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        <title>GkII73-1870_HG-Hebich-06</title>
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          <resp>Provided by</resp>
          <name>University Library of Tübingen</name>
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          <resp>Transcribed with</resp>
          <name>Tesseract</name>
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        <p>This work is protected by copyright or related property rights but available in Open Access. The right of use and especially the right to reproduction is only granted within the legal limits of copyright law or due to the consent of the copyright holder.</p>
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          <title>Miss. Hebich in Kannanur [06], Bd. 14, S. 240-255</title>
          <author>Gundert, Hermann</author>
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        <line lrx="1352" lry="2338" ulx="673" uly="2291">N12527804679 0217</line>
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        <line lrx="1270" lry="2519" ulx="674" uly="2390">IUDNMIMIININI...</line>
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        <line lrx="1653" lry="623" ulx="797" uly="532">Wiiſſ. Gebich in Nunnanur.</line>
        <line lrx="1352" lry="699" ulx="1109" uly="653">(Fortſetzung.)</line>
      </zone>
      <zone lrx="1687" lry="893" type="textblock" ulx="758" uly="832">
        <line lrx="1687" lry="893" ulx="758" uly="832">13. Der Präſes der Generalkonferenz.</line>
      </zone>
      <zone lrx="2011" lry="2983" type="textblock" ulx="464" uly="906">
        <line lrx="1987" lry="1047" ulx="473" uly="906">8,* iſt ſchon (S. 205) von dem Wechſel die Rede geweſen, der</line>
        <line lrx="1984" lry="1053" ulx="618" uly="1000">um dieſe Zeit in der Miſſionsleitung ſtattfand. Nachdem ſich</line>
        <line lrx="1986" lry="1120" ulx="515" uly="1048">W„ im Verlauf der erſten Jahre herausgeſtellt hatte, daß die Ein⸗</line>
        <line lrx="1988" lry="1186" ulx="616" uly="1132">führung einer leitenden Behörde im Kreiſe der Miſſionare</line>
        <line lrx="1988" lry="1252" ulx="464" uly="1198">ſelbſt auf große Schwierigketen ſtoße, hatte man die ganze Ver⸗</line>
        <line lrx="1987" lry="1319" ulx="464" uly="1265">faſſung ſo ziemlich ignorirt; jede Station brachte ihre beſonderen</line>
        <line lrx="1988" lry="1385" ulx="464" uly="1330">Anliegen vor die Kommittee, welche dieſelben nach beſtem Wiſſen</line>
        <line lrx="1983" lry="1451" ulx="465" uly="1397">erledigte. Mit den Jahren ſtellte ſich aber doch das Bedürfniß eines</line>
        <line lrx="1981" lry="1524" ulx="465" uly="1462">wohlgegliederten örtlichen Regiments immer deutlicher heraus; und</line>
        <line lrx="1985" lry="1584" ulx="466" uly="1527">ſo wurden im Januar 1850 wieder Diſtriktskonferenzen eingeführt,</line>
        <line lrx="1985" lry="1650" ulx="467" uly="1595">auch verſuchsweiſe eine Generalkonferenz gehalten, von der freilich</line>
        <line lrx="1987" lry="1716" ulx="470" uly="1660">ein ganzer Diſtrikt ſich fern hielt. Die Kommittee ſuchte aber nun</line>
        <line lrx="1986" lry="1783" ulx="468" uly="1725">Männer, welche ſie für die Durchführung ihrer Beſchlüſſe verant⸗</line>
        <line lrx="1986" lry="1849" ulx="471" uly="1793">wortlich machen könne, damit falſche Freiheit und falſche Brüder⸗</line>
        <line lrx="2011" lry="1915" ulx="469" uly="1852">lichkeit ebenſo wie unbefugtes Regiment ſich leichter beſeitigen laſſen.</line>
        <line lrx="1991" lry="1981" ulx="579" uly="1926">So kam denn am 4. Juni 1850 ein Kommitteeſchreiben an</line>
        <line lrx="1991" lry="2047" ulx="469" uly="1991">Hebich, das ihn zum ſtändigen Vorſitzer der Generalkonferenz er⸗</line>
        <line lrx="1991" lry="2114" ulx="468" uly="2059">nannte, dem Mögling als Sekretär zur Seite ſtehen ſolle, beide mit</line>
        <line lrx="1991" lry="2181" ulx="472" uly="2125">genau beſtimmten Amtspflichten. Schweren Herzens machte ſich der</line>
        <line lrx="1989" lry="2246" ulx="469" uly="2190">Alte an dieſe neue Aufgabe, von deren eigenthümlichen Süßigkeiten</line>
        <line lrx="1990" lry="2313" ulx="471" uly="2257">er doch ſchon eine und die andere hatte verſchmecken dürfen. Er</line>
        <line lrx="1992" lry="2379" ulx="471" uly="2324">wußte natürlich wohl, daß weithin die Stimmung eine republika⸗</line>
        <line lrx="1992" lry="2444" ulx="470" uly="2390">niſche war, wie das die Luft des freien Koloniallebens, an welche</line>
        <line lrx="1989" lry="2511" ulx="472" uly="2455">die Miſſionare ſich gewöhnt hatten, mit ſich brachte; es galt als</line>
        <line lrx="1988" lry="2576" ulx="472" uly="2522">ein Axiom, daß im Grunde jeder Bruder doch ſo viel ſei als der</line>
        <line lrx="1987" lry="2643" ulx="474" uly="2587">andere, daß jede Station für ſich beſtehe und keiner brüderlichen</line>
        <line lrx="1989" lry="2711" ulx="472" uly="2655">Aufſicht bedürfe; der und jener konnte ſich auch aus Gewiſſens⸗</line>
        <line lrx="1990" lry="2778" ulx="475" uly="2721">gründen eben ſo wenig zum Regieren verſtehen als zum Regiert⸗</line>
        <line lrx="1549" lry="2849" ulx="474" uly="2783">werden.</line>
        <line lrx="1992" lry="2915" ulx="569" uly="2856">Dann kam aber auch für Hebich ſeine Eigenart in Betracht,</line>
        <line lrx="1987" lry="2983" ulx="473" uly="2922">ſofern dieſe vielleicht weniger als irgend eine andere dazu angethan</line>
      </zone>
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        <line lrx="1812" lry="483" ulx="1747" uly="449">241</line>
      </zone>
      <zone lrx="1833" lry="2972" type="textblock" ulx="306" uly="521">
        <line lrx="1816" lry="581" ulx="306" uly="521">war, ſich in einen Organismus einfügen zu laſſen. Nun ſollte er</line>
        <line lrx="1814" lry="651" ulx="306" uly="591">mit gutem Beiſpiel vorangehen; er mußte mit Gundert wöchentlich</line>
        <line lrx="1815" lry="713" ulx="308" uly="658">eine Stationskonferenz halten, was ſich zur Noth machen ließ,</line>
        <line lrx="1818" lry="780" ulx="307" uly="725">brachte er doch jeden Donnerſtag in Tſchirakal zu, wo er gerne alle</line>
        <line lrx="1819" lry="845" ulx="308" uly="792">Stationsangelegenheiten eingehend beſprach. Aber ſchon die Diſtrikts⸗</line>
        <line lrx="1819" lry="913" ulx="307" uly="859">konferenzen giengen ihm ſchwer ein, denn daß er mit ſeiner Station</line>
        <line lrx="1819" lry="978" ulx="308" uly="924">in manchen Stücken eine Ausnahmsſtellung einnahm, ließ ſich nun</line>
        <line lrx="1819" lry="1043" ulx="309" uly="990">einmal nicht vertuſchen. Wenn man ihn hörte, war hier eben „alles</line>
        <line lrx="1821" lry="1110" ulx="310" uly="1055">anders als ſonſt wo“. Ein Vorſitzeramt für die ganze Miſſion legte</line>
        <line lrx="1822" lry="1176" ulx="308" uly="1120">ihm noch ſchwerere Verantwortlichkeit auf; er ſollte allgemeine Nor⸗</line>
        <line lrx="1821" lry="1242" ulx="309" uly="1189">men einführen helfen, und war ſelbſt am wenigſten der Mann, ſich</line>
        <line lrx="1824" lry="1308" ulx="309" uly="1254">mit Leichtigkeit in dieſelben zu ſchicken. Da gieng es ihm faſt wie</line>
        <line lrx="1825" lry="1373" ulx="311" uly="1320">einem Radikalen, der plötzlich zum Miniſter ernannt, neben der bis⸗</line>
        <line lrx="1825" lry="1441" ulx="310" uly="1379">her vertheidigten Freiheit der Bewegung nun das Intereſſe der Ein⸗</line>
        <line lrx="1025" lry="1506" ulx="311" uly="1453">heit und Ordnung vertreten ſoll.</line>
        <line lrx="1827" lry="1573" ulx="422" uly="1519">Schon auf einer Diſtriktskonferenz wurde ihm das Wort hin⸗</line>
        <line lrx="1822" lry="1639" ulx="314" uly="1584">geworfen: von der Kommittee wolle man ſich wohl regieren laſſen,</line>
        <line lrx="1821" lry="1705" ulx="316" uly="1650">aber nicht von Hebich und Mögling; worauf er ruhig erwiderte:</line>
        <line lrx="1826" lry="1772" ulx="313" uly="1717">Kehren wir zu unſerem Gegenſtand zurück! Aber wie er ſich nun</line>
        <line lrx="1828" lry="1838" ulx="314" uly="1784">beſann, in welcher Weiſe er mit ſeinem Sekretär Mögling zu ver⸗</line>
        <line lrx="1828" lry="1905" ulx="315" uly="1850">kehren habe, der ja etliche 30 Stunden entfernt wohnte, kam ihm</line>
        <line lrx="1827" lry="1976" ulx="316" uly="1917">die Nachricht zu, Mögling, der ſchon geraume Zeit her ſich gar zu</line>
        <line lrx="1828" lry="2038" ulx="316" uly="1984">viel aufgeladen, ſei ſchwer erkrankt und habe vielleicht nach Europa</line>
        <line lrx="1829" lry="2106" ulx="317" uly="2050">zu reiſen. Da litt es Hebich nicht länger in Kannanur. Er machte</line>
        <line lrx="1523" lry="2172" ulx="317" uly="2117">ſich im ſtrömenden Regen auf, Mangalur zu beſuchen.</line>
        <line lrx="1830" lry="2240" ulx="431" uly="2179">„Am 2. Juli Abends traf ich auf Balmatha ein und begrüßte</line>
        <line lrx="1828" lry="2305" ulx="317" uly="2249">unſern lieben Bruder Mögling, der im Geſicht ganz blaß ausſah;</line>
        <line lrx="1828" lry="2372" ulx="319" uly="2315">die Augen waren getrübt, die Hand legte er oft aufs Herz. Nach</line>
        <line lrx="1830" lry="2440" ulx="320" uly="2382">dem erſten Gruße ſagte er mir, daß er heute Nacht ſterben könne;</line>
        <line lrx="1830" lry="2504" ulx="322" uly="2449">ſes iſt jetzt gerade die Stunde mit den Engländern, du wirſt ſie</line>
        <line lrx="1829" lry="2571" ulx="321" uly="2516">halten.“ — Wer hält ſie ſonſt? — Ich,' ſagte Mögling. — Nun ja,</line>
        <line lrx="1829" lry="2637" ulx="322" uly="2582">ich will ſie halten, ſuche mir nur das Lied zum Singen auf. — Er gab</line>
        <line lrx="1832" lry="2705" ulx="323" uly="2649">mir ein Sterbelied; ſo fieng ich denn gleich an, indem ich die Tages⸗</line>
        <line lrx="1832" lry="2771" ulx="326" uly="2715">loſung zum Text nahm. Alles gab mir einen wehmüthigen Eindruck.</line>
        <line lrx="1833" lry="2835" ulx="438" uly="2780">„Der liebe Doktor Foulis will, daß Mögling wegen ſeiner</line>
        <line lrx="1831" lry="2905" ulx="325" uly="2848">Herzkrankheit nach Europa gehe und drei Jahre der Ruhe genieße.</line>
        <line lrx="1833" lry="2972" ulx="327" uly="2914">Er fühlt auch, daß Ruhe ihm wohl thut. Ich blieb bis zum dten</line>
      </zone>
      <zone lrx="1831" lry="3082" type="textblock" ulx="327" uly="2979">
        <line lrx="1831" lry="3038" ulx="327" uly="2979">in Mangalur, wo ich meine meiſte Zeit dem lieben Mögling widmete.</line>
        <line lrx="1555" lry="3082" ulx="388" uly="3047">Miſſ. Mag. XIV. 16</line>
      </zone>
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      </zone>
      <zone lrx="2020" lry="2756" type="textblock" ulx="494" uly="503">
