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        <title>GkII73-1870_HG-Hebich-02</title>
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          <resp>Provided by</resp>
          <name>University Library of Tübingen</name>
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          <resp>Transcribed with</resp>
          <name>Tesseract</name>
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        <p>This work is protected by copyright or related property rights but available in Open Access. The right of use and especially the right to reproduction is only granted within the legal limits of copyright law or due to the consent of the copyright holder.</p>
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          <title>Miss. Hebich in Kannanur [02], Bd. 14, S. 69-92</title>
          <author>Gundert, Hermann</author>
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        <line lrx="1352" lry="2338" ulx="673" uly="2291">N12527804679 0217</line>
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        <line lrx="1270" lry="2519" ulx="674" uly="2390">IUDNMIMIININI...</line>
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        <line lrx="1857" lry="450" ulx="1815" uly="417">69</line>
      </zone>
      <zone lrx="1858" lry="1478" type="textblock" ulx="340" uly="492">
        <line lrx="1858" lry="547" ulx="341" uly="492">Freunde in großer Beſorgniß nach Todgarh folgten und ihn in ſein</line>
        <line lrx="1858" lry="615" ulx="342" uly="559">Dorf zurückzubringen wünſchten, rieth ihm Robb, nur mit ihnen zu</line>
        <line lrx="1858" lry="682" ulx="343" uly="625">gehen und ſpäter wieder zu kommen, um gründlicheren Unterricht zu</line>
        <line lrx="1850" lry="748" ulx="343" uly="692">empfangen. Das einſtimmige Zeugniß aller derer, die ſeither nach</line>
        <line lrx="1856" lry="813" ulx="340" uly="758">ihm befragt wurden, lautet: „Er geht immer mit einem großen Buch</line>
        <line lrx="1856" lry="877" ulx="341" uly="824">unter dem Arm umher, und wenn er irgend Jemand bekommen kann,</line>
        <line lrx="1855" lry="946" ulx="342" uly="890">der ihm zuhört, ſetzt er ſich hin und liest ihm vor. Das Buch iſt</line>
        <line lrx="599" lry="1012" ulx="341" uly="960">ſein Leben.“</line>
        <line lrx="1857" lry="1079" ulx="449" uly="1025">Doch das Einzelne wollen wir hier nicht weiter verfolgen. Die</line>
        <line lrx="1856" lry="1145" ulx="340" uly="1091">Kirche, welche dieſe Boten ausſandte, iſt durch reiche Legate in Stand</line>
        <line lrx="1858" lry="1212" ulx="343" uly="1157">geſetzt, über Geldmittel nach Bedürfniß zu verfügen. Im Augen⸗</line>
        <line lrx="1855" lry="1279" ulx="342" uly="1224">blicke bedürfte ſie zehn neuer Miſſionare (fünf für Radſchputana),</line>
        <line lrx="1855" lry="1345" ulx="340" uly="1290">um das Werk kräftig fortzuführen, und ihr Nothſchrei deutet an, daß</line>
        <line lrx="1853" lry="1410" ulx="342" uly="1356">dieſe ſchwieriger zu beſchaffen ſind als Silber und Gold. Möge ihr</line>
        <line lrx="1746" lry="1478" ulx="342" uly="1422">dieſe beſte Gabe ganzherziger und tüchtiger Männer nie fehlen!</line>
      </zone>
      <zone lrx="1215" lry="1593" type="textblock" ulx="951" uly="1564">
        <line lrx="1215" lry="1593" ulx="951" uly="1564">— *ℛ0ονμ———</line>
      </zone>
      <zone lrx="1523" lry="1787" type="textblock" ulx="672" uly="1696">
        <line lrx="1523" lry="1787" ulx="672" uly="1696">Wliſſ. Bebich in Mannanur.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1854" lry="2074" type="textblock" ulx="490" uly="1907">
        <line lrx="1439" lry="1968" ulx="756" uly="1907">3. Ausbreitung der Arbeit.</line>
        <line lrx="1854" lry="2074" ulx="490" uly="2021">it dem Neujahr 1842 begann Hebich eine neue Art der</line>
      </zone>
      <zone lrx="1854" lry="3005" type="textblock" ulx="339" uly="2086">
        <line lrx="1853" lry="2142" ulx="520" uly="2086">Straßenpredigt, indem er mit ſeinen Begleitern alle Stra⸗</line>
        <line lrx="1852" lry="2208" ulx="515" uly="2153">ßen und Bazare in regelmäßiger Reihenfolge beſuchte, und</line>
        <line lrx="1854" lry="2274" ulx="516" uly="2220">an jedem Ort etwa eine halbe Stunde das Wort verkün⸗</line>
        <line lrx="1851" lry="2341" ulx="341" uly="2285">digte, nachdem er erſt mit ſeinen Katechiſten durch Geſang und</line>
        <line lrx="1853" lry="2406" ulx="342" uly="2349">Gebet im Hauſe ſich geſtärkt hatte. Jeder Morgen und eltliche</line>
        <line lrx="1853" lry="2470" ulx="341" uly="2416">Stunden des Abends wurden dazu benützt, bis die Einladung zum</line>
        <line lrx="1853" lry="2536" ulx="341" uly="2482">Reiche Gottes in alle Winkel gedrungen war. „Die Aufmerkſam⸗</line>
        <line lrx="1851" lry="2602" ulx="340" uly="2547">keit des Volks fiel ziemlich nach Wunſch aus, doch haben ſich auch</line>
        <line lrx="1853" lry="2668" ulx="341" uly="2614">die Feinde geregt.“ Hebich ließ ſich auf kein Disputiren ein, ſon⸗</line>
        <line lrx="1851" lry="2735" ulx="341" uly="2678">dern lud die Streitluſtigen zu ſich ins Haus, dort wolle er alles</line>
        <line lrx="1852" lry="2801" ulx="341" uly="2744">anhören, was ſie zu ſagen fänden. Jetzt ſolle jeder Einwohner</line>
        <line lrx="1852" lry="2866" ulx="339" uly="2810">Kannanurs wenigſtens die Hauptſache des Evangeliums, die Ein⸗</line>
        <line lrx="1848" lry="2933" ulx="340" uly="2878">ladung zu Gottes Reich, in Kürze zu hören, Gelegenheit bekommen.</line>
        <line lrx="1849" lry="3005" ulx="453" uly="2943">Gleich die erſte Bazarpredigt bewog einen Tijer, den Prediger</line>
      </zone>
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        <line lrx="504" lry="444" ulx="458" uly="408">70</line>
      </zone>
      <zone lrx="1992" lry="2998" type="textblock" ulx="460" uly="484">
        <line lrx="1977" lry="540" ulx="460" uly="484">im Miſſionshauſe aufzuſuchen. Als dort das Wort Gottes ihm le⸗</line>
        <line lrx="1977" lry="608" ulx="461" uly="551">bendig an die Seele drang, entſchloß er ſich zu bleiben, um wei⸗</line>
        <line lrx="1978" lry="673" ulx="461" uly="618">tern Unterricht zu erhalten. Nach etlichen Tagen aber kam ſeine</line>
        <line lrx="1979" lry="741" ulx="463" uly="685">Gattin mit den Kindern, ihn abzuholen; die Einladung, eine Jünge⸗</line>
        <line lrx="1979" lry="806" ulx="461" uly="752">rin Jeſu zu werden, wies ſie verächtlich ab. Wiederholt kam ſie</line>
        <line lrx="1979" lry="874" ulx="463" uly="818">oder ſandte ihrem Gatten Botſchaft; endlich hieß es, eines ſeiner</line>
        <line lrx="1980" lry="940" ulx="463" uly="884">beiden Kinder ſei ſehr krank. Da gieng der Mann und kam nicht</line>
        <line lrx="1980" lry="1007" ulx="463" uly="950">wieder. Katechiſten, die nach ihm geſandt wurden, brachten die</line>
        <line lrx="1981" lry="1072" ulx="465" uly="1016">Nachricht, der Mann wäre willig zu kommen, aber die Leute ſeiner</line>
        <line lrx="1982" lry="1139" ulx="465" uly="1081">Kaſte laſſen ihn, ihren Barbier, nicht fort, und behaupten ein</line>
        <line lrx="1980" lry="1205" ulx="469" uly="1149">Recht auf ſeinen Dienſt zu haben. So mußte Hebich ſelbſt gehen.</line>
        <line lrx="1980" lry="1271" ulx="578" uly="1214">Eines Sonntag Morgens in aller Frühe gieng er in das Dorf,</line>
        <line lrx="1983" lry="1338" ulx="466" uly="1282">fand ihn bei offener Thüre neben ſeinem Knaben ſchlafend, weckte</line>
        <line lrx="1982" lry="1405" ulx="467" uly="1345">und fragte ihn: „Willſt du mir folgen?“–“ — „Ja.“ — „Dann</line>
        <line lrx="1984" lry="1469" ulx="467" uly="1414">komm nur eilig mit!“ Während er ſich rüſtete, kam ein Onkel</line>
        <line lrx="1982" lry="1538" ulx="467" uly="1480">herbei und wollte ihn faſſen; dann die Gattin, völlig ſprachlos,</line>
        <line lrx="1983" lry="1602" ulx="472" uly="1546">aber mit ſolchem Schmerz ihn anſchauend, daß dem armen Mann</line>
        <line lrx="1987" lry="1669" ulx="470" uly="1612">die Füße faſt den Dienſt verſagten. Da lief die Frau zu den Nach⸗</line>
        <line lrx="1988" lry="1740" ulx="474" uly="1679">barn und rief: „Männer helft!“ Und nun kam es zu einem Auf⸗</line>
        <line lrx="1984" lry="1802" ulx="472" uly="1745">lauf, in welchem die Frau den Barbier umarmte und unbeweglich</line>
        <line lrx="1987" lry="1868" ulx="472" uly="1812">feſthielt. Auf die Frage Hebichs, ob er mit ihm gehen wolle, er⸗</line>
        <line lrx="1985" lry="1936" ulx="471" uly="1879">wiederte er jedesmal mit einem enſchiedenen Ja, und doch konnte er</line>
        <line lrx="1988" lry="2002" ulx="472" uly="1946">ſich nicht los machen. Hebich hielt es fürs Beſte, die Wuth der</line>
        <line lrx="1988" lry="2067" ulx="473" uly="2011">Leute nicht zu ſteigern; der Haufe zog den Gefangenen in ſein Haus</line>
        <line lrx="1946" lry="2134" ulx="473" uly="2078">zurück und der Miſſionar gieng unter ihrem Hohngelächter davon.</line>
        <line lrx="1988" lry="2201" ulx="584" uly="2144">Indeſſen ſagte der Barbier allen Leuten ſo beſtändig: „Ich</line>
        <line lrx="1986" lry="2267" ulx="477" uly="2210">will ein Jünger Jeſu werden und ihr könnet mich nicht halten,“</line>
        <line lrx="1988" lry="2333" ulx="475" uly="2277">daß nach etlichen Tagen der Widerſtand gegen ihn erlahmte. Er</line>
        <line lrx="1989" lry="2401" ulx="474" uly="2344">entrann und wurde am 3. April mit noch vierzehn Erwachſenen ge⸗</line>
        <line lrx="1988" lry="2468" ulx="472" uly="2410">tauft. Ein ſtiller Mann, dieſer Juda, der die Lehre Chriſti durch</line>
        <line lrx="1989" lry="2532" ulx="473" uly="2476">ſeinen Wandel zierte bis an ſein Ende, aber nur Ein Glied ſeiner</line>
        <line lrx="1988" lry="2599" ulx="475" uly="2542">Familie zum Nachfolgen bewegen konnte, weder ſeine Gattin noch</line>
        <line lrx="902" lry="2661" ulx="477" uly="2609">eines ſeiner Kinder.</line>
        <line lrx="1991" lry="2730" ulx="589" uly="2675">Während dieſer Abendpredigten in den Straßen war es, daß</line>
        <line lrx="1992" lry="2796" ulx="479" uly="2742">das Fiſcherdorf Tai dem Prediger als der einladendſte Winkel von</line>
        <line lrx="1991" lry="2861" ulx="477" uly="2807">Kannanur auffiel. Männer und Weiber, Große und Kleine, Alles</line>
        <line lrx="1992" lry="2930" ulx="477" uly="2876">ſammelte ſich dort um den Padre und hörte begierig zu. Hier nun</line>
        <line lrx="1987" lry="2998" ulx="478" uly="2941">ſchien es ihm der Mühe werth, einen feſten Eingang zu gewinnen,</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1865" lry="1903" type="textblock" ulx="343" uly="379">
        <line lrx="1856" lry="411" ulx="1814" uly="379">71</line>
        <line lrx="1856" lry="510" ulx="343" uly="454">um den Leuten die Furcht vor der muhammedaniſchen Fürſtin, der</line>
        <line lrx="1854" lry="581" ulx="345" uly="520">Eigenthümerin des Bodens zu benehmen. Es gelang ihm auch,</line>
        <line lrx="1851" lry="647" ulx="343" uly="587">nach vielen Widerwärtigkeiten, von einem Portugieſen ein Häuschen</line>
        <line lrx="1856" lry="715" ulx="343" uly="654">zu erwerben, in welchem er ſeinen jungen Katechiſten Timotheus</line>
        <line lrx="1853" lry="776" ulx="343" uly="722">mit einem andern Chriſtenpaar anſiedeln wollte, um den Fiſchern</line>
        <line lrx="1859" lry="851" ulx="346" uly="788">in der Nähe zu dienen. Je näher man aber dieſem „verſprechenden</line>
        <line lrx="1863" lry="907" ulx="345" uly="853">Völklein“ kam, deſto ferner wich es zurück; ein lärmendes, leicht⸗</line>
        <line lrx="1862" lry="978" ulx="345" uly="919">blütiges Geſchlecht, von der Luſt zum Trunk und zu lauter Luſtbar⸗</line>
        <line lrx="1862" lry="1041" ulx="344" uly="984">keiten beherrſcht, das verſchieden von den andern Hindus nicht in</line>
        <line lrx="1860" lry="1110" ulx="344" uly="1051">vereinzelten Gehöften, ſondern in eng zuſammengehäuften Hütten</line>
        <line lrx="1863" lry="1174" ulx="347" uly="1116">von Palmzweigen oder vielmehr meiſtens auf der Gaſſe und am</line>
        <line lrx="1863" lry="1237" ulx="348" uly="1183">Strande lebt, alle Arbeit ſchaarenweiſe verrichtet und von Einkehr</line>
        <line lrx="1864" lry="1305" ulx="350" uly="1249">und Innerlichkeit nichts weiß. Angezogen vom Chriſtenthum wur⸗</line>
        <line lrx="1864" lry="1370" ulx="352" uly="1316">den manche, im erſten Drange auch mehrere getauft; die aber</line>
        <line lrx="1695" lry="1439" ulx="354" uly="1382">aushielten bis zum Tode, laſſen ſich an den Fingern zählen.</line>
        <line lrx="1859" lry="1503" ulx="461" uly="1448">Mit dem Eingang bei den Malayalen, ſowohl Tijern wie</line>
        <line lrx="1864" lry="1571" ulx="353" uly="1514">Fiſchern, war alſo Hebich aufs Warten verwieſen. Vorerſt hatte</line>
        <line lrx="1862" lry="1634" ulx="358" uly="1579">er noch am meiſten mit den Tamil⸗Leuten des Kantonments und</line>
        <line lrx="918" lry="1702" ulx="356" uly="1649">den Miſchklaſſen zu thun.</line>
        <line lrx="1862" lry="1765" ulx="464" uly="1711">Aber auch unter den europäiſchen Soldaten bekam er nun</line>
        <line lrx="1865" lry="1833" ulx="359" uly="1778">viel Arbeit, ohne ſie zu ſuchen. In dem jährlichen Bericht, der</line>
        <line lrx="1860" lry="1903" ulx="357" uly="1843">für die engliſchen Freunde der Miſſion ausgegeben wurde, war durch</line>
      </zone>
      <zone lrx="1860" lry="1965" type="textblock" ulx="319" uly="1909">
        <line lrx="1860" lry="1965" ulx="319" uly="1909">einen Unſchick geſagt worden, die Kommittee habe Hebich nach Kan⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1870" lry="2762" type="textblock" ulx="354" uly="1975">
        <line lrx="1863" lry="2027" ulx="354" uly="1975">nanur beordert, auch im Blick auf das ausgelaſſene Militär der</line>
        <line lrx="1866" lry="2098" ulx="357" uly="2039">Station (dissolute soldiery), dem er mit ſeinen Gaben dienlich</line>
        <line lrx="1864" lry="2162" ulx="354" uly="2107">werden dürfte. Der Ausdruck, an dem Hebich ſehr unſchuldig war,</line>
        <line lrx="1867" lry="2233" ulx="354" uly="2172">empörte die Offiziere, den General natürlich am meiſten, und brachte</line>
        <line lrx="1864" lry="2299" ulx="354" uly="2237">alles gegen den zudringlichen, abſprechenden Prediger auf. Aber</line>
        <line lrx="1866" lry="2362" ulx="356" uly="2304">arme, des Sündendienſtes müde gewordene Soldaten ſtrömten doch</line>
        <line lrx="1870" lry="2430" ulx="355" uly="2368">in immer größerer Zahl zu der Kapelle, die ihrer Kaſerne ſo ein⸗</line>
        <line lrx="1868" lry="2497" ulx="355" uly="2435">ladend nahe ſtand, die auch den Tag über jedermann zum Leſen</line>
        <line lrx="1868" lry="2563" ulx="354" uly="2503">und Alleinſein, wie kleineren Gruppen zu gemeinſchaftlicher Erbauung</line>
        <line lrx="1869" lry="2628" ulx="355" uly="2569">offen blieb. Mancher zwar kam erſt nur aus Neugierde; man lachte</line>
        <line lrx="1870" lry="2694" ulx="358" uly="2634">auch wohl über die Ausſprache dieſes und jenes Worts“) und über</line>
        <line lrx="1863" lry="2762" ulx="356" uly="2700">die eigenthümliche maſſive Redeweiſe des Predigers; aber anziehend,</line>
      </zone>
      <zone lrx="1880" lry="2965" type="textblock" ulx="357" uly="2848">
        <line lrx="1880" lry="2907" ulx="446" uly="2848">*) Wer zum erſtenmal kam, konnte etwa meinen, Hebich predige denn doch</line>
        <line lrx="1823" lry="2965" ulx="357" uly="2907">zu ſtark gegen den Verſtand (sense), während er gegen Sünden (sins) loszog.</line>
      </zone>
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      <zone lrx="503" lry="421" type="textblock" ulx="459" uly="387">
        <line lrx="503" lry="421" ulx="459" uly="387">72</line>
      </zone>
      <zone lrx="1986" lry="2908" type="textblock" ulx="437" uly="464">
        <line lrx="1975" lry="520" ulx="461" uly="464">belehrend und unterhaltend fanden ihn doch ſehr viele. Eine ſchot⸗</line>
        <line lrx="1974" lry="586" ulx="460" uly="529">tiſche Soldatenfrau äußerte nach der erſten Predigt: ſo gut wie die⸗</line>
        <line lrx="1975" lry="653" ulx="460" uly="596">ſen Deutſchen habe ſie, ſeit ſie Schottland verlaſſen, noch keinen</line>
        <line lrx="1977" lry="719" ulx="462" uly="662">Geiſtlichen verſtanden. Und daß dann in Unterredungen, die viel⸗</line>
