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        <title>GkII73-1870_HG-Hebich-09</title>
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          <resp>Provided by</resp>
          <name>University Library of Tübingen</name>
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          <resp>Transcribed with</resp>
          <name>Tesseract</name>
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        <p>This work is protected by copyright or related property rights but available in Open Access. The right of use and especially the right to reproduction is only granted within the legal limits of copyright law or due to the consent of the copyright holder.</p>
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          <title>Miss. Hebich in Kannanur [09], Bd. 14, S. 367-383</title>
          <author>Gundert, Hermann</author>
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        <line lrx="1352" lry="2338" ulx="673" uly="2291">N12527804679 0217</line>
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        <line lrx="1270" lry="2519" ulx="674" uly="2390">IUDNMIMIININI...</line>
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        <line lrx="1854" lry="436" ulx="1790" uly="401">367</line>
      </zone>
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        <line lrx="1526" lry="659" ulx="672" uly="567">Miſſ. Bebich in Kannanur.</line>
        <line lrx="1227" lry="734" ulx="985" uly="687">(Fortſetzung.)</line>
      </zone>
      <zone lrx="1505" lry="1009" type="textblock" ulx="693" uly="944">
        <line lrx="1505" lry="1009" ulx="693" uly="944">19. Stillſtand? Der erſte Brand.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1869" lry="2979" type="textblock" ulx="345" uly="1049">
        <line lrx="1859" lry="1181" ulx="345" uly="1049">PP ährend unter den Engländern die Arbeit Hebichs einen ſo</line>
        <line lrx="1863" lry="1195" ulx="539" uly="1136">y ſegensreichen Erfolg hatte, wie kaum je zuvor, müſſen wir</line>
        <line lrx="1863" lry="1261" ulx="463" uly="1202"> uns doch fragen, ob darüber die wichtigere Seite ſeines</line>
        <line lrx="1864" lry="1326" ulx="396" uly="1267">* Berufs, die Erbauung und Ausbreitung der eingebornen</line>
        <line lrx="1863" lry="1393" ulx="345" uly="1337">Kirche, nicht etwas gelitten habe. Iſt es ſchon überhaupt unmög⸗</line>
        <line lrx="1858" lry="1460" ulx="346" uly="1402">lich, zwei ſo verſchiedene Geſchäftszweige mit gleichem Eifer zu be⸗</line>
        <line lrx="1865" lry="1525" ulx="345" uly="1467">treiben, ſo kommt hiebei noch ein Doppeltes in Betracht: einmal die</line>
        <line lrx="1867" lry="1592" ulx="347" uly="1535">Eigenart unſeres Miſſionars, Alles was er unternahm, mit unge⸗</line>
        <line lrx="1863" lry="1659" ulx="354" uly="1602">theilten Kräften bis zu einem vorläufigen Abſchluß durchzuführen,</line>
        <line lrx="1867" lry="1725" ulx="345" uly="1668">und, wenigſtens wenn er zu Hauſe iſt, Alles womöglich ſelbſt zu</line>
        <line lrx="1868" lry="1791" ulx="346" uly="1735">thun; ſodann die paſſive, zuwartende Gemüthsverfaſſung des ver⸗</line>
        <line lrx="1868" lry="1858" ulx="347" uly="1799">ſchloſſenen, träumenden Hindu, den man immer aufſuchen, dem man</line>
        <line lrx="1862" lry="1924" ulx="349" uly="1866">geduldig nachgehen muß, in den man kaum je anders als durch</line>
        <line lrx="1866" lry="1988" ulx="349" uly="1931">mancherlei Vorhöfe eindringen kann, — gegenüber der offenen, freien,</line>
        <line lrx="1861" lry="2055" ulx="352" uly="1999">aufdringlichen Weiſe des Europäers. Dieſem ſich zu entziehen, wenn</line>
        <line lrx="1864" lry="2123" ulx="350" uly="2064">er hereinlief und ſagte: „Ich habe etwas auf dem Herzen, Sie</line>
        <line lrx="1861" lry="2187" ulx="353" uly="2132">müſſen mir rathen,“ war für Hebich geradezu unmöglich, außer es</line>
        <line lrx="1862" lry="2255" ulx="351" uly="2197">wäre zur anderen Thüre ein Schwarzer hereingetreten und hätte</line>
        <line lrx="1862" lry="2321" ulx="353" uly="2262">gefragt: Was muß ich thun, um ſelig zu werden? In dieſem Falle</line>
        <line lrx="1863" lry="2386" ulx="351" uly="2328">hätte er ohne Anſtand dem Weißen geſagt: Warte bis ich mit die⸗</line>
        <line lrx="1865" lry="2453" ulx="349" uly="2395">ſem fertig bin, er brauchts nöthiger und ich bin für ihn geſandt;</line>
        <line lrx="1864" lry="2517" ulx="351" uly="2460">und es kamen ſolche Fälle vor, aber natürlich nur ausnahmsweiſe.</line>
        <line lrx="1866" lry="2586" ulx="355" uly="2527">Im Ganzen ſteht doch feſt, daß neben all dem Erwecklichen und</line>
        <line lrx="1869" lry="2651" ulx="353" uly="2592">Anregenden, welches der Zuwachs an bußfertigen und wahrhaft</line>
        <line lrx="1868" lry="2718" ulx="359" uly="2658">glaubigen Europäern auch für die eingeborene Gemeinde hatte, ihre</line>
        <line lrx="1867" lry="2782" ulx="361" uly="2725">Förderung und Hebung nicht gleichen Schritt hielt mit dem, was</line>
        <line lrx="1869" lry="2849" ulx="362" uly="2788">unter den Weißen geſchah, vielmehr gerade jetzt bei ihr ein Still⸗</line>
        <line lrx="965" lry="2914" ulx="355" uly="2862">ſtand ſich bemerklich machte.</line>
        <line lrx="1868" lry="2979" ulx="465" uly="2922">Auf dem Jahresfeſt, das am 5. Juli 1854 in Baſel gefeiert</line>
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        <line lrx="536" lry="431" ulx="471" uly="396">368</line>
      </zone>
      <zone lrx="1993" lry="2996" type="textblock" ulx="465" uly="476">
        <line lrx="1983" lry="537" ulx="470" uly="476">wurde, beſchäftigte ſich der Bericht eingehend mit dem Verluſt, den</line>
        <line lrx="1984" lry="606" ulx="471" uly="544">die eingeborne Gemeinde von Kannanur währeud des Jahrs 1853</line>
        <line lrx="1986" lry="672" ulx="469" uly="612">erlitten habe. Daß ſie um 45 Seelen abgenommen, waährend ſonſt</line>
        <line lrx="1987" lry="737" ulx="470" uly="679">die meiſten Stationen erfreulichen Zuwachs aufwieſen, ſchien einen</line>
        <line lrx="1990" lry="801" ulx="469" uly="747">Wetterſchlag anzudeuten, der ſie betroffen haben müſſe, eine De⸗</line>
        <line lrx="1989" lry="868" ulx="471" uly="813">müthigung, die der Herr über ſie verhängt habe, und forderte die</line>
        <line lrx="1987" lry="935" ulx="469" uly="876">Kommittee auf, in die Leitung der Arbeit in Kannanur ſtärker als</line>
        <line lrx="1991" lry="1002" ulx="470" uly="938">bisher einzugreifen. Darüber nun, daß es am Fortſchritt fehle und</line>
        <line lrx="1991" lry="1069" ulx="468" uly="1013">daß er ihn nicht machen könne, gab Hebich ſich keiner Täuſchung</line>
        <line lrx="1991" lry="1136" ulx="468" uly="1079">hin; für ſeine Perſon aber war er des Auftrags gewiß, daß er das</line>
        <line lrx="1993" lry="1200" ulx="471" uly="1146">Eiſen ſchmieden müſſe, wo es gerade erwarme, ob unter Fernen</line>
        <line lrx="1986" lry="1268" ulx="470" uly="1213">oder Nahen, Weißen oder Schwarzen. Eine ſtetige Leitung der</line>
        <line lrx="1992" lry="1335" ulx="470" uly="1280">eingebornen Gemeinde einzuführen, blieb eine Aufgabe, der er mit</line>
        <line lrx="1267" lry="1400" ulx="474" uly="1347">ſfeinen Kräften nicht gewachſen war.</line>
        <line lrx="1990" lry="1467" ulx="578" uly="1413">War nun auch Hebich je und je geneigt, ihren Zuſtand, ſo</line>
        <line lrx="1987" lry="1534" ulx="469" uly="1480">lange keine groben Ausbrüche vorlagen, für befriedigender zu halten,</line>
        <line lrx="1989" lry="1599" ulx="469" uly="1545">als er war, über einen Zweig derſelben konnte keine Täuſchung ob⸗</line>
        <line lrx="1988" lry="1665" ulx="467" uly="1611">walten. Von Andſcharakandi muß er ſchon im Sommer 1853</line>
        <line lrx="1988" lry="1732" ulx="467" uly="1676">berichten: „Hier ſcheint die erſte Liebe weichen zu wollen, etliche</line>
        <line lrx="1985" lry="1799" ulx="471" uly="1744">ſind gefallen und von den übrigen Heiden kommt keiner näher.“</line>
        <line lrx="1976" lry="1863" ulx="465" uly="1810">Bald aber wird die Lage noch bedenklicher: die alten Sünden wachen</line>
        <line lrx="1986" lry="1931" ulx="467" uly="1872">mit Macht auf, daher er wieder und wieder Ausſchließungen vorneh⸗</line>
        <line lrx="1985" lry="1998" ulx="468" uly="1944">men mußte, und einmal von ſeinem Beſuch ſehr betrübt zurückkehrte,</line>
        <line lrx="1992" lry="2065" ulx="472" uly="2008">ohne, wie er im Sinne gehabt, das h. Abendmahl mit der Gemeinde</line>
        <line lrx="1990" lry="2133" ulx="469" uly="2076">gefeiert zu haben. Der Zimmt war um die Hälfte wohlfeiler ge⸗</line>
        <line lrx="1993" lry="2198" ulx="470" uly="2143">worden, daher eine Verringerung des Lohns eintrat; die höher be⸗</line>
        <line lrx="1993" lry="2265" ulx="469" uly="2209">zahlten Arbeiter der Tijer⸗Kaſte wurden theilweiſe entlaſſen und ihr</line>
        <line lrx="1991" lry="2332" ulx="469" uly="2275">Tagewerk den Puleier⸗Chriſten aufgeladen; klagten dieſe über ſolche</line>
        <line lrx="1987" lry="2398" ulx="468" uly="2341">Zumuthung, ſo wurde auch ihnen das Fortziehen von der Pflanzung</line>
        <line lrx="1991" lry="2465" ulx="471" uly="2409">freigeſtellt. Während nun ein Geiſt der Unzufriedenheit immer weiter</line>
        <line lrx="1988" lry="2532" ulx="470" uly="2476">um ſich griff, und unter der anſcheinenden Ausſichtsloſigkeit manche</line>
        <line lrx="1982" lry="2597" ulx="470" uly="2542">Chriſtenſeele, die einſt hoffnungsvoll aufgelebt war, wieder erſchlaffte,</line>
        <line lrx="1981" lry="2662" ulx="470" uly="2607">die Beſſeren aber ſich in die ſchlimme Zeit zu ſchicken ſuchten,</line>
        <line lrx="1985" lry="2730" ulx="469" uly="2673">fanden etliche andere ihren zeitlichen Vortheil darin, daß ſie ihrer</line>
        <line lrx="1988" lry="2797" ulx="470" uly="2740">Kapelle den Rücken kehrten, den Katechiſten verläſterten und aller⸗</line>
        <line lrx="1986" lry="2863" ulx="470" uly="2807">hand Heimlichkeiten der Gemeinde den mächtigen Feinden derſelben</line>
        <line lrx="1986" lry="2929" ulx="470" uly="2872">zutrugen, während der greiſe Herr, dem die Leitung der kleinen</line>
        <line lrx="1988" lry="2996" ulx="472" uly="2938">Plantage angehörte, das Regiment mehr und mehr in jüngere Hände</line>
      </zone>
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        <line lrx="1835" lry="471" ulx="1769" uly="438">369</line>
        <line lrx="1833" lry="567" ulx="326" uly="502">gleiten ließ. „Da iſt es gerade, wie wenn wilde Säue in ein wohl⸗</line>
        <line lrx="1350" lry="628" ulx="325" uly="572">geordnetes, geſegnetes Getreidefeld einbrechen.“</line>
        <line lrx="1833" lry="697" ulx="434" uly="636">Auch ſpäter will es ſich kaum zu einer Beſſerung anlaſſen: „die</line>
        <line lrx="1832" lry="763" ulx="325" uly="700">Sichtung dauert fort, es iſt kein Eifer da, alles ſehr todt,“ während</line>
        <line lrx="1834" lry="831" ulx="325" uly="767">die gegenwirkende Partei ſich immer mehr verſtärkt und das große</line>
        <line lrx="1833" lry="895" ulx="326" uly="831">Wort führt. Wie wenig konnte auch der fortwährende Beſuch der</line>
        <line lrx="1834" lry="968" ulx="323" uly="899">Kapelle beſagen, wenn nun denen, die ſich ihm entzogen, ein Schoppen</line>
        <line lrx="1833" lry="1027" ulx="323" uly="964">Reis von ihrem Wochenlohn zurückbehalten wurde! Dennoch durfte</line>
        <line lrx="1831" lry="1093" ulx="321" uly="1033">man in Choleraſeuchen ſehen, daß der einfältige Glaube noch immer</line>
