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        <title>GkII73-1878_Massenbekehrungen</title>
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          <resp>Provided by</resp>
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          <resp>Transcribed with</resp>
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        <p>This work is protected by copyright or related property rights but available in Open Access. The right of use and especially the right to reproduction is only granted within the legal limits of copyright law or due to the consent of the copyright holder.</p>
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          <title>Die Massenbekehrungen in Südindien, Bd. 22, S. 385-399</title>
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        <line lrx="1472" lry="2804" ulx="810" uly="2754">N12506945878 021</line>
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        <line lrx="1484" lry="2940" ulx="1203" uly="2911">U8 Tübingen</line>
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        <line lrx="1801" lry="997" ulx="372" uly="880">Die Maſſenbekehrungen in Südindien.</line>
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      <zone lrx="1852" lry="2988" type="textblock" ulx="310" uly="1093">
        <line lrx="1851" lry="1270" ulx="348" uly="1093">DBe ganz am Anfang der letzten großen Hungersnoth</line>
        <line lrx="1852" lry="1338" ulx="366" uly="1247">— konnte man in indiſchen Miſſionsbriefen und ⸗Berichten</line>
        <line lrx="1852" lry="1402" ulx="472" uly="1317">wiederholt die Hoffnung ausgeſprochen finden, daß dieſe</line>
        <line lrx="1849" lry="1468" ulx="322" uly="1382">ſchwere Heimſuchung doch einen heilſamen Eindruck auf die Heiden</line>
        <line lrx="1850" lry="1531" ulx="322" uly="1450">machen und viele zur Buße bewegen werde. Ohne Zweifel iſt es</line>
        <line lrx="1851" lry="1592" ulx="321" uly="1515">zahlreichen Leſern ſolcher Aeußerungen gegangen, wie wir bekennen</line>
        <line lrx="1851" lry="1668" ulx="328" uly="1582">müſſen, daß es uns gegangen iſt: daß ſie nämlich ungläubig den</line>
        <line lrx="1851" lry="1730" ulx="327" uly="1648">Kopf dazu ſchüttelten und ſich nur wunderten, daß die Miſſionare</line>
        <line lrx="1850" lry="1791" ulx="326" uly="1715">draußen, die doch die Hindus beſſer kennen ſollten, immer wieder</line>
        <line lrx="1852" lry="1865" ulx="325" uly="1781">ſolchen ſanguiniſchen Hoffnungen ſich hingeben können. Das frei⸗</line>
        <line lrx="1849" lry="1927" ulx="323" uly="1845">lich wird niemand haben leugnen wollen, daß dergleichen Land⸗</line>
        <line lrx="1846" lry="2004" ulx="323" uly="1911">plagen, wie Seuche, Krieg, Hungersnoth wirkliche Heimſuchungen</line>
        <line lrx="1847" lry="2062" ulx="318" uly="1978">Gottes ſind und allerdings die Beſtimmung haben, wie eine eiſerne</line>
        <line lrx="1846" lry="2131" ulx="318" uly="2044">Pflugſchaar den harten Boden aufzureißen, in welchem der gute</line>
        <line lrx="1845" lry="2194" ulx="316" uly="2111">Same keimen und Frucht bringen ſoll. Daß Noth beten lehrt, iſt</line>
        <line lrx="1844" lry="2262" ulx="315" uly="2177">ja eine uralte Erfahrung, und daß Gott die Menſchenkinder nicht</line>
        <line lrx="1842" lry="2332" ulx="314" uly="2245">von Herzen plaget und betrübet, ſondern durch ſeine Zuchtruthe</line>
        <line lrx="1842" lry="2400" ulx="315" uly="2309">ſie nur zur Bekehrung d. h. auf den Weg des Lebens treiben will,</line>
        <line lrx="1841" lry="2459" ulx="314" uly="2375">das haben ja ſchon die Propheten deutlich genug gelehrt. Und</line>
        <line lrx="1840" lry="2523" ulx="314" uly="2445">wenn irgend ein Zweifel übrig wäre, daß auch in neuteſtament⸗</line>
        <line lrx="1839" lry="2593" ulx="313" uly="2508">licher Zeit ſolch äußere Gerichte der Ausbreitung des Reiches</line>
        <line lrx="1840" lry="2658" ulx="313" uly="2573">Gottes Vorſchub zu leiſten die Beſtimmung haben, ſo braucht man</line>
        <line lrx="1839" lry="2726" ulx="312" uly="2643">nur in die Offenbarung Johannis hineinzuſehn und das Geſicht</line>
        <line lrx="1837" lry="2784" ulx="311" uly="2708">von den vier erſten Siegeln (Kap. 6) zu leſen. Da wird uns im</line>
        <line lrx="1836" lry="2852" ulx="312" uly="2772">Bilde des auf weißem Roß daherziehenden Siegers und Eroberers</line>
        <line lrx="1836" lry="2920" ulx="310" uly="2839">mit der Krone auf dem Haupt und dem weithin treffenden Ge⸗</line>
        <line lrx="1835" lry="2988" ulx="310" uly="2904">ſchoß in der Hand das ſiegreich alle Lande durchlaufende Wort</line>
      </zone>
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        <line lrx="1694" lry="3037" ulx="366" uly="2984">Miſſ. Mag. XXII. 25</line>
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      <zone lrx="1884" lry="2965" type="textblock" ulx="346" uly="437">
        <line lrx="1877" lry="502" ulx="347" uly="437">Gottes gezeigt, wie es gegenwärtig von ſovielen Bibel⸗ und Miſſions⸗</line>
        <line lrx="1876" lry="569" ulx="347" uly="504">geſellſchaften in der ganzen Welt verbreitet wird. Was aber be⸗</line>
        <line lrx="1877" lry="629" ulx="346" uly="571">deuten die drei anderen Reiter auf dem rothen, ſchwarzen und</line>
        <line lrx="1877" lry="700" ulx="348" uly="638">leichenfarbenen Pferd? Es ſind die oben genannten drei Haupt⸗</line>
        <line lrx="1876" lry="769" ulx="346" uly="704">plagen: Krieg, Theurung und Krankheit. Und dieſe erſcheinen</line>
        <line lrx="1877" lry="836" ulx="346" uly="771">im Gefolge jenes erſten Reiters, ſind alſo ſeine Diener und</line>
        <line lrx="1878" lry="901" ulx="349" uly="838">Werkzeuge. Der Sinn wäre derſelbe, wenn ſie vor ihm her reiten</line>
        <line lrx="1878" lry="968" ulx="347" uly="904">d. h. ihm den Weg bereiten würden. Und wie oft iſt doch dieſes</line>
        <line lrx="1878" lry="1033" ulx="348" uly="970">Geſicht ſchon in Erfüllung gegangen! ſo daß man ſagen kann:</line>
        <line lrx="1878" lry="1101" ulx="349" uly="1036">die ganze Weltgeſchichte iſt nichts als das Rauſchen der Füße</line>
        <line lrx="1878" lry="1168" ulx="350" uly="1104">dieſer grauſigen Reiter, die aber alle dem Einen dienen, dem König</line>
        <line lrx="1877" lry="1233" ulx="347" uly="1171">der Herrlichkeit, der auch ein König iſt der Herzen der Menſchen.</line>
        <line lrx="1878" lry="1300" ulx="349" uly="1236">Blos unſer Unglaube iſt Schuld daran, wohl hie und da auch</line>
        <line lrx="1879" lry="1367" ulx="348" uly="1306">unſere Unwiſſenheit, daß wir hievon ſo wenig merken und darum</line>
        <line lrx="1879" lry="1432" ulx="351" uly="1373">auch bei neuen Heimſuchungen und Völkergerichten ſo leicht dem</line>
        <line lrx="1501" lry="1500" ulx="349" uly="1442">Zweifel oder der Hoffnungsloſigkeit Raum geben.</line>
        <line lrx="1878" lry="1568" ulx="461" uly="1507">Da iſt's gut, daß Gott von Zeit zu Zeit auch in augenfälliger</line>
        <line lrx="1878" lry="1634" ulx="352" uly="1572">Weiſe jene Wahrheit uns vorhält und in größerem Maßſtab, als</line>
        <line lrx="1880" lry="1702" ulx="349" uly="1640">wir's gewöhnt ſind, die Früchte ſeiner züchtigenden Gnade zu Tage</line>
        <line lrx="1880" lry="1767" ulx="352" uly="1706">treten läßt. In dieſem Augenblick iſt das der Fall, und zwar in</line>
        <line lrx="1880" lry="1839" ulx="349" uly="1773">Südindien. Schon vor mehreren Monaten ſchrieb Biſchof</line>
        <line lrx="1880" lry="1901" ulx="351" uly="1839">Caldwell: „Wir haben in dieſer Provinz ein merkwürdiges Jahr</line>
        <line lrx="1880" lry="1966" ulx="350" uly="1906">hinter uns — unſer annus mirabilis. Zuerſt eine unerhörte Hungers⸗</line>
        <line lrx="1882" lry="2032" ulx="351" uly="1972">noth, dann im Laufe eines Monats zwei ebenſo unerhörte Ueber⸗</line>
        <line lrx="1881" lry="2100" ulx="350" uly="2038">ſchwemmungen, dann Heuſchreckenſchwärme, von denen man hier</line>
        <line lrx="1882" lry="2166" ulx="351" uly="2104">noch nie zu leiden hatte, und nun, gleichſam als Erſatz oder Troſt</line>
        <line lrx="1881" lry="2234" ulx="350" uly="2170">für all dieſe Plagen, Uebertritte der Heiden zum Chriſtenthum</line>
        <line lrx="1882" lry="2299" ulx="352" uly="2238">auch wieder in unerhörtem Maßſtab. In den unter meiner Ober⸗</line>
        <line lrx="1882" lry="2365" ulx="352" uly="2304">aufſicht ſtehenden Diſtrikten von Tinneweli und Ramnad zählen</line>
        <line lrx="1882" lry="2431" ulx="351" uly="2371">die neuen Bekehrten bereits mehr als 16,000 Seelen. Dieſe Leute</line>
        <line lrx="1882" lry="2498" ulx="352" uly="2438">ſind nicht durch Unterſtützung während der Theurung zu uns</line>
        <line lrx="1883" lry="2565" ulx="352" uly="2504">herübergezogen worden, denn Unterſtützung haben alle ohne Unter⸗</line>
        <line lrx="1883" lry="2632" ulx="352" uly="2570">ſchied der Kaſte und Religion erhalten; nein, es iſt das außer⸗</line>
        <line lrx="1883" lry="2697" ulx="353" uly="2637">ordentliche Wohlwollen, das die Nothleidenden von Seiten unſrer</line>
        <line lrx="1883" lry="2766" ulx="354" uly="2704">chriſtlichen Regierung und chriſtlicher Privatperſonen zu erfahren</line>
        <line lrx="1884" lry="2831" ulx="353" uly="2770">bekommen, was unter dem Volk allgemein den Eindruck hervor⸗</line>
        <line lrx="1883" lry="2898" ulx="354" uly="2836">gebracht hat, daß das Chriſtenthum eben doch die einzige Religion</line>
        <line lrx="1884" lry="2965" ulx="354" uly="2902">ſei, die Spuren eines göttlichen Urſprungs an ſich trage. Wir</line>
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      <zone lrx="1876" lry="2998" type="textblock" ulx="307" uly="467">