        <line lrx="1974" lry="787" ulx="437" uly="728">leicht nur wenige Stunden dauerten, die tiefſten Eindrücke gemacht,</line>
        <line lrx="1974" lry="852" ulx="460" uly="795">und Rekruten für Chriſtum Knall und Fall geworben wurden, daß</line>
        <line lrx="1974" lry="919" ulx="462" uly="861">Säufer und andere Laſterknechte plötzlich neue Saiten aufzogen,</line>
        <line lrx="1976" lry="983" ulx="461" uly="928">brachte bald genug Hebichs Namen in Aller Mund. Zu Zeiten</line>
        <line lrx="1975" lry="1049" ulx="461" uly="993">wurde in der Kaſerne faſt von Niemand ſo viel geredet, für und</line>
        <line lrx="1979" lry="1116" ulx="462" uly="1059">gegen, als von ihm. Manchmal ſchien es auch ausgemacht, der</line>
        <line lrx="1745" lry="1180" ulx="463" uly="1125">General werde ihn wohl aus dem Kantonment verweiſen.</line>
        <line lrx="1978" lry="1254" ulx="573" uly="1192">So fand er es denn doch gerathen, die Offiziere nicht mehr</line>
        <line lrx="1976" lry="1312" ulx="462" uly="1258">ganz zu meiden; er beſuchte auch den verſtimmten General, bei dem</line>
        <line lrx="1978" lry="1381" ulx="463" uly="1318">er ſich allerdings wegen kleiner Willkürlich keiten und Verſtöße gegen</line>
        <line lrx="1979" lry="1445" ulx="463" uly="1390">die ſtrenge Ordnung eines Kantonments (wie irgend welche Bau⸗</line>
        <line lrx="1979" lry="1512" ulx="461" uly="1456">veränderung an Häuſern, Pflanzen von Bäumen ꝛc.) zu entſchuldi⸗</line>
        <line lrx="1977" lry="1577" ulx="463" uly="1523">gen hatte, und trat ihm mit ſoldatiſcher Offenheit bald etwas näher.</line>
        <line lrx="1980" lry="1644" ulx="461" uly="1588">Luthers Erklärung des Galaterbriefs, die er dem alten Kriegsmanne</line>
        <line lrx="1980" lry="1712" ulx="463" uly="1655">lieh, begleitete er mit einem ſehr demüthigen Billet, in welches er</line>
        <line lrx="1981" lry="1777" ulx="464" uly="1722">den verſtändlichen Wink einflocht: „Dies Werk handelt von der</line>
        <line lrx="1981" lry="1844" ulx="465" uly="1788">Gerechtigkeit, die uns Chriſtus erworben und die Jedermann jetzt</line>
        <line lrx="1061" lry="1907" ulx="462" uly="1856">umſonſt bekommen kann.“</line>
        <line lrx="1983" lry="1977" ulx="577" uly="1921">Im Juni erklärte die kirchliche Behörde, es ſei auf dem Kirch⸗</line>
        <line lrx="1982" lry="2043" ulx="463" uly="1989">hof ſo wenig Raum, daß keinem Fremden mehr geſtattet werden</line>
        <line lrx="1981" lry="2109" ulx="464" uly="2049">könne, daſelbſt Beerdigungen vorzunehmen. Nun wandte ſich Hebich</line>
        <line lrx="1985" lry="2175" ulx="466" uly="2121">an den General und an die Regierung. Es kam eine gnädige Ant⸗</line>
        <line lrx="1981" lry="2242" ulx="465" uly="2187">wort; ein günſtig gelegener Platz wurde geſchenkt und von Hebich</line>
        <line lrx="1983" lry="2307" ulx="467" uly="2247">durchs erſte Begräbniß einge weiht. Dann klagten aber die Ein⸗</line>
        <line lrx="1983" lry="2374" ulx="466" uly="2321">gebornen, damit werde ein naher Tempelort entweiht ꝛc. und aufs</line>
        <line lrx="1984" lry="2441" ulx="467" uly="2387">Neue mußte geſucht und gebeten, kurz „ein Jahr lang mit Angſt</line>
        <line lrx="1984" lry="2507" ulx="465" uly="2454">und Mühe geſtritten werden,“ bis endlich ein bleibender Gottesacker</line>
        <line lrx="1983" lry="2575" ulx="465" uly="2521">erworben war, den Hebich dann ſogleich zu ummauern hatte. „So</line>
        <line lrx="1984" lry="2640" ulx="464" uly="2587">hat man allerhand Elend, wie es zur Heidenwelt gehört.“ All⸗</line>
        <line lrx="1983" lry="2708" ulx="465" uly="2653">mählich bekam denn doch der General eine ziemliche Achtung vor</line>
        <line lrx="1981" lry="2775" ulx="466" uly="2720">dem allezeit rüſtigen, unermüdlichen Prediger, und half ihm und</line>
        <line lrx="1500" lry="2839" ulx="465" uly="2786">ſeiner Gemeinde in mancherlei Schwierigkeiten.</line>
        <line lrx="1986" lry="2908" ulx="576" uly="2853">Hebichs Umgang mit den Offizieren wurde nun gleichfalls be⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1985" lry="2975" type="textblock" ulx="465" uly="2919">
        <line lrx="1985" lry="2975" ulx="465" uly="2919">lebter. Schon als Generalkaſſier der Miſſion hatte er, um ſeine</line>
      </zone>
      <zone lrx="2328" lry="568" type="textblock" ulx="2316" uly="460">
        <line lrx="2328" lry="568" ulx="2316" uly="541">1</line>
      </zone>
      <zone lrx="2328" lry="1179" type="textblock" ulx="2318" uly="1140">
        <line lrx="2328" lry="1179" ulx="2318" uly="1140">—</line>
      </zone>
      <zone lrx="2328" lry="1248" type="textblock" ulx="2318" uly="1207">
        <line lrx="2328" lry="1248" ulx="2318" uly="1207">—</line>
      </zone>
      <zone lrx="2328" lry="1382" type="textblock" ulx="2317" uly="1285">
        <line lrx="2328" lry="1382" ulx="2317" uly="1285">— —</line>
      </zone>
      <zone lrx="2328" lry="2202" type="textblock" ulx="2317" uly="1424">
        <line lrx="2328" lry="2202" ulx="2317" uly="1424">— — — — – — — — , —. —Cẽ —</line>
      </zone>
      <zone lrx="2328" lry="2336" type="textblock" ulx="2319" uly="2219">
        <line lrx="2328" lry="2336" ulx="2319" uly="2219">— —</line>
      </zone>
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        <line lrx="2328" lry="2792" ulx="2319" uly="2420">—w— —  — — — —</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1849" lry="729" type="textblock" ulx="331" uly="408">
        <line lrx="1849" lry="441" ulx="1806" uly="408">73</line>
        <line lrx="1847" lry="545" ulx="334" uly="474">Wechſel anzubringen, mit den Zahlmeiſtern ꝛc. gar viele Geſchäfte;</line>
        <line lrx="1845" lry="604" ulx="332" uly="541">und er machte keines ab, ohne auch für ſeinen HErrn ein gutes</line>
        <line lrx="1847" lry="670" ulx="333" uly="606">Wort einzulegen, bald mehr gelegentlich, ja ſcherzweiſe, bald in</line>
        <line lrx="1843" lry="729" ulx="331" uly="674">hohem Ernſt. Sprachen dann die Lieutenants vor einem Glas</line>
      </zone>
      <zone lrx="1890" lry="801" type="textblock" ulx="329" uly="743">
        <line lrx="1890" lry="801" ulx="329" uly="743">brandy and water von ihm, ſo giengen die Anſichten weit ausein⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1845" lry="1210" type="textblock" ulx="326" uly="808">
        <line lrx="1844" lry="866" ulx="330" uly="808">ander. Den einen ſchien er ein gefährlicher Enthuſiaſt, andern ein</line>
        <line lrx="1845" lry="942" ulx="328" uly="873">harmloſer, heiterer Mann von Einer Idee, wieder andern ein pfif⸗</line>
        <line lrx="1841" lry="1000" ulx="329" uly="942">figer Jude: „eines Tags werden wir noch ſehen, wie er mit einer</line>
        <line lrx="1841" lry="1070" ulx="326" uly="1010">ſchweren Kiſte, wenn er ſie erſt recht gefüllt hat, ſich einſchifft und</line>
        <line lrx="1838" lry="1139" ulx="328" uly="1077">aus dem Staube macht. Ich kanns beſchwören, daß er im letzten</line>
        <line lrx="1835" lry="1210" ulx="328" uly="1142">Monat 600 Pfd. St. bezog; das geht nicht mit rechten Dingen zu.“</line>
      </zone>
      <zone lrx="1867" lry="1276" type="textblock" ulx="325" uly="1209">
        <line lrx="1867" lry="1276" ulx="325" uly="1209">Doch fehlte es nicht an Leuten, die ihn um ſeiner regen Thätigkeit</line>
      </zone>
      <zone lrx="1838" lry="2929" type="textblock" ulx="312" uly="1244">
        <line lrx="1838" lry="1341" ulx="325" uly="1244">willen für ein Wunder von einem Manne hielten, obgleich ſie für</line>
        <line lrx="1837" lry="1408" ulx="324" uly="1341">ihre Perſon ihm ſcheu aus dem Wege giengen. Es iſt wohl vor⸗</line>
        <line lrx="1831" lry="1474" ulx="323" uly="1411">gekommen, daß ein junger Offizier nach ſeiner Bekehrung im früher</line>
        <line lrx="1833" lry="1539" ulx="324" uly="1477">geführten Tagebuch nachlas, welch ein Schwarm von Bazargeſchwätzen,</line>
        <line lrx="1838" lry="1604" ulx="324" uly="1542">Soldatenwitzen und Anekdoten, aufgetiſcht an den Meßtafeln der</line>
        <line lrx="1832" lry="1674" ulx="322" uly="1608">Offiziere ſich Tag für?Tag an den Namen des Bartmanns gehängt</line>
        <line lrx="1829" lry="1743" ulx="321" uly="1675">hatte, und dann laut auflachen mußte, wenn er ſein jetziges Wiſſen</line>
        <line lrx="1831" lry="1808" ulx="320" uly="1740">von „Hibick“ mit den früheren Eindrücken verglich. Darin liegt</line>
        <line lrx="1826" lry="1871" ulx="324" uly="1806">ein Wink, wie wenig im Grunde von dem Urtheil vieler Reiſenden</line>
        <line lrx="1831" lry="1935" ulx="322" uly="1874">zu halten iſt, die in Indien, Afrika ꝛc. geweſen ſind, und über die</line>
        <line lrx="1832" lry="2006" ulx="320" uly="1939">dortigen Miſſionen urtheilen, als hätten ſie den Gegenſtand gründ⸗</line>
        <line lrx="1828" lry="2072" ulx="319" uly="2005">lich erforſcht; wenn man aber nachſieht, findet ſich, daß ſie weder</line>
        <line lrx="1830" lry="2137" ulx="317" uly="2071">je eine Schule beſucht, noch ins Miſſionsgehöfte einmal auch nur</line>
        <line lrx="1829" lry="2202" ulx="316" uly="2137">hereingeſchaut haben, weil die ganze Sache ihnen widerlich und</line>
        <line lrx="1829" lry="2272" ulx="316" uly="2204">läſtig war. Dennoch wiſſen ſie über alles zu ſprechen, d. h. abzu⸗</line>
        <line lrx="490" lry="2322" ulx="315" uly="2271">ſprechen.</line>
        <line lrx="1813" lry="2400" ulx="426" uly="2338">In dieſer Zeit angeſtrengter, oft bänglicher Arbeit war es,</line>
        <line lrx="1829" lry="2469" ulx="316" uly="2402">daß Hebich ſich das Gebetsleben zur zweiten Natur machte. Nie</line>
        <line lrx="1826" lry="2532" ulx="316" uly="2468">gieng er aus, ohne erſt ſich auf die Knie zu werfen und Gott um</line>
        <line lrx="1825" lry="2602" ulx="313" uly="2534">Bewahrung und Segen für die unternommene Arbeit zu bitten.</line>
        <line lrx="1826" lry="2668" ulx="314" uly="2600">Immer war ihm bange, in irgend etwas auf eigene Fauſt zu han⸗</line>
        <line lrx="1820" lry="2734" ulx="314" uly="2667">deln, da denn „die Eſelsohren des alten Adams“ nothwendig zum</line>
        <line lrx="1826" lry="2798" ulx="314" uly="2731">Vorſchein kommen müßten. Kein Geſchäft konnte ſo dringlich oder</line>
        <line lrx="1825" lry="2865" ulx="312" uly="2800">ſo äußerlich ſein, daß es ihm nicht erlaubte, vorher Gott um ſein</line>
        <line lrx="1824" lry="2929" ulx="314" uly="2863">Mitwirken anzuflehen; wenn es vollends ſich um Arbeit an Seelen</line>
      </zone>
      <zone lrx="1820" lry="2997" type="textblock" ulx="312" uly="2931">
        <line lrx="1820" lry="2997" ulx="312" uly="2931">handelte, wie ſo gar nichts ließ ſich da ohne Ihn machen! So</line>
      </zone>
    </surface>
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        <line lrx="503" lry="441" ulx="458" uly="407">74</line>
      </zone>
      <zone lrx="2009" lry="3003" type="textblock" ulx="460" uly="465">
        <line lrx="1981" lry="537" ulx="460" uly="465">hat er denn um jede einzelne Seele viel gerungen und die ſpeciellſte</line>
        <line lrx="1976" lry="603" ulx="461" uly="533">Fürbitte treu geübt, ſie auch andern Brüdern unabläſſig empfohlen.</line>
        <line lrx="1981" lry="669" ulx="464" uly="603">So kindlich er aber im Beten war, ſo mannhaft dann im Handeln;</line>
        <line lrx="1982" lry="739" ulx="464" uly="669">er zweifelte keinen Augenblick, daß er die Bitte bereits habe, die er</line>
        <line lrx="1973" lry="801" ulx="463" uly="736">kaum erſt hinaufgeſchickt, und ſetzte ſich mitten in die Verheißungen</line>
        <line lrx="1984" lry="872" ulx="465" uly="798">hinein mit einer Zuverſicht, welche vorſichtig wandelnde Chriſten</line>
        <line lrx="1722" lry="938" ulx="466" uly="875">leicht befremden konnte.</line>
        <line lrx="1984" lry="1002" ulx="577" uly="936">Auch ein Faſten verband er mit dem Beten. Da die engliſchen</line>
        <line lrx="1988" lry="1069" ulx="468" uly="1003">Soldaten ihn einmal einluden, beim Jahresfeſt ihres Mäßigkeits⸗</line>
        <line lrx="1986" lry="1133" ulx="467" uly="1070">vereins den Vorſitz zu übernehmen, hielt er das für einen Wink,</line>
        <line lrx="1989" lry="1205" ulx="467" uly="1138">hinfort auch den gelegentlichen Genuß von Wein und Bier ſich zu</line>
        <line lrx="1988" lry="1271" ulx="471" uly="1204">verſagen. Hatte er doch gar viel mit Trunkenbolden zu thun und</line>
        <line lrx="1991" lry="1334" ulx="471" uly="1270">erkannte bald genug, wie nur totale Abſtinenz dieſe vor Rückfällen</line>
        <line lrx="1988" lry="1403" ulx="469" uly="1336">bewahre. Auch ſeine „Kinder“, ob nun Gemeine oder Offiziere,</line>
        <line lrx="1993" lry="1464" ulx="472" uly="1402">lud er immer aufs dringendſte ein, hierin ohne Wanken ein Allen</line>
        <line lrx="1988" lry="1535" ulx="472" uly="1465">verſtändliches Beiſpiel zu geben. So lange er in Indien weilte,</line>
        <line lrx="1944" lry="1599" ulx="474" uly="1536">blieb er bei dieſer Regel und durfte ſchöne Früchte davon erleben.</line>
        <line lrx="1994" lry="1667" ulx="585" uly="1602">Im Mai 1842 ſchreibt Hebich: „Der Kaplan war gerade jetzt</line>
        <line lrx="1995" lry="1733" ulx="480" uly="1668">volle vier Wochen abweſend, ſo daß ich nun auch Sonntag Abends</line>
        <line lrx="1995" lry="1803" ulx="480" uly="1736">den Engländern zu predigen hatte, wozu Hoch und Niedrig kamen,</line>
        <line lrx="1996" lry="1868" ulx="480" uly="1797">manche aus Neugierde; doch haben ſie Gelegenheit, ein handgreifliches</line>
        <line lrx="1999" lry="1937" ulx="479" uly="1867">Wort zu hören.“ Jeden Sonntag Morgen (11—1 Uhr) predigte</line>
        <line lrx="1999" lry="2000" ulx="480" uly="1936">er nun der ſchwarzen Gemeinde, Abends (6 ½ — 8 Uhr) einer „an⸗</line>
        <line lrx="2001" lry="2072" ulx="478" uly="2000">ſehnlichen“ engliſchen Gemeinde (beſtehend aus Gentlemen, Solda⸗</line>
        <line lrx="2000" lry="2135" ulx="480" uly="2067">ten, Miſchlingen und Portugieſen); Montag Abend war Miſſions⸗</line>
        <line lrx="2002" lry="2204" ulx="480" uly="2124">ſtunde, Dienſtag und Freitag wieder engliſcher Gottesdienſt; am</line>
        <line lrx="2000" lry="2268" ulx="483" uly="2200">Donnerſtag und Samſtag Tamil- und portugieſiſche Predigt ꝛc.</line>
        <line lrx="2003" lry="2335" ulx="482" uly="2266">Dann erhielten die Taufkandidaten täglich zwei Stunden Unter⸗</line>
        <line lrx="2002" lry="2403" ulx="483" uly="2332">richt ꝛc. „ſo bin ich angebunden wie ein Kettenhund, aber Gottlob!</line>
        <line lrx="1155" lry="2467" ulx="486" uly="2412">das Wort iſt nicht gebunden.“</line>
        <line lrx="2002" lry="2535" ulx="598" uly="2464">Noch mehr erweiterte ſich Hebichs Wirkungskreis, als im Sep⸗</line>
        <line lrx="2005" lry="2602" ulx="486" uly="2532">tember der Kaplan genöthigt war, einen halbjährigen Urlaub zu</line>
        <line lrx="2005" lry="2671" ulx="487" uly="2598">nehmen. Mit großer Freudigkeit und immer gleicher Kraft warf er</line>
        <line lrx="2006" lry="2738" ulx="488" uly="2666">ſich in die vielartige Arbeit und wurde, ſo viel an ihm lag, der</line>
        <line lrx="2007" lry="2807" ulx="491" uly="2732">geiſtliche Berather Aller, die etwas Beſſeres ſuchten. Doch ſchüttel⸗</line>
        <line lrx="2005" lry="2870" ulx="490" uly="2799">ten auch einige gute Anglikaner den Kopf und deuteten beinahe an,</line>
        <line lrx="2004" lry="2936" ulx="494" uly="2865">Hebich mit ſeinem rückſichtsloſen Vorgehen habe zur Krankheit des</line>
        <line lrx="2009" lry="3003" ulx="493" uly="2932">Kaplans nicht wenig beigetragen. Das engliſche prayerbook hatte</line>
      </zone>
      <zone lrx="2105" lry="3100" type="textblock" ulx="414" uly="3071">
        <line lrx="2105" lry="3100" ulx="414" uly="3071">—.— ——— – —r -=— —— —— — ==—</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1851" lry="887" type="textblock" ulx="340" uly="426">
        <line lrx="1850" lry="461" ulx="1808" uly="426">75</line>
        <line lrx="1850" lry="556" ulx="342" uly="496">Hebich bei Seite gelegt, ſeit er in Kannanur ſtand, und fühlte ſich</line>
        <line lrx="1851" lry="622" ulx="341" uly="566">nun erſt „ganz frei. Daß nun auch die Weißen mit den Schwar⸗</line>