        <line lrx="1833" lry="1158" ulx="321" uly="1097">ſeine Kraft in Einzelnen behauptete, daß Junge und Alte, wenn</line>
        <line lrx="1833" lry="1227" ulx="321" uly="1163">ihr Stündlein kam, fröhlich ſterben konnten, während im Ganzen</line>
        <line lrx="1833" lry="1293" ulx="321" uly="1232">immer mehr Chriſten als Heiden genaſen. Ein alter heidniſcher</line>
        <line lrx="1831" lry="1360" ulx="323" uly="1296">Säufer ſah ſich im Tode von allen ſeinen Angehörigen verlaſſen;</line>
        <line lrx="1831" lry="1424" ulx="321" uly="1363">da kamen dann die Chriſten und bedienten ihn bis zu ſeinem Ende.</line>
        <line lrx="1834" lry="1491" ulx="431" uly="1430">Die herrſchende Partei beharrte übrigens halsſtarrig auf der</line>
        <line lrx="1831" lry="1556" ulx="324" uly="1493">Anſicht, daß die Taufe nicht vermöge, Puleier von ihrer angebornen</line>
        <line lrx="1831" lry="1622" ulx="321" uly="1560">Unreinigkeit zu waſchen. Einmal kam es zu einer Klage vor dem</line>
        <line lrx="1833" lry="1689" ulx="323" uly="1628">nächſten Amt in Katirur, weil Chriſtenkinder von Tijern geſchlagen</line>
        <line lrx="1830" lry="1754" ulx="320" uly="1696">worden waren, denen ſie ſich zu nahe gewagt hatten. Da zeigte</line>
        <line lrx="1832" lry="1819" ulx="319" uly="1760">der Amtmann, obwohl ſelbſt ein Heide, wie ſehr er das Vorurth eeil</line>
        <line lrx="1833" lry="1884" ulx="327" uly="1827">der höheren Kaſte verachte, indem er nach dem Verhör, ohne ſich</line>
        <line lrx="1832" lry="1952" ulx="321" uly="1892">erſt zu baden, ſein Frühſtück zu ſich nahm, darauf die Unterſuchung</line>
        <line lrx="1833" lry="2012" ulx="320" uly="1958">fortſetzte und den Schlägern eine Strafe diktirte. Man verlas nun</line>
        <line lrx="1832" lry="2084" ulx="320" uly="2022">auch (Sept. 1854) in Andſcharakandi endlich den Regierungsbefehl,</line>
        <line lrx="1830" lry="2146" ulx="321" uly="2088">daß die Sklaven unbehindert auf jeder Straße wandeln dürfen, was</line>
        <line lrx="1834" lry="2214" ulx="318" uly="2154">aber nur eine um ſo entſchiedenere Oppoſition der Chriſtenfeinde</line>
        <line lrx="1834" lry="2281" ulx="320" uly="2217">hervorrief. Dieſe ganze Sachlage lag natürlich um ſo ſchwerer auf</line>
        <line lrx="1834" lry="2348" ulx="323" uly="2286">Hebich, je weniger er hier kräftig einzugreifen vermochte. Er mußte</line>
        <line lrx="1831" lry="2414" ulx="321" uly="2354">ſich darauf beſchränken, die Störrigen auszuſchließen und den noch</line>
        <line lrx="1493" lry="2477" ulx="319" uly="2419">Hörenden mit dem Wort der Geduld aufzuhelfen. —</line>
        <line lrx="1834" lry="2545" ulx="438" uly="2487">Er hatte bis in den Januar 1854 „ſich in einem ſolchen fort⸗</line>
        <line lrx="1834" lry="2612" ulx="320" uly="2552">währenden Gedränge von Arbeit durchzuſchlagen, daß er kaum zu</line>
        <line lrx="1828" lry="2677" ulx="317" uly="2619">ſich ſelbſt kommen konnte.“ Dann predigte er wieder einmal „ſo</line>
        <line lrx="1826" lry="2747" ulx="313" uly="2685">ziemlich auf allen Bazars, Straßen und Parambus (Höfen) herum,</line>
        <line lrx="1830" lry="2815" ulx="315" uly="2751">beides vor und nach der Generalconferenz, zu welcher er ſich</line>
        <line lrx="1831" lry="2884" ulx="315" uly="2817">nach Mangalur zu begeben hatte. „Wir haben dieſe Generalconferenz</line>
        <line lrx="1829" lry="2948" ulx="313" uly="2883">im Frieden und Segen gehalten,“ ſchreibt er ſehr befriedigt nach</line>
      </zone>
      <zone lrx="1827" lry="3060" type="textblock" ulx="314" uly="2948">
        <line lrx="1827" lry="3015" ulx="314" uly="2948">ſeiner Rückkehr; „unſere Geſchäfte fangen an geregelter zu gehen.</line>
        <line lrx="1548" lry="3060" ulx="374" uly="3013">Miſſ. Mag. XIV. . 24</line>
      </zone>
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      <zone lrx="2037" lry="3033" type="textblock" ulx="511" uly="444">
        <line lrx="578" lry="477" ulx="513" uly="444">370</line>
        <line lrx="2026" lry="566" ulx="513" uly="501">Was mir aber nicht wenig Sorge macht, beſonders für Br. Diez,</line>
        <line lrx="2027" lry="638" ulx="514" uly="570">das ſind die weitläufigen Geſchäfte, die immer zeitraubender werden,</line>
        <line lrx="2030" lry="695" ulx="513" uly="635">wie das Amt des Generalcaſſiers, des Generalagenten ꝛc., indem</line>
        <line lrx="2032" lry="771" ulx="514" uly="702">er davon ziemlich hingenommen iſt, obſchon ſie auch mir einen gu⸗</line>
        <line lrx="2028" lry="837" ulx="512" uly="765">ten Theil von meiner ſeligen Arbeit wegnehmen, ſo daß ich in einer</line>
        <line lrx="2024" lry="904" ulx="512" uly="831">immerwährenden Mühle herumgedreht werde, was der eigenen Seele</line>
        <line lrx="2025" lry="972" ulx="514" uly="897">oft zu viel ſein will. Nun, dieſe Arbeit muß gethan werden. Ob</line>
        <line lrx="2031" lry="1033" ulx="514" uly="963">Sie aber dafür ſorgen könnten, ſolche äußere Geſchäfte mir abzu⸗</line>
        <line lrx="2031" lry="1105" ulx="512" uly="1024">nehmen und dafür eigens einen Mann, ſage einen Laien, anzu⸗</line>
        <line lrx="2029" lry="1172" ulx="511" uly="1093">ſtellen, das lege ich Ihnen ernſtiich ans Herz. Wenn mir ein ſolcher</line>
        <line lrx="2029" lry="1239" ulx="513" uly="1164">fähiger und vertrauensvoller Mann beigegeben würde, ſo könnte es</line>
        <line lrx="2026" lry="1303" ulx="513" uly="1229">noch auf meinen Namen gehen, bis auch das nicht mehr nöthig wäre.“</line>
        <line lrx="2030" lry="1369" ulx="513" uly="1293">Dieſer Wunſch wurde ihm gewährt; bereits trat ein tüchtiger Kauf⸗</line>
        <line lrx="2031" lry="1431" ulx="514" uly="1360">mann, G. Pfleiderer, in den Miſſionsdienſt ein, welcher (ſeit 1855)</line>
        <line lrx="2031" lry="1500" ulx="527" uly="1418">die Geldgeſchäfte in ſo befriedigender Weiſe beſorgte, daß Hebich ſich</line>
        <line lrx="2032" lry="1570" ulx="516" uly="1493">ſehr erleichtert fühlte. Bedauerten auch zuerſt manche der Miſſio⸗</line>
        <line lrx="2033" lry="1634" ulx="518" uly="1559">nare dieſen Wechſel („ſo wie du für die Brüder und das Ganze</line>
        <line lrx="2026" lry="1703" ulx="518" uly="1624">geſorgt haſt, ſorgt doch keiner“”), in Kurzem leuchtete doch Allen ein,</line>
        <line lrx="1969" lry="1768" ulx="517" uly="1694">daß damit ein wahrer Fortſchritt in äußeren Dingen erzielt war.</line>
        <line lrx="2033" lry="1834" ulx="629" uly="1757">Es gieng nun wieder auf die Heidenfeſte, wo Hebich die Zeit</line>
        <line lrx="2032" lry="1904" ulx="516" uly="1825">gekommen glaubte, für ſeine Bücher ſich etwas zahlen zu laſſen.</line>
        <line lrx="2030" lry="1968" ulx="516" uly="1889">Zwar erſcholl nun erſt das Hohngeſchrei: der Padre iſt Kaufmann</line>
        <line lrx="2031" lry="2038" ulx="520" uly="1957">geworden! und wenige wollten ſich die Neuerung gefallen laſſen, doch</line>
        <line lrx="2028" lry="2097" ulx="519" uly="2024">löste er im Ganzen etwa 20 Kreuzer; und unter den Abnehmern</line>
        <line lrx="2028" lry="2171" ulx="528" uly="2088">ergötzte ihn ein Brahmane, der ſchon ſeit Jahren chriſtliche Bücher</line>
        <line lrx="2027" lry="2237" ulx="524" uly="2156">geleſen hatte und jetzt herzlich lachend eines mit den Worten kaufte:</line>
        <line lrx="1531" lry="2303" ulx="520" uly="2232">Ich weiß, daß meine Götter nur Stein ſind.</line>
        <line lrx="2037" lry="2368" ulx="632" uly="2290">Während Hebich (6— 18. März 1854) mit allen Katechiſten auf</line>
        <line lrx="2035" lry="2434" ulx="525" uly="2358">dem Taliparambu⸗Feſt abweſend war, brach in Kannanur eine ge⸗</line>
        <line lrx="2033" lry="2502" ulx="519" uly="2424">fährliche Feuersbrunſt aus. Ein beſoffener Soldat zündete (9. März)</line>
        <line lrx="2035" lry="2570" ulx="517" uly="2488">ſeiner Frau Kleid an. Ehe man ſichs verſieht, ſteht das Dach in</line>
        <line lrx="2036" lry="2633" ulx="517" uly="2555">Flammen. Wie Diez und Gundert die Bambuſparren knallen hör⸗</line>
        <line lrx="2035" lry="2699" ulx="517" uly="2621">ten und hinausſchauten, erhob ſich die Flamme ſchon über die nahe⸗</line>
        <line lrx="2035" lry="2768" ulx="522" uly="2687">ſtehenden Palmbäume. Man hatte gerade die Taglöhner zum jähr⸗</line>
        <line lrx="2033" lry="2834" ulx="523" uly="2754">lichen Umdecken der Häuſer bei der Hand, und ſo konnte ein und</line>
        <line lrx="2034" lry="2897" ulx="519" uly="2819">anderes Dach durch Herunterreißen der Cocusblätter, woraus die</line>
        <line lrx="2034" lry="2969" ulx="520" uly="2887">äußere Decke beſteht, gerettet werden; doch entzündeten fliegende</line>
        <line lrx="2033" lry="3033" ulx="517" uly="2959">Funken auch ziemlich entlegene Gebäude. Ein Wunder wars nur,</line>
      </zone>
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        <line lrx="1823" lry="476" ulx="1761" uly="443">371</line>
      </zone>
      <zone lrx="1922" lry="3024" type="textblock" ulx="284" uly="512">
        <line lrx="1829" lry="572" ulx="314" uly="512">daß der ungeheure Strohhaufe, der Mundvorrath der Ochſen für</line>
        <line lrx="1830" lry="639" ulx="313" uly="577">die nächſte Regenzeit, noch bewahrt blieb: die rieſigen Blätter der</line>
        <line lrx="1830" lry="704" ulx="312" uly="643">Bananenſtaude, die vor ihm ſtand, waren alle verſengt, doch das Stroh</line>
        <line lrx="1828" lry="771" ulx="313" uly="711">entzündete ſich nicht. Soldaten und Offiziere, alle eilten zur Hilfe</line>
        <line lrx="1828" lry="834" ulx="312" uly="776">herbei. So entgiengen die Hauptgebäude der Station dem Feuer, vier</line>
        <line lrx="1822" lry="903" ulx="312" uly="842">Nebengebäude verbrannten mit der Weberei und anderem Eigenthum.</line>
        <line lrx="1828" lry="971" ulx="312" uly="907">Draußen aber waren 18 Häuſer in 20 Minuten zu Aſche geworden.</line>
        <line lrx="1832" lry="1037" ulx="424" uly="975">Hebich ſchrieb auf die erſte Nachricht nur: Gottlob daß es der</line>
        <line lrx="1830" lry="1102" ulx="313" uly="1038">Herr ſo gnädig gemacht hat! kam aber auf weiteres Drängen am</line>
        <line lrx="1831" lry="1168" ulx="316" uly="1105">13. März herein, wie ungern auch er ſeine Feſtpredigt unterbrach.</line>
        <line lrx="1922" lry="1242" ulx="311" uly="1171">Der General drang ſo entſchieden auf ſofortige Herſtellung von—</line>
        <line lrx="1827" lry="1309" ulx="314" uly="1237">Ziegeldächern, daß Hebich ſchon des Geldes wegen in große Noth</line>
        <line lrx="1920" lry="1374" ulx="313" uly="1303">gerieth; es gelang ihm am Ende, die Bewilligung zu erhalten, für—</line>
        <line lrx="1826" lry="1437" ulx="311" uly="1369">dieſe Regenzeit dürfen noch einmal leichte Nothdächer mit Blättern</line>
        <line lrx="1829" lry="1510" ulx="312" uly="1436">gebaut werden, um die Mauern vorerſt gegen den Monſun zu</line>
        <line lrx="1825" lry="1574" ulx="311" uly="1500">ſchützen; im nächſten Jahre aber, das mußte er unterſchreiben, mache</line>
        <line lrx="1828" lry="1640" ulx="317" uly="1566">er ſich anheiſchig, ſolide Ziegeldächer zu bauen. Bei ihm herrſchte</line>
        <line lrx="1829" lry="1710" ulx="310" uly="1632">jedoch der Dank vor — „welch ein Wunder, daß am Strohhaufen</line>
        <line lrx="1555" lry="1753" ulx="315" uly="1700">das Feuer ſtand!“</line>
        <line lrx="1828" lry="1837" ulx="423" uly="1767">Seine Mitarbeiter konnten den Gedanken an die gerichtliche</line>
