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        <title>GkII73-1866_HG-Centralafrika-2</title>
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          <name>University Library of Tübingen</name>
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          <resp>Transcribed with</resp>
          <name>Tesseract</name>
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        <p>To the best of our knowledge this work is free of known copyrights or related property rights (public domain).</p>
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          <title>Die central-afrikanische Mission [2], Bd. 10, S. 305-343</title>
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        <line lrx="1356" lry="2704" ulx="677" uly="2641">N1A2C527804752 021</line>
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        <line lrx="1270" lry="2883" ulx="672" uly="2737">IUDMMNOANNI.—..</line>
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        <line lrx="1673" lry="1044" ulx="626" uly="948">Die central-afrikanische Wlission.</line>
        <line lrx="1231" lry="1122" ulx="1062" uly="1078">(Schluß.)</line>
      </zone>
      <zone lrx="1703" lry="1309" type="textblock" ulx="595" uly="1240">
        <line lrx="1703" lry="1309" ulx="595" uly="1240">6. Die Niederlaſſung unkter den Mangandſcha.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1903" lry="3001" type="textblock" ulx="388" uly="1417">
        <line lrx="1903" lry="1484" ulx="590" uly="1417">rſt am 8. Juli war Tſchibiſa's Dorf erreicht; am 15. ver⸗</line>
        <line lrx="1903" lry="1551" ulx="520" uly="1487">ließ Livingſtone das Schiff, um Mackenzie und die Miſſio⸗</line>
        <line lrx="1903" lry="1645" ulx="421" uly="1528">8S nare in das kühle, geſunde Hügelland der friedliebenden</line>
        <line lrx="1903" lry="1680" ulx="619" uly="1617">Mangandſcha hinauf zu führen, daß ſie dort unter dem</line>
        <line lrx="1903" lry="1749" ulx="392" uly="1684">Schutze eines befreundeten Häuptlings ſich niederließen. Aber ach, es</line>
        <line lrx="1903" lry="1815" ulx="393" uly="1753">war nicht mehr die liebliche Gegend, die er zuerſt geſehen! Gleich in</line>
        <line lrx="1903" lry="1878" ulx="393" uly="1816">Tſchibiſa's Dorfe hörte er, daß jetzt Krieg dort wüthe, und der Sklaven⸗</line>
        <line lrx="1902" lry="1947" ulx="392" uly="1885">handel ſchwunghaft betrieben werde. Nur wenige arme Dörfer, in</line>
        <line lrx="1901" lry="2011" ulx="388" uly="1951">denen keine Speiſe für die Mannſchaft zu bekommen war, wurden auf</line>
        <line lrx="1901" lry="2078" ulx="390" uly="2016">dem ermüdenden Marſch der erſten Tagreiſe berührt. Auch in dem</line>
        <line lrx="1902" lry="2146" ulx="389" uly="2082">Dörflein, das ſie vier Uhr Abends erreichten und ſich zur Nachtherberge</line>
        <line lrx="1902" lry="2210" ulx="391" uly="2148">erſahen, klagten die Bewohner über Hunger und verſicherten, ſie haben</line>
        <line lrx="1900" lry="2275" ulx="392" uly="2214">keine Lebensmittel und keine Hütten für die Wanderer; für Beides</line>
        <line lrx="1437" lry="2341" ulx="394" uly="2280">wurde indeß noch vor Sonnenuntergang geſorgt.</line>
        <line lrx="1902" lry="2408" ulx="501" uly="2347">Am andern Morgen (16. Juli) wurde bei dem von früher her</line>
        <line lrx="1898" lry="2472" ulx="392" uly="2411">befreundeten Häuptling Mbami Halt gemacht, der eben in Erwar⸗</line>
        <line lrx="1903" lry="2538" ulx="390" uly="2478">tung war, einen nach Tette beſtimmten Sklaventransport ſein Dorf</line>
        <line lrx="1901" lry="2606" ulx="388" uly="2541">paſſiren zu ſehen. Tief bewegte Livingſtone's Gemüth die Frage, wie</line>
        <line lrx="1901" lry="2670" ulx="390" uly="2608">er ſich bei dem bevorſtehenden Zuſammentreffen verhalten ſollte. Er</line>
        <line lrx="1896" lry="2738" ulx="389" uly="2674">hatte all ſein werthvolles Privateigenthum ſo wie einige der Regie⸗</line>
        <line lrx="1901" lry="2801" ulx="391" uly="2741">rung gehörigen Gegenſtände in Tette zurückgelaſſen und wußte, daß</line>
        <line lrx="1901" lry="2868" ulx="391" uly="2805">er ſich auf deren Verluſt gefaßt machen mußte, wenn er jetzt den</line>
        <line lrx="1900" lry="2934" ulx="394" uly="2871">Verſuch wagte, jene Sklaven zu befreien. Aber konnte, durfte er</line>
        <line lrx="1898" lry="3001" ulx="396" uly="2938">müßig zuſehen, wie die Sklavenjäger, ſeinen Fußſtapfen folgend, ſich</line>
      </zone>
      <zone lrx="1900" lry="3112" type="textblock" ulx="394" uly="3003">
        <line lrx="1900" lry="3065" ulx="394" uly="3003">für „ſeine Kinder“ ausgebend, in Gegenden, die ſie vorher nicht zu</line>
        <line lrx="1658" lry="3112" ulx="463" uly="3068">Miſſ. Mag. X. 17</line>
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        <line lrx="550" lry="524" ulx="487" uly="492">306</line>
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      <zone lrx="2004" lry="3057" type="textblock" ulx="482" uly="563">
        <line lrx="1992" lry="619" ulx="482" uly="563">betreten wagten, einen Stamm gegen den andern aufhetzten, um ihnen</line>
        <line lrx="1993" lry="685" ulx="488" uly="629">Gefangene zu liefern? Untergrub dieſes abſcheuliche Handelsſyſtem</line>
        <line lrx="1992" lry="749" ulx="485" uly="695">nicht alle von der Expedition erſtrebten, von der portugieſiſchen Regie⸗</line>
        <line lrx="1992" lry="821" ulx="484" uly="760">rung officiell gebilligten, menſchenfreundlichen Zwecke? Livingſtone</line>
        <line lrx="1995" lry="885" ulx="484" uly="826">zauderte nicht lange: was es auch koſten möchte, es ſollte gewagt</line>
        <line lrx="1994" lry="951" ulx="485" uly="894">werden, dieſen Greueln wo möglich ein Ende zu machen. — Es</line>
        <line lrx="1995" lry="1018" ulx="485" uly="960">waren nur wenige Minuten ſeit Mbami's Mittheilung verfloſſen, als</line>
        <line lrx="1990" lry="1083" ulx="486" uly="1025">ein langer Zug gefeſſelter Männer, Weiber und Kinder auf dem</line>
        <line lrx="1993" lry="1149" ulx="486" uly="1090">Fußpfad ſichtbar wurde, der ſich am Dorfe vorbei den Hügel hinab</line>
        <line lrx="1997" lry="1213" ulx="486" uly="1156">in's Thal ſchlängelte. Luſtig ſchritten die mit Gewehren bewaffneten</line>
        <line lrx="1998" lry="1281" ulx="484" uly="1222">und mit allerlei Schmuckſachen behangenen ſchwarzen Treiber an der</line>
        <line lrx="1995" lry="1346" ulx="487" uly="1290">Spitze, in der Mitte und am Ende des Zugs einher; einige von</line>
        <line lrx="1992" lry="1413" ulx="485" uly="1355">ihnen blieſen triumphirend ihre langen zinnernen Hörner, als hätten</line>
        <line lrx="1998" lry="1476" ulx="489" uly="1420">ſie ein edles Werk vollbracht, zu dem ein ſtolzes Siegesbewußtſein</line>
        <line lrx="1998" lry="1544" ulx="486" uly="1485">recht gut paſſe. Kaum aber wurden ſie die Engländer gewahr, ſo</line>
        <line lrx="1996" lry="1610" ulx="487" uly="1552">ſtürzten ſie mit ſolcher Haſt dem Walde zu, daß dieſe nur einen</line>
        <line lrx="2001" lry="1678" ulx="488" uly="1619">Augenblick noch ihre rothen Mützen und ihre Fußſohlen ſahen. Der</line>
        <line lrx="1995" lry="1743" ulx="489" uly="1683">Anführer allein blieb zurück und wurde, ſobald er ſich der Geſellſchaft</line>
        <line lrx="1995" lry="1811" ulx="488" uly="1750">gegenüber befand, von einem der Makololo feſt an der Hand gepackt.</line>
        <line lrx="1996" lry="1875" ulx="494" uly="1816">Es zeigte ſich, daß er ein wohlbekannter Sklave des vorigen Kom⸗</line>
        <line lrx="1999" lry="1941" ulx="492" uly="1882">mandanten von Tette war, Namens Keturah, der die Reiſenden</line>
        <line lrx="2002" lry="2006" ulx="492" uly="1949">während ihres Aufenthalts dort eine Zeitlang bedient hatte. Er</line>
        <line lrx="2002" lry="2072" ulx="491" uly="2015">wollte die Sklaven gekauft haben; dieſe ſelbſt aber ſagten mit Aus⸗</line>
        <line lrx="2001" lry="2140" ulx="495" uly="2082">nahme von nur vieren, ſie ſeien im Kriege gefangen genommen wor⸗</line>
        <line lrx="2002" lry="2204" ulx="495" uly="2146">den und zwar in der Gegend von Zomba. Während dieſes Verhörs</line>
        <line lrx="2000" lry="2272" ulx="492" uly="2211">ergriff auch er die Flucht, und die Gefangenen knieten nieder, um</line>
        <line lrx="2000" lry="2336" ulx="491" uly="2276">durch kräftiges Händeklatſchen ihren Dank zu bezeugen. Bald waren</line>
        <line lrx="2001" lry="2402" ulx="493" uly="2341">Meſſer geſchäftig, die Stricke der Frauen und Kinder zu durchſchnei⸗</line>
        <line lrx="2002" lry="2462" ulx="492" uly="2409">den. Die Männer in Freiheit zu ſetzen, war nicht ſo leicht; denn</line>
        <line lrx="2001" lry="2533" ulx="492" uly="2474">jeder von ihnen hatte den Nacken in die Gabel eines ſechs bis ſieben</line>
        <line lrx="2004" lry="2599" ulx="495" uly="2540">Fuß langen Sklavenſtockes eingeklemmt, die vornen durch einen Eiſen⸗</line>
        <line lrx="2003" lry="2665" ulx="496" uly="2606">ſtab geſchloſſen war. Glücklicherweiſe befand ſich unter Mackenzie's</line>
        <line lrx="2003" lry="2729" ulx="500" uly="2673">Gepäck eine Säge, mit der Einer nach dem Andern losgeſägt werden</line>
        <line lrx="2004" lry="2793" ulx="496" uly="2737">konnte. Als den Weibern geſagt wurde, von dem Mehl, das ſie</line>
        <line lrx="2003" lry="2863" ulx="495" uly="2804">trugen, ein Frühſtück für ſich und ihre Kinder zu kochen, ſchien ihnen</line>
        <line lrx="2002" lry="2926" ulx="494" uly="2871">dieſe Botſchaft zu ſüß zu klingen, um wahr zu ſein; doch nach kurzem</line>
        <line lrx="2002" lry="2991" ulx="494" uly="2935">Beſinnen machten ſie ſich freudig ans Werk, und hell loderte das</line>
        <line lrx="2002" lry="3057" ulx="503" uly="3002">mit ihren Stricken und Stöcken, den Gefährten ſo mancher ſchweren</line>
      </zone>
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        <line lrx="2392" lry="2622" ulx="2380" uly="2577">—2</line>
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        <line lrx="2392" lry="3019" ulx="2380" uly="2856">— — —=—</line>
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        <line lrx="682" lry="450" ulx="285" uly="440">——===———</line>
      </zone>
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        <line lrx="1895" lry="529" ulx="1831" uly="495">307</line>
      </zone>
      <zone lrx="1905" lry="3061" type="textblock" ulx="383" uly="565">
        <line lrx="1895" lry="626" ulx="384" uly="565">Nacht, ſo manches bangen Tages, angezündete und geſchürte Feuer,</line>
        <line lrx="1896" lry="691" ulx="391" uly="631">an das ſie ihre Töpfe ſtellten. Es waren da Kinder von fünf Jah⸗</line>
        <line lrx="1896" lry="758" ulx="390" uly="698">ren und darunter. „Die Andern banden uns und ließen uns hun⸗</line>
        <line lrx="1897" lry="823" ulx="386" uly="764">gern; Ihr zerſchneidet unſere Stricke und heißet uns eſſen; was für</line>
        <line lrx="1898" lry="892" ulx="389" uly="828">Leute ſeid denn Ihr? Wo kommet Ihr her?“ fragte in kindlicher</line>
        <line lrx="1898" lry="956" ulx="388" uly="897">Einfalt ein kleiner Knabe Livingſtone's Leute. — Zwei Frauen waren</line>
        <line lrx="1896" lry="1023" ulx="383" uly="962">den Tag zuvor erſchoſſen worden, weil ſie verſucht hatten, ihre Stricke</line>
        <line lrx="1897" lry="1088" ulx="386" uly="1028">los zu machen, „zum Warnungserempel vor Fluchtverſuchen“, wurde</line>
        <line lrx="1899" lry="1153" ulx="390" uly="1093">den Uebrigen geſagt. Dem Kinde einer andern Frau hatte man das</line>
        <line lrx="1900" lry="1220" ulx="392" uly="1159">Gehirn eingeſtoßen, weil ſie neben dem Kleinen nicht auch noch ihre</line>
        <line lrx="1899" lry="1287" ulx="385" uly="1225">Laſt tragen konnte. Ein Mann war mit einer Axt abgethan worden,</line>
        <line lrx="1898" lry="1354" ulx="387" uly="1292">weil er ermattet zuſammenbrach. In ſolchem Grade ſiegt bei dem</line>
        <line lrx="1900" lry="1419" ulx="388" uly="1357">Sklavenhandel Mißachtung des Menſchenlebens und Blutdurſt ſelbſt</line>
        <line lrx="1897" lry="1485" ulx="386" uly="1424">über den Eigennutz, der ja Schonung, nicht Mord gebieten würde.</line>
        <line lrx="1901" lry="1553" ulx="499" uly="1490">Mackenzie hatte während der eben geſchilderten Befreiungsſcene</line>
        <line lrx="1901" lry="1617" ulx="388" uly="1555">gerade mit Procter und Seudamore ein Bad genommen; bei ſeiner</line>
        <line lrx="1899" lry="1684" ulx="391" uly="1621">Rückkehr hatte er Anfangs einige Bedenken wegen des Vorgefallenen;</line>
        <line lrx="1902" lry="1750" ulx="391" uly="1686">doch bald fühlte er, daß, wäre er dabei geweſen, er ebenſo gehandelt</line>
        <line lrx="1902" lry="1813" ulx="391" uly="1752">hätte. Den 48 Geretteten, meiſtens Weibern und Kindern, wurde</line>
        <line lrx="1902" lry="1880" ulx="390" uly="1819">es frei geſtellt, zu gehen wohin ſie wollten, oder aber bei ihren Be⸗</line>
        <line lrx="1896" lry="1945" ulx="390" uly="1885">freiern zu bleiben. Sie wählten einſtimmig das Letztere, und ſo</line>
        <line lrx="1901" lry="2014" ulx="392" uly="1951">war Mackenzie mit Einem Male geſchenkt, was bei der Gründung</line>
        <line lrx="1902" lry="2076" ulx="390" uly="2016">einer Miſſion oft jahrelange Arbeit erfordert, — ein Häuflein Ein⸗</line>
        <line lrx="1902" lry="2145" ulx="390" uly="2083">geborner, deren Vertrauen in dem Grade erweckt war, daß ſie willig</line>
        <line lrx="1002" lry="2205" ulx="392" uly="2149">ſich ſeiner Leitung hingaben.</line>
        <line lrx="1903" lry="2276" ulx="501" uly="2215">Auf der Weiterreiſe wurden am folgenden Morgen wieder acht</line>
        <line lrx="1903" lry="2341" ulx="395" uly="2281">Sklaven befreit; eine Bande Händler mit mehr als hundert Sklaven</line>
        <line lrx="1904" lry="2408" ulx="393" uly="2347">gieng eilig aus dem Wege, und entkam, obgleich von Dr. Kirk mit</line>
        <line lrx="1903" lry="2473" ulx="394" uly="2412">vier Makololo energiſch verfolgt, nach Tette. Noch einmal ſechs, und</line>
        <line lrx="1905" lry="2540" ulx="399" uly="2477">dann fünfzig Sklaven wurden in den nächſten Tagen befreit, und da</line>
        <line lrx="1881" lry="2606" ulx="393" uly="2543">ſie völlig nackt waren, reichlicher, als es ihnen vielleicht je vorher zu</line>
        <line lrx="1897" lry="2673" ulx="393" uly="2608">Theil geworden war, mit Baumwollenzeug zu ihrer Kleidung verſehen.</line>
        <line lrx="1904" lry="2739" ulx="394" uly="2674">Der Anführer dieſes letzten Zugs, den Livingſtone als den Agenten</line>
        <line lrx="1904" lry="2809" ulx="394" uly="2740">eines der erſten Kaufleute in Tette kannte, ſagte, ſie haben zu allem,</line>
        <line lrx="1905" lry="2870" ulx="394" uly="2806">was ſie thun, die Erlaubniß des Gouverneurs. Es bedurfte dieſer</line>
        <line lrx="1905" lry="2936" ulx="395" uly="2872">Verſicherung nicht, um Livingſtone's Ueberzeugung feſtzuſtellen, daß</line>
        <line lrx="1904" lry="3003" ulx="396" uly="2939">ohne Wiſſen und Willen des Gouverneurs derartige Unternehmungen</line>
        <line lrx="1051" lry="3061" ulx="395" uly="3006">rein unmöglich geweſen wären.</line>
      </zone>
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        <line lrx="527" lry="520" ulx="463" uly="487">308</line>
      </zone>
      <zone lrx="1986" lry="3064" type="textblock" ulx="461" uly="564">
        <line lrx="1974" lry="619" ulx="576" uly="564">Unbefriedigender als die vorhergehenden Tage ſchloß für die Rei⸗</line>
        <line lrx="1976" lry="685" ulx="463" uly="630">ſenden der 22. Juli. Am Morgen deſſelben vernahmen ſie, die Gei⸗</line>
        <line lrx="1974" lry="751" ulx="461" uly="697">ßel des Landes, die Adſchawa ſeien da und brennen eben jetzt eines</line>
        <line lrx="1975" lry="818" ulx="461" uly="764">der benachbarten Dörfer nieder, um Gefangene zu machen. Faſt ebenſo</line>
        <line lrx="1976" lry="884" ulx="466" uly="830">bald war ihr Entſchluß gefaßt, einen Friedensverſuch zu machen. Sie</line>
        <line lrx="1976" lry="951" ulx="461" uly="896">brachen auf, den Adſchawa entgegen. Reif zur Ernte ſtanden Felder</line>
        <line lrx="1976" lry="1017" ulx="473" uly="962">mit indianiſchem Korn und Bohnen da, aber ihre Beſitzer waren</line>
        <line lrx="1977" lry="1084" ulx="473" uly="1028">entweder ſchon geflohen, oder eilten mit der wenigen Habe, die ſie</line>
        <line lrx="1977" lry="1150" ulx="466" uly="1095">auf dem Kopfe tragen konnten, vorbei. Die Dörfer ſtanden verlaſſen,</line>
        <line lrx="1978" lry="1217" ulx="464" uly="1162">eines, in dem Livingſtone zwei Jahre vorher einen Haufen Männer</line>
        <line lrx="1977" lry="1284" ulx="461" uly="1228">hatte friedlich weben ſehen, war verbrannt, und die Kornvorräthe,</line>
        <line lrx="1978" lry="1350" ulx="465" uly="1294">welche weder die Sieger noch die Flüchtlinge hatten fortſchaffen können,</line>
        <line lrx="1979" lry="1416" ulx="467" uly="1361">lagen zerſtreut umher. Gegen zwei Uhr ſahen die Wanderer den</line>
        <line lrx="1980" lry="1484" ulx="466" uly="1427">Rauch brennender Dörfer, und lautes Siegesgeſchrei drang vermengt</line>
        <line lrx="1980" lry="1549" ulx="464" uly="1492">mit den Wehklagen der Mangandſcha⸗Frauen über ihre Erſchlagenen</line>
        <line lrx="1980" lry="1615" ulx="466" uly="1560">zu ihnen herüber. Mackenzie forderte ſeine Freunde zu einem inbrün⸗</line>
        <line lrx="1979" lry="1681" ulx="465" uly="1625">ſtigen Gebete auf; gerade als ſie ſich wieder von den Knieen erhoben,</line>
        <line lrx="1979" lry="1748" ulx="465" uly="1693">kam ein langer Zug ſiegreicher Adſchawa mit ihren Gefangenen um</line>
        <line lrx="1980" lry="1814" ulx="469" uly="1759">den Umrang des Hügels herum. Die Reiſenden riefen ihnen zu, ſie</line>
        <line lrx="1977" lry="1881" ulx="469" uly="1824">ſeien in friedlicher Abſicht zu einer Unterredung mit ihnen gekommen.</line>
        <line lrx="1978" lry="1947" ulx="466" uly="1890">Vergeblich! Der Freudenruf einiger Mangandſcha: „Unſer Tſchibiſa</line>
        <line lrx="1980" lry="2013" ulx="470" uly="1957">iſt gekommen!“ ſtand in zu grellem Gegenſatz zu dieſen Worten; denn</line>
        <line lrx="1981" lry="2078" ulx="468" uly="2021">Tſchibiſa war der den Adſchawa wohlbekannte Vertheidiger der Man⸗</line>
        <line lrx="1980" lry="2144" ulx="472" uly="2088">gandſcha. Siegestrunken ſchoſſen jene ihre vergifteten Pfeile nach dem</line>
        <line lrx="1981" lry="2209" ulx="469" uly="2154">ſich langſam zurückziehenden Häuflein, und weil ſie deſſen Zurückweichen</line>
        <line lrx="1980" lry="2276" ulx="465" uly="2221">blos für ein Zeichen von Furcht hielten, verfolgten ſie es in blut⸗</line>
        <line lrx="1981" lry="2342" ulx="467" uly="2287">dürſtiger Wuth. Einige näherten ſich ihm unter häßlichen Tänzen,</line>
        <line lrx="1986" lry="2408" ulx="472" uly="2353">Andere umgiengen den Hügel, um es zu umzingeln. Es blieb am</line>
        <line lrx="1980" lry="2473" ulx="470" uly="2418">Ende keine andere Wahl, als zur Selbſtvertheidigung zu ſchießen.</line>
        <line lrx="1981" lry="2540" ulx="469" uly="2485">Der Anblick der Feuerwaffen verſcheuchte ſchnell die Angreifenden, doch</line>
        <line lrx="1983" lry="2605" ulx="467" uly="2550">ließen einige aus der Ferne noch die Drohung hören, ſie werden den</line>
        <line lrx="1983" lry="2672" ulx="470" uly="2616">Reiſenden folgen und ſie im Schlaf überfallen und tödten. Es war</line>
        <line lrx="1982" lry="2737" ulx="474" uly="2681">das erſte Mal, daß Livingſtone mit den Eingebornen in Streit ver⸗</line>
        <line lrx="1984" lry="2803" ulx="471" uly="2748">wickelt wurde, und obgleich er ſich dabei nicht gerade einen Vorwurf</line>
        <line lrx="1984" lry="2867" ulx="476" uly="2813">zu machen hatte, bedauerte er doch, nicht Botſchaften und Geſchenke</line>
        <line lrx="1981" lry="2933" ulx="473" uly="2877">verſucht zu haben, ehe er ſelbſt ſich dieſen wilden Freibeutern nahte.</line>
        <line lrx="1981" lry="2998" ulx="583" uly="2944">Mackenzie fiel der Gedanke ſchwer auf's Herz, daß auch die kleine,</line>
        <line lrx="1983" lry="3064" ulx="476" uly="3010">ihm anvertraute Herde von ſolchen Menſchenräubern wieder könnte</line>
      </zone>
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        <line lrx="2065" lry="3169" ulx="926" uly="3154">— r  =hefL==—</line>
      </zone>
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        <line lrx="2392" lry="819" ulx="2382" uly="656">— — —</line>
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        <line lrx="1909" lry="576" ulx="404" uly="521">weggeſtohlen werden, und er hätte es ſehr gerne geſehen, wenn ſeine</line>
        <line lrx="1917" lry="642" ulx="406" uly="586">Begleiter ſich aufgemacht hätten, die gefangenen Mangandſcha vollends</line>
        <line lrx="1918" lry="707" ulx="406" uly="654">zu befreien und die Adſchawa zu vertreiben, ein Wunſch, der von</line>
        <line lrx="1906" lry="774" ulx="407" uly="720">allen Gliedern der Geſellſchaft lebhaft getheilt wurde. Nur Living⸗</line>
        <line lrx="1918" lry="841" ulx="408" uly="786">ſtone war dagegen und rieth Mackenzie entſchieden, ſich auch künftig,</line>
        <line lrx="1922" lry="905" ulx="410" uly="851">wenn ihn die Mangandſcha um Hilfe gegen ihre Feinde bitten ſollten,</line>
        <line lrx="1436" lry="970" ulx="409" uly="917">nie in die Händel der Eingebornen zu miſchen.</line>
        <line lrx="1926" lry="1038" ulx="521" uly="984">Schon am Kap hatten die Miſſionare ſich über die Frage bera⸗</line>
        <line lrx="1926" lry="1104" ulx="410" uly="1050">then, was denn zu thun wäre, wenn das Volk, zu dem ſie zögen,</line>
        <line lrx="1925" lry="1171" ulx="411" uly="1117">ſich feindlich gegen ſie ſtellte? Sollten ſie ſich im Nothfall mit den</line>
        <line lrx="1919" lry="1238" ulx="413" uly="1183">Waffen vertheidigen? Sie fanden, daß es ihnen als Friedensboten</line>
        <line lrx="1925" lry="1303" ulx="411" uly="1249">nicht anſtehen würde, ſich mit Gewalt zu halten, ſondern ein friedlicher</line>
        <line lrx="1918" lry="1372" ulx="411" uly="1316">Rückzug der einzig richtige Weg wäre. Eine ganz andere Frage aber</line>
        <line lrx="1926" lry="1436" ulx="413" uly="1381">war jetzt vor ſie gekommen und hatte, faſt ehe ſie ſich berathen konnten,</line>
        <line lrx="1925" lry="1503" ulx="414" uly="1448">ihre Löſung gefunden. Sie waren als Freunde zu den Mangandſcha</line>
        <line lrx="1922" lry="1571" ulx="414" uly="1513">gezogen und hatten den Wunſch ausgeſprochen, ihre Lehrer zu werden.</line>
        <line lrx="1930" lry="1634" ulx="414" uly="1580">Durften ſie hinſtehen und ruhig zuſehen, während die Feinde ihrer</line>
        <line lrx="1922" lry="1701" ulx="416" uly="1647">Wirthe auf dieſe Jagd machten, um ſie als Sklaven zu verkaufen?</line>
        <line lrx="1926" lry="1767" ulx="416" uly="1714">Wie es ſich nun damit verhalten mochte, Livingſtone hatte den An⸗</line>
        <line lrx="1933" lry="1836" ulx="415" uly="1779">fang gemacht, ſolche Sklaven zu befreien, und von dieſem Augenblicke</line>
        <line lrx="1932" lry="1901" ulx="417" uly="1847">an, das konnte man ſich nicht verhehlen, war die Stellung, welche</line>
        <line lrx="1928" lry="1966" ulx="416" uly="1912">die Miſſion im Lande einnahm, entſchieden. Sie war nun überall</line>