        <line lrx="1847" lry="689" ulx="341" uly="632">zen das heilige Abendmahl genießen, macht ſich gar ſchön, dadurch</line>
        <line lrx="1851" lry="753" ulx="340" uly="698">werden die Leute immer freier und die Bande der eiſernen Formen</line>
        <line lrx="1851" lry="818" ulx="340" uly="765">werden gelöst. Chriſtus Jeſus allein und Er nur das Ziel. Amen. —</line>
        <line lrx="1843" lry="887" ulx="342" uly="830">Meine Zeit iſt ganz für das Werk des HErrn: ich ſehe niemand,</line>
      </zone>
      <zone lrx="1851" lry="955" type="textblock" ulx="315" uly="894">
        <line lrx="1851" lry="955" ulx="315" uly="894">beſuche niemand, eſſe bei niemand, predige aber dreimal den Eng⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1854" lry="3018" type="textblock" ulx="337" uly="964">
        <line lrx="1850" lry="1022" ulx="340" uly="964">ländern, wo ſie dann, ſo viele wollen, Gelegenheit haben, mich zu</line>
        <line lrx="1851" lry="1087" ulx="340" uly="1030">ſehen und zu hören, — dadurch ſpringt mir meine Zeit heraus, die</line>
        <line lrx="945" lry="1150" ulx="339" uly="1095">ich ſo nothwendig brauche.“</line>
        <line lrx="1849" lry="1218" ulx="450" uly="1163">Neben dem allem gieng nun die Arbeit an den Tamil⸗Leuten</line>
        <line lrx="1851" lry="1288" ulx="339" uly="1230">und anderem Anhängſel der Regimenter fort. Hier machten ihm</line>
        <line lrx="1850" lry="1355" ulx="339" uly="1297">neben den Säufern am meiſten Noth die unreinen Verbindungen,</line>
        <line lrx="1853" lry="1420" ulx="338" uly="1363">in welche die Mehrzahl auch der Namenchriſten, noch mehr der</line>
        <line lrx="1850" lry="1487" ulx="340" uly="1429">Heiden verwickelt war. Dieſe zu ordnen, ließ er ſich keine Zeit und</line>
        <line lrx="1852" lry="1554" ulx="341" uly="1496">Mühe koſten; er hat auch in Ausnahmsfällen ſich zu Wageſtücken</line>
        <line lrx="1851" lry="1620" ulx="341" uly="1564">entſchloſſen, die ihm leicht ſchwere Proceſſe an den Hals hängen</line>
        <line lrx="1853" lry="1685" ulx="342" uly="1629">konnten, z. B zur einſeitigen Scheidung einer Frau von ihrem ſeit</line>
        <line lrx="1854" lry="1753" ulx="341" uly="1695">Jahren im Zuchthaus befindlichen Mann und zur Trauung der⸗</line>
        <line lrx="1849" lry="1819" ulx="339" uly="1762">ſelben mit dem Vater ihrer jungen Kinder. Die Regel blieb ihm</line>
        <line lrx="1849" lry="1887" ulx="340" uly="1827">dabei, auch den verzweifeltſten Fall nicht ohne Weiteres abzuweiſen;</line>
        <line lrx="1844" lry="1952" ulx="340" uly="1894">natürlich aber galt es bei Rettungsverſuchen mit ſo verſchiedenartigen,</line>
        <line lrx="1848" lry="2018" ulx="339" uly="1959">theilweiſe gar geriebenen Perſonen, Tag und Nacht zu wachen. „Ich</line>
        <line lrx="1849" lry="2083" ulx="339" uly="2025">ſollte immer,“ ſchreibt er, „hinten und vornen ſein, denn ich habe</line>
        <line lrx="1849" lry="2150" ulx="339" uly="2091">es mit einem Geſchlecht von Menſchen zu thun, die in allem Elend</line>
        <line lrx="1852" lry="2216" ulx="341" uly="2158">auch oft noch in aller Gottloſigkeit leben. Wer etwas unter ihnen</line>
        <line lrx="1852" lry="2285" ulx="340" uly="2224">wirken will, muß Manches im Namen des Herrn wagen; menſch⸗</line>
        <line lrx="1850" lry="2354" ulx="338" uly="2291">liche Klugheit kanns nicht thun, und wer zu vorſichtig iſt, kann faſt</line>
        <line lrx="740" lry="2413" ulx="339" uly="2358">nichts ausrichten.“</line>
        <line lrx="1851" lry="2484" ulx="451" uly="2423">Miſſ. G. Weig le, der in jener Zeit die Malabarſtationen be⸗</line>
        <line lrx="1853" lry="2552" ulx="338" uly="2493">ſuchte, faßte ſeine Eindrücke in folgende Worte: „Im Süden iſt</line>
        <line lrx="1849" lry="2620" ulx="338" uly="2558">mirs ſehr lieblich ergangen. Bruder Hebich mit ſeiner kräftigen,</line>
        <line lrx="1849" lry="2685" ulx="337" uly="2622">höchſt eigenthümlichen Wirkungsweiſe hat ein ſchönes Feld. Ich</line>
        <line lrx="1849" lry="2757" ulx="338" uly="2691">predigte der ziemlich anſehnlichen Tamil⸗Gemeinde kanareſiſch, was</line>
        <line lrx="1849" lry="2819" ulx="338" uly="2757">die Katechiſten (wegen der großen Aehnlichkeit der Sprachen und</line>
        <line lrx="1847" lry="2885" ulx="337" uly="2823">völligen Identität der Konſtruktion) geläufig ins Tamil überſetzen.</line>
        <line lrx="1849" lry="2950" ulx="339" uly="2883">Sodann hatte ich auch die Freude, das erſtemal in meinem Leben, in</line>
        <line lrx="1849" lry="3018" ulx="339" uly="2956">einer portugieſiſchen Verſammlung zu reden, wo der Hausvater, ein</line>
      </zone>
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        <line lrx="511" lry="444" ulx="467" uly="411">76</line>
      </zone>
      <zone lrx="1997" lry="2141" type="textblock" ulx="469" uly="479">
        <line lrx="1989" lry="543" ulx="470" uly="479">angeſehener Beamter, meine engliſche Predigt in die ſchönen melo⸗</line>
        <line lrx="1988" lry="608" ulx="469" uly="546">diſchen Perioden dieſer leider ſo ſelten zum Kanal göttlicher Wahr⸗</line>
        <line lrx="1990" lry="673" ulx="476" uly="613">heit werdenden Sprache übertrug. Endlich durfte ich auch mit eng⸗</line>
        <line lrx="1991" lry="742" ulx="475" uly="679">liſch chriſtlichen Freunden, die dem lieben Hebich als eine Gemeinde</line>
        <line lrx="1989" lry="809" ulx="475" uly="744">angehören, eine Bekanntſchaft anknüpfen. Der Alte hat jeden Tag</line>
        <line lrx="1991" lry="875" ulx="470" uly="811">wenigſtens eine Meeting, Predigt oder dergleichen außer ſeinen</line>
        <line lrx="1987" lry="943" ulx="470" uly="878">ſonſtigen Geſchäften mit Katechumenen, Schulen, Bazarpredigt ꝛc.“</line>
        <line lrx="1573" lry="1011" ulx="472" uly="953">(September 1842). .</line>
        <line lrx="1990" lry="1071" ulx="583" uly="1010">Gerade jetzt aber neigte ſich ein Zweig ſeiner Thätigkeit bereits</line>
        <line lrx="1993" lry="1144" ulx="470" uly="1073">zu ſeinem Niedergang: die portugieſiſche Verſammlung gieng allmäh⸗</line>
        <line lrx="1993" lry="1209" ulx="472" uly="1141">lich auseinander. Natürlich wurde ihr ſchon vom katholiſchen Prie⸗</line>
        <line lrx="1995" lry="1275" ulx="470" uly="1209">ſter auf jede Weiſe entgegengearbeitet; die Hauptſchuld aber fällt</line>
        <line lrx="1993" lry="1341" ulx="483" uly="1275">auf innern Zwiſt der Betheiligten, wobei Hebich ganz neue Erfah⸗</line>
        <line lrx="1996" lry="1408" ulx="481" uly="1342">rungen von der Leidenſchaftlichkeit und dem Parteiweſen dieſes roma⸗</line>
        <line lrx="1997" lry="1474" ulx="478" uly="1409">niſchen Völkleins machte. „Es gibt da Todfeindſchaften; gelegent⸗</line>
        <line lrx="1995" lry="1540" ulx="476" uly="1473">lich miethet man Leute, die fürs Geld ſchlagen, wer und wie</line>
        <line lrx="1995" lry="1609" ulx="479" uly="1539">geſchlagen werden ſoll.“ Er vermochte einmal einen ſeiner Zuhörer</line>
        <line lrx="1996" lry="1673" ulx="476" uly="1607">dahin, ſeinen Austritt aus dem Freimaurerorden zu erklären, wo⸗</line>
        <line lrx="1991" lry="1738" ulx="472" uly="1673">rüber derſelbe in bittere Streitigkeiten verflochten wurde. So ſehr</line>
        <line lrx="1989" lry="1809" ulx="477" uly="1741">ſich Hebich bemühte, die Sache zu vermitteln, gelang es ihm doch</line>
        <line lrx="1991" lry="1875" ulx="475" uly="1802">nicht. Sein bisheriger Gönner kündigte ihm auf, indem er ſeinem</line>
        <line lrx="1990" lry="1942" ulx="474" uly="1874">lange bekämpften Haß gegen priestcraft die Zügel ſchießen ließ und</line>
        <line lrx="1992" lry="2009" ulx="476" uly="1940">dagegen die Herrlichkeit des Ordens (the craft divine) in den Him⸗</line>
        <line lrx="1995" lry="2074" ulx="476" uly="2008">mel erhob. Hebichs Einfluß auf die Portugieſen war im September</line>
        <line lrx="955" lry="2141" ulx="479" uly="2085">1843 völlig zu Ende.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1640" lry="2373" type="textblock" ulx="845" uly="2279">
        <line lrx="1640" lry="2373" ulx="845" uly="2279">4. Stellung zu den Aitarbeitern.</line>
      </zone>
      <zone lrx="2003" lry="3007" type="textblock" ulx="480" uly="2407">
        <line lrx="1999" lry="2472" ulx="594" uly="2407">Mit großem Intereſſe hatte ſich Hebich an der Ausdehnung</line>
        <line lrx="2001" lry="2539" ulx="480" uly="2475">der Miſſion nach Kalikut betheiligt, welche im Mai 1842 zu</line>
        <line lrx="2000" lry="2601" ulx="484" uly="2540">Stande kam. Miſſ. Fritz, bisher in Talatſcheri, zog nun in die</line>
        <line lrx="2002" lry="2675" ulx="482" uly="2601">Hauptſtadt der Provinz, wo es ihm durch Hebichs energiſche Mit⸗</line>
        <line lrx="2002" lry="2741" ulx="482" uly="2673">wirkung bald gelang, den paſſendſten Platz für eine neue Station</line>
        <line lrx="753" lry="2812" ulx="482" uly="2755">zu erwerben.</line>
        <line lrx="2003" lry="2869" ulx="595" uly="2806">Ein warmer Miſſionsfreund, H. V. Conolly, war damals Kol⸗</line>
        <line lrx="2003" lry="2935" ulx="485" uly="2873">lektor von Malabar und förderte das Werk aus allen Kräften, in⸗</line>
        <line lrx="2001" lry="3007" ulx="486" uly="2940">dem er ſchon auch im Verein mit der Miſſion für die halbthieriſchen</line>
      </zone>
    </surface>
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        <line lrx="290" lry="3054" ulx="253" uly="2972">—</line>
      </zone>
      <zone lrx="1854" lry="410" type="textblock" ulx="1812" uly="377">
        <line lrx="1854" lry="410" ulx="1812" uly="377">77</line>
      </zone>
      <zone lrx="1897" lry="2959" type="textblock" ulx="335" uly="450">
        <line lrx="1856" lry="504" ulx="338" uly="450">Nayadis im Süden von Kalikut ſorgte. Dieſes Völklein von Wald⸗</line>
        <line lrx="1855" lry="573" ulx="335" uly="516">menſchen zu civiliſiren, hielt er für eiune Aufgabe der Regierung; da</line>
        <line lrx="1856" lry="639" ulx="336" uly="583">ſie aber von dieſer beharrlich abgewieſen wurde, machte er ſie zu</line>
        <line lrx="1853" lry="704" ulx="336" uly="649">ſeiner eigenen, freilich ohne hievon die gewünſchten Früchte zu ſehen.</line>
        <line lrx="1852" lry="769" ulx="336" uly="716">Die neue Station durfte aber alsbald eine beſondere Freude erleben</line>
        <line lrx="1853" lry="838" ulx="341" uly="783">an der Bekehrung eines ſtolzen Nayers, der wegen Mords zum Tode</line>
        <line lrx="1855" lry="904" ulx="337" uly="848">verurtheilt, jedes Wort von Jeſu begierig verſchlang und bei ſeinem</line>
        <line lrx="1856" lry="969" ulx="341" uly="915">Gang nach dem Hochgericht ſeinen Glauben an den Herrn Jeſum</line>
        <line lrx="1856" lry="1036" ulx="339" uly="981">freudig bekannte, ſo daß auch der etwas ſkeptiſche Richter S., der</line>
        <line lrx="1855" lry="1102" ulx="341" uly="1048">doch den Miſſionar zu dem Gefangenen eingelaſſen hatte, von frohem</line>
        <line lrx="1855" lry="1169" ulx="341" uly="1114">Erſtaunen bewegt wurde und ſich mit Fritz im Preiſe des HErrn</line>
        <line lrx="550" lry="1234" ulx="338" uly="1181">vereinigte.</line>
        <line lrx="1857" lry="1302" ulx="452" uly="1246">An die Stelle von Fritz war Ch. Irion in Talatſcheri getre⸗</line>
        <line lrx="1855" lry="1369" ulx="339" uly="1314">ten (Februar 1842), der von ſeiner erſten Begegnung mit Hebich</line>
        <line lrx="1857" lry="1435" ulx="339" uly="1380">noch oft in ſeiner launigen Art erzählen konnte. Kaum benachrich⸗</line>
        <line lrx="1856" lry="1501" ulx="339" uly="1446">tigt von der Ankunft eines neuen Mitſtreiters, war Hebich, ſobald</line>
        <line lrx="1855" lry="1570" ulx="341" uly="1508">er ſich Luft machen konnte, herübergeritten, um ihn zu begrüßen.</line>
        <line lrx="1858" lry="1636" ulx="340" uly="1580">Er nahm den jungen Mann auf einen Spaziergang mit, deutete</line>
        <line lrx="1855" lry="1701" ulx="339" uly="1647">ihm dieſe und jene fremdartige Erſcheinung, an der ſie vorbeikamen,</line>
        <line lrx="1854" lry="1768" ulx="338" uly="1713">und ſetzte ſich mit ihm endlich auf die einſame Batterie, welche die</line>
        <line lrx="1854" lry="1835" ulx="340" uly="1780">letzten Belagerer von Talatſcheri auf dem Hügel von Nettur gelaſſen</line>
        <line lrx="1856" lry="1900" ulx="340" uly="1846">hatten. Das gauze Geſpräch zielte darauf ab, dem Ankömmling</line>
        <line lrx="1855" lry="1968" ulx="341" uly="1914">das Geſtändniß zu entlocken, daß er abſolut nichts wiſſe, wozu ſich</line>
        <line lrx="1856" lry="2033" ulx="342" uly="1979">derſelbe jedoch nicht allzubereit zeigte. Hebich meinte: er müſſe doch</line>
        <line lrx="1858" lry="2100" ulx="341" uly="2045">ganz überwältigt ſein von all dem Neuen, das jetzt auf ihn ein⸗</line>
        <line lrx="1897" lry="2167" ulx="340" uly="2110">ſtürme; wie gewaltig nur die Aufgabe, ſelbſt feſtzuſtehen mitten in</line>
        <line lrx="1859" lry="2234" ulx="343" uly="2176">dieſem Heidenlande! nun gelte es aber dem Teufel zu Leibe zu ge⸗</line>
        <line lrx="1853" lry="2298" ulx="341" uly="2243">hen, ihm die von Chriſto ſchon erkaufte und erlöste Beute abzujagen</line>
        <line lrx="1858" lry="2365" ulx="341" uly="2309">— „nicht wahr, da hilft dir alles Gelernte rein nichts? Da mußt</line>
        <line lrx="1858" lry="2431" ulx="344" uly="2378">du doch ſehen, daß du alles Nöthige vom Anfang an ganz neu zu</line>
        <line lrx="1859" lry="2496" ulx="344" uly="2442">lernen haſt? ꝛc.“ Er drang nicht durch. Irion aber bemerkt</line>
        <line lrx="1852" lry="2562" ulx="343" uly="2509">ſchalkhaft, wie froh er ſelbſt ſpäter, wenn neue Miſſionare nach⸗</line>
        <line lrx="1859" lry="2630" ulx="343" uly="2575">kamen, daran geweſen ſein würde, hätten dieſe die von Hebich ge⸗</line>
        <line lrx="1165" lry="2694" ulx="343" uly="2641">wünſchte „Unwiſſenheit“ mitgebracht.</line>
        <line lrx="1855" lry="2761" ulx="458" uly="2706">Es herrſchte nun ein lebhafter Verkehr zwiſchen Talatſcheri und</line>
        <line lrx="1859" lry="2826" ulx="343" uly="2772">Kannanur. Hatte Hebich ſchwer geladen, ſo ritt er gern, oft erſt</line>
        <line lrx="1855" lry="2893" ulx="343" uly="2839">in der Nacht, herüber, um ſich auszuſprechen; öfter ſandte er auch</line>
        <line lrx="1855" lry="2959" ulx="343" uly="2903">Knaben und Mädchen, wie ſie ihm beſtändig unter die Hand kamen,</line>
      </zone>
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        <line lrx="520" lry="411" ulx="476" uly="376">78</line>
      </zone>
      <zone lrx="2009" lry="2978" type="textblock" ulx="476" uly="445">
        <line lrx="1990" lry="504" ulx="476" uly="445">in die Anſtalten der Nachbarſtation, da bei ihm ſelbſt für das</line>
        <line lrx="1991" lry="574" ulx="479" uly="515">Schulweſen und ſtetige Erziehung vorerſt noch ſchlecht geſorgt war;</line>
        <line lrx="1992" lry="641" ulx="478" uly="579">ſeinerſeits ſuchte er dann von ihr Bräute für ſeine jungen Leute zu</line>
        <line lrx="1993" lry="708" ulx="479" uly="647">gewinnen. Dafür hatte Kannanur den Vorzug, daß dort immer</line>
        <line lrx="1995" lry="773" ulx="480" uly="716">etwas Neues geſchah; und die Arbeiter von Talatſcheri ſuchten gerne</line>
        <line lrx="1996" lry="840" ulx="481" uly="779">eine Abwechslung von ihren etwas eintönigen Aufgaben durch Ein⸗</line>
        <line lrx="1995" lry="908" ulx="480" uly="844">kehr in der bewegten Militärſtation, wo man an neubekehrten Offi⸗</line>
        <line lrx="1721" lry="977" ulx="479" uly="918">zieren oder Soldaten ſich immer wieder wärmen konnte.</line>
        <line lrx="1993" lry="1041" ulx="591" uly="979">Aus dem ſchriftlichen Verkehr, der doch meiſt Geſchäfte betraf,</line>
        <line lrx="1997" lry="1109" ulx="480" uly="1044">möge auch ein längerer Erguß hier eine Stelle finden! Im Mai</line>
        <line lrx="1991" lry="1176" ulx="482" uly="1111">1842 ſchrieb Hebich: „Allerhand liegt ſchwer auf mir; weißt ja</line>
        <line lrx="1991" lry="1243" ulx="482" uly="1179">wohl, wie es geht, wenns drückt. Meine Hausſache iſt vom Gene⸗</line>
        <line lrx="1996" lry="1310" ulx="481" uly="1243">ral beigelegt und ſomit wieder in Ordnung, wers glaubt. Das</line>
        <line lrx="1998" lry="1376" ulx="481" uly="1309">ſind Hottentottengeſchichten. Bin eben bemüht, mich im Fiſcherdorf</line>