        <line lrx="1823" lry="1906" ulx="322" uly="1831">Seite dieſes Ereigniſſes weniger zurückdrängen. Daran mahnte</line>
        <line lrx="1826" lry="1973" ulx="321" uly="1899">ſie ſchon der herbe Verluſt, den ein Tinneweli⸗Chriſt erlitten hatte,</line>
        <line lrx="1827" lry="2038" ulx="320" uly="1966">welcher bis zum Auguſt 1853, da ſeine Fleiſchesſünden endlich</line>
        <line lrx="1830" lry="2096" ulx="320" uly="2030">ans Licht kamen, noch als Katechiſt figurirt hatte, während er im</line>
        <line lrx="1830" lry="2166" ulx="318" uly="2098">Grunde das Factotum Hebich's für alle äußeren Arbeiten geworden</line>
        <line lrx="1826" lry="2233" ulx="314" uly="2163">war. Zu dieſen war er überaus anſtellig, bereicherte aber dabei ſich</line>
        <line lrx="1832" lry="2298" ulx="284" uly="2230">ſelbſt in mancherlei Weiſe. Noch am Morgen des 9. März war ein</line>
        <line lrx="1829" lry="2367" ulx="318" uly="2295">Parſi Kaufmann gekommen, der gewöhnlich den Abendmahlswein</line>
        <line lrx="1830" lry="2431" ulx="320" uly="2363">lieferte und dafür regelmäßig bezahlt wurde. Nun erwies ſich, daß</line>
        <line lrx="1831" lry="2487" ulx="315" uly="2428">der Exkatechiſt ihn nicht bezahlt, ſondern das Geld mittlerweile um⸗</line>
        <line lrx="1830" lry="2558" ulx="312" uly="2494">getrieben hatte. Eben war dieſer tüchtig bedroht worden, als das</line>
        <line lrx="1831" lry="2628" ulx="314" uly="2559">Feuer ausbrach und ihm die übel erworbene Habe ſammt ſeinem</line>
        <line lrx="1832" lry="2688" ulx="316" uly="2625">Pferde verbrannte, während er nur die Geldkiſte rettete. — Seit⸗</line>
        <line lrx="1828" lry="2760" ulx="312" uly="2692">dem dieſer Mann entlaſſen war, hatten ſich Diez's äußere Geſchäfte,</line>
        <line lrx="1831" lry="2827" ulx="313" uly="2757">Schreibereien und dergleichen ſo gemehrt, daß er wiederholt von Unge⸗</line>
        <line lrx="1918" lry="2899" ulx="314" uly="2825">duld gepeiniget war. Ihm lag es ob, die Leute alle auf eigenen</line>
        <line lrx="1829" lry="2955" ulx="310" uly="2889">Erwerb zu ſtellen, was viele neue Sorgen bereitete, theilweiſe einen</line>
        <line lrx="1918" lry="3024" ulx="316" uly="2956">treiberiſchen Geiſt in die Leitung der Station, einen weltlichen in</line>
      </zone>
      <zone lrx="1915" lry="3123" type="textblock" ulx="1625" uly="3113">
        <line lrx="1915" lry="3123" ulx="1625" uly="3113">— —ʒ—</line>
      </zone>
    </surface>
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        <line lrx="581" lry="459" ulx="515" uly="424">372</line>
      </zone>
      <zone lrx="2034" lry="754" type="textblock" ulx="516" uly="492">
        <line lrx="2034" lry="553" ulx="516" uly="492">die Leute brachte und natürlich auch manchen Mißgriff in der früheren</line>
        <line lrx="2034" lry="621" ulx="517" uly="558">Schätzung der Einzelnen offenbarte. Murrten die Faulen über die</line>
        <line lrx="2033" lry="687" ulx="516" uly="625">wachſenden Zumuthungen, ſo regten ſich nun bei den Betriebſamen</line>
        <line lrx="1914" lry="754" ulx="518" uly="699">ſtärkere Freiheitsgelüſte.</line>
      </zone>
      <zone lrx="2040" lry="1770" type="textblock" ulx="491" uly="781">
        <line lrx="2034" lry="841" ulx="630" uly="781">Hebich bemerkt einmal: „da ich den l. Diez mit dieſem Allerlei,</line>
        <line lrx="2036" lry="909" ulx="520" uly="844">Geldgeſchäft, Weberei u. ſ. w. viel in Anſpruch nehmen mußte, hat</line>
        <line lrx="2036" lry="975" ulx="516" uly="915">er mich ſchon heftig angepredigt, daß er noch gar nichts gethan</line>
        <line lrx="2034" lry="1041" ulx="514" uly="981">habe in Sprache und Privatſtudien, auch ſonſtigen Miſſionsarbeiten,</line>
        <line lrx="2037" lry="1108" ulx="514" uly="1047">ſo daß zu meiner Schwere auch noch ſeine Laſt kommt.“ So meinte</line>
        <line lrx="2037" lry="1175" ulx="491" uly="1114">auch Diez, er habe dies Gericht mitverſchuldet; machte ſich aber</line>
        <line lrx="2039" lry="1237" ulx="515" uly="1178">mit neuem Muth an die Herſtellung des Niedergebrannten. Er</line>
        <line lrx="2036" lry="1305" ulx="515" uly="1245">führte ſtatt der eingeäſcherten indiſchen Webſtühle gleich europäiſche</line>
        <line lrx="2034" lry="1370" ulx="517" uly="1311">ein, wie ſie von Mangalur her zu haben waren; ja er betrieb nun</line>
        <line lrx="2038" lry="1438" ulx="518" uly="1380">auch mit etlichen Eingeborenen eine Bäckerei, richtete für andere</line>
        <line lrx="2036" lry="1504" ulx="518" uly="1445">eine Schmiede ein und öffnete einen Kramladen. Zur Unterhaltung</line>
        <line lrx="2036" lry="1570" ulx="518" uly="1510">dieſer neuen Anfänge reichte ein Kirchenfonds die nöthigen Mittel.</line>
        <line lrx="2040" lry="1636" ulx="516" uly="1577">Am 22. Januar hatte Diez doch auch ſchon die erſte Malay alam⸗</line>
        <line lrx="2038" lry="1703" ulx="521" uly="1642">Predigt gethan, und bei einem Beſuch in Taliparambu (im Mai)</line>
        <line lrx="1487" lry="1770" ulx="519" uly="1715">verſuchte er ſich in der Straßenpredigt. —</line>
      </zone>
      <zone lrx="2043" lry="2456" type="textblock" ulx="519" uly="1799">
        <line lrx="2038" lry="1858" ulx="630" uly="1799">Hebich aber rüſtete ſich nun zu einer neuen großen Reiſe: Miſſio⸗</line>
        <line lrx="2042" lry="1925" ulx="525" uly="1866">nar Bühler weilte gerade in Kannanur, um ſeine Gattin daſelbſt ärzt⸗</line>
        <line lrx="2041" lry="1992" ulx="519" uly="1932">lich berathen zu laſſen, ſo konnte für die engliſchen Gottesdienſte</line>
        <line lrx="2038" lry="2058" ulx="519" uly="1998">beſſer geſorgt werden. Den Alten ſelbſt zog es mächtig in die Ferne.</line>
        <line lrx="2040" lry="2125" ulx="521" uly="2066">Er ſchreibt im April: „Die gentry in unſerer Gemeinde ſind jetzt</line>
        <line lrx="2039" lry="2191" ulx="520" uly="2131">Alle davon, außer Major Y., Dr. Foulis und Kapt. Boswell, und</line>
        <line lrx="2041" lry="2257" ulx="520" uly="2198">letzterer iſt auch am Gehen.“ Die zuletzt abgegangenen im 39 N. J.</line>
        <line lrx="2041" lry="2324" ulx="521" uly="2264">beſonders wollte er jetzt beſuchen, wie er ihnen verſprochen hatte;</line>
        <line lrx="2043" lry="2390" ulx="525" uly="2329">andere Einladungen reihten ſich an, ſo daß ſich dieſe Reiſe auf faſt</line>
        <line lrx="1690" lry="2456" ulx="522" uly="2400">drei Monate ausdehnte (4. April — 23. Juni 1854).</line>
      </zone>
      <zone lrx="2043" lry="3012" type="textblock" ulx="523" uly="2485">
        <line lrx="2041" lry="2545" ulx="637" uly="2485">Nachdem er, ſehr gefährdet durch einen plötzlichen Sturm („der</line>
        <line lrx="2041" lry="2612" ulx="524" uly="2551">hätte uns bald in die See begraben, da fehlte faſt nichts mehr;</line>
        <line lrx="2042" lry="2681" ulx="526" uly="2619">dem Herrn ſei Dank für ſeine Errettung!“) in Calicut gelandet</line>
        <line lrx="2043" lry="2747" ulx="523" uly="2684">war, verichtete er erſt in Malapuram und Palghat die gewohn⸗</line>
        <line lrx="2037" lry="2814" ulx="526" uly="2750">ten Dienſte; er durfte an beiden Orten einige Engländer gewinnen,</line>
        <line lrx="2043" lry="2880" ulx="524" uly="2816">in Palghat auch vier Heiden taufen. Nach einer „ſchönen Tages⸗</line>
        <line lrx="2041" lry="2943" ulx="528" uly="2881">arbeit“ in Coimbatur fand er erſt in Kunnur und dann (1—14. Mai)</line>
        <line lrx="2041" lry="3012" ulx="526" uly="2948">in Ottacamand viel zu thun. Nicht nur predigte er jeden Abend</line>
      </zone>
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        <line lrx="1797" lry="452" ulx="1732" uly="417">373</line>
        <line lrx="1802" lry="553" ulx="288" uly="495">in einem geräumigen Auktionsſaal, ſondern beſuchte die Leute in</line>
        <line lrx="1569" lry="620" ulx="289" uly="560">ihren Häuſern vom frühen Morgen an bis in die Nacht.</line>
        <line lrx="1802" lry="683" ulx="398" uly="627">An ſeinem Geburtstag z. B. geht er ſchon um 6 Uhr zu einem</line>
        <line lrx="1803" lry="752" ulx="288" uly="693">Hauptmann G., der ſich einen ſo frühen Gaſt gefallen ließ; da findet</line>
        <line lrx="1802" lry="816" ulx="289" uly="760">er, daß er wirklich heute einen guten Tag habe. Er zeigt dem</line>
        <line lrx="1803" lry="884" ulx="288" uly="827">Offizier und ſeiner Gattin das Herzbuch, erklärt's, und merkt da⸗</line>
        <line lrx="1803" lry="949" ulx="288" uly="893">bei, daß die noch nichts vom Geſetze wiſſen; das ſchärft er ihnen</line>
        <line lrx="1801" lry="1016" ulx="292" uly="958">alſo möglichſt blank. Zwiſchenhinein fragt er: Geben Sie auch</line>
      </zone>
      <zone lrx="1802" lry="1213" type="textblock" ulx="287" uly="1023">
        <line lrx="1802" lry="1080" ulx="288" uly="1023">etwas für des Herrn Werk? — Sehr wenig. — „Das müſſen Sie</line>
        <line lrx="1802" lry="1147" ulx="287" uly="1090">thun, wenn Sie ſich Segen die Fülle wünſchen, Mal. 3, 10.“ —</line>
        <line lrx="1794" lry="1213" ulx="289" uly="1156">Ich will Ihnen was geben. — „O, dazu bin ich nicht hergekommen.“</line>
      </zone>
      <zone lrx="1806" lry="2997" type="textblock" ulx="286" uly="1222">
        <line lrx="1803" lry="1278" ulx="286" uly="1222">— Frau, ſchreib ihm eine Bill! Wie heißen Sie? — So wird ihm</line>
        <line lrx="1801" lry="1343" ulx="288" uly="1288">ein Wechſel für 30 Rs. gegeben, worauf er mit ihnen betet und</line>
        <line lrx="1803" lry="1410" ulx="288" uly="1355">frühſtückt. — Gehobenen Herzens geht er weiter zu einem Huſaren⸗</line>
        <line lrx="1801" lry="1478" ulx="288" uly="1420">offizier, der immer nur lacht und durchaus kein Lügner ſein will;</line>
        <line lrx="1803" lry="1541" ulx="287" uly="1485">wie derſelbe aber endlich aus der Schrift überwieſen iſt, drückt er</line>
        <line lrx="1801" lry="1608" ulx="288" uly="1551">dem ungeſtümen Boten herzlich die Hand. — An eines Oberſten</line>
        <line lrx="1804" lry="1673" ulx="289" uly="1618">Haus konnte er nicht vorbeikommen; der hatte zwei Tage zuvor</line>
        <line lrx="1802" lry="1740" ulx="289" uly="1684">ihm entgegengerufen: Ich kann Ihre Glaubensſätze (tenets) durchaus</line>
        <line lrx="1804" lry="1806" ulx="290" uly="1751">nicht billigen! worauf Hebich freundlich erwiederte: Ich komme mit</line>
        <line lrx="1802" lry="1872" ulx="289" uly="1816">vieler Liebe zu Ihnen, und ſich durchaus nicht verdrängen ließ.</line>
        <line lrx="1805" lry="1937" ulx="289" uly="1882">Wie es damals gegangen war, ſchildert er kurz alſo: „Wollen Sie</line>
        <line lrx="1806" lry="2003" ulx="293" uly="1947">alſo eintreten? — Ja, mein Herr. — Die Thüre öffnend, ſagte</line>
        <line lrx="1806" lry="2068" ulx="291" uly="2013">der Hauswirth: Hier ſind zwei Damen! und verſchwindet. Die</line>
        <line lrx="1805" lry="2134" ulx="291" uly="2080">eine der Damen, welche malte, legt den Pinſel bei Seite und fragt</line>
        <line lrx="1806" lry="2202" ulx="289" uly="2146">lebhaft: Was iſt denn das mit Ihren Glaubensſätzen, die der Oberſt</line>
        <line lrx="1806" lry="2268" ulx="289" uly="2211">nicht billigen kann? — Mir ſcheint, es bezieht ſich auf unſer Zu⸗</line>
        <line lrx="1805" lry="2335" ulx="288" uly="2279">ſammentreffen bei C. vor zwei Jahren, da fragte ich ihn: wie ſteht</line>
        <line lrx="1803" lry="2399" ulx="291" uly="2344">es auch mit Ihrer Seele? und im Nu lief er zornig davon. — O,</line>