        <line lrx="1848" lry="538" ulx="325" uly="467">ſind in der größten Verlegenheit, wie wir all dieſen Leuten den</line>
        <line lrx="1848" lry="608" ulx="324" uly="536">gewünſchten Unterricht verſchaffen ſollen . . . Wir haben jetzt</line>
        <line lrx="1848" lry="673" ulx="323" uly="601">kleinere oder größere Gemeinden in 150 Dörfern, wo es noch vor</line>
        <line lrx="1847" lry="742" ulx="321" uly="667">kurzem auch nicht einen einzigen Chriſten gab.“ Seither iſt die</line>
        <line lrx="1847" lry="807" ulx="321" uly="734">Zahl der Uebergetretenen auf 18,000, ja auf 20,000 geſtiegen, und am</line>
        <line lrx="1847" lry="872" ulx="322" uly="801">Pfingſtmontag wurden auf Anordnung des Biſchofs von Madras</line>
        <line lrx="1849" lry="943" ulx="319" uly="867">in allen Kirchen ſeiner rieſigen Diöceſe Dankgebete für dieſe große</line>
        <line lrx="1848" lry="1007" ulx="322" uly="934">„Ernte“ geſprochen, nachdem der gleiche Biſchof früher einen Buß⸗</line>
        <line lrx="1876" lry="1076" ulx="319" uly="1005">tag wegen der Hungersnoth ausgeſchrieben hatte. Die engliſche</line>
        <line lrx="1848" lry="1143" ulx="320" uly="1067">Ausbreitungsgeſellſchaft, in deren Arbeitsgebiet dieſe Maſſenbekeh⸗</line>
        <line lrx="1848" lry="1208" ulx="318" uly="1138">rungen vorgekommen waren, beeilte ſich naürlich, ihren Freunden</line>
        <line lrx="1848" lry="1273" ulx="317" uly="1200">in Europa die erfreuliche Kunde mitzutheilen und zugleich bekannt</line>
        <line lrx="1848" lry="1342" ulx="318" uly="1271">zu machen, daß mindeſtens 10 weitere Geiſtliche und 70 Katechiſten,</line>
        <line lrx="1847" lry="1407" ulx="317" uly="1334">ſowie jährlich ein Zuſchuß von 80,000 M. nöthig ſei, um die neuen</line>
        <line lrx="1847" lry="1477" ulx="316" uly="1401">Leute recht in Pflege zu nehmen und die Bewegung in erſprieß⸗</line>
        <line lrx="902" lry="1529" ulx="317" uly="1467">lichem Gang zu erhalten.</line>
        <line lrx="1846" lry="1609" ulx="429" uly="1536">Es iſt charakteriſtiſch für die grenzenloſe Gleichgültigkeit des</line>
        <line lrx="1846" lry="1673" ulx="316" uly="1603">europäiſchen Publikums in Indien gegen die Miſſion, daß die</line>
        <line lrx="1845" lry="1741" ulx="315" uly="1667">engliſch⸗indiſchen Zeitungen jetzt erſt auf die Sache aufmerkſam</line>
        <line lrx="1845" lry="1811" ulx="314" uly="1735">wurden, ſo daß eine derſelben ſelbſt ſchreiben konnte: „Indien</line>
        <line lrx="1843" lry="1872" ulx="315" uly="1800">wußte nichts von dieſen Bekehrungen, bis eine Nachricht darüber</line>
        <line lrx="1845" lry="1939" ulx="313" uly="1865">die Runde durch alle Zeitungen in England gemacht hatte.“ Jetzt</line>
        <line lrx="1846" lry="2005" ulx="314" uly="1933">wachten die indiſchen Zeitungsredaktionen auf und wandten ſich mit</line>
        <line lrx="1846" lry="2072" ulx="314" uly="1998">Anfragen an ihre Korreſpondenten in Tinneweli, die bisher über</line>
        <line lrx="1845" lry="2138" ulx="310" uly="2064">jeden elenden Skandal und Stadtklatſch fleißig berichtet, von jenen</line>
        <line lrx="1846" lry="2204" ulx="312" uly="2130">Uebertritten aber noch kein Wörtlein geſchrieben hatten. Da be⸗</line>
        <line lrx="1845" lry="2271" ulx="312" uly="2196">ſtätigte es ſich denn, daß die Geſchichte unwiderſprechlich wahr ſei,</line>
        <line lrx="1845" lry="2335" ulx="311" uly="2268">woraus aber für eine gewiſſe, nicht eben kleine Klaſſe von Leuten</line>
        <line lrx="1846" lry="2403" ulx="310" uly="2330">nur folgte, daß man alles thun müſſe, um die Thatſachen, die</line>
        <line lrx="1844" lry="2468" ulx="310" uly="2399">man nicht leugnen konnte, in das ungünſtigſte Licht zu ſtellen und</line>
        <line lrx="1845" lry="2536" ulx="312" uly="2462">die Sache wo möglich lächerlich zu machen. Folgende Zeitungs⸗</line>
        <line lrx="1845" lry="2607" ulx="309" uly="2532">auszüge werden zeigen, wie gut oder ſchlecht man das anzugreifen</line>
        <line lrx="959" lry="2652" ulx="312" uly="2590">wußte.</line>
        <line lrx="1841" lry="2735" ulx="419" uly="2663">Da heißt's an einem Ort über den „Fiſchzug in Tinneweli“:</line>
        <line lrx="1845" lry="2802" ulx="310" uly="2728">„Wir für unſere Perſon ſehen keinen Grund, die Thatſache nicht</line>
        <line lrx="1845" lry="2869" ulx="307" uly="2795">zu glauben, daß 17,000 oder ſogar mehr Perſonen ſich dem chriſt⸗</line>
        <line lrx="1845" lry="2937" ulx="307" uly="2859">lichen Bekenntniß, was eben nur ein Bekenntniß iſt, zugewandt</line>
        <line lrx="1840" lry="2998" ulx="307" uly="2925">haben. Wir haben aber die ernſteſten Zweifel an der Qualität</line>
      </zone>
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        <line lrx="408" lry="413" ulx="340" uly="378">388</line>
        <line lrx="1867" lry="509" ulx="341" uly="433">des größten Theils dieſer Fabrikware! Wenn unſre Regierung</line>
        <line lrx="1867" lry="573" ulx="343" uly="499">blos ſolche Leute in ihren Dienſt nehmen zu wollen erklären würde,</line>
        <line lrx="1868" lry="640" ulx="342" uly="566">die ſich zum Chriſtenthum bekennen, ſo würde entweder eine</line>
        <line lrx="1868" lry="700" ulx="346" uly="635">Revolution oder wahrſcheinlicher eine Maſſenbekehrung daraus</line>
        <line lrx="1868" lry="776" ulx="343" uly="699">folgen, aber den Charakter der ſo Bekehrten würde man doch</line>
        <line lrx="1870" lry="841" ulx="345" uly="765">wohl mit Recht als ſehr zweifelhaft bezeichnen müſſen. Schließ⸗</line>
        <line lrx="1871" lry="907" ulx="344" uly="833">lich kann freilich aus etwas, was man beinahe ein Uebel nennen</line>
        <line lrx="1871" lry="975" ulx="344" uly="899">möchte, Gutes herauskommen, und ſo können auch mit der Zeit</line>
        <line lrx="1873" lry="1029" ulx="346" uly="964">aus den in Tinneweli und Ramnad Bekehrten noch paſſable</line>
        <line lrx="1873" lry="1106" ulx="347" uly="1031">Chriſten werden. Aber die 60,000 M., die als eine Frucht dieſer</line>
        <line lrx="1875" lry="1171" ulx="346" uly="1099">Maſſenernte in die Kaſſe der Miſſionsgeſellſchaft in England ge⸗</line>
        <line lrx="1874" lry="1238" ulx="347" uly="1165">floſſen ſein ſollen, ſcheinen uns — ſo ſchmerzlich es zu glauben</line>
        <line lrx="1873" lry="1304" ulx="346" uly="1230">iſt — doch auf einen gelungenen Geſchäfts ſtreich hinzudeuten.“</line>
        <line lrx="1877" lry="1371" ulx="348" uly="1297">Das heißt alſo mit dürren Worten: die Geſellſchaft hat Geld ge⸗</line>
        <line lrx="1874" lry="1438" ulx="350" uly="1363">braucht und zu dieſem Zweck die Freudenbotſchaft von zahlreichen</line>
        <line lrx="1877" lry="1505" ulx="349" uly="1430">Bekehrungen ausgeſprengt; das hat gewirkt und 60,000 M. ſind</line>
        <line lrx="1876" lry="1571" ulx="348" uly="1498">durch dieſen Kniff aus den Taſchen der leichtgläubigen Frommen</line>
        <line lrx="1683" lry="1639" ulx="350" uly="1568">gelockt worden! So die »Civil and Military Gazette«.</line>
        <line lrx="1879" lry="1703" ulx="462" uly="1628">Gefährlicher, weil wohl ernſthafter gemeint, iſt das, was in</line>
        <line lrx="1881" lry="1761" ulx="350" uly="1695">der »Madras Mail« ein Europäer ſchreibt, der beinah 20 Jahre</line>
        <line lrx="1881" lry="1835" ulx="350" uly="1762">in Ramnad gewohnt und die beſten Gelegenheiten zur Beobachtung</line>
        <line lrx="1882" lry="1904" ulx="353" uly="1827">gehabt hat, überdies „ein treues Mitglied der engliſchen Kirche“ (2)</line>
        <line lrx="1883" lry="1970" ulx="353" uly="1894">ſein ſoll: „Es iſt nicht wahr, lautet ſein Brief, daß in dieſem</line>
        <line lrx="1882" lry="2034" ulx="354" uly="1958">Diſtrikt die Zahl der Bekehrten der Ausbreitungsgeſellſchaft ſich</line>
        <line lrx="1882" lry="2099" ulx="355" uly="2027">bedeutend vermehrt hat. Ich habe einige hundert armer Bauern</line>
        <line lrx="1885" lry="2172" ulx="355" uly="2091">geſehn, die von den Miſſionaren mit Reis aus dem Hungersnoth⸗</line>
        <line lrx="1885" lry="2237" ulx="355" uly="2159">Fond beſchenkt wurden. Natürlich erhielten ſie auch Religions⸗</line>
        <line lrx="1885" lry="2299" ulx="356" uly="2227">unterricht dazu, aber ſobald es keine Fütterung mehr gab, waren</line>
        <line lrx="1885" lry="2367" ulx="355" uly="2292">dieſe Reischriſten verſchwunden. Ich wünſche der Miſſion alles</line>
        <line lrx="1886" lry="2435" ulx="356" uly="2360">Gelingen; aber dieſe verdrehten Bekehrungsgeſchichten thun der</line>
        <line lrx="1886" lry="2499" ulx="357" uly="2423">Sache nur Schaden. Ich kann in Aufrichtigkeit ſagen, daß ich nach</line>
        <line lrx="1887" lry="2566" ulx="358" uly="2490">aller Erfahrung, die ich von der Arbeit der Ausbreitungsgeſellſchaft</line>
        <line lrx="1829" lry="2632" ulx="357" uly="2558">in dieſer Gegend habe, dieſelbe für vergeblich (a failure) halte.“</line>
        <line lrx="1888" lry="2697" ulx="470" uly="2624">Nach ſolchen Aeußerungen von europäiſchen Chriſten kann es</line>
        <line lrx="1888" lry="2764" ulx="360" uly="2689">nicht Wunder nehmen, wenn „gebildete Hindus“ gleichfalls über</line>
        <line lrx="1888" lry="2830" ulx="360" uly="2755">das Vorgefallene die Naſe rümpfen, nur daß ſie dabei mehr Witz</line>
        <line lrx="1890" lry="2899" ulx="361" uly="2822">und guten Geſchmack an den Tag legen. In der »Native Public</line>
        <line lrx="1889" lry="2965" ulx="363" uly="2888">Opinion« („Einheimiſche Oeffentliche Meinung“) bekommen wir</line>
      </zone>