        <line lrx="1998" lry="1444" ulx="484" uly="1378">zu etabliren, habe ein Haus gekauft, aber die Verkäufer ſind um</line>
        <line lrx="1999" lry="1515" ulx="483" uly="1443">Alles nicht zuſammenzubringen. Auch iſt mein Bapu krank (der</line>
        <line lrx="1996" lry="1576" ulx="483" uly="1510">Knecht, von dem noch die Rede ſein wird). Sonſt alles Gottlob</line>
        <line lrx="1998" lry="1640" ulx="483" uly="1576">über Bitten und Verſtehen. Der HErr thut Großes. Er iſt immer</line>
        <line lrx="2001" lry="1710" ulx="485" uly="1641">Jeſus und Herr. Thut mir leid, daß ich ſo lange nicht einmal</line>
        <line lrx="2003" lry="1777" ulx="484" uly="1703">ſchreiben konnte; mußt ja nichts drin ſuchen, die Schuld davon iſt</line>
        <line lrx="1999" lry="1840" ulx="488" uly="1775">allein meine Laſt. Mein Herz und Gebet iſt bei euch in Allem.</line>
        <line lrx="1997" lry="1909" ulx="488" uly="1843">Er muß in uns leben, dann können wir den Druck von außen und</line>
        <line lrx="1997" lry="1975" ulx="486" uly="1909">von innen mit Freude ertragen. Es iſt aber ein heißes Klima, wo</line>
        <line lrx="2003" lry="2042" ulx="488" uly="1973">das Herz bald austrocknet, wenn der HErr nicht ſeine Brünnlein</line>
        <line lrx="2003" lry="2109" ulx="492" uly="2040">laufen läßt. Möge Er eure Gemeinſchaft ſegnen, eure Seelen</line>
        <line lrx="2000" lry="2175" ulx="488" uly="2108">erfriſchen mit Ihm ſelber und euch einen königlichen Sinn geben!“</line>
        <line lrx="2005" lry="2241" ulx="601" uly="2174">Eben jetzt wollte die Kommittee dem ſchwerbelaſteten Kämpen</line>
        <line lrx="2001" lry="2307" ulx="487" uly="2240">ſeine Arbeit erleichtern, indem ſie ihm die Sendung eines Gehilfen</line>
        <line lrx="2001" lry="2374" ulx="489" uly="2306">in Ausſicht ſtellte. Darüber — erſchrack er nicht wenig. „Ach,“</line>
        <line lrx="2005" lry="2441" ulx="491" uly="2372">konnte er ſagen, „wie haben wir uns Anno 36 auf neue Brüder</line>
        <line lrx="2006" lry="2509" ulx="492" uly="2434">gefreut, und wie hart iſts gegangen! Gebrannte Kinder fürchtens</line>
        <line lrx="2008" lry="2572" ulx="492" uly="2504">Feuer.“ Er antwortete daher abwehrend (11. Mai): „Beten Sie</line>
        <line lrx="2007" lry="2642" ulx="491" uly="2571">für mich und das hieſige Werk. Durch native Hilfe, die mir der</line>
        <line lrx="2008" lry="2708" ulx="496" uly="2640">HErr gibt, und aus Gnaden noch mehr geben wird, wie ich zuver⸗</line>
        <line lrx="2007" lry="2778" ulx="497" uly="2706">ſichtlich hoffe, kann ich das Werk, ſo lange Er mir Geſundheit</line>
        <line lrx="2009" lry="2845" ulx="496" uly="2772">ſchenkt, munter forttreiben. Dies zu Ihrem Troſte! Denken Sie</line>
        <line lrx="2008" lry="2911" ulx="499" uly="2842">daher nicht an mich, ſondern ſuchen Sie nur erſt zu verſorgen, was</line>
        <line lrx="2008" lry="2978" ulx="502" uly="2906">zu Ihnen um Hilfe ſchreit. Ich wollte, daß Sie Vingorla und</line>
      </zone>
      <zone lrx="513" lry="3084" type="textblock" ulx="401" uly="3074">
        <line lrx="513" lry="3084" ulx="401" uly="3074">— —</line>
      </zone>
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        <line lrx="15" lry="1384" ulx="8" uly="1332">—</line>
      </zone>
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        <line lrx="15" lry="1442" ulx="0" uly="1413">=</line>
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      <zone lrx="1864" lry="508" type="textblock" ulx="346" uly="376">
        <line lrx="1864" lry="414" ulx="1820" uly="376">79</line>
        <line lrx="1857" lry="508" ulx="346" uly="452">Merkara beſetzen könnten ꝛc.!“ Mögling, den er von dieſer Ver⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1863" lry="581" type="textblock" ulx="335" uly="520">
        <line lrx="1863" lry="581" ulx="335" uly="520">legenheit in Kenntniß ſetzte, meinte, er ſollte ſich noch deutlicher</line>
      </zone>
      <zone lrx="1879" lry="2965" type="textblock" ulx="348" uly="587">
        <line lrx="1862" lry="641" ulx="348" uly="587">ausdrücken: „Einen Bruder, der bereit iſt, nicht von oben herunter,</line>
        <line lrx="1864" lry="710" ulx="348" uly="654">ſondern von unten hinauf zu dienen, könnteſt du wohl brauchen.</line>
        <line lrx="1866" lry="774" ulx="349" uly="720">Wenn du aber in Baſel verſtanden ſein willſt, ſo mußt du dein Re⸗</line>
        <line lrx="1865" lry="843" ulx="350" uly="786">cept deutlich ſchreiben, ſonſt überſieht man, was du eigentlich willſt,</line>
        <line lrx="1864" lry="909" ulx="348" uly="853">und ſchickt dir ein beſcheidenes Brüderlein, wie dir ſchon mehrere</line>
        <line lrx="1035" lry="975" ulx="353" uly="922">auf den Hals gekommen ſind.“</line>
        <line lrx="1866" lry="1041" ulx="463" uly="985">Es war ein Fehler, daß Hebich die Sache hängen ließ. Im</line>
        <line lrx="1866" lry="1108" ulx="351" uly="1053">November beſuchte ihn Mögling und bewog ihn, die Ankunft der</line>
        <line lrx="1867" lry="1174" ulx="353" uly="1118">acht Geſchwiſter — der größten Partie, die bisher von Baſel aus⸗</line>
        <line lrx="1866" lry="1241" ulx="352" uly="1183">geſendet worden war — in Mangalur mitzufeiern. Zu einer</line>
        <line lrx="1868" lry="1307" ulx="350" uly="1251">ſolchen Feſtreiſe mußte er ſich ſchon einmal losreißen und die alte</line>
        <line lrx="1868" lry="1374" ulx="353" uly="1318">Station wieder beſuchen. An einem Sonntagmorgen (27. Novem⸗</line>
        <line lrx="1867" lry="1440" ulx="352" uly="1385">ber) landeten die Erwarteten in Mangalur, wurden von den</line>
        <line lrx="1868" lry="1506" ulx="355" uly="1452">Inſtitutsknaben mit deutſchen Melodien bewillkommt und konnten</line>
        <line lrx="1869" lry="1574" ulx="354" uly="1517">nun nach Luſt dem Tulu⸗Gottesdienſte oder der engliſchen Predigt</line>
        <line lrx="1870" lry="1640" ulx="356" uly="1584">anwohnen, welche letztere Hebich auf ſich nahm, wie er auch Nach⸗</line>
        <line lrx="1868" lry="1707" ulx="355" uly="1650">mittags kanareſiſch predigte und zwiſchenhinein den Landsleuten,</line>
        <line lrx="1869" lry="1775" ulx="356" uly="1716">damit ſie auch etwas hätten, etliche deutſche Worte zurief. Zum</line>
        <line lrx="1871" lry="1842" ulx="356" uly="1784">heiligen Abendmahl vereinigten ſich beide Gemeinden, und mehrere</line>
        <line lrx="1870" lry="1908" ulx="357" uly="1852">der Neugekommenen weinten vor Freuden. Auch Hebich ruft aus:</line>
        <line lrx="1870" lry="1975" ulx="362" uly="1916">„Was würde ich geben, wenn Sie, theure Väter und Brüder, ein⸗</line>
        <line lrx="1869" lry="2040" ulx="359" uly="1983">mal einen ſolchen Anblick hätten! Vor acht Jahren Alles noch</line>
        <line lrx="1872" lry="2105" ulx="358" uly="2048">todt, und jetzt — ſiehe da ein Häuflein Gläubiger, die ſich freuen</line>
        <line lrx="1869" lry="2173" ulx="359" uly="2114">im HErrn Jeſu. Das hat der HErr gethan; Ihm ſei Ehre und</line>
        <line lrx="1263" lry="2238" ulx="359" uly="2184">Anbetung von nun an bis in Ewigkeit.“</line>
        <line lrx="1873" lry="2302" ulx="471" uly="2244">Tags darauf traute er ſeinen Freund Greiner mit der kaum</line>
        <line lrx="1870" lry="2369" ulx="364" uly="2312">gelandeten Braut, worauf man Nachmittags in freudigſter Stimmung</line>
        <line lrx="1870" lry="2435" ulx="364" uly="2377">auf dem Hügel Balmatha beiſammen ſaß. Es wurden da auch</line>
        <line lrx="1872" lry="2501" ulx="366" uly="2446">einige Bouteillen Wein aus dem Vaterlande aufgetiſcht, und man</line>
        <line lrx="1873" lry="2568" ulx="362" uly="2507">verſtieg ſich zu Toaſten und Reden, bis Hebich mit dem halb reuig</line>
        <line lrx="1870" lry="2633" ulx="366" uly="2573">geſprochenen Worte: „Aber hört, wir ſind doch rechte Hansmichel!“</line>
        <line lrx="1874" lry="2699" ulx="367" uly="2639">die Fröhlichkeit wieder in ein ernſteres Geleis umlenkte. Doch bald</line>
        <line lrx="1875" lry="2765" ulx="364" uly="2706">ſtand er auf, um die Nacht hindurch nach Kannanur zurückzukehren.</line>
        <line lrx="1879" lry="2831" ulx="476" uly="2770">Dahin folgte ihm ſein neuernannter Mitarbeiter, ein frei⸗</line>
        <line lrx="1879" lry="2899" ulx="367" uly="2837">müthiger Schweizer, J. Huber. Er traf gleich am Abend ſeiner</line>
        <line lrx="1878" lry="2965" ulx="367" uly="2904">Ankunft die Gemeinde beiſammen und empfahl ſich ihrer Fürbitte;</line>
      </zone>
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      </zone>
      <zone lrx="2000" lry="2979" type="textblock" ulx="475" uly="455">
        <line lrx="1993" lry="516" ulx="477" uly="455">dann aber ſollte er nach Hebichs Gedanken mit den in Talatſcheri</line>
        <line lrx="2000" lry="585" ulx="478" uly="522">angelangten Brüdern F. und Ch. Müller vereint ſich an die Er⸗</line>
        <line lrx="1993" lry="649" ulx="477" uly="587">lernung der Sprache machen. Hebich ſeufzt zunächſt nur: „Möge</line>
        <line lrx="1986" lry="713" ulx="477" uly="656">der HErr ihn tüchtig machen, daß er in einer ſo verworrenen</line>
        <line lrx="1990" lry="778" ulx="476" uly="721">Welt, wie dieſe hier, Sein Werk in Seiner Furcht zu treiben lerne.</line>
        <line lrx="1994" lry="844" ulx="475" uly="786">Amen. Es iſt hier eine große Arbeit, aber ſo gar nicht geeignet</line>
        <line lrx="1994" lry="913" ulx="475" uly="854">für einen neuen Bruder; in dieſem Teufelslande ſind die Sachen</line>
        <line lrx="1828" lry="980" ulx="475" uly="921">wirklich ganz anders, als Sie ſich zu Hauſe vorſtellen.“ —</line>
        <line lrx="1995" lry="1044" ulx="584" uly="987">Die Hilfe, die er ſich wünſchte, war mehr die eines Hand⸗</line>
        <line lrx="1994" lry="1112" ulx="476" uly="1054">langers, als eines gleichberechtigten Mitarbeiters. Auch die alten</line>
        <line lrx="1992" lry="1179" ulx="475" uly="1121">Katechiſten zeigten ſich dazu weder ſo fügſam, noch ſo brauchbar,</line>
        <line lrx="1995" lry="1245" ulx="475" uly="1189">wie er ſie wünſchte; um ſo mehr gieng ſein Auge nach jüngeren</line>
        <line lrx="1994" lry="1310" ulx="475" uly="1254">Kräften ſuchen. Nachdem er von ſeinem Jahresſchluß erzählt, den</line>
        <line lrx="1991" lry="1377" ulx="477" uly="1320">er nach gründlichem Durchgang mit den Einzelnen, 31. December</line>
        <line lrx="1995" lry="1443" ulx="481" uly="1388">Nachts im Kreiſe von hundert Kommunikanten gefeiert hatte, kommt</line>
        <line lrx="1637" lry="1511" ulx="478" uly="1456">er auf eine Haupterfahrung des Jahres zu ſprechen.</line>
        <line lrx="1995" lry="1577" ulx="593" uly="1521">„Ein paar Monate hindurch (Juni und Juli) wurde ich hart</line>
        <line lrx="1993" lry="1645" ulx="480" uly="1589">geprüft, indem einige wieder dem Teufel nachgelaufen ſind, was</line>
        <line lrx="1995" lry="1711" ulx="476" uly="1656">mich tief darnieder beugte. Aber dies muß alles ſein: ich bin ge⸗</line>
        <line lrx="1986" lry="1777" ulx="475" uly="1723">tröſtet. Habe ſeitdem wohl dreißig neue im Unterricht gehabt, wovon</line>
        <line lrx="1994" lry="1844" ulx="478" uly="1790">die meiſten wieder rechts und links davon gelaufen ſind; nur neun</line>
        <line lrx="1994" lry="1912" ulx="476" uly="1856">konnte ich taufen. Nun hat ſich der vierte Gottesdienſt in der</line>
        <line lrx="1993" lry="1977" ulx="476" uly="1923">native Gemeinde, am Mittwoch Abend, zu einer Gebetverſammlung</line>
        <line lrx="1996" lry="2046" ulx="476" uly="1988">umgeſtaltet, da ich dann einen nach dem andern zum Gebet auf⸗</line>
        <line lrx="1995" lry="2111" ulx="476" uly="2054">fordere, und dieſe in Einfalt dargebrachten Bitten haben mir Herz</line>
        <line lrx="1997" lry="2178" ulx="476" uly="2122">und Glauben geſtärkt. Während jener Trübſalsmonate aber hat</line>
        <line lrx="1994" lry="2243" ulx="478" uly="2184">der HErr mich beſonders durch einen meiner Knaben aufgerichtet,</line>
        <line lrx="1993" lry="2309" ulx="478" uly="2256">der bekehrt wurde, und den der HErr ſelbſt kräftig zu ſich zog.</line>
        <line lrx="1996" lry="2378" ulx="477" uly="2322">Dieſer Jüngling John hat ſich für des HErrn Werk hingegeben;</line>
        <line lrx="1992" lry="2445" ulx="477" uly="2388">möge Er ihn zu ſeinem Preiſe bewahren ins ewige Leben. Amen.“</line>
        <line lrx="1997" lry="2511" ulx="589" uly="2456">Es handelt ſich hier um Hebichs „Büble“, wie er ſie gern</line>
        <line lrx="1995" lry="2578" ulx="479" uly="2521">nannte, drei begabte Brüder, John, Joſeph und David Jakobi,</line>
        <line lrx="1992" lry="2645" ulx="480" uly="2590">Söhne eines Tamilknechts im Dienſte eines frommen Militärarztes.</line>
        <line lrx="1996" lry="2711" ulx="481" uly="2650">John war ſchon in England geweſen und ſollte Chirurg werden,</line>
        <line lrx="1998" lry="2779" ulx="482" uly="2722">Joſeph bereitete ſich gerade für einen Dienſt in der engliſchen Kirche</line>
        <line lrx="1999" lry="2843" ulx="481" uly="2789">vor. Wie Hebich ſich anſtrengte, ſolche Jünglinge für die verläug⸗</line>
        <line lrx="2000" lry="2912" ulx="481" uly="2855">nungsvolle Arbeit am Reich zu werben, hat Joſeph, der einzig über⸗</line>
        <line lrx="1995" lry="2979" ulx="483" uly="2920">lebende dieſer drei Brüder, derzeit Diakonus in Kodakal, ausführlich</line>
      </zone>
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        <line lrx="8" lry="2819" ulx="0" uly="2768">—</line>
        <line lrx="20" lry="2804" ulx="11" uly="2775">=</line>
      </zone>
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        <line lrx="20" lry="3019" ulx="0" uly="2847">+☛☛  =—</line>
      </zone>
      <zone lrx="18" lry="1859" type="textblock" ulx="0" uly="1550">
        <line lrx="18" lry="1859" ulx="0" uly="1550">U  —  —.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1865" lry="1665" type="textblock" ulx="338" uly="406">
        <line lrx="1863" lry="444" ulx="1821" uly="406">81</line>
        <line lrx="1864" lry="536" ulx="349" uly="462">beſchrieben.*) Mit allem Ernſt gieng er ihnen nach, bis er ſie</line>
        <line lrx="1865" lry="606" ulx="350" uly="531">erobert hatte, hielt ſie erſt knapp und brauchte ſie zu den niedrig⸗</line>
        <line lrx="1859" lry="671" ulx="346" uly="596">ſten Dienſten (namentlich ſeine neugepflanzten Kaffeebäume zu begie⸗</line>
        <line lrx="1861" lry="731" ulx="348" uly="665">ßen), nahm ſie aber mit zur Bazarpredigt, an Kranken⸗ und</line>
        <line lrx="1861" lry="802" ulx="348" uly="729">Sterbebetten ꝛc. und durfte Wunder der Gnade an ihnen erleben,</line>
        <line lrx="1862" lry="868" ulx="347" uly="796">bis es ihnen eine Seligkeit wurde, um des Namens Jeſu willen</line>
        <line lrx="1172" lry="919" ulx="352" uly="862">Schmach zu erleiden.</line>
        <line lrx="1860" lry="1000" ulx="458" uly="929">Da urtheilte nun Hebich: „Alle Erhebung in einem Hindu</line>
        <line lrx="1860" lry="1068" ulx="348" uly="996">macht ihn gewiß fruchtlos auch bei den ſchönſten Kenntniſſen. In</line>
        <line lrx="1861" lry="1128" ulx="348" uly="1062">einem ſolchen Gehilfen bedürfen wir nichts weiter als einen männ⸗</line>
        <line lrx="1858" lry="1200" ulx="344" uly="1127">lichen Charakter, lautere Gottesfurcht und Eifer für die Sache des</line>
        <line lrx="1857" lry="1268" ulx="338" uly="1192">HErrn. Das macht auch allein den weißen Miſſionar. Hat doch</line>
        <line lrx="1858" lry="1333" ulx="343" uly="1260">der HErr zuerſt nur Fiſcher erwählt, dann freilich auch einen Sau⸗</line>
        <line lrx="1859" lry="1406" ulx="342" uly="1327">lus berufen und einen Apollos gebraucht. Aber in der Heiden⸗</line>
        <line lrx="1857" lry="1462" ulx="342" uly="1392">miſſion ſollte die Fiſcherarmuth in der Stärke des HErrn die</line>
        <line lrx="1857" lry="1534" ulx="348" uly="1457">Herolde bilden, weils der HErr eben durch Seinen Geiſt auszu⸗</line>
        <line lrx="1494" lry="1583" ulx="342" uly="1525">führen beſchloſſen hat.“</line>
        <line lrx="1854" lry="1665" ulx="449" uly="1593">Das nun war die Art von Hilfe, nach der ihn verlangte.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1856" lry="1732" type="textblock" ulx="311" uly="1658">