        <line lrx="1805" lry="2466" ulx="289" uly="2411">iſts nur das? lachte ſie, worauf die Unterredung eine ſcherzhafte</line>
        <line lrx="1801" lry="2533" ulx="290" uly="2478">Wendung nahm und leider behielt; doch wurde ich zur Wiederholung</line>
        <line lrx="1805" lry="2599" ulx="291" uly="2544">des Beſuchs eingeladen.“ — Heute trat alſo Hebich ein und traf</line>
        <line lrx="1804" lry="2665" ulx="290" uly="2610">vier Offiziere am Kartentiſch. „Kann ich hereinkommen?“ Aus dem</line>
        <line lrx="1804" lry="2730" ulx="289" uly="2674">innern Zimmer ruft die Malerin: Freilich, ja! Bitte, kommen Sie</line>
        <line lrx="1803" lry="2798" ulx="289" uly="2740">herein! und zu den Spielern ſagt ſie: Seid ihr doch ſchauerliche</line>
        <line lrx="1801" lry="2864" ulx="291" uly="2807">Leute! worauf die Karten weggelegt werden und der Oberſt ſich</line>
        <line lrx="1800" lry="2930" ulx="292" uly="2872">unſichtbar macht. Beide Damen ſetzen ſich und wieder geht Alles</line>
        <line lrx="1803" lry="2997" ulx="293" uly="2939">lachend zu, bis Hebich ſehr ernſt fragt: Darf ich jetzt meinen Auf⸗</line>
      </zone>
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        <line lrx="545" lry="442" ulx="478" uly="407">374</line>
      </zone>
      <zone lrx="2041" lry="2989" type="textblock" ulx="429" uly="484">
        <line lrx="1996" lry="539" ulx="478" uly="484">trag ausrichten? Die Offiziere wechſeln ihre Stellung, gehen und</line>
        <line lrx="1996" lry="606" ulx="479" uly="551">kommen. Wie Hebich ſich zu den Damen ſetzt und das Herzbuch</line>
        <line lrx="1997" lry="671" ulx="481" uly="618">erklärt, tritt einer heran, beſchaut ſich das Bild des Teufels und</line>
        <line lrx="1999" lry="740" ulx="479" uly="685">ſagt: ich meinte, der Teufel ſehe reizend aus, und nicht wie er hier</line>
        <line lrx="1999" lry="806" ulx="477" uly="751">ſteht! worauf er ſich davon macht. Die eine Dame aber erzählte</line>
        <line lrx="1999" lry="872" ulx="480" uly="817">von einer Erſcheinung, die ſie und ihr Mann geſehen, mit Zittern</line>
        <line lrx="2000" lry="938" ulx="481" uly="884">geſehen, und wurde faſt feierlich geſtimmt. So brachte Hebich ſeine</line>
        <line lrx="2000" lry="1008" ulx="479" uly="949">Botſchaft an, der endlich alle ſtille zuhörten, bis die Dame ihren</line>
        <line lrx="1999" lry="1071" ulx="479" uly="1016">Brillantring abwiſchte und der hereingetretene Oberſt anfieng: Sehen</line>
        <line lrx="2000" lry="1137" ulx="484" uly="1081">Sie, Hr. Hebich, welch eine eitle Frau das iſt! Hebich: O das dauert</line>
        <line lrx="2000" lry="1203" ulx="479" uly="1148">nicht ſo fort; einmal wirft ſie den Ring noch in irgend eine Miſſions⸗</line>
        <line lrx="1999" lry="1270" ulx="480" uly="1215">büchſe — Da lachten die Junker: Haha, er hats auf den Ring</line>
        <line lrx="1998" lry="1335" ulx="481" uly="1279">abgeſehen. — Die Dame ſeufzt: „Dazu bedürfte es freilich noch</line>
        <line lrx="1999" lry="1409" ulx="480" uly="1347">einer großen Veränderung!“ Andere bekennen: „was er geſagt hat,</line>
        <line lrx="2003" lry="1468" ulx="482" uly="1413">iſt ganz wahr,“ und der Oberſt ſchließt: „So, jetzt haben Sie uns</line>
        <line lrx="2001" lry="1532" ulx="485" uly="1478">alle richtig in der Hölle untergebracht, ausgenommen Ihre eigene</line>
        <line lrx="1999" lry="1598" ulx="482" uly="1544">Perſon.“ Mit dem tiefen Gefühl: Welch eine Welt! und ſtillem</line>
        <line lrx="1995" lry="1662" ulx="483" uly="1609">Gebet für die eine ringende Seele ſchied Hebich aus dieſem Hauſe,</line>
        <line lrx="1139" lry="1729" ulx="429" uly="1677">unm ſeine Runde zu vollenden.</line>
        <line lrx="2001" lry="1795" ulx="591" uly="1742">In Ottacamand herrſchte gerade die Cholera, die viele Leute</line>
        <line lrx="2001" lry="1863" ulx="480" uly="1806">ſehr ernſt ſtimmte. Hier ſah Hebich zum letztenmal den eben von</line>
        <line lrx="2003" lry="1931" ulx="479" uly="1873">Kannanur zurückgekehrten Bühler, welchen die Seuche zwei Monate</line>
        <line lrx="2000" lry="1995" ulx="478" uly="1940">ſpäter wegraffte. Er kam dort einem begabten Manne beſonders</line>
        <line lrx="2002" lry="2061" ulx="479" uly="2005">nahe, der ſich beſtändig bemüht hatte, beſſer zu werden, und weil</line>
        <line lrx="1999" lry="2127" ulx="482" uly="2072">er ſich das ſtetige Zurückſinken nicht verbergen konnte und wollte,</line>
        <line lrx="2000" lry="2194" ulx="481" uly="2137">an den Rand der Verzweiflung gerathen war. Dieſer nahm ſich</line>
        <line lrx="2002" lry="2260" ulx="483" uly="2204">Hebich's Botſchaft ſo zu Herzen, daß er ſpäter einem wackern</line>
        <line lrx="2000" lry="2327" ulx="482" uly="2270">Geiſtlichen ſagte: „Lernen Sie doch etwas von Hebich's Beiſpiel!</line>
        <line lrx="2000" lry="2393" ulx="482" uly="2337">Ich meine, Sie legen vor den Seelen viel zu weitläufige Laufgräben</line>
        <line lrx="2001" lry="2460" ulx="483" uly="2402">an; im Allgemeinen iſt es doch gerathener, die Leute friſch aufzu⸗</line>
        <line lrx="1553" lry="2523" ulx="480" uly="2467">ſchrecken und große Augen machen zu laſſen.“</line>
        <line lrx="2041" lry="2588" ulx="595" uly="2533">Wie wohl aber wards Hebich auf den french rocks oder Irodu</line>
        <line lrx="1999" lry="2656" ulx="483" uly="2599">(16— 23. Mai) in ſeinem „eigenen Regiment“, welches ſich noch</line>
        <line lrx="2000" lry="2723" ulx="481" uly="2666">immer eines ſteten Wachsthums erfreute. Im April war hier ſein</line>
        <line lrx="2000" lry="2787" ulx="482" uly="2732">S. von der Cholera ergriffen worden. Auf den Tod krank, wollte er</line>
        <line lrx="1997" lry="2855" ulx="482" uly="2799">eben von den Brüdern Abſchied nehmen, die um ihn, ihren Leiter,</line>
        <line lrx="1998" lry="2923" ulx="481" uly="2864">knieend beteten, als ſich der Doctor erhob und ſagte: du wirſt nicht</line>
        <line lrx="1999" lry="2989" ulx="480" uly="2929">ſterben, der Herr hat unſer Gebet erhört. Und ſo geſchahs; der</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1838" lry="2986" type="textblock" ulx="294" uly="470">
        <line lrx="1808" lry="537" ulx="295" uly="470">Eindruck, welchen der Vorgang auf die Näherſtehenden machte, war</line>
        <line lrx="1809" lry="608" ulx="295" uly="533">groß. Wie bedauerte jetzt der endlich erweichte Major, ſich Hebich's</line>
        <line lrx="1812" lry="670" ulx="294" uly="598">Dienſt in Kannanur nicht beſſer zu Nutz gemacht zu haben! Ein</line>
        <line lrx="1813" lry="737" ulx="306" uly="668">katholiſcher Unteroffizier trat mit ſeiner Gattin öffentlich zur evan⸗</line>
        <line lrx="1812" lry="805" ulx="297" uly="732">geliſchen Kirche über, zwei Baptiſtenſöhne ließen fich taufen, und in</line>
        <line lrx="1813" lry="868" ulx="298" uly="799">der nahen Zuckerfabrik, die 20 eingeborne Chriſten und wohl 100</line>
        <line lrx="1814" lry="928" ulx="301" uly="864">andere Arbeiter beſchäftigte, öffnete ſich für die Predigt ein weites</line>
        <line lrx="1816" lry="999" ulx="300" uly="932">Feld, an das Hebich bei ſeinem zweiten Verweilen auf den rocks</line>
        <line lrx="1817" lry="1068" ulx="300" uly="997">(12— 19. Juni) gleichfalls einige Arbeit wendete. Eines fehlte</line>
        <line lrx="1817" lry="1133" ulx="307" uly="1063">noch dieſer Zweiggemeinde (von 48 Kommunikanten): ein zuverläßiger</line>
        <line lrx="1818" lry="1198" ulx="302" uly="1131">Katechiſt, der unter der Aufſicht des Leiters beſonders die umwohnenden</line>
        <line lrx="1820" lry="1263" ulx="302" uly="1197">Heiden, wie die Armen und Geringen im Regiment, herbei zu locken</line>
        <line lrx="1820" lry="1329" ulx="302" uly="1263">und weiterzuführen geeignet wäre. Da nun Searle dem Klima</line>
        <line lrx="1821" lry="1394" ulx="307" uly="1330">der Küſte kaum mehr gewachſen war, ſich auch bereits im nahen</line>
        <line lrx="1822" lry="1463" ulx="306" uly="1395">Kurglande aufhielt, wurde er herbeſchieden und den Brüdern im</line>
        <line lrx="1823" lry="1530" ulx="308" uly="1463">Regiment beigegeben, mit der Weiſung, doch ja recht klein zu werden</line>
        <line lrx="1820" lry="1595" ulx="306" uly="1530">und ſich alles hochtrabenden Schreibens zu enthalten. Derſelbe war</line>
        <line lrx="1825" lry="1664" ulx="315" uly="1597">gerade etwas mißmuthig, berichtete z. B., wie man ihm da und dort</line>
        <line lrx="1822" lry="1723" ulx="313" uly="1664">einladende Stellen antrage, er aber ſolche Teufelsbriefe verbrannt</line>
        <line lrx="1827" lry="1795" ulx="310" uly="1730">habe, weil nicht geſonnen, Chriſti Dienſt gegen Gold zu vertauſchen;</line>
        <line lrx="1825" lry="1853" ulx="314" uly="1795">allein mit 15 Rs. des Monats zu leben vermöge er nicht, halte das</line>
        <line lrx="1827" lry="1925" ulx="311" uly="1862">vielmehr für Selbſtmord. Er kam nun auf die french rocks und</line>
        <line lrx="1824" lry="1992" ulx="313" uly="1927">berichtete bald, wie er hier erſt an ſeinem rechten Platze ſei; denn</line>
        <line lrx="1830" lry="2054" ulx="314" uly="1994">Anno 1843 habe er auf dem Marſch nach Kannanur bereits auf die⸗</line>
        <line lrx="1831" lry="2124" ulx="321" uly="2060">ſem Hochlande gebetet: „O Gott, ſende mich unter das Volk dieſes</line>
        <line lrx="1832" lry="2187" ulx="316" uly="2128">Landes, deinen Namen zu verkündigen;“ eine Behauptung, welche</line>
        <line lrx="1830" lry="2257" ulx="319" uly="2188">ſoviel als ſagen wollte, er ſei ſchon bekehrt geweſen, ehe er Hebich</line>
        <line lrx="910" lry="2325" ulx="298" uly="2266">zu Geſicht bekommen habe!</line>
        <line lrx="1832" lry="2387" ulx="431" uly="2323">Auch Bangalur wurde nun beſucht (24. Mai — 11. Juni),</line>
        <line lrx="1834" lry="2456" ulx="323" uly="2391">der große Sammelort aller möglichen Geiſter, wo manche von Hebichs</line>
        <line lrx="1833" lry="2520" ulx="322" uly="2460">Kindern wohnten, auch nachdem das 94. Regiment aufgelöst war.</line>
        <line lrx="1836" lry="2586" ulx="324" uly="2523">Von letzterem noch ein Wort. Der Leiter in demſelben hatte dem</line>
        <line lrx="1836" lry="2653" ulx="324" uly="2588">Freundeskreiſe einige Noth bereitet, indem er etliche von Hebichs</line>
        <line lrx="1835" lry="2721" ulx="326" uly="2658">Lieblingslehren und Gebetsformen in allzueckiger Form vertreten zu</line>
        <line lrx="1838" lry="2787" ulx="326" uly="2720">müſſen glaubte. Wer immer zu Almighty God betete, und nie zu</line>
        <line lrx="1838" lry="2851" ulx="331" uly="2786">dem HErrn Jeſus, war ihm ſchon verdächtig als ein halber Soci⸗</line>
        <line lrx="1837" lry="2920" ulx="335" uly="2853">nianer; und in dem erſten Artikel des anglikaniſchen Glaubens ſchien</line>
        <line lrx="1838" lry="2986" ulx="336" uly="2920">die Faſſung von Gottes geiſtigem Weſen, daß er „ohne Körper,</line>
      </zone>
    </surface>
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        <line lrx="551" lry="433" ulx="485" uly="398">376</line>
      </zone>
      <zone lrx="2007" lry="2992" type="textblock" ulx="431" uly="476">
        <line lrx="2007" lry="537" ulx="487" uly="476">Theile und Leidenſchaften“, gegen den buchſtäblichen Sinn vieler</line>
        <line lrx="2004" lry="607" ulx="486" uly="542">Schriftausdrücke zu verſtoßen, namentlich dem Zorn Gottes nicht</line>
        <line lrx="2002" lry="672" ulx="485" uly="613">gerecht zu werden; dazu kamen dann die Fragen ſowohl nach dem</line>