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        <line lrx="1851" lry="425" ulx="1786" uly="389">389</line>
      </zone>
      <zone lrx="1892" lry="2979" type="textblock" ulx="264" uly="465">
        <line lrx="1853" lry="527" ulx="330" uly="465">Folgendes zu hören: „Wer immer die Redensart aufgebracht haben</line>
        <line lrx="1852" lry="592" ulx="330" uly="532">mag, daß das Zeitalter der Wunder vorüber ſei, er muß bekennen,</line>
        <line lrx="1851" lry="659" ulx="324" uly="600">daß er ſich arg getäuſcht habe, wenn er die Bedeutung des großen</line>
        <line lrx="1852" lry="725" ulx="329" uly="666">Faktums zu würdigen verſteht, daß mehr als 16,000 Eingeborne</line>
        <line lrx="1852" lry="789" ulx="329" uly="732">aus Tinneweli und der Nachbarſchaft ſich an Biſchof Caldwell mit</line>
        <line lrx="1851" lry="856" ulx="327" uly="799">der Bitte um Unterricht und Taufe gewandt haben. Wenn ſechs⸗</line>
        <line lrx="1851" lry="924" ulx="326" uly="866">zehntauſend Seelen auf einmal durch die Gnade Gottes dazu ge⸗</line>
        <line lrx="1851" lry="990" ulx="328" uly="931">bracht werden den rechten Heilsweg einzuſchlagen, ſo iſt das gewiß</line>
        <line lrx="1892" lry="1056" ulx="327" uly="998">ein Wunder! — Das ungefähr iſt die Quinteſſenz einer Menge⸗</line>
        <line lrx="1849" lry="1123" ulx="326" uly="1065">von Artikeln, die wir neuerdings in chriſtlichen Blättern geleſen</line>
        <line lrx="1851" lry="1190" ulx="327" uly="1132">haben und von denen wir gründlich genug gekriegt haben. Wir</line>
        <line lrx="1850" lry="1256" ulx="264" uly="1199">glauben, daß gewiſſe Umſtände gehörig in Erwägung gezogen</line>
        <line lrx="1850" lry="1322" ulx="326" uly="1265">werden müſſen, bevor man dies merkwürdige Phänomen verſtehen</line>
        <line lrx="1850" lry="1388" ulx="327" uly="1332">kann. Was war die Kaſte und die geſellſchaftliche Stellung die⸗</line>
        <line lrx="1849" lry="1457" ulx="325" uly="1394">ſer — wie man uns ſagt und wie wir daher zu glauben ver⸗</line>
        <line lrx="1850" lry="1523" ulx="326" uly="1465">bunden ſind — freiwillig zur Taufe ſich meldenden Leute? Die</line>
        <line lrx="1850" lry="1587" ulx="323" uly="1532">Leute von Tinneweli, die ſich erboten haben Chriſten zu werden,</line>
        <line lrx="1849" lry="1654" ulx="324" uly="1597">gehörten einer Kaſte an, die eine vergleichsweiſe niedrige Stellung</line>
        <line lrx="1850" lry="1721" ulx="323" uly="1664">in der Geſellſchaft einnimmt. Lang haben ſie Gelegenheit gehabt,</line>
        <line lrx="1849" lry="1788" ulx="323" uly="1731">mit Chriſten umzugehen und ihre Vorurtheile gegen das Chriſten⸗</line>
        <line lrx="1848" lry="1853" ulx="322" uly="1796">thum müſſen dadurch mit der Zeit geſchwunden ſein. Ueber die</line>
        <line lrx="1849" lry="1920" ulx="323" uly="1862">Frage, ob dieſe Taufbewerber wirklich einen göttlichen Ruf zum</line>
        <line lrx="1847" lry="1985" ulx="324" uly="1928">Chriſtwerden gefühlt haben, kann man nur Eine Meinung haben.</line>
        <line lrx="1848" lry="2051" ulx="324" uly="1994">Die meiſten von ihnen ſind unwiſſende Menſchen, die weder Neigung</line>
        <line lrx="1846" lry="2118" ulx="322" uly="2060">noch Fähigkeit beſitzen eine Religion mit der anderen zu vergleichen</line>
        <line lrx="1848" lry="2185" ulx="323" uly="2127">und ſich über die Vorzüge der einen oder anderen ein Urtheil zu</line>
        <line lrx="1847" lry="2251" ulx="324" uly="2193">bilden. Wir übertreiben ganz gewiß nicht, wenn wir verſichern,</line>
        <line lrx="1847" lry="2314" ulx="321" uly="2258">daß wahrſcheinlich nicht Einer unter Tauſenden von ihnen irgend⸗</line>
        <line lrx="1847" lry="2380" ulx="324" uly="2318">etwas mehr vom Chriſtenthum weiß als vom Hinduismus. Die</line>
        <line lrx="1846" lry="2448" ulx="325" uly="2390">Bekehrungen können daher zum größten Theil unmöglich aus</line>
        <line lrx="1846" lry="2512" ulx="322" uly="2455">klarer Ueberzeugung hervorgegangen ſein. Die Hungersnoth, ſagt</line>
        <line lrx="1846" lry="2577" ulx="323" uly="2520">man uns, war eine beſondere Heimſuchung. Gewiß, aber in ganz</line>
        <line lrx="1845" lry="2643" ulx="323" uly="2587">anderem Sinne, als chriſtliche Schriftſteller uns weiß machen</line>
        <line lrx="1844" lry="2710" ulx="323" uly="2654">wollen. Sie war eine beſondere Veranſtaltung der Vorſehung,</line>
        <line lrx="1846" lry="2778" ulx="323" uly="2720">weil 16,000 Menſchen, die ſonſt nie ans Chriſtwerden gedacht</line>
        <line lrx="1844" lry="2845" ulx="324" uly="2787">hätten, durch die Qualen des Hungers gleichzeitig bewogen wur⸗</line>
        <line lrx="1843" lry="2909" ulx="323" uly="2853">den, ihren Mangel an Glauben an den Hinduismus zu erklären.</line>
        <line lrx="1845" lry="2979" ulx="324" uly="2920">Die Hindugötter, an die ſie früher ſo gläubig waren, hatten ſie</line>
      </zone>
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      </zone>
      <zone lrx="1868" lry="2970" type="textblock" ulx="299" uly="435">
        <line lrx="1867" lry="498" ulx="299" uly="435">in der Stunde der Noth im Stich gelaſſen. Als Theurung im</line>
        <line lrx="1867" lry="564" ulx="330" uly="502">Lande herrſchte, als Hunger und Krankheiten Tag für Tag Tau⸗</line>
        <line lrx="1865" lry="630" ulx="330" uly="569">ſende hinrafften, da ſtellten keine Hindugötter zur Hilfe ſich ein;</line>
        <line lrx="1867" lry="698" ulx="332" uly="637">aber chriſtliche Miſſionare, wohlverſehen mit Geld aus England,</line>
        <line lrx="1867" lry="763" ulx="332" uly="698">waren allezeit bereit die Hungrigen zu ſpeiſen, die Nackten zu klei⸗</line>
        <line lrx="1867" lry="828" ulx="331" uly="770">den, die Kranken zu heilen und den Elenden zu helfen. Das ſind</line>
        <line lrx="1868" lry="896" ulx="332" uly="837">doch wahrlich mächtige Urſachen der Bekehrung. Das Dilemma,</line>
        <line lrx="1867" lry="961" ulx="332" uly="903">vor welches dieſe armen Leute ſich geſtellt ſahen, war dies: bleiben</line>
        <line lrx="1867" lry="1030" ulx="333" uly="969">wir Hindus, ſo bekommen wir keine Unterſtützung, ſo müſſen wir</line>
        <line lrx="1866" lry="1094" ulx="333" uly="1036">Hungers ſterben; geben wir aber zu, daß wir den Hinduismus</line>
        <line lrx="1867" lry="1164" ulx="332" uly="1102">verabſcheuen, ja ſagen wir dem Biſchof und ſeinen Angeſtellten,</line>
        <line lrx="1867" lry="1227" ulx="331" uly="1170">daß wir Chriſten zu werden wünſchen, ſo werden wir in die</line>
        <line lrx="1867" lry="1298" ulx="332" uly="1237">Hürden hereingelaſſen, werden geſpeist, gekleidet und verſorgt wie</line>
        <line lrx="1866" lry="1363" ulx="331" uly="1304">Gottes eigene Kinder. Solch einem Dilemma gegenüber iſt ihre</line>
        <line lrx="1864" lry="1429" ulx="332" uly="1369">Handlungsweiſe wohl nicht ſehr überraſchend. Die leibliche Noth</line>
        <line lrx="1864" lry="1494" ulx="332" uly="1436">hat natürlich die Schuppen von ihren Augen fallen laſſen und</line>
        <line lrx="1864" lry="1562" ulx="330" uly="1503">ihnen die Mängel des Hinduismus einer⸗ die Vorzüge des Chriſten⸗</line>
        <line lrx="1865" lry="1629" ulx="331" uly="1570">thums andrerſeits aufgedeckt, gegen welche ſie früher gleich blind</line>
        <line lrx="1866" lry="1696" ulx="331" uly="1636">waren. Der leibliche Hunger, der durch die Theurung herbei⸗</line>
        <line lrx="1865" lry="1762" ulx="332" uly="1703">geführt war, hat auf eine ganz klar durchſchaubare Weiſe den</line>
        <line lrx="1864" lry="1828" ulx="333" uly="1770">geiſtlichen Hunger erzeugt, den ſie ſonſt nie empfunden haben würden!</line>
        <line lrx="1865" lry="1895" ulx="446" uly="1829">„Indeſſen drängt ſich uns eine Frage auf: was in aller</line>
        <line lrx="1865" lry="1962" ulx="334" uly="1903">Welt iſt denn der Nutzen ſolcher Bekehrungen? Ein guter Chriſt,</line>
        <line lrx="1864" lry="2027" ulx="332" uly="1970">mag er nun in ſeinem Glauben Recht haben oder Unrecht, iſt ein</line>
        <line lrx="1864" lry="2096" ulx="332" uly="2037">durchaus achtungswerther, würdiger Mann, und je größer die</line>
        <line lrx="1862" lry="2159" ulx="332" uly="2103">Zahl ſolcher Chriſten an einem Ort, deſto beſſer für denſelben.</line>
        <line lrx="1865" lry="2227" ulx="334" uly="2169">Aber ſind dieſe 16,000 Neubekehrten lauter gute Chriſten? Wenn,</line>
        <line lrx="1864" lry="2294" ulx="333" uly="2236">wie man annehmen muß, der Hunger ſie zu Chriſten gemacht hat,</line>
        <line lrx="1863" lry="2361" ulx="333" uly="2303">ſo kann man ſie hiefür zwar nicht tadeln, aber doch auch nicht</line>
        <line lrx="1864" lry="2427" ulx="333" uly="2369">loben. Nur ein Dutzend Uebertritte aus der Zahl der gebildeten</line>
        <line lrx="1863" lry="2492" ulx="334" uly="2436">Hindus würde ein beſſerer Beweis für die Macht des Chriſten⸗</line>
        <line lrx="1864" lry="2560" ulx="333" uly="2502">thums ſein, als ebenſoviel tauſend Bekehrungen wie dieſe in Tinne⸗</line>
        <line lrx="1863" lry="2626" ulx="334" uly="2569">weli. Solange es den zahlreichen Miſſionsgeſellſchaften in Süd⸗</line>
        <line lrx="1863" lry="2692" ulx="333" uly="2635">indien noch nicht gelungen iſt Männer zu bekehren, die im Stande</line>
        <line lrx="1861" lry="2758" ulx="335" uly="2700">ſind für ſich ſelbſt zu prüfen und zu denken, *) ſo lange müſſen</line>
        <line lrx="1862" lry="2826" ulx="336" uly="2767">wir bei der Behauptung bleiben, daß es ihnen nicht gelungen iſt,</line>
        <line lrx="1860" lry="2891" ulx="334" uly="2833">ihren Zweck zu erreichen; und wie ſehr ſie ſich ſelbſt zur bloß</line>
