise der Hamburger Wirtschaft, der Kirche</line>
        <line lrx="1578" lry="708" ulx="276" uly="670">und der Wissenschaft schlossen sich im »Christophorus Haus e. V.« zusammen. Sie</line>
        <line lrx="1580" lry="754" ulx="277" uly="711">stellten dem Verein die Aufgabe, bedürftige und förderungswürdige, insbesondere</line>
        <line lrx="1579" lry="797" ulx="277" uly="751">auch durch die Kriegsfolgen betroffene in- und ausländische Studierende beiderlei</line>
        <line lrx="1579" lry="832" ulx="280" uly="793">Geschlechts und aller Konfessionen von Hoch- und Fachschulen in jeder Weise zu</line>
        <line lrx="1579" lry="879" ulx="278" uly="834">unterstützen, die geeignet ist,’ihnen die Durchführung ihres Studiums zu erleichtern,</line>
        <line lrx="1583" lry="913" ulx="279" uly="874">Name und Zeichen des Vereins sind sinnfälliger Ausdruck dieses Anliegens. Dank der</line>
        <line lrx="1582" lry="961" ulx="282" uly="914">Stiftungen der Hamburger Bürger, des amerikanischen Volkes (McCloy-Fund) und</line>
        <line lrx="1581" lry="1002" ulx="279" uly="954">des Hauptamtes für Soforthilfe konnte am 19. Juni 1952 zur Grundsteinlegung des</line>
        <line lrx="1582" lry="1043" ulx="280" uly="995">Christophorus-Studentenwohnheims geschritten werden. Am 10. April 1953 folgte</line>
        <line lrx="1119" lry="1083" ulx="281" uly="1044">die Einweihung und die Übergabe an die Studenten,</line>
      </zone>
      <zone lrx="1589" lry="1556" type="textblock" ulx="281" uly="1114">
        <line lrx="1584" lry="1160" ulx="322" uly="1114">Die Aufgabe des Hauses, besonders schlecht gestellten, aber tüchtigen Studieren-</line>
        <line lrx="1585" lry="1198" ulx="281" uly="1154">den zu helfen, mag durch einen Einblick in die derzeitige Zusammensetzung der</line>
        <line lrx="1586" lry="1234" ulx="283" uly="1191">Heimbewohnerschaft deutlicher werden: So wohnen im Hause unter 82 Heimbe-</line>
        <line lrx="1252" lry="1277" ulx="283" uly="1240">wohnern fünf ehemalige politische Häftlinge der Sowjetzone,</line>
        <line lrx="774" lry="1320" ulx="284" uly="1287">ein langjährig Zivilinternierter,</line>
        <line lrx="602" lry="1360" ulx="284" uly="1329">ein Spätheimkehrer,</line>
        <line lrx="1589" lry="1400" ulx="284" uly="1358">eine jüdische Emigrantin, die für die Dauer ihres Studiums nach Deutschland zu-</line>
        <line lrx="573" lry="1440" ulx="325" uly="1407">rückgekehrt ist,</line>
        <line lrx="1329" lry="1476" ulx="286" uly="1440">etwa 22 anerkannte und nichtanerkannte Sowjetzonenflüchtlinge,</line>
        <line lrx="727" lry="1515" ulx="287" uly="1486">etwa 16 Heimatvertriebene,</line>
        <line lrx="1048" lry="1556" ulx="287" uly="1523">neben anderen, deren soziale Lage bedrängt ist.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1600" lry="2216" type="textblock" ulx="289" uly="1596">
        <line lrx="1593" lry="1632" ulx="329" uly="1596">Es ist bewußt auf eine Beschränkung bezüglich der Fakultätszugehörigkeit, der</line>
        <line lrx="1592" lry="1680" ulx="290" uly="1637">Religion und der Nation verzichtet worden. 10 Prozent der Heimbewohner sollen</line>
        <line lrx="1594" lry="1715" ulx="289" uly="1679">Ausländer sein. Absichtlich sind auch neben 61 Plätzen für Universitätsangehörige</line>
        <line lrx="1594" lry="1762" ulx="289" uly="1720">ständig 21 Plätze für Studierende der Hochschule für Bildende Kunst, der Musik-</line>
        <line lrx="1595" lry="1801" ulx="290" uly="1761">hochschule, der Ingenieurschule, Bauschule, Meisterschule für Maler und des Sozial-</line>
        <line lrx="1595" lry="1845" ulx="291" uly="1802">pädagogischen Instituts vorgesehen. Das auf gegenseitiger Achtung beruhende Zu-</line>
        <line lrx="1596" lry="1878" ulx="291" uly="1843">sammenleben von Studierenden verschiedener Herkunft, Studienrichtung und Kon-</line>
        <line lrx="1596" lry="1922" ulx="292" uly="1882">fession ist ein wichtiges erzieherisches Anliegen des Hauses. Es sei hinzugefügt, daß</line>
        <line lrx="1596" lry="1966" ulx="292" uly="1926">sich gerade die Unterbringung von Studenten beiderlei Geschlechts in unserem</line>
        <line lrx="1597" lry="2003" ulx="293" uly="1965">Hause sehr bewährt hat. Sie führte in keiner Weise zu Schwierigkeiten, wirkt viel-</line>
        <line lrx="1595" lry="2048" ulx="292" uly="2007">mehr sittigend auf das Heimleben. Darüber hinaus ist die Teilnahme der Studen-</line>
        <line lrx="1250" lry="2087" ulx="292" uly="2052">tinnen an der Gestaltung des Programmes äußerst wertvoll.</line>
        <line lrx="1599" lry="2132" ulx="335" uly="2089">Es mag angesichts der Gleichartigkeit der Verhältnisse in den Studentenwohn-</line>
        <line lrx="1600" lry="2171" ulx="293" uly="2129">heimen, wie sie aus den Berichten aus Akademischen Kollegien hervorgeht, über-</line>
        <line lrx="1600" lry="2216" ulx="294" uly="2169">flüssig erscheinen, darauf hinzuweisen, daß auch in unserem Hause eine studentische</line>
      </zone>
      <zone lrx="959" lry="2288" type="textblock" ulx="941" uly="2258">
        <line lrx="959" lry="2288" ulx="941" uly="2258">6</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1495" lry="877" type="textblock" ulx="186" uly="258">
        <line lrx="1495" lry="305" ulx="194" uly="258">Selbstverwaltung besteht. Der Heimträger hat deren Ausübung stets als ausgezeich-</line>
        <line lrx="1398" lry="350" ulx="192" uly="299">nete Möglichkeit staatsbürgerlicher Bildung angesehen und daher gefördert.</line>
        <line lrx="1495" lry="384" ulx="232" uly="339">Die Selbstverwaltung wird durch den Heimausschuß, die jeweils für ein Semester</line>
        <line lrx="1494" lry="422" ulx="191" uly="380">gewählte Vertretung der Heimbewohner, wahrgenommen. Er setzt sich zusammen</line>
        <line lrx="1493" lry="464" ulx="190" uly="420">aus den fünf Flurvertretern (darunter zwei Studentinnen), die aus ihrer Mitte den</line>
        <line lrx="1494" lry="507" ulx="190" uly="460">Vorsitzenden wählen. Dem Heimausschuß obliegt die Erledigung aller das Gemein-</line>
        <line lrx="866" lry="540" ulx="189" uly="501">schaftsleben betreffenden Angelegenheiten.</line>
        <line lrx="1492" lry="586" ulx="229" uly="542">Neben dem Heimausschuß betreuen zwei Heimbewohner als Sozialreferenten ihre</line>
        <line lrx="1492" lry="626" ulx="190" uly="582">Kommilitonen in sozialer Hinsicht durch Vermittlung von Freitischen, Arbeitsstellen</line>
        <line lrx="255" lry="647" ulx="188" uly="631">uSW.</line>
        <line lrx="1493" lry="718" ulx="229" uly="664">Die Inhaber der genannten Heimämter sind der mindestens zweimal im Semester</line>
        <line lrx="1491" lry="748" ulx="187" uly="705">tagenden Vollversammlung der Heimbewohnerschaft verantwortlich. Den Vorsitz in</line>
        <line lrx="1488" lry="791" ulx="186" uly="745">der Vollversammlung führt der auf die Dauer eines Semesters gewählte Präsident.</line>
        <line lrx="1491" lry="834" ulx="187" uly="785">Dieser muß ein älterer, vielfach bewährter, auch in der Selbstverwaltung erfahrener</line>
        <line lrx="1297" lry="877" ulx="189" uly="826">Student sein. Er ist der erste Repräsentant der Heimbewohnerschaft.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1487" lry="2208" type="textblock" ulx="171" uly="935">
        <line lrx="1487" lry="987" ulx="226" uly="935">Der Charakterisierung des Semesterprogramms sei vorausbemerkt, daß</line>
        <line lrx="1487" lry="1032" ulx="184" uly="979">sich die genannte,,so verschiedenartige Zusammensetzung der Heimbe-</line>
        <line lrx="1487" lry="1077" ulx="183" uly="1025">wohnerschaft außerordentlich bewährt hat. Vor allem bringen Kunst- und</line>
        <line lrx="1397" lry="1123" ulx="183" uly="1070">Musikhochschüler einen sehr lebendigen Akzent in das Programm.</line>
        <line lrx="1485" lry="1165" ulx="227" uly="1115">So hat sich das Hauskonzert unserer angehenden Berufsmusiker in</line>
        <line lrx="858" lry="1199" ulx="181" uly="1160">jedem Semester von neuem bewährt.</line>
        <line lrx="1485" lry="1267" ulx="225" uly="1206">In der Regel ist als Angehöriger der Musikhochschule ein Schauspiel-</line>
        <line lrx="1485" lry="1306" ulx="180" uly="1251">schüler Heimbewohner. Die von ihm geleitete Laienspielgruppe führte</line>
        <line lrx="1483" lry="1350" ulx="181" uly="1296">anläßlich des Semester-Eröffnungstanzes mit großem Erfolg Thornton</line>
        <line lrx="1483" lry="1389" ulx="179" uly="1342">Wilders »Glückliche Reise« auf. Das Semester wird mit einem Hausmann-</line>
        <line lrx="1483" lry="1437" ulx="179" uly="1385">Abend schließen. Manfred Hausmann wird aus eigenen Werken lesen und</line>
        <line lrx="1483" lry="1487" ulx="179" uly="1431">der Aufführung seines Stückes »Lilofee« durch unsere Laienspieler bei-</line>
        <line lrx="324" lry="1507" ulx="178" uly="1477">wohnen.</line>
        <line lrx="1483" lry="1580" ulx="220" uly="1522">Die Kunstschüler und Ingenieur-Studenten vereinigten sich erstmalig</line>
        <line lrx="1481" lry="1620" ulx="177" uly="1568">vor Weihnachten zum Aufbau einer großen Ausstellung. Malerei und Gra-</line>
        <line lrx="1480" lry="1666" ulx="176" uly="1613">phik, Gebrauchsgraphik und Schriftgestaltung sowie Töpferei, Entwürfe</line>
        <line lrx="1480" lry="1710" ulx="176" uly="1662">unserer angehenden Architekten und Bauingenieure, Schiffbauer, Elek-</line>
        <line lrx="1093" lry="1745" ulx="176" uly="1706">trotechniker und Maschinenbauer waren zu sehen.</line>
        <line lrx="1479" lry="1798" ulx="217" uly="1749">Das Semester wurde eröffnet mit einer eintägigen Stadtexkursion. Sie</line>
        <line lrx="1479" lry="1843" ulx="174" uly="1794">galt der Erarbeitung der Entwicklung Hamburgs zum Welthafen. Vor-</line>
        <line lrx="1479" lry="1887" ulx="175" uly="1840">träge von Wissenschaftlern und leitenden Herren der Wirtschaft wurden</line>
        <line lrx="1478" lry="1932" ulx="174" uly="1885">ergänzt durch eine Besichtigung der großen Kaufmannsvillen und ihrer</line>
        <line lrx="1477" lry="1986" ulx="175" uly="1929">Parks an der Elbchaussee aus der Zeit um 1800 und des Hamburger Rat-</line>
        <line lrx="1476" lry="2024" ulx="172" uly="1974">hauses aus der Gründerzeit. Die Exkursion war der Auftakt zu.einer</line>
        <line lrx="1476" lry="2073" ulx="173" uly="2020">Reihe von Stadtbesichtigungen, die im Laufe einiger Semester in die</line>
        <line lrx="1130" lry="2109" ulx="173" uly="2067">Probleme unserer Universitätsstadt einführen sollen.</line>
        <line lrx="1475" lry="2163" ulx="213" uly="2112">Die Vorträge des Semesters galten den »Grundlagen der Glaubensent-</line>
        <line lrx="1474" lry="2208" ulx="171" uly="2158">scheidung« (Pater Dr. Hans Wulf, S. J., Studentenpfarrer der Universität</line>
      </zone>
      <zone lrx="833" lry="2294" type="textblock" ulx="815" uly="2264">
        <line lrx="833" lry="2294" ulx="815" uly="2264">7</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1596" lry="1350" type="textblock" ulx="278" uly="267">
        <line lrx="1582" lry="314" ulx="281" uly="267">Hamburg) und »Eindrücken von einer Amerikareise« (Prof. Dr. phil. Lud-</line>
        <line lrx="1584" lry="360" ulx="278" uly="312">wig Borinski, Direktor des Seminars für Englische Sprache und Kultur</line>
        <line lrx="771" lry="399" ulx="280" uly="360">der Universität Hamburg).</line>
        <line lrx="1584" lry="443" ulx="321" uly="401">Von Heimbewohnern wurden drei Arbeitsgemeinschaften gebildet. Die</line>
        <line lrx="1584" lry="488" ulx="280" uly="447">eine führte durch Lektüre und Diskussion von Heideggers Werk »Sein</line>
        <line lrx="1585" lry="535" ulx="281" uly="492">und Zeit« in die Existenzphilosophie ein, die zweite bemühte sich durch</line>
        <line lrx="1585" lry="579" ulx="282" uly="539">die Lektüre der wichtigsten in- und ausländischen Tageszeitungen um</line>
        <line lrx="1585" lry="627" ulx="283" uly="583">eine Vertiefung der Kenntnis aktueller politischer Tagesfragen und führte</line>
        <line lrx="1586" lry="672" ulx="283" uly="628">zum Vortrag einiger ausgezeichneter Referate und damit zur Diskussion</line>
        <line lrx="1586" lry="716" ulx="284" uly="674">verschiedener grundlegender politischer Probleme. In der dritten Ar-</line>
        <line lrx="1586" lry="764" ulx="284" uly="718">beitsgemeinschaft wurde durch eine Folge von sieben Führungen durch</line>
        <line lrx="1586" lry="804" ulx="285" uly="764">die Kunsthalle versucht, einige Grundlinien der abendländischen Kunst-</line>
        <line lrx="1493" lry="856" ulx="285" uly="809">geschichte — vor allem auch der jüngsten Zeit — herauszuarbeiten.</line>
        <line lrx="1588" lry="893" ulx="328" uly="854">Ferner wurde im Haus von einem namhaften Hamburger Sprech-</line>
        <line lrx="1589" lry="943" ulx="287" uly="898">erzieher (Dr. jur. Rudolf Klutmann) ein Kurs über »Sprecherziehung und</line>
        <line lrx="1591" lry="990" ulx="288" uly="943">Vortragstechnik« und von einer Heimbewohnerin ein Gymnastikkurs für</line>
        <line lrx="903" lry="1028" ulx="288" uly="993">unsere Studentinnen veranstaltet.</line>
        <line lrx="1592" lry="1081" ulx="330" uly="1034">Der Heimgemeinschaft stand in diesem Semester erstmalig für ihre</line>