        <line lrx="1932" lry="2032" ulx="416" uly="1978">bekannt als ein Unternehmen, das nicht blos die Predigt des Worts,</line>
        <line lrx="1931" lry="2101" ulx="417" uly="2045">ſondern die Aenderung afrikaniſcher Zuſtände, die Abſchaffung der</line>
        <line lrx="1925" lry="2168" ulx="419" uly="2110">Sklavenjagd bezweckte; die Miſſionare hatten, könnte man ſagen,</line>
        <line lrx="1927" lry="2232" ulx="420" uly="2176">einen Staat zu gründen begonnen, ehe ſie auch nur den Grund zur</line>
        <line lrx="1934" lry="2299" ulx="420" uly="2242">Kirche gegraben hatten. Die Verantwortlichkeit, die ſie damit auf</line>
        <line lrx="1932" lry="2365" ulx="422" uly="2309">ſich nahmen, war eine ſchwere. Wir tadeln die edeln Männer nicht,</line>
        <line lrx="1934" lry="2430" ulx="412" uly="2374">ſie handelten, wie ſichs unter den Umſtänden von Engländern erwar⸗</line>
        <line lrx="1933" lry="2495" ulx="423" uly="2440">ten ließ. Livingſtone mochte fühlen, daß mit dieſem erſten Schritt</line>
        <line lrx="1939" lry="2561" ulx="424" uly="2504">die Stellung der Miſſionare eine ſchiefe geworden war; daher ſein</line>
        <line lrx="1935" lry="2628" ulx="425" uly="2571">Rath, jetzt ganz in friedliche Pfade umzulenken und ſich nur geiſtlicher</line>
        <line lrx="1938" lry="2692" ulx="426" uly="2636">Mittel zu bedienen. Nachdem aber Livingſtone ſelbſt das Befreiungs⸗</line>
        <line lrx="1939" lry="2760" ulx="427" uly="2700">werk angefangen, ſtund es dem Biſchof kaum mehr frei, ſeinen Stand⸗</line>
        <line lrx="1938" lry="2825" ulx="428" uly="2766">punkt zu wählen. Man mußte, wenn auch mit aller Vorſicht, auf</line>
        <line lrx="1424" lry="2892" ulx="428" uly="2836">dem eingeſchlagenen Pfade weiter fortſchreiten.</line>
        <line lrx="1937" lry="2958" ulx="537" uly="2899">In England aber, das ſei nur nebenher bemerkt, erregte dieſe</line>
        <line lrx="1936" lry="3024" ulx="436" uly="2965">„weltliche“ Haltung der Miſſion bei ihren beſten Freunden großes</line>
      </zone>
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        <line lrx="1919" lry="480" ulx="1855" uly="446">309</line>
      </zone>
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      </zone>
      <zone lrx="1979" lry="896" type="textblock" ulx="465" uly="511">
        <line lrx="1970" lry="573" ulx="465" uly="511">Mißbehagen, bei den Kritikern lauten Tadel; und dieſer Umſtand</line>
        <line lrx="1979" lry="641" ulx="465" uly="578">wirkte wohl mit dazu, daß ihre Unterſtützung minder eifrig betrieben</line>
        <line lrx="1978" lry="705" ulx="466" uly="643">wurde. Wenn jedoch ein neues Gemeinweſen gegründet werden ſollte,</line>
        <line lrx="1979" lry="774" ulx="465" uly="711">verſtand es ſich von ſelbſt, daß dieſem mit äußeren Mitteln kräftiger</line>
        <line lrx="1977" lry="838" ulx="465" uly="776">nachgeholfen werden mußte, als eine rein geiſtliche Unternehmung das</line>
        <line lrx="1012" lry="896" ulx="465" uly="842">irgend beanſpruchen kann.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1387" lry="1148" type="textblock" ulx="1054" uly="1091">
        <line lrx="1387" lry="1148" ulx="1054" uly="1091">7. Magomero.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1981" lry="2231" type="textblock" ulx="462" uly="1176">
        <line lrx="1972" lry="1237" ulx="573" uly="1176">Bis er mit Land und Volk genauer bekannt ſei, beſchloß nun</line>
        <line lrx="1980" lry="1306" ulx="466" uly="1242">Mackenzie, auf einem Hügelvorſprung oberhalb des kühlen Mago⸗</line>
        <line lrx="1981" lry="1373" ulx="464" uly="1308">mero⸗Flüßchens in der Nähe des Schirwa See's eine vorläufige</line>
        <line lrx="1980" lry="1440" ulx="464" uly="1372">Miſſionsniederlaſſung zu gründen. Es war ein lieblicher Platz, rings</line>
        <line lrx="1977" lry="1501" ulx="464" uly="1439">von ſchattigen Bäumen umgeben, das Wetter herrlich, wie in den</line>
        <line lrx="1980" lry="1569" ulx="463" uly="1504">ſchönſten engliſchen Sommertagen; Lebensmittel wurden billig und in</line>
        <line lrx="1978" lry="1635" ulx="464" uly="1571">Menge herbeigebracht, alles ſchien einen erfreulichen Anfang zu ver⸗</line>
        <line lrx="1980" lry="1698" ulx="462" uly="1636">ſprechen. So verließ Livingſtone den Biſchof und die Seinen; Macken⸗</line>
        <line lrx="1980" lry="1766" ulx="463" uly="1703">zie begann mit eigenthümlichem Eifer die Sprache zu lernen, Waller</line>
        <line lrx="1968" lry="1826" ulx="462" uly="1769">ſieng an zu bauen und Scudamore eröffnete eine Art Kleinkinder⸗</line>
        <line lrx="1973" lry="1898" ulx="462" uly="1835">ſchule als das beſte Mittel, ſich mit einer noch ungeſchriebenen Sprache</line>
        <line lrx="881" lry="1955" ulx="462" uly="1905">vertraut zu machen.</line>
        <line lrx="1978" lry="2031" ulx="573" uly="1970">Alle Glieder der Miſſionsfamilie waren durch die innigſte Liebe</line>
        <line lrx="1981" lry="2096" ulx="463" uly="2039">und Eintracht verbunden. „Nie iſt wohl ein Mann mit ſeinen Mit⸗</line>
        <line lrx="1977" lry="2163" ulx="464" uly="2105">arbeitern ſo glücklich geweſen wie ich,“ ſchrieb Mackenzie, und die</line>
        <line lrx="1979" lry="2231" ulx="464" uly="2170">Miſſionare ihrerſeits fühlten nicht minder tief den Segen ſeines Ein⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1996" lry="2297" type="textblock" ulx="464" uly="2239">
        <line lrx="1996" lry="2297" ulx="464" uly="2239">fluſſes und ſeines Beiſpiels. Galt es Hand anzulegen bei irgend</line>
      </zone>
      <zone lrx="1976" lry="3025" type="textblock" ulx="464" uly="2305">
        <line lrx="1976" lry="2363" ulx="465" uly="2305">einem Werk, kranke Kinder zu pflegen und im eigenen Bett zu wär⸗</line>
        <line lrx="1975" lry="2429" ulx="464" uly="2372">men, oder kleine Knaben mit unermüdeter Geduld das Alphabet zu</line>
        <line lrx="1967" lry="2494" ulx="464" uly="2439">lehren, überall war er voran. Doch hören wir, wie er ſelbſt ſein</line>
        <line lrx="1107" lry="2557" ulx="465" uly="2504">Leben in Magomero ſchildert:</line>
        <line lrx="1973" lry="2627" ulx="578" uly="2571">„Um ſechs Uhr Morgens weckt uns der Koch. Ich beſinne mich</line>
        <line lrx="1970" lry="2692" ulx="465" uly="2636">allmählich, daß ich in einer runden Hütte von neun Fuß im Durch⸗</line>
        <line lrx="1975" lry="2760" ulx="466" uly="2701">meſſer bin, deren Wände durch unzählige Ritzen das goldene Morgen⸗</line>
        <line lrx="1976" lry="2825" ulx="465" uly="2766">licht hereinblicken laſſen. Ich liege (entſetze Dich nicht) angekleidet,</line>
        <line lrx="1974" lry="2889" ulx="464" uly="2831">die Füße mit einem Teppich bedeckt, einen andern um Kopf und</line>
        <line lrx="1970" lry="2957" ulx="465" uly="2896">Schultern geſchlungen, auf einem Korkbett, das nur ſieben Pfund</line>
        <line lrx="1975" lry="3025" ulx="464" uly="2962">wiegt und jeden Gedanken von Feuchtigkeit fern hält. Das obere</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1943" lry="3015" type="textblock" ulx="0" uly="425">
        <line lrx="1907" lry="458" ulx="1845" uly="425">311</line>
        <line lrx="1906" lry="565" ulx="395" uly="503">Ende meiner Korkmatratze bildet, auf meinem Nachtſack ruhend, zugleich</line>
        <line lrx="737" lry="636" ulx="397" uly="584">mein Kopfkiſſen.</line>
        <line lrx="1910" lry="704" ulx="511" uly="636">„Auf der andern Seite der Hütte liegt Waller, ungefähr im</line>
        <line lrx="1910" lry="773" ulx="397" uly="703">gleichen Zuſtand wie ich. Der Boden iſt mit trockenem Gras beſtreut,</line>
        <line lrx="1913" lry="836" ulx="397" uly="769">das hier fünf Fuß lang wird, und zwiſchen unſern Betten iſt auf</line>
        <line lrx="1913" lry="902" ulx="398" uly="835">einem zwei Fuß hohen Stab die Nachtlampe befeſtigt. Zwiſchen mir</line>
        <line lrx="1912" lry="965" ulx="398" uly="902">und der Rundung der Hütte ſteht eine Kiſte mit einigen Habſelig⸗</line>
        <line lrx="1913" lry="1034" ulx="401" uly="968">keiten; über meinem Bett hängt eine geladene Doppelflinte und ein</line>
        <line lrx="1916" lry="1104" ulx="312" uly="1033">gleichfalls geladener Revolver. Etwas weiter oben bilden einige</line>
        <line lrx="1916" lry="1161" ulx="403" uly="1099">Bambusſtäbe, deren Enden durch das Dach geſchoben ſind, ein Fach,</line>
        <line lrx="1666" lry="1232" ulx="404" uly="1169">auf dem meine Bibel und einige Erbauungsbücher liegen.</line>
        <line lrx="1917" lry="1307" ulx="0" uly="1228">“ „Nach einem ſtillen Gebet ſtehe ich auf, lege meine Teppiche</line>
        <line lrx="1921" lry="1374" ulx="0" uly="1300">zuſammen, rolle mein Bett auf, nehme mein Handtuch und gehe zum</line>
        <line lrx="1921" lry="1442" ulx="0" uly="1366">Fluß hinab, um mich zu waſchen und zu baden. Bis ich zurückkomme,</line>
        <line lrx="1922" lry="1498" ulx="405" uly="1430">hat Karl Thomas die Hütte aufgeräumt, und iſt eben daran, unſern</line>
        <line lrx="1919" lry="1576" ulx="0" uly="1497">Bodenteppich in Ordnung zu bringen, das heißt, das über den</line>
        <line lrx="1920" lry="1626" ulx="411" uly="1565">Boden ausgebreitete Gras mit einem Stock auszuklopfen und zu ebnen.</line>
        <line lrx="1922" lry="1687" ulx="413" uly="1629">Dann bleibt mir vor unſerer gemeinſamen Morgenandacht (die im</line>
        <line lrx="1853" lry="1761" ulx="412" uly="1696">Leſen der Liturgie beſtand) noch ein halbes Stündchen zum Leſen.</line>
        <line lrx="1928" lry="1828" ulx="527" uly="1762">„Die Viertelſtunde zwiſchen der Morgenandacht und dem Früh⸗</line>
        <line lrx="1928" lry="1896" ulx="0" uly="1827">ſtück benütze ich meiſtens dazu, nach irgend einem Kranken zu ſehen,</line>
        <line lrx="1924" lry="1958" ulx="413" uly="1892">denn unſerer bisherigen Erfahrung gemäß ſind wir Dreizehn ſelten alle</line>
        <line lrx="1926" lry="2029" ulx="415" uly="1960">zugleich geſund. Unſer Frühſtück beſteht aus Geflügel oder Ziegen⸗</line>
        <line lrx="1929" lry="2094" ulx="417" uly="2026">fleiſch, Hams, ſüßen Kartoffeln, Bohnen oder Erbſen und Suppe</line>
        <line lrx="1934" lry="2155" ulx="417" uly="2093">von indianiſchem Korn. Ein oder zweimal wöchentlich haben wir einen</line>
        <line lrx="1932" lry="2219" ulx="418" uly="2156">Brodlaib. Unſer Getränk iſt Kaffee oder Thee, wozu eine Ziege uns</line>
        <line lrx="1934" lry="2288" ulx="419" uly="2224">die Milch liefert. Unſere Teller und Becher ſind Theile eines in</line>
        <line lrx="1931" lry="2354" ulx="421" uly="2290">London gekauften unzerbrechlichen Services von emaillirtem Eiſen.</line>
        <line lrx="1935" lry="2421" ulx="422" uly="2355">Während wir frühſtücken, ruft Karl die Männer und Knaben zuſam⸗</line>
        <line lrx="1936" lry="2484" ulx="425" uly="2422">men. So lange er ihre Namen abliest, ſtehen ſie im Kreis herum</line>
        <line lrx="1936" lry="2554" ulx="423" uly="2487">und jeder antwortet: „kuno“, hier! (Am Anfang erregte dieſe Sitte</line>
        <line lrx="1938" lry="2624" ulx="426" uly="2554">großen Argwohn bei den Befreiten: ſie fürchteten, es möchte die Ein⸗</line>
        <line lrx="1934" lry="2686" ulx="334" uly="2621">leitung zu ihrer Verauctionirung ſein.) Dann ſage ich ihnen, was</line>
        <line lrx="1941" lry="2753" ulx="429" uly="2687">ſie zu thun haben, und richte durch den Dolmetſcher Williams die</line>
        <line lrx="1940" lry="2832" ulx="0" uly="2753">nüöthigen Ermahnungen an ſie. Um halb zehn Uhr, wenn ſie gefrüh⸗</line>
        <line lrx="1941" lry="2885" ulx="4" uly="2820">ſtiückt haben, gehen wir an die Arbeit. Es ſtehen 75. Männer und</line>
        <line lrx="1943" lry="2949" ulx="431" uly="2885">Knaben auf meiner Liſte, von denen 30 — 35 zur Arbeit verwendet</line>
        <line lrx="1943" lry="3015" ulx="434" uly="2950">werden können; die Uebrigen ſind zu klein oder fehlt es an Werk⸗</line>
      </zone>
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        <line lrx="538" lry="473" ulx="472" uly="440">312</line>
      </zone>
      <zone lrx="1986" lry="3033" type="textblock" ulx="456" uly="518">
        <line lrx="1986" lry="583" ulx="475" uly="518">zeugen für ſie. Den Kleinen geben zwei dazu erwählte Frauen um</line>
        <line lrx="1984" lry="655" ulx="471" uly="584">zehn Uhr ihr Frühſtück und um fünf Uhr ihr Abendbrod. Es beſteht</line>
        <line lrx="1985" lry="713" ulx="472" uly="651">aus Brei oder Suppe, der zuweilen Bohnen beigegeben werden. Bis</line>
        <line lrx="1985" lry="781" ulx="471" uly="718">jetzt haben wir keine Teller und Löffel für ſie, doch hoffe ich dieſe</line>
        <line lrx="1984" lry="846" ulx="473" uly="784">Luxusartikel bald zu erhalten. Die Kinder ſitzen in einer Reihe, und</line>
        <line lrx="1983" lry="913" ulx="471" uly="850">eine wohlbeleibte, mütterlich geſinnte Frau mit einem angenommenen</line>
        <line lrx="1983" lry="979" ulx="470" uly="916">Waiſenkind auf dem Rücken gibt Jedem eine Handvoll. Sie laſſens</line>
        <line lrx="1983" lry="1046" ulx="471" uly="982">ſich fröhlich ſchmecken, und wenn Jedes ſeine Portion gehabt hat,</line>
        <line lrx="1981" lry="1112" ulx="467" uly="1048">theilt ſie das Uebrige noch als Extragabe aus. All das geſchieht</line>
        <line lrx="1977" lry="1177" ulx="467" uly="1114">jetzt mit mehr Ordnung als anfangs, wo bei jeder Mahlzeit ein</line>
        <line lrx="1976" lry="1249" ulx="468" uly="1179">Gedränge entſtand, wie wenn Kinder ſich um hingeworfene Nüſſe</line>
        <line lrx="1546" lry="1289" ulx="465" uly="1246">ſtreiten.</line>
        <line lrx="1977" lry="1370" ulx="578" uly="1313">„So geht das Tagewerk fort. Man doktert an den Kranken</line>
        <line lrx="1973" lry="1447" ulx="464" uly="1378">und Siechen (denn viele Befreite litten von ſchrecklichen Geſchwüren);</line>
        <line lrx="1972" lry="1507" ulx="464" uly="1444">man kauft für weißen oder farbigen Baumwellenzeug oder auch um</line>
        <line lrx="1981" lry="1575" ulx="465" uly="1510">Glasperlen die Lebensmittel, die täglich herbeigebracht werden, als</line>
        <line lrx="1980" lry="1639" ulx="463" uly="1576">da ſind: Körbe voll Mehls, Maiskolben, Yamswurzeln, von denen</line>
        <line lrx="1976" lry="1705" ulx="463" uly="1643">einige 50 Pfund wiegen, Ziegen und Geflügel; man ſchult die Kna⸗</line>
        <line lrx="1977" lry="1773" ulx="462" uly="1707">ben ein, deren Uebungen unter anderem darin beſtehen, in den Fluß</line>
        <line lrx="1974" lry="1836" ulx="461" uly="1774">hinabkommandirt zu werden. Der Befehl: Kleider aus!' wird von</line>
        <line lrx="1972" lry="1912" ulx="461" uly="1839">den meiſten mit Lachen, von Einem oder Zweien mit langſamer</line>
        <line lrx="1977" lry="1972" ulx="459" uly="1906">Hand und mäürriſchem Geſicht befolgt. Einige arbeiten auch an un⸗</line>
        <line lrx="1978" lry="2039" ulx="459" uly="1972">ſerm neuen Haus, das in zehn Tagen fertig werden ſoll. (Die</line>
        <line lrx="1976" lry="2103" ulx="460" uly="2037">Männer fällten Bäume oder brachten Steme für die Grundfeſte und</line>
        <line lrx="1974" lry="2171" ulx="461" uly="2106">Gras fürs Dach herbei, während die Weiber den Boden umhackten</line>
        <line lrx="1974" lry="2240" ulx="460" uly="2174">und pflanzten. In fünf Klaſſen lernten jene abwechslungsweiſe leſen).</line>
        <line lrx="1976" lry="2303" ulx="574" uly="2240">„Um ein Uhr ſpeiſen wir zu Mittag; dann unterhalten wir uns</line>
        <line lrx="1973" lry="2371" ulx="458" uly="2304">bis drei Uhr. Unſer Mittageſſen iſt das Seitenſtück unſeres Früh⸗</line>
        <line lrx="1969" lry="2437" ulx="459" uly="2370">ſtücks, nur daß wir dabei aus denſelben Bechern ſtatt Thee oder</line>
        <line lrx="1962" lry="2503" ulx="458" uly="2436">Kaffee einheimiſches Bier trinken, das hier moa genannt wird.</line>
        <line lrx="1971" lry="2565" ulx="459" uly="2504">Von drei bis fünf Uhr gehen wir wieder an die Arbeit. Die Sonne</line>
        <line lrx="1967" lry="2636" ulx="458" uly="2570">geht jetzt gegen ſechs Uhr unter, in den längſten Tagen wird es nicht</line>
        <line lrx="1972" lry="2703" ulx="458" uly="2637">ganz halb ſieben Uhr werden. Zum Nachteſſen haben wir Thee mit</line>
        <line lrx="1967" lry="2769" ulx="458" uly="2701">Suppe und Nüſſe oder Eier, und etwa um halb ſieben Uhr Abend⸗</line>
        <line lrx="1969" lry="2838" ulx="457" uly="2766">andacht. Bald darauf trennen wir uns, um ſchlafen zu gehen. Die</line>
        <line lrx="1967" lry="2902" ulx="458" uly="2831">Samſtage und Apoſteltage werden als halbe Feiertage behandelt. . . .</line>
        <line lrx="1965" lry="2967" ulx="557" uly="2901">„Ich ſehne mich nach der Ankunft unſerer Gehilfinnen. Sie</line>
        <line lrx="1961" lry="3033" ulx="456" uly="2964">werden viel Arbeit finden. Es iſt noch keine Woche, daß w 50</line>
      </zone>
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        <line lrx="1934" lry="491" ulx="1869" uly="458">313</line>
      </zone>
      <zone lrx="1966" lry="3032" type="textblock" ulx="0" uly="533">
        <line lrx="1935" lry="585" ulx="425" uly="533">neue Leute bekamen, worunter nur zehn Knaben und kein Mann.</line>
        <line lrx="1939" lry="654" ulx="3" uly="600">. Uns Männern iſt es unmöglich zu thun, was ich hoffe, daß Gott</line>
        <line lrx="1939" lry="719" ulx="427" uly="666">durch ſie thun wird. Einige von den Weibern hier find wild und</line>
        <line lrx="1937" lry="786" ulx="427" uly="732">roh, ja etliche noch etwas ſchlimmeres, aber ich hoffe, der Einfluß</line>
        <line lrx="1431" lry="852" ulx="0" uly="797">d unſerer Frauen werde geſegnet für ſie ſein. . . .</line>
        <line lrx="1942" lry="918" ulx="0" uly="864">. „Für eines der Mädchen fühle ich große Theilnahme. Sie iſt</line>
        <line lrx="1942" lry="984" ulx="428" uly="930">taubſtumm. Die Uebrigen behandeln ſie freundlich, aber ihr armes</line>
        <line lrx="1937" lry="1050" ulx="0" uly="996">⸗ Herz muß den Mangel an Verkehr mit Andern ſchmerzlich vermiſſen.</line>
        <line lrx="1966" lry="1117" ulx="0" uly="1063">. Sie iſt zehn Jahre alt, gutmüthig und folgſam, ſobald ſie verſteht,</line>
        <line lrx="1942" lry="1181" ulx="0" uly="1128">was man von ihr haben will. Wenn ſie mich vorübergehen ſieht,</line>
        <line lrx="1943" lry="1248" ulx="0" uly="1188">“ klatſcht ſie in die Hände. Neulich wollte ich ein Leintuch zuſammen⸗</line>
        <line lrx="1944" lry="1314" ulx="429" uly="1261">legen und gab ihr ein Ende deſſelben in die Hand wie beim Zuſam⸗</line>
        <line lrx="1943" lry="1381" ulx="431" uly="1327">menlegen eines Tiſchtuchs: ſie ſah aufmerkſam zu, was ich that, und</line>
        <line lrx="1943" lry="1448" ulx="431" uly="1394">that dann, ſo gut ſie es konnte, mit großem Ernſt das Gleiche.</line>
        <line lrx="1946" lry="1514" ulx="432" uly="1460">Vier oder fünfmal habe ich ſie in meine Hütte genommen und unter</line>
        <line lrx="1944" lry="1580" ulx="430" uly="1525">die Thüre ſitzen laſſen, um ihr ein Bild zu zeigen. Ich nahm eines</line>
        <line lrx="1943" lry="1646" ulx="431" uly="1592">der großen kolorirten bibliſchen Bilder: die Auferweckung des Sohns</line>
        <line lrx="1942" lry="1712" ulx="431" uly="1657">der Sunamitin; ſie deutete auf einen Fuß, und griff dann nach</line>
        <line lrx="1943" lry="1778" ulx="431" uly="1723">dem ihren. Ich bin dieſem Wink gefolgt und wir haben ſo das</line>
        <line lrx="1944" lry="1843" ulx="431" uly="1789">ganze Bild durchgenommen. Wir bleiben geduldig bei dieſem einen</line>
        <line lrx="1937" lry="1910" ulx="432" uly="1855">ſtehen; es ſind vier Figuren darauf, und das iſt Abwechslung genug.</line>
        <line lrx="1942" lry="1977" ulx="0" uly="1922">Aus dem Ernſt, womit ſie ſich dieſer Beſchäftigung hingibt, darf ich</line>
        <line lrx="1943" lry="2051" ulx="0" uly="1987">ſchließen, daß ſie ihre Freude macht, und es muß ja faſt ſo ſein bei</line>
        <line lrx="1954" lry="2109" ulx="0" uly="2054">der ſeitherigen Leere ihres Gemüths. Unter allen meinen Pflegebefoh⸗</line>
        <line lrx="1949" lry="2175" ulx="433" uly="2121">lenen zeigt Keine ſich ſo ſanft, ſo lenkſam und ſo liebenswürdig wie</line>
        <line lrx="1943" lry="2240" ulx="434" uly="2187">ſie, und das iſt mehr werth als glänzender Verſtand und ſcharfe Auf⸗</line>
        <line lrx="1941" lry="2307" ulx="436" uly="2253">faſſung. Ich weiß nicht, ob ſie je einen Namen hatte; der, unter</line>
        <line lrx="1946" lry="2372" ulx="435" uly="2319">dem ſie hier gewöhnlich läuft, iſt: Kana nena' (ſie kann nicht ſprechen).</line>
        <line lrx="1948" lry="2439" ulx="551" uly="2385">„Unſere Leute ſingen und tanzen vor meiner Hütte; es ſind aber</line>
        <line lrx="1949" lry="2504" ulx="437" uly="2451">nicht die ſtolzen Tänze der Zulu's mit ihren tiefen, zitternden Lauten.</line>
        <line lrx="1950" lry="2572" ulx="436" uly="2510">Ich weiß nicht, ob die Mangandſcha einen Kriegstanz haben; dieſer</line>
        <line lrx="1953" lry="2636" ulx="436" uly="2583">hier gleicht mehr unſern einfachen Kinderſpielen. Die Muſik beſteht</line>
        <line lrx="1950" lry="2703" ulx="440" uly="2648">aus drei oder vier Trommeln, die ſie mit großer Kraft und voll⸗</line>
        <line lrx="1947" lry="2768" ulx="438" uly="2714">kommen im Takt ſchlagen, während die Tänzer ſich langſam im Kreis</line>
        <line lrx="1951" lry="2835" ulx="438" uly="2780">herumdrehen. Manchmal machen ſie eine raſche Bewegung mit den</line>
        <line lrx="1946" lry="2901" ulx="440" uly="2846">Füßen, während der Körper faſt ruhig bleibt und an die anmuthige</line>
        <line lrx="1951" lry="2965" ulx="439" uly="2912">Haltung eines guten Schlittſchuhläufers erinnert. Zuweilen tritt auch</line>
        <line lrx="1953" lry="3032" ulx="442" uly="2978">einer zur Abwechslung in die Mitte des Kreiſes, dreht ſich ſchnell im</line>
      </zone>
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        <line lrx="507" lry="490" ulx="445" uly="457">314</line>
      </zone>
      <zone lrx="1963" lry="1587" type="textblock" ulx="443" uly="535">
        <line lrx="1954" lry="592" ulx="444" uly="535">Ring herum, und ſchwingt die Arme über dem Kopf. Die ganze</line>
        <line lrx="1958" lry="658" ulx="444" uly="602">Zeit über ſingen Alle ein aus wenigen Tönen zuſammengeſetztes Lied⸗</line>
        <line lrx="1952" lry="721" ulx="445" uly="668">chen, klatſchen im Takt in die Hände und rühren eine am Ende des</line>
        <line lrx="986" lry="789" ulx="444" uly="735">Kreiſes befeſtigte Cymbel.</line>
        <line lrx="1953" lry="856" ulx="559" uly="802">„Trotz des hohen Ernſtes unſeres Berufes haben wir doch auch</line>
        <line lrx="1952" lry="926" ulx="445" uly="868">unſere Scherze. Letzten Samſtag war Abends beim Thee ſehr wenig</line>
        <line lrx="1959" lry="992" ulx="445" uly="935">zu eſſen da. Wir hatten keine Suppe, weil den ganzen Tag über</line>
        <line lrx="1957" lry="1058" ulx="445" uly="1002">kein Mehl zum Verkauf gebracht worden war. So gieng ich hinaus,</line>
        <line lrx="1954" lry="1124" ulx="446" uly="1069">ſuchte einige Kolben von Tſchimangakorn zu bekommen, ließ ſie ſchä⸗</line>
        <line lrx="1958" lry="1190" ulx="445" uly="1135">len, zerrieb ſie ſelbſt in der Mühle, hieß Waſſer ſiedend machen,</line>