        <line lrx="2018" lry="559" ulx="497" uly="503">Wir beteten zuſammen und ſprachen nach dem Bedürfniß unſerer</line>
        <line lrx="2018" lry="626" ulx="499" uly="570">Herzen über das Werk in unſern Händen, nach der Vergangenheit</line>
        <line lrx="2018" lry="692" ulx="497" uly="637">und Zukunft. Und wir beide fühlten, daß es gut war, daß uns der</line>
        <line lrx="2016" lry="759" ulx="498" uly="702">Herr zuſammengebracht.“ Natürlich widmete ſich Hebich auch ab und</line>
        <line lrx="1932" lry="824" ulx="496" uly="769">zu den beiden Gemeinden, die ihm ordentlich zu blühen ſchienen.</line>
        <line lrx="2017" lry="894" ulx="611" uly="835">„Mögling hat durchaus keinen Wunſch nach Europa zu gehen;</line>
        <line lrx="2017" lry="958" ulx="497" uly="903">auch gieng es ihm während meines Aufenthalts bedeutend beſſer.</line>
        <line lrx="2018" lry="1024" ulx="497" uly="968">So hofft er nun, langſam nach Bangalur zu reiſen und im Lande</line>
        <line lrx="2018" lry="1092" ulx="497" uly="1035">Beſſerung zu ſuchen, während Br. Würth den Unterricht der Kate⸗</line>
        <line lrx="2016" lry="1159" ulx="498" uly="1102">chiſtenſchule übernimmt. Gundert muß aber nun auch etliche Mo⸗</line>
        <line lrx="2018" lry="1228" ulx="496" uly="1170">nate nach Mangalur zu Dr. Foulis; dies iſt für mich eine wichtige</line>
        <line lrx="2019" lry="1294" ulx="497" uly="1236">Reiſe, denn wenn er in dieſer Kur nicht beſſer wird, ſo muß er</line>
        <line lrx="2020" lry="1359" ulx="495" uly="1303">wohl nach Europa. Der HErr wolle Alles wohl machen, ja Er</line>
        <line lrx="2019" lry="1426" ulx="495" uly="1369">macht Alles wohl. Ich bin in voller Kraft der Geſundheit und voll</line>
        <line lrx="2018" lry="1494" ulx="497" uly="1435">Glaubens und freue mich der Erlöſung meines Gottes, die ich allen</line>
        <line lrx="862" lry="1555" ulx="494" uly="1502">Leuten anpreiſe.“</line>
        <line lrx="2016" lry="1628" ulx="607" uly="1569">Im Ganzen war Hebich kein furchteinjagender Vorſtand; fürch⸗</line>
        <line lrx="2020" lry="1693" ulx="495" uly="1637">tete er ſich doch ſelbſt vor allen ſtrengen Normen, während er frei⸗</line>
        <line lrx="2018" lry="1759" ulx="496" uly="1701">lich in ſeiner Weiſe das Intereſſe des geſammten Miſſionskörpers</line>
        <line lrx="2017" lry="1824" ulx="496" uly="1768">auf treuem Herzen trug. Er warnte die Kommittee, auf General⸗</line>
        <line lrx="2015" lry="1892" ulx="496" uly="1834">konferenz u. dergl. Einrichtungen nicht zu viel Gewicht zu legen, und</line>
        <line lrx="2019" lry="1959" ulx="501" uly="1901">empfahl ſein „Stichwort in Indien: slow and sure!“ (langſam und</line>
        <line lrx="2015" lry="2024" ulx="496" uly="1959">ſicher) zu geneigter Berückſichtigung. „Die Gemüther der Brüder</line>
        <line lrx="2020" lry="2094" ulx="495" uly="2036">ſind ſo fern vom Allgemeinen als Himmel und Erde; jeder ſucht</line>
        <line lrx="2020" lry="2158" ulx="496" uly="2102">nur das Seine und paßt darauf wie ein Hechelmacher. Es kocht</line>
        <line lrx="2018" lry="2226" ulx="497" uly="2168">zur Rechten und zur Linken, ſobald da ſcheinbar eingegriffen wird.</line>
        <line lrx="2018" lry="2291" ulx="498" uly="2234">Nur an Mögling haben wir einen Centralpunkt, der eben deswegen</line>
        <line lrx="2020" lry="2358" ulx="498" uly="2302">angegriffen wird. Das ſind Krankkheiten, die allein der Herr heilen</line>
        <line lrx="2019" lry="2426" ulx="496" uly="2370">kann, mit denen alſo ſehr piano verfahren werden muß. — Ich bin</line>
        <line lrx="2018" lry="2492" ulx="499" uly="2435">aber gewiß, daß für uns die Zeit noch nicht gekommen iſt, durch</line>
        <line lrx="2020" lry="2559" ulx="496" uly="2500">Formeln und Geſetze eingeſchroben zu werden; was wir bedürfen, iſt</line>
        <line lrx="2016" lry="2623" ulx="498" uly="2567">eine Wiederbelebung von oben durch ſeinen werthen heiligen Geiſt.</line>
        <line lrx="2018" lry="2690" ulx="497" uly="2631">Der Teufel ſtiehlt uns hier das Leben aus Gott weg und dann</line>
        <line lrx="2019" lry="2756" ulx="498" uly="2699">bleibt nur noch das ſtinkende Theil des Menſchen, natürlich voll</line>
      </zone>
      <zone lrx="2020" lry="2822" type="textblock" ulx="454" uly="2766">
        <line lrx="2020" lry="2822" ulx="454" uly="2766">ſchöner Reden und aller Weisheit, wobei aber der HErr Jeſus nicht</line>
      </zone>
      <zone lrx="2020" lry="3021" type="textblock" ulx="497" uly="2832">
        <line lrx="2020" lry="2889" ulx="497" uly="2832">mehr Anfang und Ende iſt. Aus dem entſpringt unſer Jammer</line>
        <line lrx="2019" lry="2957" ulx="497" uly="2899">hier draußen. Steuern Sie um Gottes willen unter uns hier draußen</line>
        <line lrx="1044" lry="3021" ulx="498" uly="2965">dem Leben aus Gott zu.</line>
      </zone>
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        <line lrx="1836" lry="452" ulx="1771" uly="418">243</line>
      </zone>
      <zone lrx="1867" lry="3009" type="textblock" ulx="309" uly="496">
        <line lrx="1838" lry="556" ulx="437" uly="496">„Ich will ja gerne alles alte Beſſere vergeſſen und Gehorſam</line>
        <line lrx="1841" lry="622" ulx="321" uly="562">lernen; aber Ihm, dem Gekreuzigten laßt mich dienen und bindet</line>
        <line lrx="1130" lry="687" ulx="309" uly="631">mir die Hände nicht, ich bitte Euch.</line>
        <line lrx="1839" lry="754" ulx="438" uly="695">„In dieſem Babylon iſt und bleibt und wird mir groß das</line>
        <line lrx="1841" lry="820" ulx="325" uly="761">Eine: daß Er noch immer Sünder errettet. O wie ſind Ihm die</line>
        <line lrx="1843" lry="886" ulx="325" uly="827">Seelen ſo groß, aber wie ſchön ſind auch die Seelen, in die Er, der</line>
        <line lrx="1844" lry="951" ulx="326" uly="894">Geliebte, einkehrt! Und wie herrlich iſt mein Amt, ihm Seelen zu⸗</line>
        <line lrx="1842" lry="1021" ulx="325" uly="960">führen zu dürfen. Dieſen Sonntag (18. Auguſt) haben wir wieder</line>
        <line lrx="1846" lry="1087" ulx="327" uly="1027">das heilige Abendmahl; diesmal ſinds drei neue Seelen, europäiſche</line>
        <line lrx="1843" lry="1154" ulx="327" uly="1093">Grenadiere; das letztemal (28. Juli) warens ſechs, ein Herr und</line>
        <line lrx="1838" lry="1219" ulx="326" uly="1160">ſeine Lady, ein indobritiſcher Schreiber und ſeine Frau, ein Soldat,</line>
        <line lrx="1845" lry="1285" ulx="329" uly="1226">eine Tamilfrau; alle neu belebt durch ſeinen Geiſt. Und in Tſchi⸗</line>
        <line lrx="1848" lry="1351" ulx="330" uly="1293">rakal treten auch drei Jünglinge heraus, wovon einer ſchon vor vier</line>
        <line lrx="847" lry="1418" ulx="336" uly="1364">Jahren kommen wollte.</line>
        <line lrx="1851" lry="1485" ulx="451" uly="1427">„Tragen Sie mich auch ferner mit Ihrer Geduld und Nachſicht,</line>
        <line lrx="1850" lry="1552" ulx="337" uly="1494">und verzeihen Sie mir alles, was nicht recht iſt (Ueberſchreitung der</line>
        <line lrx="1620" lry="1617" ulx="340" uly="1561">Verwilligungen u. dgl.), um Jeſu Chriſti willen. Amen.“</line>
        <line lrx="1851" lry="1681" ulx="445" uly="1626">Im Januar 1851 wurde nun — nach zwölf Jahren — die</line>
        <line lrx="1851" lry="1750" ulx="336" uly="1693">erſte allgemeine Konferenz gehalten, zu welcher auch der von ſeiner</line>
        <line lrx="1849" lry="1817" ulx="334" uly="1759">Krankheit auf längeren Reiſen einigermaßen hergeſtellte Mögling ſich</line>
        <line lrx="1856" lry="1882" ulx="335" uly="1824">einfand. Die Beſprechungen waren zum Theil ſehr aufregender Art.</line>
        <line lrx="1858" lry="1947" ulx="335" uly="1890">Wie Hebich ſie anſah, möge in Kürze mit ſeinen Worten geſchildert</line>
        <line lrx="1855" lry="2014" ulx="339" uly="1957">werden. „Unſere ganze Verhandlung drehte ſich um die Lebensfrage:</line>
        <line lrx="1858" lry="2081" ulx="338" uly="2023">Wie ſtehſt du mit deinem Gott? und wie arbeiteſt du ihm? Sie</line>
        <line lrx="1861" lry="2148" ulx="338" uly="2091">nahm unſere vier Tage weg, wie das Protokoll ausweist, worauf</line>
        <line lrx="1861" lry="2215" ulx="339" uly="2154">noch zwei Aufſätze vorgeleſen wurden, welche die Hinderniſſe zeigen</line>
        <line lrx="1862" lry="2280" ulx="341" uly="2224">ſollten, warum das Werk Gottes bei den Betreffenden nicht voran⸗</line>
        <line lrx="1860" lry="2346" ulx="342" uly="2290">gehen wolle. Die liefen aber beide an Außenſachen herum, und</line>
        <line lrx="1864" lry="2410" ulx="342" uly="2355">keiner kam auf den Gedanken, daß es vielleicht auch an ihm ſelber</line>
        <line lrx="1864" lry="2479" ulx="344" uly="2425">fehlen könnte. Als dann dieſe Frage ausgeſprochen wurde, ſagte</line>
        <line lrx="1865" lry="2545" ulx="345" uly="2488">Br. X: wir werden angeklagt, als predigten wir nicht das Evan⸗</line>
        <line lrx="1863" lry="2611" ulx="347" uly="2555">gelium.“ Wir ſchloſſen mit Gebet, und als das Protokoll Nachts</line>
        <line lrx="1865" lry="2680" ulx="345" uly="2621">unterſchrieben war, ſagte derſelbe Bruder: Ich ſcheide mit betrübtem</line>
        <line lrx="505" lry="2744" ulx="350" uly="2689">Herzen.</line>
        <line lrx="1867" lry="2809" ulx="465" uly="2753">„Wir übrige alle aber kriegten den Eindruck, daß ſich die Bei⸗</line>
        <line lrx="1865" lry="2875" ulx="351" uly="2811">den auf Nebendinge verirrt haben, die ſie unglücklich und kraftlos</line>
        <line lrx="1865" lry="2942" ulx="351" uly="2886">machen, daß ſich Gott erbarm. Ich glaube, dies iſt die Wahrheit,</line>
        <line lrx="1254" lry="3009" ulx="355" uly="2954">wenn ich Erlaubniß habe, ſie zu ſagen.“</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1553" lry="397" type="textblock" ulx="407" uly="374">
        <line lrx="1524" lry="389" ulx="498" uly="374">— — E 4 — —</line>
        <line lrx="1553" lry="397" ulx="407" uly="374">K —— M MM 4 2  e</line>
      </zone>
      <zone lrx="566" lry="461" type="textblock" ulx="498" uly="427">
        <line lrx="566" lry="461" ulx="498" uly="427">244</line>
      </zone>
      <zone lrx="2105" lry="3025" type="textblock" ulx="485" uly="505">
        <line lrx="2020" lry="565" ulx="611" uly="505">Als ſodann die Kommittee einen dieſer Arbeiter zu der Er⸗</line>
        <line lrx="2011" lry="632" ulx="498" uly="573">klärung an den Vorſtand aufforderte, ob er ihr fernerhin Gehorſam</line>
        <line lrx="2016" lry="699" ulx="499" uly="640">leiſten und ſein Zutrauen ſchenken wolle, konnte Hebich nicht um hin,</line>
        <line lrx="2015" lry="768" ulx="497" uly="706">nachdem er dieſe Erklärung angenommen, auch aus ſeinem Herzen</line>
        <line lrx="1379" lry="828" ulx="497" uly="773">heraus noch ein offenes Wort zu ſagen.</line>
        <line lrx="2017" lry="896" ulx="610" uly="838">„Als wir auf der Generalkonferenz beiſammen waren, ſtaunte</line>