        <line lrx="1593" lry="1127" ulx="289" uly="1082">Veranstaltungen ein Tutor beratend und helfend zur Seite. Das Programm</line>
        <line lrx="1593" lry="1167" ulx="289" uly="1125">wird vom Protektor, Heimausschuß und Tutor gemeinsam festgelegt und</line>
        <line lrx="1594" lry="1213" ulx="290" uly="1171">der Tutor durch den Protektor beauftragt, die Veranstaltungen im Zu-</line>
        <line lrx="1594" lry="1254" ulx="291" uly="1216">sammenwirken mit dem Heimausschuß durchzuführen. Das Haus be-</line>
        <line lrx="1596" lry="1308" ulx="291" uly="1260">grüßt das Tutorenprogramm und sieht in ihm ein wichtiges Mittel zur</line>
        <line lrx="1014" lry="1350" ulx="293" uly="1311">Verwirklichung seiner eigenen Anliegen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1515" lry="1404" type="textblock" ulx="294" uly="1360">
        <line lrx="1515" lry="1404" ulx="294" uly="1360">Februar 1956 K. O. Wolf</line>
      </zone>
      <zone lrx="1389" lry="1500" type="textblock" ulx="502" uly="1465">
        <line lrx="1389" lry="1500" ulx="502" uly="1465">AUS DEM EUROPA-KOLLEG, HAMBURG</line>
      </zone>
      <zone lrx="1605" lry="2207" type="textblock" ulx="296" uly="1532">
        <line lrx="1599" lry="1568" ulx="336" uly="1532">An den im Sommer beschriebenen Grundverhältnissen hat sich seither</line>
        <line lrx="1598" lry="1622" ulx="296" uly="1576">wenig geändert. Im Wintersemester, dem zweiten des Europa-Kollegs,</line>
        <line lrx="1599" lry="1660" ulx="296" uly="1621">hatten sich die Studenten schon so weit in den Lebensrhythmus des Kol-</line>
        <line lrx="1600" lry="1714" ulx="296" uly="1666">legs eingefunden, daß man eine Steigerung des Interesses am Hause und</line>
        <line lrx="1601" lry="1754" ulx="296" uly="1711">ihres Verantwortungsgefühls für die Entwicklung seiner Aktivitäten deut-</line>
        <line lrx="1601" lry="1796" ulx="296" uly="1757">lich wahrnehmen konnte. Das äußerte sich vor allem auch in einer ent-</line>
        <line lrx="1601" lry="1842" ulx="297" uly="1803">schiedenen und lebhaften Kritik am Studienprogramm und in einer wah-</line>
        <line lrx="1420" lry="1889" ulx="298" uly="1848">ren Flut von Verbesserungsvorschlägen. Das ist sicher gut so.</line>
        <line lrx="1602" lry="1934" ulx="340" uly="1894">Der Grundstock für eine Bibliothek, bestehend aus etwa 1200 teils ge-</line>
        <line lrx="1600" lry="1985" ulx="299" uly="1939">kauften, teils geschenkten Bänden ist bereits aufgestellt worden. Politik,</line>
        <line lrx="1601" lry="2029" ulx="302" uly="1984">Geschichte, Geistesgeschichte, Literaturwissenschaft und Literatur sind</line>
        <line lrx="1603" lry="2079" ulx="300" uly="2030">darin gleicherweise mit verhältnismäßig wenigen, aber sorgfältig gewähl-</line>
        <line lrx="700" lry="2117" ulx="300" uly="2085">ten Werken vertreten.</line>
        <line lrx="1605" lry="2170" ulx="342" uly="2120">Der gesellschaftliche Höhepunkt war der Karneval am 10. und I11. Fe-</line>
        <line lrx="408" lry="2207" ulx="302" uly="2177">bruar.</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1199" lry="332" type="textblock" ulx="207" uly="233">
        <line lrx="1199" lry="274" ulx="245" uly="233">An wissenschaftlichen Veranstaltungen fanden statt:</line>
        <line lrx="879" lry="332" ulx="207" uly="292">ı. Vorlesungen und Kolloquien:</line>
      </zone>
      <zone lrx="1507" lry="873" type="textblock" ulx="205" uly="345">
        <line lrx="1506" lry="384" ulx="205" uly="345">Prof. Ralfs »Hegels dialektische Methode als Ausdrucksform einer natio-</line>
        <line lrx="959" lry="431" ulx="244" uly="390">nalen und übernationalen Philosophie«.</line>
        <line lrx="1394" lry="477" ulx="205" uly="435">Prof. Setschkareff »Puschkin und die westeuropäische Literatur«.</line>
        <line lrx="1506" lry="527" ulx="205" uly="480">Prof. Tiemann »Deutsch-französische Literaturbeziehungen im 19. und</line>
        <line lrx="556" lry="564" ulx="246" uly="526">20. Jahrhundert«,</line>
        <line lrx="1506" lry="608" ulx="205" uly="571">Prof. Rohrbach »Die innerer Verwandtschaft des deutschen und des euro-</line>
        <line lrx="608" lry="655" ulx="245" uly="617">päischen Problems«.</line>
        <line lrx="1436" lry="705" ulx="205" uly="662">Priv.-Doz. Dr. Kleinstück »Chaucer und die europäische Literatur«.</line>
        <line lrx="1187" lry="748" ulx="205" uly="707">Historiker-Ringvorlesung »Europa und die Nationen«.</line>
        <line lrx="1336" lry="795" ulx="205" uly="753">Prof. Harmsen »Europäische Flüchtlingsprobleme« — Seminar.</line>
        <line lrx="1507" lry="841" ulx="206" uly="798">Prof. Kühnau »Europäische Ernährungsprobleme in Gegenwart und Zu-</line>
        <line lrx="581" lry="873" ulx="245" uly="844">kunft.« — Seminar.</line>
      </zone>
      <zone lrx="760" lry="940" type="textblock" ulx="205" uly="902">
        <line lrx="760" lry="940" ulx="205" uly="902">2. Arbeitsgemeinschaften:</line>
      </zone>
      <zone lrx="1508" lry="1832" type="textblock" ulx="203" uly="956">
        <line lrx="1354" lry="1000" ulx="204" uly="956">Dieter Danckwortt »Jugend und internationale Verständigung«.</line>
        <line lrx="1295" lry="1035" ulx="205" uly="1001">Hans-Hermann Lutzke »Marxismus in Theorie und Praxis«,</line>
        <line lrx="1327" lry="1080" ulx="207" uly="1047">Günther von Bremen »Aufbau und Arbeit der Montanunion«.</line>
        <line lrx="1505" lry="1135" ulx="203" uly="1092">Wolfgang Kramer »Grundsätzliche Aspekte des heutigen Kolonialproblems«.</line>
        <line lrx="1318" lry="1179" ulx="205" uly="1138">Eckart Heimendahl »Ziele und Möglichkeiten der UNESCO«.</line>
        <line lrx="1507" lry="1225" ulx="204" uly="1183">Dr. Walter Spoerri »Die Anfänge des europäischen Denkens bei den Grie-</line>
        <line lrx="352" lry="1257" ulx="245" uly="1228">chen«.</line>
        <line lrx="1078" lry="1315" ulx="204" uly="1273">Dr. Kuno/Raeber »Weltpolitisches Kolloquium«.</line>
        <line lrx="818" lry="1373" ulx="204" uly="1331">3. Sonstige Veranstaltungen:</line>
        <line lrx="1370" lry="1429" ulx="204" uly="1385">Dr. Walter Fabia, Zürich, »Die Schweiz im werdenden Europa«.</line>
        <line lrx="1507" lry="1474" ulx="204" uly="1430">Dr. Alfred Mozer, Amsterdam, »Die Wandlungen der ideologischen Struk-</line>
        <line lrx="923" lry="1509" ulx="246" uly="1476">tur des demokratischen Sozialismus«.</line>
        <line lrx="1448" lry="1566" ulx="205" uly="1522">Dr. H. G. Adler, London, »Zur Soziologie des Konzentrationslagers«.</line>
        <line lrx="1464" lry="1605" ulx="206" uly="1567">Prof. Peeters, Gent und Hannover, »Das Wesen des Totalitarismus«.</line>
        <line lrx="1507" lry="1656" ulx="206" uly="1613">Prinz Karl Anton Rohan, Wien, »Die europäische Lage und die deutsch-</line>
        <line lrx="800" lry="1698" ulx="245" uly="1658">österreichischen Beziehungen«.</line>
        <line lrx="1080" lry="1745" ulx="204" uly="1703">Dr. Rolf-Dietrich Keil »Der unbekannte Gogol«.</line>
        <line lrx="1508" lry="1791" ulx="205" uly="1748">Ernst, B. Steffan, Zürich, »Braucht das neue Europa eine neue Gesell-</line>
        <line lrx="560" lry="1832" ulx="245" uly="1793">schaftsordnung ?«</line>
      </zone>
      <zone lrx="1439" lry="1890" type="textblock" ulx="204" uly="1851">
        <line lrx="1439" lry="1890" ulx="204" uly="1851">4. Zu Diskussionen mit den Studenten kamen außerdem:</line>
      </zone>
      <zone lrx="1507" lry="2173" type="textblock" ulx="205" uly="1907">
        <line lrx="1507" lry="1949" ulx="207" uly="1907">Georg Nelson, Leiter der Wirtschaftsabteilung des Generalsekretariates</line>
        <line lrx="789" lry="1993" ulx="245" uly="1953">des Europa-Rates, Straßburg.</line>
        <line lrx="1504" lry="2041" ulx="205" uly="1998">Ernst Friedlaender, Präsident der Europa-Union Deutschland e.V., Bonn.</line>
        <line lrx="677" lry="2080" ulx="206" uly="2043">Prof. Kuehener, München.</line>
        <line lrx="895" lry="2126" ulx="206" uly="2088">Rainer Maria Wallisfurth, Wiesbaden.</line>
        <line lrx="1425" lry="2173" ulx="205" uly="2134">Februar 1956 Dr. K. Raeber</line>
      </zone>
    </surface>
    <surface n="43" type="page" xml:id="s_UAT_206_12_43">
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      <zone lrx="1405" lry="314" type="textblock" ulx="466" uly="224">
        <line lrx="1405" lry="255" ulx="466" uly="224">AUS DEM COLLEGIUM ACADEMICUM DER</line>
        <line lrx="1242" lry="314" ulx="588" uly="278">UNIVERSITÄT HEIDELBERG</line>
      </zone>
      <zone lrx="1597" lry="2165" type="textblock" ulx="280" uly="359">
        <line lrx="1586" lry="399" ulx="326" uly="359">Die äußeren Daten und Fakten sind schnell berichtet. Von Wichtigkeit</line>
        <line lrx="1588" lry="445" ulx="280" uly="404">sind sie ohnehin nur insoweit, als sie signifikant sind für eine lebendig</line>
        <line lrx="1588" lry="490" ulx="284" uly="450">bleibende und lebendig sich entw1ckelnde das Haus bestimmende und</line>
        <line lrx="723" lry="536" ulx="284" uly="495">prägende geistige Kraft.</line>
        <line lrx="1588" lry="582" ulx="328" uly="539">Im Oktober/November 1955 reisten zwanzig Kolleg13ten durch viele</line>
        <line lrx="1588" lry="625" ulx="284" uly="585">englische Universitätsstädte und führten dort zur Freude beider Teile</line>
        <line lrx="1588" lry="670" ulx="285" uly="629">Lessings »Minna von Barnhelm« auf. — Das Haus feierte seine beiden</line>
        <line lrx="1589" lry="716" ulx="284" uly="674">Winterfeste, es gab Konzerte, Vorträge, Debatten. — Fünf Arbeitsgemein-</line>
        <line lrx="1589" lry="759" ulx="284" uly="719">schaften bemühten sich unter Mitarbeit von etwa sechzig Kollegiaten um</line>
        <line lrx="1588" lry="808" ulx="285" uly="764">die Erhellung und Ergründung des Widerstandes gegen die Staatsgewalt,</line>
        <line lrx="1590" lry="851" ulx="285" uly="809">insbesondere die des Nationalsozialismus. Unter philosophischem (Pla-</line>
        <line lrx="1590" lry="898" ulx="286" uly="854">tons Apologie), soziologischem, historischem und biographischem (die</line>
        <line lrx="1590" lry="943" ulx="286" uly="900">Männer des 20. Juli 1944), theologischem (Luther und die Obrigkeit) und</line>
        <line lrx="1588" lry="989" ulx="286" uly="944">literarischem (die Funktion der literarischen Emigration [Thomas Mann])</line>
        <line lrx="1591" lry="1034" ulx="291" uly="989">Aspekt wurde mit Verstand und Leidenschaft um dieses unerbittlich uns</line>
        <line lrx="1591" lry="1078" ulx="290" uly="1034">sich stellende Thema gerungen. Fabian von Schlabrendorff sprach vor dem</line>
        <line lrx="1592" lry="1122" ulx="291" uly="1080">Haus über den »20. Juli 1944 und die Gegenwart«; der Film von der Volks-</line>
        <line lrx="1592" lry="1170" ulx="290" uly="1125">gerichtsverhandlung gegen die Männer des 20. Juli erschütterte und</line>
        <line lrx="1593" lry="1215" ulx="290" uly="1170">packte alle. Eine gemeinsame Diskussion gegen Ende des Semesters ver-</line>
        <line lrx="1591" lry="1254" ulx="290" uly="1215">suchte dasErkannte zu ordnen und erregte noch einmalGeister und Herzen.</line>
        <line lrx="1593" lry="1303" ulx="332" uly="1260">Es zeigt sich gerade an den Erfahrungen dieses Semesters, daß gemein-</line>
        <line lrx="1594" lry="1349" ulx="290" uly="1306">same Bemühungen dieser Art unendlich viel zur Formung und Prägung</line>
        <line lrx="1593" lry="1394" ulx="289" uly="1350">eines Gemeingeistes beitragen, der für das Gedeihen unserer Collegien die</line>
        <line lrx="1594" lry="1438" ulx="290" uly="1396">selbstverständliche und notwendige Voraussetzung ist. Zwar ist diese Er-</line>
        <line lrx="1594" lry="1484" ulx="290" uly="1440">kenntnis gewiß nicht neu; indessen findet sich doch nicht jederzeit das</line>
        <line lrx="1593" lry="1524" ulx="290" uly="1486">Instrumentarium, mit dessen Hilfe man sie verwirklichen kann. Nur in</line>
        <line lrx="1594" lry="1574" ulx="289" uly="1531">seltenen Fällen fügen sich die Elemente zusammen, die hier gemein-</line>
        <line lrx="1595" lry="1618" ulx="289" uly="1576">schaftliches Tun ermöglichen: Das Thema muß wissenschaftlicher Natur</line>
        <line lrx="1595" lry="1662" ulx="289" uly="1621">sein und dennoch von Aktualität vibrieren. Es muß streng wissenschaft-</line>
        <line lrx="1595" lry="1711" ulx="288" uly="1667">lich unter einzelnen Aspekten zu analysieren sein und dennoch über all</line>
        <line lrx="1595" lry="1758" ulx="288" uly="1713">diese Einzelaspekte hinausdrängen. Es muß einem halben Dutzend ver-</line>
        <line lrx="1595" lry="1800" ulx="288" uly="1758">schiedener wissenschaftlicher Arbeitsgemeinschaften Nahrung geben und</line>
        <line lrx="1595" lry="1842" ulx="289" uly="1803">dennoch die Gemeinsamkeit des Ansatzpunktes zwischen all diesen Ar-</line>
        <line lrx="1596" lry="1891" ulx="288" uly="1848">beitskreisen verschiedener Disziplinen deutlich machen. Es muß sie also ver-</line>
        <line lrx="1596" lry="1938" ulx="288" uly="1896">klammern und darf kein»Rahmenthema«, entsprossen aus Verlegenheit und</line>
        <line lrx="1595" lry="1985" ulx="289" uly="1941">Harmonisierungswillen, sein; es muß anderseits jeder wissenschaftlichen</line>