        <line lrx="1960" lry="1258" ulx="444" uly="1202">kochte eine Suppe und erſchien nach zwanzig Minuten wieder mit</line>
        <line lrx="1960" lry="1324" ulx="446" uly="1268">meiner Schüſſel. Die Andern hatten nicht gewußt, warum ich hinaus⸗</line>
        <line lrx="1963" lry="1391" ulx="445" uly="1336">gegangen war, und meine Suppe wurde höchlich gelobt: ſie hatte nicht</line>
        <line lrx="1960" lry="1458" ulx="445" uly="1402">ganz genug gekocht; aber auf allgemeine Uebereinkunft gebrauchen wir</line>
        <line lrx="1955" lry="1523" ulx="443" uly="1467">jetzt Mehl von unſerer eigenen Mühle ſtatt des ufa, das uns die</line>
        <line lrx="822" lry="1587" ulx="445" uly="1534">Leute bringen. . .“</line>
      </zone>
      <zone lrx="1560" lry="1820" type="textblock" ulx="854" uly="1759">
        <line lrx="1560" lry="1820" ulx="854" uly="1759">8. Vermehrte Schwierigkeiten.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1993" lry="1903" type="textblock" ulx="555" uly="1846">
        <line lrx="1993" lry="1903" ulx="555" uly="1846">Aber der Aufenthalt in Magomero hatte nicht nur dieſe fried⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1961" lry="3026" type="textblock" ulx="443" uly="1911">
        <line lrx="1961" lry="1967" ulx="444" uly="1911">liche Seite. Livingſtone's Vorgehen gegen die Sklavenjäger hatte,</line>
        <line lrx="1959" lry="2032" ulx="444" uly="1978">indem es um Mackenzie die Freigelaſſenen ſchaarte, an deren leiblichem</line>
        <line lrx="1960" lry="2099" ulx="443" uly="2043">und geiſtlichem Wohl er jetzt arbeitete, ihn in den Augen der Man⸗</line>
        <line lrx="1960" lry="2165" ulx="445" uly="2112">gandſcha auch zu einem Häuptling gemacht, von dem die Schwachen</line>
        <line lrx="1956" lry="2232" ulx="446" uly="2178">Schutz vor den Ungerechtigkeiten des Stärkern zu erwarten hätten.</line>
        <line lrx="1954" lry="2299" ulx="445" uly="2244">Nach jenem erſten Schritt, den Livingſtone ſelbſt gethan, war es</line>
        <line lrx="1959" lry="2364" ulx="444" uly="2310">ſchwer, ſeinem Rathe zu folgen und keinen weitern zu thun. Macken⸗</line>
        <line lrx="1960" lry="2431" ulx="445" uly="2377">zie's liebendes Herz vermochte es nicht, den immer dringender an ihn</line>
        <line lrx="1961" lry="2497" ulx="445" uly="2443">heranſtürmenden Bitten um Beiſtand gegen die Adſchawa zu wider⸗</line>
        <line lrx="1960" lry="2561" ulx="445" uly="2508">ſtehen, und die Frage, ob ein Friedensbote, ein Diener des Evan⸗</line>
        <line lrx="1956" lry="2631" ulx="444" uly="2575">geliums zu den Waffen greifen dürfe, auch wenn es nicht zur Ver⸗</line>
        <line lrx="1959" lry="2698" ulx="444" uly="2642">theidigung des eigenen Lebens, ſondern zur Rettung der Hilfloſen</line>
        <line lrx="1961" lry="2762" ulx="445" uly="2706">und Bedrängten vor grauſamen Feinden geſchehe, fiel ihm in ſeiner</line>
        <line lrx="1949" lry="2829" ulx="444" uly="2773">Doppelſtellung als weltliches und geiſtliches Oberhaupt der Kolonie</line>
        <line lrx="1958" lry="2894" ulx="445" uly="2837">faſt mit der andern zuſammen, ob der Waffengebrauch einem Chriſten</line>
        <line lrx="1957" lry="2958" ulx="445" uly="2903">überhaupt zieme. Alle ſeine Mitarbeiter beantworteten dieſelbe nach</line>
        <line lrx="1956" lry="3026" ulx="445" uly="2968">beſter Ueberzeugung mit Ja; mit Unterſtützung der Hilfloſen ließ ſich</line>
      </zone>
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        <line lrx="1929" lry="481" ulx="1863" uly="448">315</line>
      </zone>
      <zone lrx="1946" lry="3030" type="textblock" ulx="418" uly="526">
        <line lrx="1930" lry="585" ulx="418" uly="526">das Evangelium einem für geiſtliche Motive noch ſtumpfen Volke wohl</line>
        <line lrx="1927" lry="650" ulx="420" uly="591">am eheſten empfehlen. Keiner aber bedachte wohl genugſam, daß</line>
        <line lrx="1930" lry="718" ulx="420" uly="658">die Mangandſcha ein rohes, unzuverläſſiges Volk waren; keiner wußte,</line>
        <line lrx="1932" lry="783" ulx="420" uly="725">daß die Adſchawa ſich bereits in den Beſitz des Landes mit ihnen</line>
        <line lrx="1932" lry="850" ulx="421" uly="791">theilten und nicht wie erſtmalige Eindringlinge durch eine oder zwei</line>
        <line lrx="1934" lry="917" ulx="422" uly="857">Schlappen zurückgedrängt werden konnten, vielmehr ſchon als die</line>
        <line lrx="1933" lry="984" ulx="421" uly="923">künftigen Herrſcher des Landſtrichs angeſehen werden mußten. Doch</line>
        <line lrx="1856" lry="1050" ulx="422" uly="997">zur Sache.</line>
        <line lrx="1934" lry="1113" ulx="534" uly="1055">Gleich in den erſten Tagen kamen von allen Seiten her Männer</line>
        <line lrx="1933" lry="1182" ulx="423" uly="1117">mit der Klage, ihre Weiber und Kinder müſſen im Buſche ſchlafen</line>
        <line lrx="1932" lry="1247" ulx="422" uly="1188">und ſie ſelbſt wagen nimmer ihre Felder zu beſtellen, aus Furcht,</line>
        <line lrx="1929" lry="1311" ulx="420" uly="1255">überfallen und in die Sklaverei verkauft zu werden. Am 7. Auguſt</line>
        <line lrx="1935" lry="1379" ulx="422" uly="1321">ſtellten ſich Geſandte der zwei einflußreichſten Häuptlinge der Gegend</line>
        <line lrx="1933" lry="1447" ulx="424" uly="1388">ein, um zu fragen, ob dieſe ſelbſt kommen, ihre Angelegenheit aus⸗</line>
        <line lrx="1934" lry="1511" ulx="423" uly="1453">einanderſetzen und um Hilfe bitten dürften. Es wurde erlaubt; nach</line>
        <line lrx="1936" lry="1580" ulx="425" uly="1514">zwei Tagen erſchienen die beiden Häuptlinge mit etwa hundert Be⸗</line>
        <line lrx="1936" lry="1645" ulx="425" uly="1583">gleitern, und der friedliebende Biſchof Mackenzie ſagte ihnen ſeinen</line>
        <line lrx="1937" lry="1707" ulx="423" uly="1649">bewaffneten Beiſtand zu unter der Bedingung, daß ſie die den Adſcha⸗</line>
        <line lrx="1938" lry="1774" ulx="426" uly="1716">wa abzunehmenden Gefangenen in Freiheit ſetzen und verſprechen ſoll⸗</line>
        <line lrx="1937" lry="1843" ulx="425" uly="1785">ten, nicht nur ſelbſt nie mehr Menſchen zu kaufen, ſondern auch</line>
        <line lrx="1940" lry="1909" ulx="426" uly="1853">Jeden zu beſtrafen, der dieß thue, und etwaigen fremden Sklaven⸗</line>
        <line lrx="1929" lry="1976" ulx="423" uly="1918">händlern keinen Aufenthalt im Lande zu geſtatten. Die Bedingung</line>
        <line lrx="1633" lry="2042" ulx="425" uly="1985">wurde angenommen, und das Bündniß war geſchloſſen.</line>
        <line lrx="1942" lry="2106" ulx="536" uly="2049">In Magomero befanden ſich zu ihrer Erholung gerade zwei</line>
        <line lrx="1942" lry="2174" ulx="425" uly="2115">Offiziere des Pioniers; im Ganzen waren dort alſo zehn Weiße mit</line>
        <line lrx="1944" lry="2239" ulx="425" uly="2179">drei ſchwarzen Miſſionsgehilfen verſammelt. Mit ihnen zog der Biſchof</line>
        <line lrx="1936" lry="2306" ulx="426" uly="2248">am Morgen des 13. Auguſt, gefolgt von wohl 1000 Eingebornen,</line>
        <line lrx="1942" lry="2372" ulx="428" uly="2314">den Adſchawa entgegen. Er ſelbſt, nachdem er ſich durch Gebet ge⸗</line>
        <line lrx="1943" lry="2436" ulx="428" uly="2379">ſtärkt, übernahm mit Waller die Aufgabe, zuerſt mündliche Friedens⸗</line>
        <line lrx="1945" lry="2504" ulx="428" uly="2445">vorſchläge zu machen. Der wackere Karl Thomas und einer der</line>
        <line lrx="1945" lry="2571" ulx="430" uly="2512">Mangandſcha begleiteten ſie als Dolmetſcher. Unbewaffnet giengen</line>
        <line lrx="1943" lry="2636" ulx="432" uly="2579">ſie in das feindliche Lager und baten um eine Unterredung mit den</line>
        <line lrx="1939" lry="2702" ulx="430" uly="2644">Adſchawa⸗Häuptlingen; ihre Forderungen waren aber freilich der</line>
        <line lrx="1939" lry="2766" ulx="430" uly="2709">Art, daß ihre Annahme kaum zu erwarten ſtand. Die Adſchawa</line>
        <line lrx="1936" lry="2833" ulx="427" uly="2775">ſollten ihre Gefangenen freigeben, die Sklavenhändler von Tette und</line>
        <line lrx="1946" lry="2897" ulx="430" uly="2840">andern Orten, die ſie etwa in ihrer Mitte hätten, ausliefern, ihre</line>
        <line lrx="1937" lry="2964" ulx="431" uly="2906">Flinten abgeben und das Land verlaſſen. Es war das ein gefährli⸗</line>
        <line lrx="1945" lry="3030" ulx="434" uly="2973">cheres Unternehmen, als Mackenzie anfänglich geglaubt hatte. Ihm</line>
      </zone>
      <zone lrx="2034" lry="3122" type="textblock" ulx="2019" uly="3114">
        <line lrx="2034" lry="3122" ulx="2019" uly="3114">¹</line>
      </zone>
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        <line lrx="517" lry="483" ulx="452" uly="450">316</line>
      </zone>
      <zone lrx="1967" lry="3031" type="textblock" ulx="449" uly="530">
        <line lrx="1964" lry="588" ulx="453" uly="530">und ſeinen Freunden gegenüber ſtand bald ein halbes Dutzend mit</line>
        <line lrx="1964" lry="655" ulx="453" uly="596">Bogen und Pfeilen bewaffneter Adſchawa. „Wir wollen nichts von</line>
        <line lrx="1966" lry="722" ulx="452" uly="662">den Engländern; ſie helfen den Mangandſcha gegen uns,“ war ihr</line>
        <line lrx="1959" lry="789" ulx="451" uly="727">kurzer Beſcheid. Karl Thomas hörte, wie ihnen vom Hauptquartier</line>
        <line lrx="1965" lry="857" ulx="454" uly="795">aus zugerufen wurde, zu ſchießen, ſagte davon aber dem Biſchof nichts,</line>
        <line lrx="1966" lry="918" ulx="454" uly="861">bis die Unterredung zu Ende war, und dieſer ſich mit den Seinen</line>
        <line lrx="1238" lry="985" ulx="458" uly="928">erſt gehend, dann laufend zurückzog.</line>
        <line lrx="1966" lry="1055" ulx="565" uly="993">Unter Waller's Anführung begann nun der Angriff (14. Au⸗</line>
        <line lrx="1966" lry="1121" ulx="456" uly="1060">guſt). In einer Stunde war der Sieg gewonnen; aber erſt nach</line>
        <line lrx="1965" lry="1190" ulx="454" uly="1127">zwei weiteren Stunden kehrten die Mangandſcha von der Verfolgung</line>
        <line lrx="1967" lry="1254" ulx="454" uly="1192">ihrer Feinde zurück. Es muß ein peinlicher Tag für Mackenzie ge⸗</line>
        <line lrx="1966" lry="1319" ulx="453" uly="1258">weſen ſein, deſſen Aufgabe es natürlich auch war, die Wuth der</line>
        <line lrx="1965" lry="1387" ulx="453" uly="1324">ſiegestrunkenen Mangandſcha zu bändigen und auf der Erfüllung</line>
        <line lrx="1966" lry="1451" ulx="451" uly="1389">der erhaltenen Zuſage zu beſtehen. Schmerzlich berührte es ihn ſodann</line>
        <line lrx="1967" lry="1518" ulx="454" uly="1456">am andern Morgen, daß, als den befreiten Gefangenen die Wahl</line>
        <line lrx="1967" lry="1584" ulx="452" uly="1522">gelaſſen wurde, wohin ſie gehen wollten, kein Einziger ſich in Ma⸗</line>
        <line lrx="1963" lry="1651" ulx="453" uly="1589">gomero niederzulaſſen wünſchte; nur Waiſen, die zu jung waren</line>
        <line lrx="1964" lry="1713" ulx="453" uly="1654">für ſich ſelbſt zu entſcheiden, und gefangene Adſchawa, die man der</line>
        <line lrx="1960" lry="1780" ulx="453" uly="1720">Gnade der Sieger nicht überlaſſen konnte, fielen der Miſſion anheim.</line>
        <line lrx="1963" lry="1842" ulx="451" uly="1786">Auf's Aeußerſte erſchöpft, aber dennoch eines der Kleinen auf dem</line>
        <line lrx="1965" lry="1910" ulx="452" uly="1852">Rücken, kehrte Mackenzie nach Magomero zurück; ein krankes Kind,</line>
        <line lrx="1965" lry="1978" ulx="451" uly="1918">das er unterwegs in einem verlaſſenen Dorfe liegend fand, hatte er</line>
        <line lrx="1963" lry="2045" ulx="450" uly="1984">umſonſt gepflegt und genährt, — als es dem Verſcheiden nahe war,</line>
        <line lrx="1955" lry="2110" ulx="451" uly="2051">taufte er es und gab ihm ein chriſtliches Begräbniß. Zu den 111</line>
        <line lrx="1962" lry="2177" ulx="452" uly="2118">Eingebornen, die er vorher ſchon zu verſorgen hatte, waren nun 40</line>
        <line lrx="942" lry="2237" ulx="451" uly="2184">weitere hinzugekommen.</line>
        <line lrx="1964" lry="2306" ulx="560" uly="2249">Ruhe und Friede auch nur für die nächſte Nachbarſchaft war</line>
        <line lrx="1965" lry="2370" ulx="451" uly="2314">indeß mit dieſem Siege nicht erfochten. Neue und immer neue Bit⸗</line>
        <line lrx="1961" lry="2437" ulx="451" uly="2381">ten der feigen Mangandſcha beſtürmten den Biſchof um Hilfe; und</line>
        <line lrx="1965" lry="2504" ulx="450" uly="2447">wenn er ſie leiſten wollte, konnte an den Tag kommen, daß das</line>
        <line lrx="1966" lry="2570" ulx="451" uly="2514">Dorf, welches von den Adſchawa geſtern verbrannt ſein ſollte, heute</line>
        <line lrx="1966" lry="2637" ulx="454" uly="2580">noch unverſehrt daſtehe. „Alſo haſt du gelogen?“ fragte erſchüttert</line>
        <line lrx="1961" lry="2704" ulx="450" uly="2644">der Biſchof; und lächelnd erwiederte der Häuptling: „Ja, ich log.“</line>
        <line lrx="1964" lry="2767" ulx="452" uly="2710">Wie ließ ſich auf ſolche Bundesgenoſſenſchaft irgend fußen! Der Biſchof</line>
        <line lrx="1964" lry="2834" ulx="449" uly="2775">drohte mit der Fauſt, wollte für heute wenigſtens mit dem Lügner</line>
        <line lrx="1964" lry="2899" ulx="450" uly="2841">nicht mehr ſprechen, deutete an, daß er hinfort nicht mehr helfen</line>
        <line lrx="1962" lry="2967" ulx="450" uly="2908">könne, und — konnte ſich am Ende doch den Anforderungen der</line>
        <line lrx="1683" lry="3031" ulx="449" uly="2973">verkehrten Lage, in die er gerathen war, nicht entziehen.</line>
      </zone>
      <zone lrx="2349" lry="1805" type="textblock" ulx="2344" uly="1556">
        <line lrx="2347" lry="1659" ulx="2344" uly="1633">ſ</line>
      </zone>
    </surface>
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        <line lrx="1923" lry="504" ulx="1860" uly="471">317</line>
        <line lrx="1923" lry="602" ulx="521" uly="546">Zuletzt entſchloß er ſich trotz ſeines Widerwillens vor weiteren</line>
        <line lrx="1925" lry="671" ulx="413" uly="614">kriegeriſchen Unternehmungen im Oktober nochmals, mit den unzu⸗</line>
        <line lrx="1925" lry="736" ulx="413" uly="679">verläſſigen Mangandſcha vereint den Adſchawa entgegenzuziehen. Dieß⸗</line>
        <line lrx="1926" lry="799" ulx="412" uly="744">mal (18. Oct.) kam es übrigens kaum zum Kampf, denn die Adſcha⸗</line>
        <line lrx="1925" lry="866" ulx="415" uly="809">wa wichen zurück, ſobald ſie die engliſchen Verbündeten der Manganſcha</line>
        <line lrx="1926" lry="931" ulx="415" uly="876">erblickten. Die zurückgelaſſenen Gefangenen erwählten Magomero zu</line>
        <line lrx="1924" lry="999" ulx="417" uly="943">ihrer Heimat, ſo daß die dortige Einwohnerzahl auf mehr als 200</line>
        <line lrx="1922" lry="1066" ulx="417" uly="1008">Seelen ſtieg. Wie er ihnen allen fortwährend den nöthigen Unter⸗</line>
        <line lrx="1928" lry="1131" ulx="415" uly="1072">halt werde verſchaffen können, das wußte Mackenzie ſelbſt nicht und</line>
        <line lrx="1927" lry="1198" ulx="415" uly="1138">die Aufgabe war eine verzweifelte; aber er traute es fröhlich ſeinem</line>
        <line lrx="1445" lry="1262" ulx="417" uly="1206">Gott zu, daß Er ſie nicht werde darben laſſen.</line>
        <line lrx="1930" lry="1328" ulx="530" uly="1271">Mackenzie iſt wegen dieſer „Adſchawa⸗Kriege“ von Vielen hart</line>
        <line lrx="1931" lry="1397" ulx="419" uly="1337">getadelt worden; diejenigen, welche alle Einzelheiten ſeiner Lage und</line>
        <line lrx="1933" lry="1460" ulx="417" uly="1404">ſein liebevolles Herz am genaueſten kannten, ſind wohl ſeine mildeſten</line>
        <line lrx="1933" lry="1529" ulx="420" uly="1470">Richter geweſen. Nach ihrem ſpäteren Benehmen gegen Livingſtone</line>
        <line lrx="1928" lry="1594" ulx="424" uly="1536">zu ſchließen, ſcheinen die Adſchawa ſelbſt ein Gefühl davon gehabt</line>
        <line lrx="1933" lry="1660" ulx="423" uly="1603">zu haben, daß es edle Beweggründe waren, die ihn zum Krieg gegen</line>
        <line lrx="1935" lry="1725" ulx="422" uly="1668">ihre Sklavenjäger trieben, und ein ſchönes Zeugniß für ihn bleibt es</line>
        <line lrx="1935" lry="1790" ulx="421" uly="1733">jedenfalls, daß im Frühling 1864 einer ihrer Häuptlinge auf den</line>
        <line lrx="1930" lry="1857" ulx="423" uly="1799">Pionier kam, um zu verſichern, wie ſehr ſich ſeine Landsleute freuen</line>
        <line lrx="1927" lry="1923" ulx="430" uly="1866">würden, Freunde des Biſchofs Mackenzie als ihre Lehrer aufzunehmen.</line>
        <line lrx="1931" lry="1989" ulx="531" uly="1931">Als Schattenſeite Magomero's kam den dort weilenden Miſſiona⸗</line>
        <line lrx="1936" lry="2055" ulx="428" uly="1998">ren zunächſt die Ungeſundheit des Orts zum Bewußtſein. Es war</line>
        <line lrx="1937" lry="2123" ulx="428" uly="2063">zu niedrig gelegen, zu dicht beſchattet, und die Unreinlichkeit der da⸗</line>
        <line lrx="1939" lry="2188" ulx="423" uly="2128">ſelbſt verſammelten Eingebornen verpeſtete allmählich die Luft. Geſund⸗</line>
        <line lrx="1931" lry="2254" ulx="426" uly="2195">heitspolizei unter den Freunden zu üben, war eine noch viel ſchwerere</line>
        <line lrx="1941" lry="2321" ulx="430" uly="2260">Aufgabe, als die, ſich der Feinde zu erwehren. Und dieſe Aufgabe</line>
        <line lrx="1934" lry="2388" ulx="426" uly="2325">zugleich mit der Schwierigkeit, Lebensmittel zu verſchaffen, wuchs ins</line>
        <line lrx="1935" lry="2454" ulx="430" uly="2392">Ungeheure, je ſchneller ſich die Zahl der Pflegbefohlenen mehrte. Auch</line>
        <line lrx="1939" lry="2519" ulx="432" uly="2457">die Entfernung vom Schire war mißlich, ſo lange noch kein engliſches</line>
        <line lrx="1938" lry="2584" ulx="434" uly="2524">Dampfboot den Nyaſſa befuhr. Doch blickte Mackenzie voll Hoffnung</line>
        <line lrx="1942" lry="2649" ulx="436" uly="2591">in die Zukunft. Die Adſchawa ließen ihn wiſſen, ſie wünſchten im</line>
        <line lrx="1940" lry="2717" ulx="433" uly="2658">Frieden mit ihm zu leben, und immer mehrere Mangandſcha ſchlugen</line>
        <line lrx="1943" lry="2784" ulx="431" uly="2726">ihre Wohnungen in der Nähe auf, um ſich unter ſeinen Schutz zu</line>
        <line lrx="1943" lry="2851" ulx="435" uly="2791">begeben. Als er Mitte November zum Schire hinabſtieg, um den</line>
        <line lrx="1937" lry="2917" ulx="436" uly="2858">vom Nyaſſa zurückkehrenden Livingſtone zu begrüßen, ſah er im Geiſte</line>
        <line lrx="1944" lry="2983" ulx="444" uly="2925">ſchon dem Sklavenhandel auf dem Hochlande ein Ende gemacht, und</line>
        <line lrx="1722" lry="3054" ulx="437" uly="2994">das Evangelium weithin ſeine milden Strahlen werfen. . . .</line>
      </zone>
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        <line lrx="468" lry="501" ulx="450" uly="467">22</line>
        <line lrx="484" lry="501" ulx="473" uly="470">—</line>
        <line lrx="514" lry="502" ulx="493" uly="469">☛</line>
      </zone>
      <zone lrx="1964" lry="3044" type="textblock" ulx="437" uly="545">
        <line lrx="1964" lry="605" ulx="561" uly="545">Wie ſtaunte er, als er nach einem tüchtigen Marſch (14. No⸗</line>
        <line lrx="1961" lry="672" ulx="447" uly="612">vember) in Tſchibiſa's Dorfe ganz unerwarteter Weiſe auch eine Ver⸗</line>
        <line lrx="1962" lry="739" ulx="448" uly="677">ſtärkung ſeiner Miſſion traf! Miſſ. Burrup, der Arzt Dickinſon</line>
        <line lrx="1963" lry="807" ulx="445" uly="743">und der Schuhmacher Clarke hatten im April Plymouth verlaſſen</line>
        <line lrx="1961" lry="873" ulx="445" uly="809">und als völlige Neulinge in Afrika das Wageſtück unternommen,</line>
        <line lrx="1961" lry="943" ulx="447" uly="875">ohne zuverläſſigen Führer den Zambeſi und Schire heraufzuſchiffen.</line>
        <line lrx="1963" lry="1005" ulx="446" uly="940">Trotz ungeheurer Strapazen hatten ſie mit ziemlichem Glück ihr Ziel</line>
        <line lrx="1956" lry="1077" ulx="443" uly="1007">erreicht, Burrup zuerſt in einem leichten Boot, die andern, aufgehal⸗</line>
        <line lrx="1961" lry="1139" ulx="444" uly="1048">ten durch ein ſchwereres, tüchtig verregnet und vom Fieber geſchwächt,</line>
        <line lrx="1961" lry="1211" ulx="444" uly="1138">erſt neunzehn Tage ſpäter, und waren nun hocherfreut, hier gleich</line>
        <line lrx="1962" lry="1270" ulx="445" uly="1203">ihren Biſchof zu treffen. Die wunderbare Bewahrung, die ſie erfah⸗</line>
        <line lrx="1961" lry="1339" ulx="443" uly="1271">ren durſten, hatte indeß inſofern auch eine bedauerliche Folge, als</line>
        <line lrx="1960" lry="1408" ulx="444" uly="1336">ſie Mackenzie noch weniger geneigt machte, als er's zuvor ſchon war,</line>
        <line lrx="1960" lry="1485" ulx="446" uly="1384">Livingſtone’s Rathſchläge zur Schonung ſeiner Geſundheit zu beherzigen.</line>
        <line lrx="1961" lry="1535" ulx="554" uly="1469">Gleich am folgenden Tage trennte man ſich. Livingſtone fuhr</line>
        <line lrx="1959" lry="1611" ulx="445" uly="1534">den Strom hinab, um an der Mündung des Kongone ſeine Gattin,</line>
        <line lrx="1960" lry="1673" ulx="446" uly="1583">Mackenzie's Schweſter und Frau Burrup in Empfang zu nehmen,</line>
        <line lrx="1956" lry="1733" ulx="441" uly="1665">die im Dezember vom Kap her dort eintreffen ſollten; der Biſchof</line>
        <line lrx="1958" lry="1795" ulx="440" uly="1732">ſtieg — in vier Tagereiſen — die Hügel hinan, um ſeine neuen</line>
        <line lrx="1953" lry="1858" ulx="442" uly="1761">Mitarbeiter in Magomero einzuft ihren, worauf er den erwarteten</line>
        <line lrx="1954" lry="1929" ulx="443" uly="1865">Frauen bis zum erſten Januar wieder an den Fluß entgegen kommen</line>
        <line lrx="1954" lry="1994" ulx="442" uly="1931">wollte. Wegen der Schwierigkeit, den Pionier bis zu Tſchibiſa's</line>
        <line lrx="1950" lry="2060" ulx="441" uly="1996">Dorfe hinaufzubringen, wurde beſchloſſen, ihn dießmal nur bis zur</line>
        <line lrx="1951" lry="2124" ulx="441" uly="2062">Einmündung des Ruo in der Mitte des Wegs zwiſchen dem Zam⸗</line>
        <line lrx="1948" lry="2222" ulx="440" uly="2128">beſi und den Murchiſon'ſchen Waſſerfällen zu benützen. Dorthin</line>
        <line lrx="1945" lry="2256" ulx="440" uly="2195">mußte es von Magomero aus einen kürzern Weg geben, als den</line>
        <line lrx="1952" lry="2322" ulx="439" uly="2260">über Tſchibiſa's Dorf, und um dieſen zu erkunden, machten ſich am</line>
        <line lrx="1943" lry="2387" ulx="440" uly="2327">2. Dezember Procter und Seudamore auf, begleitet von Karl Thomas</line>
        <line lrx="1947" lry="2449" ulx="442" uly="2391">und acht Mangandſcha⸗Trägern. Von ihren Führern zu weit oſtwärts</line>
        <line lrx="1950" lry="2521" ulx="444" uly="2458">geleitet, kamen ſie am vierten Tag in ein ſklavenhändleriſches Dorf,</line>
        <line lrx="1948" lry="2585" ulx="439" uly="2523">deſſen Bewohner ſich ſogleich mißtrauiſch und feindſelig zeigten. Als</line>
        <line lrx="1947" lry="2650" ulx="438" uly="2587">die Reiſenden wieder aufbrachen, ohne die Rückkehr des abweſenden</line>
        <line lrx="1948" lry="2729" ulx="440" uly="2650">Häuptlings zu erwarten, wurden ſie überfallen, ihres Gepäcks beraubt</line>
        <line lrx="1948" lry="2783" ulx="438" uly="2718">und mit vergifteten Pfeilen verfolgt. Drei der Mangandſcha⸗Träger</line>
        <line lrx="1949" lry="2840" ulx="439" uly="2783">wurden gefangen genommen; die beiden Miſſionare retteten nur mit</line>