        <line lrx="2005" lry="742" ulx="484" uly="667">Fortbeſtehen des Geſetzes (die Hebichiten wurden Antinomiſten ge⸗</line>
        <line lrx="2003" lry="808" ulx="481" uly="741">heißen), als nach den Grenzen des Erlaubten. Beim Abendgebet,</line>
        <line lrx="2004" lry="870" ulx="482" uly="808">ſchrieb Bennie, konnte man öfters einen deutlichen Geruch von Arrack</line>
        <line lrx="2001" lry="945" ulx="481" uly="875">unterſcheiden; als ein frommer Huſar darüber gefragt wurde, geſtand</line>
        <line lrx="2004" lry="1006" ulx="482" uly="942">er, daß er täglich ſeinen Schluck (dram) trinke. Das ſollte er jetzt</line>
        <line lrx="2001" lry="1072" ulx="482" uly="1008">aufgeben, klagte aber laut, es ſei hier keine charity (Liebe), „erhob</line>
        <line lrx="2002" lry="1138" ulx="479" uly="1074">ſich für die Gerechtigkeit von Lord dram“ und fand einflußreiche</line>
        <line lrx="2001" lry="1210" ulx="480" uly="1138">Verbündete. Durch dieſen Zwiſt war viel Staub aufgeworfen worden;</line>
        <line lrx="2002" lry="1270" ulx="478" uly="1204">ihn zu ſchlichten, hatte ſich der durchreiſende Miſſ. Wardlaw auf</line>
        <line lrx="1999" lry="1336" ulx="480" uly="1271">Hebichs Bitte redlich abgemüht und die Gemüther beſänftigt; doch</line>
        <line lrx="2001" lry="1394" ulx="479" uly="1339">war manche Verſtimmung zurückgeblieben, und — wie der Leiter</line>
        <line lrx="2001" lry="1468" ulx="481" uly="1397">ſich ausdrückte — „Hochzeiteſſen, Picnics und das Herumlaufen</line>
        <line lrx="1995" lry="1531" ulx="486" uly="1471">von Kapelle zu Kapelle hatten die Seelen kalt gemacht und vielen</line>
        <line lrx="1995" lry="1597" ulx="486" uly="1537">Sünden Raum gegeben, ehe das Regiment ſich auflöste.“ Nun</line>
        <line lrx="1997" lry="1668" ulx="478" uly="1603">voluntirten nämlich die Brüder in verſchiedene andere Corps; die</line>
        <line lrx="1995" lry="1732" ulx="480" uly="1668">Geſchwächten, wie der herzkranke Leiter ſelbſt marſchirten Madras</line>
        <line lrx="1999" lry="1801" ulx="475" uly="1735">zu, um in Europa Geneſung zu ſuchen. Ernſtlich beteten ſie auf</line>
        <line lrx="1997" lry="1865" ulx="482" uly="1801">dem Marſch (März) für ihren wackern Oberſt S., der ſie ſo treu</line>
        <line lrx="1995" lry="1933" ulx="476" uly="1867">ermahnte, nicht blos ſchädliche Genüſſe zu meiden, ſondern auch</line>
        <line lrx="1995" lry="2000" ulx="484" uly="1934">„ſich des verfluchten Saufens zu enthalten, das ihre Seelen verderbe;</line>
        <line lrx="1992" lry="2066" ulx="474" uly="1999">denn kein Trunkenbold habe Theil am Reich Chriſti.“ Dann giengs</line>
        <line lrx="1993" lry="2135" ulx="476" uly="2067">aufs Schiff, nicht ohne daß auch unterwegs noch aus Erſten Letzte,</line>
        <line lrx="1994" lry="2198" ulx="475" uly="2132">aus Letzten Erſte wurden. Wie drängen ſich oft die Todesfälle auf</line>
        <line lrx="1993" lry="2257" ulx="472" uly="2200">ſolchen Invalidenſchiffen, da doch manche noch beten lernen und dem</line>
        <line lrx="1770" lry="2325" ulx="473" uly="2264">einfachen Zeugen danken, den ſie erſt verſpottet hatten! —</line>
        <line lrx="1992" lry="2398" ulx="586" uly="2331">Hebich machte in Bangalur ſeine Runde ſo ziemlich wie auf</line>
        <line lrx="1990" lry="2468" ulx="474" uly="2398">den blauen Bergen, nach Seelen zu fahnden, die gute Ausſicht</line>
        <line lrx="1990" lry="2527" ulx="431" uly="2463">gaben, wie nach dem gleichgiltigen und abgewendeten. Jetzt iſt er</line>
        <line lrx="1990" lry="2592" ulx="472" uly="2528">bei einem 78jährigen blinden General, der meint, dieſe Sorte von</line>
        <line lrx="1989" lry="2661" ulx="474" uly="2594">Geſchäft (die Bekehrung) noch etwas verſchieben zu ſollen; jetzt bei</line>
        <line lrx="1987" lry="2729" ulx="474" uly="2662">lebeluſtigem jungem Volk, deren Herz „voll vom Pfau“ iſt; jetzt bei</line>
        <line lrx="1988" lry="2789" ulx="473" uly="2728">einem tauben Lieutenant, der ihn von einem Zimmer ins andere</line>
        <line lrx="1985" lry="2862" ulx="472" uly="2794">nimmt und die Thüren ſchließt, daß kein Nachbar das laute Zeug⸗</line>
        <line lrx="1985" lry="2926" ulx="471" uly="2860">niß vernehme; jetzt bei einem umgetriebenen Offizier, der auf der</line>
        <line lrx="1984" lry="2992" ulx="470" uly="2925">Krankenliſte ſteht, und darum abſolut Hunger leiden will, indem</line>
      </zone>
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        <line lrx="1871" lry="445" ulx="1807" uly="411">377</line>
      </zone>
      <zone lrx="1891" lry="3001" type="textblock" ulx="359" uly="489">
        <line lrx="1870" lry="551" ulx="359" uly="489">ihn das Wort verfolgt: wer nicht arbeitet, ſoll auch nicht eſſen.</line>
        <line lrx="1871" lry="614" ulx="362" uly="555">Wieder finden wir ihn bei den penſionirten Soldaten in Muttutſcheri,</line>
        <line lrx="1872" lry="678" ulx="361" uly="621">deren Weiber und Kinder von frommen Offizierswittwen treulich</line>
        <line lrx="1872" lry="751" ulx="360" uly="683">beſorgt wurden; dann bei den eingebornen Gemeinden der Miſſion,</line>
        <line lrx="1875" lry="817" ulx="361" uly="754">die theils eine Freude an ihm haben, theils ſeine derbe Sprache</line>
        <line lrx="1875" lry="884" ulx="362" uly="819">(beſonders über das Trinken) ihm übel nehmen; aber auch in</line>
        <line lrx="1875" lry="949" ulx="362" uly="888">Schulen oder in einem Kreiſe von Kindern, von denen er ein paar</line>
        <line lrx="1877" lry="1015" ulx="359" uly="954">Karten⸗ und Brettſpiele ausgehändigt bekommt. Dazu predigt er</line>
        <line lrx="1875" lry="1079" ulx="362" uly="1020">alle Abend in der Miſſionskapelle der Londoner. Ein Frühſtück aber,</line>
        <line lrx="1878" lry="1148" ulx="361" uly="1087">bei welchem allerhand Miſſionare und andere unabhängig denkende</line>
        <line lrx="1879" lry="1216" ulx="365" uly="1152">Chriſten zuſammenkamen, machte ihm etwas heiß; auf gar viele</line>
        <line lrx="1879" lry="1282" ulx="362" uly="1217">Fragen, z. B. über apokalyptiſche Deutungen, konnte er doch keine</line>
        <line lrx="1878" lry="1346" ulx="370" uly="1284">befriedigende Antwort geben: warum alſo keine andere Anſicht als</line>
        <line lrx="1879" lry="1412" ulx="368" uly="1350">die eigene aufkommen laſſen? warum ſo viel vom Teufel reden?</line>
        <line lrx="1881" lry="1479" ulx="367" uly="1416">warum ſagen, er ſei im Himmel, in der Luft? und warum ſoll</line>
        <line lrx="1338" lry="1545" ulx="365" uly="1489">denn Gott eine Form zugeſchrieben werden?</line>
        <line lrx="1882" lry="1611" ulx="475" uly="1549">Die Perſönlichkeit Gottes war ein Lieblingsthema Hebichs;</line>
        <line lrx="1876" lry="1678" ulx="369" uly="1619">Gottes Mund, Auge, Hand, Naſe, Fuß, bowels ꝛc. betonte er</line>
        <line lrx="1882" lry="1743" ulx="365" uly="1683">ungemein ſtark, und die Londoner mit ihrem Schlagwort „figurative</line>
        <line lrx="1884" lry="1808" ulx="367" uly="1750">Redeweiſe“ ſchienen ihm nur die Schrift zu entleeren und der luf⸗</line>
        <line lrx="1882" lry="1876" ulx="367" uly="1816">tigen Philoſophie zuzuſteuern. Da Gott den Menſchen in ſeinem</line>
        <line lrx="1884" lry="1941" ulx="367" uly="1881">Bilde ſchuf, müſſe auch der menſchlichen Geſtalt in Gott etwas Ver⸗</line>
        <line lrx="1884" lry="2007" ulx="371" uly="1949">gleichbares entſprechen; wer Geiſt für gleich bedeutend halte mit</line>
        <line lrx="1885" lry="2073" ulx="369" uly="2015">Abweſenheit aller Form, mache aus Gott eine Abſtraction. Kein</line>
        <line lrx="1883" lry="2140" ulx="368" uly="2084">Wunder, wenn Hebich's eingeborne Kinder ordentlich ſchauderten,</line>
        <line lrx="1888" lry="2207" ulx="380" uly="2148">als ſie in indiſchen Bearbeitungen des Herzbüchleins ſtatt der katholi⸗</line>
        <line lrx="1887" lry="2275" ulx="369" uly="2216">ſchen Darſtellung der Dreieinigkeit, in der Form von drei ſehr menſch⸗</line>
        <line lrx="1885" lry="2340" ulx="371" uly="2281">lichen Perſonen, nur eine ehrerbietige Andeutung dieſes Geheimniſſes</line>
        <line lrx="1887" lry="2408" ulx="372" uly="2349">fanden; ihnen ſchien damit Gott in „Rauch“ aufgelöst: an den</line>
        <line lrx="1887" lry="2472" ulx="371" uly="2415">für Anhänger des Trimurti, wie für Muſelmanen ſo nahe liegenden</line>
        <line lrx="1888" lry="2538" ulx="370" uly="2480">Anſtoß dachten ſie kaum. Wenn dann Hebich den Abglanz des</line>
        <line lrx="1889" lry="2603" ulx="371" uly="2545">unſichtbaren Gottes, den Sohn, ſchilderte und ihn überall im Alten</line>
        <line lrx="1889" lry="2668" ulx="373" uly="2612">Teſtament fand, als die Erſcheinung und das Wort des im Dunkeln</line>
        <line lrx="1890" lry="2737" ulx="373" uly="2678">wohnenden, ja als Jehova, ſo verwickelte er ſich leicht in Wider⸗</line>
        <line lrx="1886" lry="2802" ulx="372" uly="2744">ſprüche, während er meinte, einfach dem Buchſtaben treu zu bleiben.</line>
        <line lrx="1886" lry="2868" ulx="374" uly="2810">Auch das Anſtreifen ſeiner Ausdrucksweiſe an die ſwedenborgiſche und</line>
        <line lrx="1891" lry="2935" ulx="376" uly="2877">mormoniſche Lehre von Gott konnte ihn, wenn es ihm vorgeſtellt</line>
        <line lrx="1890" lry="3001" ulx="376" uly="2944">wurde, wohl unangenehm überraſchen; aber — war nicht gerade⸗</line>
      </zone>
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        <line lrx="489" lry="440" ulx="422" uly="405">378</line>
        <line lrx="1943" lry="539" ulx="425" uly="482">das immer des Teufels Kunſt, Irrlehren durch irgend ein Wahrheits⸗</line>
        <line lrx="1943" lry="605" ulx="427" uly="550">element herauszuputzen? Doch genug von dieſer Eigenheit des guten</line>
        <line lrx="620" lry="659" ulx="425" uly="617">Mannes!</line>
        <line lrx="1943" lry="737" ulx="536" uly="681">Im Weſentlichen that er dennoch auch in Bangalur den Glau⸗</line>
        <line lrx="1941" lry="803" ulx="422" uly="748">bigen manchen dankenswerthen und dankbar anerkannten Dienſt.</line>
        <line lrx="1943" lry="870" ulx="425" uly="814">Mit allem Ernſt ſuchte er ſie einander näher zu bringen und ſtatt</line>
        <line lrx="1942" lry="937" ulx="424" uly="882">des vielen Redens und Streitens über Anſichten zum gemeinſchaft⸗</line>
        <line lrx="1942" lry="1009" ulx="421" uly="947">lichen Gebet anzuſpornen. „So viele wollen hier ſelig werden, haſſen</line>
        <line lrx="1942" lry="1068" ulx="422" uly="1014">aber die Sünde nicht, daher gehts denn nicht ſehr tief. Mancher</line>
        <line lrx="1942" lry="1133" ulx="423" uly="1080">mag ſein Chriſtenthum nicht offen bekennen, weil er fürchtet, er</line>
        <line lrx="1942" lry="1200" ulx="430" uly="1145">könne wieder fallen und ſcheine dann ein Heuchler. Ich redete ihnen</line>
        <line lrx="1940" lry="1267" ulx="424" uly="1211">ſehr zu, ſich doch von der Welt mehr zu trennen; ſie meinten es</line>
      </zone>
      <zone lrx="1954" lry="1334" type="textblock" ulx="422" uly="1278">
        <line lrx="1954" lry="1334" ulx="422" uly="1278">ſchon gehörig gethan zu haben; was denn noch fehle? Ich erwähnte</line>
      </zone>
      <zone lrx="1940" lry="2988" type="textblock" ulx="375" uly="1342">
        <line lrx="1940" lry="1399" ulx="426" uly="1342">ihr bandgoing, was einen ganzen Sturm heraufbeſchwor. Zur</line>