        <line lrx="1594" lry="2030" ulx="289" uly="1987">Betrachtung selbständige und autonome Arbeitsmöglichkeiten geben.</line>
        <line lrx="1597" lry="2075" ulx="332" uly="2032">So gesehen, handelt es sich bei der Frage des Widerstandes gegen Hitler</line>
        <line lrx="1597" lry="2112" ulx="288" uly="2078">und den Nationalsozialismus um ein Thema, das als wissenschaftliche wie</line>
        <line lrx="1597" lry="2165" ulx="288" uly="2122">als moralische Aufgabe jeden einzelnen fordert und ihn zur Stellung-</line>
      </zone>
      <zone lrx="963" lry="2245" type="textblock" ulx="926" uly="2223">
        <line lrx="963" lry="2245" ulx="926" uly="2223">10</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1527" lry="1789" type="textblock" ulx="212" uly="217">
        <line lrx="1514" lry="259" ulx="212" uly="217">nahme zwingt. Solchermaßen ist es fähig, der Unverbindlichkeit des Ne-</line>
        <line lrx="1515" lry="302" ulx="213" uly="262">beneinander-Hin-Studierens und -Lebens die »Mitte« zu geben, die wir</line>
        <line lrx="1513" lry="351" ulx="214" uly="307">angeblich verloren haben. und nach der wir immer auf dem Weg sind.</line>
        <line lrx="1516" lry="394" ulx="255" uly="352">Allerdings darf dabei nicht verkannt werden, daß die Voraussetzung für</line>
        <line lrx="1515" lry="438" ulx="214" uly="398">ein Gelingen solcher Bemühungen die Mitarbeit von Universitätsdozenten</line>
        <line lrx="1515" lry="482" ulx="214" uly="443">ist, die kontinuierlich — d. h. wöchentlich einen Abend — mit ihrer Gruppe</line>
        <line lrx="1516" lry="522" ulx="215" uly="487">zusammenarbeiten und darüber hinaus den Wert ihrer Einzelarbeit für die</line>
        <line lrx="1517" lry="577" ulx="214" uly="533">größere Gemeinschaft spüren und hervorheben. Das Collegium Academi-</line>
        <line lrx="1462" lry="621" ulx="215" uly="579">cum ist in der glücklichen Lage, über einen solchen »Stab« zu verfügen.</line>
        <line lrx="1517" lry="663" ulx="258" uly="624">Es fühlt sich weiterhin bereichert durch drei Tutoren, die konsequent</line>
        <line lrx="1519" lry="712" ulx="216" uly="669">und hartnäckig den Staatsbürger im Kollegiaten anvisieren und kräftig</line>
        <line lrx="1518" lry="757" ulx="216" uly="714">nähren. — Es geschieht dies auf vielfache Weise: Staatsphilosophische und</line>
        <line lrx="1518" lry="801" ulx="216" uly="759">staatsrechtliche, historische und politisch-aktuelle Arbeitsgemeinschaften</line>
        <line lrx="1519" lry="849" ulx="221" uly="804">(Augustins Gottesstaat; das Saarproblem; das geteilte und doch unteil-</line>
        <line lrx="1519" lry="891" ulx="218" uly="849">bare Deutschland; eine Debating Society nach englisch-parlamentari-</line>
        <line lrx="1518" lry="937" ulx="218" uly="895">schem Muster usw.) sammeln kleinere und größere Gruppen um sich,</line>
        <line lrx="1520" lry="982" ulx="219" uly="941">Nicht minder wichtig aber ist die Beratung und Hilfe, die unsere Tutoren</line>
        <line lrx="1520" lry="1021" ulx="219" uly="986">dem einzelnen zuteil werden lassen, ihm dadurch helfend, mit dem Stu-</line>
        <line lrx="1521" lry="1073" ulx="219" uly="1030">dium allgemein wie mit dem Leben in der großen und kleinen Gemein-</line>
        <line lrx="651" lry="1117" ulx="220" uly="1077">schaft fertig zu werden.</line>
        <line lrx="1521" lry="1159" ulx="263" uly="1119">Hier also wird, über allen interessanten Einzelheiten, über allen Fort-</line>
        <line lrx="1522" lry="1208" ulx="221" uly="1165">schritten oder auch Rückschlägen, über allen internen Revolutionen und</line>
        <line lrx="1521" lry="1255" ulx="222" uly="1207">Lethargien, allen Festen und Veranstaltungen, über die Schätze hinaus,</line>
        <line lrx="1523" lry="1298" ulx="221" uly="1257">die sich in Bibliothek und Schallplattensammlung anreichern — hier also</line>
        <line lrx="1523" lry="1342" ulx="222" uly="1302">wird immer wieder Forderung, Bestätigung und Bewährung zu suchen</line>
        <line lrx="1524" lry="1389" ulx="222" uly="1346">sein: In der Frage, ob es gelingt, aus einer geistig-menschlichen Gemein-</line>
        <line lrx="1524" lry="1430" ulx="222" uly="1391">samkeit heraus zu leben, die mehr ist als nur ein Programm und eine von</line>
        <line lrx="1525" lry="1479" ulx="223" uly="1436">allen vorausgesetzte Selbstverständlichkeit. Das einzige all diese jungen</line>
        <line lrx="1525" lry="1523" ulx="224" uly="1481">Menschen verbindende gemeinsame Element ist ihre Arbeit, ist ihr Sta-</line>
        <line lrx="1526" lry="1567" ulx="224" uly="1527">tus als Student, ist ihr Stand als civis academicus: Von hier aus —- und nur</line>
        <line lrx="1527" lry="1612" ulx="224" uly="1573">von hier aus — müssen sie an sich und ihre Gemeinschaft herangehen. Nur</line>
        <line lrx="1527" lry="1661" ulx="225" uly="1619">von hier aus kann Gemeingeist und Gemeinwesen entstehen. Nur das Be-</line>
        <line lrx="1527" lry="1705" ulx="224" uly="1663">wußtsein und die Leistung gemeinsamer Arbeit wird verbinden und eini-</line>
        <line lrx="1527" lry="1754" ulx="224" uly="1709">gen können, nur die Unterordnung, nur der Dienst, nur das zuweilen auch</line>
        <line lrx="1320" lry="1789" ulx="225" uly="1754">schmerzliche Bemühen wird uns frei für uns selber machen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1447" lry="1851" type="textblock" ulx="226" uly="1808">
        <line lrx="1447" lry="1851" ulx="226" uly="1808">Februar 1956 Doz. Dr. P. Wapnewski</line>
      </zone>
      <zone lrx="1431" lry="2026" type="textblock" ulx="331" uly="1913">
        <line lrx="1273" lry="1965" ulx="485" uly="1913">AUS DEM STUDENTENWOHNHEIM</line>
        <line lrx="1431" lry="2026" ulx="331" uly="1989">DER TECHNISCHEN HOCHSCHULE KARLSRUHE</line>
      </zone>
      <zone lrx="1531" lry="2161" type="textblock" ulx="231" uly="2072">
        <line lrx="1531" lry="2107" ulx="269" uly="2072">Die Arbeit im Studentenwohnheim während des Wintersemesters</line>
        <line lrx="1531" lry="2161" ulx="231" uly="2117">1955/56 wurde neben dem steten Bemühen um geistige Betätigung in</line>
      </zone>
      <zone lrx="895" lry="2239" type="textblock" ulx="861" uly="2219">
        <line lrx="895" lry="2239" ulx="861" uly="2219">31</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1574" lry="1875" type="textblock" ulx="263" uly="219">
        <line lrx="1574" lry="265" ulx="272" uly="219">kleineren Kreisen durch den Versuch ausgezeichnet, neue Formen des ge-</line>
        <line lrx="1574" lry="305" ulx="272" uly="264">selligen Zusammenseins in den sogenannten Assistentenabenden zu ent-</line>
        <line lrx="1574" lry="349" ulx="272" uly="308">wickeln. Außer den seit langem üblichen Professorentees wurden daher</line>
        <line lrx="1574" lry="391" ulx="272" uly="352">erstmalig auch Assistenten der verschiedensten Lehrstühle der Hoch-</line>
        <line lrx="1574" lry="443" ulx="272" uly="398">schule an zwei Abenden als Gäste in das Haus gebeten, ein Gedanke, der</line>
        <line lrx="1572" lry="488" ulx="271" uly="443">nicht zuletzt in der bedeutenden Rolle begründet ist, die den Assistenten</line>
        <line lrx="1572" lry="534" ulx="271" uly="488">im Lehrbetrieb der Hochschule heute zukommt. In zwangloser äußerer</line>
        <line lrx="1573" lry="580" ulx="272" uly="533">Form traf man sich in größerem, aber begrenztem Kreis zu persönlicher</line>
        <line lrx="1572" lry="623" ulx="272" uly="578">Begegnung. Die Intensität der Gespräche steigerte sich von zunächst</line>
        <line lrx="1571" lry="663" ulx="270" uly="624">unverbindlichem Gedankenaustausch zu ernster Diskussion von echtem</line>
        <line lrx="1572" lry="716" ulx="270" uly="668">geistigem Anspruch. Der Erfolg dieser Abende wird eine Weiterführung</line>
        <line lrx="796" lry="758" ulx="270" uly="714">des Gedankens rechtfertigen.</line>
        <line lrx="1570" lry="807" ulx="312" uly="760">Im Rahmen der Abendvorträge wurde die bereits im vergangenen</line>
        <line lrx="1571" lry="853" ulx="267" uly="805">Jahre begonnene Vortragsreihe »Der Staatsbürger und die Verfassung«</line>
        <line lrx="1571" lry="889" ulx="269" uly="851">mit zwei Referaten und anschließender Diskussion über die Arbeit des</line>
        <line lrx="1570" lry="940" ulx="269" uly="895">Bundesverfassungsgerichtes abgeschlossen. Unter diesen Vorträgen fand</line>
        <line lrx="1570" lry="983" ulx="268" uly="941">besonders der wertvolle Beitrag von Regierungsdirektor Dr. Faller An-</line>
        <line lrx="1570" lry="1029" ulx="268" uly="986">klang. Den nachhaltigsten Eindruck hinterließen auch in diesem Se-</line>
        <line lrx="1570" lry="1075" ulx="268" uly="1035">mester die wiederaufgenommenen »Montagsgespräche« — nun schon eine</line>
        <line lrx="1570" lry="1120" ulx="267" uly="1079">stehende Einrichtung des Hauses —, die von einem kleinen Kreis inter-</line>
        <line lrx="1570" lry="1165" ulx="267" uly="1123">essierter Hausbewohner angeregt und durchgeführt wurden. Unter Teil-</line>
        <line lrx="1568" lry="1205" ulx="266" uly="1168">nahme von Professoren und Gästen des Hauses wurden nach einleitenden</line>
        <line lrx="1569" lry="1256" ulx="268" uly="1212">Kurzreferaten die Erziehungssysteme in den angelsächsischen Ländern</line>
        <line lrx="1569" lry="1301" ulx="266" uly="1257">und die Frage »Bildung oder Ausbildung des Studenten« behandelt, in-</line>
        <line lrx="1569" lry="1350" ulx="266" uly="1301">dem diese besonders im Bereich der Technischen Hochschulen drängen-</line>
        <line lrx="1568" lry="1393" ulx="266" uly="1346">den Fragen in offenem und ergebnisreichem Gespräch zur Diskussion</line>
        <line lrx="1569" lry="1440" ulx="266" uly="1392">standen. Auch im kommenden Semester sollen diese Abende fortgesetzt</line>
        <line lrx="1501" lry="1483" ulx="267" uly="1436">werden, falls sich jüngere Kommilitonen dieser Aufgabe annehmen.</line>
        <line lrx="1567" lry="1526" ulx="310" uly="1481">In kleineren Kreisen der Hausbewohner standen Literatur, Kunst,</line>
        <line lrx="1569" lry="1572" ulx="266" uly="1526">aktuelle Fragen und Musik im Mittelpunkt der Arbeit, so etwa im Musik-</line>
        <line lrx="1568" lry="1614" ulx="265" uly="1571">kreis eine Reihe unter dem Thema »Die Neunte Sinfonie«, in der die letz-</line>
        <line lrx="1569" lry="1660" ulx="266" uly="1617">ten sinfonischen Werke von Beethoven, Schubert, Bruckner und Mahler</line>
        <line lrx="1567" lry="1710" ulx="265" uly="1662">nach einer Einführung vorgetragen und anschließend in gemeinsamem</line>
        <line lrx="1568" lry="1756" ulx="267" uly="1708">Gespräch gedeutet wurden. Eine eigene Hauszeitung, »Die Hupe«, er-</line>
        <line lrx="1566" lry="1801" ulx="264" uly="1752">scheint seit Dezember 1955, bisher in zwei Exemplaren, und ist bemüht,</line>
        <line lrx="1568" lry="1838" ulx="264" uly="1798">die Probleme des Wohnheimes in ernster und humorvoller Weise zur Dis-</line>
        <line lrx="595" lry="1875" ulx="263" uly="1843">kussion zu stellen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1568" lry="2160" type="textblock" ulx="260" uly="1919">
        <line lrx="1568" lry="1959" ulx="305" uly="1919">Im Bereich der praktischen Arbeit konnte der notwendige Erweiterungsbau des</line>
        <line lrx="1568" lry="2001" ulx="263" uly="1960">Fahrradschuppens größtenteils aus eigenen Kräften erstellt werden. Vor allem ging</line>
        <line lrx="1567" lry="2041" ulx="262" uly="2001">auch der langgehegte Wunsch nach einem Werkstatt- und Bastelraum mit eingebau-</line>
        <line lrx="1568" lry="2075" ulx="261" uly="2042">tem Fotolabor in Erfüllung. Neben dem rastlosen Einsatz des Werkstattausschusses</line>
        <line lrx="1566" lry="2122" ulx="261" uly="2083">halfen großzügige Spenden bei der Ausstattung dieser wertvollen Einrichtung. Auch</line>
        <line lrx="1567" lry="2160" ulx="260" uly="2124">der Sport brachte erfreuliche Erfolge, insbesondere im Fußball und Basketball, so</line>
      </zone>
      <zone lrx="931" lry="2241" type="textblock" ulx="895" uly="2218">
        <line lrx="931" lry="2241" ulx="895" uly="2218">I2</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1478" lry="540" type="textblock" ulx="174" uly="230">
        <line lrx="1478" lry="265" ulx="175" uly="230">daß die Mannschaft des Wohnheimes innerhalb der Hochschule bereits einen guten</line>
        <line lrx="369" lry="301" ulx="176" uly="270">Ruf genießt.</line>
        <line lrx="1477" lry="344" ulx="216" uly="310">Die geselligen Veranstaltungen wurden nicht vernachlässigt. Zu einer schlichten</line>
        <line lrx="1477" lry="382" ulx="174" uly="350">Weihnachtsfeier fanden sich am Heiligabend ausländische Kommilitonen und Haus-</line>
        <line lrx="1477" lry="426" ulx="175" uly="391">bewohner mit dem Heimleiter und seiner Frau zusammen. Im übrigen wurden die</line>
        <line lrx="1475" lry="468" ulx="174" uly="431">alljährlich wiederkehrenden Anlässe mit entsprechenden Veranstaltungen begangen,</line>
        <line lrx="1478" lry="509" ulx="174" uly="472">so das Nikolausfest mit einem Ball und der auch in Karlsruhe lebendige Fasching</line>
        <line lrx="719" lry="540" ulx="174" uly="513">mit einem Ball und dem Kehraus.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1476" lry="1535" type="textblock" ulx="169" uly="588">