        <line lrx="1856" lry="1732" ulx="311" uly="1658">Mit dem von Europa geſandten Mitarbeiter aber ſich offen zu be⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1851" lry="1999" type="textblock" ulx="336" uly="1725">
        <line lrx="1851" lry="1795" ulx="338" uly="1725">ſprechen, kam ihn ſauer an. „Ich war in Verlegenheit, wie Br. Hu⸗</line>
        <line lrx="1850" lry="1862" ulx="337" uly="1791">ber mit meinem Zweifel, ob ein Gehilfe in Kannanur nützlich ſein</line>
        <line lrx="1851" lry="1928" ulx="337" uly="1859">würde, bekannt zu machen ſei, und fühlte, daß er dazu mehr Zeit</line>
        <line lrx="1850" lry="1999" ulx="336" uly="1924">brauche.“ Derſelbe lernte noch immer ahnungslos an der Sprache</line>
      </zone>
      <zone lrx="1849" lry="2058" type="textblock" ulx="323" uly="1986">
        <line lrx="1849" lry="2058" ulx="323" uly="1986">mit den Freunden in Talatſcheri, ſehnte ſich aber natürlich, bald</line>
      </zone>
      <zone lrx="1851" lry="2846" type="textblock" ulx="330" uly="2054">
        <line lrx="1851" lry="2126" ulx="337" uly="2054">auf der eigenen Station ſich zu orientiren und in die Geſchäfte einzu⸗</line>
        <line lrx="1850" lry="2190" ulx="336" uly="2120">arbeiten. Dort beſuchte ihn nun Hebich (März 1843) und ſuchte</line>
        <line lrx="1849" lry="2255" ulx="335" uly="2184">ihm begreiflich zu machen, wie unmöglich es ſei, daß ein Zweiter</line>
        <line lrx="1847" lry="2321" ulx="336" uly="2253">an der Gemeinde in Kannanur arbeiten könne, indem für dieſes</line>
        <line lrx="1849" lry="2388" ulx="334" uly="2317">eigenthümlich zuſammengeſetzte Häuflein das Eingreifen eines an⸗</line>
        <line lrx="1844" lry="2453" ulx="333" uly="2384">dern ſtörend und nachtheilig ſein würde. „Ich erwiederte,“ ſchreibt</line>
        <line lrx="1846" lry="2518" ulx="333" uly="2448">Huber, „daß ich ihm in dieſer Arbeit gewiß nicht in den Weg zu</line>
        <line lrx="1846" lry="2582" ulx="330" uly="2517">treten gedenke, indem ich mich etwa mit den Schulen und mit Pre⸗</line>
        <line lrx="1842" lry="2650" ulx="330" uly="2580">digen in der Umgegend beſchäftigen könne. Allein auch dieſe Aus⸗</line>
        <line lrx="1844" lry="2715" ulx="330" uly="2645">ſicht wurde mir verdunkelt, indem mir geſagt wurde, daß es in</line>
        <line lrx="1837" lry="2781" ulx="331" uly="2712">der Umgegend keine Dörfer, ſondern nur einzelne Häuſer gebe.</line>
        <line lrx="1837" lry="2846" ulx="331" uly="2775">Ich ſtaunte über ſolche Ausſicht, ließ mich aber doch nicht aus der</line>
      </zone>
      <zone lrx="1568" lry="3024" type="textblock" ulx="384" uly="2920">
        <line lrx="1562" lry="2972" ulx="418" uly="2920">*) Heidenbote 1868. S. 150 ff.</line>
        <line lrx="1568" lry="3024" ulx="384" uly="2976">Miſſ. Mag. XIV. 6</line>
      </zone>
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        <line lrx="522" lry="324" ulx="507" uly="311">*</line>
      </zone>
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        <line lrx="522" lry="454" ulx="478" uly="419">82</line>
      </zone>
      <zone lrx="2031" lry="3003" type="textblock" ulx="480" uly="464">
        <line lrx="1998" lry="549" ulx="481" uly="464">Faſſung bringen und kehrte (8. März) getroſten Muthes nach</line>
        <line lrx="2001" lry="622" ulx="481" uly="534">Kannanur zurück, wo ich meine Studien fortſetzte und die Schule</line>
        <line lrx="2001" lry="684" ulx="481" uly="602">beſuchte, um den Kindern von den großen Thaten Gottes Einiges</line>
        <line lrx="2004" lry="751" ulx="480" uly="668">vorzulallen. Nach vier Wochen aber (es war vor dem Abendmahl</line>
        <line lrx="2004" lry="809" ulx="483" uly="736">am Gründonnerſtag, 13. April) ſtellte Br. Hebich dieſelbe Frage an</line>
        <line lrx="2005" lry="883" ulx="481" uly="799">mich und ſagte mir ganz brüderlich, deutlich und beſtimmt: ich ſei</line>
        <line lrx="2004" lry="945" ulx="485" uly="869">dabei unſchuldig, aber er habe keinen Gehilfen verlangt, und er</line>
        <line lrx="2002" lry="1007" ulx="485" uly="927">wolle und könne keinen brauchen; und mit derſelben Beſtimmtheit</line>
        <line lrx="2002" lry="1083" ulx="485" uly="1002">ſagte er mir, daß ich auch in keiner andern Richtung in Kannanur</line>
        <line lrx="2005" lry="1140" ulx="488" uly="1069">arbeiten könne, indem er mit ſeiner Arbeit ſich immer mehr auszu⸗</line>
        <line lrx="1630" lry="1211" ulx="488" uly="1137">breiten gedenke.“</line>
        <line lrx="2011" lry="1276" ulx="602" uly="1197">Hebich ſuchte nun der Kommittee nachzuweiſen, daß für dieſe</line>
        <line lrx="2010" lry="1347" ulx="491" uly="1265">eigenthümliche Station er ſelbſt mit eingebornen Gehilfen gerade</line>
        <line lrx="2015" lry="1415" ulx="491" uly="1332">genüge, ja ſeine Seile noch weiter ausſpannen könne, wie er denn</line>
        <line lrx="2015" lry="1475" ulx="493" uly="1396">eben auf das Fiſcherdorf losſteure; daß unter ſo beſchränkten Ver⸗</line>
        <line lrx="2013" lry="1546" ulx="493" uly="1465">hältniſſen ein zweiter Bruder es überaus ſchwer finden würde, an</line>
        <line lrx="2015" lry="1613" ulx="492" uly="1530">ſeiner Seite zu arbeiten; an Reiſen ſeinerſeits ſei nicht mehr zu</line>
        <line lrx="2015" lry="1674" ulx="495" uly="1594">denken, nun ihm dieſe lieben Seelen aufs Herz gebunden ſeien;</line>
        <line lrx="2015" lry="1744" ulx="500" uly="1661">ſtürbe er aber, ſo müßte ein älterer Bruder ſeine Stelle erſetzen,</line>
        <line lrx="2013" lry="1804" ulx="500" uly="1728">denn Neulinge würden ſich kaum in dieſe Arbeit an dem herum⸗</line>
        <line lrx="2017" lry="1880" ulx="498" uly="1792">ziehenden Geſindel finden können. „Da ſoll Alles vollkommen und</line>
        <line lrx="2017" lry="1944" ulx="499" uly="1860">geiſtlich hergehen, während Geſunde und Starke zu mir nicht ſo</line>
        <line lrx="2019" lry="2008" ulx="498" uly="1928">leicht kommen, ſondern elende, verlorene Fremdlinge.“ So lange</line>
        <line lrx="2018" lry="2071" ulx="499" uly="1992">nun Plätze da ſeien, wohin man Brüder verlange, und das Geld</line>
        <line lrx="2020" lry="2142" ulx="500" uly="2058">noch ſo ſchwach fließe, wie in dieſer Miſſion, ſollte Kannanur nie</line>
        <line lrx="1312" lry="2208" ulx="504" uly="2142">mit zwei Miſſionaren beſetzt werden.</line>
        <line lrx="2023" lry="2272" ulx="615" uly="2192">Mit ſolchen Gründen die Kommittee zu überzeugen, gelang ihm</line>
        <line lrx="2025" lry="2339" ulx="506" uly="2258">natürlich nicht; ſie erkannte wohl, daß er auch nicht einmal ernſt⸗</line>
        <line lrx="2025" lry="2408" ulx="506" uly="2324">lich verſucht hatte, den Mitarbeiter ins Werk einzuführen, weil tief</line>
        <line lrx="2024" lry="2474" ulx="508" uly="2390">eingedrungene Erinnerungen ihm noch den Sinn beherrſchten. Ließ</line>
        <line lrx="2022" lry="2540" ulx="507" uly="2459">ſie ihn nun auch faſt ſechs Jahre lang ungeſtört „als Einſpänner“</line>
        <line lrx="2027" lry="2602" ulx="510" uly="2527">weitermachen, ſo wahrte ſie doch ihr Recht, die Miſſionsſtationen zu</line>
        <line lrx="2028" lry="2672" ulx="510" uly="2591">beſetzen, wie ſie es für gut finde. Die Mißſtimmung, welche der</line>
        <line lrx="2023" lry="2740" ulx="512" uly="2655">Vorgang unter den Miſſionaren erregte, trug Hebich mit ſtiller Er⸗</line>
        <line lrx="2030" lry="2807" ulx="514" uly="2725">gebung. „Gott weiß, es iſt ſo, daß ich keinen Gehilfen brauchen</line>
        <line lrx="2030" lry="2873" ulx="512" uly="2784">kann; aber Gott weiß auch, daß ich außer dieſem den Br. Huber</line>
        <line lrx="2031" lry="2939" ulx="517" uly="2855">gewiß nicht betrüben möchte. Die Sache iſt für mich und ihn eine</line>
        <line lrx="2030" lry="3003" ulx="515" uly="2923">Laſt, und vielleicht für mich die größere.“ Im Auguſt 1843 zog</line>
      </zone>
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        <line lrx="8" lry="889" ulx="0" uly="467"> — — — —  —</line>
      </zone>
      <zone lrx="5" lry="2713" type="textblock" ulx="0" uly="2626">
        <line lrx="5" lry="2713" ulx="0" uly="2626">„ ——</line>
      </zone>
      <zone lrx="1899" lry="2304" type="textblock" ulx="324" uly="457">
        <line lrx="1872" lry="491" ulx="1830" uly="457">83</line>
        <line lrx="1870" lry="575" ulx="357" uly="492">der geprüfte „Streitgenoſſe“ auf eine andere Station. Dem Alten</line>
        <line lrx="1871" lry="657" ulx="356" uly="559">ſchrieb Mögling bei dieſer Gelegenheit: „Es fehlt dir was: du gehſt</line>
        <line lrx="1868" lry="708" ulx="355" uly="623">nicht aus dir ſelbſt heraus, um dich in die Stelle und Seele anderer</line>
        <line lrx="1866" lry="777" ulx="353" uly="690">Brüder hineinzuverſetzen und für einen Augenblick ſo zu denken und</line>
        <line lrx="1867" lry="851" ulx="351" uly="758">zu fühlen wie ſie. Daher kommt alle deine Schwierigkeit, du biſt</line>
        <line lrx="1861" lry="915" ulx="349" uly="826">zu ſehr Mann und zu wenig Weib; haſt als Leiter große Gaben,</line>
        <line lrx="1656" lry="979" ulx="350" uly="889">aber als Gleicher unter Gleichen kommſt immer in Noth.“</line>
        <line lrx="1862" lry="1050" ulx="456" uly="958">Wie lieb aber Hebich bei all dem die Brüder hatte, das zu</line>
        <line lrx="1899" lry="1105" ulx="345" uly="1022">zeigen, gab es in den vielen Wechſelfällen des Miſſionslebens bald</line>
        <line lrx="1860" lry="1177" ulx="345" uly="1088">hinlänglich Gelegenheit. Kehrte irgend in der Nähe eine beſondere</line>
        <line lrx="1858" lry="1247" ulx="346" uly="1153">Noth oder Trübſal ein, ſo war auch er auf dem Platze und tröſtete,</line>
        <line lrx="1853" lry="1311" ulx="341" uly="1220">half und trug mit, bis der Sieg gewonnen war. In einer Zeit</line>
        <line lrx="1855" lry="1377" ulx="342" uly="1287">des Verzagens, da ein junger Streiter durch Mißmuth faſt gar aus</line>
        <line lrx="1854" lry="1436" ulx="340" uly="1353">dem Felde gejagt worden wäre, trat er herein mit dem Worte:</line>
        <line lrx="1855" lry="1509" ulx="341" uly="1419">„Ihr ſeht ja gerade aus, wie wenn der HErr Jeſus wieder geſtor⸗</line>
        <line lrx="1853" lry="1577" ulx="340" uly="1486">ben wäre. Aber er iſt auferſtanden, ich weiß es gewiß, habs ja</line>
        <line lrx="1847" lry="1647" ulx="339" uly="1552">erſt geſtern verkündigen dürfen“ (es war an einem Oſtermontag)</line>
        <line lrx="1850" lry="1708" ulx="335" uly="1621">— und damit giengs weiter mit einer Pleropherie, die auch die</line>
        <line lrx="868" lry="1747" ulx="338" uly="1684">kühlſten anſtecken mußte.</line>
        <line lrx="1848" lry="1840" ulx="444" uly="1751">Einmal war die Entlaſſung eines Miſſionars wegen Ungehor⸗</line>
        <line lrx="1840" lry="1904" ulx="330" uly="1816">ſams ſchon ausgeſprochen, da ſandte er mit dem reuigen Briefe des</line>
        <line lrx="1840" lry="1970" ulx="329" uly="1882">Betroffenen auch ſeine Bitte ein, die alſo begann: „Nachdem ich die</line>
        <line lrx="1840" lry="2041" ulx="328" uly="1949">Inlage geleſen, kann ich mich des Eindrucks von wahrhaftiger</line>
        <line lrx="1841" lry="2103" ulx="329" uly="2014">Scham und Reue nicht erwehren, und fühle mich im Geiſte ge⸗</line>
        <line lrx="1839" lry="2168" ulx="328" uly="2081">drungen, mich in Ihrer Verſammlung bis auf die Erde vor Ihnen</line>
        <line lrx="1837" lry="2233" ulx="324" uly="2148">zu beugen und im Namen des für unſere Sünden gekreuzigten HErrn</line>
        <line lrx="1835" lry="2304" ulx="324" uly="2212">Jeſu, deſſen Amt Sie führen, um Verzeihung und Wiederaufnahme</line>
      </zone>
      <zone lrx="1833" lry="2365" type="textblock" ulx="275" uly="2280">
        <line lrx="1833" lry="2365" ulx="275" uly="2280">unnſeres lieben N. zu bitten. Ach, wenn Sie mirs glauben könnten,</line>
      </zone>
      <zone lrx="1832" lry="3022" type="textblock" ulx="312" uly="2344">
        <line lrx="1832" lry="2428" ulx="320" uly="2344">ich fühle mich viel würdiger weggeſchmiſſen zu werden, und Sie</line>
        <line lrx="1832" lry="2498" ulx="324" uly="2410">können daraus abnehmen, wie unwürdig ich mich fühle, für ihn bei</line>
        <line lrx="1828" lry="2565" ulx="327" uly="2476">Ihnen Fürbitte zu thun.“ Dann ſchließt er: „Sie können gewiß</line>
        <line lrx="1828" lry="2632" ulx="320" uly="2542">ſein, er arbeitet jetzt viel treuer, als wenn er nicht geſündigt hätte;</line>
        <line lrx="1826" lry="2689" ulx="316" uly="2610">und da die Engel im Himmel ſo große Freude haben über einen</line>
        <line lrx="1825" lry="2755" ulx="317" uly="2672">Sünder, der Buße thut, wie können wir anders als die Freude</line>
        <line lrx="1823" lry="2820" ulx="314" uly="2739">mit ihnen theilen? Und wo Freude iſt im Himmel, da iſt kein</line>
        <line lrx="1822" lry="2888" ulx="312" uly="2803">Bann, kein Fluch, da iſt eitel Segen. Wärs nicht ſo, Ihr liebe</line>
        <line lrx="1820" lry="2955" ulx="313" uly="2870">Herren, Ihre Miſſion wäre ſchon lang nicht mehr; ich rühme die</line>
        <line lrx="1819" lry="3022" ulx="316" uly="2936">Gnade und Barmherzigkeit des HErrn. Amen. Und weil ich Sie</line>
      </zone>
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      <zone lrx="484" lry="474" type="textblock" ulx="439" uly="439">
        <line lrx="484" lry="474" ulx="439" uly="439">84</line>
      </zone>
      <zone lrx="2018" lry="2879" type="textblock" ulx="441" uly="477">
        <line lrx="1958" lry="565" ulx="441" uly="477">nun für andere gebeten habe, ſo bitte ich auch um Ihre fernere</line>
        <line lrx="1961" lry="632" ulx="443" uly="542">Barmherzigkeit für mich armen Sünder; aber ich bin abgewaſchen</line>
        <line lrx="1961" lry="692" ulx="448" uly="603">aus Gnaden, ich bin geheiligt, bin gerecht gemacht worden durch</line>
        <line lrx="1962" lry="757" ulx="447" uly="671">den Namen des HErrn Jeſu und durch den Geiſt unſeres Gottes.</line>
        <line lrx="1576" lry="833" ulx="450" uly="746">Ihm ſei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“</line>
        <line lrx="1969" lry="894" ulx="561" uly="809">Er hat keine Fehlbitte gethan; und wie innig ſeine unge⸗</line>
        <line lrx="1971" lry="965" ulx="450" uly="875">ſchminkte treue prieſterliche Liebe ihm die Herzen der Brüder ver⸗</line>
        <line lrx="1972" lry="1027" ulx="452" uly="934">band, welchen Eingang er damit auch für ſeine als des Seniors</line>
        <line lrx="1973" lry="1093" ulx="456" uly="1006">Ermahnungen gewann, läßt ſich leicht denken. Namentlich fühlte,</line>
        <line lrx="1977" lry="1160" ulx="456" uly="1072">wer irgendwie gedemüthigt war, ihm an, daß er ſich gerade dann</line>
        <line lrx="1979" lry="1223" ulx="456" uly="1133">vor Vorwürfen oder Anſpielungen auf vorausgehende Warnungen ernſt⸗</line>
        <line lrx="1978" lry="1295" ulx="458" uly="1203">lich hütete, auch wenn ſie noch ſo verdient geweſen wären. So</line>
        <line lrx="1981" lry="1353" ulx="460" uly="1271">wurde man ſeiner am frohſten in Augenblicken, wo ſonſt auch gute</line>
        <line lrx="1983" lry="1425" ulx="461" uly="1339">Freunde einen kleinen Anflug von Schadenfreude nicht ganz unter⸗</line>
        <line lrx="1984" lry="1484" ulx="464" uly="1407">drücken können, weil ſich das Wort: Hab ichs dir nicht voraus⸗</line>
        <line lrx="1237" lry="1562" ulx="468" uly="1490">geſagt? ſo paſſend anbringen läßt.</line>
        <line lrx="1981" lry="1614" ulx="576" uly="1536">Dann war er auch ganz der Mann, ſich mit den Fröhlichen</line>
        <line lrx="1987" lry="1695" ulx="469" uly="1595">zu freuen. Als im September 1844 der (jetzige Diakon) Paul</line>
        <line lrx="1981" lry="1758" ulx="470" uly="1668">Tſchandren getauft und damit im Süden von Mahe eine ſchöne</line>
        <line lrx="1991" lry="1825" ulx="471" uly="1732">Thüre aufgethan worden war, ritt Hebich eines Abends nach Ta⸗</line>
        <line lrx="1991" lry="1891" ulx="473" uly="1795">latſcheri hinüber, den Brüdern Glück zu wünſchen. Er fand ſie</line>
        <line lrx="1989" lry="1957" ulx="477" uly="1864">ausgeflogen, ſie waren bei dem Neugetauften in Tſchombala auf</line>
        <line lrx="2000" lry="2022" ulx="477" uly="1932">Beſuch, um deſſen Familie auf die Taufe vorzubereiten. Gleich be⸗</line>
        <line lrx="1998" lry="2090" ulx="477" uly="2001">ſchloß er, dieſe neuen Leute auch ſelbſt zu ſehen. Ein Pferd war</line>