        <line lrx="1947" lry="2910" ulx="439" uly="2848">Mühe ihr Leben, indem ſie bei Nacht über einen tiefen Fluß ſchwam⸗</line>
        <line lrx="1948" lry="2977" ulx="438" uly="2916">men. Erſchöpft und halb verhungert — ſie konnten unterwegs nur</line>
        <line lrx="1942" lry="3044" ulx="437" uly="2981">um ihr Taſchentuch ein Huhn kaufen — kehrten ſie nach Magomero</line>
      </zone>
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        <line lrx="1932" lry="492" ulx="1869" uly="458">319</line>
        <line lrx="1934" lry="595" ulx="425" uly="535">zurück, wo theils vor, theils nach ihnen auch Karl Thomas und ſechs</line>
        <line lrx="1039" lry="663" ulx="426" uly="609">von den Trägern anlangten.</line>
        <line lrx="1935" lry="727" ulx="537" uly="667">Abermals befand ſich jetzt Mackenzie vor einer ſchwer zu löſenden</line>
        <line lrx="1936" lry="795" ulx="428" uly="733">Frage. Tag für Tag kamen die Weiber der Gefangenen zu ihm</line>
        <line lrx="1936" lry="857" ulx="429" uly="798">und baten ihn mit Thränen, ihre Männer aus der Sklaverei zu</line>
        <line lrx="1937" lry="921" ulx="431" uly="864">erretten. Sie waren in ſeinem Dienſte darein gerathen, es gab</line>
        <line lrx="1937" lry="991" ulx="430" uly="931">kein Geſetz, das er anrufen, kein Gericht, an das er ſich wenden konnte.</line>
        <line lrx="1937" lry="1056" ulx="431" uly="994">Am liebſten hätte er es Livingſtone überlaſſen, im Namen der Köni⸗</line>
        <line lrx="1941" lry="1123" ulx="432" uly="1062">gin von England einzuſchreiten; dieſen aber wußte man jetzt nicht in</line>
        <line lrx="1939" lry="1188" ulx="434" uly="1126">der Nähe. Zudem war es zweifelhaft, ob er Zeit finden würde, die</line>
        <line lrx="1941" lry="1254" ulx="436" uly="1192">Sache ſpäter in die Hand zu nehmen. Wenn aber am Ende doch</line>
        <line lrx="1942" lry="1319" ulx="436" uly="1261">Mackenzie ſelbſt die Befreiung ſeiner Leute verſuchen mußte, war es</line>
        <line lrx="1942" lry="1384" ulx="435" uly="1323">dann nicht das Gerathenere, dieß ſogleich zu thun, und von dem</line>
        <line lrx="1943" lry="1450" ulx="436" uly="1389">feindlichen Dorfe aus in möglichſter Eile die Reiſe zur Ruo⸗Mün⸗</line>
        <line lrx="1944" lry="1519" ulx="437" uly="1456">dung zu machen, um dort noch rechtzeitig einzutreffen? Er glaubte</line>
        <line lrx="1945" lry="1584" ulx="437" uly="1524">ſeine Pflicht klar vorgezeichnet zu ſehen, und rüſtete ſich zu einem Zug</line>
        <line lrx="1945" lry="1651" ulx="443" uly="1588">gegen das ſchuldige Dorf. Es ſollte Jedermann wiſſen, daß es ein</line>
        <line lrx="1945" lry="1715" ulx="443" uly="1654">Akt der Gerechtigkeit ſei, den er hier vornehme, nicht ein feindlicher</line>
        <line lrx="1947" lry="1781" ulx="439" uly="1718">Ueberfall; daher wurde alles mit größter Oeffentlichkeit gethan. Ma⸗</line>
        <line lrx="1941" lry="1848" ulx="438" uly="1785">ckenzie zog dann aus, nachdem er ſein Teſtament aufgeſetzt hatte.</line>
        <line lrx="1947" lry="1912" ulx="440" uly="1850">Den Schuldigen wurde bange und ſie verließen ihr Dorf, nur eini⸗</line>
        <line lrx="1948" lry="1979" ulx="442" uly="1917">ges Gepäck der Miſſionare und etliche Schafe darin zurücklaſſend, die</line>
        <line lrx="1948" lry="2044" ulx="442" uly="1984">Mackenzie's Leute unter ſich theilten; die leeren Hütten wurden nie⸗</line>
        <line lrx="1949" lry="2112" ulx="440" uly="2051">dergebrannt. — Zunächſt war hiemit freilich nur den Eingebornen</line>
        <line lrx="1948" lry="2176" ulx="450" uly="2116">die Lehre gegeben, daß es nicht gerathen ſei, ſich an Engländern zu</line>
        <line lrx="1947" lry="2242" ulx="447" uly="2181">vergreifen; doch wurde hernach auch der Hauptzweck des Unternehmens</line>
        <line lrx="1948" lry="2306" ulx="445" uly="2247">erreicht, indem der Häuptling des beſtraften Dorfes ſich fürchtete,</line>
        <line lrx="1950" lry="2374" ulx="443" uly="2312">ſeine Gefangenen länger zu behalten, und ſie wieder nach Magomero</line>
        <line lrx="588" lry="2434" ulx="446" uly="2387">entließ.</line>
        <line lrx="1949" lry="2502" ulx="560" uly="2445">All das geſchah in der ungeſunden naſſen Jahreszeit und Nie⸗</line>
        <line lrx="1951" lry="2568" ulx="446" uly="2511">mand war zu finden, dem Biſchof, wie er es gehofft hatte, den</line>
        <line lrx="1953" lry="2639" ulx="447" uly="2576">geraden Weg zur nahen Ruo⸗Mündung zu zeigen, während ſchon die</line>
        <line lrx="1952" lry="2701" ulx="445" uly="2643">Lebensmittel ausgiengen. Krank kehrten Mackenzie, Scudamore, Waller</line>
        <line lrx="1952" lry="2770" ulx="446" uly="2709">und Burrup nach Magomero heim; krank trafen ſie dort auch die Zurück⸗</line>
        <line lrx="1949" lry="2839" ulx="447" uly="2776">gebliebenen, und umringt von hungernden Schwarzen. Partieen mußten</line>
        <line lrx="1951" lry="2901" ulx="449" uly="2842">nun ſchon in die Ferne ausgeſchickt werden, um Nahrung zu kaufen, und</line>
        <line lrx="1954" lry="2969" ulx="448" uly="2907">gar oft fehlte es an Verkäufern. Der Fluch des Sklavenhandels war</line>
        <line lrx="1953" lry="3033" ulx="451" uly="2973">auf das ganze fruchtbare Land gefallen und Alles kam und beitelte</line>
      </zone>
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        <line lrx="918" lry="426" ulx="363" uly="413">— —=====—,</line>
      </zone>
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        <line lrx="511" lry="488" ulx="445" uly="454">320</line>
      </zone>
      <zone lrx="1957" lry="923" type="textblock" ulx="440" uly="532">
        <line lrx="1957" lry="593" ulx="445" uly="532">bei den ſelbſt hungernden Miſſionaren. Es war nun ſchon der 2. Ja⸗</line>
        <line lrx="1955" lry="662" ulx="442" uly="599">nuar 1862 und die Zeit drängte. Gleich am folgenden Tage brachen</line>
        <line lrx="1951" lry="734" ulx="440" uly="663">daher, noch von Hunger, Näſſe und mehrwöchiger Diarrhöe erſchöpft,</line>
        <line lrx="1957" lry="792" ulx="444" uly="726">Mackenzie und Burrup nach Tſchibiſa's Dorfe auf, um von dort</line>
        <line lrx="1952" lry="858" ulx="444" uly="796">aus mit einigen Makololo den Schire hinab zu fahren zu einem</line>
        <line lrx="1927" lry="923" ulx="445" uly="858">Wiederſehen, das ihnen in dieſem Leben nicht mehr beſchieden war.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1956" lry="3034" type="textblock" ulx="436" uly="1043">
        <line lrx="1554" lry="1107" ulx="874" uly="1043">9. Mackenzie's letzte Reiſe.</line>
        <line lrx="1956" lry="1186" ulx="554" uly="1125">Einen tagebuchartigen Brief Mackenzie's an eine ſeiner Schweſtern</line>
        <line lrx="1954" lry="1253" ulx="440" uly="1190">zum Leitfaden nehmend, können wir die beiden Reiſenden nahezu bis</line>
        <line lrx="1677" lry="1319" ulx="441" uly="1259">ans unerwartete Ende ihrer irdiſchen Laufbahn begleiten.</line>
        <line lrx="1954" lry="1384" ulx="550" uly="1322">3. Januar 1862. „Es iſt das erſtemal, daß ich dieſe Jahres⸗</line>
        <line lrx="1953" lry="1451" ulx="439" uly="1386">zahl ſchreibe. Möge es dir und uns noch mehr Segen und Gnade</line>
        <line lrx="1952" lry="1517" ulx="438" uly="1451">bringen als das verfloſſene, daß wir immer völliger werden in der</line>
        <line lrx="1952" lry="1582" ulx="438" uly="1516">Liebe bis zum Kommen unſeres Herrn und Heilandes! Wie ſeltſam,</line>
        <line lrx="1953" lry="1646" ulx="441" uly="1581">daß ein großer Theil dieſes Jahres verfloſſen ſein wird, bis du</line>
        <line lrx="1954" lry="1713" ulx="447" uly="1647">dieſen Wunſch lieſeſt! Aber du wünſcheſt das Gleiche und Gott</line>
        <line lrx="1954" lry="1778" ulx="446" uly="1713">hört dein und mein Flehen, und wird als Antwort auf dieſe Gebete</line>
        <line lrx="1952" lry="1845" ulx="442" uly="1779">aus der Ferne auf Jedes von uns Seine Segnungen ausgießen, wie</line>
        <line lrx="1945" lry="1911" ulx="439" uly="1845">Er aus den fernen Meeren die Wolken auf die dürſtenden Fluren</line>
        <line lrx="1948" lry="1975" ulx="440" uly="1910">führt, die er mit Regen tränken will. Ich ſitze in einer Hütte auf</line>
        <line lrx="1948" lry="2042" ulx="441" uly="1976">dem Weg von Magomero zu Tſchibiſa's Dorf: es iſt nahezu ſechs</line>
        <line lrx="1948" lry="2108" ulx="440" uly="2041">Uhr; es wird bald dunkeln, und das Huhn, das wir ſoeben</line>
        <line lrx="1951" lry="2172" ulx="439" uly="2108">kauften, nächſtens fertig ſein, alſo muß ich eilen, dir etwas von</line>
        <line lrx="1952" lry="2239" ulx="439" uly="2173">unſern Erlebniſſen zu erzählen. — Wir haben die Sitte, ſo oft</line>
        <line lrx="1950" lry="2305" ulx="441" uly="2240">Einer von uns auf eine Reiſe geht oder von einer ſolchen zurückkehrt,</line>
        <line lrx="1950" lry="2371" ulx="438" uly="2309">uns zum Gebet in der Kirche zu verſammeln. Auch dießmal em⸗</line>
        <line lrx="1951" lry="2440" ulx="437" uly="2373">pfahlen wir die, die blieben und die, welche giengen, dem Schutze</line>
        <line lrx="591" lry="2482" ulx="441" uly="2438">Gottes. ...</line>
        <line lrx="1951" lry="2571" ulx="549" uly="2508">8. Januar. „Unter heftigem Regen brachen wir auf; es war</line>
        <line lrx="1949" lry="2638" ulx="436" uly="2569">ſchwer, die Makololo in Bewegung zu'ſetzen. Am erſten Tage legten</line>
        <line lrx="1946" lry="2702" ulx="442" uly="2636">wir nur zwei bis drei Stunden zurück. Seither haben wir unauf⸗</line>
        <line lrx="1946" lry="2770" ulx="436" uly="2701">hörlichen Regen gehabt und fünfmal auf einer Strecke Wegs über⸗</line>
        <line lrx="1950" lry="2833" ulx="436" uly="2768">nachtet, die ich das letztemal in ſiebzehn Stunden durchrannte. Ein⸗</line>
        <line lrx="1949" lry="2903" ulx="437" uly="2834">mal wurden wir zwei oder drei Stunden an einem Fluſſe aufgehalten,</line>
        <line lrx="1948" lry="2969" ulx="437" uly="2897">den ich immer durchwatet hatte; bei zwei andern ſtanden Einige von</line>
        <line lrx="1948" lry="3034" ulx="437" uly="2965">uns in der Mitte und an die Ufer, um den Uebrigen hinüber zu</line>
      </zone>
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      <zone lrx="2015" lry="2585" type="textblock" ulx="318" uly="474">
        <line lrx="1915" lry="507" ulx="1852" uly="474">321</line>
        <line lrx="1917" lry="605" ulx="408" uly="542">helfen. Jetzt ſind wir in Tſchibiſa's Dorfe und hoffen übermorgen</line>
        <line lrx="1917" lry="670" ulx="412" uly="609">den Strom hinabzufahren und uns dort zu überzeugen, daß der</line>
        <line lrx="1919" lry="736" ulx="318" uly="675">Pieonier nicht lange auf uns warten mußte. Heute hat ſich die</line>
        <line lrx="1919" lry="801" ulx="410" uly="744">Sonne blicken laſſen, und die Lage dieſes Orts iſt herrlich. Die</line>
        <line lrx="1920" lry="869" ulx="418" uly="810">Mehrzahl ſeiner Bewohner ſind alte Bekannte, und ich habe ſchon</line>
        <line lrx="1921" lry="933" ulx="408" uly="877">herzlich mit ihnen gelacht. Alles ſieht freundlich aus. So ſchenkt</line>
        <line lrx="1920" lry="1000" ulx="410" uly="944">uns Gott Lichtblicke in der tiefſten Dunkelheit, und wie viele Licht⸗</line>
        <line lrx="1918" lry="1065" ulx="408" uly="1008">ſpuren ziehen ſich durch einen großen Theil unſeres Lebens hindurch</line>
        <line lrx="1920" lry="1132" ulx="409" uly="1076">— Eben jetzt zeige ich einigen Eingebornen meine Uhr und ſuche</line>
        <line lrx="1919" lry="1199" ulx="409" uly="1142">einem andern zu erklären, daß, wenn wir über den Preis ſeines Mehls</line>
        <line lrx="1919" lry="1264" ulx="411" uly="1208">nicht einig werden können, wir uns deßhalb nicht zu zanken brauchen.</line>
        <line lrx="1922" lry="1331" ulx="410" uly="1274">Er nimmt nun mein Anerbieten an, und ich gebe ihm etwas mehr</line>
        <line lrx="1688" lry="1398" ulx="411" uly="1340">als das Verſprochene. Gott ſei Dank für dieſen Tag! . . .</line>
        <line lrx="1921" lry="1463" ulx="524" uly="1407">13. Januar. „Wir ſind am Ziele. Vorgeſtern kamen wir an</line>
        <line lrx="1922" lry="1531" ulx="409" uly="1472">der Ruo⸗Mündung an und hörten da, daß Livingſtone erſt vor—</line>
        <line lrx="2014" lry="1598" ulx="409" uly="1535">waenigen Tagen dieſen Platz verlaſſen habe, um zur Küſte hinabzu</line>
        <line lrx="2015" lry="1665" ulx="409" uly="1604">fahren, ſo daß wir ihn noch getroffen hätten, wenn es uns gelungen</line>
        <line lrx="1921" lry="1726" ulx="414" uly="1670">wäre, unſrerſeits den feſtgeſetzten Termin einzuhalten.*) So unan.</line>
        <line lrx="1922" lry="1794" ulx="411" uly="1736">genehm dieſe Verzögerung für ihn ſein mußte, da ſie die Urſache</line>
        <line lrx="1921" lry="1864" ulx="410" uly="1803">werden kann, daß er das Zuſammentreffen an der Kongone⸗Mündung</line>
        <line lrx="1919" lry="1927" ulx="411" uly="1869">verſäumt, und obgleich ſie für uns eine Wartenszeit von vielleicht</line>
        <line lrx="1922" lry="1993" ulx="411" uly="1935">zwei bis drei Wochen in ſich ſchließt, war ſie mir doch inſofern eine</line>
        <line lrx="1921" lry="2061" ulx="412" uly="2002">angenehme Botſchaft, als wenigſtens wir durch unſer um zehn Tage</line>
        <line lrx="2014" lry="2123" ulx="410" uly="2067">verſpätetes Eintreffen ihn nicht aufgehalten haben.</line>
        <line lrx="2013" lry="2191" ulx="526" uly="2131">„Im Ganzen haben wir eine glückliche Fahrt gehabt. Es war</line>
        <line lrx="1921" lry="2256" ulx="412" uly="2198">eine Wonne, den breiten Strom zwiſchen den grünen Ufern hinabzu⸗</line>
        <line lrx="2014" lry="2327" ulx="411" uly="2264">ſchiffen. Die Ungewißheit über die Länge der Reiſe verlieh ihr einen</line>
        <line lrx="1924" lry="2389" ulx="413" uly="2331">träumeriſchen Reiz. Doch waren damit unſere Verlegenheiten nicht</line>
        <line lrx="1924" lry="2456" ulx="412" uly="2398">zu Ende. Mit Einbruch der Nacht giengen wir ans Ufer, befeſtig⸗</line>
        <line lrx="1921" lry="2521" ulx="412" uly="2458">ten unſer Boot ans Gras, aßen etwas kaltes Fleiſch und legten uns</line>
        <line lrx="1923" lry="2585" ulx="411" uly="2527">ſchlafen. Die Moskito's waren ſehr. läſtig. Ich lieh unſern drei</line>
      </zone>
      <zone lrx="2229" lry="3089" type="textblock" ulx="345" uly="2614">
        <line lrx="1919" lry="2662" ulx="501" uly="2614">*) Fünf volle Wochen war nämlich der Pionier etwa neun Stunden unter⸗</line>
        <line lrx="1926" lry="2719" ulx="345" uly="2668">halb Tſchibiſa's Dorfe liegen geblieben, weil das Waſſer des Fluſſes noch nicht</line>
        <line lrx="1920" lry="2775" ulx="413" uly="2724">genug geſtiegen war zur Weiterreiſe. Während jenes gezwungenen Aufenthalts</line>
        <line lrx="1922" lry="2830" ulx="413" uly="2777">mitten zwiſchen zwei großen Sümpfen erlag das erſte Mitglied der Expedition,</line>
        <line lrx="1919" lry="2884" ulx="415" uly="2832">ein bis dahin geſunder junger Zimmermann, dem afrikaniſchen Fieber. Da</line>
        <line lrx="1919" lry="2938" ulx="416" uly="2887">Livingſtone an der Ruo⸗Mündung, die er am 7. Januar verließ, nichts von</line>
        <line lrx="2015" lry="2998" ulx="415" uly="2943">Mackenzie hörte, ſchloß er, dieſer habe von ſeinem Mißgeſchick Kunde bekommen</line>
        <line lrx="2229" lry="3048" ulx="415" uly="2995">und deßhalb ſeine Abreiſe verſchoben. .</line>
        <line lrx="1645" lry="3089" ulx="472" uly="3052">Miſſ. Mag. X. 21</line>
      </zone>
      <zone lrx="526" lry="3135" type="textblock" ulx="328" uly="3128">
        <line lrx="526" lry="3135" ulx="328" uly="3128">— — —</line>
      </zone>
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        <line lrx="2061" lry="451" ulx="450" uly="438">— ====-=——================== ==-======—</line>
      </zone>
      <zone lrx="1994" lry="3052" type="textblock" ulx="473" uly="486">
        <line lrx="544" lry="520" ulx="478" uly="486">322</line>
        <line lrx="1993" lry="614" ulx="481" uly="557">Makololo zwei Paar Hoſen und eine Jacke, wickelte Kopf und Schul⸗</line>
        <line lrx="1991" lry="680" ulx="476" uly="624">tern in meinen Moskito⸗Vorhang und war am Einſchlafen, als</line>
        <line lrx="1993" lry="748" ulx="477" uly="691">einer der Männer ſagte: Wir wollen fort. Es ſei beſſer, meinten</line>
        <line lrx="1987" lry="813" ulx="476" uly="757">ſie, im Mondlicht zu arbeiten, als ſich von den Inſekten freſſen zu</line>
        <line lrx="1987" lry="879" ulx="474" uly="823">laſſen. In weniger als einer Minute waren wir reiſefertig. Manch⸗</line>
        <line lrx="1991" lry="943" ulx="478" uly="888">mal ſtand ich im Boote auf, um nachzuſehen, wie es durch das</line>
        <line lrx="1994" lry="1012" ulx="477" uly="955">ſchmale gekrümmte Fluthbett geſteuert wurde; denn vor Abend hatten</line>
        <line lrx="1991" lry="1075" ulx="476" uly="1020">wir die Mitte des Stromes verlaſſen, in der Hoffnung am Rande</line>
        <line lrx="1992" lry="1142" ulx="474" uly="1086">des Elephantenſumpfes ein Dorf zum Uebernachten zu ſinden. Ich</line>
        <line lrx="1993" lry="1209" ulx="475" uly="1152">war entzückt über dieſe Art, die Moskito's nutzbar zu machen; ſchwei⸗</line>
        <line lrx="1992" lry="1275" ulx="474" uly="1218">gend fuhren wir weiter. Aber plötzlich ſtrandete uns ein Strudel,</line>
        <line lrx="1992" lry="1342" ulx="474" uly="1284">den der Steuermann nicht rechtzeitig ſah, an einer Gabelung des</line>
        <line lrx="1991" lry="1405" ulx="476" uly="1351">Fluſſes. Die zwei Männer am Steuer ſprangen heraus, bis um</line>
        <line lrx="1991" lry="1471" ulx="474" uly="1416">die Mitte des Leibes in's Waſſer. Ich folgte; Burrup mir nach.</line>
        <line lrx="1992" lry="1537" ulx="474" uly="1481">Aber umſonſt. Das Boot füllte ſich, und wir fiengen an, unſer</line>
        <line lrx="1991" lry="1604" ulx="477" uly="1549">Gepäck herauszunehmen. Unglücklicher Weiſe wurde ein Stück davon,</line>
        <line lrx="1990" lry="1670" ulx="474" uly="1615">das Burrups Sachen enthielt, fortgeſpült; alles was wir retteten,</line>
        <line lrx="1990" lry="1738" ulx="474" uly="1680">mußte auf das lange, zwei oder drei Fuß tief im Waſſer ſtehende</line>
        <line lrx="1988" lry="1803" ulx="476" uly="1745">Gras der Inſelbank gelegt werden, bis wir das Boot ausgeſchöpft</line>
        <line lrx="1990" lry="1867" ulx="473" uly="1812">hatten. Flinten, Pulverhörner, Zucker⸗ und Kaffeeſäcke, Bücher,</line>
        <line lrx="1990" lry="1933" ulx="475" uly="1877">Brieftaſchen, Beutel, Uhren, Alles war durchnäßt, als wir es wieder</line>
        <line lrx="1992" lry="1998" ulx="474" uly="1943">beim Mondlicht in's Boot brachten, und wir ſelbſt auch bis an die</line>
        <line lrx="1992" lry="2065" ulx="478" uly="2008">Mitte des Leibes. Wir rangen unſere Beinkleider aus und legten</line>
        <line lrx="1991" lry="2129" ulx="478" uly="2074">uns im Kahne nieder, von den Moskito's noch heftiger verfolgt als</line>
        <line lrx="1989" lry="2196" ulx="474" uly="2140">zuerſt. Das war gegen zehn Uhr (am 10. Januar), wie mir meine</line>
        <line lrx="1986" lry="2262" ulx="476" uly="2205">ſtehen gebliebene Uhr am Morgen ſagte. Ich ſchlief wohl von Allen</line>
        <line lrx="1992" lry="2328" ulx="480" uly="2271">am beſten. Burrup ſagte, er kümmere ſich nicht um die Moskito's</line>
        <line lrx="1992" lry="2393" ulx="476" uly="2337">und ſprach kein Wort weiter; die Andern peitſchten ſich von Zeit zu</line>
        <line lrx="1987" lry="2460" ulx="476" uly="2403">Zeit, um ſie zu erlegen. Keiner ſchlug vor, weiter zu gehen; wir</line>
        <line lrx="1986" lry="2529" ulx="477" uly="2469">waren dankbar, ohne ſchwereren Verluſt davon gekommen zu ſein,</line>
        <line lrx="1984" lry="2588" ulx="477" uly="2534">und erinnerten uns erſt am nächſten Morgen, daß unſere Arzneimittel</line>
        <line lrx="1992" lry="2660" ulx="479" uly="2600">fortgeſchwemmt waren. Vor Sonnenaufgang brachen wir auf. Glück⸗</line>
        <line lrx="1991" lry="2723" ulx="476" uly="2667">licher Weiſe war die Nacht nicht kalt, ſonſt hätten wir wohl Schaden</line>
        <line lrx="1989" lry="2791" ulx="479" uly="2733">genommen; Burrup hat es auch ſo nicht gut gethan. Ich meinestheils</line>
        <line lrx="1588" lry="2855" ulx="475" uly="2800">bin, glaube ich, allen übeln Folgen (?) entgangen.</line>
        <line lrx="1991" lry="2922" ulx="592" uly="2864">„Gegen neun Uhr Morgens (11. Januar) wurde ich mit der</line>
        <line lrx="1992" lry="2986" ulx="481" uly="2929">Nachricht geweckt, daß wir an der Ruo⸗Mündung ſeien. Wir lan⸗</line>
        <line lrx="1992" lry="3052" ulx="480" uly="2995">deten auf einer Inſel, auf der wir ein Dorf erblickten, und hörten</line>
      </zone>
      <zone lrx="2392" lry="3171" type="textblock" ulx="2382" uly="3166">
        <line lrx="2392" lry="3171" ulx="2382" uly="3166">7</line>
      </zone>
    </surface>
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        <line lrx="1919" lry="504" ulx="1855" uly="470">323</line>
        <line lrx="1922" lry="601" ulx="413" uly="545">da, daß der Pionier kürzlich vorbeigekommen ſei. Obgleich es wohl</line>
        <line lrx="1921" lry="668" ulx="415" uly="611">noch keine Woche iſt, iſt es vergebliche Mühe, genau den Tag erfra⸗</line>
        <line lrx="1921" lry="731" ulx="416" uly="677">gen zu wollen, auch ſcheint Livingſtone keinen Brief für mich zurück⸗</line>
        <line lrx="1922" lry="798" ulx="414" uly="743">gelaſſen zu haben. Ich muß ſuchen, baldmöglichſt einen Kahn zu</line>
        <line lrx="1920" lry="864" ulx="414" uly="808">bekommen, um mich auch in den benachbarten Dörfern zu erkundigen.</line>
        <line lrx="1923" lry="928" ulx="415" uly="873">— Wir ſind da in ein recht freundliches Dorf geführt worden. Ein</line>
        <line lrx="1923" lry="994" ulx="417" uly="940">wohlwollender, ältlicher Häuptling, Tſchikanzi, bewohnt mit ſeinen</line>
        <line lrx="1921" lry="1060" ulx="415" uly="1005">Leuten etwa hundert Hütten, will uns gerne hier behalten und</line>
        <line lrx="1923" lry="1126" ulx="416" uly="1072">warnt uns, den Ruo hinaufzugehen, weil die dortigen Häuptlinge</line>
        <line lrx="1925" lry="1196" ulx="415" uly="1137">uns gewiß den Hals abſchneiden würden. Ich habe im Stillen die</line>
        <line lrx="1923" lry="1256" ulx="415" uly="1201">Hoffnung, unſer Aufenthalt hier ſolle vielleicht dazu dienen, dieſes</line>
        <line lrx="1925" lry="1323" ulx="418" uly="1267">Dorf einmal zu einer Station unſeres Miſſions⸗Dampfbootes zu</line>
        <line lrx="574" lry="1384" ulx="418" uly="1334">machen.</line>
        <line lrx="1924" lry="1456" ulx="532" uly="1401">„Burrup iſt ſehr ſchwach, und wir ſind ohne alle Arzneien.</line>
        <line lrx="1925" lry="1522" ulx="420" uly="1465">Chinin, das wir jeden Tag nehmen ſollten, iſt keines vorhanden.</line>
        <line lrx="1928" lry="1587" ulx="419" uly="1532">Aber Der, welcher uns hieher gebracht hat, kann auch ohne menſch⸗</line>
        <line lrx="1924" lry="1654" ulx="420" uly="1597">liche Heilmittel uns helfen. Die griechiſchen Verſe, welche wir in</line>
        <line lrx="1926" lry="1719" ulx="419" uly="1663">den letzten Tagen auswendig lernten, ſtehen Röm. 8 und 10: Ich</line>
        <line lrx="1925" lry="1786" ulx="418" uly="1729">bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürſtenthum,</line>