        <line lrx="1476" lry="623" ulx="215" uly="588">Der Verkehr mit anderen Wohnheimen konnte mit Hilfe der aus ver-</line>
        <line lrx="1476" lry="674" ulx="173" uly="633">schiedenen Quellen zur Verfügung stehenden Mittel bedeutend intensi-</line>
        <line lrx="1475" lry="722" ulx="174" uly="678">viert werden, Neben Besuchen im Collegium Academicum in Heidelberg</line>
        <line lrx="1475" lry="766" ulx="173" uly="723">konnten zwei Bewohner zum Nikolausfest des Collegium Gentium nach</line>
        <line lrx="1475" lry="809" ulx="174" uly="768">Marburg fahren, zwei weitere Delegationen nahmen an der Filmwoche</line>
        <line lrx="1476" lry="857" ulx="172" uly="814">und am Fasching im Mainzer Kolleg teil. Zum Hausfasching konnten wir</line>
        <line lrx="1475" lry="903" ulx="172" uly="860">eine Mainzer Delegation empfangen, zum letzten Montagsgespräch des</line>
        <line lrx="1411" lry="948" ulx="175" uly="905">Semesters erwarten wir Gäste aus dem Leibniz-Kolleg in Tübingen.</line>
        <line lrx="1476" lry="991" ulx="213" uly="950">Die eigentlichen Probleme des Hauses liegen auch weiterhin in der</line>
        <line lrx="1474" lry="1036" ulx="173" uly="996">Frage der Verantwortlichkeit des einzelnen gegenüber der Gemeinschaft,</line>
        <line lrx="1475" lry="1082" ulx="171" uly="1040">die bei vielen Kommilitonen noch keineswegs ernst genug ins Bewußtsein</line>
        <line lrx="1475" lry="1124" ulx="170" uly="1085">gedrungen ist. Neben die grundsätzliche Bereitschaft zur Mitarbeit muß</line>
        <line lrx="1475" lry="1171" ulx="171" uly="1130">hier — bei voller Wahrung des freiheitlichen Prinzips — der feste Wille zu</line>
        <line lrx="1474" lry="1217" ulx="170" uly="1175">eigener Initiative und zu persönlichem Einsatz für die Belange der Haus-</line>
        <line lrx="1475" lry="1264" ulx="170" uly="1220">gemeinschaft treten. Bei den Veranstaltungen mit spezieller Zielsetzung</line>
        <line lrx="1475" lry="1310" ulx="170" uly="1266">ist deutlich ein Nachlassen der Ausstrahlung allgemein geistiger, musi-</line>
        <line lrx="1474" lry="1355" ulx="170" uly="1312">scher und historisch-politischer Problemstellungen zu verfolgen, ohne daß</line>
        <line lrx="1474" lry="1399" ulx="170" uly="1357">sich bisher eine eindeutige Verlagerung des Schwergewichtes auf andere</line>
        <line lrx="1474" lry="1446" ulx="170" uly="1402">Aktivitäten ankündigt, und so steht dem offensichtlichen Mangel an Bil-</line>
        <line lrx="1475" lry="1491" ulx="170" uly="1447">dungsbedürfnis im herkömmlichen Sinne noch keine sinnfällige Be-</line>
        <line lrx="1181" lry="1535" ulx="169" uly="1492">mühung um neue, richtungweisende Inhalte gegenüber.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1391" lry="1589" type="textblock" ulx="171" uly="1547">
        <line lrx="1391" lry="1589" ulx="171" uly="1547">Februar 1956 Dipl.-Ing. D. Leistikow</line>
      </zone>
      <zone lrx="1374" lry="1720" type="textblock" ulx="265" uly="1688">
        <line lrx="1374" lry="1720" ulx="265" uly="1688">AUS DEM CHRISTIAN-ALBRECHT-HAUS IN KIEL</line>
      </zone>
      <zone lrx="1474" lry="2170" type="textblock" ulx="168" uly="1759">
        <line lrx="1473" lry="1799" ulx="211" uly="1759">Unter Verzicht auf einen Überblick über die laufende Semesterarbeit</line>
        <line lrx="1474" lry="1853" ulx="169" uly="1809">soll hier von zwei Ereignissen berichtet werden, die in ihrer Auswirkung</line>
        <line lrx="1473" lry="1896" ulx="169" uly="1855">für die ganze Hausgemeinschaft im WS 55/56 von entscheidender Be-</line>
        <line lrx="1473" lry="1940" ulx="169" uly="1901">deutung waren und für viele Hausbewohner zum eindrucksvollsten Er-</line>
        <line lrx="746" lry="1979" ulx="168" uly="1946">lebnis dieses Semesters wurden.</line>
        <line lrx="1473" lry="2035" ulx="210" uly="1992">Anfang November unternahmen fündundzwanzig Hausbewohner zu-</line>
        <line lrx="1473" lry="2071" ulx="168" uly="2037">sammen mit fünfzehn Bewohnern der drei anderen Kieler Studenten-</line>
        <line lrx="1473" lry="2120" ulx="168" uly="2081">heime eine Exkursion nach Berlin, die durch einen Bundeszuschuß für</line>
        <line lrx="1473" lry="2170" ulx="168" uly="2127">staatspolitische Bildung ermöglicht wurde. Der einwöchige Aufenthalt in</line>
      </zone>
      <zone lrx="841" lry="2259" type="textblock" ulx="805" uly="2230">
        <line lrx="841" lry="2259" ulx="805" uly="2230">13</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1608" lry="2168" type="textblock" ulx="297" uly="227">
        <line lrx="1600" lry="269" ulx="297" uly="227">Berlin (West und Ost) brachte viele unserer deutschen und ausländischen</line>
        <line lrx="1599" lry="313" ulx="300" uly="272">Studierenden zum ersten Mal in ganz unmittelbare Berührung mit den</line>
        <line lrx="1600" lry="357" ulx="297" uly="317">ernsten Problemen, die uns durch die Zweiteilung Deutschlands aufge-</line>
        <line lrx="1601" lry="404" ulx="297" uly="362">geben sind. Den nachhaltigsten Eindruck hinterließ bei den meisten die</line>
        <line lrx="1601" lry="448" ulx="298" uly="407">Teilnahme am Bundesnotaufnahmeverfahren. Sie erhielten die Möglich-</line>
        <line lrx="1602" lry="494" ulx="299" uly="452">keit, bei der Flüchtlingsbefragung, der Beratung und Entscheidung der</line>
        <line lrx="1601" lry="539" ulx="298" uly="498">Aufnahmekommissionen zugegen zu sein, und durften selbst Fragen stel-</line>
        <line lrx="1601" lry="580" ulx="299" uly="543">len, wobei sie in nahezu allen Fällen feststellen konnten, daß nicht ma-</line>
        <line lrx="1601" lry="628" ulx="300" uly="588">terielle Not, sondern psychische Erschöpfung der Aufnahmesuchenden</line>
        <line lrx="1602" lry="665" ulx="299" uly="633">— meist einfache Menschen aus dem Bauernstande oder kleinere Beamte —</line>
        <line lrx="1601" lry="719" ulx="300" uly="677">der Fluchtgrund war. Einige Exkursionsteilnehmer gerieten zufällig in</line>
        <line lrx="1601" lry="764" ulx="300" uly="722">eine Massenkundgebung der FDJ im Ostsektor und wurden so Augen-</line>
        <line lrx="1601" lry="809" ulx="300" uly="768">zeugen der für die Jugend der SBZ so gefährlichen Massenbeeinflussung,</line>
        <line lrx="1603" lry="846" ulx="300" uly="813">der sich zu entziehen sie auf die Dauer kaum imstande ist und die wir</line>
        <line lrx="1601" lry="897" ulx="300" uly="858">sonst nur hin und wieder in sowjetzonalen Filmen zu sehen bekommen.</line>
        <line lrx="1603" lry="942" ulx="341" uly="904">Auf diese in Berlin empfangenen starken Eindrücke traf dann Mitte</line>
        <line lrx="1603" lry="988" ulx="299" uly="949">Januar der Besuch von zwanzig Studenten aus der SBZ, die auf Ein-</line>
        <line lrx="1603" lry="1035" ulx="300" uly="994">ladung des Kieler Arbeitskreises für gesamtdeutsche Beziehungen sich</line>
        <line lrx="1604" lry="1077" ulx="300" uly="1041">eine Woche in Kiel aufhielten. Sie kamen aus Greifswald, Wismar und</line>
        <line lrx="1604" lry="1127" ulx="301" uly="1087">Leipzig; fünf Leipziger Juristen vertraten unter ihnen ganz zweifellos die</line>
        <line lrx="1604" lry="1172" ulx="301" uly="1133">bestgeschulte intellektuelle Führungsschicht der sog. DDR. Zwei Greifs-</line>
        <line lrx="1604" lry="1208" ulx="300" uly="1178">walder Studenten wohnten in unserem Hause. Am ersten Abend fand ein</line>
        <line lrx="1604" lry="1263" ulx="301" uly="1222">gemeinsames Essen der Gäste mit Mitgliedern des Arbeitskreises im</line>
        <line lrx="1604" lry="1302" ulx="303" uly="1267">Hause statt, auch wurden zwei Diskussionsabende einmal mit Studenten</line>
        <line lrx="1605" lry="1353" ulx="302" uly="1312">der Kieler Universität, einmal mit Vertretern der Landesregierung und</line>
        <line lrx="1605" lry="1398" ulx="302" uly="1357">der Presse bei uns veranstaltet. Im Programm nicht vorgesehen war die</line>
        <line lrx="1605" lry="1443" ulx="304" uly="1401">starke Einbeziehung unserer Hausgemeinschaft in die Diskussionen mit</line>
        <line lrx="1606" lry="1486" ulx="303" uly="1446">den SBZ-Studenten, sie ergab sich aber sofort. Bereits am ersten Abend</line>
        <line lrx="1605" lry="1533" ulx="304" uly="1490">fanden harte Diskussionen der Hausbewohner mit den Gästen bis spät</line>
        <line lrx="1605" lry="1576" ulx="303" uly="1536">in die Nacht statt, die beim Frühstück fortgesetzt wurden und erst mit</line>
        <line lrx="1605" lry="1617" ulx="303" uly="1580">der Abreise der Gäste endeten. Versucht wurde, unseren Hausball, der in</line>
        <line lrx="1606" lry="1666" ulx="303" uly="1625">die Zeit des Besuches fiel und zu dem wir etwas voreilig die SBZ-Stu-</line>
        <line lrx="1604" lry="1711" ulx="303" uly="1671">denten eingeladen hatten, von politischen Diskussionen frei zu halten,</line>
        <line lrx="1606" lry="1755" ulx="303" uly="1716">was nur zum Teil gelang. Wußte man hier auch, daß alle Gäste für diesen</line>
        <line lrx="1606" lry="1801" ulx="304" uly="1761">Besuch sorgfältig ausgesucht und geschult waren, so erschütterte doch</line>
        <line lrx="1606" lry="1849" ulx="303" uly="1805">zutiefst die Unmöglichkeit, irgendwann im Gespräch noch eine gemein-</line>
        <line lrx="1607" lry="1895" ulx="303" uly="1851">same Basis für eine Verständigung zu finden, und die Perfektionierung</line>
        <line lrx="1608" lry="1940" ulx="303" uly="1897">im Auslöschen jeder selbständigen Meinungsbildung. Das Fehlen einer</line>
        <line lrx="1608" lry="1987" ulx="303" uly="1943">Ansprechbarkeit in rein menschlichen Bereichen machte das Gefühl der</line>
        <line lrx="1607" lry="2032" ulx="304" uly="1989">Entfremdung so vollkommen, wie es keiner unter Studenten eines Volkes</line>
        <line lrx="800" lry="2078" ulx="305" uly="2035">für möglich gehalten hätte.</line>
        <line lrx="1608" lry="2122" ulx="346" uly="2079">Einmal in dieser unmittelbaren Konfrontierung zu erfahren, mit wel-</line>
        <line lrx="1608" lry="2168" ulx="304" uly="2125">chen Kräften man innerhalb der akademischen Jugend der SBZ zu rech-</line>
      </zone>
      <zone lrx="978" lry="2255" type="textblock" ulx="941" uly="2226">
        <line lrx="978" lry="2255" ulx="941" uly="2226">14</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1489" lry="892" type="textblock" ulx="185" uly="218">
        <line lrx="1485" lry="257" ulx="185" uly="218">nen hat, war für unsere Hausbewohner ein großer Gewinn dieses Be-</line>
        <line lrx="1486" lry="303" ulx="185" uly="263">suches, der auf der anderen Seite für unsere Flüchtlingsstudenten aus der</line>
        <line lrx="1486" lry="348" ulx="189" uly="308">SBZ aber so große Gefahren in sich barg, daß von einer Wiederholung</line>
        <line lrx="1486" lry="392" ulx="186" uly="353">Abstand genommen werden muß. Es zeigte sich nämlich, daß sich die</line>
        <line lrx="1487" lry="438" ulx="188" uly="398">Gäste eingehend für die Adressen und den Ausbildungsgang einzelner</line>
        <line lrx="1486" lry="484" ulx="189" uly="442">SBZ-Flüchtlinge — wie sie sagen »Republikflüchtige« — interessierten</line>
        <line lrx="1486" lry="529" ulx="186" uly="488">und geschickte Fangfragen stellten, die uns ernsthaft für die Sicherheit</line>
        <line lrx="1487" lry="575" ulx="187" uly="534">unserer Flüchtlingsstudenten bei Besuchen in der Zone und für ihre An-</line>
        <line lrx="800" lry="620" ulx="186" uly="581">gehörigen drüben fürchten ließen.</line>
        <line lrx="1488" lry="663" ulx="229" uly="624">Für die Zukunft wird stärker versucht werden müssen, diejenigen Stu-</line>
        <line lrx="1488" lry="702" ulx="187" uly="669">denten in der SBZ bei Besuchen drüben zu erreichen und nach dem We-</line>
        <line lrx="1488" lry="753" ulx="187" uly="714">sten einzuladen, die sich innerlich noch nicht für das östliche Regime ent-</line>
        <line lrx="1489" lry="800" ulx="188" uly="760">schieden haben und die in ihrer Isoliertheit gestärkt werden müssen, da-</line>
        <line lrx="1488" lry="846" ulx="188" uly="805">mit sie nicht eines Tages vereinsamt und vom Westen enttäuscht dem</line>
        <line lrx="1487" lry="892" ulx="188" uly="850">ständigen Drucke nachgeben und sich für die Parteidoktrin entscheiden.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1407" lry="947" type="textblock" ulx="189" uly="906">
        <line lrx="1407" lry="947" ulx="189" uly="906">Februar 1956 Ch. Brandt</line>
      </zone>
      <zone lrx="1379" lry="1048" type="textblock" ulx="288" uly="1008">
        <line lrx="1379" lry="1048" ulx="288" uly="1008">AUS DEM STUDENTENHEIM OLSHAUSEN, KÖLN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1497" lry="2159" type="textblock" ulx="190" uly="1076">
        <line lrx="1491" lry="1115" ulx="232" uly="1076">Einem Wunsch von Herrn Prof. Fuchs und Herrn Fremerey, die uns</line>
        <line lrx="1492" lry="1161" ulx="190" uly="1121">am I. Februar besuchten, folgend, und bewegt durch viele finanziell wenig</line>
        <line lrx="1492" lry="1208" ulx="190" uly="1167">günstige Berichte auf der diesjährigen Göttinger Tagung des Förderer-</line>
        <line lrx="1491" lry="1252" ulx="191" uly="1211">kreises, möchte ich in diesem Heft nur ganz kurz über unser Winter-</line>