        <line lrx="2016" lry="964" ulx="495" uly="906">ich über die Geiſter, welche in unſerer Verſammlung ihr Weſen</line>
        <line lrx="2014" lry="1031" ulx="495" uly="972">trieben; es waren nur zwei, welche uns beſtändig in Anſpruch</line>
        <line lrx="2017" lry="1098" ulx="495" uly="1040">nahmen, daß unſere ganze Arbeit war, Euch anzuhören und gegen</line>
        <line lrx="2015" lry="1164" ulx="495" uly="1104">Euch Stand zu halten. Ich geſtehe, ich wußte oft nicht was thun.</line>
        <line lrx="2015" lry="1230" ulx="496" uly="1171">So ſind die vorliegenden Kommitteebriefe hervorgerufen worden,</line>
        <line lrx="2017" lry="1296" ulx="496" uly="1239">darauf du nun recht ordentlich antworteſt. Als es aber in unſerer</line>
        <line lrx="2016" lry="1364" ulx="494" uly="1303">Verſammlung dahin kam, Eure Predigt des Evangeliums zu beur⸗</line>
        <line lrx="2016" lry="1427" ulx="493" uly="1370">theilen, wie entrüſtet bezeugteſt du dich da! Und alles, was der</line>
        <line lrx="2105" lry="1498" ulx="493" uly="1435">HErr aus Gnaden gab, brachte dich nicht zur Beſinnung; am letzten</line>
        <line lrx="2104" lry="1564" ulx="491" uly="1502">Abend zogeſt du dich gegen alle Ordnung voreilig aus der Brüder⸗</line>
        <line lrx="2016" lry="1630" ulx="491" uly="1571">ſchaft zurück. — Die Freunde zu Hauſe haben uns den Vorwurf ge⸗</line>
        <line lrx="2015" lry="1697" ulx="490" uly="1640">macht, warum wir Euch nicht mit beſſerer Ermahnung heimgeſandt</line>
        <line lrx="2013" lry="1764" ulx="490" uly="1704">hätten. In dieſem Stücke fühle ich, daß ich meine Schuldigkeit nicht</line>
        <line lrx="2015" lry="1830" ulx="491" uly="1772">gethan habe. Ich habe dies bald nachher gefühlt und beſchäftigte</line>
        <line lrx="2010" lry="1896" ulx="490" uly="1837">mich manchmal mit dem Gedanken, dir zu ſchreiben. Da ſtand mir</line>
        <line lrx="2011" lry="1964" ulx="492" uly="1904">aber deine Streitſucht und Rechthaberei ſo ſtark im Wege, daß mir</line>
        <line lrx="2008" lry="2029" ulx="490" uly="1971">immer wieder war, als würde ich deinen bittern Geiſt nur noch</line>
        <line lrx="2005" lry="2098" ulx="490" uly="2038">mehr erbittern und dich blos zu nutzloſer Korreſpondenz aufregen,</line>
        <line lrx="2011" lry="2164" ulx="489" uly="2104">von der ich nichts will. So habe ich bisher geſchwiegen. Da du</line>
        <line lrx="2015" lry="2230" ulx="489" uly="2172">nun aber etwas eingelenkt haſt, halte ich den Zeitpunkt für gekom⸗</line>
        <line lrx="1401" lry="2296" ulx="489" uly="2237">men, dir das Meine brüderlich zu ſagen.</line>
        <line lrx="2008" lry="2363" ulx="604" uly="2303">„Du haſt etwas eingelenkt, die Worte deines Schreibens ſind</line>
        <line lrx="2010" lry="2430" ulx="488" uly="2372">gut, der Geiſt aber ſcheint mir im Grunde der alte. Du ſagſt, daß</line>
        <line lrx="2009" lry="2496" ulx="489" uly="2438">du der Kommittee gehorchen wolleſt, und verſicherſt ſie deines unge⸗</line>
        <line lrx="2008" lry="2562" ulx="486" uly="2504">ſchmälerten Zutrauens. Es geht einmal nicht anders; das mußteſt</line>
        <line lrx="2006" lry="2627" ulx="487" uly="2570">du thun. Aber von Erkenntniß der Sünde, aus welcher deine Re⸗</line>
        <line lrx="2003" lry="2694" ulx="486" uly="2636">bellion entſprungen iſt, zeigt ſich in deinem Briefe noch nichts. Im</line>
        <line lrx="2009" lry="2760" ulx="487" uly="2701">Gegentheil, du ſchmierſt nach deiner „unglücklichen Gabe“ Alles mit</line>
        <line lrx="1047" lry="2827" ulx="485" uly="2767">Advokatenkunſt wieder zu.</line>
        <line lrx="2004" lry="2895" ulx="599" uly="2835">„Das Konferenzprotokoll und noch mehr Eure Nachſchrift zeugen</line>
        <line lrx="2006" lry="2960" ulx="485" uly="2902">von einem Geiſte, der nicht vom Vater des Lichts kommt. Ich</line>
        <line lrx="2008" lry="3025" ulx="485" uly="2966">möchte daher, weil du erklärſt, daß du in unſerm Kreiſe bleiben</line>
      </zone>
      <zone lrx="2099" lry="3126" type="textblock" ulx="1997" uly="3119">
        <line lrx="2099" lry="3126" ulx="1997" uly="3119">—</line>
      </zone>
    </surface>
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        <line lrx="1838" lry="418" ulx="1772" uly="382">245</line>
      </zone>
      <zone lrx="1882" lry="2988" type="textblock" ulx="327" uly="462">
        <line lrx="1840" lry="538" ulx="327" uly="462">wolleſt, ſo zu dir reden: Gut! haſt du dir aber auch die ernſte Frage</line>
        <line lrx="1842" lry="607" ulx="328" uly="527">vorgelegt, ob du je wiedergeboren worden? Ich kann mich des Zwei⸗</line>
        <line lrx="1844" lry="674" ulx="329" uly="596">fels nicht enthalten; vielleicht drückſt du die Hauptſache, ohne es zu</line>
        <line lrx="1843" lry="739" ulx="330" uly="662">wiſſen, durch das „unüberwundene Uebel“ aus. Prüfe dich doch</line>
        <line lrx="1847" lry="807" ulx="331" uly="727">recht, ob du nicht dem HErrn im Wege geſtanden? ob nicht ein</line>
        <line lrx="1847" lry="863" ulx="332" uly="793">Anderer deine Lücke beſſer ausgefüllt haben würde? Frage dich, ob</line>
        <line lrx="1849" lry="934" ulx="334" uly="859">die Verſicherungen von deinem Vertrauen, deinem Gehorſam, deiner</line>
        <line lrx="1849" lry="1003" ulx="334" uly="926">Freiheit von ſelbſtiſchen Motiven, deinen Thränen wahrhaftig ſeien?</line>
        <line lrx="1851" lry="1064" ulx="335" uly="990">Aus brüderlichem Herzen bitte ich dich: Thue Buße und fange ein</line>
        <line lrx="1853" lry="1127" ulx="336" uly="1057">Neues an! Bitte um ein neues Herz und fange an dich ſelbſt zu</line>
        <line lrx="1854" lry="1203" ulx="337" uly="1122">verfluchen und ans Kreuz zu geben. Laß dem HErrn Raum in</line>
        <line lrx="1854" lry="1265" ulx="340" uly="1189">deinem Herzen zu wirken Beides, das Wollen und das Vollbringen.</line>
        <line lrx="1854" lry="1329" ulx="341" uly="1255">Amen. — 'Ich ſehe an den Elenden und der zerbrochenen Geiſtes</line>
        <line lrx="1858" lry="1402" ulx="345" uly="1324">iſt und der ſich fürchtet vor meinem Wort.' Jeſ. 66, 2 und 57, 15.</line>
        <line lrx="1857" lry="1461" ulx="344" uly="1389">Alles was nicht aus dieſem Herzen fließt, ſchafft im Reiche Gottes</line>
        <line lrx="899" lry="1524" ulx="343" uly="1474">nur Elend und Jammer.</line>
        <line lrx="1859" lry="1598" ulx="461" uly="1523">„Dies in herzlicher Liebe von deinem Mitſünder S. H., Präſes</line>
        <line lrx="836" lry="1661" ulx="347" uly="1608">der Generalkonferenz.“</line>
        <line lrx="1861" lry="1726" ulx="457" uly="1654">Da der Brief, welcher dieſes Schreiben hervorgerufen hatte, bei</line>
        <line lrx="1862" lry="1797" ulx="350" uly="1722">allen Miſſionaren circulirt hatte, ſandte Hebich auch eine Kopie von</line>
        <line lrx="1865" lry="1866" ulx="350" uly="1786">dieſem auf alle Stationen, was zur Folge hatte, daß beifällige Er⸗</line>
        <line lrx="1867" lry="1933" ulx="350" uly="1854">klärungen von verſchiedenen Seiten den Eindruck desſelben verſtärk⸗</line>
        <line lrx="1867" lry="1995" ulx="352" uly="1922">ten. Eine gute Wirkung hatte er nicht nur auf den Empfänger,</line>
        <line lrx="1866" lry="2068" ulx="352" uly="1989">ſondern auch auf die Miſſionare im Allgemeinen, ſofern ſie erkannten,</line>
        <line lrx="1871" lry="2134" ulx="355" uly="2056">daß Hebich, wenn es auf Lebensfragen ankomme, ſeinen Mann zu</line>
        <line lrx="1871" lry="2199" ulx="354" uly="2121">ſtellen wiſſe, während er doch genugſam verrieth, daß er kein Freund</line>
        <line lrx="1873" lry="2262" ulx="359" uly="2189">des Vielregierens ſei; man hatte dabei noch die Gewißheit, daß er</line>
        <line lrx="1875" lry="2323" ulx="358" uly="2255">wie kein anderer die Fürbitte für die Einzelnen, auch die entfernteren</line>
        <line lrx="1870" lry="2394" ulx="356" uly="2318">und weniger vertrauten Glieder des Miſſionsverbands ſich treulich</line>
        <line lrx="1875" lry="2465" ulx="361" uly="2385">angelegen ſein ließ; und Keinem kam auch nur ein Gedanke, als</line>
        <line lrx="1479" lry="2521" ulx="360" uly="2457">wäre ein anderer Vorſtand irgend wünſchenswerth.</line>
        <line lrx="1877" lry="2594" ulx="473" uly="2517">Mögling konnte freilich gegen Vertraute ausſprechen: „Der</line>
        <line lrx="1877" lry="2659" ulx="363" uly="2582">liebe Hebich, obwohl ein guter Soldat, iſt einmal kein General. Er</line>
        <line lrx="1880" lry="2730" ulx="364" uly="2648">mag ſich gar nicht befaſſen mit dem, was nicht ihn und ſeine Ar⸗</line>
        <line lrx="1880" lry="2789" ulx="368" uly="2719">beit direkt angeht, außer per saltum in einer Konferenz, wenns</line>
        <line lrx="1882" lry="2863" ulx="372" uly="2780">glückt.“ Aber das war wohl kein Fehler für das damalige Stadium</line>
        <line lrx="791" lry="2923" ulx="369" uly="2868">der Geſammtarbeit.</line>
        <line lrx="1881" lry="2988" ulx="482" uly="2913">Von ſelbſt verſtand ſichs bereits, daß wenn es mit einem und</line>
      </zone>
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      <zone lrx="596" lry="3113" type="textblock" ulx="367" uly="3102">
        <line lrx="596" lry="3113" ulx="367" uly="3102">———..⸗u.,ũ.Cd»b</line>
      </zone>
      <zone lrx="2015" lry="1971" type="textblock" ulx="471" uly="415">
        <line lrx="1654" lry="460" ulx="492" uly="415">246 —</line>
        <line lrx="2015" lry="566" ulx="493" uly="494">dem andern Bekehrten oder Taufkandidaten auf ſeiner Station nicht</line>
        <line lrx="2015" lry="633" ulx="493" uly="563">recht vorwärts wollte oder ſonſt happerte, man noch einen Verſuch</line>
        <line lrx="2014" lry="694" ulx="491" uly="626">mit Verpflanzung nach Kannanur machte. Einmal wars ein Opium⸗</line>
        <line lrx="2012" lry="759" ulx="490" uly="693">oder Hanfraucher, von ſonſt gutem Willen; oder ein begabter, aber</line>
        <line lrx="2012" lry="827" ulx="490" uly="746">eitler Jüngling, der beim Abſchied von einer Station noch alle</line>
        <line lrx="2011" lry="891" ulx="489" uly="825">Chriſtenmädchen um eine Haarlocke zur Erinnerung gebeten und</line>
        <line lrx="2010" lry="964" ulx="486" uly="893">ihnen von ſeiner Wolle ausgetheilt hatte; oder irgend eine gefallene</line>
        <line lrx="2012" lry="1021" ulx="486" uly="959">Frau, die dann in Tſchirakal untergebracht wurde ꝛc. Mit allen</line>
        <line lrx="2011" lry="1092" ulx="486" uly="1026">ſolchen Seelen mühte ſich Hebich redlich ab, und betrachtete der</line>
        <line lrx="1787" lry="1164" ulx="485" uly="1092">Brüder Noth als die ſeinige, ohne mit ihnen abzurechnen.</line>
        <line lrx="2005" lry="1228" ulx="594" uly="1160">Allgemein wurde auch anerkannt, daß er ein hingebender Diener</line>