        <line lrx="1939" lry="1466" ulx="375" uly="1405">Abbbendſtunde ſpielen nämlich die Regimentsmuſiken auf den großen</line>
        <line lrx="1934" lry="1532" ulx="426" uly="1477">Plätzen, da alles hingeht, ſich zu ſehen und ſehen zu laſſen. Ich</line>
        <line lrx="1937" lry="1596" ulx="426" uly="1543">zeigte ihnen, wie viel ſie von ihrem erſten Eifer verloren haben,</line>
        <line lrx="1939" lry="1665" ulx="424" uly="1609">weil ſie ſich ſo mit der Welt vermiſchen; die Alten geben den Jungen</line>
        <line lrx="1940" lry="1729" ulx="419" uly="1675">kein rechtes Beiſpiel der Entſchiedenheit. Pilatus war freilich ein</line>
        <line lrx="1940" lry="1796" ulx="422" uly="1742">viel zu großer gentleman, als daß er um die Rettung ſeiner Seele</line>
        <line lrx="1938" lry="1864" ulx="424" uly="1810">angefochten geweſen oder den Hohenprieſtern entgegen getreten wäre;</line>
        <line lrx="1938" lry="1930" ulx="420" uly="1874">Johannes viel zu rauh, daß er das Verhältniß zur Herodias ſo blutt</line>
        <line lrx="1940" lry="1996" ulx="416" uly="1941">tadeln konnte ꝛc. ꝛc. Einige nahmens doch anz; ſie beſchloſſen, in</line>
        <line lrx="1938" lry="2061" ulx="422" uly="2007">der Sakriſtei der Miſſionskapelle jeden Abend zuſammen zu beten,</line>
        <line lrx="1937" lry="2128" ulx="421" uly="2073">und wählten Oberſt C. zu ihrem Aelteſten. Täglich trieb ich daran,</line>
        <line lrx="1937" lry="2194" ulx="422" uly="2139">doch mehr Gemeinſchaft zu pflegen mit dem Vater und dem Sohn,</line>
        <line lrx="1939" lry="2260" ulx="416" uly="2206">und einander aufzubauen, zu ſtärken und zuſammenzuhalten, getrennt</line>
        <line lrx="1935" lry="2327" ulx="415" uly="2273">von der Welt und ihrer fatalen charity. Die Miſſionare und die</line>
        <line lrx="1939" lry="2393" ulx="413" uly="2339">übrigen Freunde wollten mich wo möglich über den Monſun da be⸗</line>
        <line lrx="1938" lry="2458" ulx="415" uly="2405">halten. Ich arbeitete jeden Tag von Morgens 6 Uhr bis Nachts</line>
        <line lrx="1937" lry="2524" ulx="421" uly="2470">11 Uhr, und überall that der Herr die Thür vor mir auf, ſo daß</line>
        <line lrx="1937" lry="2595" ulx="414" uly="2536">ich meine Abfahrt wiederholt zu verſchieben mich berechtigt ſah. Das</line>
        <line lrx="1939" lry="2656" ulx="415" uly="2602">geiſtige Leben war doch gerade ſehr geſchwunden und die Mehrzahl</line>
        <line lrx="1939" lry="2722" ulx="414" uly="2666">froh, aufgerüttelt zu werden. Nach dem Abendgottesdienſt kamen</line>
        <line lrx="1939" lry="2789" ulx="416" uly="2733">gewöhnlich 20— 30, zuletzt 38 Perſonen (8 — 11 Uhr) zum Thee</line>
        <line lrx="1934" lry="2854" ulx="415" uly="2799">zuſammen, denen dann noch eine Extrapredigt gegeben wurde.“</line>
        <line lrx="1936" lry="2922" ulx="415" uly="2866">Zum Schluß wurde er ordentlich beſtürmt, wenigſtens alljährlich</line>
        <line lrx="1062" lry="2988" ulx="414" uly="2933">ſeinen Beſuch zu wiederholen.</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1929" lry="2989" type="textblock" ulx="351" uly="404">
        <line lrx="1871" lry="439" ulx="1804" uly="404">379</line>
        <line lrx="1925" lry="541" ulx="466" uly="482">Niemand ergötzte ſich mehr an ſolcher Reiſepredigt Hebich's als</line>
        <line lrx="1872" lry="609" ulx="351" uly="548">ſein alter Freund Mögling, der ſeit 15 Monaten im Berglande</line>
        <line lrx="1868" lry="674" ulx="357" uly="614">der Kurgs eine neue Arbeit angetreten hatte und nun von allerlei</line>
        <line lrx="1896" lry="740" ulx="352" uly="683">Bekannten vernahm, wie geſegnet ſich dieſes Wirken an andern und</line>
        <line lrx="1874" lry="807" ulx="354" uly="749">an ihnen ſelbſt exweiſe. Derſelbe ſchrieb ihm (10. Juni): „Es freut</line>
        <line lrx="1875" lry="873" ulx="353" uly="814">mich herzlich, daß du ſo ſchön den Weg gefunden haſt, deine Gaben</line>
        <line lrx="1871" lry="942" ulx="357" uly="868">in Anwendung zu bringen. Vor Alters ſchon dachte ich, ſo ungefähr</line>
        <line lrx="1876" lry="1006" ulx="353" uly="947">ſollteſt du arbeiten können; nicht gebunden an eine Station, oder</line>
        <line lrx="1868" lry="1071" ulx="358" uly="1012">doch je und je mit einer langen Vakanz geſegnet, in weitem Umkreis</line>
        <line lrx="1866" lry="1136" ulx="357" uly="1079">unter Engländern, wie auch unter Heiden das Evangelium zu ver⸗</line>
        <line lrx="1872" lry="1203" ulx="358" uly="1145">kündigen. Das iſt eine Arbeit, zu welcher dich Gott offenbar be⸗</line>
        <line lrx="1874" lry="1270" ulx="360" uly="1212">ſonders ausgerüſtet hat. Hoffentlich hüteſt du dich, Kirchen machen</line>
        <line lrx="1875" lry="1336" ulx="361" uly="1277">zu wollen; das iſt unter deiner Evangeliſtenwürde. Wenn Seelen</line>
        <line lrx="1876" lry="1401" ulx="360" uly="1343">zum Leben kommen durch deine Predigt, wird der Herr ſchon weiter</line>
        <line lrx="1872" lry="1465" ulx="360" uly="1410">für ſie ſorgen, ohne daß du Kirchenleiter biſt. Ich glaube nicht,</line>
        <line lrx="1880" lry="1531" ulx="362" uly="1473">daß du dieſe Gabe haſt; es iſt auch nicht nöthig, jeder ſoll ſeine</line>
        <line lrx="1875" lry="1596" ulx="360" uly="1542">Gabe brauchen. So hat der Herr am meiſten Ehre und wird von</line>
        <line lrx="1874" lry="1662" ulx="361" uly="1607">den Knechten am wenigſten gehindert. Ich freue mich von Herzen</line>
        <line lrx="1876" lry="1728" ulx="363" uly="1674">über den Segen, den du haſt, und wünſche dir mehr; darf ja hoffen,</line>
        <line lrx="1531" lry="1793" ulx="362" uly="1739">dir bald mein kleines Miſſionsanfänglein zu zeigen.“</line>
        <line lrx="1878" lry="1860" ulx="472" uly="1806">Ins Kurgland gieng es nun über Humſur, no ſich gleichfalls</line>
        <line lrx="1884" lry="1925" ulx="369" uly="1870">Arbeit fand. „Nachdem ich Searle auf die rocks geſendet, waren</line>
        <line lrx="1882" lry="1991" ulx="364" uly="1937">wir endlich noch in Almanda mit dem l. Mögling zuſammen, wo</line>
        <line lrx="1882" lry="2059" ulx="363" uly="2005">ich die erſte Predigt in ſeinem eben vollendeten Kirchlein halten</line>
        <line lrx="1929" lry="2128" ulx="364" uly="2072">mußte (22. Juni). Wir freuten uns recht herzlich zuſammen.“ Und</line>
        <line lrx="1882" lry="2193" ulx="363" uly="2138">nun eilte er nach Kannanur zuxück, welches indeſſen auch einen</line>
        <line lrx="1042" lry="2259" ulx="367" uly="2206">neuen Segen empfangen hatte.</line>
        <line lrx="1880" lry="2325" ulx="475" uly="2271">Wohl das bedeutendſte Ereigniß dieſes Jahres war die Bekehrung</line>
        <line lrx="1884" lry="2391" ulx="366" uly="2337">des Munſchi Mulile Ramotti. Derſelbe war ſchon 1837, alſo</line>
        <line lrx="1885" lry="2458" ulx="367" uly="2404">vor der Ankunft Hebichs in Kannanur, durch einen Traktat mit den</line>
        <line lrx="1885" lry="2525" ulx="369" uly="2470">10 Geboten bekannt worden, die den Knaben ſo begeiſterten, daß er</line>
        <line lrx="1885" lry="2590" ulx="367" uly="2536">gewiß hoffte, einſt noch Chriſt zu werden. Später trat er in Hebichs</line>
        <line lrx="1886" lry="2656" ulx="367" uly="2601">Schule ein und lernte gründlich die chriſtliche wie die heidniſche</line>
        <line lrx="1884" lry="2722" ulx="369" uly="2668">Malayalam⸗Literatur, ſo daß er erſt bei Diez, dann bei Stocking</line>
        <line lrx="1887" lry="2789" ulx="375" uly="2735">als Sprachlehrer gute Dienſte leiſten konnte. Der Letztere nament⸗</line>
        <line lrx="1884" lry="2855" ulx="368" uly="2801">lich gieng ihm mit ſoldatiſcher Derbheit ſtark zu Leibe, während er</line>
        <line lrx="1884" lry="2926" ulx="369" uly="2867">zugleich ihm viel Liebe erzeigte. Um den Anfang des Jahrs 1854</line>
        <line lrx="1881" lry="2989" ulx="372" uly="2926">beſchloß Ramotti, wirklich Chriſt zu werden, und ſchaffte allmählich</line>
      </zone>
      <zone lrx="422" lry="3091" type="textblock" ulx="278" uly="3080">
        <line lrx="422" lry="3091" ulx="278" uly="3080">— —</line>
      </zone>
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        <line lrx="702" lry="3089" ulx="317" uly="3081">— –—</line>
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        <line lrx="494" lry="441" ulx="427" uly="406">380</line>
      </zone>
      <zone lrx="1945" lry="2998" type="textblock" ulx="387" uly="482">
        <line lrx="1944" lry="541" ulx="426" uly="482">ſeine Bücher ins Miſſionshaus. Aber die Liebe zu ſeiner Gattin,</line>
        <line lrx="1943" lry="607" ulx="427" uly="548">die aus einem ſehr angeſehenen Hauſe ſtammend, ſich unvermögend</line>
        <line lrx="1943" lry="672" ulx="430" uly="616">erklärte, ihn zu begleiten, und ihm eben das zweite Kind gebar,</line>
        <line lrx="1943" lry="740" ulx="425" uly="682">hielt ihn immer wieder zurück. Am 8. April betete er mit Diez und</line>
        <line lrx="1943" lry="804" ulx="424" uly="750">verſprach auf Gründonnerſtag ſich einzuſtellen. Umſonſt: ſo oft er</line>
        <line lrx="1945" lry="871" ulx="425" uly="815">auf den Abzug ſann, brach ihm das Herz, bis er endlich ſich be⸗</line>
        <line lrx="1942" lry="937" ulx="422" uly="882">ſchied, auf Hebichs Rückkehr warten zu wollen, um bei dem Sturm,</line>
        <line lrx="1829" lry="1006" ulx="424" uly="950">der ſich erheben werde, eines ſtarken Rückhaltes gewiß zu ſein.</line>
        <line lrx="1944" lry="1071" ulx="534" uly="1016">Doch eines Tags (13. Juni) wirds ihm gewiß, daß er Gewalt</line>
        <line lrx="1944" lry="1137" ulx="424" uly="1083">anwenden muß, um loszukommen; er küßt ſeine beiden Kinder unter</line>
        <line lrx="1943" lry="1205" ulx="422" uly="1149">Thränen, küßt die Gattin und heißt ſie zum Vater zurückkehren, er</line>
        <line lrx="1942" lry="1272" ulx="421" uly="1216">müſſe ſeine Seele retten. Und dann eilte er ohne ſich umzuſchauen</line>
        <line lrx="1943" lry="1337" ulx="421" uly="1280">ins Miſſionshaus, ſpricht und betet mit Diez, läßt ſich die Haar⸗</line>
        <line lrx="1938" lry="1404" ulx="422" uly="1349">locke abſchneiden und bringt da im Gebet die erſte Nacht zu. Am</line>
        <line lrx="1937" lry="1469" ulx="420" uly="1414">folgenden Morgen kommt ſein älterer Bruder, das Haupt der Familie,</line>
        <line lrx="1939" lry="1536" ulx="424" uly="1482">ſucht ihm vergebens zu befehlen und verflucht ihn mit den Worten:</line>
        <line lrx="1939" lry="1602" ulx="425" uly="1546">„In den Tagen des Madai Curumban (S. 17) iſt es doch noch</line>
        <line lrx="1935" lry="1669" ulx="421" uly="1612">ehrenhaft zugegangen mit dem Chriſt werden, kein Zopfabſchneiden,</line>
        <line lrx="1940" lry="1735" ulx="418" uly="1678">kein Bruch mit der Kaſtengemeinſchaft, und zum Schluß eine Sipahi⸗</line>
        <line lrx="1940" lry="1803" ulx="417" uly="1745">ſalve und eine Granitſäule aufs Grab. Gott ſegne dir dieſes Treiben</line>
        <line lrx="1937" lry="1904" ulx="418" uly="1812">der Padres mit Verweſung bei lebendigem Leibe und mit dem Glanz</line>
        <line lrx="857" lry="1932" ulx="418" uly="1879">einer Hundsleiche!“</line>
        <line lrx="1938" lry="2002" ulx="527" uly="1944">Anders die Hunderte von Tijern, die nun ins Miſſionshaus</line>
        <line lrx="1936" lry="2069" ulx="415" uly="2011">ſtrömten, den Abgefallenen zu ſehen. Verwundert und traurig</line>
        <line lrx="1937" lry="2136" ulx="397" uly="2076">blicken ſie den Mann an, der als die Zier ihrer Kaſte gelten konnte;</line>