        <line lrx="1999" lry="2157" ulx="480" uly="2066">freilich jetzt bei Nacht nicht aufzutreiben, aber das machte nichts.</line>
        <line lrx="2004" lry="2212" ulx="483" uly="2133">Mit einer Laterne gieng er die drei Stunden Wegs nach Tſchom⸗</line>
        <line lrx="2004" lry="2285" ulx="485" uly="2196">bala, und langte gerade vor Ausbruch eines heftigen Gewitters in</line>
        <line lrx="2004" lry="2352" ulx="487" uly="2263">der engen Hütte an. Von Schlafen war nun keine Rede mehr,</line>
        <line lrx="2003" lry="2420" ulx="490" uly="2329">erſt mußte die liebe Familie ſich beſchauen laſſen, dann gab es ſo</line>
        <line lrx="2008" lry="2487" ulx="490" uly="2400">viel zu erzählen; bald tropfte auch das Dach dermaßen, daß man</line>
        <line lrx="2011" lry="2554" ulx="493" uly="2463">beſtändig den Ruheplatz wechſeln mußte. Und doch wars die kurz⸗</line>
        <line lrx="2010" lry="2621" ulx="496" uly="2535">weiligſte Nacht, voll Dankesjubel, welchem Hebich immer neuen</line>
        <line lrx="2013" lry="2684" ulx="496" uly="2597">Ausdruck zu geben wußte. „ Wie hat mans doch ſo gut bei unſerm</line>
        <line lrx="2016" lry="2753" ulx="499" uly="2658">König!“ hieß es in allen möglichen Variationen. Mit dem Morgen⸗</line>
        <line lrx="2018" lry="2822" ulx="502" uly="2731">grauen trat er, friſcher als irgend ein anderer, die Rückreiſe an zu</line>
        <line lrx="1171" lry="2879" ulx="505" uly="2815">einem neuen heißen Tagewerk.</line>
      </zone>
    </surface>
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        <line lrx="1888" lry="428" ulx="1844" uly="393">85</line>
        <line lrx="1544" lry="504" ulx="708" uly="443">5. Srrichtung von Alußenſtationen.</line>
        <line lrx="1890" lry="587" ulx="482" uly="529">Nachdem Hebich ins zehnte Jahr ſeiner Wirkſamkeit getreten</line>
        <line lrx="1890" lry="652" ulx="370" uly="597">war, fühlte er — bei aller Geſundheit — daß doch „jede Arbeit</line>
        <line lrx="1890" lry="719" ulx="370" uly="662">eine ſtärkere Mattigkeit zurücklaſſe“; daher iſt er „von der Schrei⸗</line>
        <line lrx="1891" lry="785" ulx="369" uly="728">berei ſo nach und nach abgekommen“ und beſchränkt ſich aufs Nö⸗</line>
        <line lrx="1887" lry="851" ulx="345" uly="795">thigſte. „Dann ſind auch alle Bewegungen in dieſem Lande ſo un⸗</line>
        <line lrx="1887" lry="916" ulx="368" uly="862">ſicher, daß wenn man neue Begebenheiten gleich ſchreiben wollte,</line>
        <line lrx="1889" lry="984" ulx="370" uly="929">dieſelben, bis das nach Hauſe kommt, ſich verändern; bei längerem</line>
        <line lrx="1880" lry="1049" ulx="366" uly="994">Warten werden ſie vergeſſen und iſt wieder was Neues, Aehnliches</line>
        <line lrx="1886" lry="1115" ulx="367" uly="1061">da. Meine Kräfte ſind aber für die lebendige Predigt, und ich</line>
        <line lrx="1889" lry="1185" ulx="367" uly="1128">hoffe, daß Sie mit mir nach dieſer meiner Gabe ſympathiſiren</line>
        <line lrx="1674" lry="1239" ulx="366" uly="1197">können.“</line>
        <line lrx="1887" lry="1314" ulx="483" uly="1259">Seine Nöthen ſchildert er nun nicht mehr im Einzelnen.</line>
        <line lrx="1889" lry="1380" ulx="371" uly="1326">Eine derſelben wurde ihm durch ſeinen frühern Katechiſten Paul</line>
        <line lrx="1879" lry="1447" ulx="366" uly="1392">bereitet, der von Andſcharakandi ohne Urlaub zurückgekehrt (De⸗</line>
        <line lrx="1888" lry="1513" ulx="367" uly="1459">cember 1843), erſt auf eigene Fauſt, dann für die engliſche Kirche</line>
        <line lrx="1889" lry="1582" ulx="369" uly="1524">miſſionirte und eine Anzahl Tamilleute, die ſich in die ſtrenge Zucht</line>
        <line lrx="1884" lry="1645" ulx="367" uly="1590">des Miſſionars nicht mehr fügen wollten, dabei aber doch noch einen</line>
        <line lrx="1888" lry="1714" ulx="366" uly="1655">regelmäßigen Gottesdienſt wünſchten, an ſich zu ziehen ſuchte. Da⸗</line>
        <line lrx="1880" lry="1777" ulx="366" uly="1721">mit war im Grunde der Miſſion ein Dienſt geleiſtet, indem Hebich</line>
        <line lrx="1887" lry="1842" ulx="366" uly="1788">nun weit nicht mehr ſo viel Arbeit auf die ſtörrigen fremden Ele⸗</line>
        <line lrx="1887" lry="1910" ulx="366" uly="1854">mente zu verwenden hatte, ſondern ſich immer mehr der einheimi⸗</line>
        <line lrx="1884" lry="1980" ulx="368" uly="1922">ſchen Bevölkerung zuwandte und aus ihr eine Gemeinde ſammelte,</line>
        <line lrx="1885" lry="2043" ulx="373" uly="1987">bis nach und nach der Tamil⸗Gottesdienſt ganz erloſch und der</line>
        <line lrx="903" lry="2108" ulx="375" uly="2053">malayaliſche ihn erſetzte.</line>
        <line lrx="1882" lry="2175" ulx="479" uly="2120">Erſt im Anfang des Jahrs 1843 gelang es Hebich, ein Häus⸗</line>
        <line lrx="1884" lry="2243" ulx="368" uly="2185">chen im Fiſcherdorf Tai (S. 70) zu gewinnen, wohin er nun ſei⸗</line>
        <line lrx="1882" lry="2307" ulx="369" uly="2252">nen „Erſtgebornen unter den Knaben“, den Timotheus, als Kate⸗</line>
        <line lrx="1882" lry="2375" ulx="369" uly="2318">chiſt überſiedelte. Er ſelbſt brachte nun jeden Samstag dort zu,</line>
        <line lrx="1881" lry="2440" ulx="368" uly="2376">und predigte auch ſonſt oft Abends bis in die Nacht hinein. Es</line>
        <line lrx="1883" lry="2507" ulx="366" uly="2449">fanden ſich daſelbſt namentlich die Jungen des Orts zur Schule</line>
        <line lrx="1882" lry="2573" ulx="370" uly="2517">gerne ein; die Alten aber, obgleich äußerlich freundlich, blieben ihren</line>
        <line lrx="1882" lry="2639" ulx="369" uly="2581">tiefeingewurzelten Gewohnheiten des Palmweintrinkens und Hanf⸗</line>
        <line lrx="1881" lry="2704" ulx="369" uly="2648">rauchens treu. Ihr Gottesdienſt beſteht in der Verehrung der Dä⸗</line>
        <line lrx="1882" lry="2770" ulx="352" uly="2713">monen, über welche ſie aber als Deckmantel auch eine Art Philo⸗</line>
        <line lrx="1879" lry="2841" ulx="366" uly="2779">ſophie gezogen haben, die ſie gar gerne preisgeben, wie eigentlich</line>
        <line lrx="1881" lry="2905" ulx="366" uly="2845">nur Ein Weſen ſei, das Parabrahma, und wie Sünde, vom Ein⸗</line>
        <line lrx="1879" lry="2971" ulx="366" uly="2912">zelweſen im Fleiſch begangen, den Geiſt nicht beflecke. Kommt dann</line>
      </zone>
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        <line lrx="458" lry="396" ulx="413" uly="361">86</line>
      </zone>
      <zone lrx="1932" lry="566" type="textblock" ulx="380" uly="419">
        <line lrx="1932" lry="504" ulx="384" uly="419">aber die Cholera, und in den feuchtheißen, ſtinkenden Fiſcherhütten</line>
        <line lrx="1932" lry="566" ulx="380" uly="505">am Meeresſtrande kehrt ſie am liebſten ein, ſo zittert Alles. Der</line>
      </zone>
      <zone lrx="1943" lry="633" type="textblock" ulx="413" uly="571">
        <line lrx="1943" lry="633" ulx="413" uly="571">beſeſſene Prieſter (Pudſchari) hatte im Monſun 1843 verheißen,</line>
      </zone>
      <zone lrx="1934" lry="1492" type="textblock" ulx="375" uly="637">
        <line lrx="1932" lry="700" ulx="414" uly="637">dießmal werde ſie das Dorf nicht erreichen. Dagegen fand ſich ein</line>
        <line lrx="1928" lry="767" ulx="413" uly="702">Anderer aus Mahe ein, der ſich für den Geiſt der Cholera ausgab,</line>
        <line lrx="1929" lry="834" ulx="405" uly="768">dem Völklein große Furcht einflößte und reiche Spenden einſtrich,</line>
        <line lrx="1931" lry="902" ulx="414" uly="836">bis er endlich befriedigt, ſie noch acht Monate aufzuhalten verſprach;</line>
        <line lrx="1932" lry="971" ulx="414" uly="902">dann reiste er weiter. Die Cholera aber brach unaufhaltſam herein;</line>
        <line lrx="1934" lry="1028" ulx="375" uly="968">der Betrüger, eben zurückgekehrt, mußte zwei ſeiner Freunde von</line>
        <line lrx="1932" lry="1099" ulx="412" uly="1036">ihr ergriffen ſehen, und ob er gleich weiſſagte, ſie werden geneſen,</line>
        <line lrx="1934" lry="1171" ulx="412" uly="1102">ſtarben ſie am ſelben Tage. Darauf erklärte er, dies ſei nicht</line>
        <line lrx="1933" lry="1231" ulx="407" uly="1160">ſeine, ſondern eine von einem andern geſchickte Seuche, und machte</line>
        <line lrx="1932" lry="1298" ulx="412" uly="1235">ſich aus dem Staube. Trotz aller Opfer ſtarben Viele; die Arz⸗</line>
        <line lrx="1932" lry="1367" ulx="413" uly="1272">neien aber, die Hebich austheilte, und ſeine Worte des Tadels und</line>
        <line lrx="1934" lry="1431" ulx="414" uly="1368">des Troſtes, der Beſchämung und Ermahnung, fanden auch eine gute</line>
        <line lrx="1435" lry="1492" ulx="412" uly="1434">Aufnahme, und eine Familie trat ihm näher.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1957" lry="1563" type="textblock" ulx="528" uly="1491">
        <line lrx="1957" lry="1563" ulx="528" uly="1491">„Ein ſchöner Mann aus ihnen, der Barbier Kuttan, hält</line>
      </zone>
      <zone lrx="1934" lry="2957" type="textblock" ulx="401" uly="1565">
        <line lrx="1933" lry="1630" ulx="412" uly="1565">ſich zu uns, der wohl ſeiner Zeit durch Gottes Gnade auch ein</line>
        <line lrx="1934" lry="1696" ulx="413" uly="1633">öffentliches Bekenntniß ablegen wird.“ So ſchreibt Hebich am</line>
        <line lrx="1933" lry="1762" ulx="413" uly="1700">22. Februar 1844; er ſollte aber erſt ſeinen Lauf vollenden, ehe die</line>
        <line lrx="1927" lry="1827" ulx="413" uly="1766">ausgeſprochene Hoffnung verwirklicht wurde. Die Erſtlingsfrucht</line>
        <line lrx="1932" lry="1895" ulx="401" uly="1834">aus Tai wurde der dortige Schulmeiſter mit ſeiner Familie, getauft</line>
        <line lrx="1933" lry="1959" ulx="413" uly="1900">am 3. November 1844. „An dieſem Tage ſollte auch der ſchöne</line>
        <line lrx="1932" lry="2025" ulx="414" uly="1967">Mann getauft werden, allein ſeine Frau und Kinder haben leider</line>
        <line lrx="1921" lry="2092" ulx="411" uly="2032">bis jetzt den Sieg davon getragen und jetzt ſchämt er ſich, mich nur</line>
        <line lrx="1922" lry="2157" ulx="411" uly="2099">zu ſehen; ich hoffe aber, daß er kommen werde, wenn ſeine Zeit da</line>
        <line lrx="1925" lry="2225" ulx="410" uly="2165">iſt (ſie kam Anno 1868). Seine Mutter hat im Sinn, ſich bald</line>
        <line lrx="1924" lry="2291" ulx="409" uly="2232">taufen zu laſſen.“ Mit dem Uebertritt des Schulmeiſters zerfiel die</line>
        <line lrx="1931" lry="2357" ulx="413" uly="2298">Schule, und die Feindſchaft ſtieg fühlbar; leider iſt derſelbe nicht in</line>
        <line lrx="1931" lry="2425" ulx="412" uly="2364">der Wahrheit beſtanden, aber die Hoffnung auf Kuttans Mutter</line>
        <line lrx="1184" lry="2489" ulx="411" uly="2432">ſollte ſich herrlich verwirklichen. —</line>
        <line lrx="1925" lry="2560" ulx="523" uly="2499">Gegen Ende des Jahrs 1843 kam dann zu Hebich ein kleiner,</line>
        <line lrx="1926" lry="2627" ulx="411" uly="2565">fein ausſehender Malayale, der ſich als Konſtantin, Sohn des</line>
        <line lrx="1922" lry="2689" ulx="410" uly="2631">früheren Kotſchi Radſchas ankündigte. Er war 1835 von Miſſ. Rids⸗</line>
        <line lrx="1923" lry="2757" ulx="413" uly="2698">dale in Kotſchi getauft worden und hatte in der grammarschool,</line>
        <line lrx="1929" lry="2822" ulx="414" uly="2764">die zu Biſchof Corries Andenken in Madras gegründet wurde, drei</line>
        <line lrx="1928" lry="2889" ulx="412" uly="2830">Jahre lang ſtudirt; dann bewog ihn ein ſyriſcher Freund, der</line>
        <line lrx="1924" lry="2957" ulx="411" uly="2896">ſpätere Metran Athanaſius, mit ihm nach Jeruſalem zu reiſen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="419" lry="3053" type="textblock" ulx="326" uly="3045">
        <line lrx="419" lry="3053" ulx="326" uly="3045">—</line>
      </zone>
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        <line lrx="1868" lry="420" ulx="1825" uly="385">87</line>
      </zone>
      <zone lrx="1876" lry="2976" type="textblock" ulx="349" uly="450">
        <line lrx="1868" lry="520" ulx="349" uly="450">Unterwegs blieb er aber in Belgam bei den Londoner Miſſionaren</line>
        <line lrx="1865" lry="588" ulx="350" uly="526">hängen und diente dort drei Jahre als Katechiſt, bis er wegen eines</line>
        <line lrx="1865" lry="652" ulx="352" uly="592">Sündenfalls entlaſſen wurde. Beim Abſchied wurde ihm empfohlen,</line>
        <line lrx="1864" lry="718" ulx="352" uly="658">wenn er nach der Malabar⸗Küſte zurückkehren wolle, doch ja bei</line>
        <line lrx="810" lry="787" ulx="352" uly="724">Hebich einzuſprechen.⸗</line>
        <line lrx="1871" lry="854" ulx="461" uly="791">Dieſer nahm ihn freundlich auf, ſtellte ihn aber ſogleich auf</line>
        <line lrx="1867" lry="925" ulx="353" uly="858">die Probe, ob er auch eine etwas demüthigende Behandlung ſich</line>
        <line lrx="1866" lry="988" ulx="353" uly="925">gefallen laſſen könne. Vorneweg ſtrich er ihm den „fatalen“</line>
        <line lrx="1868" lry="1060" ulx="352" uly="991">Königsnamen und hieß ihn einfach Jakob. „Aus den Bekehrungen</line>
        <line lrx="1869" lry="1121" ulx="352" uly="1058">ſolcher hohen Kaſtenleute wird leider gern ein groß Geſchrei gemacht,</line>
        <line lrx="1867" lry="1191" ulx="352" uly="1124">wodurch ſie dann zu hoch geſtellt werden. Das können die armen</line>
        <line lrx="1862" lry="1253" ulx="353" uly="1189">Seelen nicht ertragen und müſſen es dann wieder hart büßen.“</line>
        <line lrx="1864" lry="1320" ulx="353" uly="1257">Wiederholt drängt ſich ihm dieſe Bemerkung auf, auch nachdem er</line>
        <line lrx="1862" lry="1385" ulx="353" uly="1321">im Januar 1844 Mangalur wieder beſucht hatte, um ſich über die</line>
        <line lrx="1866" lry="1453" ulx="354" uly="1389">dort gewonnene Beute mit ſeinem kranken Br. Mögling zu freuen.</line>
        <line lrx="1870" lry="1520" ulx="358" uly="1455">„Alſo auch vier Brahmanen haben wir gefiſcht,“ ſchreibt er;</line>
        <line lrx="1866" lry="1587" ulx="358" uly="1521">„wirklich hät das Wort Gottes durch uns arme Werkzeuge auch</line>
        <line lrx="1867" lry="1653" ulx="357" uly="1592">dieſe Kaſte erſchüttert. Doch muß aus dieſem allem nicht zu viel ge⸗</line>
        <line lrx="1867" lry="1720" ulx="354" uly="1658">macht werden, ſonſt gereicht es zum Uebel, da vor Gott kein An⸗</line>
        <line lrx="1867" lry="1786" ulx="351" uly="1725">ſehen der Perſon gilt.“ Eingeborne Jünglinge zu ihrer Ausbildung</line>
        <line lrx="1865" lry="1853" ulx="354" uly="1791">nach Europa kommen zu laſſen, ſchien ihm im Ganzen ein Mißgriff,</line>
        <line lrx="1869" lry="1920" ulx="356" uly="1857">gegen den er ſich eifrig wehrte, während Mögling das Riſiko</line>
        <line lrx="1868" lry="1983" ulx="357" uly="1923">anerkannte, aber doch das Wort anwandte: Probiren geht über</line>
        <line lrx="566" lry="2040" ulx="358" uly="1997">Studiren.</line>
        <line lrx="1871" lry="2118" ulx="466" uly="2056">Doch zum Jakob Ramavarma zurück. Hebich erkannte bald</line>
        <line lrx="1870" lry="2184" ulx="355" uly="2125">in ihm „den fähigſten und gebildetſten ſeiner Gehilfen“, und brauchte</line>
        <line lrx="1866" lry="2251" ulx="357" uly="2191">ihn zunächſt als Schulmeiſter für ſeine „Büble“, damit dieſe auch</line>
        <line lrx="1874" lry="2323" ulx="359" uly="2256">ein ſchönes Malayalam ſprechen lernen. Dann ſchien es ihm aber</line>
        <line lrx="1871" lry="2381" ulx="358" uly="2321">bald am Platze, daß derſelbe auch wirklich unter ſeinen malayali⸗</line>
        <line lrx="1876" lry="2448" ulx="356" uly="2388">ſchen Landsleuten zu arbeiten bekomme; ſo baute er ihm ein Häus⸗</line>
        <line lrx="1876" lry="2514" ulx="364" uly="2455">chen dicht am Weberdorfe Tſchirakal, in der Nähe der alten</line>
        <line lrx="1875" lry="2579" ulx="359" uly="2519">Landesfürſten und ihrer Brahmanen, nachdem er ihn mit einem ſehr</line>
        <line lrx="1876" lry="2645" ulx="361" uly="2585">einfachen Tamilmädchen (11. Februar 1844) getraut hatte. „Das</line>
        <line lrx="1875" lry="2710" ulx="361" uly="2651">Volk dort herum iſt noch ſehr abergläubiſch, und der böſe Einfluß</line>
        <line lrx="1876" lry="2777" ulx="362" uly="2714">der Radſchas wird uns zu ſchaffen machen. Aber das Evangelium</line>
        <line lrx="1876" lry="2844" ulx="362" uly="2780">muß einmal Allen verkündigt werden, und das läßt ſich hier nicht</line>