        <line lrx="2008" lry="1298" ulx="484" uly="1226">aller Stationen war durch ſeine treue Beſorgung des Geldweſens.</line>
        <line lrx="2006" lry="1368" ulx="481" uly="1287">Wie manche Noth gab es doch damit, bis jede Station das Nöthige</line>
        <line lrx="2006" lry="1425" ulx="479" uly="1360">erhielt! Hebich hatte der Sicherheit halber das Geld in die Ver⸗</line>
        <line lrx="2005" lry="1502" ulx="480" uly="1427">wahrung des Zahlmeiſters gegeben; da ſchrieb ihm dieſer eines ſchö⸗</line>
        <line lrx="2002" lry="1570" ulx="476" uly="1494">nen Morgens (Juni 1851), wie die Termiten Nachts in die große</line>
        <line lrx="2004" lry="1634" ulx="475" uly="1560">Kiſte eingebrochen ſeien und alle Geldſäcke mit zwei ſchon acceptirten</line>
        <line lrx="2001" lry="1702" ulx="475" uly="1627">Regierungswechſeln aufgefreſſen haben. Zum Glück hatten ſie noch</line>
        <line lrx="1997" lry="1768" ulx="474" uly="1694">erkennbare Fetzen der Werthpapiere zurückgelaſſen! — Wie froh wäre</line>
        <line lrx="1998" lry="1838" ulx="473" uly="1765">er geweſen, wenn ihm jede Station im Oktober eine völlig abge⸗</line>
        <line lrx="1995" lry="1904" ulx="471" uly="1827">ſchloſſene Rechnung geſchickt hätte; aber dazu brachten es nur wenige.</line>
        <line lrx="1999" lry="1971" ulx="472" uly="1893">Man traute ihm die Bereitwilligkeit und die Kunſt zu, alle mög⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="2020" lry="2039" type="textblock" ulx="470" uly="1959">
        <line lrx="2020" lry="2039" ulx="470" uly="1959">lichen Anhängſel und Verklauſulirungen ins Reine zu bringen; ja</line>
      </zone>
      <zone lrx="1996" lry="2104" type="textblock" ulx="468" uly="2028">
        <line lrx="1996" lry="2104" ulx="468" uly="2028">ſogar aus einem Haufen von Angaben einer Station, die eben von</line>
      </zone>
      <zone lrx="2010" lry="2175" type="textblock" ulx="467" uly="2093">
        <line lrx="2010" lry="2175" ulx="467" uly="2093">Krankheit heimgeſucht war, ihre Rechnung ſelbſt zuſammenzuſtellen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1992" lry="3049" type="textblock" ulx="452" uly="2160">
        <line lrx="1992" lry="2233" ulx="466" uly="2160">Die Korreſpondenz, die er über ſolche Punkte mit allen Stationen</line>
        <line lrx="1987" lry="2310" ulx="464" uly="2231">zu führen genöthigt war, benützte er dann gern zu Mittheilung irgend</line>
        <line lrx="1988" lry="2377" ulx="465" uly="2296">einer geiſtlichen Gabe oder zu einer Schlußfrage wie die folgende:</line>
        <line lrx="1991" lry="2448" ulx="467" uly="2364">„Könnteſt du mir nicht eine buddhi (Rath) geben, wie wir es anzu⸗</line>
        <line lrx="1986" lry="2511" ulx="462" uly="2433">greifen hätten, um alle mit einander im Geiſte Chriſti uns zu freuen und</line>
        <line lrx="1984" lry="2574" ulx="460" uly="2499">luſtig zuſammen zu arbeiten?“ Einmal aber, da er ſeine überaus</line>
        <line lrx="1982" lry="2652" ulx="458" uly="2567">pünktlich und ſchöngeſchriebene Geſammtrechnung in Cirkulation ſetzte,</line>
        <line lrx="1982" lry="2717" ulx="457" uly="2631">ſchrieb er dazu (November 1850): „Wenns uns allen ein rechter</line>
        <line lrx="1979" lry="2784" ulx="458" uly="2696">Ernſt wäre, ſo könnten wir unſere Rechnungen noch viel beſſer</line>
        <line lrx="1977" lry="2845" ulx="455" uly="2767">machen. Ihr werdet beim Durchleſen finden, daß einige Brüder</line>
        <line lrx="1976" lry="2910" ulx="455" uly="2830">alle Angaben ganz richtig haben; da könnte ſich nun jeder eine</line>
        <line lrx="1971" lry="2981" ulx="452" uly="2894">Kopie nehmen in gutem Format, um es im nächſten Jahr auch ſo</line>
        <line lrx="1971" lry="3049" ulx="453" uly="2968">zu machen. Mit dem Hin⸗ und Her⸗ und Ab⸗ und Zurechnen muß</line>
      </zone>
      <zone lrx="2061" lry="3164" type="textblock" ulx="1379" uly="3130">
        <line lrx="1813" lry="3147" ulx="1379" uly="3130">— — — —</line>
        <line lrx="2061" lry="3164" ulx="1816" uly="3144">——,...+Gb.‧.‧</line>
      </zone>
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        <line lrx="1875" lry="482" ulx="1810" uly="447">247</line>
      </zone>
      <zone lrx="1880" lry="2232" type="textblock" ulx="360" uly="524">
        <line lrx="1874" lry="581" ulx="360" uly="524">ich mich ſchrecklich hindurch krüppeln: wollt ihr, lieben Brüder, nicht</line>
        <line lrx="1873" lry="648" ulx="364" uly="590">auch ein bischen Erbarmen haben mit eurem alten Bruder?“ Es</line>
        <line lrx="1868" lry="714" ulx="363" uly="657">wurde damit auch wirklich beſſer, weniger wohl aus Mitleid mit</line>
        <line lrx="1876" lry="779" ulx="364" uly="722">dem Rechenmeiſter, als in Erwartung der angekündigten Viſi⸗</line>
        <line lrx="549" lry="835" ulx="362" uly="793">tation.</line>
        <line lrx="1872" lry="912" ulx="472" uly="857">Auf dieſe mußte ſich auch Hebich rüſten; wenn ihm einzelne</line>
        <line lrx="1875" lry="976" ulx="363" uly="922">Punkte bereits heiß machten, ſo ſteckte ihm Mögling noch (Juni)</line>
        <line lrx="1877" lry="1043" ulx="364" uly="988">ein Licht über ſein Geſammtverhalten zu derſelben auf. „Von deinem</line>
        <line lrx="1876" lry="1110" ulx="363" uly="1055">Vorgehen in allgemeinen Miſſionsfragen wird mehr abhängen, als</line>
        <line lrx="1878" lry="1174" ulx="364" uly="1120">du dir vorſtellſt. Hinter dich wird ſich jeder verſchieben, der ſein</line>
        <line lrx="1879" lry="1241" ulx="364" uly="1185">eigenes Dafürhalten und ſeinen eigenen Brauch nicht einer allge⸗</line>
        <line lrx="1878" lry="1307" ulx="363" uly="1252">meinen Ordnung unterwerfen will. Wäre ich die Kommittee, ſo</line>
        <line lrx="1878" lry="1374" ulx="367" uly="1319">würde ich ſagen: mit dem alten Hebich mache ich eine Ausnahme,</line>
        <line lrx="1879" lry="1439" ulx="367" uly="1386">will ihn nicht tribuliren, wenn er ſich nicht ſchicken mag. Er ſoll</line>
        <line lrx="1875" lry="1506" ulx="364" uly="1452">ſeine Arbeit treiben, wie er mag und wie es der HErr ſeinen Vor⸗</line>
        <line lrx="1880" lry="1573" ulx="364" uly="1518">urtheilen und Gewohnheiten zulaſſen mag. Aber er ſoll mir die</line>
        <line lrx="1879" lry="1638" ulx="365" uly="1584">Ausnahme ſein, von den andern fordre ich Feſthalten an der allge⸗</line>
        <line lrx="1879" lry="1704" ulx="366" uly="1650">meinen Ordnung. Schöner aber wäre es gewiß, du, lieber Alter,</line>
        <line lrx="1878" lry="1771" ulx="365" uly="1717">bedächteſt das Ganze und die Zukunft, da du ja doch ein Herz fürs</line>
        <line lrx="1877" lry="1836" ulx="367" uly="1782">Ganze der Miſſion haſt, und giengeſt den andern mit gutem Bei⸗</line>
        <line lrx="1757" lry="1901" ulx="364" uly="1848">ſpiel voran. Sieh, das wäre eines rechten Kapitäns würdig.“</line>
        <line lrx="1878" lry="1968" ulx="474" uly="1914">Auch Gundert redete ihm namentlich zu, ſeine Knaben und</line>
        <line lrx="1878" lry="2034" ulx="367" uly="1980">Jünglinge nach Mangalur und Talatſcheri abzugeben, wo beſſer für</line>
        <line lrx="1880" lry="2100" ulx="367" uly="2046">ihre Erziehung geſorgt würde, während er damit flügger würde für</line>
        <line lrx="1879" lry="2167" ulx="366" uly="2112">Unternehmungen nach außen und in die Ferne. Darüber äußerte</line>
        <line lrx="1256" lry="2232" ulx="369" uly="2178">er nur: das treibt mich ſehr ins Gebet.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1882" lry="3026" type="textblock" ulx="367" uly="2363">
        <line lrx="1357" lry="2422" ulx="891" uly="2363">14. Die Viſitkation.</line>
        <line lrx="1879" lry="2497" ulx="479" uly="2443">Es hatte ſich herausgeſtellt, daß ein Beſuch der oſtindiſchen</line>
        <line lrx="1881" lry="2564" ulx="369" uly="2509">Miſſion ſeitens ihrer heimiſchen Leiter für die zweckdienliche Organi⸗</line>
        <line lrx="1882" lry="2630" ulx="368" uly="2577">ſirung und Weiterführung des ihnen anvertrauten Werkes gerade</line>
        <line lrx="1880" lry="2697" ulx="367" uly="2643">jetzt am Platze ſei. So kam denn im Herbſt 1851 Inſpektor</line>
        <line lrx="1879" lry="2762" ulx="369" uly="2709">Joſenhans mit einem Schub von Miſſionaren nach Indien und</line>
        <line lrx="1879" lry="2828" ulx="369" uly="2774">weilte daſelbſt bis in den Mai des folgenden Jahres. Er hat ſeine</line>
        <line lrx="1879" lry="2895" ulx="370" uly="2841">Reiſe (Miſſ. Mag. 1853 f.) zu beſchreiben angefangen, iſt aber nicht</line>
        <line lrx="1878" lry="2959" ulx="371" uly="2906">über das kanareſiſche Gebiet hinausgekommen, ein Uebelſtand, den</line>
        <line lrx="1879" lry="3026" ulx="371" uly="2972">wir um ſo mehr beklagen, als ſeine Berichte ſo eingehender Art</line>
      </zone>
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        <line lrx="529" lry="468" ulx="462" uly="434">248</line>
      </zone>
      <zone lrx="1995" lry="3028" type="textblock" ulx="463" uly="508">
        <line lrx="1979" lry="565" ulx="463" uly="508">ſind, daß man ihnen den Vorwurf zuweit gehender Offenheit machte.</line>
        <line lrx="1981" lry="629" ulx="465" uly="576">Malabar betreffend ſtehen uns nur einige Briefe zu Gebot ſammt</line>
        <line lrx="1982" lry="698" ulx="464" uly="642">Nachſchriften von mündlichen Mittheilungen, die er nach ſeiner</line>
        <line lrx="1982" lry="764" ulx="465" uly="709">Rückkehr ins Miſſionshaus den Zöglingen desſelben zu machen ver⸗</line>
        <line lrx="768" lry="831" ulx="466" uly="778">anlaßt wurde.</line>
        <line lrx="1983" lry="894" ulx="574" uly="840">Am 15. Oktober 1854 landete Joſenhans mit ſeinen Begleitern in</line>
        <line lrx="1984" lry="964" ulx="467" uly="906">Mangalur, wo er nun ſehnlichſt auf Hebich wartete, der lange allein</line>
        <line lrx="1980" lry="1032" ulx="466" uly="972">gelaſſen, gerade nach ſeiner größten Taufe (21. September, S. 207)</line>
        <line lrx="1985" lry="1097" ulx="465" uly="1039">noch geſchwind die Generalrechnung von elf Monaten zu bereinigen</line>
        <line lrx="1986" lry="1164" ulx="465" uly="1105">bemüht war. Vorerſt begrüßte er Joſenhans mit geflügelten Wor⸗</line>
        <line lrx="1987" lry="1229" ulx="465" uly="1168">ten: „Alſo auf indiſchem Boden, theuerſter Herr Inſpektor, im Na⸗</line>
        <line lrx="1984" lry="1293" ulx="466" uly="1238">men des HErrn Jeſu willkommen mit Allen den Lieben mit Ihnen,</line>
        <line lrx="1986" lry="1362" ulx="467" uly="1304">beſonders auch meinem l. Diez. Dies iſt das für uns erkorene</line>
        <line lrx="1984" lry="1428" ulx="467" uly="1371">Land, in welchem wir gewürdiget ſind, Ihm, dem Gekreuzigten,</line>
        <line lrx="1987" lry="1494" ulx="468" uly="1433">Seinen Schmerzenslohn einſammeln zu helfen. Hallelujah! Keine</line>
        <line lrx="1984" lry="1563" ulx="470" uly="1505">Sorge, keine Mühe für Ihn zu groß! Er iſts würdig. Alſo luſtig,</line>