        <line lrx="1492" lry="1298" ulx="190" uly="1257">semester-Programm berichten und dann etwas über unsere Wirtschaft-</line>
        <line lrx="448" lry="1344" ulx="190" uly="1304">lichkeit sagen.</line>
        <line lrx="1492" lry="1389" ulx="232" uly="1348">Die Mehrzahl der durchgeführten Veranstaltungen hatte politischen</line>
        <line lrx="1493" lry="1433" ulx="192" uly="1394">Charakter. In einer Arbeitsgemeinschaft wurde, unterstützt durch zwei</line>
        <line lrx="1493" lry="1479" ulx="193" uly="1439">Vortrags- und Diskussionsabende mit Prof. Kofler, der Marxismus von</line>
        <line lrx="1494" lry="1525" ulx="192" uly="1484">der philosophischen und wirtschaftlichen Seite beleuchtet (Fortsetzung</line>
        <line lrx="1494" lry="1569" ulx="192" uly="1529">im SS). Auf dem Programm stand ferner ein Vortrag über »Die Mittel und</line>
        <line lrx="1494" lry="1614" ulx="193" uly="1574">Methoden der Jugendbeeinflussung in der DDR«. Alle diese Veranstal-</line>
        <line lrx="1494" lry="1661" ulx="193" uly="1619">tungen hatten indirekt die Aufgabe, als Vorbereitung für eine achttägige</line>
        <line lrx="1495" lry="1705" ulx="195" uly="1664">Studienfahrt nach Berlin zu dienen, veranstaltet von der »Arbeitsgemein-</line>
        <line lrx="1496" lry="1751" ulx="192" uly="1710">schaft Kölner Studentenheime«. Ihre Vorbereitung und Durchführung</line>
        <line lrx="1495" lry="1797" ulx="193" uly="1755">lag in den Händen des Tutors und Seniors unseres Heimes. Durch die</line>
        <line lrx="1495" lry="1842" ulx="194" uly="1801">Fahrt sollte jedem Teilnehmer die Möglichkeit gegeben werden, theore-</line>
        <line lrx="1494" lry="1887" ulx="193" uly="1846">tisch und praktisch Einblick in die Verhältnisse der DDR zu nehmen.</line>
        <line lrx="909" lry="1931" ulx="194" uly="1891">Die Studienfahrt war ein voller Erfolg.</line>
        <line lrx="1496" lry="1974" ulx="235" uly="1935">Nun etwas zu unserem »Wirtschaftswunder«, das wirklich kein Wunder</line>
        <line lrx="1497" lry="2024" ulx="194" uly="1981">ist, sondern einfach auf äußerster Sparsamkeit und Ausnutzung aller</line>
        <line lrx="1496" lry="2068" ulx="195" uly="2027">Möglichkeiten beruht. Wir haben uns vor Erbauung des Heimes ver-</line>
        <line lrx="1497" lry="2114" ulx="195" uly="2072">pflichtet, Zinsen und Tilgungen pünktlich zu zahlen, Abschreibungen zu</line>
        <line lrx="1497" lry="2159" ulx="195" uly="2117">machen, jedoch ohne Zuschüsse auszukommen. Die Reparaturkosten</line>
      </zone>
      <zone lrx="869" lry="2249" type="textblock" ulx="831" uly="2217">
        <line lrx="869" lry="2249" ulx="831" uly="2217">15</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1609" lry="1700" type="textblock" ulx="299" uly="220">
        <line lrx="1608" lry="266" ulx="305" uly="220">gehen natürlich auch zu unseren Lasten. Unter diesem Gesichtspunkt</line>
        <line lrx="1159" lry="304" ulx="306" uly="264">stellte ich unsere Rentabilitätsberechnung auf:</line>
        <line lrx="1608" lry="354" ulx="348" uly="309">Unsere Mietpreise: 3-Bettzimmer 30.—, 2-Bettzimmer 35.-, Einzel-</line>
        <line lrx="1609" lry="394" ulx="305" uly="354">zimmer 45.- DM. Falls die Studenten während der Ferien nicht hier blei-</line>
        <line lrx="1608" lry="446" ulx="306" uly="399">ben, sind sie verpflichtet, ihre Zimmer zur anderweitigen Vermietung frei-</line>
        <line lrx="1461" lry="485" ulx="305" uly="444">zugeben. Die Ferienmieten sind dann: 15.-, 20.- und 28.- DM.</line>
        <line lrx="1608" lry="529" ulx="347" uly="489">Unsere großen Keller werden für Sportzwecke und Festlichkeiten ver-</line>
        <line lrx="1608" lry="576" ulx="305" uly="534">mietet. Außerdem schafften wir 50 Luftmatratzen an, auf denen wir</line>
        <line lrx="1067" lry="620" ulx="304" uly="579">große Reisegruppen unterbringen können.</line>
        <line lrx="1608" lry="670" ulx="348" uly="625">Personal: Für 90 Studenten haben wir eine Hausdame, 3 Hausmäd-</line>
        <line lrx="1607" lry="712" ulx="305" uly="669">chen (Gehalt 40.-, 50.— und 60.- DM), einen Hausmeister, der, da er Ne-</line>
        <line lrx="1606" lry="759" ulx="305" uly="711">benbeschäftigungen hat, von uns nicht voll bezahlt zu werden braucht,</line>
        <line lrx="1605" lry="808" ulx="305" uly="760">keine Buchhalterin oder Sekretärin, da ich diese Arbeiten selbst erledige.</line>
        <line lrx="1608" lry="853" ulx="307" uly="805">Geringe Verpflegungskosten für Heimleitung und Personal (2.- DM täg-</line>
        <line lrx="1606" lry="896" ulx="304" uly="851">lich). Geringe Personalvergütung und die einfache Verpflegung werden</line>
        <line lrx="1090" lry="935" ulx="303" uly="896">wettgemacht durch frohe Zusammenarbeit.</line>
        <line lrx="1605" lry="981" ulx="345" uly="941">Auf Grund meiner Anfrage auf einem Konvent, ob es die Studenten</line>
        <line lrx="1607" lry="1029" ulx="303" uly="987">entehrend fänden, ihre Fenster selbst zu putzen, ich müsse sonst eine zu-</line>
        <line lrx="1606" lry="1077" ulx="303" uly="1033">sätzliche Kraft einsetzen, beschlossen sie einstimmig, die Fenster selbst</line>
        <line lrx="1087" lry="1125" ulx="303" uly="1083">zu putzen. ;</line>
        <line lrx="1606" lry="1169" ulx="343" uly="1125">Einsparung an Stromkosten: Die Strom-Mehrkosten gegenüber</line>
        <line lrx="1607" lry="1215" ulx="302" uly="1170">dem ersten Jahr unseres Bestehens, in dem unsere Studenten noch wenig</line>
        <line lrx="1557" lry="1259" ulx="301" uly="1215">eigene elektrische Geräte hatten, werden umgelegt (Senatsbeschluß).</line>
        <line lrx="1606" lry="1298" ulx="342" uly="1260">Wäsche: Wir geben Bettwäsche nur an Ausländer und solche Studen-</line>
        <line lrx="1605" lry="1350" ulx="302" uly="1305">ten, die von zu Haus keine Wäsche bekommen können, und zwar gegen</line>
        <line lrx="905" lry="1389" ulx="302" uly="1350">Berechnung der Wäschereikosten.</line>
        <line lrx="1606" lry="1440" ulx="345" uly="1395">Größte Sparsamkeit in kleinsten Dingen (Porto, Briefpapier, Tele-</line>
        <line lrx="1606" lry="1482" ulx="301" uly="1440">fon) und in großen Dingen (durch Einsatzfreudigkeit unserer Heimbewoh-</line>
        <line lrx="1606" lry="1530" ulx="300" uly="1485">ner) ist natürlich notwendig. Wie ich schon bei unserer Tagung in Göt-</line>
        <line lrx="1605" lry="1571" ulx="300" uly="1531">tingen sagte, sind alle diese Maßnahmen nur möglich durch die verständ-</line>
        <line lrx="1605" lry="1620" ulx="299" uly="1577">nisvolle Mithilfe und das große Interesse unserer Heimbewohner, ganz</line>
        <line lrx="1604" lry="1662" ulx="299" uly="1622">besonders unserer Selbstverwaltung, denen ich auch an dieser Stelle von</line>
        <line lrx="1177" lry="1700" ulx="300" uly="1667">Herzen für ihre treue Mitarbeit danken möchte.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1522" lry="1762" type="textblock" ulx="300" uly="1721">
        <line lrx="1522" lry="1762" ulx="300" uly="1721">Februar 1956 G. Olshausen</line>
      </zone>
      <zone lrx="1278" lry="1869" type="textblock" ulx="625" uly="1836">
        <line lrx="1278" lry="1869" ulx="625" uly="1836">AUS DEM MAINZER KOLLEG</line>
      </zone>
      <zone lrx="1605" lry="2151" type="textblock" ulx="296" uly="1892">
        <line lrx="1605" lry="1933" ulx="339" uly="1892">Das Mainzer Kolleg ist im wesentlichen aus der Initiative der Stu-</line>
        <line lrx="1605" lry="1984" ulx="298" uly="1938">denten der Nachkriegsjahre und einiger Professoren hervorgegangen, de-</line>
        <line lrx="1604" lry="2029" ulx="297" uly="1983">ren gemeinsames Anliegen es war, durch die Errichtung solcher Heime</line>
        <line lrx="1602" lry="2069" ulx="297" uly="2029">die Fragen des verantwortlichen Zusammenlebens der Studenten zu</line>
        <line lrx="1601" lry="2120" ulx="296" uly="2074">lösen und die der Universität neu gestellten Bildungsaufgaben erfüllen</line>
        <line lrx="471" lry="2151" ulx="296" uly="2121">zu helfen.,</line>
      </zone>
      <zone lrx="968" lry="2243" type="textblock" ulx="932" uly="2213">
        <line lrx="968" lry="2243" ulx="932" uly="2213">16</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1481" lry="442" type="textblock" ulx="178" uly="242">
        <line lrx="1477" lry="283" ulx="218" uly="242">Das Kolleg wurde im Herbst 1953 fertiggestellt. Die Anlage ist stark gegliedert.</line>
        <line lrx="1480" lry="326" ulx="180" uly="285">140 Studierende (darunter 25 Studentinnen) sind in zwei Wohnhäusern unterge-</line>
        <line lrx="1480" lry="363" ulx="178" uly="323">bracht, die in kleine, abgeschlossene und vollständige Wohneinheiten für je 12 Stu-</line>
        <line lrx="1481" lry="401" ulx="178" uly="365">dierende unterteilt sind. Für die gemeinsamen größeren Veranstaltungen steht ein</line>
        <line lrx="571" lry="442" ulx="181" uly="413">Klubhaus zur Verfügung.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1500" lry="2190" type="textblock" ulx="181" uly="512">
        <line lrx="1481" lry="557" ulx="221" uly="512">Die nun einziehenden jüngeren Studenten legten sich in gemeinsamem</line>
        <line lrx="1482" lry="598" ulx="181" uly="558">Arbeitskreis mit Mentoren und Tutoren erneut die Frage vor: Was er-</line>
        <line lrx="1483" lry="647" ulx="181" uly="602">warten wir heute von einem gebildeten Menschen, insbesondere von</line>
        <line lrx="1481" lry="696" ulx="181" uly="648">einem gebildeten Akademiker? Und die bewußt einfache Antwort war:</line>
        <line lrx="1484" lry="741" ulx="182" uly="692">daß er fähig und bereit ist, sich selbständig und sachgemäß mit den Fra-</line>
        <line lrx="1485" lry="788" ulx="183" uly="738">gen des privaten, insbesondere aber auch des öffentlichen Lebens aus-</line>
        <line lrx="1228" lry="827" ulx="183" uly="785">einanderzusetzen, und zwar im Urteilen wie im Handeln.</line>
        <line lrx="1485" lry="877" ulx="225" uly="827">Diese Fähigkeit und Bereitschaft zu fördern, ist zwar Aufgabe der Uni-</line>
        <line lrx="1485" lry="922" ulx="185" uly="873">versität überhaupt, und, so kam man überein: die durch die Geschichte</line>
        <line lrx="1486" lry="970" ulx="185" uly="918">gewachsene Struktur der Universität ist auch heute noch lebendig und</line>
        <line lrx="1486" lry="1005" ulx="186" uly="964">muß anerkannt werden. Darüber hinaus sind jedoch der Universität</line>
        <line lrx="1487" lry="1057" ulx="186" uly="1009">durch die geistige und politische Entwicklung neue Aufgaben, insbeson-</line>
        <line lrx="1487" lry="1101" ulx="187" uly="1054">dere Bildungsaufgaben, zugewachsen, denen sie nur durch neue, ergän-</line>
        <line lrx="1487" lry="1145" ulx="188" uly="1097">zende Einrichtungen gerecht werden kann. Hier nun sah man die spezi-</line>
        <line lrx="1487" lry="1193" ulx="189" uly="1143">fische Aufgabe des Mainzer Kollegs, und in den vergangenen Semestern</line>
        <line lrx="1488" lry="1234" ulx="189" uly="1188">haben Mentoren und Bewohner gemeinsam versucht, die Bereiche heraus-</line>
        <line lrx="1489" lry="1281" ulx="189" uly="1233">zufinden, in denen das Kolleg, entsprechend seinen eigentümlichen Mög-</line>
        <line lrx="968" lry="1326" ulx="190" uly="1285">lichkeiten, besonders wirksam sein könnte.</line>
        <line lrx="1487" lry="1374" ulx="231" uly="1323">Als vordringlich und fruchtbar erwies sich die Arbeit in drei Bereichen:</line>
        <line lrx="1491" lry="1420" ulx="191" uly="1368">der allgemeinen politischen Bildung, der künstlerischen Erziehung und</line>
        <line lrx="1491" lry="1464" ulx="191" uly="1415">der Vorbereitung auf den praktischen Beruf, und die verschiedenartigsten</line>
        <line lrx="1492" lry="1509" ulx="193" uly="1460">Veranstaltungen tendierten in diese Richtungen. Zugleich stellte sich aber</line>
        <line lrx="1494" lry="1552" ulx="193" uly="1505">heraus, daß diese ergänzenden Aufgaben ganz neue und vor allem spezi-</line>
        <line lrx="1494" lry="1594" ulx="194" uly="1552">fisch andere Mittel erforderten als die in der Universität üblichen. Ohne</line>
        <line lrx="1494" lry="1647" ulx="195" uly="1596">Bindung an den streng wissenschaftlichen Lehrbetrieb, ja zunächst in</line>
        <line lrx="1495" lry="1689" ulx="194" uly="1641">bewußter Vermeidung desselben, ging das Bestreben dahin, die F ähigkeit</line>
        <line lrx="1496" lry="1730" ulx="195" uly="1687">und Bereitschaft zur Auseinandersetzung an den Phänomenen sich ent-</line>
        <line lrx="1496" lry="1778" ulx="195" uly="1732">wickeln zu lassen, die das Leben heute in seiner komplexen Vielgestaltig-</line>
        <line lrx="1497" lry="1826" ulx="196" uly="1778">keit am echtesten widerspiegeln und die ihrerseits im heutigen Leben der</line>
        <line lrx="1497" lry="1872" ulx="196" uly="1823">Zivilisation einen großen Einfluß auf den einzelnen und die öffentliche</line>
        <line lrx="1088" lry="1919" ulx="197" uly="1871">Meinung ausüben, also: Film, Presse, Rundfunk.</line>
        <line lrx="1497" lry="1955" ulx="238" uly="1914">Diese drei Phänomene werden nun einerseits als solche in größeren</line>
        <line lrx="1498" lry="2009" ulx="199" uly="1956">Veranstaltungen behandelt, um sie den Studenten überhaupt genügend</line>
