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        <title>LII6b_fol_6</title>
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          <resp>Provided by</resp>
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          <resp>Transcribed with</resp>
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        <p>To the best of our knowledge this work is free of known copyrights or related property rights (public domain).</p>
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          <title>Obrigkeitliche Verordnung in Betreff des Hausirens der Juden und ihrer Schuldforderungen</title>
          <author>Hofer, Johann Baptist von</author>
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        <line lrx="2676" lry="515" ulx="356" uly="249">Osrigkteitließe Jerordnung</line>
        <line lrx="2289" lry="596" ulx="735" uly="511">in Betreff des Hauſirens der Juden und ihrer</line>
        <line lrx="1930" lry="744" ulx="1067" uly="646">Schuldforderungen.</line>
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      <zone lrx="2764" lry="3644" type="textblock" ulx="338" uly="811">
        <line lrx="2686" lry="1002" ulx="353" uly="811">E⸗ iſt der Obrigkeit zu vernehmen gekommen, daß ſeit einiger Zeit das Hauſiren der Juden zu Stadt und</line>
        <line lrx="2686" lry="1027" ulx="511" uly="963">Land uͤbermaͤßig uͤberhandnehme. Dieſe begnuͤgen ſich nicht mehr mit dem Handel an alten Kleidern oder</line>
        <line lrx="2444" lry="1120" ulx="338" uly="1061">alten Geraͤthſchaften, ſondern Hauſiren unaufhoͤrlich mit Ellenwaaren, Leder, Fellen und dergleichen.</line>
        <line lrx="2680" lry="1226" ulx="434" uly="1166">Nun iſt aber dieſes nicht nur allein den mehrfachen Kreis⸗Verordnungen zuwider, ſondern die taͤgliche Erfah⸗</line>
        <line lrx="1920" lry="1329" ulx="339" uly="1266">rung lehret, daß mancherley Schaden fuͤr Stadt und Land daraus erwachſe.</line>
        <line lrx="2684" lry="1432" ulx="439" uly="1370">Auf ſolche Art koͤmmt viele ſchlechte Waare in die Gegend — den Leuten wird oft das Geld umvoͤthigerdingen</line>
        <line lrx="2684" lry="1570" ulx="342" uly="1467">aus dem Sack geſchwaͤtzt. Viele heimliche Schulden werden gemacht, und die Dienſtbothen, Kinder oder Onkige</line>
        <line lrx="2151" lry="1631" ulx="342" uly="1566">Hausgenoſſen werden nicht ſelten durch ſolche Gelegenheiten zu Veruntreuungen verleitet.</line>
        <line lrx="2690" lry="1732" ulx="441" uly="1670">Es wird daher das Obrigkeitliche Verboth, daß kein Jud mit Ellenwaaren, Leder, Fell und dergleichen, in</line>
        <line lrx="1926" lry="1834" ulx="345" uly="1770">Stadt und Land zu Hauſiren ſich unterſtehen ſolle, hiemit ernſtlich wiederholt.</line>
        <line lrx="2692" lry="1946" ulx="442" uly="1861">Welcher Jud mit ſolchen Verbottenen Waaren im Hauſiren betretten wird, ſoll durch die Hatſchiere angehalten,</line>
        <line lrx="2694" lry="2036" ulx="348" uly="1972">und in die Stadt gefuͤhrt werden, wo er mit Confiſkation der Waaren oder ſonſtigen gebuͤhrenden Strafen angeſe⸗</line>
        <line lrx="693" lry="2140" ulx="347" uly="2089">hen werden wird.</line>
        <line lrx="2696" lry="2241" ulx="444" uly="2177">Damit aber deſtoweniger Ausflichten ſtatt finden moͤgen, ſo ſoll jeder Jud, welcher ſolche Waaren durch die Herr⸗</line>
        <line lrx="2695" lry="2347" ulx="349" uly="2268">ſchaft tragt, und irgendwo in einem Dorfe andere Verrichtungen hat, dieſe Waaren einsweil bis zu ſeiner Abreiſe</line>
        <line lrx="2694" lry="2440" ulx="350" uly="2371">bey dem Zoller des Dorſes in Verwahrung geben, und bey Vermeidung obiger Strafe ſie unter keinem Vorwand</line>
        <line lrx="815" lry="2538" ulx="349" uly="2487">im Dorfe herumtragen.</line>
        <line lrx="1762" lry="2646" ulx="450" uly="2583">In Anſehung der Judenſchulden aber wird folgendes verordnet:</line>
        <line lrx="2696" lry="2756" ulx="449" uly="2685">Erſtens. Was ein Jud in dieſſeitiger Stadt und Landſchaft als angelehntes Geld oder als Kapital zu fodern</line>
        <line lrx="2696" lry="2853" ulx="354" uly="2780">hat, oder noch borgen wird, ſoll derſelbe Obrigkeitlich verſicheren laſſen. Von nun an nach Umfluß von ſechs Wochen</line>
        <line lrx="2700" lry="2950" ulx="355" uly="2875">ſoll auf eine ſolche unverſicherte Kapitalſchuld nach Vorſchrift der Reichsabſchiede keine Obrigkeitliche Ruͤckſicht mehr</line>
        <line lrx="738" lry="3049" ulx="357" uly="2998">genommen werden.</line>