        <line lrx="1124" lry="2970" ulx="423" uly="2923">*) Als wenn es keine ſolchen gäbe!</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1915" lry="2971" type="textblock" ulx="341" uly="450">
        <line lrx="1870" lry="508" ulx="342" uly="450">numeriſchen Vermehrung ihrer Chriſtengemeinden Glück wünſchen</line>
        <line lrx="1871" lry="577" ulx="343" uly="518">mögen, ihr Sieg iſt kaum beſſer als eine Niederlage, und Ferner⸗</line>
        <line lrx="1870" lry="642" ulx="343" uly="585">ſtehende können keinen anderen Eindruck bekommen als den, daß</line>
        <line lrx="1871" lry="710" ulx="343" uly="653">ſie das Weſen dem Schein geopfert und die leichtere, ſcheinbar</line>
        <line lrx="1871" lry="776" ulx="341" uly="718">zwar großartigere, in Wirklichkeit aber ganz nutzloſe ſtatt der</line>
        <line lrx="1871" lry="842" ulx="342" uly="784">ſchwereren Arbeit erwählt haben, die wirklichen Werth hätte, aber</line>
        <line lrx="1868" lry="910" ulx="342" uly="852">freilich weniger zu Selbſtruhm und Lärmmachen Gelegenheit gäbe.“</line>
        <line lrx="1867" lry="975" ulx="453" uly="918">Dieſe Auslaſſungen eines „gebildeten“ Heiden überheben uns</line>
        <line lrx="1915" lry="1043" ulx="342" uly="985">der Mühe, unſere Leſer vor Ueberſchätzung der Bewegung in</line>
        <line lrx="1870" lry="1111" ulx="343" uly="1052">Tinneweli zu warnen, die auch noch niemand als eine Erweckung</line>
        <line lrx="1870" lry="1175" ulx="343" uly="1118">oder deß etwas bezeichnet hat. Es iſt ganz wahr, daß die Ueber⸗</line>
        <line lrx="1871" lry="1243" ulx="342" uly="1184">tretenden von niederer Kaſte ſind, ebenſo wahr, daß ſie ungebildet</line>
        <line lrx="1869" lry="1308" ulx="342" uly="1251">ſind, halbwahr wenigſtens und durchaus nicht zu beklagen, daß ſie</line>
        <line lrx="1869" lry="1375" ulx="342" uly="1318">durch jahrelange Bekanntſchaft mit eingebornen Chriſten auf dieſen</line>
        <line lrx="1870" lry="1441" ulx="343" uly="1385">Schritt allmählich vorbereitet worden ſind, unwahr aber iſt es,</line>
        <line lrx="1870" lry="1508" ulx="342" uly="1450">daß ſie je zwiſchen dem Hungertod und dem Chriſtwerden eine</line>
        <line lrx="1868" lry="1576" ulx="343" uly="1517">Wahl zu treffen hatten. Wie gering man dieſe Leute aber auch</line>
        <line lrx="1869" lry="1642" ulx="341" uly="1584">taxiren mag, ſo bleibt es etwas, wofür man Gott danken darf,</line>
        <line lrx="1869" lry="1708" ulx="342" uly="1651">daß Er in einem Lande wie Indien, wo jeder einzelne, ſelbſt der</line>
        <line lrx="1869" lry="1776" ulx="342" uly="1717">Geringſte und Verachtetſte, von irgendwelchen Banden der Kaſte</line>
        <line lrx="1869" lry="1841" ulx="342" uly="1784">und Familie gebunden und gegen das Chriſtenthum durch eine</line>
        <line lrx="1869" lry="1909" ulx="342" uly="1851">wahre Mauer von Vorurtheilen und Hinderniſſen abgeſperrt iſt,</line>
        <line lrx="1868" lry="1974" ulx="342" uly="1915">daß Gott es da einer ſo großen Zahl hat gelingen laſſen ſich los⸗</line>
        <line lrx="1868" lry="2040" ulx="342" uly="1984">zumachen und in eine Verbindung mit Seiner Gemeinde zu treten,</line>
        <line lrx="1868" lry="2108" ulx="343" uly="2051">welche aus den Dummen Kluge und aus den Verlorenen Gerettete</line>
        <line lrx="1867" lry="2174" ulx="343" uly="2117">machen kann. Wir haben früher ſchon (S. 294 f.) mitgetheilt,</line>
        <line lrx="1867" lry="2241" ulx="343" uly="2183">was der ehrwürdige Biſchof Caldwell zur richtigen Beurtheilung</line>
        <line lrx="1867" lry="2308" ulx="342" uly="2249">dieſer Maſſenübertritte geſagt hat. Es iſt aber vielleicht nicht</line>
        <line lrx="1865" lry="2373" ulx="343" uly="2315">überflüſſig, auch noch den an die oben erwähnte Zeitung (Madras</line>
        <line lrx="1867" lry="2439" ulx="342" uly="2381">Mail) gerichteten Brief eines ſeiner Miſſionare anzuführen, damit</line>
        <line lrx="1776" lry="2505" ulx="342" uly="2447">jedermann ſich ſelbſt ein Urtheil über die Sache bilden könne.</line>
        <line lrx="1866" lry="2572" ulx="456" uly="2514">„Ich habe die Ehre, ſchreibt Miſſ. Spencer, zur Aus⸗</line>
        <line lrx="1864" lry="2640" ulx="344" uly="2580">breitungsgeſellſchaft zu gehören und wage es trotz des in Ihrem</line>
        <line lrx="1865" lry="2704" ulx="344" uly="2646">Blatt ſo laut proklamirten Mißtrauens gegen dieſe Geſellſchaft</line>
        <line lrx="1864" lry="2773" ulx="344" uly="2713">einige einfache Thatſachen in Betreff der vielbeſprochenen Ueber⸗</line>
        <line lrx="1864" lry="2839" ulx="342" uly="2779">tritte anzuführen. In einem Winkel des Kaddapa⸗Diſtrikts habe</line>
        <line lrx="1864" lry="2906" ulx="342" uly="2846">ich aus Privatbeiträgen, aus den Mitteln der Ausbreitungsgeſell⸗</line>
        <line lrx="1862" lry="2971" ulx="344" uly="2913">ſchaft und dem Londoner (Mansion House) Hungerfond Gaben</line>
      </zone>
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        <line lrx="394" lry="392" ulx="326" uly="356">392</line>
      </zone>
      <zone lrx="1860" lry="2967" type="textblock" ulx="326" uly="435">
        <line lrx="1858" lry="499" ulx="328" uly="435">an die Nothleidenden vertheilt. Mit Ausnahme von 1–2 kleinen</line>
        <line lrx="1859" lry="566" ulx="328" uly="503">Summen aus den Privatbeiträgen habe ich all' dieſe Gelder mit</line>
        <line lrx="1858" lry="636" ulx="327" uly="568">ſo ſtrenger Unparteilichkeit bloß an die Bedürftigſten aller Klaſſen</line>
        <line lrx="1859" lry="700" ulx="327" uly="635">verabreicht, daß ich mir den Unwillen vieler Chriſten in den mir</line>
        <line lrx="1859" lry="767" ulx="328" uly="704">anvertrauten Gemeinden zugezogen habe. Die Art, wie ich dabei</line>
        <line lrx="1859" lry="833" ulx="326" uly="768">verfuhr, durch Krankheit und ein reizbares Temperament beein⸗</line>
        <line lrx="1859" lry="901" ulx="327" uly="834">flußt, ſowie meine Verſuche, Betrügereien unter getauften und un⸗</line>
        <line lrx="1859" lry="966" ulx="327" uly="900">getauften Anhängern der Miſſion in Bezug auf die von der Re⸗</line>
        <line lrx="1858" lry="1036" ulx="327" uly="968">gierung gereichten Unterſtützungen nicht aufkommen zu laſſen,</line>
        <line lrx="1856" lry="1105" ulx="327" uly="1035">machten mich vollends unbeliebt bei den Leuten. Ueberdies geſtehe</line>
        <line lrx="1860" lry="1169" ulx="326" uly="1098">ich mit Scham, was manche Ihrer Leſer freilich für keine Schande</line>
        <line lrx="1860" lry="1237" ulx="328" uly="1170">halten werden, daß ich mich nicht entſchließen konnte während der</line>
        <line lrx="1857" lry="1303" ulx="328" uly="1237">Vertheilung von Gaben zugleich direkt zu miſſioniren. Und doch</line>
        <line lrx="1858" lry="1369" ulx="328" uly="1303">haben kleine Häuflein aus 18 verſchiedenen Dörfern um chriſtlichen</line>
        <line lrx="1855" lry="1436" ulx="328" uly="1371">Unterricht gebeten, theils erſtmalig, theils ſchon zum zweitenmal.</line>
        <line lrx="1858" lry="1504" ulx="328" uly="1438">Sie gehören der gleichen Volksklaſſe an, aus welcher unſere jetzigen</line>
        <line lrx="1858" lry="1569" ulx="330" uly="1505">Chriſten ſich rekrutirt haben. Einige dieſer Leute wohnen an</line>
        <line lrx="1858" lry="1636" ulx="328" uly="1574">Orten, die ich nie beſucht habe und an welche auch meine ein⸗</line>
        <line lrx="1859" lry="1701" ulx="329" uly="1640">gebornen Gehilfen nur ſelten gekommen ſind. Wäre an meiner</line>
        <line lrx="1858" lry="1765" ulx="329" uly="1706">Stelle ein Miſſionar dageweſen, der auch nur einen kleinen</line>
        <line lrx="1859" lry="1834" ulx="330" uly="1772">Theil von Biſchof Caldwell's Weisheit, Eifer und Geduld beſeſſen</line>
        <line lrx="1859" lry="1902" ulx="329" uly="1840">und nur ein wenig gearbeitet hätte wie dieſer, ſo glaube ich, daß</line>
        <line lrx="1858" lry="1970" ulx="330" uly="1907">wenigſtens zehnmal mehr Leute zu uns übergetreten wären als</line>
        <line lrx="1858" lry="2035" ulx="328" uly="1975">jetzt der Fall iſt. Angeſtellte der amerikaniſchen Baptiſtenmiſſion (?²)</line>
        <line lrx="1859" lry="2101" ulx="330" uly="2039">haben in einem Theil des Diſtrikts, wo ich arbeite, ebenfalls die</line>
        <line lrx="1858" lry="2170" ulx="330" uly="2107">Hungernden unterſtützt, aber bloß ſolche, die ſchon zu ihnen gehör⸗</line>
        <line lrx="1858" lry="2235" ulx="330" uly="2175">ten; und nun höre ich, daß große Schaaren ſich ihnen angeſchloſſen</line>
        <line lrx="1858" lry="2301" ulx="331" uly="2240">haben, ebenfalls aus der Volksſchichte, zu welcher ihre früheren</line>
        <line lrx="739" lry="2365" ulx="332" uly="2307">Chriſten gehörten.</line>
        <line lrx="1857" lry="2433" ulx="444" uly="2374">„Die Hungersnoth hat die Leute nicht nur leiblich, ſondern</line>
        <line lrx="1856" lry="2502" ulx="331" uly="2441">auch innerlich getroffen und gebeugt. Sie ſind ſanft und demüthig</line>
        <line lrx="1855" lry="2567" ulx="329" uly="2509">im Vergleich mit früher geworden, und das iſt an und für ſich</line>
        <line lrx="1857" lry="2634" ulx="330" uly="2576">ſchon eine gewiſſe Vorbereitung fürs Chriſtenthum. Ein paarmal</line>
        <line lrx="1856" lry="2701" ulx="331" uly="2643">habe ich Worte frommen Troſtes an die leidenden Heiden gerich⸗</line>
        <line lrx="1855" lry="2767" ulx="330" uly="2709">tet, und ſie haben dieſelben begierig aufgenommen. Viele haben</line>
        <line lrx="1855" lry="2832" ulx="331" uly="2776">das Vertrauen auf ſich ſelbſt und auf ihre Götter verloren. Sie</line>
        <line lrx="1854" lry="2899" ulx="335" uly="2843">ſind wie Schafe ohne Hirten. Ihr Gefühl iſt das: „wohin ſollen</line>