        <line lrx="1924" lry="1851" ulx="418" uly="1795">noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes</line>
        <line lrx="1927" lry="1918" ulx="421" uly="1861">noch Tiefes, noch keine andere Kreatur, mag uns ſcheiden von der</line>
        <line lrx="1926" lry="1982" ulx="418" uly="1926">Liebe Gottes, die in Chriſto Jeſu iſt, unſerm Herrn. Wer den Na⸗</line>
        <line lrx="1927" lry="2050" ulx="420" uly="1991">men des Herrn wird anrufen, der ſoll ſelig werden. Wie ſollen ſie</line>
        <line lrx="1928" lry="2116" ulx="420" uly="2058">aber anrufen, an den ſie nicht glauben? Wie ſollen ſie aber glau⸗</line>
        <line lrx="1929" lry="2180" ulx="420" uly="2124">ben, von dem ſie nichts gehöret haben? Wie ſollen ſie aber hören</line>
        <line lrx="1929" lry="2247" ulx="422" uly="2189">ohne Prediger? Wie ſollen ſie aber predigen, wo ſie nicht geſandt</line>
        <line lrx="1928" lry="2311" ulx="422" uly="2254">werden? Wie denn geſchrieben ſteht: Wie lieblich ſind die Füße Derer,</line>
        <line lrx="1926" lry="2378" ulx="422" uly="2320">die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen.“ Lebewohl!</line>
        <line lrx="704" lry="2437" ulx="423" uly="2385">für dießmal.“</line>
        <line lrx="1929" lry="2508" ulx="533" uly="2452">Es war Mackenzie's letztes Lebewohl an ſeine Schweſter, ohne</line>
        <line lrx="1929" lry="2574" ulx="422" uly="2518">daß er es ahnte. Was hätte er ihr aber Lieblicheres und Tröſtlicheres</line>
        <line lrx="1930" lry="2639" ulx="426" uly="2584">zum Abſchied ſagen können, als die Worte, mit denen ſein Brief</line>
        <line lrx="1931" lry="2708" ulx="426" uly="2651">ſchließt? — Bald ſollten ſich die ſchmerzlichen Folgen des Verluſtes</line>
        <line lrx="1931" lry="2773" ulx="428" uly="2717">des Koffers mit den Arzneimitteln zeigen. Durchnäßt auf der unge⸗</line>
        <line lrx="1932" lry="2838" ulx="425" uly="2783">ſunden Inſel zu bleiben, war für eine ſchon angegriffene Conſtitution</line>
        <line lrx="1931" lry="2905" ulx="428" uly="2849">ſicherer Tod; aber ſtatt ſich durch angeſtrengtes Weiterreiſen zu erfri⸗</line>
        <line lrx="1934" lry="2969" ulx="428" uly="2914">ſchen, zog Mackenzie vor, mit dem Häuptling und ſeinen Unterthanen</line>
        <line lrx="1932" lry="3035" ulx="429" uly="2980">nähere Bekanntſchaft anzuknüpfen. Wenige Tage nach Beendigung</line>
      </zone>
      <zone lrx="2024" lry="3141" type="textblock" ulx="2017" uly="2725">
        <line lrx="2024" lry="3141" ulx="2017" uly="2725">——ʒ,—— —---- ———</line>
      </zone>
    </surface>
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        <line lrx="543" lry="505" ulx="477" uly="471">324</line>
      </zone>
      <zone lrx="1989" lry="2856" type="textblock" ulx="472" uly="549">
        <line lrx="1989" lry="608" ulx="476" uly="549">ſeines Schreibens wurde Mackenzie vom Fieber befallen, und fühlte</line>
        <line lrx="1988" lry="674" ulx="477" uly="615">ſein Ende herannahen. Am 23. Januar entwich ſein Bewußtſein,</line>
        <line lrx="1987" lry="741" ulx="477" uly="682">und er lag da in einem Zuſtand äußerſter Erſchöpfung, aus Mund</line>
        <line lrx="1989" lry="807" ulx="479" uly="748">und Naſe blutend, ſprachlos oder nur unzuſammenhängende Worte</line>
        <line lrx="1989" lry="873" ulx="479" uly="815">hervorbringend. Zuweilen, wenn er ſeine Hütte einen Augenblick</line>
        <line lrx="1987" lry="937" ulx="478" uly="880">verlaſſen wollte, fiel er hin und blieb, unfähig ſich zu rühren, am</line>
        <line lrx="1988" lry="1003" ulx="478" uly="946">Boden liegen. Burrup, beinahe ebenſo ſchwach wie er, konnte ihm</line>
        <line lrx="1987" lry="1070" ulx="477" uly="1012">wenig Hilfe leiſten. Die drei Makololo aber, denen er ſagte, Jeſus</line>
        <line lrx="1988" lry="1134" ulx="477" uly="1078">ſcheine ihn abholen zu wollen, hielten treu bei ihm aus und thaten</line>
        <line lrx="1988" lry="1202" ulx="483" uly="1146">zu ſeiner Erleichterung, was ſie konnten. Die nöthigen Arzneien,</line>
        <line lrx="1988" lry="1267" ulx="477" uly="1211">oder auch nur geeignete Nahrung, konnten ſie ihm freilich nicht ver⸗</line>
        <line lrx="1989" lry="1335" ulx="472" uly="1277">ſchaffen. So entſchlief er am 314. Januar. Am Morgen dieſes Ta⸗</line>
        <line lrx="1989" lry="1400" ulx="474" uly="1345">ges verlangte der Häuptling, Mackenzie ſolle in eine andere Hütte</line>
        <line lrx="1987" lry="1466" ulx="475" uly="1411">gebracht werden, da er dieſe nicht länger entbehren könne. Vergeblich</line>
        <line lrx="1989" lry="1531" ulx="480" uly="1477">ſtellte ihm Burrup vor, wie unmöglich es ſei, einen Mann in ſolcher</line>
        <line lrx="1989" lry="1598" ulx="475" uly="1542">Todesſchwäche fortzuſchaffen. Dem Volksaberglauben gemäß fürchtete</line>
        <line lrx="1989" lry="1663" ulx="486" uly="1609">der arme Menſch ohne Zweifel, wenn Mackenzie in ſeiner Hütte</line>
        <line lrx="1989" lry="1731" ulx="473" uly="1677">ſterbe, werde ſein Geiſt von derſelben Beſitz nehmen und ſie für</line>
        <line lrx="1989" lry="1798" ulx="474" uly="1744">Andere unbewohnbar machen. Aus Furcht, der Häuptling möchte</line>
        <line lrx="1989" lry="1864" ulx="477" uly="1808">ſie ganz von der Inſel verweiſen, gab Burrup endlich nach und ließ</line>
        <line lrx="1988" lry="1931" ulx="473" uly="1876">den ſterbenden Biſchof in eine andere Hütte bringen. Vermuthlich</line>
        <line lrx="1988" lry="1996" ulx="473" uly="1941">beſchleunigte dieſer Wechſel ſeine Auflöſung; eine ſtarke Stunde nach⸗</line>
        <line lrx="1153" lry="2060" ulx="472" uly="2007">her hauchte er ſeine Seele aus.</line>
        <line lrx="1986" lry="2128" ulx="585" uly="2074">Der verlaſſenen Hülle ſollte kein Räumlein auf der Inſel werden;</line>
        <line lrx="1986" lry="2195" ulx="483" uly="2141">nicht einmal über Nacht wollte ihr der Häuptling da Ruhe gönnen.</line>
        <line lrx="1987" lry="2259" ulx="478" uly="2206">Mit Hilfe der treuen Makololo brachte ſie Burrup in einem Kahn</line>
        <line lrx="1986" lry="2327" ulx="478" uly="2272">ans Ufer hinüber; an einer einſamen Stelle gruben ſie unter einem</line>
        <line lrx="1989" lry="2393" ulx="478" uly="2338">großen Baume ein Grab; Burrup las im dämmernden Abendſchein</line>
        <line lrx="1988" lry="2462" ulx="477" uly="2404">einen Theil der Begräbnißgebete; dann verließ er die theure Leiche in</line>
        <line lrx="1406" lry="2527" ulx="476" uly="2473">der gewiſſen Hoffnung ſeliger Auferſtehung.</line>
        <line lrx="1986" lry="2593" ulx="587" uly="2538">Was die Miſſion mit Mackenzie verlor, läßt ſich kaum ſagen.</line>
        <line lrx="1985" lry="2660" ulx="474" uly="2604">Nicht blos ein Held in jeder Entſagung, ſondern ein durchaus ſelbſt⸗</line>
        <line lrx="1988" lry="2726" ulx="477" uly="2670">vergeſſener, ſpecieller Freund jedes einzelnen Glieds war mit ihm</line>
        <line lrx="1988" lry="2791" ulx="477" uly="2737">verſchwunden; und während man mit ihm Alles für möglich gehalten</line>
        <line lrx="1985" lry="2856" ulx="482" uly="2803">hatte, ſchien durch ſein Sterben der Lebensmuth eines Jeden zu ſinken.</line>
      </zone>
      <zone lrx="2072" lry="441" type="textblock" ulx="1019" uly="431">
        <line lrx="2072" lry="441" ulx="1019" uly="431">—rrr. f fvf f f fh</line>
      </zone>
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        <line lrx="1912" lry="494" ulx="1846" uly="458">325</line>
      </zone>
      <zone lrx="1475" lry="638" type="textblock" ulx="843" uly="572">
        <line lrx="1475" lry="638" ulx="843" uly="572">10. Magomero aufgegeben.</line>
      </zone>
      <zone lrx="2015" lry="2637" type="textblock" ulx="401" uly="665">
        <line lrx="1912" lry="723" ulx="513" uly="665">Burrup ſelbſt that nun, was menſchlicher Anſicht nach die Klug⸗</line>
        <line lrx="1913" lry="788" ulx="402" uly="732">heit gleich nach dem Verfehlen Livingſtone's geboten hätte, und ver⸗</line>
        <line lrx="1915" lry="854" ulx="401" uly="798">ließ (2. Februar) den ungeſunden Ort. Mackenzie hätte bis zu Living⸗</line>
        <line lrx="1913" lry="919" ulx="402" uly="864">ſtone's Rückkehr Zeit gehabt, ſeinerſeits nach Magomero zurückzukehren</line>
        <line lrx="2009" lry="985" ulx="403" uly="930">und ſich dort aufs Neue mit Vorräthen zu verſehen, oder aber hätte—</line>
        <line lrx="1916" lry="1051" ulx="405" uly="997">er verſuchen können, dem Pionier nach Schupanga hinab zu folgen.</line>
        <line lrx="1905" lry="1117" ulx="403" uly="1062">In beiden Fällen hätte höchſtwahrſcheinlich ſchon die Bewegung und</line>
        <line lrx="1919" lry="1182" ulx="404" uly="1128">die damit verknüpfte Anſtrengung ihrer Lebensgeiſter ſich heilſam er⸗</line>
        <line lrx="1913" lry="1249" ulx="406" uly="1195">wieſen; aber er ſcheint daran nicht gedacht zu haben, ſei es nun,</line>
        <line lrx="2014" lry="1316" ulx="406" uly="1260">daß er der Gefahr des Fiebers zu wenig Rechnung trug und nur den</line>
        <line lrx="1920" lry="1381" ulx="408" uly="1326">Einen Zweck im Auge hatte, ſeine Zeit auf der Inſel gut zu nützen,</line>
        <line lrx="1916" lry="1447" ulx="408" uly="1393">oder aber, daß durch die vorhergehenden Anſtrengungen ſeine That⸗</line>
        <line lrx="2015" lry="1514" ulx="407" uly="1458">kraft bereits etwas erſchöpft war. Von den Makololo, ſo weit es</line>
        <line lrx="1914" lry="1582" ulx="408" uly="1525">gieng, im Kahne ſtromaufwärts geführt, dann zu Fuße fortgeſchleppt,</line>
        <line lrx="1903" lry="1645" ulx="407" uly="1590">und zuletzt von gemietheten Trägern aus Tſchibiſa's Dorf über die</line>
        <line lrx="1920" lry="1712" ulx="409" uly="1657">Berge getragen, langte Burrup am 14. Februar wieder in Magomero</line>
        <line lrx="1916" lry="1777" ulx="410" uly="1723">an, wo die um den Biſchof bereits beſorgten Miſſionare mit tiefem</line>
        <line lrx="1923" lry="1844" ulx="411" uly="1789">Schmerz die Trauerbotſchaft vernahmen. In den erſten Tagen ſchien</line>
        <line lrx="1919" lry="1910" ulx="412" uly="1856">ſich Burrup etwas zu erholen, er hatte guten Appetit und konnte</line>
        <line lrx="1917" lry="1977" ulx="411" uly="1922">wieder gehen; aber da war weder Wein noch Branntwein, noch</line>
        <line lrx="1922" lry="2043" ulx="410" uly="1987">Waizenbrod zu ſeiner Stärkung. Und ſeit ſeiner erſten gewagten</line>
        <line lrx="1921" lry="2109" ulx="411" uly="2053">Reiſe den Schire herauf hatte der einſt gewaltige Mann faſt kein</line>
        <line lrx="1924" lry="2175" ulx="412" uly="2121">Fleiſch mehr auf den Knochen. Die Ruhr befiel ihn, am 22. Februar</line>
        <line lrx="1922" lry="2240" ulx="411" uly="2186">ſanken ſeine Kräfte, und am Abend dieſes Tages folgte er Mackenzie</line>
        <line lrx="1923" lry="2307" ulx="415" uly="2251">nach. Den Tag darauf trugen ihn Dickinſon, Clarke, Waller und</line>
        <line lrx="1291" lry="2372" ulx="416" uly="2318">Adams in einem Bambuſarge zu Grabe.</line>
        <line lrx="1924" lry="2440" ulx="524" uly="2384">Unterdeſſen war Livingſtone an der Küſte glücklich mit dem</line>
        <line lrx="1925" lry="2505" ulx="415" uly="2451">erſt am 30. Januar landenden Gorgon zuſammengetroffen, der</line>
        <line lrx="1927" lry="2571" ulx="415" uly="2516">ſeine Gattin, Frau Burrup, Fräulein Mackenzie und den von der</line>
        <line lrx="1923" lry="2637" ulx="417" uly="2582">freien ſchottiſchen Kirche auf eine Unterſuchungsreiſe ausgeſandten</line>
      </zone>
      <zone lrx="1929" lry="2887" type="textblock" ulx="0" uly="2648">
        <line lrx="1929" lry="2704" ulx="419" uly="2648">Miſſ. Stewart an Bord hatte. Sogleich wurden die Vorbereitungen</line>
        <line lrx="1927" lry="2770" ulx="0" uly="2714">zur Reiſe landeinwärts getroffen. Doch es war ein gut Stück Arbeit</line>
        <line lrx="1773" lry="2792" ulx="620" uly="2782">. ,„8 . 8</line>
        <line lrx="1929" lry="2836" ulx="0" uly="2780">. zu vollbringen, ehe dieſe angetreten werden konnte; unter Anderem</line>
        <line lrx="55" lry="2864" ulx="0" uly="2846">B</line>
      </zone>
      <zone lrx="1930" lry="3036" type="textblock" ulx="420" uly="2846">
        <line lrx="1928" lry="2904" ulx="420" uly="2846">mußte die eben jetzt angekommene, zum Dienſt auf dem See gleichen</line>
        <line lrx="1930" lry="2970" ulx="421" uly="2913">Namens beſtimmte Lady Nyaſſa' von dem Schiff, das ſie brachte, auf</line>
        <line lrx="1927" lry="3036" ulx="421" uly="2978">den Pionier verpackt werden. Am 10. Februar lief man in den Zam⸗</line>
      </zone>
    </surface>
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        <line lrx="511" lry="488" ulx="445" uly="453">326</line>
      </zone>
      <zone lrx="1961" lry="3034" type="textblock" ulx="417" uly="530">
        <line lrx="1958" lry="588" ulx="443" uly="530">beſi ein, begleitet vom Kapitaäͤn des Gorgon und einigen ſeiner Offi⸗</line>
        <line lrx="1955" lry="654" ulx="445" uly="596">ziere, die Livingſtone bei der Ausſchiffung ſeines neuen Boots behilflich</line>
        <line lrx="1960" lry="720" ulx="443" uly="663">ſein wollten. Es war eine troſtlos langſame Fahrt. Die vortreffliche</line>
        <line lrx="1961" lry="784" ulx="446" uly="729">Maſchinerie des Pioniers war von dem Ingenieur in dem Grade ver⸗</line>
        <line lrx="1960" lry="854" ulx="445" uly="795">nachläſſigt worden, daß man es kaum wagen konnte, mit ſeiner ganzen</line>
        <line lrx="1953" lry="919" ulx="444" uly="862">Ladung zum Ruo hinaufzuſchiffen und ſich lieber entſchloß, die Lady</line>
        <line lrx="1947" lry="985" ulx="442" uly="927">Nyaſſa in Schupanga zuſammenzuſetzen und ſie dann an die Murchi⸗</line>
        <line lrx="1952" lry="1053" ulx="441" uly="993">ſon'ſchen Waſſerfälle zu bugſiren. Einige Tage, ehe man Schupanga</line>
        <line lrx="1956" lry="1117" ulx="444" uly="1060">erreichte, erbot ſich Kapitän Wilſon edelmüthig, Frau Burrup und</line>
        <line lrx="1959" lry="1184" ulx="444" uly="1125">Fräulein Mackenzie den, wie man glaubte, ſie ſehnſüchtig Erwarten⸗</line>
        <line lrx="1960" lry="1249" ulx="443" uly="1191">den entgegenzuführen. Dr. Ramſay, ſein Wundarzt, ſein Zahlmeiſter</line>
        <line lrx="1955" lry="1316" ulx="445" uly="1257">Sewell und Dr. Kirk begleiteten ihn. Doppelt ſo lange, als ſie es</line>
        <line lrx="1955" lry="1381" ulx="444" uly="1324">erwartet hatten, brauchten ſie, um ſich den hochangeſchwollenen Schire</line>
        <line lrx="1958" lry="1447" ulx="442" uly="1390">bis zum Ruo hinaufzuarbeiten. Sie landeten auf der Inſel, auf der</line>
        <line lrx="1959" lry="1514" ulx="445" uly="1456">Mackenzie ſeinen Lauf beſchloſſen hatte. Der Häuptling und ſeine</line>
        <line lrx="1959" lry="1580" ulx="443" uly="1523">Leute wollten noch nie einen weißen Mann geſehen haben. Am</line>
        <line lrx="1960" lry="1648" ulx="445" uly="1589">4. März erreichten ſie Tſchibiſa's Dorf; dort erfuhren ſie die traurige</line>
        <line lrx="1959" lry="1710" ulx="443" uly="1655">Wahrheit. Weitere Nachrichten ließen ſie auch für die Ueberlebenden</line>
        <line lrx="1958" lry="1781" ulx="445" uly="1722">in Magomero fürchten; um ihnen wo möglich Hilfe zu bringen, mach⸗</line>
        <line lrx="1960" lry="1844" ulx="444" uly="1786">ten ſich Kapitän Wilſon und Dr. Kirk dorthin auf, die Frauen mit</line>
        <line lrx="1959" lry="1910" ulx="443" uly="1852">Dr. Ramſay zurücklaſſend. Beinahe erlag aber ihre Kraft den An⸗</line>
        <line lrx="1959" lry="1976" ulx="443" uly="1918">ſtrengungen und Entbehrungen der Reiſe; Beide wurden vom Fieber</line>
        <line lrx="1950" lry="2044" ulx="442" uly="1984">befallen, und zwar der Kapitän ſo heftig, daß Dr. Kirk alle Hoffnung</line>
        <line lrx="1949" lry="2110" ulx="417" uly="2050">auf ſeine Geneſung aufgab. Da hleiſtete dann der rüſtige Bootsmann</line>
        <line lrx="1956" lry="2176" ulx="443" uly="2118">treffliche Dienſte, indem er ſeinen geliebten Kommandeur eine gute</line>
        <line lrx="1950" lry="2243" ulx="445" uly="2184">Strecke Weges trug. Doch blieben ſie zuletzt unterwegs liegen, und</line>
        <line lrx="1956" lry="2307" ulx="445" uly="2250">wurden erſt durch einige der Miſſionare von Magomero wieder ſo</line>
        <line lrx="1958" lry="2372" ulx="448" uly="2317">weit gepflegt, daß ſie in Tſchibiſa's Dorf zurückkehren und am Mor⸗</line>
        <line lrx="1958" lry="2439" ulx="446" uly="2383">gen des 12. März mit den tiefbetrübten, gleichfalls fieberkranken</line>
        <line lrx="1956" lry="2504" ulx="446" uly="2450">Frauen ein Land verlaſſen konnten, in dem für dieſe nun kein Bleiben</line>
        <line lrx="662" lry="2568" ulx="445" uly="2517">mehr war.</line>
        <line lrx="1958" lry="2637" ulx="558" uly="2582">Gegen Abend war die Ruo⸗Mündung erreicht. Als die Rei⸗</line>
        <line lrx="1956" lry="2706" ulx="445" uly="2648">ſenden ſich nach einem Brief erkundigten, den Burrup da gelaſſen</line>
        <line lrx="1955" lry="2772" ulx="444" uly="2714">habe, ſahen die Inſelbewohner einander bedenklich an und ſagten:</line>
        <line lrx="1955" lry="2834" ulx="451" uly="2780">„Sie wiſſen Alles.“ Der Brief wurde überreicht. Er war an Dr. Li⸗</line>
        <line lrx="1954" lry="2901" ulx="447" uly="2846">vingſtone gerichtet und enthielt die Nachricht von des Biſchofs Tod</line>
        <line lrx="1955" lry="2968" ulx="446" uly="2911">und Begräbniß. Nur mit Mühe war ein Führer zu dem Platz zu</line>
        <line lrx="1954" lry="3034" ulx="446" uly="2978">bekommen, wo ſeine Hülle ruhte. Wilſon und Kirk bezeichneten ihn</line>
      </zone>
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        <line lrx="1910" lry="462" ulx="1845" uly="429">327</line>
      </zone>
      <zone lrx="1947" lry="3024" type="textblock" ulx="400" uly="507">
        <line lrx="1912" lry="578" ulx="400" uly="507">durch ein Kreuz von Schilfrohr und fuhren noch am ſelben Abend</line>
        <line lrx="1914" lry="638" ulx="404" uly="572">weiter. Am 2. April brachten ſie die beiden Frauen an Bord des</line>
        <line lrx="1916" lry="713" ulx="404" uly="638">Gorgon zurück, mit dem ſie am 26. ſicher bei ihren theilnehmenden</line>
        <line lrx="1202" lry="779" ulx="403" uly="717">Freunden in der Capſtadt anlangten.</line>
        <line lrx="1915" lry="839" ulx="518" uly="769">Unterdeſſen war der Pionier wieder an die Küſte hinabgefahren,</line>
        <line lrx="1920" lry="906" ulx="405" uly="835">um die noch übrigen Theile der Lady Nyaſſa zu holen. Auch auf</line>
        <line lrx="1921" lry="976" ulx="407" uly="898">ihm kehrte jetzt das Fieber ein. Am 7. April war nur ein einziger</line>
        <line lrx="1920" lry="1041" ulx="406" uly="970">dienſttüchtiger Mann auf dem Schiff, die andern lagen krank dar⸗</line>
        <line lrx="1922" lry="1101" ulx="409" uly="1037">nieder oder berauſcht von dem ſchlechten Branntwein, den der portu⸗</line>
        <line lrx="1922" lry="1177" ulx="409" uly="1101">gieſiſche Zollbeamte Livingſtone's dringenden Vorſtellungen zum Trotz</line>
        <line lrx="1924" lry="1241" ulx="412" uly="1169">ihnen heimlich verkaufte; am 11. konnte man endlich nach Schupanga</line>
        <line lrx="1924" lry="1304" ulx="412" uly="1232">aufbrechen. Doch auch dort befand man ſich noch in der Sumpf⸗</line>
        <line lrx="1926" lry="1370" ulx="411" uly="1300">luft des Delta's, und allenthalben trat in dieſem Jahr das Fieber</line>
        <line lrx="1921" lry="1436" ulx="411" uly="1366">mit beſonderer Heftigkeit auf. Gegen die Mitte des Monats erkrankte</line>
        <line lrx="1928" lry="1505" ulx="414" uly="1432">Frau Livingſtone. Tag und Nacht pflegte ſie ihr Gatte mit der</line>
        <line lrx="1930" lry="1572" ulx="419" uly="1497">zärtlichſten Liebe. Was nur immer erdacht werden konnte, eine gün⸗</line>
        <line lrx="1928" lry="1637" ulx="419" uly="1565">ſtige Wendung herbeizuführen, wurde von Dr. Kirk verſucht, aber er⸗</line>
        <line lrx="1928" lry="1703" ulx="416" uly="1629">folglos. Am Abend des 27. April ließ Livingſtone dem zum Schiff</line>
        <line lrx="1929" lry="1769" ulx="418" uly="1695">hinabgegangenen Miſſ. Stewart ſagen, er glaube, daß ihr Ende</line>
        <line lrx="1929" lry="1835" ulx="418" uly="1763">nahe. „Ja es nahte ſichtbar,“ ſchreibt dieſer. „Neben dem aus</line>
        <line lrx="1927" lry="1896" ulx="419" uly="1827">Kiſten beſtehenden, aber mit einer weichen Matraze verſehenen und</line>
        <line lrx="1934" lry="1964" ulx="424" uly="1893">daher nicht unbequemen Bett, auf dem ſein ſterbendes Weib lag, ſaß</line>
        <line lrx="1926" lry="2033" ulx="421" uly="1959">Livingſtone, der ſchon ſo vielen Gefahren, ſo manchem Tode ins</line>
        <line lrx="1925" lry="2101" ulx="422" uly="2024">Auge geſehen hatte, und weinte wie ein Kind. Kein Auge blieb</line>
        <line lrx="1934" lry="2158" ulx="428" uly="2090">trocken. Er bat mich, ihre Seele im Gebet Gott zu befehlen. Ich</line>
        <line lrx="1938" lry="2228" ulx="423" uly="2157">kniete mit ihm und Dr. Kirk nieder, und wir riefen zu Dem, der</line>
        <line lrx="1940" lry="2297" ulx="426" uly="2224">verheißen hat, uns am Tage der Noth zu hören, und empfahlen ihren</line>
        <line lrx="1940" lry="2357" ulx="429" uly="2290">Geiſt dem Verdienſt und der allumfaſſenden Gnade und Liebe ihres</line>
        <line lrx="1942" lry="2429" ulx="428" uly="2354">Heilandes. In weniger als einer Stunde, mit dem Scheiden der</line>
        <line lrx="1942" lry="2493" ulx="429" uly="2421">letzten Sonnenſtrahlen, kam über ihre Züge jener letzte Wechſel, den</line>
        <line lrx="1940" lry="2560" ulx="432" uly="2487">Schmerz und Kummer nimmer berühren werden, und der Geiſt</line>
        <line lrx="1938" lry="2626" ulx="432" uly="2553">kehrte zu Gott zurück, der ihn gegeben hatte. So endete Living⸗</line>
        <line lrx="1943" lry="2688" ulx="433" uly="2619">ſtone's Gattin und Moffats Tochter am letzten April⸗Sonntag des</line>
        <line lrx="710" lry="2758" ulx="436" uly="2707">Jahrs 1862.</line>
        <line lrx="1947" lry="2824" ulx="551" uly="2750">„Am andern Morgen lag ein ſchwerer, kalter Nebel über der</line>
        <line lrx="1944" lry="2885" ulx="438" uly="2816">Ebene im Nordoſten, und die ganze Gegend ſchien in Trauer gehüllt.</line>
        <line lrx="1942" lry="2953" ulx="439" uly="2882">Der Vormittag verſtrich mit den nöthigen Vorbereitungen; das Grab</line>
        <line lrx="1947" lry="3024" ulx="439" uly="2947">mußte tief gegraben werden, um ſicher zu ſein vor den Wühlereien</line>
      </zone>
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        <line lrx="527" lry="470" ulx="462" uly="436">328</line>
      </zone>
      <zone lrx="1977" lry="1719" type="textblock" ulx="449" uly="513">
        <line lrx="1977" lry="592" ulx="463" uly="513">wilder Thiere oder noch wilderer Menſchen; ein Sarg war ſchon in</line>
        <line lrx="1974" lry="652" ulx="461" uly="579">der Nacht gezimmert worden. Unter einem großen Baobab⸗Baum</line>
        <line lrx="1972" lry="726" ulx="463" uly="647">wurde um die Mitte des Tags die Leiche beſtattet; auf Livingſtone's</line>
        <line lrx="1969" lry="791" ulx="458" uly="711">Wunſch las ich die Grabliturgie; dann kehrten wir ſchweigend heim.“</line>
        <line lrx="1969" lry="853" ulx="463" uly="779">„Diejenigen, welche nicht wußten, wie lieblich dieſes edle Weib</line>
        <line lrx="1965" lry="925" ulx="456" uly="846">hunderte von Stunden landeinwärts vom Cap den Ihrigen ihr Haus</line>