        <line lrx="1127" lry="1619" ulx="467" uly="1571">treu bis in den Tod. Amen!“</line>
        <line lrx="1988" lry="1693" ulx="579" uly="1638">Zur Erklärung des neuen Namens mag dienen, daß beſonders</line>
        <line lrx="1989" lry="1762" ulx="470" uly="1705">auf der Generalkonferenz von einem Mitarbeiter für Hebich die</line>
        <line lrx="1989" lry="1826" ulx="470" uly="1773">Rede wurde. Damals erklärte er ſich gegen die Kommittee: „Auf</line>
        <line lrx="1987" lry="1896" ulx="471" uly="1837">Ihre geneigte Privatanfrage, ob ich einen Bruder, der Kaufmann</line>
        <line lrx="1990" lry="1959" ulx="471" uly="1905">war, bei mir haben möchte, möchte ich plump antworten: Einen</line>
        <line lrx="1989" lry="2027" ulx="472" uly="1972">Solchen brauche ich nicht; wenn ich jemand brauchte, müßte es ein</line>
        <line lrx="1989" lry="2094" ulx="472" uly="2038">Prediger ſein. Ein alter Bruder ſagt mir: wenn du nicht den rech⸗</line>
        <line lrx="1991" lry="2162" ulx="471" uly="2105">ten Mann kriegſt, ſo gehts ſchief bei dir; und dem Br. Mögling</line>
        <line lrx="1991" lry="2229" ulx="472" uly="2171">ſagte ich: wenn ich einen wie Hoch oder Mörike kriegen könnte, ſo</line>
        <line lrx="1990" lry="2294" ulx="473" uly="2237">würde ich mich nicht fürchten. Darauf meinte Mögling: Ein Theolog</line>
        <line lrx="1993" lry="2361" ulx="472" uly="2305">thuts für dich viel beſſer als ein anderer, er müßte dein Vikar</line>
        <line lrx="1991" lry="2427" ulx="473" uly="2372">ſein, dir ganz gehorchen, und die l. Kommittee würde ihn beſonders</line>
        <line lrx="1992" lry="2495" ulx="475" uly="2438">bitten, um Chriſti willen das zu thun. Als ich von Mangalur zu⸗</line>
        <line lrx="1993" lry="2560" ulx="474" uly="2504">rückkam, erzählte ich dies dem l. Gundert; der fiel dem von</line>
        <line lrx="1988" lry="2626" ulx="478" uly="2571">Mögling Geſagten bei und wird deßhalb an Sie deutlich ſchreiben.</line>
        <line lrx="1990" lry="2693" ulx="478" uly="2638">Hätte er ſeine Stimme, ſo könnte nicht die Frage ſein; allein ich</line>
        <line lrx="1994" lry="2760" ulx="477" uly="2704">möchte gern das Werk erweitern, was ohne einen Gehilfen ſchwer</line>
        <line lrx="1992" lry="2829" ulx="479" uly="2771">gehen wird. Da es aber hier beſonders Arbeit unter den Europäern</line>
        <line lrx="1994" lry="2896" ulx="480" uly="2838">gibt, ſo iſt da eine Gelegenheit mehr zur Verführung, indem der</line>
        <line lrx="1995" lry="2960" ulx="479" uly="2905">Bruder, der etwa gerade nicht recht iſt und daher in ſich ſelbſt un⸗</line>
        <line lrx="1993" lry="3028" ulx="480" uly="2971">zufrieden, an den Engländern mit ſeinen Klagen einen Halt gewinnt,</line>
      </zone>
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        <line lrx="1878" lry="441" ulx="1813" uly="406">249</line>
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      <zone lrx="1926" lry="3011" type="textblock" ulx="364" uly="486">
        <line lrx="1880" lry="555" ulx="364" uly="486">der ihn und mich verderbt. Alſo lieber Niemand, als einen, der</line>
        <line lrx="1075" lry="624" ulx="364" uly="562">nicht ganz mit mir thun kann!“</line>
        <line lrx="1881" lry="683" ulx="479" uly="617">Ein Wort des ſeligen Judſon gieng damals viel mit Hebich</line>
        <line lrx="1885" lry="757" ulx="367" uly="685">herum. Derſelbe ſchrieb: „Seid doch vorſichtig mit der Aufnahme</line>
        <line lrx="1884" lry="824" ulx="368" uly="751">junger Männer in den Miſſionsdienſt! Ein einziger verſchrobener,</line>
        <line lrx="1886" lry="890" ulx="371" uly="817">gewiſſenhaft eigenſinniger Mann würde uns ruiniren. Demüthige,</line>
        <line lrx="1889" lry="955" ulx="369" uly="880">ruhige, beharrliche Leute, Männer von liebenswürdigem, nachgiebigem</line>
        <line lrx="1889" lry="1017" ulx="371" uly="950">Temperament, bereit den unterſten Platz einzunehmen, aller Diener</line>
        <line lrx="1892" lry="1090" ulx="373" uly="1015">zu ſein, die gern im Kämmerlein mit Gott umgehen, die ſinds, die</line>
        <line lrx="693" lry="1151" ulx="374" uly="1100">wir brauchen.“</line>
        <line lrx="1896" lry="1218" ulx="489" uly="1143">Im Verlauf ſtellte es ſich dann doch heraus, daß jener frühere</line>
        <line lrx="1895" lry="1288" ulx="385" uly="1214">„Kaufmann,“ Ernſt Diez, der Gehilfe Hebichs werden ſollte. Am</line>
        <line lrx="1896" lry="1351" ulx="378" uly="1281">24. Oktober ſah letzterer zum erſtenmal den „Rekruten“, dem es ſo⸗</line>
        <line lrx="1898" lry="1424" ulx="379" uly="1347">gleich wohl wurde bei dem „geiſtesfriſchen Senior“. Sechs Jahre</line>
        <line lrx="1492" lry="1489" ulx="380" uly="1418">lang durften ſie in Kannanur zuſammen arbeiten.</line>
        <line lrx="1899" lry="1549" ulx="493" uly="1481">Es war in Mangalur, auf der Balmatha, da man Abends</line>
        <line lrx="1902" lry="1620" ulx="383" uly="1545">am Thee ſaß, daß der Inſpektor einen anſehnlichen Mann mit</line>
        <line lrx="1903" lry="1687" ulx="386" uly="1613">langem Stock, im weißen Schlapphut mit über den Nacken hinab⸗</line>
        <line lrx="1905" lry="1753" ulx="384" uly="1681">fallender Verlängerung, und einem mächtigen Hemdkragen über dem</line>
        <line lrx="1904" lry="1815" ulx="386" uly="1742">Wamms, im Sturmſchritt auf ſich zukommen ſah. „Im Nu ſtand</line>
        <line lrx="1907" lry="1882" ulx="388" uly="1811">er vor mir, eine wirklich ehrwürdige Geſtalt, groß und ſtark, mit</line>
        <line lrx="1909" lry="1953" ulx="388" uly="1878">faſt kahlem Haupt, aber langem grauem Bart bis auf die Bruſt</line>
        <line lrx="1910" lry="2020" ulx="389" uly="1946">herab. Mit freundlichem Ernſt, in ſehr gehaltenem Ton, aber in</line>
        <line lrx="1912" lry="2083" ulx="392" uly="2013">der einfachſten, kindlichſten Weiſe grüßte er mich mit einigen kräfti⸗</line>
        <line lrx="1912" lry="2154" ulx="393" uly="2082">gen Bibelworten. Kaum aber hatte er geendet und ſich zu den</line>
        <line lrx="1911" lry="2217" ulx="393" uly="2149">Brüdern gewandt, ſo ſchlug das Feuer aus ihm heraus und es</line>
        <line lrx="1912" lry="2278" ulx="395" uly="2214">wurde laut und lebendig im ganzen Haus: Herr Hebich iſt da,</line>
        <line lrx="1916" lry="2353" ulx="397" uly="2278">giengs von Mund zu Mund; Alles lief herbei, ihn zu grüßen. Nun</line>
        <line lrx="1914" lry="2414" ulx="398" uly="2345">aber formirte ſein Kommandowort die Katechiſtenjünglinge alsbald</line>
        <line lrx="1917" lry="2480" ulx="398" uly="2412">in einen Halbkreis, und mit kräftiger Stimme ſang er das Lied vor,</line>
        <line lrx="1918" lry="2548" ulx="401" uly="2477">das er wollte geſungen haben. Dann ſetzte er ſich nieder, trank</line>
        <line lrx="1915" lry="2618" ulx="401" uly="2545">ſeine Taſſe Thee und ergieng ſich mit uns in heiterem Geſpräch.“</line>
        <line lrx="1918" lry="2681" ulx="512" uly="2609">Die ſechs Tage, die Joſenhans nun unausgeſetzt mit Hebich</line>
        <line lrx="1922" lry="2748" ulx="402" uly="2676">und Mögling verhandelte (27. Oktober bis 1. November), ließen</line>
        <line lrx="1922" lry="2816" ulx="408" uly="2741">jenem einen wohlthuenden Eindruck zurück. Das eigentlich Geſchäft⸗</line>
        <line lrx="1921" lry="2880" ulx="405" uly="2806">liche, wie die Ordnung des Verwaltungs⸗ und Rechnungsweſens,</line>
        <line lrx="1922" lry="2946" ulx="407" uly="2875">ließ ſich mit wenig Mühe bereinigen. Hebich wurde nun auch noch</line>
        <line lrx="1926" lry="3011" ulx="411" uly="2939">Generalagent über alles Eigenthum der Miſſion. Gegen die Ein⸗</line>
      </zone>
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      </zone>
      <zone lrx="1971" lry="3028" type="textblock" ulx="412" uly="485">
        <line lrx="1971" lry="554" ulx="450" uly="485">richtung von Induſtriewerkſtätten hatte er nichts einzuwenden, war</line>
        <line lrx="1970" lry="622" ulx="449" uly="551">vielmehr froh daran: „wenn nur die Seelen nicht zu kurz kommen!</line>
        <line lrx="1969" lry="691" ulx="450" uly="619">denn in Jünglingen kann oft das ſchönſte Werk des HErrn gar</line>
        <line lrx="1965" lry="755" ulx="447" uly="686">ſchnell wieder verwelken; daher bin ich fürs frühe Heirathen.“</line>
        <line lrx="1970" lry="824" ulx="447" uly="751">Schwerer ward Hebich die Erwägung aller Punkte, welche ſich auf</line>
        <line lrx="1965" lry="891" ulx="446" uly="818">die Lokalleitung der Miſſionsbezirke und gar auf eine allgemeine</line>
        <line lrx="1967" lry="955" ulx="443" uly="883">Kirchenordnung bezogen. „Es wäre gut,“ meinte er, „wenn ein</line>
        <line lrx="1963" lry="1025" ulx="443" uly="951">wirkliches Haupt da wäre; aber ich habe zu viel auf mir liegen,</line>
        <line lrx="1966" lry="1089" ulx="441" uly="1017">die Miſſionsarbeit iſt mir das Wichtigſte, und die Rechnung nimmt</line>
        <line lrx="1966" lry="1157" ulx="439" uly="1088">ſchon einen Monat vom Jahr weg. Mein Lebenszweck iſt: in der</line>
        <line lrx="1962" lry="1227" ulx="442" uly="1153">Miſſion Leben zu erhalten; das Regieren liegt mir ferner, ich laſſe</line>
        <line lrx="1666" lry="1274" ulx="440" uly="1216">mir aber befehlen.“</line>
        <line lrx="1962" lry="1361" ulx="548" uly="1287">Die Einführung einer Liturgie wollte ihm in keiner Weiſe</line>
        <line lrx="1961" lry="1428" ulx="436" uly="1354">munden; er hatte ſelbſt ſchon durch Gewohnheit ſich ſeine Liturgie</line>
        <line lrx="1961" lry="1491" ulx="437" uly="1419">gebildet. „Ich bin gegen alles Menſchliche im Gottesdienſt, da wir</line>
        <line lrx="1960" lry="1560" ulx="437" uly="1486">das Wort haben. Wie leicht wird ſolch ein Ding nach hundert Jahren</line>
        <line lrx="1956" lry="1628" ulx="434" uly="1553">für göttlich gehalten! Ich wehre mich nicht gegen die Einrichtung</line>
        <line lrx="1956" lry="1692" ulx="434" uly="1619">für andere; einigen mag ſie gut thun. Aber wenn ich dergleichen</line>
        <line lrx="1953" lry="1760" ulx="434" uly="1682">gebrauchen müßte, würde ich davon laufen. Was würden nur auch</line>
        <line lrx="1954" lry="1824" ulx="432" uly="1752">meine Engländer machen, wenn ich eine Abſolution ſprechen würde!</line>
        <line lrx="1958" lry="1898" ulx="431" uly="1819">ſie würden mir ſtracks weglaufen.“ Die Berufung auf die Brü⸗</line>
        <line lrx="1952" lry="1962" ulx="433" uly="1887">dergemeinde, welche trotz ihres liturgiſchen Elements doch auch</line>
        <line lrx="1952" lry="2029" ulx="432" uly="1954">wahres Leben zu erhalten vermochte, verfieng nicht bei ihm. Er ſah</line>
        <line lrx="1952" lry="2094" ulx="430" uly="2020">ſchon im Geiſte den und jenen ſeiner engliſchen Freunde der Miſſion</line>