        <line lrx="1855" lry="2967" ulx="333" uly="2910">wir uns wenden? wem ſollen wir unſer Vertrauen ſchenken?“ Sie</line>
      </zone>
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        <line lrx="1877" lry="442" ulx="1811" uly="406">393</line>
      </zone>
      <zone lrx="1890" lry="2726" type="textblock" ulx="322" uly="460">
        <line lrx="1878" lry="537" ulx="354" uly="460">wiſſen, daß die Regierungsbeamten und Privatperſonen, die ſich</line>
        <line lrx="1878" lry="604" ulx="353" uly="527">ihrer angenommen, ja für ſie gearbeitet und gelitten haben,</line>
        <line lrx="1877" lry="669" ulx="354" uly="593">Chriſten ſind und daß ihre eigenen Religionsgenoſſen, auch eine</line>
        <line lrx="1876" lry="729" ulx="353" uly="659">heidniſche Regierung, nie ſoviel für ſie gethan hätte. Sie ver⸗</line>
        <line lrx="1875" lry="801" ulx="351" uly="726">gleichen das Verhalten der Chriſten mit dem ihrer eigenen Volks⸗</line>
        <line lrx="1875" lry="868" ulx="351" uly="793">genoſſen, namentlich derer, die noch nie unter chriſtlichem Einfluß</line>
        <line lrx="1873" lry="941" ulx="349" uly="861">geweſen, und ſie bekommen den Eindruck, daß Gott und die Wahr⸗</line>
        <line lrx="1872" lry="1003" ulx="349" uly="925">heit auf unſerer Seite ſind. Wie oft haben ſie — leider — zu</line>
        <line lrx="1890" lry="1067" ulx="345" uly="990">ihren chriſtlichen Wohlthätern geſagt: „ihr ſeid Götter.“ *) Selbſt⸗</line>
        <line lrx="1871" lry="1132" ulx="347" uly="1062">wenn man zugibt, daß viele der Uebergetretenen oder gar alle eben</line>
        <line lrx="1870" lry="1206" ulx="345" uly="1124">deswegen zu uns gekommen ſind, weil ſie unſer Brot gegeſſen</line>
        <line lrx="1869" lry="1270" ulx="345" uly="1190">haben und ſatt geworden, ſo iſt das zwar kein hoher Beweg⸗</line>
        <line lrx="1868" lry="1331" ulx="344" uly="1260">grund — wenig beſſer als die Anhänglichkeit eines Thieres an</line>
        <line lrx="1867" lry="1398" ulx="342" uly="1324">den, der ihm zu eſſen gibt, aber dieſe Anhänglichkeit iſt doch etwas</line>
        <line lrx="1865" lry="1469" ulx="342" uly="1391">Anderes, als die berechnende Verſtellung, welche um geſpeist zu</line>
        <line lrx="1865" lry="1533" ulx="340" uly="1458">werden ein chriſtliches Bekenntniß ablegt; und ſo gering man ſie</line>
        <line lrx="1863" lry="1598" ulx="340" uly="1524">auch anſchlagen mag, man wird doch nicht behaupten wollen, daß</line>
        <line lrx="1862" lry="1664" ulx="339" uly="1591">wir die Gelegenheit nicht benutzen ſollten, dieſe Leute zu heben</line>
        <line lrx="1860" lry="1725" ulx="338" uly="1658">und ihnen den erbetenen Unterricht zu ertheilen. Aber in allem</line>
        <line lrx="1861" lry="1797" ulx="338" uly="1722">Ernſt, ich glaube, daß das „Wunder“ einen tiefen Eindruck nicht</line>
        <line lrx="1859" lry="1865" ulx="336" uly="1790">nur auf die Uebertretenden, ſondern auch auf die noch Fernſtehen⸗</line>
        <line lrx="1858" lry="1929" ulx="334" uly="1855">den gemacht hat, das Wunder nämlich, daß eine Nation, die ſie</line>
        <line lrx="1858" lry="1996" ulx="335" uly="1921">bisher für hartherzig**) und keineswegs für freigebig oder wohl⸗</line>
        <line lrx="1856" lry="2065" ulx="332" uly="1988">thätig gehalten, nun durch die Leiden des indiſchen Volkes tief ge⸗</line>
        <line lrx="1854" lry="2128" ulx="331" uly="2053">rührt worden und zur Linderung derſelben große perſönliche und</line>
        <line lrx="1855" lry="2189" ulx="331" uly="2120">Geld⸗Opfer gebracht hat. Ich glaube von Herzen an die Wunder</line>
        <line lrx="1852" lry="2255" ulx="329" uly="2187">der Evangelien, aber ich vergeſſe nicht, daß der, der ſie wirkte und</line>
        <line lrx="1852" lry="2330" ulx="329" uly="2254">auch ſeine Jünger Aehnliches wirken ließ, daß Er die heilbringende</line>
        <line lrx="1851" lry="2388" ulx="327" uly="2320">Gnade höher ſtellte als alle Wunder, daß Paulus die Liebe über</line>
        <line lrx="1850" lry="2460" ulx="327" uly="2386">alle Wunder pries, und Jeſus ſelbſt ſeinen Jüngern verhieß, ſie</line>
        <line lrx="1848" lry="2527" ulx="325" uly="2454">würden größere Werke thun als Er gethan. Eins von dieſen</line>
        <line lrx="1846" lry="2600" ulx="324" uly="2519">größeren Werken — mit demüthiger Scheu ſage ich es — iſt nach</line>
        <line lrx="1846" lry="2660" ulx="323" uly="2586">meiner Ueberzeugung die Hilfe, welche das chriſtliche England in</line>
        <line lrx="1846" lry="2726" ulx="322" uly="2652">dieſer Hungersnoth den Hindus geleiſtet hat. Die Wunder Chriſti</line>
      </zone>
      <zone lrx="1843" lry="2826" type="textblock" ulx="409" uly="2764">
        <line lrx="1843" lry="2826" ulx="409" uly="2764">*) Das will in Indien nicht viel heißen; jeder Arme redet den Vornehmen</line>
      </zone>
      <zone lrx="1876" lry="2993" type="textblock" ulx="319" uly="2818">
        <line lrx="573" lry="2856" ulx="320" uly="2818">als Gott an!</line>
        <line lrx="1876" lry="2942" ulx="408" uly="2875">**) Man denke nur an Babu Keſab Tſchander Sen's berühmte Rede, in</line>
        <line lrx="1782" lry="2993" ulx="319" uly="2929">welcher er die Europäer, reſp. Engländer mit reißenden Wölfen vergleicht.</line>
      </zone>
    </surface>
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        <line lrx="401" lry="421" ulx="333" uly="384">394</line>
      </zone>
      <zone lrx="1871" lry="2988" type="textblock" ulx="333" uly="457">
        <line lrx="1860" lry="518" ulx="333" uly="457">und ſeiner Apoſtel hat man mit Blüthen verglichen, die reifen</line>
        <line lrx="1860" lry="586" ulx="333" uly="525">Früchte aber ſind Werke der Liebe und ein heiliges Leben, und</line>
        <line lrx="1860" lry="650" ulx="334" uly="591">wennd urch den Anblick jener ſchon ganze Schaaren bekehrt wurden,</line>
        <line lrx="1856" lry="719" ulx="334" uly="656">ſo iſt's ja begreiflich, daß auch dieſe nicht ohne Wirkung bleiben.</line>
        <line lrx="1860" lry="786" ulx="446" uly="723">„Die eingebornen Chriſten (und die europäiſchen! Red.) ſind</line>
        <line lrx="1861" lry="854" ulx="333" uly="790">nirgends vollkommen. Die in meinen Gemeinden haben viele</line>
        <line lrx="1862" lry="920" ulx="334" uly="856">Fehler und ich verſäume nicht, ihnen dieſelben vorzuhalten. Wäh⸗</line>
        <line lrx="1862" lry="987" ulx="336" uly="925">rend der Hungersnoth haben die ſie auf allen Seiten umgebenden</line>
        <line lrx="1861" lry="1053" ulx="334" uly="992">verderblichen Einflüſſe leider ſchlecht auf ſie gewirkt. Aber trotz</line>
        <line lrx="1859" lry="1120" ulx="336" uly="1058">alle dem iſt ihr Wandel im Ganzen ein beſſerer als der der Heiden,</line>
        <line lrx="1863" lry="1187" ulx="336" uly="1125">ſelbſt ſolcher Heiden, welche höheren Kaſten angehören. Auch in</line>
        <line lrx="1863" lry="1255" ulx="335" uly="1191">den ſchwerſten Tagen des Mangels verließen ſie doch nicht ihre</line>
        <line lrx="1863" lry="1319" ulx="338" uly="1258">Eltern und ließen doch ihre Kinder nicht Hungers ſterben. Der</line>
        <line lrx="1864" lry="1389" ulx="336" uly="1324">Zuſammenhang mit den Miſſionaren und alles, was chriſtlicher</line>
        <line lrx="1864" lry="1454" ulx="338" uly="1390">Einfluß ihnen gegeben hatte, befähigte unſere eingebornen Chriſten</line>
        <line lrx="1864" lry="1516" ulx="337" uly="1458">unter den Schaaren armer Leute, die ſich zu den von der Regie⸗</line>
        <line lrx="1865" lry="1589" ulx="337" uly="1524">rung veranſtalteten Notharbeiten drängten, eine Art Anführerrolle</line>
        <line lrx="1864" lry="1657" ulx="338" uly="1591">zu ſpielen und ſelbſt ſolchen voranzugehn, die früher ihre eigenen</line>
        <line lrx="1867" lry="1722" ulx="340" uly="1657">Arbeitgeber geweſen waren. Und dieſe letztern hatten nichts da⸗</line>
        <line lrx="1866" lry="1790" ulx="340" uly="1723">gegen: ſie wußten, daß ſie unter chriſtlichen Vormännern beſſer</line>
        <line lrx="1867" lry="1853" ulx="339" uly="1791">daran ſeien, als unter heidniſchen. Dieſe Stellung, welche unſere</line>
        <line lrx="1868" lry="1921" ulx="343" uly="1858">Chriſten ohne die geringſte Einmiſchung von meiner Seite ein⸗</line>
        <line lrx="1868" lry="1987" ulx="340" uly="1924">nahmen und die Achtung, die ſie genoſſen, machte natürlich großen</line>
        <line lrx="1868" lry="2053" ulx="342" uly="1990">Eindruck auf die Heiden, namentlich auf ihre früheren Kaſten⸗</line>
        <line lrx="1867" lry="2122" ulx="343" uly="2056">genoſſen, die jetzt tief unter ihnen ſtanden. Dazu kam, daß ich</line>
        <line lrx="1868" lry="2188" ulx="343" uly="2123">Miſſionsgehilfen an die verſchiedenen Arbeitsplätze ſandte, um mit</line>
        <line lrx="1868" lry="2254" ulx="342" uly="2190">den Chriſten Gottesdienſt zu halten und den allgemeinen Betrüge⸗</line>
        <line lrx="1869" lry="2322" ulx="343" uly="2257">reien entgegenzuwirken. Einige eifrige junge Leute, obgleich keine</line>
        <line lrx="1868" lry="2389" ulx="345" uly="2323">bezahlten Lehrer, leiſteten aus freien Stücken ähnliche Dienſte.</line>
        <line lrx="1870" lry="2454" ulx="344" uly="2389">Manchmal konnten die Heiden ſehen, wie die Chriſten ſich unter</line>
        <line lrx="1870" lry="2520" ulx="347" uly="2456">einem Schattenbaum zum Gebet verſammelten und wie vielleicht</line>
        <line lrx="1869" lry="2587" ulx="347" uly="2521">ein Schulknabe in freien Augenblicken hie und da ſein N. Teſta⸗</line>
        <line lrx="1871" lry="2653" ulx="346" uly="2588">ment las, je und je auch den Geſang eines chriſtlichen Liedes hören</line>