        <line lrx="1498" lry="2055" ulx="198" uly="2005">zugänglich zu machen, wobei sie aber stets mit einem der drei genannten</line>
        <line lrx="1499" lry="2101" ulx="198" uly="2048">Aufgabenbereiche thematisch verbunden sind. So wurde z. B. im Winter-</line>
        <line lrx="1499" lry="2144" ulx="199" uly="2093">semester 1954/55 eine Filmwoche veranstaltet mit dem Thema: »Die Ent-</line>
        <line lrx="1500" lry="2190" ulx="199" uly="2138">wicklung des Films und seine künstlerischen Möglichkeiten«, in diesem</line>
      </zone>
      <zone lrx="871" lry="2276" type="textblock" ulx="835" uly="2245">
        <line lrx="871" lry="2276" ulx="835" uly="2245">17</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1588" lry="682" type="textblock" ulx="281" uly="236">
        <line lrx="1588" lry="287" ulx="287" uly="236">Semester wird eine gleiche Filmwoche unter dem Thema »Der politische</line>
        <line lrx="647" lry="321" ulx="285" uly="281">Film« durchgeführt.</line>
        <line lrx="1587" lry="376" ulx="325" uly="327">Andererseits aber finden in den drei Bereichen regelmäßige Veranstal-</line>
        <line lrx="1586" lry="422" ulx="284" uly="373">tungen statt, in denen Film, Presse und Rundfunk als Darbietungs- und</line>
        <line lrx="1586" lry="464" ulx="283" uly="416">Anknüpfungsmittel mannigfaltig verwendet werden. Dies läßt sich am</line>
        <line lrx="1586" lry="506" ulx="283" uly="461">besten an einem Beispiel zeigen, durch das zugleich noch verschiedene</line>
        <line lrx="1585" lry="550" ulx="283" uly="507">andere für die Art und die Richtung unseres Wirkens charakteristische</line>
        <line lrx="1586" lry="596" ulx="282" uly="552">Züge deutlich werden. Im Sommersemester 1955 wurde vom Mainzer</line>
        <line lrx="1586" lry="647" ulx="283" uly="597">Kolleg eine Wochenendtagung über den Marxismus durchgeführt. Hier</line>
        <line lrx="559" lry="682" ulx="281" uly="643">das Programm:</line>
      </zone>
      <zone lrx="1579" lry="940" type="textblock" ulx="322" uly="715">
        <line lrx="1275" lry="754" ulx="322" uly="715">Freitagabend: Defa-Film: »Ernst Thälmann.«</line>
        <line lrx="1578" lry="803" ulx="324" uly="756">Samstagmorgen: Vortrag: »Die Marxsche Sozialkritik« — Prof.</line>
        <line lrx="1180" lry="844" ulx="714" uly="805">Nell-Breuning, Frankfurt.</line>
        <line lrx="1579" lry="899" ulx="323" uly="849">Samstagnachmittag: Originalbandaufnahmen von Reden sowjetzona-</line>
        <line lrx="1577" lry="940" ulx="712" uly="894">ler Politiker-Einführung Prof. Holzamer, Mainz.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1580" lry="1077" type="textblock" ulx="322" uly="938">
        <line lrx="1580" lry="983" ulx="322" uly="938">Samstagabend: Vortrag: »Das Bild des Menschen im Marxismus«</line>
        <line lrx="1117" lry="1021" ulx="711" uly="984">— Prof. Köhler, Berlin.</line>
        <line lrx="1580" lry="1077" ulx="323" uly="1024">Sonntagmorgen: Polit. Kurzfilme aus der Sowjetzone, der Bun-</line>
      </zone>
      <zone lrx="1195" lry="1114" type="textblock" ulx="712" uly="1074">
        <line lrx="1195" lry="1114" ulx="712" uly="1074">desrepublik und den USA.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1579" lry="1913" type="textblock" ulx="268" uly="1147">
        <line lrx="1577" lry="1192" ulx="319" uly="1147">Im Anschluß an die Einzelveranstaltungen fanden Diskussionen statt.</line>
        <line lrx="1579" lry="1237" ulx="276" uly="1193">Zugleich war in einem wöchentlichen Arbeitskreis den ernster Inter-</line>
        <line lrx="1577" lry="1289" ulx="276" uly="1238">essierten die Möglichkeit gegeben, sich mit den betreffenden Fragen auch</line>
        <line lrx="1578" lry="1334" ulx="275" uly="1282">wissenschaftlich — philosophisch auseinanderzusetzen. Umfangreiche Li-</line>
        <line lrx="1578" lry="1386" ulx="275" uly="1328">teratur stand zur Verfügung. — Vorträge, Arbeitskreise und Vermittlung</line>
        <line lrx="1577" lry="1424" ulx="274" uly="1374">der wissenschaftlichen Literatur verbinden die Veranstaltungen des Kol-</line>
        <line lrx="1576" lry="1462" ulx="273" uly="1419">legs, die im übrigen in engster Zusammenarbeit mit dem Studium Ge-</line>
        <line lrx="1577" lry="1511" ulx="273" uly="1464">nerale durchgeführt werden, wieder mit dem eigentümlichen Lehrbetrieb</line>
        <line lrx="1576" lry="1553" ulx="273" uly="1509">der Universität. — Es bleibt noch zu sagen, daß bei dieser wie bei allen</line>
        <line lrx="1576" lry="1612" ulx="272" uly="1555">anderen Veranstaltungen die Initiative von den Bewohnern des Kollegs</line>
        <line lrx="1354" lry="1647" ulx="272" uly="1600">ausging, die auch Planung und Durchführung übernahmen.</line>
        <line lrx="1575" lry="1687" ulx="312" uly="1645">Diese Beispiele und die angefügte skizzenhafte Übersicht über die Ver-</line>
        <line lrx="1573" lry="1735" ulx="271" uly="1692">anstaltungen des Sommersemesters 1955 geben Einblick in den Versuch</line>
        <line lrx="1575" lry="1779" ulx="270" uly="1736">des Mainzer Kollegs, auf eine ihm eigentümliche Weise seiner Grundauf-</line>
        <line lrx="1574" lry="1831" ulx="269" uly="1782">gabe gerecht zu werden, nämlich — wie es in seiner Satzung heißt — eine</line>
        <line lrx="1573" lry="1876" ulx="269" uly="1827">Einrichtung der Universität zu sein und mit dazu beizutragen, deren</line>
        <line lrx="954" lry="1913" ulx="268" uly="1872">Ziele und Aufgaben zu verwirklichen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1494" lry="2014" type="textblock" ulx="345" uly="1963">
        <line lrx="1494" lry="2014" ulx="345" uly="1963">Veranstaltungsprogramm des Sommersemesters 1955</line>
      </zone>
      <zone lrx="829" lry="2078" type="textblock" ulx="307" uly="2037">
        <line lrx="829" lry="2078" ulx="307" uly="2037">Regelmäßige Veranstaltungen:</line>
      </zone>
      <zone lrx="1175" lry="2181" type="textblock" ulx="306" uly="2087">
        <line lrx="1004" lry="2136" ulx="308" uly="2087">Montag: Arbeitskreis Marxismus</line>
        <line lrx="1175" lry="2181" ulx="306" uly="2132">Dienstag: . Plattenkonzerte moderner Musik</line>
      </zone>
      <zone lrx="933" lry="2259" type="textblock" ulx="896" uly="2229">
        <line lrx="933" lry="2259" ulx="896" uly="2229">18</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1092" lry="422" type="textblock" ulx="214" uly="241">
        <line lrx="1092" lry="284" ulx="214" uly="241">Mittwoch: Übungsabend des Heimorchesters</line>
        <line lrx="769" lry="332" ulx="214" uly="289">Donnerstag: Ausländerabend</line>
        <line lrx="894" lry="383" ulx="215" uly="334">Freitag: Freier Aussprachekreis</line>
        <line lrx="940" lry="422" ulx="218" uly="380">Sonntag: (vierzehntäglich) Tanztee</line>
      </zone>
      <zone lrx="764" lry="483" type="textblock" ulx="216" uly="443">
        <line lrx="764" lry="483" ulx="216" uly="443">Größere Sonderveranstaltungen :</line>
      </zone>
      <zone lrx="1474" lry="722" type="textblock" ulx="215" uly="498">
        <line lrx="786" lry="538" ulx="215" uly="498">Wochenendtagung »Marxismus«</line>
        <line lrx="1474" lry="584" ulx="216" uly="538">Ausstellung moderner Malerei (Drucke) mit Führung und Filmabend</line>
        <line lrx="1239" lry="623" ulx="219" uly="587">Serenadenabend des Heimorchesters; zwei Gastkonzerte</line>
        <line lrx="778" lry="667" ulx="217" uly="635">Tennis- und Tischtennisturnier</line>
        <line lrx="1079" lry="722" ulx="217" uly="677">Dampferfahrt auf dem Rhein und Sommerball.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1478" lry="875" type="textblock" ulx="178" uly="738">
        <line lrx="1477" lry="785" ulx="218" uly="738">Die regelmäßigen Veranstaltungen fanden abends statt; die Teilnahme</line>
        <line lrx="1478" lry="829" ulx="178" uly="783">an den Veranstaltungen ist für die Heimbewohner freiwillig. Die größeren</line>
        <line lrx="1366" lry="875" ulx="178" uly="829">Veranstaltungen sind für alle Studierenden der Universität offen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1397" lry="930" type="textblock" ulx="178" uly="883">
        <line lrx="1397" lry="930" ulx="178" uly="883">November 1955 Dr. H. Schwartländer</line>
      </zone>
      <zone lrx="1417" lry="1100" type="textblock" ulx="237" uly="1009">
        <line lrx="1417" lry="1047" ulx="237" uly="1009">AUS DER WOHNHEIMSIEDLUNG MASSMANNPLATZ,</line>
        <line lrx="941" lry="1100" ulx="715" uly="1066">MÜNCHEN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1489" lry="1949" type="textblock" ulx="181" uly="1136">
        <line lrx="1482" lry="1174" ulx="221" uly="1136">Unser Haus kam als Experiment auf die Münchner Welt. Als Experiment mit dem</line>
        <line lrx="1482" lry="1217" ulx="181" uly="1177">Ziel, die Möglichkeiten des wirklichen Zusammenlebens (nicht etwa eines Neben-</line>
        <line lrx="1482" lry="1256" ulx="181" uly="1217">einanderher-Wohnens) zu erforschen und praktisch zu erproben. Stand schon beim</line>
        <line lrx="1481" lry="1300" ulx="181" uly="1259">eigenhändigen Bau des Hauses der Student neben dem jungen Handwerker auf dem</line>
        <line lrx="1483" lry="1340" ulx="184" uly="1299">Gerüst, so wohnten in der Folgezeit stets etwa gleichviel Studenten und junge Ar-</line>
        <line lrx="1484" lry="1378" ulx="182" uly="1340">beiter, Handwerker und Angestellte am Maßmannplatz. Gemeinsame Abendmahl-</line>
        <line lrx="1485" lry="1419" ulx="183" uly="1382">zeiten, Teeabende, das sich zwanglos, aber unfehlbar einstellende persönliche Ge-</line>
        <line lrx="1485" lry="1463" ulx="183" uly="1422">spräch, haben in unserem Haus eine Atmosphäre geschaffen, die in dieser Art viel-</line>
        <line lrx="1485" lry="1500" ulx="183" uly="1463">leicht einmalig genannt werden darf. Als wichtigster Grundsatz unseres im übrigen</line>
        <line lrx="1486" lry="1544" ulx="183" uly="1504">ohne jegliche »Hausordnung« gebliebenen Zuhause darf wohl die Regel angesprochen</line>
        <line lrx="1486" lry="1582" ulx="184" uly="1543">werden, daß jeder Hausbewohner das tun darf, was ihm in seiner väterlichen Familie</line>
        <line lrx="1484" lry="1623" ulx="184" uly="1583">erlaubt ist. Die positiven Auswirkungen dieser Freizügigkeit sind von einer Stärke,</line>
        <line lrx="1486" lry="1660" ulx="185" uly="1623">die die unvermeidlichen kleinen negativen nahezu völlig verschwinden läßt; und</line>
        <line lrx="1487" lry="1701" ulx="184" uly="1664">als eine der erfreulichsten Folgen ist die Tatsache auszusprechen, daß der Haus-</line>
        <line lrx="1488" lry="1742" ulx="185" uly="1705">bewohner sich bereits kurze Zeit nach seinem Einzug tatsächlich als »Familienmit-</line>
        <line lrx="1488" lry="1790" ulx="185" uly="1746">glied« zu fühlen beginnt. Daß sich dieses Gefühl naturgemäß auch besonders zwi-</line>
        <line lrx="1488" lry="1828" ulx="185" uly="1788">schen Student und Jungarbeiter auswirkt, ist von entscheidender Bedeutung für die</line>
        <line lrx="1489" lry="1863" ulx="186" uly="1829">sinnvolle Existenz unseres Hauses. Erfreulich und — wie gesagt — geradezu not-</line>
        <line lrx="1488" lry="1910" ulx="186" uly="1869">wendig ist das Fortbestehen dieses geschilderten, wirkliches Zusammenleben und</line>
        <line lrx="954" lry="1949" ulx="188" uly="1914">echtes Verstehen erst ermöglichenden Zustandes,</line>
      </zone>
      <zone lrx="1407" lry="1982" type="textblock" ulx="1208" uly="1950">
        <line lrx="1407" lry="1982" ulx="1208" uly="1950">W. Schuler</line>
      </zone>
      <zone lrx="1139" lry="2074" type="textblock" ulx="535" uly="2034">
        <line lrx="1139" lry="2074" ulx="535" uly="2034">»Ausnahme« Maßmannplatz?</line>
      </zone>
      <zone lrx="1491" lry="2185" type="textblock" ulx="189" uly="2094">
        <line lrx="1490" lry="2134" ulx="229" uly="2094">Weil uns als Sonderfall unter den Studentenheimen heute mehr als</line>
        <line lrx="1491" lry="2185" ulx="189" uly="2139">anderen Isolierung droht, erfüllt uns die brüderliche Aufnahme in den</line>
      </zone>
      <zone lrx="861" lry="2275" type="textblock" ulx="823" uly="2245">
        <line lrx="861" lry="2275" ulx="823" uly="2245">19</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1594" lry="2187" type="textblock" ulx="271" uly="241">
        <line lrx="1594" lry="280" ulx="294" uly="241">»Fördererkreis für studentisches Gemeinschaftsleben« mit Dankbarkeit</line>
        <line lrx="1594" lry="334" ulx="292" uly="286">und Zuversicht. Sie nötigt uns aber auch, die Stellung zu überprüfen, die</line>
        <line lrx="1593" lry="377" ulx="291" uly="331">wir selbst im Kreis der eng an die Universitäten angeschlossenen Kolle-</line>
        <line lrx="1593" lry="420" ulx="290" uly="376">gien einnehmen und drängt uns die Frage auf, wie wir die von dort aus-</line>
        <line lrx="1593" lry="463" ulx="290" uly="421">gehenden Impulse für uns fruchtbar machen können, ohne an die be-</line>
        <line lrx="1592" lry="507" ulx="290" uly="465">sondere Lebensform unseres Hauses zu rühren und etwa das verletzliche</line>
        <line lrx="1593" lry="565" ulx="293" uly="510">Gefüge unserer Hausgemeinschaft durch bevorzugende Herausstellung</line>