        <line lrx="1966" lry="991" ulx="457" uly="912">in Kolobeng zu machen wußte, und welch geſegneten Einfluß ſie</line>
        <line lrx="1969" lry="1057" ulx="458" uly="978">auf die rohen Stämme im Innern übte, werden ſich wundern, daß</line>
        <line lrx="1964" lry="1118" ulx="458" uly="1045">ſie es unternahm den Mühen und Gefahren dieſes zertretenen Landes</line>
        <line lrx="1962" lry="1187" ulx="454" uly="1114">zu trotzen,“ ſchreibt ihr Gatte. „Sie kannte alle jene Mühen und</line>
        <line lrx="1967" lry="1255" ulx="455" uly="1177">Gefahren, und in dem ſelbſtloſen Verſuch, ihre Arbeit wieder zu be⸗</line>
        <line lrx="1964" lry="1324" ulx="454" uly="1243">ginnen, iſt ſie ſtatt deſſen zu ihrer Ruhe gerufen worden. Dein Wille,</line>
        <line lrx="796" lry="1365" ulx="451" uly="1310">Herr, geſchehe!“</line>
        <line lrx="1963" lry="1449" ulx="564" uly="1377">Drei edle Kräfte, bereit ſich im Dienſte ihres Herrn unter den</line>
        <line lrx="1957" lry="1522" ulx="450" uly="1443">unglücklichen Söhnen und Töchtern Inner⸗Afrika's zu verzehren,</line>
        <line lrx="1962" lry="1587" ulx="450" uly="1512">waren nun im Laufe weniger Monate vom Kampfplatz abgerufen</line>
        <line lrx="1959" lry="1654" ulx="450" uly="1574">worden; ein kaum zu beſchreibender Verluſt für die Ueberlebenden,</line>
        <line lrx="1963" lry="1719" ulx="449" uly="1641">aber in Gottes Abſicht gewiß auch ein Sporn, den durch ihren Hin⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1959" lry="1781" type="textblock" ulx="432" uly="1709">
        <line lrx="1959" lry="1781" ulx="432" uly="1709">gang geweihten Boden zu behaupten. — Für die Miſſionare in Ma⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1959" lry="3043" type="textblock" ulx="434" uly="1776">
        <line lrx="1953" lry="1851" ulx="447" uly="1776">gomero begann nun — ganz abgeſehen von dem Vermiſſen ihres</line>
        <line lrx="1956" lry="1920" ulx="447" uly="1841">geliebten und verehrten Biſchofs — eine ſchwere Zeit. Mackenzie</line>
        <line lrx="1954" lry="1986" ulx="445" uly="1907">ſelbſt hatte unter dem Eindruck des Ueberfluſſes an Lebensmitteln,</line>
        <line lrx="1958" lry="2047" ulx="445" uly="1974">der ihm Anfangs zu Gebot ſtand, Livingſtone gebeten, über die an</line>
        <line lrx="1957" lry="2118" ulx="444" uly="2042">der Küſte zurückgelaſſenen und für die Miſſion beſtimmten Vorräthe</line>
        <line lrx="1956" lry="2182" ulx="444" uly="2108">frei zu verfügen; nun trat aber bitterer Mangel ein, Waller mußte</line>
        <line lrx="1959" lry="2248" ulx="444" uly="2173">eilig den Strom hinabfahren, um heraufzuſchaffen, was noch zu be⸗</line>
        <line lrx="1954" lry="2319" ulx="442" uly="2243">kommen war. Zudem fiengen die einige Monate hindurch ruhig</line>
        <line lrx="1955" lry="2382" ulx="443" uly="2307">gebliebenen Adſchawa wieder an, das Land mit Krieg zu überziehen</line>
        <line lrx="1951" lry="2447" ulx="441" uly="2373">und rings um die Miſſionsſtation herum die Dörfer einzuäſchern.</line>
        <line lrx="1947" lry="2511" ulx="439" uly="2441">Ihrer fünf ſah man am 23. April zugleich in Flammen ſtehen. Es</line>
        <line lrx="1951" lry="2573" ulx="438" uly="2506">ſtand zu befürchten, das ſie unter der Leitung wohlbewaffneter Sklaven⸗</line>
        <line lrx="1952" lry="2643" ulx="438" uly="2572">händler die ganze Gegend bis zum Schire hinab in Beſitz nehmen</line>
        <line lrx="1950" lry="2712" ulx="438" uly="2639">und den Verkehr mit dem Thal abſchneiden könnten. Die Mangand⸗</line>
        <line lrx="1950" lry="2776" ulx="435" uly="2703">ſcha flohen vor ihnen nach allen Seiten hin, oft ihrer zwölf vor</line>
        <line lrx="1948" lry="2843" ulx="436" uly="2771">einem einzigen Adſchawa⸗Knaben. Die Miſſionare ſelbſt waren mehr</line>
        <line lrx="1943" lry="2910" ulx="437" uly="2836">oder weniger leidend, und von ihren eingebornen Pflegebefohlenen</line>
        <line lrx="1946" lry="2981" ulx="434" uly="2902">rafften Krankheiten faſt den vierten Theil dahin. Alles das zuſammen⸗</line>
        <line lrx="1942" lry="3043" ulx="435" uly="2973">genommen bewog Procter, welchen Mackenzie zu ſeinem Nachfolger</line>
      </zone>
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      </zone>
      <zone lrx="2011" lry="3034" type="textblock" ulx="0" uly="537">
        <line lrx="1915" lry="596" ulx="405" uly="537">ernannt hatte, Magomero zu verlaſſen, und ſich in Tſchibiſa's</line>
        <line lrx="1912" lry="662" ulx="406" uly="606">Dorfe anznſiedeln. Dort hofften die Engländer freiere Luft zu athmen,</line>
        <line lrx="1916" lry="729" ulx="405" uly="673">als in dem zwar ziemlich hoch über der Meeresfläche gelegenen, aber</line>
        <line lrx="1913" lry="795" ulx="405" uly="738">doch von bedeutend höhern Bergen keſſelartig eingeſchloſſenen Mago⸗</line>
        <line lrx="1916" lry="863" ulx="404" uly="806">mero, dort leichter die nöthigen Lebensmittel herbeiſchaffen zu können</line>
        <line lrx="2011" lry="929" ulx="404" uly="871">und zugleich den menſchenräuberiſchen Adſchawa ferner zu ſein. Denn</line>
        <line lrx="1687" lry="994" ulx="406" uly="937">nicht mehr zu kämpfen, war Procters feſter Entſchluß.</line>
        <line lrx="1917" lry="1059" ulx="519" uly="1002">Größtentheils falſche Berechnungen! Von den Adſchawa allerdings</line>
        <line lrx="1918" lry="1125" ulx="408" uly="1067">war hier wenigſtens kein Angriff zu befürchten; dagegen aber führte eine</line>
        <line lrx="1920" lry="1191" ulx="407" uly="1132">Anzahl Makololo, die Livingſtone wegen ihres eigenmächtigen Weſens</line>
        <line lrx="1915" lry="1257" ulx="406" uly="1198">hatte entlaſſen müſſen, eine Art freies Ränberleben in Tſchibiſa's</line>
        <line lrx="1916" lry="1321" ulx="410" uly="1265">Dorfe, während dieſer ſelbſt ſich für längere Zeit in der Nähe von</line>
        <line lrx="1918" lry="1387" ulx="409" uly="1331">Tette aufhielt. Gewaltthätigkeiten hatten nun zwar die Miſſionare</line>
        <line lrx="1920" lry="1453" ulx="410" uly="1397">von ihnen nicht zu fürchten, deſto mehr aber das Aergerniß für die</line>
        <line lrx="1921" lry="1520" ulx="415" uly="1463">Eingebornen, wenn dieſe die Makololo als zu ihren Leuten gehörig</line>
        <line lrx="1914" lry="1584" ulx="414" uly="1527">betrachteten. Und 3— 400 Ziegen und Schafe hatten dieſe ſchon</line>
        <line lrx="792" lry="1652" ulx="418" uly="1599">zuſammengeraubt.</line>
        <line lrx="1919" lry="1715" ulx="526" uly="1659">Man ſuchte dem Uebelſtand abzuhelfen, indem man 300 Schritte</line>
        <line lrx="1924" lry="1782" ulx="413" uly="1725">weiter ſtromabwärts, auf dem jenſeitigen Ufer ein eigenes Dorf grün⸗</line>
        <line lrx="1924" lry="1848" ulx="416" uly="1792">dete. Mit großer Rührigkeit wurden im Laufe weniger Wochen</line>
        <line lrx="1925" lry="1914" ulx="418" uly="1859">die, nöthigen Wohnungen und zuletzt ein durch ſeine viereckige Form</line>
        <line lrx="1925" lry="1978" ulx="415" uly="1924">von den 24 runden Hütten unterſchiedenes Kirchlein in fünf Tagen</line>
        <line lrx="1926" lry="2044" ulx="416" uly="1989">erbaut. Aber für die Geſundheit ließ ſich kaum eine unglücklichere</line>
        <line lrx="1926" lry="2112" ulx="419" uly="2055">Wahl des Platzes denken. Nur 50 Fuß über dem Waſſerſpiegel</line>
        <line lrx="1926" lry="2178" ulx="415" uly="2121">des Schire, lag er noch im Bereich der gefährlichen Fieberdünſte,</line>
        <line lrx="1927" lry="2244" ulx="416" uly="2186">und zudem brannte die Sonne ſo glühend auf den ſchattenloſen</line>
        <line lrx="1927" lry="2309" ulx="416" uly="2253">rothen Lehmhügel, daß dieſer in der trockenen Jahreszeit zu einem</line>
        <line lrx="1931" lry="2375" ulx="0" uly="2318">H ungeheuren Staubhaufen wurde, und Waller bei einer Hitze von</line>
        <line lrx="1918" lry="2441" ulx="0" uly="2383">24 Grad Reaumür in ſein Tagebuch ſchrieb: „Entzückend kühl.“</line>
        <line lrx="1928" lry="2507" ulx="419" uly="2450">Die an das kühlere Hochland gewöhnten Eingebornen litten darunter</line>
        <line lrx="1930" lry="2571" ulx="420" uly="2515">nicht weniger als die Europäer, und oft hörte man ſie in der verſen⸗</line>
        <line lrx="1347" lry="2639" ulx="420" uly="2585">genden Glut ſeufzen: „Sehr viel Sonne.“</line>
        <line lrx="1929" lry="2705" ulx="531" uly="2650">Schon nach wenigen Monaten wurde daher ein geeigneterer</line>
        <line lrx="1933" lry="2771" ulx="420" uly="2714">Punkt zu einer neuen Niederlaſſung geſucht. Mbami's Dorf, drei</line>
        <line lrx="1933" lry="2837" ulx="423" uly="2777">Stunden vom Fluſſe entfernt, auf dem Wege nach Magomero zu,</line>
        <line lrx="1924" lry="2903" ulx="421" uly="2846">ſchien mit ſeiner reinen Bergluft wie zu einer Miſſionsſtation geſchaffen.</line>
        <line lrx="1932" lry="2968" ulx="423" uly="2912">In der zuverſichtlichen Hoffnung, dießmal das Rechte zu treffen,</line>
        <line lrx="1931" lry="3034" ulx="424" uly="2980">wollten die Miſſionare (im Auguſt) ſchon Anſtalt machen, noch vor</line>
      </zone>
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      <zone lrx="510" lry="489" type="textblock" ulx="446" uly="455">
        <line lrx="510" lry="489" ulx="446" uly="455">330</line>
      </zone>
      <zone lrx="1964" lry="1246" type="textblock" ulx="445" uly="532">
        <line lrx="1959" lry="587" ulx="446" uly="532">der naſſen Jahreszeit dorthin überzuſiedlen. Da erhoben ihre einge⸗</line>
        <line lrx="1962" lry="651" ulx="445" uly="597">bornen Schützlinge ihre Stimme: „Wie, in der allgemeinen Theu⸗</line>
        <line lrx="1962" lry="718" ulx="448" uly="663">rung ſich wieder vom Fluß entfernen, auf dem allein bisher Vorräthe</line>
        <line lrx="1961" lry="784" ulx="447" uly="729">herbeigeſchafft werden konnten? In der Nähe waren ja nirgends</line>
        <line lrx="1964" lry="849" ulx="445" uly="795">Lebensmittel zu bekommen; wollte man in Mbami's Dorf Hunger</line>
        <line lrx="1961" lry="915" ulx="445" uly="862">ſterben? Oder könnte man vielleicht in der naſſen Jahreszeit ſchwere</line>
        <line lrx="1962" lry="982" ulx="445" uly="927">Laſten die ſchlüpfrigen Gebirgspfade hinaufſchleppen?“ — Was war</line>
        <line lrx="1962" lry="1046" ulx="446" uly="993">zu thun? Die Wahl ſchien nur offen zu ſtehen zwiſchen Fieber am</line>
        <line lrx="1961" lry="1114" ulx="446" uly="1059">Fluß und Hunger auf dem Berge. Man erwog die Sache nochmals</line>
        <line lrx="1963" lry="1178" ulx="445" uly="1124">unter ernſtlichem Gebet, und entſch ied ſich fürs Bleiben in der Erin⸗</line>
        <line lrx="1298" lry="1246" ulx="448" uly="1191">nerung an den Mangel in Magomero.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1963" lry="3027" type="textblock" ulx="442" uly="1457">
        <line lrx="1963" lry="1511" ulx="558" uly="1457">Alles bisher Erduldete war aber erſt der Noth Anfang. Die</line>
        <line lrx="1961" lry="1577" ulx="444" uly="1523">Folgen der ungewöhnlichen Dürre des Jahrs 1862 machten ſich immer</line>
        <line lrx="1961" lry="1641" ulx="443" uly="1589">ſchmerzlicher fühlbar. Wohl 50 der Befreiten waren ſchon an Krank⸗</line>
        <line lrx="1960" lry="1708" ulx="447" uly="1654">heiten und ſchlechter Nahrung geſtorben, auf 120 belief ſich am 27. Juni</line>
        <line lrx="1956" lry="1774" ulx="445" uly="1721">die Zahl der übriggebliebenen. Waller hatte an der Küſte nur noch</line>
        <line lrx="1958" lry="1841" ulx="445" uly="1787">wenige Nahrungsmittel vorgefunden, weil ein Theil derſelben nach</line>
        <line lrx="1957" lry="1907" ulx="446" uly="1853">Mackenzie's Wunſch anders verwendet und von dem Uebrigen das</line>
        <line lrx="1962" lry="1973" ulx="446" uly="1919">Meiſte geſtohlen worden war. Schon Ende Juni's mußte daher</line>
        <line lrx="1961" lry="2039" ulx="444" uly="1985">wieder eine Fahrt nach Schupanga unternommen werden, um von</line>
        <line lrx="1960" lry="2104" ulx="443" uly="2050">den Portugieſen Reis und Korn zu kaufen. Dießmal unternahm ſie</line>
        <line lrx="1960" lry="2170" ulx="444" uly="2116">Sceudamore, der ſich nie ganz von den Folgen der traurigen</line>
        <line lrx="1959" lry="2237" ulx="442" uly="2182">Unterſuchungsreiſe nach der Ruo⸗Mündung erholt hatte, übrigens</line>
        <line lrx="1959" lry="2301" ulx="443" uly="2248">der ſtärkſte Mann der Ueberlebenden. Die Luftveränderung in der</line>
        <line lrx="1959" lry="2371" ulx="447" uly="2314">guten Jahrszeit und die Bewegung im Kanode ſchienen ihm eher gut</line>
        <line lrx="1958" lry="2435" ulx="444" uly="2378">zu thun als zu ſchaden, trotz aller damit verknüpften Beſchwerden.</line>
        <line lrx="1959" lry="2499" ulx="446" uly="2444">Er konnte ſichs nicht verſagen, auf der Reiſe auch Mackenzie's Grab</line>
        <line lrx="1957" lry="2565" ulx="442" uly="2511">bei der Inſel Malo zu beſuchen, wohl von der Ahnung bewegt, daß</line>
        <line lrx="1957" lry="2631" ulx="444" uly="2578">er dem Freunde bald folgen werde. Am 2. Auguſt kam er vorerſt</line>
        <line lrx="1960" lry="2698" ulx="446" uly="2642">wohlbehalten zurück. Im September kam die Reihe, nach Speiſe</line>
        <line lrx="1960" lry="2764" ulx="445" uly="2707">auszugehen, wieder an Waller. Während ſeiner Abweſenheit war</line>
        <line lrx="1959" lry="2830" ulx="444" uly="2774">es kaum möglich, das Leben der Kinder mit dem noch Vorhandenen</line>
        <line lrx="1959" lry="2896" ulx="443" uly="2841">zu friſten; die Erwachſenen mußten ſich ſelbſt das Nöthige in der</line>
        <line lrx="1954" lry="2961" ulx="443" uly="2907">Nachbarſchaft zu erhandeln ſuchen. Dazu waren ihnen von den</line>
        <line lrx="1958" lry="3027" ulx="446" uly="2972">Miſſionaren die Mittel an die Hand gegeben, indem ſie von ihrer</line>
      </zone>
      <zone lrx="2392" lry="1372" type="textblock" ulx="2384" uly="1080">
        <line lrx="2392" lry="1372" ulx="2384" uly="1080">— nd — — —</line>
      </zone>
      <zone lrx="2392" lry="992" type="textblock" ulx="2335" uly="527">
        <line lrx="2390" lry="904" ulx="2382" uly="873">4</line>
        <line lrx="2392" lry="957" ulx="2383" uly="933">.</line>
        <line lrx="2392" lry="992" ulx="2335" uly="953">K5</line>
      </zone>
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        <line lrx="10" lry="3061" ulx="0" uly="2447">— — — — — — —  = —</line>
      </zone>
      <zone lrx="1930" lry="1580" type="textblock" ulx="410" uly="459">
        <line lrx="1912" lry="493" ulx="1851" uly="459">331</line>
        <line lrx="1916" lry="593" ulx="410" uly="537">Niederlaſſung am Schire an regelmäßige Bezahlung für ihre Arbeit</line>
        <line lrx="1919" lry="658" ulx="411" uly="603">(elf Ellen Zeug in der Woche) erhielten. Aber Viele fanden es be⸗</line>
        <line lrx="1918" lry="725" ulx="411" uly="668">quemer, die Gärten ihrer Nachbarn zu beſtehlen, als in ehrlicher</line>
        <line lrx="1920" lry="789" ulx="411" uly="733">Weiſe ſich ihren Unterhalt zu verſchaffen, und die armen Miſſionare</line>
        <line lrx="1918" lry="856" ulx="411" uly="800">hatten wieder und wieder das Amt des Richters zu üben. Sie hör⸗</line>
        <line lrx="1919" lry="922" ulx="410" uly="866">ten die vor ſie gebrachten Klagen geduldig an, führten in manchen</line>
        <line lrx="1921" lry="989" ulx="412" uly="930">Fällen ein förmliches Verhör ein, und ſprachen ihr Urtheil in einer</line>
        <line lrx="1922" lry="1054" ulx="412" uly="996">Weiſe, daß ſowohl die Schuldigen als die Kläger meiſtens die Ge⸗</line>
        <line lrx="1922" lry="1121" ulx="412" uly="1062">rechtigkeit davon fühlten, ſo neu ihnen auch ein ſolches Verfahren</line>
        <line lrx="1924" lry="1183" ulx="413" uly="1129">war. Einmal machte ſich einer der in der Miſſion lebenden Adſcha⸗</line>
        <line lrx="1924" lry="1253" ulx="415" uly="1194">wa ſogar des Mords an einem Knaben ſchuldig, um in den Beſitz</line>
        <line lrx="1925" lry="1316" ulx="415" uly="1260">eines kleinen Gartens zu kommen. Er wurde mit Weib und Kind</line>
        <line lrx="1357" lry="1384" ulx="414" uly="1330">fortgeſchickt und ſeine Hütte niedergebrannt.</line>
        <line lrx="1927" lry="1448" ulx="524" uly="1394">Aber noch peinlichere Verlegenheiten und Schmerzen waren den</line>
        <line lrx="1930" lry="1514" ulx="416" uly="1459">Miſſionaren vorbehalten. Die unbändigen Makololo giengen zu den</line>
        <line lrx="1927" lry="1580" ulx="418" uly="1524">freien Adſchawa, gaben ſich für Abgeſandte der Miſſionare aus und</line>
      </zone>
      <zone lrx="1927" lry="1645" type="textblock" ulx="386" uly="1589">
        <line lrx="1927" lry="1645" ulx="386" uly="1589">forderten Frauen für dieſe, als die einzige Bedingung, unter der ſie</line>
      </zone>
      <zone lrx="1933" lry="2371" type="textblock" ulx="417" uly="1655">
        <line lrx="1928" lry="1712" ulx="418" uly="1655">Frieden zu halten geſonnen ſeien. Natürlich behielten ſie die ihnen</line>
        <line lrx="1927" lry="1779" ulx="418" uly="1721">abgetretenen Weiber für ſich; einige Männer vom Stamm der Adſchawa</line>
        <line lrx="1929" lry="1846" ulx="417" uly="1786">geſellten ſich auch zu ihnen, und in immer größerem Maßſtab wurde</line>
        <line lrx="1930" lry="1911" ulx="418" uly="1852">nun die Gegend gebrandſchatzt. Tſchibiſa ſah ruhig zu, denn ihm</line>
        <line lrx="1930" lry="1979" ulx="417" uly="1919">zahlten ſie einen beträchtlichen Tribut. Da die Makololo Feuerwaffen</line>
        <line lrx="1928" lry="2043" ulx="417" uly="1984">hatten, kam es Einmal wenigſtens ſogar zum Blutvergießen; und</line>
        <line lrx="1930" lry="2111" ulx="420" uly="2048">gewarnt, zurechtgewieſen, wurden ſie nur trotziger. Die Miſſionare</line>
        <line lrx="1927" lry="2172" ulx="419" uly="2116">wollten nun wieder durch Milde die harten Herzen zu erweichen und</line>
        <line lrx="1932" lry="2241" ulx="421" uly="2180">Einfluß auf ſie zu gewinnen ſuchen; ſie machten Beſuche in dem</line>
        <line lrx="1933" lry="2305" ulx="420" uly="2246">Räuberneſt, nahmen Beſuche von den Makololo an und ſchenkten</line>
        <line lrx="1932" lry="2371" ulx="422" uly="2312">ihnen wöchentlich ein Stück Zeug, damit ſie ihre Nahrung nicht</line>
      </zone>
      <zone lrx="1930" lry="2437" type="textblock" ulx="412" uly="2378">
        <line lrx="1930" lry="2437" ulx="412" uly="2378">ſtehlen, ſondern kaufen möchten. Doch all das war nicht nur ver⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1936" lry="3030" type="textblock" ulx="421" uly="2444">
        <line lrx="1933" lry="2506" ulx="422" uly="2444">geblich, ſondern mußte auch die Eingebornen in der Meinung beſtär⸗</line>
        <line lrx="1932" lry="2568" ulx="421" uly="2510">ken, als handelten die Makololo im Einverſtändniß mit den Englän⸗</line>
        <line lrx="1931" lry="2634" ulx="423" uly="2576">dern. Dieſe waren auch bereits zu ſchwach, um ſelbſt, wenn ſie ſich</line>
        <line lrx="1933" lry="2701" ulx="423" uly="2642">dazu ermannt hätten, ihnen mit den Waffen ihr Handwerk nieder⸗</line>
        <line lrx="582" lry="2768" ulx="423" uly="2717">zulegen.</line>
        <line lrx="1930" lry="2831" ulx="535" uly="2774">Wie that es ſo wohl, von all dieſen Sorgen und Nöthen —</line>
        <line lrx="1934" lry="2898" ulx="426" uly="2840">der Urſache ſo mancher ſchlafloſen Nacht — auszuruhen beim Blick</line>
        <line lrx="1936" lry="2964" ulx="425" uly="2906">auf die lieblich gedeihenden Kinder, an denen ſichtbar der unausge⸗</line>
        <line lrx="1934" lry="3030" ulx="424" uly="2971">ſetzte Umgang mit den Miſſionaren nicht vergeblich war. Die Kna⸗</line>
      </zone>
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        <line lrx="517" lry="498" ulx="453" uly="464">332</line>
        <line lrx="1961" lry="599" ulx="451" uly="541">ben wohnten und ſchliefen bei ihnen, bedienten ſie, halfen ihnen</line>
        <line lrx="1964" lry="667" ulx="452" uly="606">Naturalien ſammeln und gewannen bald ein Intereſſe an dem geiſtigen</line>
        <line lrx="1964" lry="730" ulx="452" uly="673">Leben der Männer, mit denen ſie ſo eng verbunden waren. Welche</line>
        <line lrx="1963" lry="797" ulx="452" uly="739">Freude war es auch, wenn es gelang, in irgend einem Dorfe ein ver⸗</line>
        <line lrx="1962" lry="864" ulx="449" uly="805">hungerndes, ſchon an die Leiche ihres Mannes feſtgebundenes Weib</line>
        <line lrx="1962" lry="930" ulx="451" uly="872">von dem ſchrecklichen Schickſal noch zu retten, mit ihm begraben zu</line>
        <line lrx="1960" lry="996" ulx="451" uly="937">werden! Wenn ein Häuptling ſtarb, wurden leicht zehn Jünglinge</line>
        <line lrx="1809" lry="1060" ulx="450" uly="1002">und Mädchen mit ihm begraben, ſo wollte es die Landesſitte.</line>
        <line lrx="1962" lry="1124" ulx="565" uly="1071">Anfangs November kehrte Waller mit neuen Lebensmitteln</line>
        <line lrx="1959" lry="1193" ulx="450" uly="1134">und einer Sendung Kleidungsſtücken für die Eingebornen, von den</line>
        <line lrx="1963" lry="1256" ulx="452" uly="1201">engliſchen Freunden geſchickt, zurück. Am Abend ſeiner Ankunft verei⸗</line>
        <line lrx="1961" lry="1323" ulx="452" uly="1266">nigten ſich die Miſſionare zu inbrünſtigem Danke gegen Gott für</line>
        <line lrx="1961" lry="1389" ulx="452" uly="1331">Seine Treue und Sein Erbarmen; am andern Morgen riefen ſie</line>
        <line lrx="1964" lry="1454" ulx="450" uly="1396">ihre Leute zuſammen, theilten ihnen die aus England gekommenen</line>
        <line lrx="1956" lry="1521" ulx="450" uly="1462">Schätze aus unter der Bedingung, daß ſie nur Sonntags getragen</line>
        <line lrx="1964" lry="1584" ulx="449" uly="1527">werden dürften, und überreichten dann Jedem ſeinen Wochenlohn in</line>
        <line lrx="1960" lry="1652" ulx="448" uly="1593">Korn, ſtatt wie bisher in Baumwollenzeug, um fernere Verſuchungen</line>
        <line lrx="1958" lry="1716" ulx="449" uly="1659">zum Stehlen abzuſchneiden. Die Beſchenkten verſprachen das Beſte,</line>
        <line lrx="1957" lry="1783" ulx="448" uly="1724">und mehr noch als ſie waren ohne Zweifel die Miſſionare beglückt</line>
        <line lrx="1948" lry="1847" ulx="448" uly="1790">durch die Pfänder liebender Theilnahme, die ſie aus der Heimat er⸗</line>
        <line lrx="742" lry="1908" ulx="449" uly="1856">halten hatten.</line>
        <line lrx="1961" lry="1980" ulx="558" uly="1920">Man ſtand jetzt am Anfang der gewöhnlichen Regenzeit; aber</line>
        <line lrx="1959" lry="2045" ulx="447" uly="1987">noch immer ſchienen nur Wolken aufzuſteigen, um an den nahen</line>
        <line lrx="1960" lry="2113" ulx="446" uly="2053">Hügeln wieder zu zerſchmelzen. Seit elf Monaten hatten nur wenige</line>
        <line lrx="1958" lry="2178" ulx="448" uly="2120">vorübergehende Schauer den lechzenden, klaffenden Boden befeuchtet;</line>
        <line lrx="1955" lry="2243" ulx="446" uly="2185">und die Wurzeln, mit denen die darbende Bevölkerung in den letzten</line>
        <line lrx="1956" lry="2309" ulx="447" uly="2250">Wochen kümmerlich ihr Daſein gefriſtet hatte, waren zu Ende. Man</line>
        <line lrx="1961" lry="2376" ulx="447" uly="2317">fürchtete ſich, einem Menſchen zu begegnen, ſolche Jammerbilder waren</line>