        <line lrx="1870" lry="2720" ulx="350" uly="2656">oder an einer Unterhaltung über religiöſe Dinge theilnehmen; und</line>
        <line lrx="1871" lry="2786" ulx="349" uly="2721">alles dies hat die vorher ſchon verbreitete wenn auch unklare öffent⸗</line>
        <line lrx="1871" lry="2855" ulx="348" uly="2788">liche Meinung verſtärkt, daß Gott und die Wahrheit auf Seite</line>
        <line lrx="745" lry="2921" ulx="350" uly="2864">der Chriſten ſind.</line>
        <line lrx="1871" lry="2988" ulx="464" uly="2921">„Ich nehme um ſo weniger Anſtand das alles zu ſchreiben,</line>
      </zone>
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        <line lrx="1861" lry="437" ulx="1793" uly="400">395</line>
      </zone>
      <zone lrx="1862" lry="2989" type="textblock" ulx="308" uly="461">
        <line lrx="1862" lry="533" ulx="336" uly="461">da es nicht im Geringſten mein Verdienſt iſt. Was ich ſage iſt</line>
        <line lrx="1860" lry="598" ulx="334" uly="527">dies: wenn ſchon auf meinem Arbeitsfeld einige Aehren haben</line>
        <line lrx="1861" lry="664" ulx="334" uly="593">aufgeleſen werden können, ſo iſt es gar nicht zu verwundern, daß</line>
        <line lrx="1862" lry="731" ulx="332" uly="660">da wo Biſchof Caldwell wirkt, und zwar in Gemeinſchaft mit</line>
        <line lrx="1860" lry="798" ulx="332" uly="726">einer Schaar von Chriſten, die unſere Freude und Krone ſind,</line>
        <line lrx="1861" lry="866" ulx="331" uly="792">daß da eine ganze Ernte eingeheimſt wird. Ueberall, wo lange</line>
        <line lrx="1860" lry="928" ulx="331" uly="859">miſſionirt worden iſt, herrſcht unter den Leuten, namentlich unter</line>
        <line lrx="1859" lry="996" ulx="330" uly="925">den Klaſſen, aus welchen ſchon Uebertritte ſtattgefunden haben,</line>
        <line lrx="1858" lry="1068" ulx="331" uly="992">ein Gefühl, daß das Chriſtenthum die beſte, die wahre Religion</line>
        <line lrx="1858" lry="1132" ulx="329" uly="1058">iſt. Kaſten⸗ und andere weltliche Rückſichten hindern die meiſten</line>
        <line lrx="1857" lry="1195" ulx="328" uly="1125">an der Bekehrung und manche halten ſich geradezu für zu ſchlecht</line>
        <line lrx="1715" lry="1258" ulx="327" uly="1190">fürs Chriſtenthum oder dieſes für zu gut für Leute wie ſie.</line>
        <line lrx="1854" lry="1326" ulx="440" uly="1259">„Auf der anderen Seite verſteht es ſich von ſelbſt, daß eine</line>
        <line lrx="1854" lry="1396" ulx="327" uly="1323">Bitte um chriſtlichen Unterricht noch lange keine Bekehrung iſt;</line>
        <line lrx="1852" lry="1464" ulx="326" uly="1391">aber ſehr oft iſt eine ſolche Bitte der erſte Schritt dazu. Zuweilen</line>
        <line lrx="1856" lry="1527" ulx="327" uly="1459">ändert ein Drittel aller Taufbewerber wieder ſeinen Sinn, oft</line>
        <line lrx="1855" lry="1592" ulx="325" uly="1523">kann nur die Hälfte ſchließlich getauft werden. Zuweilen fällt ein</line>
        <line lrx="1855" lry="1658" ulx="324" uly="1592">ganzes Dorf wieder ab. Die herrſchende Praxis dei den Miſſio⸗</line>
        <line lrx="1851" lry="1724" ulx="323" uly="1659">naren der Ausbreitungsgeſellſchaft in Südindien iſt die, nicht ſchnell</line>
        <line lrx="1847" lry="1793" ulx="321" uly="1724">zu taufen. Ein gewiſſes Maß von Erkenntniß, von Beſſerung, von</line>
        <line lrx="1849" lry="1857" ulx="323" uly="1789">Rechtſchaffenheit wird dazu erfordert, nicht bloß ein Bekenntniß</line>
        <line lrx="1853" lry="1925" ulx="321" uly="1856">des Mundes. Die Gabe der Geiſterprüfung war nie allgemein⸗</line>
        <line lrx="1850" lry="1996" ulx="322" uly="1921">Auch in der Apoſtelzeit wurde ein Simon der Zauberer getauft,</line>
        <line lrx="1851" lry="2057" ulx="320" uly="1989">und Henry Martyn’'s Bekehrte ſowie die Erſtlinge der Sirampur⸗</line>
        <line lrx="1849" lry="2124" ulx="320" uly="2054">Miſſion machten auch nicht lauter Freude. Man wirft uns vor,</line>
        <line lrx="1847" lry="2187" ulx="318" uly="2119">daß wir die Kaſte dulden. Soviel ich weiß, verabſcheuen wir alle,</line>
        <line lrx="1848" lry="2259" ulx="319" uly="2186">Kommittee und Miſſionare, die Kaſte und wenden jedes vernünftige</line>
        <line lrx="1236" lry="2316" ulx="320" uly="2254">Mittel, nur keinen Zwang, dagegen an.</line>
        <line lrx="1846" lry="2391" ulx="429" uly="2320">„Aber man fragt (als Vorwurf und Verdächtigung gegen</line>
        <line lrx="1846" lry="2455" ulx="316" uly="2386">das von der Ausbreitungsgeſellſchaft Berichtete): Warum hat die</line>
        <line lrx="1847" lry="2527" ulx="317" uly="2452">Engliſch⸗kirchliche Geſellſchaft nichts Aehnliches erlebt?“ Hierauf</line>
        <line lrx="1846" lry="2590" ulx="315" uly="2518">ſagt der Verfaſſer des Briefes einiges zur Erklärung, weist darauf</line>
        <line lrx="1841" lry="2655" ulx="316" uly="2584">hin, daß Aehnliches ja noch kommen kann und fährt dann fort:</line>
        <line lrx="1841" lry="2726" ulx="317" uly="2651">„Aber der Englich⸗kirchlichen Miſſion fehlt es doch wahrlich nicht</line>
        <line lrx="1834" lry="2788" ulx="315" uly="2717">an Erfolg: die 18 Bekehrten jenes blinden Schulmeiſters (die aus</line>
        <line lrx="1838" lry="2856" ulx="314" uly="2782">hoher Kaſte kamen und nicht nur ſo mit dem großen Haufen liefen),</line>
        <line lrx="1837" lry="2922" ulx="308" uly="2849">die Uebertritte, welche in Folge der Reiſepredigt der Miſſ. Fenn</line>
        <line lrx="1837" lry="2989" ulx="312" uly="2917">und Meadows ſtattfanden; das Werk im Telugu⸗Land, Miſſ. Laſh's</line>
      </zone>
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      </zone>
      <zone lrx="1900" lry="3001" type="textblock" ulx="331" uly="465">
        <line lrx="1856" lry="540" ulx="332" uly="465">weitausgebreitetes Netz von Mädchenſchulen, Frau Satjanadan's</line>
        <line lrx="1857" lry="606" ulx="331" uly="536">zahlreiche Zenanaſchulen und Mädchenſchulen in Madras u. ſ. w.,</line>
        <line lrx="1859" lry="671" ulx="333" uly="602">das ſind Dinge, für welche jeder Miſſionar mit Freuden Gott</line>
        <line lrx="1859" lry="731" ulx="332" uly="669">dankt und die von niemand angezweifelt werden. Die Ausbreitungs⸗</line>
        <line lrx="1859" lry="808" ulx="334" uly="733">geſellſchaft aber bringt man in den Verdacht, als habe ſie Bekeh⸗</line>
        <line lrx="1857" lry="873" ulx="333" uly="800">rungen oder Bekehrungsgeſchichten fabrizirt — um Geld zu machen!“</line>
        <line lrx="1861" lry="934" ulx="444" uly="867">Es iſt recht traurig, daß ſolche Streitereien ſich an die</line>
        <line lrx="1861" lry="1003" ulx="336" uly="935">Maſſenbekehrungen in Tinneweli gehängt haben, namentlich wenn</line>
        <line lrx="1861" lry="1066" ulx="335" uly="1000">es den Weltleuten gelungen ſein ſollte, etwas wie Neid oder</line>
        <line lrx="1862" lry="1135" ulx="336" uly="1066">Konkurrenzgeiſt — dieſen Teufelsſamen — unter die Arbeiter der</line>
        <line lrx="1863" lry="1201" ulx="337" uly="1131">beiden großen engliſchen Geſellſchaften auszuſtreuen. Doch haben</line>
        <line lrx="1862" lry="1268" ulx="337" uly="1199">wir die gute Zuverſicht, daß die Sache im Segen fortgehn und</line>
        <line lrx="1863" lry="1337" ulx="337" uly="1265">das glimmende Docht in den Herzen der Tauſende nicht aus⸗</line>
        <line lrx="1865" lry="1404" ulx="338" uly="1331">gelöſcht, ſondern durch treue Pflege zu hellerem Brennen wird ge⸗</line>
        <line lrx="1864" lry="1467" ulx="340" uly="1396">bracht werden. Beſſer wäre es freilich, wenn dieſe Arbeit unbe⸗</line>
        <line lrx="1866" lry="1534" ulx="339" uly="1461">ſchrieen geſchehen könnte und die Lehrer der Unmündigen ſich nicht</line>
        <line lrx="1865" lry="1601" ulx="339" uly="1531">zu vertheidigen brauchten gegen die Vorwürfe ſolcher, die weder</line>
        <line lrx="1865" lry="1666" ulx="339" uly="1600">vom chriſtlichen Lehren noch vom chriſtlichen Lernen etwas ver⸗</line>
        <line lrx="1862" lry="1735" ulx="342" uly="1665">ſtehen; aber auf der anderen Seite iſt's doch wieder ein Gewinn,</line>
        <line lrx="1863" lry="1800" ulx="342" uly="1733">wenn die Augen der großen Welt auf die Miſſionsarbeit gerichtet</line>
        <line lrx="1852" lry="1863" ulx="342" uly="1799">werden: die Miſſionare werden dann um ſo gewiſſer vor Ueber</line>
        <line lrx="1867" lry="1935" ulx="343" uly="1862">eilung und Uebertreibung ſich hüten, und über all dem Anklagen</line>
        <line lrx="1867" lry="1998" ulx="342" uly="1931">und Vertheidigen lernt doch vielleicht mancher das Werk kennen</line>
        <line lrx="1515" lry="2067" ulx="343" uly="2001">und achten, der ſonſt wenig darnach gefragt hätte.</line>
        <line lrx="1869" lry="2132" ulx="455" uly="2066">Sachgemäßer und nüchterner als viele andre — Feinde oder</line>
        <line lrx="1867" lry="2203" ulx="343" uly="2133">Freunde — ſcheint uns der ehrwürdige Herausgeber des „Bombay</line>
        <line lrx="1870" lry="2265" ulx="347" uly="2198">Guardian“ zu urtheilen. Er macht folgende kurze Bemerkungen zu</line>
        <line lrx="1870" lry="2324" ulx="346" uly="2264">den Uebertritten in Südindien: „Die Hindus hängen ſo unter⸗</line>
        <line lrx="1871" lry="2398" ulx="347" uly="2329">einander zuſammen, daß viele, die dem Chriſtenthum günſtig ge⸗</line>
        <line lrx="1872" lry="2464" ulx="347" uly="2392">ſtimmt ſind, bloß dadurch vom wirklichen Uebertritt zurückgehalten</line>
        <line lrx="1873" lry="2532" ulx="350" uly="2459">werden, daß ſie ſich nicht in der Lage finden, einen ſolchen Schritt</line>
        <line lrx="1872" lry="2601" ulx="348" uly="2525">ihren Verwandten und Angehörigen gegenüber zu rechtfertigen.</line>