        <line lrx="1875" lry="2917" ulx="364" uly="2847">gut anders machen, als man zieht in ihre Nähe; ſo hoffe ich zum</line>
        <line lrx="1876" lry="2976" ulx="366" uly="2912">HErrn, daß die Arbeit fröhlich von Statten gehen wird. Ich reite</line>
      </zone>
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        <line lrx="493" lry="424" ulx="449" uly="390">88</line>
      </zone>
      <zone lrx="1977" lry="2578" type="textblock" ulx="416" uly="466">
        <line lrx="1968" lry="523" ulx="449" uly="466">in etwa zwanzig Minuten hinaus, nach Tai in zehn Minuten, ſo</line>
        <line lrx="1970" lry="590" ulx="452" uly="534">geht dies alles prächtig. Der ſtille ſanfte Juda gibt einen guten</line>
        <line lrx="1971" lry="659" ulx="416" uly="600">Begleiter für Jakob ab; den ſetze ich natürlich auch hinaus, damit</line>
        <line lrx="1970" lry="720" ulx="454" uly="666">die Umgegend fleißig beſucht werde. Einſtweilen macht mir dieſer</line>
        <line lrx="1969" lry="786" ulx="451" uly="731">Bau noch viel zu ſchaffen; möge der HErrx alles ſegnen! Ich</line>
        <line lrx="1970" lry="856" ulx="450" uly="798">ſchreibe diesmal Dinge zum Voraus, was ſonſt nicht meine Sache iſt;</line>
        <line lrx="1720" lry="919" ulx="452" uly="866">doch ſo gehts, wenn man ins Schreiben hinein kommt.“</line>
        <line lrx="1972" lry="985" ulx="562" uly="932">Am 1. Mai 1844 weihte Hebich, wie es ſeine Art war, den</line>
        <line lrx="1973" lry="1051" ulx="451" uly="997">Bau ein. Die Brüder Irion und Müller waren von Talatſcheri</line>
        <line lrx="1971" lry="1119" ulx="451" uly="1062">her dazu eingeladen, und da ſie in Folge eines Mißverſtändniſſes</line>
        <line lrx="1965" lry="1185" ulx="451" uly="1131">die ganze Nacht hindurch zu wandern hatten, „machte dies das</line>
        <line lrx="1971" lry="1253" ulx="453" uly="1196">Ganze noch werthvoller. Meine ganze Gemeinde zog hinaus, und</line>
        <line lrx="1969" lry="1316" ulx="452" uly="1262">viele Heiden kamen herzu, uns drei nach einander predigen zu hö⸗</line>
        <line lrx="1974" lry="1385" ulx="452" uly="1328">ren; darnach hatten wir ein Eſſen für alle Chriſten und feierten</line>
        <line lrx="1973" lry="1450" ulx="454" uly="1394">einen rechten Segenstag. Das gab dann viel Geſprächs unter den</line>
        <line lrx="1976" lry="1515" ulx="455" uly="1460">Heiden in der Umgegend und täglich kamen viele Beſuche.“ Den</line>
        <line lrx="1973" lry="1581" ulx="454" uly="1525">Boden hatte der Radſcha gegeben, doch unter der Bedingung, daß</line>
        <line lrx="1975" lry="1649" ulx="457" uly="1593">keine Kuh darauf geſchlachtet werde; er war ein Mann von Erfah⸗</line>
        <line lrx="1975" lry="1717" ulx="455" uly="1660">rung und Gelehrſamkeit, der doch im Alter alles Wiſſen für eitel</line>
        <line lrx="1970" lry="1781" ulx="457" uly="1726">erkannt und ſich der ſtrengſten Pflege aller 35 Schutzgötter ſeines</line>
        <line lrx="1970" lry="1849" ulx="458" uly="1790">Hauſes, wie der genaueſten Beobachtung aller Gebote geweiht hatte.</line>
        <line lrx="1972" lry="1916" ulx="457" uly="1859">Nie pflog er Umgang mit Europäern; als er ſpäter von ſeinem</line>
        <line lrx="1975" lry="1981" ulx="458" uly="1925">Neffen, dem oben erwähnten zweiten Radſcha hörte, wie auch die</line>
        <line lrx="1976" lry="2048" ulx="457" uly="1993">Wedas nun von den Engländern gedruckt werden und er ſelbſt beim</line>
        <line lrx="1974" lry="2114" ulx="459" uly="2050">Miſſionar den erſten Band derſelben geſehen habe, ſchauderte er zu⸗</line>
        <line lrx="1975" lry="2181" ulx="458" uly="2125">ſammen. Dieſer zweite Radſcha (S. 24) aber war nun froh, an</line>
        <line lrx="1972" lry="2245" ulx="460" uly="2191">Jakob einen wohlunterrichteten Mann in der Nähe zu haben, und</line>
        <line lrx="1973" lry="2323" ulx="457" uly="2258">faſt täglich irgend welchen Zweifel und Anſtoß von ihm löſen zu</line>
        <line lrx="1445" lry="2380" ulx="461" uly="2323">laſſen, ohne daß er doch Chriſto näher trat.</line>
        <line lrx="1977" lry="2447" ulx="572" uly="2390">So hatte Hebich nun zwei Anhaltspunkte für das Wirken un⸗</line>
        <line lrx="1977" lry="2512" ulx="460" uly="2455">ter den Malayalen gefunden. Die unzugänglichen Mapillas und</line>
        <line lrx="1976" lry="2578" ulx="464" uly="2521">andere fremde Händler ausgenommen, ſind es ja nur Fiſcher und</line>
      </zone>
      <zone lrx="1991" lry="2643" type="textblock" ulx="462" uly="2585">
        <line lrx="1991" lry="2643" ulx="462" uly="2585">Weber, die in Malabar ſich dorfweiſe angeſiedelt haben, jene am</line>
      </zone>
      <zone lrx="1982" lry="2980" type="textblock" ulx="462" uly="2655">
        <line lrx="1982" lry="2709" ulx="462" uly="2655">nackten Meeresſtrande, dieſe am liebſten im Schatten hoher Feigen⸗</line>
        <line lrx="1977" lry="2775" ulx="463" uly="2720">und Palmbäume, etwas abſeits von der Heerſtraße. In einem</line>
        <line lrx="1979" lry="2844" ulx="465" uly="2788">Punkte gleichen ſich beide Kaſten; ſie ſind alle mehr und mehr dem</line>
        <line lrx="1981" lry="2910" ulx="465" uly="2854">Trunke verfallen und gelangen zu keinem Wohlſtand, während die</line>
        <line lrx="1979" lry="2980" ulx="466" uly="2921">betriebſamen Mapillas ihnen überall den Vorrang abgewinnen. —</line>
      </zone>
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        <line lrx="14" lry="1649" ulx="0" uly="1295"> — V=ẽ — — —</line>
      </zone>
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        <line lrx="1865" lry="456" ulx="1821" uly="421">89</line>
      </zone>
      <zone lrx="1913" lry="1278" type="textblock" ulx="340" uly="476">
        <line lrx="1861" lry="545" ulx="350" uly="476">An beiden Orten, im Süden und im Norden von Kannanur, wird</line>
        <line lrx="1864" lry="614" ulx="349" uly="547">nun die Kenntniß des Evangeliums verbreitet durch chriſtliche</line>
        <line lrx="1857" lry="681" ulx="349" uly="612">Schulen, in welchen auch der Katechiſt lehrt, dann durch deſſen</line>
        <line lrx="1856" lry="744" ulx="347" uly="679">Umgang mit den Anwohnern und durch regelmäßige Beſuche, die er</line>
        <line lrx="1859" lry="814" ulx="347" uly="746">in der Ferne macht, wie durch unregelmäßige, die er von nah und</line>
        <line lrx="590" lry="866" ulx="346" uly="812">fern erhält.</line>
        <line lrx="1858" lry="945" ulx="456" uly="880">Die Tage, die Hebich auf dieſen Stationen zubringt, ſind ihm</line>
        <line lrx="1859" lry="1012" ulx="346" uly="946">Segenstage, an denen er ſich auch mit beſonderer Kraft ausgerüſtet</line>
        <line lrx="1913" lry="1079" ulx="343" uly="1014">fühlt. Den Samstag hat er ſchon für Tai beſtimmt; dahin kann—</line>
        <line lrx="1856" lry="1143" ulx="344" uly="1081">er nie reiten, ohne daß die Mapillas in den Straßen ihres Kanna⸗</line>
        <line lrx="1855" lry="1212" ulx="341" uly="1148">nurs ihn mit Hallohgeſchrei empfangen und ihm Erinnerungen aus</line>
        <line lrx="1858" lry="1278" ulx="340" uly="1213">ſeinen Predigten, kanareſiſch oder malayalam nachrufen: „Es iſt</line>
      </zone>
      <zone lrx="1855" lry="1344" type="textblock" ulx="313" uly="1279">
        <line lrx="1855" lry="1344" ulx="313" uly="1279">ein Gott; Siehe da, Gottes Lamm!“ u. ſ. w. Nachdem er erſt</line>
      </zone>
      <zone lrx="1854" lry="1611" type="textblock" ulx="337" uly="1347">
        <line lrx="1854" lry="1413" ulx="341" uly="1347">alles erkundet, predigt er der kleinen Gemeinde um Mittag; wer</line>
        <line lrx="1841" lry="1478" ulx="337" uly="1410">Luſt hat von den Heiden, horcht zu. Ebenſo Nachts bei Licht.</line>
        <line lrx="1853" lry="1546" ulx="338" uly="1477">Von 5— 7 Uhr aber geht er im Dorf umher von Haus zu Haus,</line>
        <line lrx="1853" lry="1611" ulx="340" uly="1545">während die Leute ihre Fiſche verkaufen oder zum Trocknen ausbreiten,</line>
      </zone>
      <zone lrx="1853" lry="1677" type="textblock" ulx="311" uly="1611">
        <line lrx="1853" lry="1677" ulx="311" uly="1611">und ladet ein ins Reich Gottes, wer irgend Ohren hat. Oft ma⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1852" lry="2997" type="textblock" ulx="326" uly="1678">
        <line lrx="1852" lry="1744" ulx="338" uly="1678">chen ſich nur Weiber herzu, dann kann ihm ein alter Fiſcher dro⸗</line>
        <line lrx="1843" lry="1810" ulx="335" uly="1742">hen: „wenn du fortfährſt zu Weibern zu reden, verklage ich dich</line>
        <line lrx="1844" lry="1873" ulx="335" uly="1808">beim General.“ Antwort: „Ich predige Männern und Weibern,</line>
        <line lrx="1847" lry="1942" ulx="334" uly="1875">jedem, der hören will, jetzt alſo dir“ — „Nein, ich will nichts</line>
        <line lrx="1850" lry="2007" ulx="337" uly="1942">davon, pack dich!“ Andrerſeits machen ſich aber auch hoffnungs⸗</line>
        <line lrx="1849" lry="2072" ulx="333" uly="2008">volle Seelen herbei, wie die 56jährige Mutter des „ſchönen Mannes“.</line>
        <line lrx="1846" lry="2140" ulx="334" uly="2073">Hatte ſich erſt noch in der Zeit der Verſuchung das ganze alte Herz</line>
        <line lrx="1844" lry="2204" ulx="334" uly="2138">dieſer Wittwe geoffenbart „ſo ſchlau und ſo dumm“, ſo wurde ihr</line>
        <line lrx="1845" lry="2271" ulx="331" uly="2205">nun ein neues Herz geſchenkt. Am 26. Januar 1845 getauft,</line>
        <line lrx="1499" lry="2331" ulx="331" uly="2270">lebte dieſe Eunike wirklich ganz auf in der Gnade.</line>
        <line lrx="1842" lry="2403" ulx="442" uly="2337">Ein Jahr ſpäter hatten die Fiſcher ein Feſt und ſaßen vor dem</line>
        <line lrx="1840" lry="2469" ulx="331" uly="2402">Götzen im Dorf (Januar 1846). „Da trat ich unter ſie und</line>
        <line lrx="1840" lry="2535" ulx="329" uly="2469">ſagte: Schon drei Jahre predige ich euch Jeſum, die Auferſtehung</line>
        <line lrx="1845" lry="2603" ulx="329" uly="2528">und das Leben, öffentlich und von Haus zu Haus; und noch ſetzt</line>
        <line lrx="1840" lry="2668" ulx="326" uly="2601">ihr euch vor den todten Götzen hin. Gott wird euch ſtrafen.“ Mit</line>
        <line lrx="1839" lry="2733" ulx="328" uly="2668">dem Februar brach die Cholera aus. „Da hatte ich mit Patros</line>
        <line lrx="1831" lry="2796" ulx="327" uly="2734">(dem Schulmeiſter) Tag und Nacht Arbeit in den Hütten der</line>
        <line lrx="1840" lry="2865" ulx="326" uly="2799">Armen. Eine von allen verlaſſene Fiſcherrrau kam zu uns, die</line>
        <line lrx="1839" lry="2933" ulx="327" uly="2866">lieber bei uns ſterben wollte. Patros und die immer dienſtbereite</line>
        <line lrx="1839" lry="2997" ulx="329" uly="2930">Eunike ſollten ihr die Nacht hindurch wachen. Am 7. Februar</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1985" lry="1594" type="textblock" ulx="453" uly="397">
        <line lrx="499" lry="433" ulx="453" uly="397">90</line>
        <line lrx="1973" lry="525" ulx="454" uly="467">Abends ſchien es dem Tode zuzugehen. Da fieng Eunike an, ihren</line>
        <line lrx="1975" lry="594" ulx="456" uly="535">Glauben an den HErrn Jeſum der Sterbenden einzuſprechen; ſie</line>
        <line lrx="1974" lry="661" ulx="455" uly="601">begehrte nun ſchnell die Taufe.“ Hebich vollzog ſie und gab der</line>
        <line lrx="1975" lry="725" ulx="456" uly="666">Kranken auf ihren Wunſch den Namen Wiſwaſi (Glaubige); befahl</line>
        <line lrx="1976" lry="793" ulx="458" uly="733">aber noch in der Nacht, das Grab zu graben. Am Morgen ſandte</line>
        <line lrx="1970" lry="860" ulx="458" uly="800">er etliche Chriſten, den Leichnam zu beerdigen. Aber ſie lebte noch</line>
        <line lrx="1978" lry="926" ulx="456" uly="865">und fieng mit lauter Stimme an Gott zu loben, daß Alles nur</line>
        <line lrx="1978" lry="994" ulx="456" uly="932">ſtaunte. Nun erkrankte die unermüdliche Eunike. Um Mitternacht</line>
        <line lrx="1974" lry="1060" ulx="456" uly="999">noch kam Hebich zu ihr: ſie war ſo froh und ſelig, heimgehen zu</line>
        <line lrx="1978" lry="1128" ulx="458" uly="1065">dürfen; er blieb bis 4 Uhr Morgens. Den Tag über (d9. Februar)</line>
        <line lrx="1979" lry="1193" ulx="457" uly="1131">fragte er ſie noch oft: Pulle (Kind), glaubſt du an den HErrn</line>
        <line lrx="1980" lry="1260" ulx="458" uly="1199">Jeſum. Da legte ſie immer die Hand aufs Herz, richtete ſich auf</line>
        <line lrx="1980" lry="1326" ulx="456" uly="1262">und verneigte ſich mit kräftigem Ja. Wenn er aber mit ihr betete,</line>
        <line lrx="1984" lry="1396" ulx="458" uly="1334">hörte ſie Nichts; nur ſeufzte ſie viel für ihren Sohn Kuttan. In</line>
        <line lrx="1978" lry="1461" ulx="457" uly="1401">der Frühe des 10. Februar gieng dieſe liebe Seele zu ihrer Ruhe</line>
        <line lrx="1985" lry="1530" ulx="459" uly="1467">ein; am Abend begrub man ſie, ein Opfer für Wiſwaſi, in dem</line>
        <line lrx="1983" lry="1594" ulx="460" uly="1535">für die letztere beſtimmten Grabe. „Ein glaubiger Jüngling, noch</line>
      </zone>
      <zone lrx="2019" lry="1662" type="textblock" ulx="431" uly="1601">
        <line lrx="2019" lry="1662" ulx="431" uly="1601">ungetauft, ſtarb auch, ohne daß ſein Vater mich ihn nur ſehen</line>
      </zone>
      <zone lrx="1996" lry="2997" type="textblock" ulx="460" uly="1667">
        <line lrx="1983" lry="1729" ulx="460" uly="1667">ließ. Ihm folgte im Tode ein ſchwarzer Jude aus Kotſchi, der mir</line>
        <line lrx="1985" lry="1797" ulx="460" uly="1735">ſeine beiden Kinder übergab und an Chriſtum glauben wollte; ſo</line>
        <line lrx="1987" lry="1865" ulx="461" uly="1800">begrub ich ihn, obwohl er die Taufe verſchoben hatte. Es war</line>
        <line lrx="1988" lry="1929" ulx="463" uly="1867">eine wehmüthige Zeit; an den ſonſt ſo lärmenden Abenden alles</line>
        <line lrx="1986" lry="1996" ulx="460" uly="1935">todtenſtill, nur murmelte der und jener ſein Rama Rama! vor ſich</line>
        <line lrx="1988" lry="2065" ulx="462" uly="2002">hin. Meine Arznei ſchlug nicht an, eine Todtenluft wehte durchs</line>
        <line lrx="752" lry="2133" ulx="467" uly="2077">ganze Dorf.“</line>
        <line lrx="1980" lry="2197" ulx="580" uly="2133">„Wiſwaſi aber, kaum erſtarkt, kehrte zu den Ihrigen zurück,</line>
        <line lrx="1982" lry="2265" ulx="460" uly="2201">und ſchalt dann über Eunike, welche ſie bezaubert habe, leugnete</line>
        <line lrx="1981" lry="2330" ulx="462" uly="2265">auch die Taufe. Sterben wollte ſie wohl mit uns, aber nicht mit</line>
        <line lrx="1986" lry="2391" ulx="461" uly="2332">uns leben. — Der alte Pudſchari war faſt der Erſte, der ſtarb.</line>
        <line lrx="1985" lry="2463" ulx="466" uly="2398">Seither kommt der Geiſt auf Keinen mehr; der Radſcha iſt gebeten,</line>
        <line lrx="1986" lry="2529" ulx="465" uly="2464">das wieder zu Stande zu bringen, es will aber noch nicht gelingen.</line>
        <line lrx="1890" lry="2596" ulx="468" uly="2533">Dennoch bin ich voll Hoffnung für die ſchönen Leute dort.“ —</line>
        <line lrx="1996" lry="2661" ulx="576" uly="2597">Im Jahre 1868 hat dann die Bekehrung einer alten Fiſcher⸗</line>
        <line lrx="1985" lry="2731" ulx="465" uly="2661">frau gezeigt, welch guter Same in jener Zeit der Heimſuchung</line>
        <line lrx="1990" lry="2798" ulx="469" uly="2733">ausgeſtreut worden war. Eine 80jährige Wittwe hatte einen Traum;</line>
        <line lrx="1987" lry="2860" ulx="470" uly="2797">es war die ſelige Eunike, die ihr erſchien und ihr freundlich winkte</line>
        <line lrx="1989" lry="2931" ulx="469" uly="2865">zu kommen. Als ihr Sohn auf ihre Bitten den Miſſionar holte,</line>
        <line lrx="1990" lry="2997" ulx="466" uly="2930">fand dieſer die Alte außerordentlich vorbereitet auf jedes Wort, das</line>
      </zone>
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        <line lrx="1812" lry="453" ulx="1770" uly="417">91</line>
        <line lrx="1813" lry="543" ulx="303" uly="477">er ihr zu ſagen hatte; ſie wurde in ihrem eigenen Hauſe unter dem</line>
        <line lrx="1810" lry="612" ulx="298" uly="544">Zulauf vieler Fiſcherleute getauft, auf welche der Vorfall einen tiefen</line>
        <line lrx="659" lry="663" ulx="301" uly="609">Eindruck machte.</line>
        <line lrx="1807" lry="745" ulx="406" uly="677">Und in demſelben Jahre (Oktober 1868) ſtellte ſich auch der</line>