        <line lrx="1080" lry="599" ulx="289" uly="556">ihres studentischen Elements zu gefährden.</line>
        <line lrx="1589" lry="651" ulx="331" uly="601">Nun könnten wir uns bei dieser Gewissensprüfung damit beruhigen,</line>
        <line lrx="1591" lry="696" ulx="288" uly="646">daß uns der Status des Studentenwohnheims anläßlich der sog. Göttinger</line>
        <line lrx="1590" lry="732" ulx="289" uly="690">Besprechung vom November 1953 - wo man sich erstmals um eine ab-</line>
        <line lrx="1588" lry="777" ulx="287" uly="736">grenzende Definition dieses Begriffes bemühte — ausdrücklich zuerkannt</line>
        <line lrx="1588" lry="828" ulx="287" uly="781">worden ist. Da nach dieser Begriffsbestimmung zunächst nur ein Haus</line>
        <line lrx="1587" lry="868" ulx="286" uly="826">als Studentenwohnheim galt, »in welchem ausschließlich Studierende</line>
        <line lrx="1587" lry="913" ulx="285" uly="872">wohnen«, so wurde schon damals in einem besonderen Zusatz die Sonder-</line>
        <line lrx="1587" lry="967" ulx="285" uly="917">stellung von »Heimen für Studierende und Jungarbeiter vom Typ Maß-</line>
        <line lrx="1587" lry="1006" ulx="284" uly="962">mannplatz/München« festgestellt und zwar als Ausnahme, die nach dem</line>
        <line lrx="1586" lry="1048" ulx="285" uly="1007">Willen der Entschließung den wesentlichen Gemeinsamkeiten keinen</line>
        <line lrx="521" lry="1084" ulx="285" uly="1053">Abbruch tut.</line>
        <line lrx="1586" lry="1138" ulx="325" uly="1099">Eine —- wenn auch vielleicht nicht die aktuellste — dieser Gemeinsam-</line>
        <line lrx="1585" lry="1193" ulx="282" uly="1145">keiten liegt zweifellos darin, daß wir ebenso wie die Kollegien »eine enge</line>
        <line lrx="1585" lry="1240" ulx="283" uly="1190">Verbindung der Studierenden mit der Universität« bejahen und grund-</line>
        <line lrx="1583" lry="1278" ulx="282" uly="1236">sätzlich willens sind, uns in den Dienst ihrer Erziehungsidee zu stellen,</line>
        <line lrx="1585" lry="1322" ulx="281" uly="1280">sofern sie nur selbst diesen ihren Auftrag erkennt. Die Größe unserer</line>
        <line lrx="1585" lry="1372" ulx="283" uly="1325">Universität und der Typus unseres Hauses ermutigen diese Hoffnung</line>
        <line lrx="1583" lry="1409" ulx="281" uly="1370">freilich nicht. Zwar hat das Heim seit dem Tode seines Gründers Dr. Mau</line>
        <line lrx="1583" lry="1457" ulx="280" uly="1417">nach dreijähriger Verwaisung jetzt wieder einen Leiter, der Hochschul-</line>
        <line lrx="1582" lry="1498" ulx="279" uly="1461">lehrer ist ; aber es ist bezeichnend, daß er dem Hause nicht durch Vermitt-</line>
        <line lrx="1582" lry="1553" ulx="279" uly="1506">lung der Universität, sondern dank der Initiative der Selbstverwaltung</line>
        <line lrx="667" lry="1589" ulx="278" uly="1551">zugeführt worden ist.</line>
        <line lrx="1581" lry="1635" ulx="319" uly="1595">Als zweites, für uns noch wichtigeres Wesensmerkmal der Studenten-</line>
        <line lrx="1581" lry="1688" ulx="277" uly="1640">wohnheime nennt die Göttinger Definition »die Mitverantwortung der</line>
        <line lrx="1580" lry="1732" ulx="278" uly="1685">Bewohnerschaft für das Heim«, in der wir nun seit je geneigt sind, das</line>
        <line lrx="1579" lry="1771" ulx="276" uly="1730">entscheidende und durch keinerlei »Kulturbetrieb« ersetzbare Kriterium</line>
        <line lrx="1578" lry="1826" ulx="276" uly="1775">für die Lebendigkeit eines Heimes zu sehen. Wenn der Bundesjugendplan</line>
        <line lrx="1578" lry="1862" ulx="275" uly="1820">in der Selbstverwaltung schon an sich einen wertvollen Faktor staats-</line>
        <line lrx="1578" lry="1907" ulx="275" uly="1865">bürgerlicher Erziehung erblickt, so darf das wohl erst recht für ein Haus</line>
        <line lrx="1577" lry="1958" ulx="273" uly="1911">gelten, das von der gemeinsamen Verantwortung einer alle Berufe und</line>
        <line lrx="1576" lry="2004" ulx="273" uly="1957">sozialen Schichten umfassenden Bewohnerschaft getragen wird. Glauben</line>
        <line lrx="1576" lry="2043" ulx="273" uly="2003">wir doch, daß das studentische Gemeinschaftsleben keine ständische Ab-</line>
        <line lrx="1574" lry="2095" ulx="272" uly="2048">sonderung kultivieren, sondern weltoffen und gegenwartsnah sein sollte.</line>
        <line lrx="1575" lry="2136" ulx="272" uly="2094">Entsprechend dieser Forderung wurde das Haus schon von seinem Be-</line>
        <line lrx="1574" lry="2187" ulx="271" uly="2140">gründer nicht nur als Stätte der »interfakultativen« Begegnung, sondern</line>
      </zone>
      <zone lrx="943" lry="2266" type="textblock" ulx="905" uly="2244">
        <line lrx="943" lry="2266" ulx="905" uly="2244">20</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1502" lry="813" type="textblock" ulx="193" uly="228">
        <line lrx="1496" lry="268" ulx="193" uly="228">als Stätte des mitbürgerlichen Zusammenlebens schlechthin geprägt.</line>
        <line lrx="1499" lry="311" ulx="195" uly="273">Dem Unterschied zwischen den Kollegien und unserem Haus mag letzt-</line>
        <line lrx="1498" lry="358" ulx="194" uly="318">lich nur die verschiedene Betonung zugrunde liegen,die man hier und dort</line>
        <line lrx="1496" lry="404" ulx="195" uly="363">auf die beiden gleichberechtigten Aufgaben des studium generale legt:</line>
        <line lrx="1499" lry="450" ulx="195" uly="407">Während die Kollegien dank ihrer stärkeren Bezogenheit auf die Univer-</line>
        <line lrx="1500" lry="494" ulx="195" uly="447">sität vor allem eine universelle Bildung intendieren, die der Überwindung</line>
        <line lrx="1500" lry="542" ulx="195" uly="497">der spezialistischen Isolierung dient, drückt sich in der Konzeption un-</line>
        <line lrx="1500" lry="586" ulx="196" uly="543">seres Hauses ein Vorrang des staatsbürgerlichen Erziehungsgedankens</line>
        <line lrx="1349" lry="632" ulx="197" uly="588">aus, der hier vor allem praktisch gelebt und verwirklicht wird.</line>
        <line lrx="1500" lry="677" ulx="241" uly="633">So gesehen gewinnt das Tutorenprogramm für uns einen besonderen</line>
        <line lrx="1502" lry="719" ulx="197" uly="678">Wert, weil es uns wohl helfen könnte, durch Förderung des geistig-kultu-</line>
        <line lrx="1502" lry="768" ulx="197" uly="723">rellen Eigenlebens ein harmonisches Gleichgewicht zwischen diesen bei-</line>
        <line lrx="1179" lry="813" ulx="197" uly="771">den Aufgaben des studium generale zu gewährleisten.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1419" lry="868" type="textblock" ulx="200" uly="825">
        <line lrx="1419" lry="868" ulx="200" uly="825">Februar 1956 Prof. Dr. R.' v. Werz</line>
      </zone>
      <zone lrx="1363" lry="968" type="textblock" ulx="337" uly="929">
        <line lrx="1363" lry="968" ulx="337" uly="929">AUS DEM AASEEHAUS-KOLLEG IN MÜNSTER</line>
      </zone>
      <zone lrx="1510" lry="2166" type="textblock" ulx="200" uly="995">
        <line lrx="1501" lry="1036" ulx="243" uly="995">In unserem letzten Bericht wurde auf gewisse Symptome hingewiesen,</line>
        <line lrx="1504" lry="1081" ulx="200" uly="1040">die bei der erneuten Umschichtung der Jahrgänge, dem Abtreten der</line>
        <line lrx="1504" lry="1126" ulx="200" uly="1085">zweiten studentischen Nachkriegsgeneration und dem Nachrücken einer</line>
        <line lrx="1503" lry="1167" ulx="200" uly="1130">dritten im Leben des Hauses sichtbar wurden. Dieses kritische Stadium</line>
        <line lrx="1504" lry="1214" ulx="200" uly="1175">scheint durch einen neuen Ansatz überwunden zu werden. Ein aus sorg-</line>
        <line lrx="1504" lry="1265" ulx="201" uly="1220">fältigen Wahlen hervorgegangener Selbstverwaltungskörper entwickelt</line>
        <line lrx="1505" lry="1301" ulx="200" uly="1266">im Verein mit den Tutoren bedeutende Aktivität. Dieser kommt offenbar</line>
        <line lrx="1505" lry="1356" ulx="200" uly="1311">gerade seitens der Jüngeren eine unbefangene Bereitschaft zum Mit-</line>
        <line lrx="1505" lry="1400" ulx="202" uly="1356">machen entgegen, wie man sie lange nicht mehr bemerkt hat. Die</line>
        <line lrx="1505" lry="1447" ulx="203" uly="1403">Folge ist ein allgemeines »engagement«, einzeln und in Gruppen, je nach</line>
        <line lrx="1506" lry="1491" ulx="202" uly="1448">der Vielfalt der Aufgaben und Interessen. Die Vorbereitung des Winter-</line>
        <line lrx="1506" lry="1537" ulx="203" uly="1494">festes ging in wohlorganisierter Gruppenarbeit vor sich, die das gesamte</line>
        <line lrx="1505" lry="1580" ulx="204" uly="1538">Haus erfaßte; das Ergebnis war ein geglückter, beschwingter und har-</line>
        <line lrx="1506" lry="1625" ulx="203" uly="1583">monischer Abend..Dagegen erforderte die anhaltende Pflege der Haus-</line>
        <line lrx="1506" lry="1669" ulx="203" uly="1627">musik und eine erste Lesung aus eigenen dichterischen Werken die indi-</line>
        <line lrx="1507" lry="1716" ulx="204" uly="1672">viduelle Leistung des einzelnen. Liebevoll werden die kleinen Tanztees</line>
        <line lrx="1507" lry="1761" ulx="204" uly="1718">zu Festen von eigentümlichem Glanz ausgestaltet ; sie hängen zusammen</line>
        <line lrx="1505" lry="1808" ulx="204" uly="1762">mit einem gern besuchten Tanzkursus, den ein geschickter Lehrer erteilt.</line>
        <line lrx="1507" lry="1850" ulx="204" uly="1808">Dieses Semester war das innerlich ausgeglichenste, dessen sich der Unter-</line>
        <line lrx="538" lry="1890" ulx="204" uly="1860">zeichnete erinnert.</line>
        <line lrx="1507" lry="1937" ulx="247" uly="1899">Dieser innere Frieden war nützlich, denn es kamen Anstöße von außen,</line>
        <line lrx="1509" lry="1989" ulx="205" uly="1943">die eigene Gegenwirkungen hervorriefen. Man erlebt zur Zeit einen »Pri-</line>
        <line lrx="1509" lry="2034" ulx="205" uly="1990">mat der Außenpolitik«. Zunächst trat, gewissermaßen mit Verzögerungs-</line>
        <line lrx="1509" lry="2079" ulx="206" uly="2036">zündung, die lang erwartete Reaktion auf den zwei Jahre zurückliegenden</line>
        <line lrx="1509" lry="2124" ulx="208" uly="2081">Beschluß des Hauses ein, keine Angehörigen schlagender Verbindungen</line>
        <line lrx="1510" lry="2166" ulx="206" uly="2127">mehr aufzunehmen. Das Studentenwerk sah sich aufgefordert, »die Auf-</line>
      </zone>
      <zone lrx="877" lry="2251" type="textblock" ulx="841" uly="2229">
        <line lrx="877" lry="2251" ulx="841" uly="2229">21</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1594" lry="2183" type="textblock" ulx="278" uly="238">
        <line lrx="1594" lry="277" ulx="293" uly="238">nahmebedingungen seiner Heime auf ihren Inhalt und dessen Berechti-</line>
        <line lrx="1594" lry="332" ulx="293" uly="283">gung hin nachzuprüfen«. Daraufhin bildete der Haussprecher, ein energi-</line>
        <line lrx="1594" lry="374" ulx="293" uly="327">scher Jurist, einen kleinen Arbeitsausschuß, der seine Argumentation so</line>
        <line lrx="1594" lry="421" ulx="293" uly="373">sorgfältig vorbereitete, daß die geforderte Untersuchung nach bewegter</line>
        <line lrx="1594" lry="464" ulx="293" uly="418">Aussprache mit der uneingeschränkten Rechtfertigung unserer Entschei-</line>
        <line lrx="1593" lry="508" ulx="293" uly="463">dung ausging. Inzwischen scheint der Schneeball weiterzurollen; AStA</line>
        <line lrx="1591" lry="556" ulx="293" uly="507">und Senat haben sich mit der Frage des Mensurwesens neuerdings befaßt.</line>
        <line lrx="1591" lry="595" ulx="334" uly="552">Um aber so wirksame Argumente ins Feld zu führen, mußte man sich</line>
        <line lrx="1591" lry="639" ulx="291" uly="597">zuvor über die eigenen Motive und deren Wurzeln erneut Rechenschaft</line>
        <line lrx="1591" lry="692" ulx="292" uly="642">ablegen. Die ergangene Herausforderung führte zu einer Abklärung und</line>
        <line lrx="1591" lry="733" ulx="292" uly="687">Vertiefung des Selbstverständnisses unserer Gemeinschaft, die seit län-</line>
        <line lrx="1591" lry="782" ulx="289" uly="734">gerem dringlich war und sich nun in einem deutlich gefestigten Selbst-</line>
        <line lrx="1590" lry="824" ulx="290" uly="778">bewußtsein auswirkt. Auch die geistigen Grundlagen eines akademischen</line>
        <line lrx="1590" lry="870" ulx="291" uly="823">Kollegiums müssen in unserer kritischen Zeit beständig neu erarbeitet</line>
        <line lrx="426" lry="897" ulx="289" uly="868">werden.</line>
        <line lrx="1590" lry="954" ulx="331" uly="907">Über diesen Verhandlungen ist das Haus erfreulicherweise in ein an-</line>
        <line lrx="1590" lry="1007" ulx="288" uly="958">geregtes Gespräch mit dem AStA gekommen, der sich alle die Jahre her</line>
        <line lrx="1590" lry="1048" ulx="288" uly="1004">wenig genug um uns gekümmert hatte. Jetzt entwickelt sich eine frucht-</line>
        <line lrx="1590" lry="1091" ulx="288" uly="1049">bare Zusammenarbeit. Außerdem haben die vier Münsterschen Häuser</line>
        <line lrx="1589" lry="1149" ulx="287" uly="1095">mit Kollegcharakter, nämlich drei konfessionelle und das unsre, gemein-</line>
        <line lrx="1588" lry="1189" ulx="287" uly="1142">sam vom Rektor einen Aushangkasten neben denen der Verbindungen</line>
        <line lrx="1588" lry="1230" ulx="286" uly="1185">erwirkt. Wenn erst der vom Senat eingesetzte Wohnheimreferent seine</line>