        <line lrx="1936" lry="2200" ulx="418" uly="2145">demüthig, kindlich und gewandt antwortet er ihnen auf die vielen,</line>
        <line lrx="1936" lry="2268" ulx="415" uly="2211">oft verfänglichen Fragen und wird lautlos angehört. Manche geben</line>
        <line lrx="1936" lry="2333" ulx="415" uly="2278">zu verſtehen, wie froh ſie wären, wenn auch bei ihnen die Bande</line>
        <line lrx="1935" lry="2401" ulx="416" uly="2344">des alten Brauchs zerreißen wollten. Schon zeigt ſich deutlich, daß</line>
        <line lrx="1934" lry="2466" ulx="414" uly="2412">man an ihm einen kräftigen Herold des Heils in Chriſto habe.</line>
        <line lrx="1933" lry="2534" ulx="415" uly="2474">Einer ſeiner Neffen, ein junger Maurer, entſchloß ſich (25. Juni)</line>
        <line lrx="1268" lry="2599" ulx="414" uly="2542">zu bleiben und auch Chriſt zu werden.</line>
        <line lrx="1934" lry="2665" ulx="512" uly="2608">Dann handelte es ſich um eine ältliche Tante, die ihrem Ramotti</line>
        <line lrx="1935" lry="2731" ulx="387" uly="2676">durchaus folgen wollte, aber nicht durchſah, wie ſie, die beleibte</line>
        <line lrx="1933" lry="2800" ulx="416" uly="2741">ängſtliche Frau, ſich ſollte fortſchleichen und den weiten Weg ins</line>
        <line lrx="1931" lry="2866" ulx="416" uly="2807">Miſſionshaus unangefochten zurücklegen können. Nachdem durch</line>
        <line lrx="1931" lry="2932" ulx="416" uly="2874">geheime Botſchaft Alles in Richtigkeit gebracht war, fuhr Hebich, nun</line>
        <line lrx="1932" lry="2998" ulx="415" uly="2940">neu eingelebt in das Räderwerk der Station, zur beſtimmten Stunde</line>
      </zone>
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        <line lrx="2034" lry="1015" ulx="2030" uly="1002">1</line>
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      </zone>
      <zone lrx="1912" lry="2995" type="textblock" ulx="365" uly="484">
        <line lrx="1890" lry="547" ulx="381" uly="484">am Eck des Tijerhauſes vorbei, von deſſen hohem Wall die Frau</line>
        <line lrx="1891" lry="619" ulx="380" uly="551">herabſchlüpfte, und glücklich in den Wagen einſtieg, der ſie, mit</line>
        <line lrx="1891" lry="683" ulx="380" uly="618">verhülltem Geſichte, mehr todt als lebendig, ins Miſſionshaus brachte</line>
        <line lrx="1893" lry="751" ulx="383" uly="678">(10. Juli). Sie iſt dort eine gute Mutter der jüngeren Chriſten⸗</line>
        <line lrx="747" lry="815" ulx="381" uly="763">weiber geworden.</line>
        <line lrx="1894" lry="885" ulx="493" uly="816">Hebich unternahm nun ſelbſt den Unterricht der Taufkandidaten</line>
        <line lrx="1895" lry="945" ulx="365" uly="882">und durfte am 6. Auguſt die Genannten, Abraham, Iſaak und Eli⸗</line>
        <line lrx="1894" lry="1015" ulx="384" uly="950">ſabeth, mit noch 25 weiteren Seelen taufen. Es war ein überaus</line>
        <line lrx="1891" lry="1080" ulx="384" uly="1012">erfriſchender Segenstag, auf den aber gleich „wie ein Donnerwetter“</line>
        <line lrx="1896" lry="1145" ulx="384" uly="1080">eine ſchwere Cholera heimſuchung folgte, die z. B. an Einem Tag</line>
        <line lrx="1898" lry="1215" ulx="386" uly="1149">(17. Auguſt) drei Todesfälle herbeiführte und auch (31. Auguſt) den</line>
        <line lrx="1898" lry="1280" ulx="386" uly="1214">Erſtling der Tijer, den treuen Juda, wegraffte. Diez und Schweſter</line>
        <line lrx="1897" lry="1342" ulx="387" uly="1281">Gundert, die noch mit vielen andern gleichfalls erkrankten, genaſen.</line>
        <line lrx="1900" lry="1413" ulx="391" uly="1347">„Dies ſind ſchreckliche Zeiten. Doch der Herr iſt Gott; vor ihm</line>
        <line lrx="1902" lry="1478" ulx="392" uly="1412">ſchweige alles Fleiſch!“ Viele wurden damals „empfänglich“, die</line>
        <line lrx="1134" lry="1545" ulx="391" uly="1487">ſpäter wieder „eingeſchlafen“ ſind.</line>
        <line lrx="1897" lry="1608" ulx="502" uly="1548">„Mulil Abraham wird jetzt von Gundert weiter zum Katechiſten⸗</line>
        <line lrx="1903" lry="1673" ulx="391" uly="1613">amt unterrichtet, und wird mit Gottes Gnade unter ſeinen Lands⸗</line>
        <line lrx="1904" lry="1740" ulx="392" uly="1680">leuten fruchtbar wirken.“ Es war eine ſelige Zeit, da dieſer 35jährige</line>
        <line lrx="1906" lry="1804" ulx="394" uly="1746">Mann nun ſeine Zeit theilte zwiſchen dem Forſchen im Wort, mit</line>
        <line lrx="1902" lry="1873" ulx="391" uly="1812">welchem er ſchon lange vertraut war wie wenige Chriſten, und zwiſchen</line>
        <line lrx="1897" lry="1939" ulx="393" uly="1881">der Verkündigung deſſelben an Nahe und Ferne. Einen ſo männ⸗</line>
        <line lrx="1907" lry="2005" ulx="394" uly="1946">lichen, in alle Sättel gerechten Malayalam⸗Prediger hatte die</line>
        <line lrx="1903" lry="2071" ulx="394" uly="2013">Station bisher nicht gehabt. Zwar mangelte ihm die Kenntniß des</line>
        <line lrx="1905" lry="2138" ulx="395" uly="2079">Engliſchen, aber ſeine ganze Geiſtesanlage erwies ſich als europäiſcher,</line>
        <line lrx="1908" lry="2203" ulx="393" uly="2144">vorurtheilsfreier, umſichtiger und energiſcher zugleich, denn die der</line>
        <line lrx="1909" lry="2271" ulx="396" uly="2212">beſtgeſchulten Jünglinge, wenn ſie auch im Bacon und Shakeſpeare</line>
        <line lrx="919" lry="2337" ulx="395" uly="2285">wohlbewandert ſind. —</line>
        <line lrx="1910" lry="2403" ulx="511" uly="2345">„Auch das Schmerzenskind Andſcharakan di fängt aufs neue</line>
        <line lrx="1909" lry="2468" ulx="399" uly="2408">an ſich zu ermannen; es iſt jetzt wirklich wieder beſſer als ſeit zwei</line>
        <line lrx="1907" lry="2533" ulx="398" uly="2475">Jahren, und beim letzten heil. Abendmahl (14. Auguſt) war Alles</line>
        <line lrx="1695" lry="2600" ulx="396" uly="2539">ſchön und erfreulich.“</line>
        <line lrx="1910" lry="2663" ulx="467" uly="2606">Eine beſondere Freude aber bereitete Hebich ſein Kinderhäuflein</line>
        <line lrx="1911" lry="2731" ulx="400" uly="2674">im fernen Aden. (S. 20) Die glaubigen Soldaten daſelbſt hatten</line>
        <line lrx="1909" lry="2795" ulx="400" uly="2739">von Bangalur gehört, wie dort ein ungewöhnlicher Mann täglich</line>
        <line lrx="1912" lry="2865" ulx="402" uly="2805">gepredigt und Geiſtliche wie Laien gleich ſcharf mitgenommen, Vielen</line>
        <line lrx="1910" lry="2928" ulx="403" uly="2871">aber ſehr wohlgethan habe, ein gewiſſer Samuel, wie heißt er nur?</line>
        <line lrx="1912" lry="2995" ulx="403" uly="2937">Sie wußten den Namen leicht zu ergänzen. Gerade nun an jenem</line>
      </zone>
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      </zone>
      <zone lrx="1984" lry="2085" type="textblock" ulx="435" uly="489">
        <line lrx="1973" lry="562" ulx="455" uly="489">13. Juni, da Abraham heraustrat, ſtarb dort ein 73jähriger Greis, der</line>
        <line lrx="1972" lry="628" ulx="454" uly="556">früher das Evangelium gehört und bewundert hatte, aber von ſeiner</line>
        <line lrx="1970" lry="693" ulx="452" uly="622">Gattin zurückgehalten war, bis er nach ihrem Tode ſelbſt erkrankt, im</line>
        <line lrx="1969" lry="754" ulx="457" uly="689">Spital durch die Offiziere des Regiments gewonnen wurde. Das</line>
        <line lrx="1968" lry="829" ulx="453" uly="754">Todtenbett dieſes Tſchetti Fakira — nach der Taufe hieß er Philipp,</line>
        <line lrx="1967" lry="893" ulx="448" uly="823">war ſo voll Friedens und unausſprechlicher Freude, daß auch die</line>
        <line lrx="1963" lry="961" ulx="448" uly="886">Verwandten, die umſtehenden Sipahis und die Knechte angelegent⸗</line>
        <line lrx="1964" lry="1028" ulx="447" uly="953">lich nach Jeſu fragten, ihrer zwei ſich gleich des Zopfes entledigten</line>
        <line lrx="1963" lry="1090" ulx="447" uly="1021">und täglich mit Gompertz laſen und beteten. Die engliſchen Brüder</line>
        <line lrx="1962" lry="1158" ulx="445" uly="1088">bekamen vollauf zu thun, um den Nachfragen der engliſchen und</line>
        <line lrx="1965" lry="1225" ulx="444" uly="1154">indiſchen Soldaten, der Trommler und Schreiber zu genügen, die</line>
        <line lrx="1966" lry="1293" ulx="446" uly="1219">Kranken im Spital und die Gefangenen zu beſuchen. Ein durch⸗</line>
        <line lrx="1984" lry="1358" ulx="447" uly="1286">reiſender Miſſionar Candy taufte im November einen Sipahi, der</line>
        <line lrx="1960" lry="1429" ulx="445" uly="1354">unter all ſeinen Anfechtungen im Glauben gewachſen war, während</line>
        <line lrx="1960" lry="1482" ulx="443" uly="1421">andre ſchon wieder matter und gleichgiltiger wurden Wie dankbar</line>
        <line lrx="1960" lry="1559" ulx="438" uly="1485">ſchrieb doch Gompertz: „Da ſehen Sie die Früchte Ihrer Arbeit,</line>
        <line lrx="1961" lry="1625" ulx="439" uly="1552">der Herr gab es Ihnen ins Herz, mich zu ſuchen; jetzt aber gibt</line>
        <line lrx="1958" lry="1690" ulx="440" uly="1619">er mir die Gnade, mit ſchwarzen Heiden von Ihm zu reden. Ich</line>
        <line lrx="1957" lry="1763" ulx="436" uly="1684">fühle mich oft ſehr ſchwach und müde vom Gehen in der Sonne;</line>
        <line lrx="1843" lry="1808" ulx="440" uly="1750">aber Er wirds hinansführen um Seines Namens willen!“ —</line>
        <line lrx="1953" lry="1890" ulx="551" uly="1817">Aehnliche Nachrichten liefen von Irodu (french rocks) ein.</line>
        <line lrx="1953" lry="1953" ulx="442" uly="1884">Zu gleicher Zeit, wie in Kannanur war auch dort die Cholera ein⸗</line>
        <line lrx="1953" lry="2022" ulx="440" uly="1952">gekehrt und hatte ſchrecklich gehaust, bis alle Bretter zu Särgen</line>
        <line lrx="1951" lry="2085" ulx="435" uly="2019">verbraucht waren und man die Leichen in Matten beerdigte. Aber</line>
      </zone>
      <zone lrx="1951" lry="2155" type="textblock" ulx="415" uly="2084">
        <line lrx="1951" lry="2155" ulx="415" uly="2084">ein großer Friede offenbarte ſich an den Sterbebetten, und ein junger</line>
      </zone>
      <zone lrx="1949" lry="2411" type="textblock" ulx="432" uly="2149">
        <line lrx="1947" lry="2213" ulx="434" uly="2149">Offizier M. entſchied ſich friſch für den Herrn Jeſum und redete von</line>
        <line lrx="1947" lry="2281" ulx="433" uly="2216">ihm mit großer Kraft. Mögling kam gerade dazu, wie man einen</line>
        <line lrx="1948" lry="2348" ulx="433" uly="2282">Trommler begrub, der 60 Jahre lang wie ein Heide gelebt und es</line>
        <line lrx="1949" lry="2411" ulx="432" uly="2349">im Trinken allen zuvorgethan hatte. Seit ſechs Monaten war eine</line>
      </zone>
      <zone lrx="1949" lry="2488" type="textblock" ulx="413" uly="2416">
        <line lrx="1949" lry="2488" ulx="413" uly="2416">Umwandlung mit ihm vorgegangen, die jedermann in Erſtaunen</line>
      </zone>
      <zone lrx="1951" lry="3010" type="textblock" ulx="427" uly="2483">
        <line lrx="1945" lry="2545" ulx="427" uly="2483">ſetzte; nicht nur lebte er unſträflich, ſondern zeugte von der Sünder⸗</line>
        <line lrx="1903" lry="2615" ulx="428" uly="2544">liebe des Heilands und durfte voll Freude und Danks heimgehen.</line>
        <line lrx="1944" lry="2687" ulx="540" uly="2616">Auch in Palghat fand Hebich, als er wieder nachſchaute (20. Sept.</line>
        <line lrx="1948" lry="2748" ulx="427" uly="2681">bis 1. Nov.), alles in gutem Stand. Die Brüder in Malapuram,</line>
        <line lrx="1951" lry="2814" ulx="433" uly="2748">die er auf dem Hin⸗ und Herwege beſuchte, mehrten ſich und hatten</line>
        <line lrx="1948" lry="2882" ulx="434" uly="2816">in den zehn Monaten ihres dortigen Aufenthalts keinerlei Mißklang</line>