        <line lrx="1958" lry="2440" ulx="447" uly="2383">die abgezehrten Geſtalten. Die Miſſionare wußten, daß ſie von</line>
        <line lrx="1957" lry="2506" ulx="449" uly="2449">ihren Vorräthen nur ihre eigenen Leute erhalten konnten, — aber</line>
        <line lrx="1952" lry="2573" ulx="448" uly="2516">ihre nächſten Nachbarn verſchmachten zu ſehen, ohne Hilfe zu ſchaf⸗</line>
        <line lrx="1954" lry="2638" ulx="448" uly="2581">fen! — ſie vermochten es nicht. Man ſteuerte zuſammen, ſoviel die</line>
        <line lrx="1961" lry="2705" ulx="450" uly="2647">eigenen Mittel erlaubten — die Miſſionskaſſe ſollte hiezu nicht ange⸗</line>
        <line lrx="1960" lry="2771" ulx="448" uly="2714">griffen werden — ſchickte zwei Mangandſcha den Fluß hinab, um in</line>
        <line lrx="1958" lry="2836" ulx="448" uly="2780">Schupanga 100 Säcke Mapira (Korn) zu kaufen, und fieng mit</line>
        <line lrx="1960" lry="2903" ulx="448" uly="2845">Mehlaustheilungen an die Verhungernden an. Nach zehn Tagen</line>
        <line lrx="1959" lry="2968" ulx="448" uly="2912">kehrten die beiden Mangandſcha, ohne Zweifel aus Furcht vor dem</line>
        <line lrx="1958" lry="3036" ulx="449" uly="2979">Sklavenjäger Mariano, der am untern Schire ſein Weſen trieb,</line>
      </zone>
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        <line lrx="1927" lry="485" ulx="1864" uly="451">333</line>
        <line lrx="1929" lry="591" ulx="417" uly="532">mit einer romantiſchen Lügengeſchichte von einem feindlichen Ueber⸗</line>
        <line lrx="1925" lry="657" ulx="423" uly="599">fall unverrichteter Sache zurück. Kein kleiner Schrecken für die unvor⸗</line>
        <line lrx="1923" lry="726" ulx="418" uly="664">ſichtig freigebigen Brüder, die nun fürchten mußten, daß ihr Vorrath</line>
        <line lrx="1932" lry="792" ulx="419" uly="731">zur Neige gehe, ehe neuer zu bekommen ſei! Von ihren heißen Ge⸗</line>
        <line lrx="1932" lry="858" ulx="419" uly="797">beten begleitet, machte ſich trotz der bevorſtehenden Regen, die nun</line>
        <line lrx="1933" lry="923" ulx="422" uly="863">mit jedem Tag eintreten mußten, am 9. Dezember Procter auf den</line>
        <line lrx="906" lry="990" ulx="420" uly="935">Weg nach Schupanga.</line>
        <line lrx="1933" lry="1055" ulx="533" uly="995">Einige Tage nach ſeiner Abreiſe kam wirklich der Regen und</line>
        <line lrx="1934" lry="1122" ulx="421" uly="1060">zwar von einem Sturm begleitet, der jeden Augenblick die Hütten</line>
        <line lrx="1933" lry="1186" ulx="425" uly="1126">der Niederlaſſung den Hügel hinabzuſchleudern drohte, und drunten</line>
        <line lrx="1937" lry="1253" ulx="424" uly="1192">auf dem wogenden, ſchäumenden Fluß einen Kahn umwarf, wobei</line>
        <line lrx="1937" lry="1318" ulx="427" uly="1258">drei zur Miſſion gehörige Männer ertranken. Und dennoch miſchte</line>
        <line lrx="1937" lry="1383" ulx="433" uly="1325">ſich in das Heulen des Windes der Jubel der Eingebornen. Hatte</line>
        <line lrx="1937" lry="1449" ulx="426" uly="1389">nun doch endlich, endlich, die entſetzliche Dürre ihr Ende erreicht!</line>
        <line lrx="1938" lry="1514" ulx="431" uly="1454">Wunderbar ſchnell keimte und grünte nun Alles, ſo daß nach einer</line>
        <line lrx="1939" lry="1580" ulx="428" uly="1521">Woche ſchon die neuen Saaten mehrere Zoll hoch ſtanden. Wie</line>
        <line lrx="1940" lry="1645" ulx="433" uly="1586">Viele aber, die mit ſehnſüchtig hoffendem Blick ſie betrachteten, ſoll⸗</line>
        <line lrx="1941" lry="1713" ulx="432" uly="1653">ten ihre Früchte nicht mehr genießen! — Der Hunger wüthete furchtbar</line>
        <line lrx="1940" lry="1779" ulx="428" uly="1718">fort, und ehe die Saaten reiften, war faſt jede Hütte eine Wohnung</line>
        <line lrx="1940" lry="1845" ulx="429" uly="1783">des Todes, das ganze Schirethal ein weites, von Modergeruch erfülltes</line>
        <line lrx="1942" lry="1912" ulx="430" uly="1850">Grab geworden! Ueberall lagen unbeerdigte Leichen umher; viele</line>
        <line lrx="1942" lry="1970" ulx="433" uly="1915">trieben den Strom hinab. Wer etwa vom Hunger getrieben ſich am</line>
        <line lrx="1944" lry="2042" ulx="430" uly="1981">reifenden Korn vergriff, wurde vom Eigenthümer niedergehauen oder</line>
        <line lrx="1943" lry="2108" ulx="438" uly="2047">in den Schire geworfen. Zwei Kinder, die von ihren Eltern in der</line>
        <line lrx="1944" lry="2176" ulx="436" uly="2112">Verzweiflung noch lebend hineingeworfen wurden, konnten von den</line>
        <line lrx="1944" lry="2241" ulx="434" uly="2177">Miſſionaren, die in größerem Maßſtab keine Hilfe mehr zu leiſten</line>
        <line lrx="1943" lry="2305" ulx="438" uly="2247">vermochten, noch gerettet werden, weil ſie zu abgemagert waren, um</line>
        <line lrx="718" lry="2373" ulx="436" uly="2321">unterzuſinken!</line>
        <line lrx="1945" lry="2436" ulx="550" uly="2375">Ehe dieſe Jammerſcenen ihren höchſten Grad erreichten, wurde</line>
        <line lrx="1944" lry="2503" ulx="440" uly="2440">der von Allen geliebte und verehrt Scudamore von einem hefti⸗</line>
        <line lrx="1944" lry="2572" ulx="437" uly="2506">gen Fieberanfall niedergeworfen. Etwa vierzehn Tage lang ſchwebten</line>
        <line lrx="1940" lry="2636" ulx="437" uly="2571">ſeine Mitarbeiter zwiſchen Furcht und Hoffnung um ſein Leben, bis</line>
        <line lrx="1940" lry="2700" ulx="438" uly="2636">in der Neujahrsnacht ſein Wächter Clarke ſein Ende nahen ſah.</line>
        <line lrx="1946" lry="2768" ulx="442" uly="2702">Er hatte ſich ſehr bekümmert, wer denn auch, falls er abgerufen</line>
        <line lrx="1948" lry="2835" ulx="447" uly="2768">würde, den Uebrigen das h. Abendmahl reichen würde; jetzt, nach</line>
        <line lrx="1950" lry="2903" ulx="439" uly="2835">bangen Fieberträumen, die ſich alle auf „die Leute“ und eine</line>
        <line lrx="1945" lry="2965" ulx="441" uly="2901">bevorſtehende „Reiſe“ bezogen, ſang er leiſe einige Liederverſe und</line>
        <line lrx="1948" lry="3029" ulx="440" uly="2965">reichte Clarke die Hand zum Abſchied. Nun wurden Alle, auch die</line>
      </zone>
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        <line lrx="993" lry="3125" ulx="415" uly="3116">— —</line>
      </zone>
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        <line lrx="538" lry="485" ulx="472" uly="451">334</line>
      </zone>
      <zone lrx="1984" lry="3034" type="textblock" ulx="465" uly="530">
        <line lrx="1984" lry="592" ulx="470" uly="530">Eingebornen gerufen. Einer nach dem Andern traten ſie ein, um</line>
        <line lrx="1984" lry="659" ulx="470" uly="595">dem ſterbenden Lehrer noch die Hand zu geben, der ohne allen Kampf</line>
        <line lrx="1982" lry="723" ulx="469" uly="662">aus einem ſchweren Schlaf allmählich in einen leichten Schlummer</line>
        <line lrx="1981" lry="787" ulx="467" uly="727">zu verſinken ſchien. „Es iſt noch eine Ruhe vorhanden für das Volk</line>
        <line lrx="1982" lry="851" ulx="468" uly="793">Gottes,“ waren faſt ſeine letzten vernehmbaren Worte. Sein Verluſt</line>
        <line lrx="1978" lry="923" ulx="468" uly="858">war doppelt ſchmerzlich, weil er von Allen die bedeutendſten Fort⸗</line>
        <line lrx="1976" lry="988" ulx="465" uly="922">ſchritte in der Sprache gemacht und in der letzten Zeit eben deßhalb</line>
        <line lrx="1979" lry="1049" ulx="468" uly="990">auch auf die Makololo Einfluß gewonnen hatte. Am Abend des</line>
        <line lrx="1980" lry="1118" ulx="468" uly="1056">erſten Januar 1863 wurde er von den trauernden Freunden in eini⸗</line>
        <line lrx="1983" lry="1185" ulx="469" uly="1122">ger Entfernung vom Dorfe an einem lieblichen, ſtillen Platze zur</line>
        <line lrx="764" lry="1234" ulx="467" uly="1187">Erde beſtattet.</line>
        <line lrx="1982" lry="1319" ulx="582" uly="1254">Gegen die Mitte des Monats begann man ernſtlich beſorgt zu</line>
        <line lrx="1984" lry="1382" ulx="469" uly="1319">werden um den noch immer nicht wiedergekehrten Procter. Mit</line>
        <line lrx="1983" lry="1450" ulx="470" uly="1384">freudigem Dank gegen Gott wurden daher die Kähne begrüßt, die</line>
        <line lrx="1981" lry="1515" ulx="468" uly="1451">reich beladen mit Lebensmitteln, am 23. anlangten. Procter ſelbſt</line>
        <line lrx="1979" lry="1582" ulx="467" uly="1518">kam nicht mit, er war nach Killimane hinabgegangen, um nach</line>
        <line lrx="1980" lry="1648" ulx="468" uly="1583">einer Sendung von Lebensmitteln zu ſehen, die er dort zu finden</line>
        <line lrx="1982" lry="1715" ulx="468" uly="1650">hoffte. Sein Brief ſagte, er habe die Boote der Leitung eines ihrer</line>
        <line lrx="1977" lry="1781" ulx="466" uly="1716">Adſchawa⸗Gefangenen übergeben, der ſich auf der Reiſe als ſo treu,</line>
        <line lrx="1974" lry="1848" ulx="468" uly="1783">hingebend und muthig bewährt habe, daß es ihm ſo wenig in den</line>
        <line lrx="1977" lry="1913" ulx="467" uly="1850">Sinn komme, ihm zu mißtrauen, als einem aus ihrer eigenen Zahl,</line>
        <line lrx="1973" lry="1973" ulx="465" uly="1916">und der Erfolg rechtfertigte ſein Vertrauen. So etwas von einem</line>
        <line lrx="1977" lry="2043" ulx="466" uly="1982">der wilden Adſchawa rühmen zu können, war doch auch ſchon eine</line>
        <line lrx="1636" lry="2108" ulx="468" uly="2047">kleine Frucht der Thränenſaat, ein Angeld auf mehr!</line>
        <line lrx="1981" lry="2176" ulx="580" uly="2114">Sehr betrübt aber wurden die Miſſionare durch die mitgebrach⸗</line>
        <line lrx="1978" lry="2239" ulx="472" uly="2180">ten engliſchen Zeitungen, aus denen ſie ſahen, wie ſcharf man in</line>
        <line lrx="1979" lry="2307" ulx="469" uly="2246">Orxford und an andern Orten ihre Kämpfe mit den Adſchawa miß⸗</line>
        <line lrx="1979" lry="2374" ulx="471" uly="2314">billigte. Und mehr noch als das bekümmerte ſie der Umſtand, daß</line>
        <line lrx="1978" lry="2441" ulx="471" uly="2380">es ſchien, als hätten ſie verſucht, die Schuld davon auf ihren treuen</line>
        <line lrx="1981" lry="2505" ulx="471" uly="2447">Freund und Rathgeber Livingſtone zu werfen, der ſie doch ausdrück⸗</line>
        <line lrx="1976" lry="2575" ulx="466" uly="2512">lich abgemahnt hatte, den Bitten der Mangandſcha ihr Ohr zu leihen.</line>
        <line lrx="1976" lry="2638" ulx="468" uly="2579">Sie fürchteten, ſolche Reden dürften der Miſſionsſache tiefe Wunden</line>
        <line lrx="1981" lry="2706" ulx="466" uly="2644">ſchlagen, ehe ſie ſich durch Briefe und alles, was die Miſſionare ſonſt</line>
        <line lrx="1250" lry="2767" ulx="467" uly="2655">verſuchen fünnien, widerlegen ließen.</line>
        <line lrx="1980" lry="2836" ulx="586" uly="2780">Da war es dann doppelte Freude, als am 15. Februar, wie</line>
        <line lrx="1978" lry="2905" ulx="471" uly="2845">man eben auf's Neue anfieng, ſich ängſtliche Gedanken wegen Procters</line>
        <line lrx="1978" lry="2971" ulx="470" uly="2910">verlängerter Abweſenheit zu machen, der wackere Geolog Thornton</line>
        <line lrx="1981" lry="3034" ulx="470" uly="2977">von der Livingſtone'ſchen Expedition bei ihnen eintrat mit der beruhi⸗</line>
      </zone>
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        <line lrx="1936" lry="489" ulx="1872" uly="455">335</line>
        <line lrx="1937" lry="598" ulx="0" uly="532">in genden Nachricht, Procter beſinde ſich wohlbehalten auf dem Pionier,</line>
        <line lrx="1939" lry="667" ulx="0" uly="599">ſpf der wegen der ungewöhnlich ſchnell unterbrochenen Regen im Elephanten⸗</line>
        <line lrx="1939" lry="727" ulx="0" uly="665">et ſumpf ſtecken geblieben ſei. Aber eine ſchmerzliche Enttäuſchung war</line>
        <line lrx="1950" lry="792" ulx="428" uly="731">es, durch ihn zu hören, daß mit den Vorräthen für das Jahr 1863</line>
        <line lrx="1942" lry="859" ulx="427" uly="795">kein eingeſalzenes Fleiſch für ſie von England gekommen ſei.*) Fri⸗</line>
        <line lrx="1942" lry="927" ulx="0" uly="863">t⸗ ſches Fleiſch war in der Nähe rein nicht mehr zu haben, und nur von</line>
        <line lrx="1942" lry="993" ulx="0" uly="927">ſb Pflanzenkoſt zu leben, war nach Livingſtone's, Kirk's und Dickinſon's</line>
        <line lrx="1942" lry="1061" ulx="3" uly="993">e8 Anſicht mit der größten Gefahr für Alle verknüpft. So wurde denn</line>
        <line lrx="1942" lry="1128" ulx="1" uly="1049">i⸗ dankbar Thortons Anerbieten angenommen, mit einem der Miſſio⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1945" lry="1256" type="textblock" ulx="429" uly="1124">
        <line lrx="1945" lry="1187" ulx="429" uly="1124">nare nach Tette zu gehen, und dort Schafe und Ziegen zu kaufen</line>
        <line lrx="1945" lry="1256" ulx="431" uly="1190">zu ſuchen. Auf dem beſchwerlichen Landweg, der einſt Dr. Kirk bei⸗</line>
      </zone>
      <zone lrx="1946" lry="1341" type="textblock" ulx="4" uly="1257">
        <line lrx="1946" lry="1341" ulx="4" uly="1257">nahe das Leben koſtete, langte er mit Miſſ. Rowley in Tette an</line>
      </zone>
      <zone lrx="1947" lry="1600" type="textblock" ulx="0" uly="1322">
        <line lrx="1946" lry="1396" ulx="0" uly="1322">t und fand dort unerwartet freundliche Aufnahme, wie denn auch</line>
        <line lrx="1947" lry="1465" ulx="0" uly="1389">die Livingſtone im vorhergehenden Jahre bei ſeiner Rückkehr dorthin nur</line>
        <line lrx="1946" lry="1533" ulx="0" uly="1455">6 Einmal halb ſcherzhaft gefragt wurde: „Nicht wahr, Sie haben des</line>
        <line lrx="1238" lry="1600" ulx="0" uly="1527">h Gouverneurs Sklaven weggefangen?“</line>
      </zone>
      <zone lrx="1952" lry="2318" type="textblock" ulx="0" uly="1588">
        <line lrx="1947" lry="1648" ulx="544" uly="1588">Aber noch ehe ſie am 1. April mit 127 Schafen und Ziegen</line>
        <line lrx="1946" lry="1722" ulx="436" uly="1655">zurückkehrten, wurden die Reihen der Brüder auf's Neue gelichtet.</line>
        <line lrx="1947" lry="1783" ulx="437" uly="1721">Die drei Capleute verlangten in ihre Heimat zurück; man mußte</line>
        <line lrx="1947" lry="1852" ulx="436" uly="1787">ihnen willfahren. Dr. Dickin ſon, der, ſelbſt von ſchwacher Geſund⸗</line>
        <line lrx="1945" lry="1919" ulx="436" uly="1854">heit, von Anfang an ſich im Dienſte der Kranken verzehrt hatte,</line>
        <line lrx="1950" lry="1986" ulx="439" uly="1921">erlag am 17. März dem Fieber, und wurde neben Scudamore</line>
        <line lrx="1952" lry="2052" ulx="439" uly="1987">begraben; Clarke genas unter Livingſtone's und Kirk's vereinter</line>
        <line lrx="1949" lry="2120" ulx="439" uly="2051">Pflege von tödtlicher Krankheit, wurde abex von dieſen für unfähig</line>
        <line lrx="1949" lry="2204" ulx="0" uly="2119">. erklärt, ein tropiſches Klima länger zu ertragen. Drei Wochen nach</line>
        <line lrx="1951" lry="2250" ulx="438" uly="2185">ſeiner Rückkehr von Tette beſchloß — vielleicht in Folge übermäßiger</line>
        <line lrx="1952" lry="2318" ulx="442" uly="2252">Anſtrengung auf der Reiſe — auch Thornton auf dem Pionier</line>
      </zone>
      <zone lrx="1955" lry="2967" type="textblock" ulx="0" uly="2318">
        <line lrx="1951" lry="2382" ulx="440" uly="2318">ſeinen Lauf. Die Miſſionare betrauerten den edlen, ſelbſtvergeſſenden</line>
        <line lrx="1953" lry="2448" ulx="444" uly="2384">Mann, als wäre er einer der Ihren; Livingſtone begrub ihn in der</line>
        <line lrx="1954" lry="2541" ulx="0" uly="2450">, Nähe eines großen Baumes am rechten Schire⸗Ufer unterhalb der</line>
        <line lrx="1044" lry="2580" ulx="447" uly="2526">Murchiſon'ſchen Waſſerfälle.</line>
        <line lrx="1318" lry="2677" ulx="2" uly="2641">2ð</line>
        <line lrx="1594" lry="2785" ulx="979" uly="2723">12. Biſchof Vozer.</line>
        <line lrx="1954" lry="2877" ulx="0" uly="2804">be Eben beſchäftigte man ſich auf der Miſſionsſtation, durch immer</line>
        <line lrx="1955" lry="2967" ulx="0" uly="2872">neue Fieberanfälle gemahnt, wieder ernſtlich mit dem Gedanken an</line>
      </zone>
      <zone lrx="1349" lry="3058" type="textblock" ulx="0" uly="2980">
        <line lrx="1349" lry="3058" ulx="0" uly="2980">1 *) Mackenzie hatte es ausdrücklich abbeſtellt.</line>
      </zone>
      <zone lrx="76" lry="3176" type="textblock" ulx="43" uly="3099">
        <line lrx="76" lry="3176" ulx="43" uly="3151">—</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="1985" lry="3025" type="textblock" ulx="465" uly="524">
        <line lrx="1985" lry="583" ulx="473" uly="524">eine Ueberſiedlung in Mbami's Dorf, ja fragte ſich ſchon, ob man</line>
        <line lrx="1985" lry="651" ulx="474" uly="590">nicht am Ende nach Natal oder Johanna zurückkehren ſollte, als die</line>
        <line lrx="1984" lry="718" ulx="471" uly="654">Nachricht anlangte, daß ein neuer Biſchof mit friſchen Kräften gelan⸗</line>
        <line lrx="617" lry="771" ulx="471" uly="719">det ſei.</line>
        <line lrx="1985" lry="847" ulx="584" uly="787">Vom Vorabend der Abfahrt Mackenzie's aus Johanna im April</line>
        <line lrx="1985" lry="915" ulx="479" uly="854">1861 bis Ende Juni 1862 war keinerlei Kunde von der Miſſion zu</line>
        <line lrx="1984" lry="979" ulx="471" uly="917">den Freunden in der Heimat gedrungen. Nur unbeſtimmte Gerüchte</line>
        <line lrx="1980" lry="1044" ulx="468" uly="982">ſprachen von einer Niederlaſſung auf dem Hochlande im Nordoſten</line>
        <line lrx="1981" lry="1111" ulx="471" uly="1048">des Schirethals. Als auf die peinliche Ungewißheit endlich die Nach⸗</line>
        <line lrx="1984" lry="1176" ulx="470" uly="1114">richt von Mackenzie's und Burrup's Tode folgte, herrſchte unter</line>
        <line lrx="1984" lry="1243" ulx="472" uly="1181">ihnen zwar tiefe Trauer, aber keine Muthloſigkeit. Vielmehr raffte</line>
        <line lrx="1984" lry="1309" ulx="471" uly="1247">man ſich zu glaubensvollem Vorwärtsdringen auf, und um auch ſeine</line>
        <line lrx="1982" lry="1377" ulx="469" uly="1313">Stimme dafür zu erheben, war der eifrige Biſchof der Capſtadt eigens</line>
        <line lrx="1982" lry="1439" ulx="472" uly="1380">nach England gereist. Viele waren bereit, für die Gefallenen in</line>
        <line lrx="1982" lry="1506" ulx="469" uly="1422">die Lücken zu treten, von Allen aber ſchien den Biſchöfen von Oxford</line>
        <line lrx="1980" lry="1573" ulx="473" uly="1495">und vom Cap der begabte Pfarrer Tozer der paſſendſte. Er wurde</line>
        <line lrx="1982" lry="1641" ulx="469" uly="1579">am 2. Februar 1863 zum Biſchof geweiht. Außer ſeinem Freunde</line>
        <line lrx="1981" lry="1705" ulx="468" uly="1643">Dr. Steere und zwei andern Miſſionaren begleiteten den Biſchof ein</line>
        <line lrx="1975" lry="1766" ulx="467" uly="1711">Bäcker, zwei Maurer und ein Zimmermann. Am 19. Mai nahmen</line>
        <line lrx="1978" lry="1838" ulx="468" uly="1761">ſie Abſchied von dem Schiff, das ſie vom Cap in den Kongone</line>
        <line lrx="1975" lry="1904" ulx="467" uly="1843">gebracht hatte, und ſangen in der frohen Zuverſicht, ihrem Herrn</line>
        <line lrx="1974" lry="1970" ulx="468" uly="1909">im Sturm das Land zu erobern, deſſen Boden ſie nun betraten, ein</line>
        <line lrx="1975" lry="2036" ulx="471" uly="1974">lautes Te Deum. Zu ſo ſchnellen Siegeshoffnungen wollten dann</line>
        <line lrx="1978" lry="2100" ulx="467" uly="2041">freilich die nächſten Erfahrungen nicht recht paſſen. „Unſere Woche</line>
        <line lrx="1979" lry="2167" ulx="469" uly="2106">iſt ſehr ereignißlos geweſen,“ ſchrieb Tozer acht Tage ſpäter. „Wir</line>
        <line lrx="1974" lry="2233" ulx="467" uly="2172">haben ein paar Geſchenke erhalten und einige Lebensmittel eingekauft,</line>
        <line lrx="1977" lry="2298" ulx="468" uly="2238">wie Reis, Bananen, Geflügel und Eier. Man kann ſich keinen</line>
        <line lrx="1975" lry="2360" ulx="467" uly="2304">Begriff machen von der Barbarei an dieſer Küſte. Da iſt kaum eine</line>
        <line lrx="1978" lry="2430" ulx="467" uly="2370">Spur von eciviliſirtem Leben.“ Als der beredte Mann vor ſeiner</line>
        <line lrx="1976" lry="2496" ulx="467" uly="2437">Abreiſe von England das ſtolze Wort fallen ließ, andere Geſellſchaf⸗</line>
        <line lrx="1972" lry="2563" ulx="466" uly="2504">ten haben viel geredet und wenig gethan, er werde ſich jedenfalls</line>
        <line lrx="1974" lry="2629" ulx="466" uly="2570">das Thun angelegen ſein laſſen, ahnte er kaum, welcher Geduld und</line>
        <line lrx="1976" lry="2695" ulx="467" uly="2635">Ausdauer, welcher Feſtigkeit und Ruhe, und vor Allem, welcher</line>
        <line lrx="1974" lry="2761" ulx="468" uly="2701">Liebe zu den Seelen der Leiter eines Miſſionswerkes bedarf, und daß</line>
        <line lrx="1976" lry="2826" ulx="466" uly="2767">er jedenfalls in der nächſten Zeit auch einen Beweis für den Erfah⸗</line>
        <line lrx="1970" lry="2892" ulx="465" uly="2832">rungsſatz abgeben ſollte, daß nicht jeder treue Prediger einer Gemeinde</line>
        <line lrx="1973" lry="2959" ulx="468" uly="2898">in der Heimat auch zu einem Miſſionar in Central⸗Afrika tauge.</line>
        <line lrx="1974" lry="3025" ulx="470" uly="2964">Zunächſt fand Livingſtone an ihm beſonders empfehlenswerih, daß er</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1938" lry="2894" type="textblock" ulx="400" uly="523">
        <line lrx="1910" lry="589" ulx="400" uly="523">jene Vorſicht und Schonung des Leibes beſitze, an der es Mackenzie</line>
        <line lrx="1018" lry="654" ulx="400" uly="600">ſo ſehr habe mangeln laſſen.</line>
        <line lrx="1909" lry="720" ulx="512" uly="656">Mit freudiger Sehnſucht ſah das kleine Häuflein bei Tſchibiſa's</line>
        <line lrx="1911" lry="785" ulx="401" uly="723">Dorfe, das unter ſo vielen Drangſalen treu ausgehalten hatte, der</line>
        <line lrx="1912" lry="848" ulx="401" uly="788">Ankunft der verſprochenen Verſtärkung entgegen. Aber die Hoffnung,</line>
        <line lrx="1910" lry="916" ulx="402" uly="853">die ſie für die Fortſetzung des Werks daran knüpften, gieng nicht in</line>
        <line lrx="1914" lry="982" ulx="405" uly="919">Erfüllung. In der Zeit der äußerſten Noth hatten zwar auch ſie</line>
        <line lrx="1913" lry="1048" ulx="406" uly="985">daran gedacht, bis die Theurung vorüber ſei, das Land zu verlaſſen</line>
        <line lrx="1918" lry="1108" ulx="406" uly="1052">und in die Natal⸗ oder Capkolonie zurückzukehren, doch das Schwerſte</line>
        <line lrx="1918" lry="1179" ulx="408" uly="1118">war ja jetzt überſtanden und ihr Muth neu aufgelebt durch die Aus⸗</line>
        <line lrx="724" lry="1244" ulx="408" uly="1192">ſicht auf Hilfe.</line>
        <line lrx="1919" lry="1308" ulx="517" uly="1250">Auf der einſamen, nebligen Spitze des 4000“ hohen Moram⸗</line>
        <line lrx="1920" lry="1377" ulx="410" uly="1318">bala⸗Berges an der Schire⸗Mündung verſuchte Tozer nun zwar</line>
        <line lrx="1920" lry="1441" ulx="412" uly="1381">eine neue Niederlaſſung zu gründen, aber nach etlichen Monaten gab</line>
        <line lrx="1922" lry="1508" ulx="409" uly="1448">er ſie entmuthigt auf, — weil ihre Behauptung zu viel Leben koſten</line>
        <line lrx="1922" lry="1570" ulx="413" uly="1513">würde.*) Und ohne das wohlbevölkerte Hochland am obern Schirelauf</line>
        <line lrx="1920" lry="1639" ulx="412" uly="1578">auch nur unterſucht zu haben, beſchloß er, ſich mit den Miſſionaren</line>