        <line lrx="1950" lry="2158" ulx="432" uly="2087">den Rücken kehren, wie das denn auch bei einigen der Fall war,</line>
        <line lrx="1951" lry="2223" ulx="432" uly="2151">welche zwiſchen der ſtrengen Einhaltung anglikaniſcher Formen und</line>
        <line lrx="1943" lry="2294" ulx="431" uly="2219">dem freien Herzensgebet kein Mittelding ſich zu denken vermochten.</line>
        <line lrx="1948" lry="2359" ulx="539" uly="2285">Beſonders aber lag dem Inſpektor daran, die beſten von</line>
        <line lrx="1950" lry="2424" ulx="430" uly="2351">Hebichs Jünglingen für das nun verſtärkte Katechetenſeminar</line>
        <line lrx="1947" lry="2493" ulx="412" uly="2419">zu bekommen; er ſtellte ihm in Ausſicht, daß er dafür einige der</line>
        <line lrx="1943" lry="2558" ulx="428" uly="2485">jetzt aus demſelben zu entlaſſenen Zöglinge bekommen ſollte. Hebich</line>
        <line lrx="1948" lry="2621" ulx="427" uly="2553">hatte ſeinen Kampf in der Stille durchgekämpft, daher er nun er⸗</line>
        <line lrx="1943" lry="2691" ulx="427" uly="2619">klärte: „Ich bin zu allem bereit; aber das Eine Nothwendige bei</line>
        <line lrx="1942" lry="2756" ulx="427" uly="2685">Katechiſten muß die Hauptſache bleiben, und wenn ſie ihren Kurs</line>
        <line lrx="1939" lry="2824" ulx="427" uly="2753">beſtanden haben, muß ich ſie wieder bekommen. Der Herr hat doch</line>
        <line lrx="1941" lry="2886" ulx="428" uly="2818">die Leute dem Bruder gegeben, durch deſſen Dienſt ſie inneres Leben</line>
        <line lrx="1941" lry="2958" ulx="427" uly="2887">erhielten. Immerhin nehme ich gern zwei von dieſen neuen; ich bin</line>
        <line lrx="1938" lry="3028" ulx="427" uly="2953">ein guter Menſch, im Nehmen mehr als im Geben.“ Zwei tüchtige</line>
      </zone>
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        <line lrx="53" lry="3185" ulx="42" uly="2721">r  f f</line>
      </zone>
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        <line lrx="1887" lry="491" ulx="1823" uly="456">251</line>
        <line lrx="1889" lry="588" ulx="379" uly="519">Jünglinge, Diego Fernandez und Sebaſtian Furtado, wurden ihm</line>
        <line lrx="1890" lry="654" ulx="379" uly="589">bald darauf zugetheilt. Dafür ſchlug er dann heraus, daß die</line>
        <line lrx="1889" lry="727" ulx="378" uly="653">Katechiſtenſchüler insgeſammt im Februar und März ihre Vakanz</line>
        <line lrx="1511" lry="783" ulx="378" uly="721">haben und ihn auf die Heidenfeſte begleiten ſollten.</line>
        <line lrx="1889" lry="854" ulx="489" uly="790">Hier und ſpäter in Kannanur machte es dem Inſpektor eine</line>
        <line lrx="1888" lry="922" ulx="377" uly="855">wahre Freude, dieſen Originalmenſchen zu beobachten und ſich das</line>
        <line lrx="1889" lry="988" ulx="375" uly="922">Auffallende und Wunderliche an ihm zu deuten. Er konnte ihm die</line>
        <line lrx="1888" lry="1054" ulx="375" uly="988">neuſte Kunde von ſeiner Mutter bringen, die S2jährig im vierten Stock</line>
        <line lrx="1889" lry="1121" ulx="376" uly="1061">wohne, aber die vielen Treppen noch auf⸗ und abſteige wie eine Jung⸗</line>
        <line lrx="1888" lry="1187" ulx="374" uly="1127">frau; von einem ſeiner Brüder, der die Welt durchſtürmt und nun als</line>
        <line lrx="1886" lry="1256" ulx="375" uly="1189">penſionirter franzöſiſcher Hauptmann ſich in Ulm niedergelaſſen hatte.</line>
        <line lrx="1889" lry="1322" ulx="375" uly="1256">Hebich dagegen mußte von den andern Brüdern erzählen, den leben⸗</line>
        <line lrx="1888" lry="1390" ulx="375" uly="1324">den in Lübeck und dem todten, der einmal einen auf den damaligen</line>
        <line lrx="1888" lry="1455" ulx="374" uly="1392">Kronprinz von Würtemberg geführten Franzoſenhieb mit ſeinem Arm</line>
        <line lrx="1888" lry="1524" ulx="374" uly="1457">parirte und dafür auf dem Schlachtfeld einen Orden empfieng; ſpäter</line>
        <line lrx="1889" lry="1591" ulx="373" uly="1528">hatte er dem Inſpektor die originellen Briefe ſeines Vaters vorzu⸗</line>
        <line lrx="1887" lry="1655" ulx="374" uly="1591">leſen oder von ſeinen Reiſen in Rußland und Schweden, beſonders</line>
        <line lrx="1886" lry="1724" ulx="375" uly="1662">aber von ſeinen Erfahrungen im Miſſionshauſe etwas preiszugeben.</line>
        <line lrx="1886" lry="1790" ulx="374" uly="1728">Joſenhans Urtheil über ihn lautete: „Hebich iſt ein feuriger, eifriger,</line>
        <line lrx="1886" lry="1856" ulx="372" uly="1792">heldenmüthiger Miſſionar, der aber dabei eine wirklich kindliche und</line>
        <line lrx="1888" lry="1921" ulx="374" uly="1860">edle Seele verräth. Es wird ihm ſchwerer als den meiſten, ſich in</line>
        <line lrx="1889" lry="1991" ulx="375" uly="1928">andere Leute hinein zu verſetzen, etwas Fremdes zu faſſen; bringt</line>
        <line lrx="1888" lry="2056" ulx="373" uly="1997">man ihn aber in liebevoller Weiſe zum Verſtändniß, ſo gibt er gern</line>
        <line lrx="1888" lry="2124" ulx="372" uly="2068">nach, ſoweit es ihm immer möglich iſt. Der zerſchlagene Geiſt blickt</line>
        <line lrx="996" lry="2192" ulx="373" uly="2136">doch überall bei ihm durch.“</line>
        <line lrx="1885" lry="2259" ulx="481" uly="2197">Am 30. Oktober wurde Miſſ. Hoch mit ſeiner Braut getraut.</line>
        <line lrx="1890" lry="2326" ulx="376" uly="2263">„Eine Hauptfreude der Mahlzeit bildete der Nachtiſch. Dieſer be⸗</line>
        <line lrx="1888" lry="2394" ulx="370" uly="2327">ſtand in einer eben ſo lieblichen und witzigen, als ernſten Applikation</line>
        <line lrx="1887" lry="2467" ulx="372" uly="2401">der Bibelſprüche (Loſungen), welche Hoch den Gäſten auf ihre Teller</line>
        <line lrx="1888" lry="2535" ulx="372" uly="2467">gelegt hatte, durch den Senior Hebich, auf die Perſonen, denen ſie</line>
        <line lrx="1887" lry="2610" ulx="371" uly="2534">zugetheilt worden waren. Er nahm gleich den ſeines Nachbars und</line>
        <line lrx="1889" lry="2675" ulx="371" uly="2599">predigte ihm daraus ans Herz; und ſo machte er weiter. Nachdem</line>
        <line lrx="1890" lry="2746" ulx="371" uly="2663">er fertig war, erbat ich mir auch ſeinen Bibelſpruch und applicirte</line>
        <line lrx="1891" lry="2804" ulx="369" uly="2742">ihn mit derſelben Ungenirtheit auf ihn. Da war es „ſchön, wie</line>
        <line lrx="1883" lry="2872" ulx="370" uly="2812">kindlich und lammartig der Löwe da ſaß und ſich predigen ließ“. —</line>
        <line lrx="1881" lry="2938" ulx="370" uly="2878">Wie dann aber Hebich ſich in die Veranda begab, freudeſtrahlend</line>
        <line lrx="1883" lry="3004" ulx="371" uly="2947">zurückkehrte und den Inſpektor am Arm nahm, um ihn durch die</line>
        <line lrx="1883" lry="3071" ulx="369" uly="3013">Reihen der am Boden ſitzenden Tuluchriſten zu führen, die auch am</line>
      </zone>
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        <line lrx="878" lry="3184" ulx="634" uly="3170">—  ———</line>
      </zone>
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        <line lrx="1952" lry="554" ulx="438" uly="493">Hochzeitmahle Theil nahmen und ſich eben die Ballen des mit Kari</line>
        <line lrx="1957" lry="620" ulx="438" uly="561">gekneteten Reiſes in den Mund ſchnellten, konnte der ſo wenig Lieb⸗</line>
        <line lrx="1957" lry="685" ulx="437" uly="628">liches an dieſem Schauſpiel entdecken, daß er dem Alten überlaſſen</line>
        <line lrx="1957" lry="753" ulx="437" uly="693">mußte, es allein zu genießen und den guten Leutchen ihr Mahl noch</line>
        <line lrx="1340" lry="819" ulx="437" uly="765">mit einiger geiſtlichen Zuthat zu würzen.</line>
        <line lrx="1957" lry="884" ulx="546" uly="828">An einem Abendmahlsſonntag (2. November) hörte Joſenhans</line>
        <line lrx="1961" lry="951" ulx="438" uly="895">Hebich noch Deutſch und Kanareſiſch predigen, während ein Katechiſt</line>
        <line lrx="1961" lry="1020" ulx="439" uly="961">das Geſagte gleich ins Tulu überſetzte. „Predigen iſt ſeine Paſſion:</line>
        <line lrx="1961" lry="1087" ulx="439" uly="1028">er fürchtet nicht, es irgend jemals nicht gut zu machen, und iſt nicht</line>
        <line lrx="1958" lry="1154" ulx="439" uly="1096">verlegen um das, was er ſagen ſoll.“ Hören wir auch, was ein</line>
        <line lrx="1959" lry="1220" ulx="437" uly="1162">Katechiſt von Mangalur einem Freunde über dieſen Beſuch ſchreibt.</line>
        <line lrx="1960" lry="1285" ulx="439" uly="1229">Nachdem er das Wichtigſte von der Ankunft des Inſpektors und</line>
        <line lrx="1961" lry="1353" ulx="437" uly="1295">ſeiner Begleiter, beſonders des Exbrahmanen H. Kaundinja, deſſen</line>
        <line lrx="1961" lry="1419" ulx="441" uly="1363">Wiedererſcheinen allgemeines Aufſehen erregte, gemeldet hatte, fährt</line>
        <line lrx="1961" lry="1485" ulx="441" uly="1428">er fort: „Herr Hebich machte uns große Freude, als er kam, allen</line>
        <line lrx="1963" lry="1551" ulx="441" uly="1494">die Hand ſchüttelte und nach unſerem Befinden fragte. An beiden</line>
        <line lrx="1964" lry="1619" ulx="440" uly="1562">Sonntagen hat er gepredigt und die Gemeinde zur Buße aufgefor⸗</line>
        <line lrx="1962" lry="1683" ulx="443" uly="1629">dert. Ich glaube, daß einige Herzen geſchmolzen ſind und jetzt zu</line>
        <line lrx="1961" lry="1749" ulx="440" uly="1694">dem Heiland aufſehen, der ſich für uns ans Kreuz ſchlagen ließ und</line>
        <line lrx="1961" lry="1817" ulx="439" uly="1762">noch immer uns freie Gnade anbietet. Wer ihm mit ehrlichem</line>
        <line lrx="1959" lry="1885" ulx="443" uly="1829">Herzen zuhört, wird ſehr getröſtet; die Kalten werden warm und</line>
        <line lrx="1960" lry="1949" ulx="442" uly="1896">die todten Gewiſſen wachen auf. So lange er predigte, ſchaute und</line>
        <line lrx="1962" lry="2017" ulx="443" uly="1962">hörte alles auf ihn. Der Herr Inſpektor mag ſich ordentlich ver⸗</line>
        <line lrx="1961" lry="2082" ulx="444" uly="2028">wundert haben, wie er von der Kanzel herab auch die Miſſionare,</line>
        <line lrx="1442" lry="2148" ulx="446" uly="2095">ordinirte und Laien, ſo rückſichtslos warnte.“</line>
        <line lrx="1965" lry="2217" ulx="557" uly="2163">Nun aber eilte der Alte, auf ſeine Station zurückzukommen, wo</line>
        <line lrx="1963" lry="2286" ulx="442" uly="2229">ihn der Inſpektor, nach Vollendung ſeiner Viſitation im Norden, bis</line>
        <line lrx="1963" lry="2354" ulx="443" uly="2297">zum Neujahr heimzuſuchen verſprach. Ein Anliegen mußte erſt noch</line>
        <line lrx="1964" lry="2419" ulx="445" uly="2362">bereinigt werden: ſeinem Rekruten ſollte doch auch ein erträgliches</line>
        <line lrx="1966" lry="2485" ulx="442" uly="2430">Quartier geſchafft werden, daher er, wie ſchon früher ſchriftlich, um</line>
        <line lrx="1965" lry="2552" ulx="445" uly="2495">Erlaubniß zum Bau von zwei weiteren Zimmern einkam. Der In⸗</line>