        <line lrx="2703" lry="3156" ulx="455" uly="3084">Zweytens. Was ein Jud an Waaren auf Borg giebt, ſoll er innerhalb der darauffolgenden drey Monaten,</line>
        <line lrx="2764" lry="3255" ulx="358" uly="3181">wenn er nicht bezahlt wird, bey dem betreffenden Amt zu Protokoll geben, oder keine Obrigkeitliche Huͤlfe mehr zu—</line>
        <line lrx="684" lry="3353" ulx="362" uly="3298">gewarten haben.</line>
        <line lrx="2707" lry="3444" ulx="459" uly="3366">Drittens. Was ein Jud einem Dienſtbothen, einem Waiſen, oder einem, der noch unter Elterlicher Gewalt</line>
        <line lrx="2709" lry="3545" ulx="365" uly="3474">ſiehet, ohne Vorwiſſen des Meiſters, des Waiſenpflegers, oder der Eltern an Geld oder Waaren borgt, hat vor</line>
        <line lrx="965" lry="3644" ulx="364" uly="3582">Gericht ganz keine Guͤltigkeit.</line>
      </zone>
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        <line lrx="1438" lry="3759" ulx="513" uly="3690">Reichsſtadt Rotweil den aten Merz. 1798.</line>
      </zone>
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        <line lrx="2502" lry="3921" ulx="1891" uly="3797">Burgermeiſter</line>
        <line lrx="2517" lry="4052" ulx="1861" uly="3958">und Rath allda.</line>
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        <line lrx="2684" lry="512" ulx="498" uly="247">Obrigkeitliche Jerordnung</line>
        <line lrx="2296" lry="591" ulx="741" uly="506">in Betreff des Hauſirens der Juden und ihrer</line>
        <line lrx="1958" lry="762" ulx="1074" uly="611">Schuldforderungen.</line>
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        <line lrx="2584" lry="995" ulx="359" uly="804">E⸗ iſt der Obrigkeit zu vernehmen gekommen, daß ſeit einiger Zeit das Hauſf der . . ..</line>
        <line lrx="2037" lry="1020" ulx="516" uly="957">Land uͤbermaͤßig uͤberhandnehme. Dieſe begnuͤgen ſich nicht mehr mit dem</line>
        <line lrx="2104" lry="1121" ulx="307" uly="1051">alten Geraͤthſchaften, ſondern Hauſiren unaufhoͤrlich mit Ellenwaaren, Leder, Fellet—</line>
        <line lrx="2406" lry="1221" ulx="439" uly="1133">Nun iſt aber dieſes nicht nur allein den mehrfachen Kreis⸗Verordnungen zuwid— —</line>
        <line lrx="1922" lry="1337" ulx="289" uly="1229">rung lehret, daß mancherley Schaden fuͤr Stadt und Land daraus erwachſe.</line>
      </zone>
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        <line lrx="2403" lry="1018" ulx="2364" uly="984">—</line>
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        <line lrx="2407" lry="1314" ulx="2368" uly="1282">—</line>
        <line lrx="2108" lry="1426" ulx="444" uly="1363">Auf ſolche Art koͤmmt viele ſchlechte Waare in die Gegend — den Leuten wird o⸗</line>
        <line lrx="2074" lry="1530" ulx="346" uly="1460">aus dem Sack geſchwaͤtzt. Viele heimliche Schulden werden gemacht, und die Dienſ</line>
        <line lrx="2412" lry="1625" ulx="345" uly="1540">Hausgenoſſen werden nicht ſelten durch ſolche Gelegenheiten zu Veruntreuͤungen verle</line>
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        <line lrx="2795" lry="1639" ulx="2768" uly="1075">VierfarbSelector Standard*-Euroskala Offset</line>
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        <line lrx="2112" lry="1729" ulx="444" uly="1659">Es wird daher das Obrigkeitliche Verboth, daß kein Jud mit Ellenwaaren, Le</line>
        <line lrx="2114" lry="1826" ulx="331" uly="1760">Stadt und Land zu Hauſiren ſich unterſtehen ſolle, hiemit ernſtlich wiederholt. —</line>
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        <line lrx="2118" lry="2033" ulx="346" uly="1968">und in die Stadt gefuͤhrt werden, wo er mit Confiſkation der Waaren oder ſonſtigen</line>
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        <line lrx="2420" lry="2060" ulx="2373" uly="1725">O Balancde Q</line>
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        <line lrx="2327" lry="2235" ulx="426" uly="2162">Danmit aber deſtoweniger Ausflichten ſtatt finden moͤgen, ſo ſoll jeder Jud, welcher M</line>
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        <line lrx="2127" lry="2640" ulx="451" uly="2579">In Anſehung der Judenſchulden aber wird folgendes verordnet: 2</line>
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        <line lrx="2091" lry="2750" ulx="450" uly="2676">Erſtens. Was ein Jud in dieſſeitiger Stadt und Landſchaft als angelehntes Gel</line>
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        <line lrx="1437" lry="3754" ulx="511" uly="3689">Reichsſtadt Rotweil den aten Merz. 1798.</line>
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