        <line lrx="1872" lry="2666" ulx="351" uly="2597">Wenn ſie irgend etwas vorweiſen könnten, was bei anderen auch</line>
        <line lrx="1873" lry="2733" ulx="350" uly="2662">nur halbwegs als Rechtfertigung angeſehen werden würde, ſo</line>
        <line lrx="1873" lry="2802" ulx="352" uly="2728">hätte ihr Zögern ein Ende. Durch die in der Hungersnoth von</line>
        <line lrx="1873" lry="2867" ulx="354" uly="2789">Chriſten geleiſtete Hilfe iſt vielen ein ſolcher — Vorwand möchte</line>
        <line lrx="1900" lry="2932" ulx="355" uly="2861">man faſt ſagen, zutheil geworden. Jetzt können ſie ſagen: wir wären .</line>
        <line lrx="1875" lry="3001" ulx="353" uly="2927">zu Grunde gegangen, wenn die Wohlthätigkeit der Chriſten nicht</line>
      </zone>
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      </zone>
      <zone lrx="1880" lry="2947" type="textblock" ulx="333" uly="432">
        <line lrx="1879" lry="495" ulx="357" uly="432">geweſen wäre; von den Brahmanen oder von unſeren Prieſtern</line>
        <line lrx="1880" lry="562" ulx="357" uly="499">oder Kaſtengenoſſen haben wir keine Hilfe erhalten, ſondern faſt</line>
        <line lrx="1876" lry="628" ulx="357" uly="565">ausſchließlich von Chriſten. Da wir dieſen unſer Leben verdanken,</line>
        <line lrx="1878" lry="697" ulx="356" uly="631">hat auch ihre Religion einen Anſpruch an uns, und wir nehmen</line>
        <line lrx="1879" lry="761" ulx="354" uly="698">dieſelbe an. Unſere eigenen Götter haben wir genug verſucht, aber</line>
        <line lrx="1878" lry="827" ulx="354" uly="763">ſie haben uns im Stich gelaſſen: wir riefen zu ihnen, aber ſie</line>
        <line lrx="1878" lry="890" ulx="354" uly="829">halfen uns nicht. Wir glauben, daß viele der in Südindien Ueber⸗</line>
        <line lrx="1876" lry="962" ulx="353" uly="900">getretenen ungefähr ſo gedacht haben. Ferner iſt's bekannt, daß</line>
        <line lrx="1877" lry="1028" ulx="352" uly="963">ein Hindu leichter einen Schritt thut, den er in Geſellſchaft vieler</line>
        <line lrx="1876" lry="1095" ulx="351" uly="1030">anderen thun kann. Das Kreuz wird erſtaunlich viel leichter, wenn</line>
        <line lrx="1875" lry="1165" ulx="350" uly="1097">Hunderte zuſammen ſtehen, und ſind es einmal Hunderte, ſo wer⸗</line>
        <line lrx="1874" lry="1231" ulx="350" uly="1163">den daraus leicht Tauſende. Doch darf man nicht vergeſſen, daß</line>
        <line lrx="1874" lry="1296" ulx="350" uly="1229">nicht alle, die das Chriſtenthum annehmen, deswegen auch im</line>
        <line lrx="1873" lry="1362" ulx="351" uly="1295">bibliſchen Sinne Chriſten werden. Sie müſſen wiedergeboren</line>
        <line lrx="1874" lry="1428" ulx="349" uly="1364">werden. Und hiezu iſt bloßer Unterricht nicht genug. Der Geiſt</line>
        <line lrx="1872" lry="1501" ulx="348" uly="1429">Gottes muß ſie ſtrafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit</line>
        <line lrx="1869" lry="1560" ulx="347" uly="1496">und Chriſtus als ihren Heiland und König in ihren Herzen verklären.“</line>
        <line lrx="1794" lry="1624" ulx="346" uly="1563">Mit dieſem Urtheil wird man ſich gern einverſtanden erklären.</line>
        <line lrx="1868" lry="1696" ulx="450" uly="1630">Wie nichtig übrigens die oben erwähnte Verdächtigung iſt,</line>
        <line lrx="1868" lry="1762" ulx="345" uly="1696">geht ſchon daraus hervor, daß ja auch andere Miſſionen ähnliche</line>
        <line lrx="1867" lry="1826" ulx="345" uly="1761">Erfahrungen gemacht haben, ſo die Basler Geſellſchaft in Süd⸗</line>
        <line lrx="1864" lry="1894" ulx="342" uly="1828">Mahratta, die Amerikaner in Madura *) und neuerdings in noch</line>
        <line lrx="1865" lry="1960" ulx="343" uly="1892">größerem Maßſtab die Scudderſche Miſſion in Arkot. Scudderiſche</line>
        <line lrx="1864" lry="2024" ulx="342" uly="1962">nennen wir dieſelbe, weil ſie von ſieben Söhnen des bekannten</line>
        <line lrx="1866" lry="2094" ulx="341" uly="2026">Dr. John Scudder, **) die alle Miſſionare und zugleich faſt</line>
        <line lrx="1864" lry="2156" ulx="341" uly="2092">alle Doktoren der Medicin waren, gegründet wurde. Drei der⸗</line>
        <line lrx="1864" lry="2223" ulx="340" uly="2158">ſelben ſtehn jetzt noch in der indiſchen Miſſionsarbeit, die anderen</line>
        <line lrx="1864" lry="2337" ulx="428" uly="2283">*) Am 17. April ſchrieb Miſſ. Tracy aus Tirupuwanam: „In mehreren</line>
        <line lrx="1864" lry="2392" ulx="338" uly="2337">Dörfern bitten neue Gemeinden um Unterricht; ja, ſie kommen ſchneller als</line>
        <line lrx="1864" lry="2449" ulx="336" uly="2393">ich im Stande bin Lehrer für ſie zu finden. Ein Katechiſt ſagte mir vor eini⸗</line>
        <line lrx="1864" lry="2506" ulx="337" uly="2449">gen Tagen, daß in einem Dorf nicht weit von Eſſaly beinah 20 Familien</line>
        <line lrx="1863" lry="2561" ulx="335" uly="2504">nach Unterricht verlangten. So iſt es. Die Arbeit wächſt und das Bedürfniß</line>
        <line lrx="1863" lry="2615" ulx="335" uly="2559">nach treuen frommen Arbeitern iſt groß.“ Miſſ. Chandler ſchreibt am 11. Mai:</line>
        <line lrx="1861" lry="2672" ulx="336" uly="2613">„Die Hungersnoth hat nicht nur traurige, ſondern auch erfreuliche Folgen ge⸗</line>
        <line lrx="1861" lry="2725" ulx="335" uly="2669">habt. Das Vertrauen auf die Götzen iſt bei vielen geſchwächt, ſie ſind freund⸗</line>
        <line lrx="1862" lry="2780" ulx="334" uly="2724">licher gegen die Chriſten und bereitwilliger, chriſtliche Bücher zu leſen ſowie</line>
        <line lrx="1858" lry="2840" ulx="333" uly="2780">ſich über unſere Religion aufklären zu laſſen.“ Es fehlt nur an Arbeitern,</line>
        <line lrx="1566" lry="2890" ulx="333" uly="2837">aber auch an Geldmitteln z. B. zum Kapellenbau, Schulen ꝛc.</line>
        <line lrx="1741" lry="2947" ulx="421" uly="2893">**) Siehe Dr. J. Scudder’s Leben, Miſſionsbuchhandlung, Baſel.</line>
      </zone>
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        <line lrx="399" lry="410" ulx="331" uly="375">298</line>
      </zone>
      <zone lrx="1869" lry="2971" type="textblock" ulx="331" uly="447">
        <line lrx="1857" lry="507" ulx="332" uly="447">ſind meiſt nach Amerika in den dortigen Kirchendienſt zurückgekehrt;</line>
        <line lrx="1859" lry="574" ulx="331" uly="514">dagegen ſind andere Männer an ihre Stelle gekommen, die ebenfalls</line>
        <line lrx="1859" lry="640" ulx="331" uly="582">mit viel Hingebung und Geſchick als Prediger wie als Aerzte das</line>
        <line lrx="1860" lry="705" ulx="334" uly="649">Vertrauen der Hindus zu gewinnen verſtanden haben. Das Haupt⸗</line>
        <line lrx="1858" lry="777" ulx="332" uly="713">quartier dieſer Miſſion befindet ſich in Arkot, einer Stadt, welche</line>
        <line lrx="1862" lry="840" ulx="333" uly="782">einſt die Reſidenz der großen Nabobs des Karnataka⸗Landes war</line>
        <line lrx="1860" lry="905" ulx="332" uly="846">und wo dann die engliſche Waffenmacht unter Clive ihre erſten</line>
        <line lrx="1861" lry="973" ulx="333" uly="913">entſchiedenen Triumphe in Indien feierte. Eine zweite Station iſt</line>
        <line lrx="1862" lry="1037" ulx="333" uly="980">Madanapalli, wo Dr. Chamberlain ein Spital und meh⸗</line>
        <line lrx="1863" lry="1103" ulx="335" uly="1046">rere andere nützliche Anſtalten, zum Theil mit Hilfe wohlmeinender</line>
        <line lrx="1863" lry="1172" ulx="335" uly="1112">Heiden, ins Leben gerufen und ſich durch glückliche Kuren nicht</line>
        <line lrx="1863" lry="1239" ulx="332" uly="1179">nur, ſondern auch durch ſein liebenswüdiges, dienſtfertiges Weſen</line>
        <line lrx="1863" lry="1306" ulx="334" uly="1246">einen Namen gemacht hat. Da Arkot gerade auf der Grenze</line>
        <line lrx="1864" lry="1374" ulx="332" uly="1312">zwiſchen dem Telugu⸗ und dem Tamilgebiet liegt, wird unter zwei</line>
        <line lrx="1862" lry="1439" ulx="333" uly="1378">verſchiedenen Bevölkerungen und in zwei Sprachen miſſionirt.</line>
        <line lrx="1862" lry="1505" ulx="335" uly="1445">Große ſichtbare Erfolge hatte man lange nicht aufzuweiſen, da⸗</line>
        <line lrx="1863" lry="1574" ulx="337" uly="1511">gegen wiederholt mit Geldmangel zu kämpfen. Vor etwa 5 Jah⸗</line>
        <line lrx="1862" lry="1639" ulx="334" uly="1578">ren ſchien es, als rege ſich unter den Telugus etwas, die gehegten</line>
        <line lrx="1864" lry="1706" ulx="335" uly="1645">Erwartungen giengen aber nicht alle in Erfüllung, obſchon der</line>
        <line lrx="1863" lry="1773" ulx="333" uly="1710">damals ausgeſtreute gute Same gewiß nicht verloren ſein wird</line>
        <line lrx="1864" lry="1839" ulx="338" uly="1777">und immerhin aus den Malas und Madigas, den niedrigſten Kaſten</line>
        <line lrx="1367" lry="1905" ulx="334" uly="1848">des Landes, manche Seele gewonnen wurde.</line>
        <line lrx="1864" lry="1971" ulx="445" uly="1909">Auch jetzt ſind es die Verachteten und Geringen, diesmal aber</line>
        <line lrx="1863" lry="2037" ulx="335" uly="1977">unter den Tamilern, welche ſich den Miſſionaren angeſchloſſen</line>
        <line lrx="1865" lry="2105" ulx="337" uly="2044">haben. Doch berichtet ein eingeborner Mitarbeiter der Miſſionare,</line>
        <line lrx="1865" lry="2168" ulx="336" uly="2110">daß von den 18 Dörfern, deren Bewohner er in die chriſtliche</line>
        <line lrx="1867" lry="2238" ulx="337" uly="2178">Gemeinſchaft aufgenommen habe, zwei von „Kaſtenleuten“ bevölkert</line>
        <line lrx="1866" lry="2304" ulx="337" uly="2244">ſeien und in einem auch der Monegar oder Schultheiß an der</line>
        <line lrx="1867" lry="2370" ulx="337" uly="2311">Spitze von eilf Familien übergetreten ſei. Dieſe haben die heilige</line>