        <line lrx="1962" lry="2619" ulx="443" uly="2560">ſpektor wollte ihn auf ſein Hinunterkommen vertröſten. Hebich meinte</line>
        <line lrx="1965" lry="2684" ulx="446" uly="2627">aber, wenn er erſt im Januar baute, würde er leicht um ſeine Feſt⸗</line>
        <line lrx="1965" lry="2753" ulx="445" uly="2694">reiſen kommen und den Heiden einen Triumph bereiten durch die</line>
        <line lrx="1965" lry="2821" ulx="447" uly="2761">Nachrede, er fange an ſich zu fürchten. Da ſich nun Joſenhans aus</line>
        <line lrx="1966" lry="2887" ulx="448" uly="2827">dem vorgelegten Plane überzeugen konnte, daß Hebich bisher mit</line>
        <line lrx="1964" lry="2955" ulx="449" uly="2892">dem geringſten Häuschen vorlieb genommen hatte, urd wirklich</line>
        <line lrx="1965" lry="3021" ulx="447" uly="2958">nichts Großes begehrte, geſtattete er den Bau, worauf der Alte mit</line>
      </zone>
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        <line lrx="1894" lry="474" ulx="1830" uly="439">253³</line>
      </zone>
      <zone lrx="1898" lry="3033" type="textblock" ulx="375" uly="510">
        <line lrx="1895" lry="571" ulx="376" uly="510">einem jungen Mitarbeiter ſich verabſchiedete (4. November). Er</line>
        <line lrx="1894" lry="637" ulx="379" uly="583">fühlte, daß die Miſſion in einen neuen Zeitabſchnitt eintrete, und</line>
        <line lrx="1893" lry="704" ulx="383" uly="648">gieng nun (auch in der Gemeinde) den HErrn mit Flehen an, „daß</line>
        <line lrx="1895" lry="770" ulx="381" uly="715">Er ſich unſer erbarmen möge aus lauter Gnade, uns wahre Buße</line>
        <line lrx="1894" lry="836" ulx="380" uly="782">und ſeinen werthen heiligen Geiſt gebe und uns Alle Eins mache.</line>
        <line lrx="1897" lry="903" ulx="381" uly="849">Ich für meine Perſon will mirs angelegen ſein laſſen, dem zu ge⸗</line>
        <line lrx="1894" lry="974" ulx="380" uly="914">fallen, der mich angenommen hat (2. Tim. 2, 4). Und ich traue Ihm</line>
        <line lrx="1655" lry="1038" ulx="375" uly="982">zu, daß Er alles wohl machen wird. Hallelujah, Amen!“</line>
        <line lrx="1892" lry="1104" ulx="487" uly="1049">Nun galt es zunächſt dem Rekruten, das „Kanonenfieber“ zu</line>
        <line lrx="1891" lry="1169" ulx="376" uly="1115">überwinden, das ihn beim Eintritt in die Station befiel, alsbald</line>
        <line lrx="1892" lry="1236" ulx="376" uly="1181">tüchtig Engliſch und Malayalam zu treiben und zugleich auch beim</line>
        <line lrx="1891" lry="1302" ulx="376" uly="1241">Bau und in Haushaltungsangelegenheiten die Aufſicht zu überneh⸗</line>
        <line lrx="1891" lry="1370" ulx="377" uly="1315">men. Diez hatte die Gewißheit, daß es gut gehen würde; doch gab</line>
        <line lrx="1890" lry="1434" ulx="379" uly="1380">es manche Nöthen. „Wo Hebich Unglauben oder erklügeltes Weſen</line>
        <line lrx="1896" lry="1501" ulx="378" uly="1447">merkte, griff er mich, wie ſichs gehört, mit dem Worte Gottes an.</line>
        <line lrx="1889" lry="1569" ulx="378" uly="1514">Da pflegte er heiligen Ernſtes, doch freundlich zu ſagen: Kerle,</line>
        <line lrx="1893" lry="1635" ulx="378" uly="1580">nimm dich in Acht, ich mach dich todt!“ lief nach ſeiner engliſchen</line>
        <line lrx="1898" lry="1701" ulx="381" uly="1647">Bibel und ſuchte eine Stelle um die andere auf. Da ſieht man</line>
        <line lrx="1898" lry="1768" ulx="386" uly="1714">wieder den Schlingel,' a Schlingel biſt, da lies!“ Ah, Hotten⸗</line>
        <line lrx="1896" lry="1835" ulx="382" uly="1780">totten ſeid ihr, regular infidels, das iſt Alles Humbug' ꝛc. Dann</line>
        <line lrx="1896" lry="1902" ulx="384" uly="1847">erkundigte er ſich aber, ob ich auch bete, im Wort leſe, oder konnte</line>
        <line lrx="1894" lry="1969" ulx="382" uly="1913">er mich fragen, ob ich mit ihm nichts zu reden habe, nichts auf dem</line>
        <line lrx="1895" lry="2035" ulx="383" uly="1980">Herzen trage. Dieſes väterlich freundliche, auch fürs Leibliche be⸗</line>
        <line lrx="1895" lry="2101" ulx="383" uly="2047">ſorgte Weſen mußte mir ihn lieb, und mein Verhältniß leicht machen.</line>
        <line lrx="1898" lry="2169" ulx="381" uly="2112">Dazu kam noch, um mir meine Aufgabe zu erleichtern, die Fürbitte</line>
        <line lrx="1897" lry="2235" ulx="383" uly="2180">der Gemeinde auf Hebichs Antrieb, ſchon als ich noch ruhig in</line>
        <line lrx="1892" lry="2302" ulx="384" uly="2248">Europa ſaß, und die fortgehende Fürbitte der einzelnen Gebetskreiſe.</line>
        <line lrx="1897" lry="2371" ulx="381" uly="2316">Doch ärgerte ich mich allmählich an dieſem und jenem, und wenn</line>
        <line lrx="1898" lry="2437" ulx="383" uly="2382">ich das Wachen und Beten vergaß, ſpritzten auch hie und da</line>
        <line lrx="1894" lry="2503" ulx="383" uly="2448">Funken. Hatte ich ihn dann betrübt, ſo zog er ſich etwas zurück.</line>
        <line lrx="1895" lry="2569" ulx="383" uly="2514">Wenn ich nun aber etwa auf einem Spaziergang ihn mit einer</line>
        <line lrx="1897" lry="2636" ulx="383" uly="2580">brühwarmen Rede überſchüttete, ließ er ſich in wahrhaft beſchämen⸗</line>
        <line lrx="1896" lry="2702" ulx="385" uly="2646">der Weiſe zu mir herab, und wenn wir dann reinen Boden geſchafft</line>
        <line lrx="1895" lry="2768" ulx="384" uly="2713">hatten, konnte er ſagen: Mach mir ſo was nicht mehr, ſei mir ein</line>
        <line lrx="648" lry="2833" ulx="385" uly="2779">guter Bue!“</line>
        <line lrx="1897" lry="2901" ulx="495" uly="2843">Zur Neujahrsfeier 1852 hatten ſich die Andſcharakandi⸗</line>
        <line lrx="1896" lry="2966" ulx="387" uly="2911">Chriſten in Maſſe nach Kannanur begeben, aber der Inſpektor, auf</line>
        <line lrx="1890" lry="3033" ulx="387" uly="2974">den ſich alles freute, konnte nicht zur verſprochenen Zeit eintreffen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1991" lry="3135" type="textblock" ulx="378" uly="3119">
        <line lrx="1991" lry="3135" ulx="378" uly="3119">— — — ———B—.——— . . —...e?sw—</line>
      </zone>
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        <line lrx="499" lry="451" ulx="432" uly="417">254</line>
        <line lrx="1951" lry="554" ulx="434" uly="495">Als er am 10. Januar in Tſchirakal anlangte, kam gleich in der</line>
        <line lrx="1952" lry="620" ulx="435" uly="561">Frühe Hebich daher geritten, da es denn viel zu beſprechen gab.</line>
        <line lrx="1953" lry="688" ulx="435" uly="629">Joſenhans ſollte gleich zum Einſtand einen Blick in die eigenthüm⸗</line>
        <line lrx="1953" lry="752" ulx="435" uly="694">lichen ſocialen Verhältniſſe Malabars werfen. Am 6. hatte wieder</line>
        <line lrx="1954" lry="821" ulx="436" uly="761">ein Ausbruch der Mapil la's in der Nähe von Andſcharakandi (bei</line>
        <line lrx="1948" lry="887" ulx="436" uly="828">Mattanur) ſtattgefunden. Nachdem nämlich ein reicher Brahmane,</line>
        <line lrx="1952" lry="953" ulx="435" uly="895">der den muhammedaniſchen Pächtern ſchon lange verhaßt war, das</line>
        <line lrx="1951" lry="1022" ulx="435" uly="961">erſte Reiseſſen eines Söhnleins mit großem Pomp gefeiert hatte,</line>
        <line lrx="1951" lry="1090" ulx="434" uly="1027">brachen Nachts die Mapilla's in ſein Haus, mordeten etliche zwanzig</line>
        <line lrx="1953" lry="1152" ulx="435" uly="1094">Inſaſſen desſelben in gräulichſter Weiſe, indem ſie erſt die Frauen</line>
        <line lrx="1951" lry="1219" ulx="432" uly="1161">ſchändeten, die Kinder an den Füßen packten und zerriſſen ꝛc., und</line>
        <line lrx="1952" lry="1286" ulx="435" uly="1228">gaben dann die Wohnung der Plünderung preis. Den Kern ſolcher</line>
        <line lrx="1950" lry="1352" ulx="435" uly="1293">Verſchwörungen bildeten wenige (damals 13) arme Schlucker, die vom</line>
        <line lrx="1951" lry="1420" ulx="436" uly="1361">Prieſter zum Märtyrertod eingeſegnet, den Schwur geleiſtet hatten,</line>
        <line lrx="1955" lry="1485" ulx="435" uly="1427">den heiligen Krieg gegen die Ungläubigen zu erneuern. Hunderte</line>
        <line lrx="1956" lry="1552" ulx="434" uly="1494">ſchließen ſich an zum Rauben und Jubeln; die Lohe des geplünder⸗</line>
        <line lrx="1952" lry="1619" ulx="436" uly="1561">ten Hauſes und das Jauchzen der Bande verkündigt den Umwoh⸗</line>
        <line lrx="1951" lry="1685" ulx="434" uly="1630">nern, was ihrer wartet, und nun fliehen alle Heiden von Haus und</line>
        <line lrx="1953" lry="1753" ulx="436" uly="1693">Hof; Kindlein fallen der Mutter vom Arm, man hält ſich nicht</line>
        <line lrx="1956" lry="1820" ulx="437" uly="1761">auf, ſie wieder aufzuheben, ſie werden den wilden Thieren zur Beute;</line>
        <line lrx="1951" lry="1885" ulx="436" uly="1828">die leergelaſſenen Häuſer aber plündert nun der muhammedaniſche</line>
        <line lrx="1952" lry="1950" ulx="437" uly="1894">Nachbar. Bis die europäiſchen Soldaten den Kern der Bande auf⸗</line>
        <line lrx="1948" lry="2019" ulx="436" uly="1961">finden, vergehen Tage; denn dieſer zieht von einem Tempel zum</line>
        <line lrx="1949" lry="2086" ulx="438" uly="2027">andern, ihn in eckelhafteſter Weiſe zu entweihen, und die Huldigungen</line>
        <line lrx="1953" lry="2151" ulx="435" uly="2094">und Schmeicheleien der fanatiſirten Muhammedaner zu empfangen,</line>
        <line lrx="1953" lry="2218" ulx="436" uly="2161">bis endlich ein kurzer, aber hartnäckiger Kampf die Paradiesluſtigen</line>
        <line lrx="1952" lry="2284" ulx="438" uly="2227">aus der Welt ſchafft. Sipahi's zeigten ſich dem Kampf mit dieſen</line>
        <line lrx="1955" lry="2351" ulx="438" uly="2295">Geiſtern nie gewachſen. Auch Joſenhans ſah der Mapilla⸗Bevöl⸗</line>
        <line lrx="1956" lry="2419" ulx="436" uly="2363">kerung den tiefen Ingrimm an; er nennt ſie ein ſcheußliches Ge⸗</line>
        <line lrx="1956" lry="2485" ulx="435" uly="2429">ſchlecht, beſtändig aufgeregt von wüthendem Religionshaß, von Wolluſt</line>
        <line lrx="744" lry="2549" ulx="438" uly="2497">und Habſucht.</line>
        <line lrx="1955" lry="2618" ulx="550" uly="2563">Im nahen Andſcharakandi war die Angſt groß; es hieß, die</line>
        <line lrx="1955" lry="2684" ulx="441" uly="2630">Browns ſollten die nächſten Opfer ſein. Da kam denn einige Tage</line>
        <line lrx="1955" lry="2756" ulx="442" uly="2695">lang kein Schlaf in die meiſten Augen; die Chriſten wurden in der</line>
        <line lrx="1954" lry="2816" ulx="443" uly="2762">Eile mit Piken bewaffnet und mußten patrouilliren und das Herren⸗</line>
        <line lrx="1956" lry="2883" ulx="441" uly="2829">haus bewachen. Hebich ſandte dem Katechiſten einige Leute zur</line>
        <line lrx="1953" lry="2951" ulx="441" uly="2896">Hilfe, indem er ſich vorbehielt, ſelbſt mit Joſenhans hinauszugehen.</line>