        <line lrx="1588" lry="1276" ulx="285" uly="1230">Tätigkeit aufnimmt, wird sich bald herausstellen, was diese Heime, an</line>
        <line lrx="1498" lry="1319" ulx="285" uly="1276">ihrer Spitze die eben genannten, an unserer Universität bedeuten.</line>
        <line lrx="1587" lry="1370" ulx="326" uly="1321">Auf der vom Fördererkreise einberufenen Göttinger T agung war das</line>
        <line lrx="1586" lry="1416" ulx="286" uly="1365">Kolleg mit acht Vertretern erschienen, zu einiger Erheiterung der übrigen</line>
        <line lrx="1587" lry="1458" ulx="286" uly="1410">Versammlung. Aber diese Vertretung war aus Leitung, Tutoren, Selbst-</line>
        <line lrx="1587" lry="1502" ulx="286" uly="1456">verwaltung und »Unbeamteten« so zusammengestellt, daß sie eine Art</line>
        <line lrx="1587" lry="1546" ulx="286" uly="1499">Querschnitt des Hauses enthielt, und entsprechend breit war die Reso-</line>
        <line lrx="1586" lry="1595" ulx="284" uly="1545">nanz ihrer Eindrücke. Die etwas unbestimmten Vorstellungen, die sich</line>
        <line lrx="1586" lry="1641" ulx="284" uly="1590">der einzelne bisher von der Tragweite und Bedeutung der auswärtigen</line>
        <line lrx="1586" lry="1687" ulx="285" uly="1635">Verbindungen und Verpflichtungen des eigenen Hauses machte, mögen</line>
        <line lrx="1586" lry="1731" ulx="283" uly="1680">erst durch die Berichte aus Göttingen festere Umrisse angenommen ha-</line>
        <line lrx="1583" lry="1776" ulx="283" uly="1726">ben, und auf die Dauer merkt dann auch jener Hausgenosse etwas davon,</line>
        <line lrx="1586" lry="1822" ulx="282" uly="1771">der sonst im stillzufriedenen Genusse der für selbstverständlich gehalte-</line>
        <line lrx="1584" lry="1868" ulx="282" uly="1816">nen praktischen Vorzüge seines »Heims« vor sich hin zu studieren pflegt.</line>
        <line lrx="1585" lry="1906" ulx="323" uly="1863">Angeregt durch den Göttinger Austausch entsteht zur Zeit auch das</line>
        <line lrx="868" lry="1944" ulx="281" uly="1908">erste Heft einer Hauszeitschrift,</line>
        <line lrx="1584" lry="2003" ulx="322" uly="1954">Der Fördererkreis erwirbt sich mit der Pflege dieser interkollegialen</line>
        <line lrx="1583" lry="2044" ulx="281" uly="1999">Verbindungen ein dankenswertes Verdienst. Denn die Zeiten sind vorbei,</line>
        <line lrx="1581" lry="2094" ulx="279" uly="2045">wo die Aufgaben eines Hauses sich im eigenen Aufbau erschöpften. Auch</line>
        <line lrx="1582" lry="2134" ulx="278" uly="2091">die jetzt erst heranwachsenden Heimgemeinschaften stehen in einem</line>
        <line lrx="1583" lry="2183" ulx="279" uly="2137">übergreifenden Kraftfelde, das vor fünf oder acht Jahren noch nicht be-</line>
      </zone>
      <zone lrx="948" lry="2261" type="textblock" ulx="911" uly="2239">
        <line lrx="948" lry="2261" ulx="911" uly="2239">22</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1498" lry="418" type="textblock" ulx="197" uly="245">
        <line lrx="1498" lry="287" ulx="198" uly="245">stand, und dies mag ihnen manches erleichtern, erinnert aber zugleich</line>
        <line lrx="1498" lry="332" ulx="198" uly="290">daran, sich für neu auftretende Anforderungen offen zu halten. Spüren</line>
        <line lrx="1497" lry="373" ulx="197" uly="335">wir doch endlich eine wachsende Bereitschaft der Hochschulen, den ihnen</line>
        <line lrx="1456" lry="418" ulx="198" uly="380">von unseren Häusern angebotenen Dienst zu sehen und anzunehmen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1418" lry="476" type="textblock" ulx="197" uly="435">
        <line lrx="1418" lry="476" ulx="197" uly="435">April 1956 Prof. Dr. W. Hager</line>
      </zone>
      <zone lrx="1450" lry="638" type="textblock" ulx="248" uly="601">
        <line lrx="1450" lry="638" ulx="248" uly="601">AUS DEM LEIBNIZ HAUS ÖSTERBERG IN TÜBINGEN</line>
      </zone>
      <zone lrx="1502" lry="1454" type="textblock" ulx="198" uly="686">
        <line lrx="1499" lry="722" ulx="239" uly="686">Das Leibniz Haus Österberg in Tübingen wurde 1950 eingerichtet. Entstanden</line>
        <line lrx="1500" lry="756" ulx="198" uly="731">ist es aus dem Wunsch und der Initiative der ersten Leibnizianer aus den Kursen</line>
        <line lrx="1500" lry="804" ulx="201" uly="772">1948/49 und 1949/50, getragen wird es von der Gesellschaft der Freunde des Leibniz</line>
        <line lrx="1501" lry="845" ulx="200" uly="813">Kollegs. Durch den Gedanken des studium generale und durch die Altleibnizianer</line>
        <line lrx="1501" lry="886" ulx="198" uly="854">mit dem Leibniz Kolleg und dem 1953 eingerichteten Dritten Haus verbunden, ist</line>
        <line lrx="1501" lry="933" ulx="198" uly="895">das Haus als Wohngemeinschaft jedoch von den beiden anderen Häusern verschie-</line>
        <line lrx="1501" lry="967" ulx="199" uly="936">den und selbständig. 38 Studentinnen und Studenten können hier wohnen, von</line>
        <line lrx="1501" lry="1005" ulx="199" uly="976">ihnen sind ein Drittel Studentinnen, zwei Drittel Studenten. Ausländer, auf deren</line>
        <line lrx="1498" lry="1048" ulx="200" uly="1017">Anwesenheit großer Wert gelegt wird, sind immer mit etwa einem Fünftel beteiligt.</line>
        <line lrx="1500" lry="1089" ulx="200" uly="1057">In den ersten Jahren war das Haus fast ausschließlich von Kursteilnehmern des</line>
        <line lrx="1500" lry="1130" ulx="200" uly="1098">Kollegs belegt, langsam verschob sich das Verhältnis von Leibnizianern und anderen</line>
        <line lrx="1499" lry="1170" ulx="201" uly="1138">Studenten; heute wohnen sie dort zu gleichen Teilen. Das Haus wird repräsentiert</line>
        <line lrx="1500" lry="1209" ulx="199" uly="1178">und im Innern verwaltet durch einen vierköpfigen Vertrauensausschuß, der Ende</line>
        <line lrx="1498" lry="1251" ulx="198" uly="1218">jeden Semesters vom Konvent für das kommende Semester gewählt wird (Senior,</line>
        <line lrx="1501" lry="1291" ulx="199" uly="1258">eine Studentin, Finanzreferent, ein Student ohne Ressort). Als weiteres ständiges</line>
        <line lrx="1499" lry="1332" ulx="199" uly="1299">Mitglied sitzt ein im Hause wohnender Akademiker (Mentor) in diesem Ausschuß.</line>
        <line lrx="1502" lry="1374" ulx="240" uly="1340">Die wichtigsten Aufgaben der Selbstverwaltung sind: Zusammenstellung eines</line>
        <line lrx="1502" lry="1414" ulx="200" uly="1382">kulturellen Programms für das Semester, Beurteilung der neuen Bewerber für das</line>
        <line lrx="910" lry="1454" ulx="200" uly="1423">Haus, Verwaltung des innerhäuslichen Etats.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1504" lry="2172" type="textblock" ulx="200" uly="1507">
        <line lrx="1501" lry="1547" ulx="241" uly="1507">Das Semesterprogramm wird jeweils vom Senior zusammengestellt</line>
        <line lrx="1501" lry="1591" ulx="200" uly="1551">und von den Hausbewohnern im Konvent besprochen. Es handelt sich</line>
        <line lrx="1502" lry="1638" ulx="200" uly="1596">in der Hauptsache um Studiengemeinschaften, geleitet von Assistenten</line>
        <line lrx="1502" lry="1683" ulx="200" uly="1642">des Leibniz Kollegs und Dozenten der Universität, Vorträge von Profes-</line>
        <line lrx="1502" lry="1727" ulx="200" uly="1686">soren und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Vorträge von</line>
        <line lrx="1502" lry="1772" ulx="201" uly="1731">Hausbewohnern. Lag in den ersten Jahren der Akzent eindeutig auf den</line>
        <line lrx="1503" lry="1817" ulx="203" uly="1776">Studiengemeinschaften, so hat er sich in der letzten Zeit mehr auf Vor-</line>
        <line lrx="1503" lry="1862" ulx="200" uly="1821">träge von Hausbewohnern verschoben. Einer der letzten Konvents-</line>
        <line lrx="1502" lry="1909" ulx="200" uly="1866">beschlüsse verpflichtet den Senior, sich vordringlich um Vorträge von</line>
        <line lrx="1502" lry="1952" ulx="202" uly="1912">Hausbewohnern zu bemühen. Bevorzugt sind Vorträge von Ausländern,</line>
        <line lrx="1503" lry="2001" ulx="201" uly="1957">in denen sie über Characteristica ihrer Heimat sprechen — eine Englände-</line>
        <line lrx="1503" lry="2042" ulx="200" uly="2003">rin über englische Kolleges, ein Student von der Goldküste über wirt-</line>
        <line lrx="1503" lry="2085" ulx="201" uly="2048">schaftliche und kulturelle Verhältnisse in seinem Volke, zwei Französinnen</line>
        <line lrx="1504" lry="2129" ulx="202" uly="2094">über französische Glasmalerei, ein Kolumbianer über das soziale Leben</line>
        <line lrx="456" lry="2172" ulx="201" uly="2140">seines Landes.</line>
      </zone>
      <zone lrx="873" lry="2270" type="textblock" ulx="835" uly="2241">
        <line lrx="873" lry="2270" ulx="835" uly="2241">23</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1595" lry="1673" type="textblock" ulx="291" uly="242">
        <line lrx="1592" lry="280" ulx="334" uly="242">In diesem Semester fand nach längerer Zeit wieder ein Dozentenabend</line>
        <line lrx="1591" lry="326" ulx="291" uly="287">statt, wie er im Leibniz Kolleg eine ständige Einrichtung ist. Herr Prof.</line>
        <line lrx="1593" lry="372" ulx="291" uly="332">Dr. F. G. Houtermans, Bern, sprach über das Thema »Kernphysikalische</line>
        <line lrx="1591" lry="408" ulx="292" uly="377">Methoden im Dienste anderer Wissenschaften«. Hierzu waren Professoren</line>
        <line lrx="1592" lry="462" ulx="291" uly="421">und Dozenten der Universität eingeladen, die nach dem Vortrag Gelegen-</line>
        <line lrx="1593" lry="506" ulx="291" uly="466">heit hatten, im zwanglosen Beisammensein mit Studenten des Hauses</line>
        <line lrx="1593" lry="553" ulx="291" uly="512">zu sprechen — eine nicht zu unterschätzende Kontaktmöglichkeit zur</line>
        <line lrx="1591" lry="597" ulx="292" uly="557">Universität. Ferner sprachen Frau von Lilienfeld, Jena, über »Die Heiligen</line>
        <line lrx="1593" lry="638" ulx="292" uly="602">Alt-Rußlands und ihre Bedeutung für die moderne russische Literatur«</line>
        <line lrx="1423" lry="678" ulx="292" uly="647">und Herr Dr. Petersen über »Rechts- und Linksradikalismus«.</line>
        <line lrx="1593" lry="733" ulx="334" uly="691">Für das Frühjahr 1956 ist eine zwölftägige Studientagung geplant und</line>
        <line lrx="1593" lry="777" ulx="291" uly="737">in Vorbereitung. Das Programm sieht folgende Arbeitskreise und Einzel-</line>
        <line lrx="565" lry="823" ulx="291" uly="784">kolloquien vor:</line>
        <line lrx="1592" lry="869" ulx="335" uly="827">Prof. Dr. Theodor Eschenburg, Tübingen — Das hierarchische Element</line>
        <line lrx="1594" lry="909" ulx="291" uly="873">in der modernen Demokratie; Prof. Dr. Peter Schneider, Mainz — Zur</line>
        <line lrx="1593" lry="957" ulx="293" uly="916">Prdblematik des Gleichheitssatzes; Prof. Dr. Hellmut Brunner, Tübingen</line>
        <line lrx="1594" lry="1000" ulx="291" uly="963">— Die theokratische Monarchie; Dr. Richard Schaeffler, München — Re-</line>
        <line lrx="1594" lry="1049" ulx="292" uly="1008">präsentation als staatsethisches und metaphysisches Problem; Dr. Henry</line>
        <line lrx="1433" lry="1095" ulx="292" uly="1054">Deku, München — Das metaphysische Problem der Hierarchie.</line>
        <line lrx="1594" lry="1140" ulx="334" uly="1096">Einzelkolloquien: Prof. Dr. A. Bergsträsser, Freiburg — Über die Uto-</line>
        <line lrx="1337" lry="1185" ulx="292" uly="1144">pien; Prof. Dr. Walter Schulz, Tübingen — Platons Staat.</line>
        <line lrx="1594" lry="1230" ulx="333" uly="1191">Zu dieser Studientagung — der dritten seit Bestehen des Hauses — wer-</line>
        <line lrx="1488" lry="1274" ulx="292" uly="1234">den alle Altleibnizianer, soweit sie erscheinen können, eingeladen.</line>
        <line lrx="1594" lry="1320" ulx="333" uly="1279">Traditionelle Hausfeste und sehr beliebte Gelegenheiten zu Treffen</line>
        <line lrx="1220" lry="1365" ulx="293" uly="1324">vieler Leibnizianer sind Sommerfest und Fasching.</line>
        <line lrx="1594" lry="1408" ulx="335" uly="1370">Betrachtet man das Haus nicht als ein Wohnhaus, sondern unter dem</line>
        <line lrx="1594" lry="1457" ulx="292" uly="1415">Aspekt des studium generale, schaut man sich die Konventsprotokolle</line>
        <line lrx="1594" lry="1501" ulx="292" uly="1460">des Hauses an, die dem Berichterstatter gesammelt vorliegen, hat man</line>
        <line lrx="1594" lry="1538" ulx="292" uly="1504">darüber hinaus noch das Glück — der Berichterstatter schätzt es als sol-</line>
        <line lrx="1595" lry="1587" ulx="292" uly="1549">ches — viele Altleibnizianer und frühere Hausbewohner zu kennen, so</line>
        <line lrx="1594" lry="1637" ulx="292" uly="1593">darf man ruhigen Gewissens sagen: das Leibniz Haus Österberg trägt</line>
        <line lrx="894" lry="1673" ulx="292" uly="1640">seinen Namen mit vollem Recht.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1517" lry="1735" type="textblock" ulx="292" uly="1695">
        <line lrx="1517" lry="1735" ulx="292" uly="1695">März 1956 P. Schaidl</line>
      </zone>
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        <line lrx="1245" lry="2253" ulx="566" uly="2184">Satz und Druck von a-@61945’ H. Laupp jr Tübingen</line>
      </zone>
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