        <line lrx="1865" lry="2437" ulx="337" uly="2377">Schnur zerriſſen, das Lingam abgelegt und mit den Chriſten —</line>
        <line lrx="1868" lry="2505" ulx="339" uly="2445">gegeſſen, was immer der ſicherſte Beweis iſt, daß jemand mit</line>
        <line lrx="1867" lry="2570" ulx="338" uly="2512">ſeiner Kaſte wirklich zu brechen entſchloſſen iſt. In einem anderen</line>
        <line lrx="1868" lry="2636" ulx="340" uly="2579">Dorf in Süd⸗Arkot iſt aus 15 Familien eine neue Gemeinde ent⸗</line>
        <line lrx="1867" lry="2703" ulx="339" uly="2644">ſtanden, in der außer den Parias nun drei verſchiedene Kaſten</line>
        <line lrx="1868" lry="2769" ulx="339" uly="2712">vertreten ſind. Im letzten Jahresbericht dieſer Miſſion leſen wir</line>
        <line lrx="1867" lry="2837" ulx="340" uly="2777">u. A.: „Was die Aufnahme betrifft, welche das Evangelium bei</line>
        <line lrx="1867" lry="2903" ulx="341" uly="2844">den Heiden findet, ſo ſind Miſſionare und eingeborne Gehilfen</line>
        <line lrx="1869" lry="2971" ulx="342" uly="2911">einſtimmig darüber, daß dieſelben noch nie eine freundlichere Ge⸗</line>
      </zone>
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        <line lrx="1860" lry="414" ulx="1794" uly="379">399</line>
      </zone>
      <zone lrx="1861" lry="2579" type="textblock" ulx="317" uly="434">
        <line lrx="1861" lry="509" ulx="341" uly="434">ſinnung gegen das Evangelium an den Tag gelegt haben. Der</line>
        <line lrx="1859" lry="575" ulx="341" uly="501">Name Jeſu Chriſti, der ſelbſt in den abgelegenſten Dörfern kein</line>
        <line lrx="1860" lry="645" ulx="340" uly="567">unbekannter Klang mehr iſt, wird überall mit wenig oder gar</line>
        <line lrx="1859" lry="712" ulx="337" uly="634">keinem Widerſpruch aufgenommen. Daß der Prediger geſchmäht</line>
        <line lrx="1859" lry="777" ulx="338" uly="703">oder lächerlich gemacht wird, hat faſt ganz aufgehört, und Dorf⸗</line>
        <line lrx="1857" lry="844" ulx="338" uly="769">beamte, welche früher den Miſſionar mit Mißtrauen anſahen, ſind</line>
        <line lrx="1858" lry="912" ulx="333" uly="836">jetzt ſeine Freunde geworden und ſehen mit Vergnügen ſeinen</line>
        <line lrx="1857" lry="977" ulx="334" uly="902">regelmäßigen Beſuchen im Dorf entgegen. Es iſt nicht ſelten vor⸗</line>
        <line lrx="1857" lry="1046" ulx="335" uly="968">gekommen, daß der Dorfbeamte den niedrigeren Kaſten gerathen</line>
        <line lrx="1857" lry="1108" ulx="334" uly="1034">hat, Chriſten zu werden und freiwillig dem Miſſionar bei der Er⸗</line>
        <line lrx="1857" lry="1181" ulx="333" uly="1104">werbung von Bauplätzen behilflich geweſen iſt. In einem unſerer</line>
        <line lrx="1854" lry="1248" ulx="334" uly="1170">Berichte, der vor zehn oder mehr Jahren herausgegeben wurde,</line>
        <line lrx="1855" lry="1314" ulx="331" uly="1235">iſt ein reicher Grundbeſitzer erwähnt, der ein ſehr entſchiedener</line>
        <line lrx="1853" lry="1379" ulx="332" uly="1302">Gegner des Chriſtenthums und ein Verfolger der Bekehrten war.</line>
        <line lrx="1854" lry="1446" ulx="330" uly="1368">Der gleiche Mann iſt heute einer der beſten Freunde des Miſſio⸗</line>
        <line lrx="1852" lry="1519" ulx="328" uly="1436">nars in der betreffenden Gegend und ſein Haß gegen die Chriſten</line>
        <line lrx="1851" lry="1578" ulx="328" uly="1500">iſt ins Gegentheil umgeſchlagen.“ Im Ganzen ſind es 6000 Heiden,</line>
        <line lrx="1851" lry="1647" ulx="326" uly="1568">die ſich der amerikaniſchen Miſſion angeſchloſſen haben. In jedem</line>
        <line lrx="1852" lry="1717" ulx="327" uly="1633">Dorf oder jeder Gemeinde iſt ein Katechiſt angeſtellt, deſſen Aufgabe</line>
        <line lrx="1849" lry="1776" ulx="326" uly="1700">darin beſteht, den Tag über die Kinder, in den Abendſtunden dann</line>
        <line lrx="1850" lry="1853" ulx="325" uly="1766">die Erwachſenen zu unterrichten, Gottesdienſte zu halten und chriſtliche</line>
        <line lrx="1849" lry="1913" ulx="325" uly="1832">Ordnung und Sitte einzuführen. Die Miſſionare wiſſen, daß dieſe</line>
        <line lrx="1847" lry="1981" ulx="324" uly="1898">Leute zunächſt auch infolge der Hungersnoth ſich dem Chriſtenthum</line>
        <line lrx="1847" lry="2048" ulx="322" uly="1971">zugewandt haben, ſie freuen ſich aber von Herzen, daß ſoviel ihre</line>
        <line lrx="1846" lry="2115" ulx="322" uly="2032">Götzen weggeworfen haben und unter chriſtlichen Einfluß gekommen</line>
        <line lrx="475" lry="2157" ulx="322" uly="2099">ſind *).</line>
        <line lrx="1844" lry="2248" ulx="430" uly="2169">Mehr wird niemand als Frucht von der Hungersnoth er⸗</line>
        <line lrx="1843" lry="2312" ulx="320" uly="2237">wartet haben. Tauſende ſind durch den ſchwarzen Reiter in den</line>
        <line lrx="1853" lry="2380" ulx="322" uly="2299">Bereich des Wortes Gottes gebracht worden und „ſoviele ihrer</line>
        <line lrx="1843" lry="2449" ulx="318" uly="2370">zum ewigen Leben verordnet“ ſind, werden für Zeit und Ewigkeit</line>
        <line lrx="1841" lry="2516" ulx="319" uly="2432">eine Beute des großen Siegesfürſten bleiben, der auch ſie zu ſeinen</line>
        <line lrx="1790" lry="2579" ulx="317" uly="2497">Unterthanen hat haben wollen. Grund genug, Gott zu danken.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1838" lry="2742" type="textblock" ulx="316" uly="2636">
        <line lrx="1838" lry="2706" ulx="427" uly="2636">*) In Ah mednagar haben hochkirchliche Anglikaner 1300 Heiden</line>
        <line lrx="788" lry="2742" ulx="316" uly="2691">getauft, wohl zu ſchnell!</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1768" lry="1008" type="textblock" ulx="340" uly="888">
        <line lrx="1768" lry="1008" ulx="340" uly="888">Die Maſſenbekehrungen in Südindien.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1817" lry="3000" type="textblock" ulx="270" uly="1105">
        <line lrx="1817" lry="1284" ulx="319" uly="1105">Bonn ganz am Anfang der letzten großen Hungersnoth</line>
        <line lrx="1817" lry="1351" ulx="440" uly="1257">konnte man in indiſchen Miſſionsbriefen und ⸗Berichten</line>
        <line lrx="1816" lry="1415" ulx="439" uly="1325">wiederholt die Hoffnung ausgeſprochen finden, daß dieſe</line>
        <line lrx="1813" lry="1486" ulx="289" uly="1389">ſchwere Heimſuchung doch einen heilſamen Eindruck auf die Heiden</line>
        <line lrx="1814" lry="1544" ulx="289" uly="1457">machen und viele zur Buße bewegen werde. Ohne Zweifel iſt es</line>
        <line lrx="1814" lry="1603" ulx="287" uly="1523">zahlreichen Leſern ſolcher Aeußerungen gegangen, wie wir bekennen</line>
        <line lrx="1814" lry="1682" ulx="294" uly="1590">müſſen, daß es uns gegangen iſt: daß ſie nämlich ungläubig den</line>
        <line lrx="1814" lry="1749" ulx="293" uly="1655">Kopf dazu ſchüttelten und ſich nur wunderten, daß die Miſſionare</line>
        <line lrx="1813" lry="1804" ulx="292" uly="1722">draußen, die doch die Hindus beſſer kennen ſollten, immer wieder</line>
        <line lrx="1814" lry="1879" ulx="290" uly="1787">ſolchen ſanguiniſchen Hoffnungen ſich hingeben können. Das frei⸗</line>
        <line lrx="1811" lry="1940" ulx="288" uly="1852">lich wird niemand haben leugnen wollen, daß dergleichen Land⸗</line>
        <line lrx="1808" lry="2013" ulx="286" uly="1918">plagen, wie Seuche, Krieg, Hungersnoth wirkliche Heimſuchungen</line>
        <line lrx="1808" lry="2076" ulx="281" uly="1985">Gottes ſind und allerdings die Beſtimmung haben, wie eine eiſerne</line>
        <line lrx="1807" lry="2144" ulx="281" uly="2051">Pflugſchaar den harten Boden aufzureißen, in welchem der gute</line>
        <line lrx="1806" lry="2208" ulx="279" uly="2119">Same keimen und Frucht bringen ſoll. Daß Noth beten lehrt, iſt</line>
        <line lrx="1805" lry="2274" ulx="278" uly="2184">ja eine uralte Erfahrung, und daß Gott die Menſchenkinder nicht</line>
        <line lrx="1803" lry="2345" ulx="277" uly="2253">von Herzen plaget und betrübet, ſondern durch ſeine Zuchtruthe</line>
        <line lrx="1803" lry="2414" ulx="277" uly="2316">ſie nur zur Bekehrung d. h. auf den Weg des Lebens treiben will,</line>
        <line lrx="1801" lry="2472" ulx="276" uly="2382">das haben ja ſchon die Propheten deutlich genug gelehrt. Und</line>
        <line lrx="1800" lry="2537" ulx="276" uly="2453">wenn irgend ein Zweifel übrig wäre, daß auch in neuteſtament⸗</line>
        <line lrx="1798" lry="2613" ulx="274" uly="2514">licher Zeit ſolch äußere Gerichte der Ausbreitung des Reiches</line>
        <line lrx="1799" lry="2672" ulx="274" uly="2580">Gottes Vorſchub zu leiſten die Beſtimmung haben, ſo braucht man</line>
        <line lrx="1798" lry="2738" ulx="273" uly="2650">nur in die Offenbarung Johannis hineinzuſehn und das Geſicht</line>
        <line lrx="1795" lry="2794" ulx="271" uly="2716">von den vier erſten Siegeln (Kap. 6) zu leſen. Da wird uns im</line>
        <line lrx="1794" lry="2864" ulx="273" uly="2778">Bilde des auf weißem Roß daherziehenden Siegers und Eroberers</line>
        <line lrx="1794" lry="2933" ulx="270" uly="2846">mit der Krone auf dem Haupt und dem weithin treffenden Ge⸗</line>
        <line lrx="1793" lry="3000" ulx="270" uly="2911">ſchoß in der Hand das ſiegreich alle Lande durchlaufende Wort</line>
      </zone>
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        <line lrx="1652" lry="3049" ulx="326" uly="2990">Miſſſ. Mag. XXII. 25</line>
      </zone>
      <zone lrx="1981" lry="354" type="textblock" ulx="1951" uly="230">
        <line lrx="1981" lry="354" ulx="1951" uly="230">[20 am</line>
      </zone>
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