        <line lrx="1801" lry="809" ulx="294" uly="744">nun 60jährige Kuttan bei dem Miſſionar in Talatſcheri ein.</line>
        <line lrx="1810" lry="875" ulx="295" uly="808">Er hatte lange den Ton in Tai angegeben und ſich zuweilen an</line>
        <line lrx="1802" lry="940" ulx="292" uly="874">die Spitze der Miſſionsfeinde geſtellt; merkwürdiger Weiſe aber</line>
        <line lrx="1805" lry="1014" ulx="293" uly="940">blieb ihm in dieſen zweiundzwanzig Jahren das Wort Gottes doch</line>
        <line lrx="1807" lry="1067" ulx="292" uly="1007">ein liebes, immer wieder wichtiges Buch, daraus er in der Stille</line>
        <line lrx="1807" lry="1144" ulx="290" uly="1072">ſeine ganze geiſtige Nahrung ſchöpfte. Endlich gab er ſeine Wirth⸗</line>
        <line lrx="1799" lry="1199" ulx="288" uly="1140">ſchaft auf und ſiedelte nach Talatſcheri über, wo er bald um die</line>
        <line lrx="1817" lry="1272" ulx="287" uly="1205">Taufe bat. Der Unterricht, den er ſich mit viel Eifer zu nutze</line>
        <line lrx="1793" lry="1338" ulx="286" uly="1274">machte, war leicht; am 13. December legte er ſein kindliches</line>
        <line lrx="1796" lry="1408" ulx="288" uly="1337">Glaubensbekenntniß ab, während Thränen ihm über die gefurchten</line>
        <line lrx="1800" lry="1470" ulx="285" uly="1402">Wangen floſſen. — Einige Tage darauf kommt ſein 18jähriger</line>
        <line lrx="1793" lry="1528" ulx="286" uly="1468">Sohn Unni von Bombay, wo er bei einem Verwandten diente.</line>
        <line lrx="1795" lry="1604" ulx="282" uly="1525">Auch er kannte ſchon die heilige Schrift und hatte ſich mit Chriſten</line>
      </zone>
      <zone lrx="1789" lry="1676" type="textblock" ulx="250" uly="1601">
        <line lrx="1789" lry="1676" ulx="250" uly="1601">befreundet; ſofort begehrte er den Taufunterricht. Am 14. März</line>
      </zone>
      <zone lrx="1793" lry="2993" type="textblock" ulx="264" uly="1666">
        <line lrx="1788" lry="1735" ulx="284" uly="1666">1869 wurde auch er getauft zur großen Freude des Vaters, und</line>
        <line lrx="1451" lry="1802" ulx="282" uly="1732">Eunike hatte alſo Sohn und Enkel ſich nachgezogen.</line>
        <line lrx="1788" lry="1869" ulx="391" uly="1799">So zeigte ſich denn dieſe Außenſtation Tai noch fruchtbar,</line>
        <line lrx="1788" lry="1934" ulx="279" uly="1865">lange nachdem ſie ihrer ungeſunden Lage wegen aufgegeben war.</line>
        <line lrx="1793" lry="1994" ulx="280" uly="1925">Ein Beiſpiel von dem „Ernten ohne Aufhören“, das dem uner⸗</line>
        <line lrx="1696" lry="2063" ulx="278" uly="1997">müdlichen Sämann verheißen iſt. .</line>
        <line lrx="1783" lry="2130" ulx="387" uly="2063">Tſchirakal ſollte auch bald ſeinen Erſtling liefern. Dort</line>
        <line lrx="1791" lry="2197" ulx="275" uly="2128">weilte bei ſeinem Oheim, einem Schreiber auf dem Oberamt, ein</line>
        <line lrx="1790" lry="2261" ulx="275" uly="2196">Najer⸗Jüngling aus dem Süden, der ſchon während des Baus der</line>
        <line lrx="1787" lry="2329" ulx="275" uly="2261">Station den Katechiſten Jakob mehreremale beſuchte, und den Ent⸗</line>
        <line lrx="1789" lry="2399" ulx="272" uly="2329">ſchluß faßte, wenn dieſes Werk zu Stande komme, Chriſt zu wer⸗</line>
        <line lrx="1787" lry="2462" ulx="273" uly="2394">den. Ein Traktat zeigte ihm die Sündigkeit des Göctzendienſtes.</line>
        <line lrx="1784" lry="2529" ulx="272" uly="2459">Er vertraute ſich Jakob an, der ihn nach Kannanur brachte, wo</line>
        <line lrx="1786" lry="2593" ulx="271" uly="2526">er 29. Dezember 1844 die Taufe empfieng. Paul Ittiraritſchen</line>
        <line lrx="1784" lry="2661" ulx="268" uly="2591">iſt ſein Name, er wurde nach wiederholter Sichtung ein tüchtiger</line>
        <line lrx="1775" lry="2728" ulx="270" uly="2657">Evangeliſt, der bis zu ſeinem Tode gute Dienſte that, die noch</line>
        <line lrx="1680" lry="2791" ulx="266" uly="2725">nachwirken, wie denn erſt 1869 ſein Vater Chriſt geworden iſt.</line>
        <line lrx="1780" lry="2859" ulx="377" uly="2791">Zunächſt aber gab ſein Uebertritt der neuen Schule in Tſchi⸗</line>
        <line lrx="1778" lry="2931" ulx="265" uly="2856">rakal einen Stoß; und die Verwandten wollten bei der Obrigkeit</line>
        <line lrx="1777" lry="2993" ulx="264" uly="2921">Klage führen, wovon jedoch der Tahſildar (Amtmann) ſie zurück⸗</line>
      </zone>
    </surface>
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        <line lrx="534" lry="421" ulx="489" uly="386">92</line>
      </zone>
      <zone lrx="2022" lry="1318" type="textblock" ulx="491" uly="457">
        <line lrx="2011" lry="519" ulx="491" uly="457">brachte. Noch exiſtirt ein Brief von Pauls Vater, worin dieſer</line>
        <line lrx="2008" lry="584" ulx="493" uly="526">ihn wegen ſeines Austritts aus der Adelskaſte verfluchte, dann als</line>
        <line lrx="2011" lry="651" ulx="498" uly="592">Schadenerſatz 100 Rupies jährlich für die Familie und 50 für ſich</line>
        <line lrx="2014" lry="719" ulx="493" uly="659">ſelbſt verlangte; wenn er das nicht erhalte, möge Krankheit, Aus⸗</line>
        <line lrx="2011" lry="785" ulx="493" uly="725">ſatz, Armuth und Elend jeglicher Art den mißrathenen Sohn be⸗</line>
        <line lrx="2012" lry="852" ulx="494" uly="792">fallen. „Ich bin entſchieden, mir vor deinen Augen das Leben zu</line>
        <line lrx="2014" lry="919" ulx="494" uly="858">nehmen, will nur erſt noch einiges in Ordnung bringen und dann</line>
        <line lrx="2015" lry="984" ulx="495" uly="924">in etlichen Monaten nach Kannanur kommen, um zu ſterben.“ Es</line>
        <line lrx="2015" lry="1052" ulx="496" uly="991">ſollte ihm ja beſſer ergehen; im Jahr 1850 beſuchte ihn der Sohn</line>
        <line lrx="2018" lry="1114" ulx="497" uly="1058">mit andern Chriſten und fieng an, auch in ſeiner Heimat die Er⸗</line>
        <line lrx="1238" lry="1184" ulx="499" uly="1127">kenntniß des Heils zu verbreiten.</line>
        <line lrx="2019" lry="1248" ulx="611" uly="1152">Hebich durfte jedenfalls bald ſehen, daß von diefen Außen⸗</line>
        <line lrx="2022" lry="1318" ulx="497" uly="1257">ſtationen das Licht „weit hinausleuchtete“. Jeden Donnerstag iſt</line>
      </zone>
      <zone lrx="2057" lry="1381" type="textblock" ulx="505" uly="1316">
        <line lrx="2057" lry="1381" ulx="505" uly="1316">er nun in Tſchirakal, ſieht erſt nach den Chriſten und predigt dann</line>
      </zone>
      <zone lrx="2025" lry="1651" type="textblock" ulx="503" uly="1392">
        <line lrx="2021" lry="1447" ulx="503" uly="1392">den Webern und andern Umwohnern. „Nur durch ſolche Leute wie</line>
        <line lrx="2017" lry="1514" ulx="507" uly="1457">meine Katechiſten kann ich mich ausbreiten, kann durch ſie hie und</line>
        <line lrx="2021" lry="1581" ulx="504" uly="1523">da einen Lichtpunkt mitten in die Nacht ſetzen; aber all meine</line>
        <line lrx="2025" lry="1651" ulx="508" uly="1591">Sorge iſt es, dieſen Lichtpunkt helle zu erhalten und heller zu ma⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="2034" lry="1717" type="textblock" ulx="505" uly="1649">
        <line lrx="2034" lry="1717" ulx="505" uly="1649">chen. Sie bedürfen immer der Tröſtung, des Aufmunterns und</line>
      </zone>
      <zone lrx="2027" lry="2182" type="textblock" ulx="504" uly="1723">
        <line lrx="2021" lry="1783" ulx="504" uly="1723">Zurechtweiſens; ſo gut es mit ihnen geht, wenn alles richtig ſteht,</line>
        <line lrx="2025" lry="1851" ulx="504" uly="1791">ſo liederlich, wenn auch nur Kleinigkeiten in den Weg kommen;</line>
        <line lrx="2027" lry="1915" ulx="507" uly="1856">da iſt dann auf einmal der HErr Jeſus todt. Ohne den Miſſio⸗</line>
        <line lrx="2027" lry="1980" ulx="504" uly="1923">nar würden auch die Beſſeren in kurzer Zeit unterliegen, die</line>
        <line lrx="2019" lry="2048" ulx="507" uly="1988">Schlechteren aber bald wieder in alle Sünden hineinfallen. Aber</line>
        <line lrx="2023" lry="2113" ulx="508" uly="2055">dienlich iſt es fürs Volk, wenn bekehrte Jünglinge ſobald wie mög⸗</line>
        <line lrx="1579" lry="2182" ulx="509" uly="2123">lich in fruchttragende Arbeit eingeleitet werden.“</line>
      </zone>
      <zone lrx="1541" lry="2430" type="textblock" ulx="1006" uly="2323">
        <line lrx="1541" lry="2430" ulx="1006" uly="2323">Miſſtons-Zeitung.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1235" lry="2990" type="textblock" ulx="513" uly="2545">
        <line lrx="1235" lry="2600" ulx="569" uly="2545">Der ehrwürdige alte Moffat</line>
        <line lrx="1139" lry="2655" ulx="514" uly="2603">ſchrieb kürzlich einem Freund:</line>
        <line lrx="1233" lry="2711" ulx="574" uly="2657">„So lange ich noch hienieden</line>
        <line lrx="1234" lry="2764" ulx="513" uly="2713">weile, werde ich nie Warrington</line>
        <line lrx="1234" lry="2823" ulx="514" uly="2768">vergeſſen. Es iſt tief in mein Ge⸗</line>
        <line lrx="1235" lry="2878" ulx="516" uly="2824">dächtniß gegraben und wird wohl</line>
        <line lrx="1235" lry="2934" ulx="517" uly="2878">auch drüben in der ſeligen Ewig⸗</line>
        <line lrx="1158" lry="2990" ulx="516" uly="2935">keit nicht daraus verſchwinden.</line>
      </zone>
      <zone lrx="2031" lry="2980" type="textblock" ulx="1312" uly="2538">
        <line lrx="2031" lry="2594" ulx="1371" uly="2538">„Es war ein ruhiger Sommer⸗</line>
        <line lrx="2031" lry="2644" ulx="1313" uly="2594">abend Anno 1815, als ich einſam</line>
        <line lrx="2031" lry="2703" ulx="1312" uly="2648">dieſer Stadt zuwanderte. Mehr</line>
        <line lrx="2030" lry="2758" ulx="1314" uly="2704">als ſonſt geſtimmt, über Vergan⸗</line>
        <line lrx="2031" lry="2816" ulx="1316" uly="2761">genheit und Zukunft nachzudenken,</line>
        <line lrx="2031" lry="2867" ulx="1315" uly="2816">betrat ich die Brücke am Eingang</line>
        <line lrx="2028" lry="2924" ulx="1315" uly="2871">derſelben. Da fiel mein Auge auf</line>
        <line lrx="2031" lry="2980" ulx="1316" uly="2926">ein Miſſions⸗Plakat, das rechts</line>
      </zone>
      <zone lrx="2328" lry="3011" type="textblock" ulx="2318" uly="2250">
        <line lrx="2328" lry="3011" ulx="2318" uly="2250">— — — — — — — — —. — — — — —</line>
      </zone>
      <zone lrx="2328" lry="876" type="textblock" ulx="2311" uly="837">
        <line lrx="2328" lry="876" ulx="2311" uly="837">l⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="2328" lry="1606" type="textblock" ulx="2312" uly="906">
        <line lrx="2328" lry="1606" ulx="2312" uly="906">— — — —— — – — — —.— — —</line>
      </zone>
      <zone lrx="2328" lry="1673" type="textblock" ulx="2315" uly="1635">
        <line lrx="2328" lry="1673" ulx="2315" uly="1635">—</line>
      </zone>
      <zone lrx="2328" lry="2223" type="textblock" ulx="2317" uly="1735">
        <line lrx="2328" lry="2223" ulx="2317" uly="1735">—. — —, — — — —. —</line>
      </zone>
      <zone lrx="2328" lry="3122" type="textblock" ulx="2282" uly="3105">
        <line lrx="2328" lry="3122" ulx="2282" uly="3105">/</line>
      </zone>
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        <line lrx="1829" lry="443" ulx="1786" uly="410">69</line>
      </zone>
      <zone lrx="1834" lry="1479" type="textblock" ulx="311" uly="486">
        <line lrx="1829" lry="548" ulx="311" uly="486">Freunde in großer Beſorgniß nach Todgarh folgten und ihn in ſein</line>
        <line lrx="1830" lry="616" ulx="312" uly="553">Dorf zurückzubringen wünſchten, rieth ihm Robb, nur mit ihnen zu</line>
        <line lrx="1830" lry="684" ulx="314" uly="620">gehen und ſpäter wieder zu kommen, um gründlicheren Unterricht zu</line>
        <line lrx="1823" lry="750" ulx="314" uly="687">empfangen. Das einſtimmige Zeugniß aller derer, die ſeither nach</line>
        <line lrx="1829" lry="815" ulx="312" uly="753">ihm befragt wurden, lautet: „Er geht immer mit einem großen Buch</line>
        <line lrx="1830" lry="877" ulx="313" uly="821">unter dem Arm umher, und wenn er irgend Jemand bekommen kann,</line>
        <line lrx="1829" lry="948" ulx="314" uly="885">der ihm zuhört, ſetzt er ſich hin und liest ihm vor. Das Buch iſt</line>
        <line lrx="572" lry="1015" ulx="314" uly="962">ſein Leben.“</line>
        <line lrx="1832" lry="1080" ulx="423" uly="1019">Doch das Einzelne wollen wir hier nicht weiter verfolgen. Die</line>
        <line lrx="1832" lry="1147" ulx="314" uly="1086">Kirche, welche dieſe Boten ausſandte, iſt durch reiche Legate in Stand</line>
        <line lrx="1834" lry="1215" ulx="317" uly="1152">geſetzt, über Geldmittel nach Bedürfniß zu verfügen. Im Augen⸗</line>
        <line lrx="1831" lry="1279" ulx="316" uly="1219">blicke bedürfte ſie zehn neuer Miſſionare (fünf für Radſchputana),</line>
        <line lrx="1831" lry="1345" ulx="315" uly="1285">um das Werk kräftig fortzuführen, und ihr Nothſchrei deutet an, daß</line>
        <line lrx="1829" lry="1412" ulx="317" uly="1351">dieſe ſchwieriger zu beſchaffen ſind als Silber und Gold. Möge ihr</line>
        <line lrx="1722" lry="1479" ulx="317" uly="1418">dieſe beſte Gabe ganzherziger und tüchtiger Männer nie fehlen!</line>
      </zone>
      <zone lrx="1204" lry="1592" type="textblock" ulx="928" uly="1564">
        <line lrx="1204" lry="1592" ulx="928" uly="1564">—  μ</line>
      </zone>
      <zone lrx="1502" lry="1788" type="textblock" ulx="650" uly="1696">
        <line lrx="1502" lry="1788" ulx="650" uly="1696">Mißſ. Bebich in Mannunur.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1834" lry="2119" type="textblock" ulx="325" uly="1903">
        <line lrx="1419" lry="1969" ulx="734" uly="1903">3. Ausbreikung der Arbeit.</line>
        <line lrx="1834" lry="2119" ulx="325" uly="1991">Mi⸗ dem Neujahr 1842 begann Hebich eine neue Art der</line>
      </zone>
      <zone lrx="1838" lry="3002" type="textblock" ulx="322" uly="2081">
        <line lrx="1834" lry="2143" ulx="500" uly="2081">Straßenpredigt, indem er mit ſeinen Begleitern alle Stra⸗</line>
        <line lrx="1833" lry="2210" ulx="495" uly="2149">ßen und Bazare in regelmäßiger Reihenfolge beſuchte, und</line>
        <line lrx="1836" lry="2276" ulx="497" uly="2216">an jedem Ort etwa eine halbe Stunde das Wort verkün⸗</line>
        <line lrx="1833" lry="2342" ulx="322" uly="2281">digte, nachdem er erſt mit ſeinen Katechiſten durch Geſang und</line>
        <line lrx="1836" lry="2407" ulx="323" uly="2347">Gebet im Hauſe ſich geſtärkt hatte. Jeder Morgen und elliche</line>
        <line lrx="1836" lry="2471" ulx="323" uly="2417">Stunden des Abends wurden dazu benützt, bis die Einladung zum</line>
        <line lrx="1836" lry="2539" ulx="323" uly="2481">Reiche Gottes in alle Winkel gedrungen war. „Die Aufmerkſam⸗</line>
        <line lrx="1835" lry="2605" ulx="322" uly="2544">keit des Volks fiel ziemlich nach Wunſch aus, doch haben ſich auch</line>
        <line lrx="1837" lry="2670" ulx="324" uly="2611">die Feinde geregt.“ Hebich ließ ſich auf kein Disputiren ein, ſon⸗</line>
        <line lrx="1836" lry="2736" ulx="324" uly="2675">dern lud die Streitluſtigen zu ſich ins Haus, dort wolle er alles</line>
        <line lrx="1836" lry="2804" ulx="325" uly="2741">anhören, was ſie zu ſagen fänden. Jetzt ſolle jeder Einwohner</line>
        <line lrx="1838" lry="2868" ulx="322" uly="2806">Kannanurs wenigſtens die Hauptſache des Evangeliums, die Ein⸗</line>
        <line lrx="1834" lry="2937" ulx="324" uly="2875">ladung zu Gottes Reich, in Kürze zu hören, Gelegenheit bekommen.</line>
        <line lrx="1836" lry="3002" ulx="438" uly="2939">Gleich die erſte Bazarpredigt bewog einen Tijer, den Prediger</line>
      </zone>
      <zone lrx="2675" lry="350" type="textblock" ulx="2053" uly="219">
        <line lrx="2083" lry="350" ulx="2053" uly="219">[20 an</line>
        <line lrx="2355" lry="340" ulx="2318" uly="308">V</line>
        <line lrx="2675" lry="338" ulx="2638" uly="309">2</line>
      </zone>
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        <line lrx="2721" lry="669" ulx="2694" uly="399">-Euroskala Offset</line>
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        <line lrx="2733" lry="1090" ulx="2695" uly="678">VierfarbSelector Standard</line>
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        <line lrx="2732" lry="3225" ulx="2699" uly="2359">Copyright 4/1999 VXyMaster Gmbh wwWW.yXymaster. com</line>
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