        <line lrx="1955" lry="3017" ulx="550" uly="2962">Als Letzterer von Hebich im Ochſenkarren abgeholt, über den</line>
      </zone>
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        <line lrx="1888" lry="451" ulx="1824" uly="416">255</line>
        <line lrx="1890" lry="556" ulx="374" uly="494">ungeheuern Exerzirplatz fuhr, der ſich hinter dem Fort von Kanna⸗</line>
        <line lrx="1890" lry="620" ulx="375" uly="561">nur ausdehnt, und vor der Kapelle ausſtieg, in der ſchon engliſche</line>
        <line lrx="1891" lry="685" ulx="377" uly="628">Soldaten laſen und beteten, dann von den Knaben mit dem Ge⸗</line>
        <line lrx="1889" lry="755" ulx="377" uly="695">ſang deutſcher Choräle begrüßt, in das engbebaute Gehöfte eintrat,</line>
        <line lrx="1892" lry="820" ulx="379" uly="760">da wehte ihm ein friſcher Miſſionsgeiſt entgegen. „Reſpekt vor die⸗</line>
        <line lrx="1894" lry="888" ulx="377" uly="827">ſem Mann, der wörtlich die Leute nöthigt, hereinzukommen! Wir</line>
        <line lrx="1894" lry="954" ulx="380" uly="893">giengen einmal am Mewer hin ſpazieren, Angeſichts der mit Kanonen</line>
        <line lrx="1891" lry="1020" ulx="381" uly="960">beſetzten Wälle. Da kommen uns zwei junge Offiziere entgegen.</line>
        <line lrx="1891" lry="1085" ulx="381" uly="1027">Im Nu iſt Hebich von meiner Seite weg, fragt ſie etwas Gleich⸗</line>
        <line lrx="1896" lry="1154" ulx="382" uly="1094">giltiges und nach drei Fragen heißts gleich: Trinken Sie Wein,</line>
        <line lrx="1898" lry="1216" ulx="382" uly="1159">Bier ꝛc., viel, wenig, wie viel? Bald wirds mehr, dann ſind Sie</line>
        <line lrx="1899" lry="1280" ulx="383" uly="1226">verlorene Leute! Kommen Sie zur Kirche, meine Herrn!' Und die</line>
        <line lrx="1899" lry="1351" ulx="385" uly="1293">Herrn gucken und ſtutzen, während Hebich auf ſie losſchlägt, daß ſie</line>
        <line lrx="1897" lry="1418" ulx="383" uly="1359">nicht wußten, wie ihnen geſchah. Heute Abend um 6 ½ hab ich</line>
        <line lrx="1898" lry="1484" ulx="385" uly="1426">Predigt, da können Sie was für ihre Seele bekommen, ſonſt ſind</line>
        <line lrx="1991" lry="1549" ulx="386" uly="1491">Sie ohne Gott in der argen Welt und fahren zur Hölle.“ Damit—</line>
        <line lrx="1992" lry="1616" ulx="387" uly="1559">ließ er ſie laufen; ich fragte nach ihrem Namen, er hatte ſie aber—</line>
        <line lrx="777" lry="1688" ulx="387" uly="1629">noch nie geſehen.“</line>
      </zone>
      <zone lrx="1312" lry="1726" type="textblock" ulx="975" uly="1679">
        <line lrx="1312" lry="1726" ulx="975" uly="1679">(Fortſetzung folgt.)</line>
      </zone>
      <zone lrx="1265" lry="1820" type="textblock" ulx="1046" uly="1803">
        <line lrx="1265" lry="1820" ulx="1046" uly="1803">— HKKrrn-</line>
      </zone>
      <zone lrx="1297" lry="1984" type="textblock" ulx="993" uly="1914">
        <line lrx="1297" lry="1984" ulx="993" uly="1914">Bücherſchau.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1911" lry="3027" type="textblock" ulx="298" uly="2020">
        <line lrx="1891" lry="2085" ulx="298" uly="2020">Ueberblick der evangeliſchen Miſſion für Jedermann. Jahr⸗</line>
        <line lrx="1906" lry="2146" ulx="448" uly="2090">gang I bis VI der Blätter für Miſſion begonnen zu Werdau</line>
        <line lrx="1908" lry="2212" ulx="447" uly="2156">im Königreich Sachſen, herausgegeben von mehreren Paſtoren</line>
        <line lrx="1907" lry="2279" ulx="444" uly="2223">unter Oberleitung von Diak. R. Härting, Vicedirektor der</line>
        <line lrx="1909" lry="2345" ulx="447" uly="2289">evangeliſch⸗lutheriſchen Miſſion zu Leipzig. Mit einer Weltmiſſions⸗</line>
        <line lrx="1909" lry="2410" ulx="448" uly="2355">karte, von Dr. Grundemann. (Preis 16 Groſchen). Zu haben</line>
        <line lrx="1907" lry="2482" ulx="448" uly="2420">in der Expedition der Blätter für Miſſion und bei J. Klinkhardt,</line>
        <line lrx="1868" lry="2542" ulx="449" uly="2482">Leipzig 1870.</line>
        <line lrx="1908" lry="2607" ulx="443" uly="2545">Dieſe Jahrgänge der Blätter für Miſſion enthalten einen erſten</line>
        <line lrx="1911" lry="2673" ulx="395" uly="2620">Ueberblick über das Geſammtgebiet der evangeliſchen Miſſion mit</line>
        <line lrx="1911" lry="2739" ulx="397" uly="2685">eingehenderen Berichten über die lutheriſchen Miſſionsſtationen in</line>
        <line lrx="1911" lry="2805" ulx="397" uly="2752">Vorderindien. Auch die alte Miſſionsgeſchichte wird noch in einzelnen</line>
        <line lrx="1910" lry="2872" ulx="397" uly="2818">Blättern behandelt, um über den Sieg des Chriſtenthnms in Europa,</line>
        <line lrx="1910" lry="2938" ulx="399" uly="2884">und insbeſondere in Deutſchland, die minder Unterrichteten zu be⸗</line>
        <line lrx="1909" lry="3027" ulx="400" uly="2946">lehren. Das Unternehmen iſt in friſchem Aufſchwung begriffen und</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1773" lry="474" type="textblock" ulx="1709" uly="440">
        <line lrx="1773" lry="474" ulx="1709" uly="440">241</line>
      </zone>
      <zone lrx="1799" lry="2966" type="textblock" ulx="267" uly="516">
        <line lrx="1777" lry="572" ulx="267" uly="516">war, ſich in einen Organismus einfügen zu laſſen. Nun ſollte er</line>
        <line lrx="1775" lry="642" ulx="267" uly="583">mit gutem Beiſpiel vorangehen; er mußte mit Gundert wöchentlich</line>
        <line lrx="1776" lry="705" ulx="269" uly="650">eine Stationskonferenz halten, was ſich zur Noth machen ließ,</line>
        <line lrx="1780" lry="772" ulx="269" uly="717">brachte er doch jeden Donnerſtag in Tſchirakal zu, wo er gerne alle</line>
        <line lrx="1781" lry="837" ulx="270" uly="783">Stationsangelegenheiten eingehend beſprach. Aber ſchon die Diſtrikts⸗</line>
        <line lrx="1781" lry="905" ulx="269" uly="850">konferenzen giengen ihm ſchwer ein, denn daß er mit ſeiner Station</line>
        <line lrx="1782" lry="970" ulx="270" uly="916">in manchen Stücken eine Ausnahmsſtellung einnahm, ließ ſich nun</line>
        <line lrx="1781" lry="1035" ulx="271" uly="982">einmal nicht vertuſchen. Wenn man ihn hörte, war hier eben „alles</line>
        <line lrx="1783" lry="1102" ulx="272" uly="1048">anders als ſonſt wo“. Ein Vorſitzeramt für die ganze Miſſion legte</line>
        <line lrx="1784" lry="1169" ulx="270" uly="1114">ihm noch ſchwerere Verantwortlichkeit auf; er ſollte allgemeine Nor⸗</line>
        <line lrx="1783" lry="1234" ulx="271" uly="1181">men einführen helfen, und war ſelbſt am wenigſten der Mann, ſich</line>
        <line lrx="1785" lry="1301" ulx="271" uly="1246">mit Leichtigkeit in dieſelben zu ſchicken. Da gieng es ihm faſt wie</line>
        <line lrx="1787" lry="1366" ulx="273" uly="1313">einem Radikalen, der plötzlich zum Miniſter ernannt, neben der bis⸗</line>
        <line lrx="1787" lry="1434" ulx="272" uly="1373">her vertheidigten Freiheit der Bewegung nun das Intereſſe der Ein⸗</line>
        <line lrx="988" lry="1500" ulx="273" uly="1445">heit und Ordnung vertreten ſoll.</line>
        <line lrx="1789" lry="1565" ulx="385" uly="1512">Schon auf einer Diſtriktskonferenz wurde ihm das Wort hin⸗</line>
        <line lrx="1785" lry="1631" ulx="276" uly="1577">geworfen: von der Kommittee wolle man ſich wohl regieren laſſen,</line>
        <line lrx="1783" lry="1697" ulx="279" uly="1643">aber nicht von Hebich und Mögling; worauf er ruhig erwiderte:</line>
        <line lrx="1789" lry="1765" ulx="276" uly="1710">Kehren wir zu unſerem Gegenſtand zurück! Aber wie er ſich nun</line>
        <line lrx="1791" lry="1830" ulx="277" uly="1776">beſann, in welcher Weiſe er mit ſeinem Sekretär Mögling zu ver⸗</line>
        <line lrx="1790" lry="1899" ulx="278" uly="1843">kehren habe, der ja etliche 30 Stunden entfernt wohnte, kam ihm</line>
        <line lrx="1790" lry="1965" ulx="279" uly="1910">die Nachricht zu, Mögling, der ſchon geraume Zeit her ſich gar zu</line>
        <line lrx="1791" lry="2031" ulx="279" uly="1977">viel aufgeladen, ſei ſchwer erkrankt und habe vielleicht nach Europa</line>
        <line lrx="1793" lry="2100" ulx="280" uly="2043">zu reiſen. Da litt es Hebich nicht länger in Kannanur. Er machte</line>
        <line lrx="1486" lry="2166" ulx="280" uly="2110">ſich im ſtrömenden Regen auf, Mangalur zu beſuchen.</line>
        <line lrx="1794" lry="2233" ulx="394" uly="2173">„Am 2. Juli Abends traf ich auf Balmatha ein und begrüßte</line>
        <line lrx="1791" lry="2299" ulx="280" uly="2244">unſern lieben Bruder Mögling, der im Geſicht ganz blaß ausſah;</line>
        <line lrx="1791" lry="2365" ulx="282" uly="2310">die Augen waren getrübt, die Hand legte er oft aufs Herz. Nach</line>
        <line lrx="1794" lry="2432" ulx="283" uly="2377">dem erſten Gruße ſagte er mir, daß er heute Nacht ſterben könne;</line>
        <line lrx="1794" lry="2499" ulx="286" uly="2443">ſes iſt jetzt gerade die Stunde mit den Engländern, du wirſt ſie</line>
        <line lrx="1793" lry="2564" ulx="285" uly="2510">halten.’ — Wer hält ſie ſonſt? — Ich,' ſagte Mögling. — Nun ja,</line>
        <line lrx="1793" lry="2631" ulx="286" uly="2576">ich will ſie halten, ſuche mir nur das Lied zum Singen auf. — Er gab</line>
        <line lrx="1797" lry="2699" ulx="287" uly="2642">mir ein Sterbelied; ſo fieng ich denn gleich an, indem ich die Tages⸗</line>
        <line lrx="1797" lry="2766" ulx="290" uly="2708">loſung zum Text nahm. Alles gab mir einen wehmüthigen Eindruck.</line>
        <line lrx="1797" lry="2830" ulx="402" uly="2773">„Der liebe Doktor Foulis will, daß Mögling wegen ſeiner</line>
        <line lrx="1796" lry="2900" ulx="290" uly="2842">Herzkrankheit nach Europa gehe und drei Jahre der Ruhe genieße.</line>
        <line lrx="1799" lry="2966" ulx="291" uly="2908">Er fühlt auch, daß Ruhe ihm wohl thut. Ich blieb bis zum dten</line>
      </zone>
      <zone lrx="1797" lry="3076" type="textblock" ulx="291" uly="2973">
        <line lrx="1797" lry="3033" ulx="291" uly="2973">in Mangalur, wo ich meine meiſte Zeit dem lieben Mögling widmete.</line>
        <line lrx="1519" lry="3076" ulx="353" uly="3042">Miſſ. Mag. XIV. 16</line>
      </zone>
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        <line lrx="2674" lry="318" ulx="2637" uly="289">2</line>
      </zone>
      <zone lrx="2720" lry="649" type="textblock" ulx="2637" uly="380">
        <line lrx="2674" lry="459" ulx="2637" uly="427">V</line>
        <line lrx="2720" lry="649" ulx="2693" uly="380">-Euroskala Offset</line>
      </zone>
      <zone lrx="2673" lry="3235" type="textblock" ulx="2646" uly="2524">
        <line lrx="2673" lry="3235" ulx="2646" uly="2524">2 3 4 5 6 7</line>
      </zone>
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        <line lrx="2734" lry="3208" ulx="2700" uly="2341">Copyright 4/1999 VXyMaster Gmbhi wwW.yXymaster. com</line>
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