        <line lrx="1950" lry="2942" ulx="434" uly="2886">unter ſich aufkommen laſſen. Ihnen war gerade damals der Armee⸗</line>
        <line lrx="1949" lry="3010" ulx="432" uly="2950">befehl über Knebel⸗ und Backenbart zugekommen, ſo waren nun alle be⸗</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1111" lry="2989" type="textblock" ulx="395" uly="2934">
        <line lrx="1111" lry="2989" ulx="395" uly="2934">richt zeigt, ſich durch ein kampf⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1891" lry="544" type="textblock" ulx="376" uly="402">
        <line lrx="1891" lry="435" ulx="1827" uly="402">383</line>
        <line lrx="1891" lry="544" ulx="376" uly="478">müht, die neue Geſichtszierde zu kultiviren. Lachend ſchrieb dies ein Sol⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1890" lry="605" type="textblock" ulx="356" uly="546">
        <line lrx="1890" lry="605" ulx="356" uly="546">dat mit der Bemerkung: „Sie werden uns kaum mehr kennen;</line>
      </zone>
      <zone lrx="1895" lry="1005" type="textblock" ulx="377" uly="613">
        <line lrx="1841" lry="675" ulx="377" uly="613">möchten wir doch auch dem Bilde Chriſti immer ähnlicher werden</line>
        <line lrx="1891" lry="741" ulx="378" uly="676">— In Palghat fuhr Obrien fort, mit aller Treue die Reiſepredigt</line>
        <line lrx="1894" lry="811" ulx="381" uly="744">zu betreiben, zu welcher ihn Hebich auf alle Märkte begleitete; er</line>
        <line lrx="1895" lry="874" ulx="380" uly="810">bekam auch den Eindruck: „jenen Menon (S. 271) kriegen wir am</line>
        <line lrx="1894" lry="941" ulx="381" uly="876">Ende doch noch,“ allein der wirkliche Zuwachs beſchränkte ſich noch</line>
        <line lrx="1895" lry="1005" ulx="379" uly="941">immer auf die unanſäßige Bevölkerung. Unter den Engländern hat</line>
      </zone>
      <zone lrx="1888" lry="1074" type="textblock" ulx="376" uly="1009">
        <line lrx="1888" lry="1074" ulx="376" uly="1009">er „durch großen Kampf hindurch“ einen ſolchen Eingang gewonnen,</line>
      </zone>
      <zone lrx="1900" lry="1668" type="textblock" ulx="381" uly="1073">
        <line lrx="1897" lry="1141" ulx="381" uly="1073">daß ihrer 28 (mit 17 Schwarzen) ſich zum Abendmahle um ihn</line>
        <line lrx="1894" lry="1207" ulx="381" uly="1139">ſammelten, und eine Zeitlang von nichts als dem Weg des Selig⸗</line>
        <line lrx="1900" lry="1267" ulx="382" uly="1205">werdens die Rede war. „Hauptmann Hn. arbeitet ganz im Geiſte</line>
        <line lrx="1898" lry="1338" ulx="383" uly="1270">eines Miſſionars, auch unter den Schwarzen, mit denen er in viel⸗</line>
        <line lrx="1897" lry="1407" ulx="382" uly="1338">fache Berührung kommt.“ Auch hier zeigte (im Nov.) ein Todtenbett</line>
        <line lrx="1893" lry="1471" ulx="385" uly="1403">die Wirkung, die von ſolchen Kindern Hebichs ausgieng. Der</line>
        <line lrx="1898" lry="1538" ulx="386" uly="1466">Sergeantmajor des Regiments galt lange für den verhärtetſten</line>
        <line lrx="1900" lry="1604" ulx="395" uly="1536">Haudegen, ſo daß ſelbſt Hn. ſich geſtand, dieſen fürchte er, und</line>
        <line lrx="1898" lry="1668" ulx="383" uly="1604">Obrien dachte, der würde wohl der letzte ſein, der je zum Glauben</line>
      </zone>
      <zone lrx="1901" lry="1725" type="textblock" ulx="379" uly="1671">
        <line lrx="1901" lry="1725" ulx="379" uly="1671">käme. Allein der alte Sünder nimmt Hns. Wort an und be⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1906" lry="2328" type="textblock" ulx="387" uly="1735">
        <line lrx="1895" lry="1802" ulx="388" uly="1735">wegts im Herzen; vier Wochen darauf ſtirbt er fröhlich mit dem</line>
        <line lrx="1143" lry="1867" ulx="388" uly="1809">Rufe: all is well (alles iſt wohl).</line>
        <line lrx="1903" lry="1933" ulx="499" uly="1866">Ein gewiſſer Stillſtand im numeriſchen Zuwachs der eigentlichen</line>
        <line lrx="1904" lry="1994" ulx="387" uly="1932">Kannanur⸗Gemeinde iſt alſo — etwa ſeit dem Jahre 1853 —</line>
        <line lrx="1905" lry="2067" ulx="389" uly="1993">wohl zuzugeben, aber er wird aufgewogen durch manchfaltige Wir⸗</line>
        <line lrx="1906" lry="2133" ulx="389" uly="2066">kungen des Geiſtes in ihr ſelbſt und in den von ihr ſtammenden</line>
        <line lrx="1906" lry="2198" ulx="388" uly="2131">Setzlingen. Kräftiger als um jene Zeit war Hebich kaum je in</line>
        <line lrx="1906" lry="2265" ulx="390" uly="2198">ſeinem Leben; es fehlte aber nicht an allerlei Demüthigungen, für</line>
        <line lrx="1902" lry="2328" ulx="392" uly="2265">die er ſelbſt als wohlangebrachte Erziehungsmittel Gott preiſen lernte.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1294" lry="2456" type="textblock" ulx="1021" uly="2434">
        <line lrx="1294" lry="2456" ulx="1021" uly="2434">—  ,0,0—</line>
      </zone>
      <zone lrx="1409" lry="2665" type="textblock" ulx="886" uly="2590">
        <line lrx="1409" lry="2665" ulx="886" uly="2590">Miſſions-Zeitung.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1908" lry="2979" type="textblock" ulx="394" uly="2703">
        <line lrx="1905" lry="2764" ulx="416" uly="2703">Die deutſche Kols⸗Miſſion, volles Jahr mit CEhren durchge⸗</line>
        <line lrx="1908" lry="2823" ulx="394" uly="2759">welche im Jahr 1868 durch die ſchlagen. Von den ſechs älteren</line>
        <line lrx="1904" lry="2877" ulx="394" uly="2813">bekannte Spaltung ſchwer geprüft Arbeitern, die ſich dem ritualiſti⸗</line>
        <line lrx="1907" lry="2933" ulx="395" uly="2870">wurde, hat, wie ihr neueſter Be⸗ ſchen Biſchof von Calcutta ange⸗</line>
        <line lrx="1907" lry="2979" ulx="1189" uly="2923">ſchloſſen hatten, um in Verbin⸗</line>
      </zone>
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      <zone lrx="2699" lry="332" type="textblock" ulx="2076" uly="211">
        <line lrx="2106" lry="332" ulx="2076" uly="211">[20 an</line>
        <line lrx="2377" lry="323" ulx="2340" uly="291">V</line>
        <line lrx="2699" lry="322" ulx="2661" uly="293">2</line>
      </zone>
      <zone lrx="1849" lry="421" type="textblock" ulx="1785" uly="387">
        <line lrx="1849" lry="421" ulx="1785" uly="387">367</line>
      </zone>
      <zone lrx="2744" lry="654" type="textblock" ulx="2717" uly="384">
        <line lrx="2744" lry="654" ulx="2717" uly="384">-Euroskala Offset</line>
      </zone>
      <zone lrx="1520" lry="642" type="textblock" ulx="666" uly="551">
        <line lrx="1520" lry="642" ulx="666" uly="551">Miſſ. Bebich in Kunnanur.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1220" lry="717" type="textblock" ulx="979" uly="672">
        <line lrx="1220" lry="717" ulx="979" uly="672">(Fortſetzung.)</line>
      </zone>
      <zone lrx="1498" lry="992" type="textblock" ulx="686" uly="929">
        <line lrx="1498" lry="992" ulx="686" uly="929">19. Stillſtand? Der erſte Brand.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1859" lry="2107" type="textblock" ulx="336" uly="1036">
        <line lrx="1852" lry="1159" ulx="341" uly="1036">Pahrend unter den Engländern die Arbeit Hebichs einen ſo</line>
        <line lrx="1856" lry="1189" ulx="367" uly="1115">, ſegensreichen Erfolg hatte, wie kaum je zuvor, müſſen wir</line>
        <line lrx="1855" lry="1245" ulx="455" uly="1188">F uns doch fragen, ob darüber die wichtigere Seite ſeines</line>
        <line lrx="1857" lry="1311" ulx="388" uly="1250">* Berufs, die Erbauung und Ausbreitung der eingebornen</line>
        <line lrx="1855" lry="1377" ulx="336" uly="1323">Kirche, nicht etwas gelitten habe. Iſt es ſchon überhaupt unmög⸗</line>
        <line lrx="1850" lry="1443" ulx="337" uly="1388">lich, zwei ſo verſchiedene Geſchäftszweige mit gleichem Eifer zu be⸗</line>
        <line lrx="1857" lry="1508" ulx="336" uly="1454">treiben, ſo kommt hiebei noch ein Doppeltes in Betracht: einmal die</line>
        <line lrx="1859" lry="1575" ulx="338" uly="1522">Eigenart unſeres Miſſionars, Alles was er unternahm, mit unge⸗</line>
        <line lrx="1854" lry="1643" ulx="345" uly="1588">theilten Kräften bis zu einem vorläufigen Abſchluß durchzuführen,</line>
        <line lrx="1858" lry="1709" ulx="336" uly="1655">und, wenigſtens wenn er zu Hauſe iſt, Alles womöglich ſelbſt zu</line>
        <line lrx="1859" lry="1775" ulx="337" uly="1721">thun; ſodann die paſſive, zuwartende Gemüthsverfaſſung des ver⸗</line>
        <line lrx="1859" lry="1841" ulx="338" uly="1783">ſchloſſenen, träumenden Hindu, den man immer aufſuchen, dem man</line>
        <line lrx="1852" lry="1907" ulx="340" uly="1854">geduldig nachgehen muß, in den man kaum je anders als durch</line>
        <line lrx="1856" lry="1973" ulx="339" uly="1919">mancherlei Vorhöfe eindringen kann, — gegenüber der offenen, freien,</line>
        <line lrx="1852" lry="2040" ulx="339" uly="1986">aufdringlichen Weiſe des Europäers. Dieſem ſich zu entziehen, wenn</line>
        <line lrx="1855" lry="2107" ulx="341" uly="2051">er hereinlief und ſagte: „Ich habe etwas auf dem Herzen, Sie</line>
      </zone>
      <zone lrx="2743" lry="1076" type="textblock" ulx="2716" uly="663">
        <line lrx="2743" lry="1076" ulx="2716" uly="663">VierFarbSelector Standard*</line>
      </zone>
      <zone lrx="2373" lry="1206" type="textblock" ulx="2347" uly="1080">
        <line lrx="2373" lry="1206" ulx="2347" uly="1080">Balance</line>
      </zone>
      <zone lrx="2372" lry="1471" type="textblock" ulx="2346" uly="1372">
        <line lrx="2372" lry="1471" ulx="2346" uly="1372">Focus</line>
      </zone>
      <zone lrx="2687" lry="2267" type="textblock" ulx="341" uly="2101">
        <line lrx="2687" lry="2173" ulx="343" uly="2101">müſſen mir rathen,“ war für Hebich geradezu unmöglich, außer es 8</line>
        <line lrx="1852" lry="2239" ulx="341" uly="2184">wäre zur anderen Thüre ein Schwarzer hereingetreten und hätte</line>
      </zone>
      <zone lrx="1858" lry="2965" type="textblock" ulx="338" uly="2249">
        <line lrx="1852" lry="2305" ulx="343" uly="2249">gefragt: Was muß ich thun, um ſelig zu werden? In dieſem Falle</line>
        <line lrx="1852" lry="2370" ulx="340" uly="2315">hätte er ohne Anſtand dem Weißen geſagt: Warte bis ich mit die⸗</line>
        <line lrx="1855" lry="2437" ulx="338" uly="2381">ſem fertig bin, er brauchts nöthiger und ich bin für ihn geſandt;</line>
        <line lrx="1854" lry="2502" ulx="340" uly="2448">und es kamen ſolche Fälle vor, aber natürlich nur ausnahmsweiſe.</line>
        <line lrx="1855" lry="2571" ulx="344" uly="2514">Im Ganzen ſteht doch feſt, daß neben all dem Erwecklichen und</line>
        <line lrx="1858" lry="2635" ulx="342" uly="2581">Anregenden, welches der Zuwachs an bußfertigen und wahrhaft</line>
        <line lrx="1857" lry="2703" ulx="348" uly="2646">glaubigen Europäern auch für die eingeborene Gemeinde hatte, ihre</line>
        <line lrx="1856" lry="2768" ulx="349" uly="2712">Förderung und Hebung nicht gleichen Schritt hielt mit dem, was</line>
        <line lrx="1858" lry="2835" ulx="350" uly="2777">unter den Weißen geſchah, vielmehr gerade jetzt bei ihr ein Still⸗</line>
        <line lrx="953" lry="2900" ulx="343" uly="2847">ſtand ſich bemerklich machte.</line>
        <line lrx="1857" lry="2965" ulx="453" uly="2911">Auf dem Jahresfeſt, das am 5. Juli 1854 in Baſel gefeiert</line>
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        <line lrx="2686" lry="2684" ulx="2660" uly="2528">6 7</line>
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        <line lrx="1948" lry="3063" ulx="384" uly="3054"> — run een er rerrrr  ==-—</line>
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