        <line lrx="1923" lry="1705" ulx="411" uly="1645">und 25 eingebornen Knaben nach dem Cap einzuſchiffen. Allerdings</line>
        <line lrx="1925" lry="1771" ulx="412" uly="1712">ſah er voraus, daß er im Innern Afrika's den Beiſtand, welchen</line>
        <line lrx="1922" lry="1839" ulx="411" uly="1778">Livingſtone bisher der Miſſion geleiſtet hatte, werde entbehren müſſen;</line>
        <line lrx="1926" lry="1903" ulx="413" uly="1846">denn eben ſein Schiff hatte dieſem den Befehl der Regierung hinaus</line>
        <line lrx="1926" lry="1972" ulx="414" uly="1912">gebracht, mit der ganzen Expedition vom Zambeſi nach England zu⸗</line>
        <line lrx="1927" lry="2037" ulx="415" uly="1977">rückzukehren. Livingſtone ſelbſt aber hielt den Entſchluß des Miſſions⸗</line>
        <line lrx="1928" lry="2102" ulx="415" uly="2043">biſchofs für übereilt und ungerechtfertigt. „Es iſt das,“ ſagt er,</line>
        <line lrx="1931" lry="2171" ulx="421" uly="2110">„ſo viel ich weiß, der erſte Fall, daß eine proteſtantiſche Miſſion</line>
        <line lrx="1929" lry="2237" ulx="418" uly="2177">aufgegeben wurde, ohne vertrieben zu werden. Ich glaube, daß ich</line>
        <line lrx="1932" lry="2302" ulx="417" uly="2244">nur die Gefühle vieler lebendiger Glieder verſchiedener chriſtlicher</line>
        <line lrx="1931" lry="2368" ulx="424" uly="2310">Genoſſenſchaften ausſpreche, wenn ich ſage, daß dieſes Ende der</line>
        <line lrx="1933" lry="2435" ulx="425" uly="2376">Miſſion der engliſchen Univerſitäten ſchmerzlich zu bedauern iſt. Der</line>
        <line lrx="1933" lry="2498" ulx="421" uly="2441">Boden war im wahrhaften Sinne des Worts geweiht worden durch</line>
        <line lrx="1933" lry="2563" ulx="424" uly="2506">den Tod der edlen Streiter, die ihn zuerſt betraten, und es iſt bloße</line>
        <line lrx="1931" lry="2631" ulx="425" uly="2571">Gerechtigkeit gegen Mackenzie, den erſten der Gefallenen, wenn wir</line>
        <line lrx="1936" lry="2695" ulx="424" uly="2637">die Verwerfung alles deſſen, was er gethan, und das Aufgeben alles</line>
        <line lrx="1935" lry="2762" ulx="424" uly="2704">deſſen, woran ſo viele Koſten und ſo theure Leben geſetzt worden waren,</line>
        <line lrx="1938" lry="2828" ulx="426" uly="2767">einen ſehr ernſten Anfangsſchritt nennen für einen in der Miſſion</line>
        <line lrx="1528" lry="2894" ulx="432" uly="2838">noch ſo unerfahrenen Mann wie ſein Nachfolger.“</line>
      </zone>
      <zone lrx="1939" lry="3082" type="textblock" ulx="431" uly="2921">
        <line lrx="1939" lry="2973" ulx="518" uly="2921">*) Procter hatte ſich mit gebrochener Geſundheit in die Zulu⸗Miſſion zurück⸗</line>
        <line lrx="1284" lry="3030" ulx="431" uly="2980">gezogen, von wo er nach England heimkehrte.</line>
        <line lrx="1700" lry="3082" ulx="493" uly="3045">Miſſ. Mag. X. 22</line>
      </zone>
    </surface>
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      <zone lrx="2008" lry="3017" type="textblock" ulx="485" uly="514">
        <line lrx="2008" lry="575" ulx="601" uly="514">Als im Dezember 1863 Livingſtone, vom Nyaſſa kommend, auf</line>
        <line lrx="2007" lry="641" ulx="493" uly="587">der Heimreiſe wieder den Schire hinabfuhr, fanden ſechs der von</line>
        <line lrx="2008" lry="707" ulx="492" uly="651">Mackenzie aufgenommenen und jetzt wieder ins Heidenthum zurückge⸗</line>
        <line lrx="2007" lry="773" ulx="488" uly="717">ſchickten Knaben den Weg zu ihm auf's Schiff und klagten, wie ſehr</line>
        <line lrx="2005" lry="841" ulx="491" uly="784">ſie jenen Biſchof entbehren, der ein Herz gehabt habe und mehr als</line>
        <line lrx="2006" lry="906" ulx="490" uly="849">ein Vater für ſie geweſen ſei; der ſich nie habe tragen laſſen, ſondern</line>
        <line lrx="2004" lry="971" ulx="489" uly="914">ſie getragen habe. Weiter unten, am Morambala⸗Berge, bildeten</line>
        <line lrx="2004" lry="1037" ulx="488" uly="982">die einſtigen Pfleglinge der Miſſionare ein kleines, freies Gemein⸗</line>
        <line lrx="2002" lry="1102" ulx="489" uly="1046">weſen. Neben denen, die im Stande waren, ſelbſt für ihren Unter⸗</line>
        <line lrx="2001" lry="1168" ulx="488" uly="1113">halt zu ſorgen, befanden ſich da aber auch einige hilfloſe Wittwen</line>
        <line lrx="2005" lry="1235" ulx="488" uly="1179">und ungefähr 30 ſieben⸗ bis zwölfjährige Waiſenkinder ohne jede</line>
        <line lrx="2005" lry="1300" ulx="488" uly="1243">menſchliche Stütze. Der Biſchof hatte ſie verlaſſen; der Reiſende nahm</line>
        <line lrx="2006" lry="1368" ulx="492" uly="1309">ſich ihrer an. Er konnte den Gedanken nicht ertragen, daß Kinder, un⸗</line>
        <line lrx="2005" lry="1434" ulx="488" uly="1377">ter denen Mackenzie als ein Vater gewandelt hatte, wieder ins Heiden⸗</line>
        <line lrx="2002" lry="1499" ulx="487" uly="1442">thum zurückſinken ſollten, und verſprach ihnen, ſie mitzunehmen und</line>
        <line lrx="2004" lry="1565" ulx="488" uly="1507">für ſie zu ſorgen (Februar 1864). Wie verſchieden war doch das</line>
        <line lrx="2003" lry="1631" ulx="487" uly="1573">Schauſpiel, das ihre Einſchiffung darbot von dem, wenn kummervolle,</line>
        <line lrx="2005" lry="1697" ulx="487" uly="1639">widerſtrebende Sklaven weggeführt werden! Der Kahn ſchlug faſt</line>
        <line lrx="2003" lry="1767" ulx="486" uly="1706">um, ſo ungeduldig drängten ſich Alle herbei, um möglichſt bald ſich</line>
        <line lrx="2002" lry="1829" ulx="487" uly="1773">auf dem Verdeck des Pioniers in Sicherheit zu fühlen! Als dann</line>
        <line lrx="2004" lry="1896" ulx="491" uly="1838">aber ſpäter auf dem Meer ein Sturm ausbrach, große Regentropfen</line>
        <line lrx="2001" lry="1959" ulx="485" uly="1905">ſo hart wie Hagel herabfielen, und man in der finſtern Nacht nichts</line>
        <line lrx="2002" lry="2025" ulx="486" uly="1971">ſah, als dann und wann den Schein einer hochaufſpritzenden Woge,</line>
        <line lrx="2002" lry="2094" ulx="486" uly="2037">waren die Kleinen überall ſo hindernd im Wege, daß Livingſtone</line>
        <line lrx="2002" lry="2159" ulx="486" uly="2104">ſich wohl die Nothwendigkeit denken konnte, bei einer größern Zahl</line>
        <line lrx="2002" lry="2226" ulx="487" uly="2169">ſolcher Paſſagiere zur Sicherheit Aller die lebendige Fracht in die</line>
        <line lrx="2000" lry="2290" ulx="487" uly="2236">untern Schiffsräume verſchließen zu müſſen. Er nahm die Jungen</line>
        <line lrx="2003" lry="2357" ulx="487" uly="2302">mit ſich nach Moſambik, von wo ſie größtentheils ans Cap geſchickt</line>
        <line lrx="1789" lry="2423" ulx="487" uly="2369">wurden. Einige begleiteten auch Livingſtone nach Bombay.</line>
        <line lrx="1994" lry="2488" ulx="596" uly="2434">Indeſſen — beſinnen wir uns erſt, ehe wir den neuen Biſchof</line>
        <line lrx="1999" lry="2554" ulx="487" uly="2501">verurtheilen! Wir wiſſen, daß er Vorſicht übt in Betreff ſeiner</line>
        <line lrx="2000" lry="2620" ulx="488" uly="2567">Geſundheit, und freuen uns darüber; daß er in ſeinen Reden weni⸗</line>
        <line lrx="1998" lry="2686" ulx="488" uly="2632">ger vorſichtig zu Werk geht, ſoll uns nicht ſo ſchnell irre an ihm</line>
        <line lrx="2000" lry="2752" ulx="487" uly="2697">machen. Mittlerweile hat er doch ſchon drei Jahre auf jenem Miſſions⸗</line>
        <line lrx="1999" lry="2820" ulx="487" uly="2764">gebiet zugebracht, auf welchem ſein edler Vorgänger in weniger als</line>
        <line lrx="1998" lry="2886" ulx="486" uly="2828">zwei Jahren ſeine Kraft verzehrte. Auch die anſcheinende Herzloſigkeit,</line>
        <line lrx="1998" lry="2953" ulx="488" uly="2895">womit er die geſammelten Schwarzen zurückläßt, der wegwerfende</line>
        <line lrx="1997" lry="3017" ulx="488" uly="2960">Ton, in welchem er ſich über die Fortſchritte derſelben ausſpricht</line>
      </zone>
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        <line lrx="86" lry="417" ulx="0" uly="408">—</line>
      </zone>
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        <line lrx="39" lry="637" ulx="2" uly="608">von</line>
      </zone>
      <zone lrx="85" lry="2992" type="textblock" ulx="0" uly="2473">
        <line lrx="34" lry="2530" ulx="0" uly="2473">hof</line>
        <line lrx="37" lry="2588" ulx="0" uly="2554">ner</line>
        <line lrx="38" lry="2656" ulx="0" uly="2609">i⸗</line>
        <line lrx="37" lry="2731" ulx="0" uly="2681">ln</line>
        <line lrx="85" lry="2789" ulx="0" uly="2736">b.</line>
        <line lrx="37" lry="2857" ulx="5" uly="2813">ls</line>
        <line lrx="35" lry="2992" ulx="1" uly="2949">lde</line>
      </zone>
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        <line lrx="22" lry="3030" ulx="2" uly="3015">4</line>
      </zone>
      <zone lrx="1956" lry="3044" type="textblock" ulx="440" uly="548">
        <line lrx="1950" lry="608" ulx="443" uly="548">(ſ. S. 102), befähigt uns noch nicht, über ſeine Tüchtigkeit für den</line>
        <line lrx="1949" lry="674" ulx="443" uly="615">erwählten Beruf abzuſprechen. Es ſind ſchon oft die wegwerfendſten</line>
        <line lrx="1952" lry="739" ulx="441" uly="679">Urtheile über Hindu's und Neger von Miſſionaren ausgeſprochen</line>
        <line lrx="1953" lry="803" ulx="442" uly="746">worden, die doch ihr Leben an die Aufgabe rückten, dieſelben Völker, mit</line>
        <line lrx="1952" lry="871" ulx="448" uly="811">denen ſie ſich täglich zu leiden hatten, in geduldiger Arbeit zu heben.</line>
        <line lrx="1947" lry="936" ulx="442" uly="879">Angenblickliche Entmuthigungen, erſchwerende Umſtände, Rückſichten</line>
        <line lrx="1950" lry="1003" ulx="444" uly="943">auf gar zu gefühlvolle Gefährten u. ſ. w. ſind dabei als entſchuldigende</line>
        <line lrx="1952" lry="1067" ulx="442" uly="1009">Momente mit in Rechnung zu bringen. Weiter bleibt zu berückſich⸗</line>
        <line lrx="1949" lry="1135" ulx="442" uly="1075">tigen, daß die Stimmführer der Hochkirche Englands über die Waffen⸗</line>
        <line lrx="1952" lry="1200" ulx="443" uly="1143">führung ihres Biſchofs in Centralafrika ſich dermaßen entſetzt hatten,</line>
        <line lrx="1948" lry="1268" ulx="441" uly="1208">daß ſein Nachfolger es für das Gerathenſte hielt, in das entgegen⸗</line>
        <line lrx="1952" lry="1333" ulx="442" uly="1273">geſetzte Exrtrem zu fallen und jede Anwendung von Gewalt ſich zu</line>
        <line lrx="1948" lry="1400" ulx="443" uly="1340">verſagen. Dabei gieng er denn ſo weit, daß er auch gegen das</line>
        <line lrx="1954" lry="1465" ulx="442" uly="1407">ſchreiendſte Uebel Afrika's, gegen den Sklavenhandel, ſich jedes Pro⸗</line>
        <line lrx="1956" lry="1530" ulx="445" uly="1474">teſtes enthielt. Einem Livingſtone war das unfaßlich; ein Deutſcher</line>
        <line lrx="1954" lry="1597" ulx="442" uly="1539">aber ſollte keine Mühe haben, nach Vorgängen im eigenen Lande ſich</line>
        <line lrx="1953" lry="1662" ulx="441" uly="1604">in den Gedankenkreis eines ſolchen Hochkonſervativen zu verſetzen.</line>
        <line lrx="1952" lry="1725" ulx="441" uly="1671">Darum enthalten wir uns alles vorſchnellen Richtens. Es iſt denn</line>
        <line lrx="1952" lry="1794" ulx="442" uly="1736">doch möglich, daß der kühle Tozer ſeine Aufgabe gewiſſenhaft zu löſen</line>
        <line lrx="1954" lry="1861" ulx="441" uly="1803">bemüht iſt, ja daß er ſie am Ende umſichtiger angreift und weiter</line>
        <line lrx="1953" lry="1929" ulx="440" uly="1868">durchführt als der von ſeinem Liebesdrang vielleicht gar zu ſchnell</line>
        <line lrx="935" lry="1988" ulx="440" uly="1935">überwältigte Mackenzie.</line>
        <line lrx="1955" lry="2059" ulx="549" uly="2000">Indeſſen iſt mit dem Rückzug des Biſchofs vom Schire die</line>
        <line lrx="1948" lry="2127" ulx="441" uly="2068">centralafrikaniſche Miſſion vorerſt zu Grabe getragen. Vielleicht</line>
        <line lrx="1956" lry="2193" ulx="441" uly="2135">war es ein, bei Engländern erklärlicher, Mißgriff, ſich im Vollgefühl</line>
        <line lrx="1943" lry="2256" ulx="440" uly="2199">ihrer Wirkungsluſt und unbekümmert um die Koſten einer ſolchen</line>
        <line lrx="1956" lry="2323" ulx="441" uly="2265">Unternehmung, gleich ins Innere eines kaum eröffneten Welttheils</line>
        <line lrx="1952" lry="2391" ulx="442" uly="2332">zu begeben, ohne erſt eine leidliche Operationslinie geſichert zu haben.</line>
        <line lrx="1956" lry="2457" ulx="440" uly="2396">Dr. Tozer hat aber darum Afrika nicht aufgegeben. Im Oktober</line>
        <line lrx="1956" lry="2522" ulx="445" uly="2463">1864 hat er ſich nach reiflicher Ueberlegung auf der Inſel Sanſibar</line>
        <line lrx="1956" lry="2584" ulx="440" uly="2527">niedergelaſſen, welche den Handelsmittelpunkt Oſtafrika's bildet. Die</line>
        <line lrx="1953" lry="2650" ulx="443" uly="2592">Miſſion hat dort einen äußerlichen Halt an dem wackern Reſidenten,</line>
        <line lrx="1955" lry="2719" ulx="442" uly="2658">Oberſt Playfair, der hier den Sklavenhandel mit Hilfe engliſcher</line>
        <line lrx="1954" lry="2783" ulx="444" uly="2724">Kreuzer bekämpft, während die Miſſion ſich zunächſt mit der Bildung</line>
        <line lrx="1954" lry="2849" ulx="445" uly="2791">der ihr anvertrauten Jugend beſchäftigt. Der Reſident oder Konſul</line>
        <line lrx="1951" lry="2915" ulx="443" uly="2857">verpflichtete ſich unaufgefordert zu einem jährlichen Beitrag von 600 fl.;</line>
        <line lrx="1955" lry="2979" ulx="448" uly="2923">andere Engländer und Amerikaner, Schiffer und Kaufleute, folgten</line>
        <line lrx="1953" lry="3044" ulx="444" uly="2989">dem guten Beiſpiel, dankbar für den proteſtantiſchen Gottesdienſt, der</line>
      </zone>
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        <line lrx="515" lry="521" ulx="448" uly="488">340</line>
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      <zone lrx="1972" lry="3066" type="textblock" ulx="440" uly="557">
        <line lrx="1959" lry="624" ulx="446" uly="557">ihnen nun eröffnet iſt. Der Biſchof, unverheirathet wie ſein Vor⸗</line>
        <line lrx="1961" lry="685" ulx="446" uly="623">gänger, hat auch wie dieſer eine Schweſter, die ihm in ſeiner Arbeit</line>
        <line lrx="1957" lry="750" ulx="442" uly="690">beizuſtehen entſchloſſen iſt. Nachdem er ſich in der muhammedaniſchen</line>
        <line lrx="1956" lry="817" ulx="445" uly="757">Stadt angeſiedelt, mit der Genehmigung des Sultans ein Haus</line>
        <line lrx="1961" lry="882" ulx="443" uly="823">am Geſtade gemiethet und eine Kapelle — mit dem Zeichen des</line>
        <line lrx="1961" lry="949" ulx="440" uly="888">Kreuzes auf dem Giebel — eingeweiht hat, iſt dieſe Schweſter, Helene,</line>
        <line lrx="1962" lry="1016" ulx="440" uly="954">zu ihm geſtoßen. Hören wir, was ſie (26. Juni 1865) von dort</line>
        <line lrx="1958" lry="1082" ulx="440" uly="1021">ſchreibt, und ſtoßen wir uns nicht an dem eigenthümlichen Tone,</line>
        <line lrx="1953" lry="1146" ulx="445" uly="1089">den das Fräulein anſchlägt. Mit der Zeit kann doch noch, wills</line>
        <line lrx="1532" lry="1214" ulx="451" uly="1156">Gott, eine „ſchwarze Schweſter“ aus ihr werden.</line>
        <line lrx="1961" lry="1280" ulx="561" uly="1221">„Mein erſter Eindruck iſt der eines wunderbaren Erfolgs, den</line>
        <line lrx="1959" lry="1345" ulx="447" uly="1287">der Biſchof und Dr. Steere ſeit vorigem Oktober erzielt haben. Die</line>
        <line lrx="1959" lry="1409" ulx="447" uly="1353">neun Knaben ſind recht noble Herrlein von ſanften Sitten und voll</line>
        <line lrx="1960" lry="1477" ulx="450" uly="1420">Verſtand (einen einzigen Mangandſcha ausgenommen, der zwar von</line>
        <line lrx="1963" lry="1542" ulx="450" uly="1486">weicher Gemüthsart, aber ſonſt ein ſchwacher, unbegabter Junge iſt);</line>
        <line lrx="1958" lry="1611" ulx="447" uly="1552">ſie ſprechen ein wenig Engliſch mit reinem Accent und verſtehen</line>
        <line lrx="1958" lry="1676" ulx="451" uly="1618">Alles, was man ſagt. Geſtern gab ich ihnen in der Kapelle eine</line>
        <line lrx="1959" lry="1744" ulx="449" uly="1684">Singſtunde, ſie ſangen das Ehre ſei Gott' und zwei engliſche Lie⸗</line>
        <line lrx="1961" lry="1809" ulx="450" uly="1751">der ſehr hübſch; ihr Betragen iſt über alles Lob erhaben. Ich habe</line>
        <line lrx="1964" lry="1877" ulx="451" uly="1817">zwei Additions⸗ und Multiplicationsaufgaben mit langen Zahlen⸗</line>
        <line lrx="1965" lry="1943" ulx="447" uly="1883">reihen richtig gelöst geſehen, und heute hörte ich ſechs von ihnen die</line>
        <line lrx="1963" lry="2008" ulx="453" uly="1950">Geſchichte Joſephs Engliſch und Suahili leſen; ihre Antworten auf</line>
        <line lrx="1958" lry="2073" ulx="447" uly="2015">die an ſie gerichteten Fragen waren köſtlich und zeugten von ihrer</line>
        <line lrx="1965" lry="2138" ulx="449" uly="2081">Aufmerkſamkeit und ihrem vollen Verſtändniß der ganzen Geſchichte.</line>
        <line lrx="1970" lry="2206" ulx="448" uly="2147">Zwei der Knaben ſind dem Herzen nach Chriſten, und Congo, den</line>
        <line lrx="1967" lry="2273" ulx="451" uly="2213">älteſten, heißen wir immer den künftigen Biſchof, ſo gut, ſo feſt, ſo</line>
        <line lrx="1968" lry="2339" ulx="451" uly="2280">ernſt, ſo nachdenklich iſt er. In der Kapelle rührt er weder Hand</line>
        <line lrx="1970" lry="2406" ulx="457" uly="2347">noch Fuß, ſondern kniet mit geſchloſſenen Augen da wie ein gutes</line>
        <line lrx="1532" lry="2472" ulx="456" uly="2415">Kind, das er meiner Ueberzeugung nach auch iſt.</line>
        <line lrx="1969" lry="2538" ulx="566" uly="2480">„Geſtern führte mich der Biſchof durch die ganze Stadt, um</line>
        <line lrx="1972" lry="2602" ulx="454" uly="2545">mir das von den Madagaſſen bewohnte Viertel und die Großmutter</line>
        <line lrx="1969" lry="2670" ulx="453" uly="2613">unſeres kleinen Mankono zu zeigen. Es war ein ganzer Zug — vor⸗</line>
        <line lrx="1965" lry="2738" ulx="456" uly="2678">an je zwei und zwei die neun Knaben in ihren rothen Mützen und</line>
        <line lrx="1966" lry="2805" ulx="455" uly="2745">langen weißen arabiſchen Gewändern, den beſten, die ſie hatten, gar</line>
        <line lrx="1971" lry="2867" ulx="457" uly="2810">rein und hübſch; dann der Biſchof und ich, gefolgt von ſechs Mäd⸗</line>
        <line lrx="1967" lry="2935" ulx="456" uly="2877">chen in Roſakleidern und weißen Halstüchlein; am Schluß endlich</line>
        <line lrx="1970" lry="3002" ulx="455" uly="2943">Dr. Steere und Fräulein Jones. Mir dünkte es wie ein Gang durch</line>
        <line lrx="1972" lry="3066" ulx="459" uly="3010">eine orientaliſche Mährchenwelt. Etwas ſo wunderbar Träumeriſches</line>
      </zone>
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        <line lrx="2051" lry="447" ulx="1919" uly="436">rr.</line>
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        <line lrx="1940" lry="494" ulx="1875" uly="460">341</line>
        <line lrx="1942" lry="590" ulx="425" uly="536">hatte ich noch nie geſehen. So oft wir um eine Ecke bogen, tauch⸗</line>
        <line lrx="1935" lry="655" ulx="425" uly="602">ten neue Bilder vor uns auf, von denen jedes mir eine Studie ſchien.</line>
        <line lrx="1942" lry="723" ulx="425" uly="668">Im engliſchen Stadttheil, wo Oberſt Playfair regiert, ſind die ſchma⸗</line>
        <line lrx="1943" lry="788" ulx="425" uly="734">len Straßen mit einer Art Mörtel gepflaſtert; aber als wir dieſen</line>
        <line lrx="1942" lry="855" ulx="426" uly="800">verließen, wurde es ſehr ſtaubig und ſchmutzig, ſehr eng und krumm,</line>
        <line lrx="1942" lry="922" ulx="427" uly="866">gar ſeltſam. Eine Menge dunkler, ſchwärzlicher Geſtalten und ganz</line>
        <line lrx="1943" lry="987" ulx="425" uly="932">unbeſchreibliche Trachten — Gürtel, Ohr⸗ und Naſenringe, Turbane,</line>
        <line lrx="1944" lry="1053" ulx="425" uly="999">Kaftane, und alle paar Schritte ein ſchnelles Aufſtehen, ein Bedecken</line>
        <line lrx="1946" lry="1121" ulx="427" uly="1065">des Geſichts und Salaams' gegen einander. Der Biſchof wird</line>
        <line lrx="1942" lry="1187" ulx="428" uly="1132">offenbar für einen großen Mann gehalten. Der Sultan heißt ihn:</line>
        <line lrx="1938" lry="1252" ulx="428" uly="1199">Das Haupt aller Religion, den frommen, den erhabenen, den berühm⸗</line>
        <line lrx="1937" lry="1319" ulx="427" uly="1265">ten, den ausgezeichnetſten, den geliebteſten, unſern Bruder und Freund.“</line>
        <line lrx="1938" lry="1385" ulx="427" uly="1331">Unwillkührlich habe auch ich die Hand an die Stirne gelegt und</line>
        <line lrx="1943" lry="1451" ulx="430" uly="1397">Salaam' geſagt, als hätte ich es mein Leben lang gethan. Der</line>
        <line lrx="1940" lry="1517" ulx="428" uly="1462">Anblick zweier neuen Geſichter und zwar von Damen, die bei hellem</line>
        <line lrx="1932" lry="1585" ulx="428" uly="1530">Tage ausgehen, wäre eine genügende Entſchuldigung für jedes An⸗</line>
        <line lrx="1944" lry="1651" ulx="428" uly="1597">ſtaunen und jeden Ausruf geweſen; aber obgleich alle Augen auf</line>
        <line lrx="1941" lry="1716" ulx="429" uly="1662">uns gerichtet waren, ſah ich weder ein Lächeln noch hörte ich im</line>
        <line lrx="1938" lry="1782" ulx="429" uly="1728">Vorübergehen irgend ein anderes Wort als Salaam'. Als wir in</line>
        <line lrx="1940" lry="1850" ulx="428" uly="1794">den madagaſſiſchen Stadttheil eintraten, gewann Alles ein anderes</line>
        <line lrx="1939" lry="1914" ulx="428" uly="1859">Ausſehen. Dunkle Geſichter ſahen uns an, und dann tönte es hin⸗</line>
        <line lrx="1937" lry="1981" ulx="428" uly="1926">ter uns her: Dſchamba, Dſchamba, ſana, ſana' (willkommen, ſehr,</line>
        <line lrx="1941" lry="2044" ulx="428" uly="1991">ſehr willkommen). Natürlich erwiederten wir den Gruß. Aber wie</line>
        <line lrx="1943" lry="2113" ulx="428" uly="2058">ſoll ich die Scene beſchreiben, die nun folgte, als wir uns dem Häuf⸗</line>
        <line lrx="1944" lry="2177" ulx="430" uly="2123">lein Hütten nahten, wo wir die alte Großmutter beſuchen wollten?</line>
        <line lrx="1945" lry="2244" ulx="431" uly="2189">Augenblicklich waren wir von wohl hundert Perſonen umringt. Ich</line>
        <line lrx="1943" lry="2311" ulx="431" uly="2255">wurde erfaßt, in die Hütte gezogen, aus lauter Gaſtfreundſchaft zum</line>
        <line lrx="1946" lry="2376" ulx="433" uly="2321">Sitzen auf eine Matte niedergedrückt und dann von den um mich</line>
        <line lrx="1946" lry="2443" ulx="433" uly="2388">verſammelten Frauen ſanft berührt und willkommen geheißen. Sobald</line>
        <line lrx="1945" lry="2507" ulx="433" uly="2454">ich nur konnte, entwiſchte ich wieder ins Freie. Draußen aber hatte</line>
        <line lrx="1950" lry="2574" ulx="434" uly="2518">die Menge ſich noch vermehrt; Mankono wurde von ſeinen Freunden</line>
        <line lrx="1949" lry="2639" ulx="434" uly="2585">und Verwandten laut begrüßt; den Biſchof und Dr. Steere hatte</line>
        <line lrx="1943" lry="2706" ulx="434" uly="2651">man auf eine Art Thron aus Matten geſetzt; nun wurde aus irgend</line>
        <line lrx="1947" lry="2772" ulx="435" uly="2717">einer Ecke auch noch ein Stuhl herbeigeſchafft, und wir waren der</line>
        <line lrx="1725" lry="2838" ulx="437" uly="2785">Mittelpunkt einer gedrängten, bewundernden Verſammlung.</line>
        <line lrx="1943" lry="2904" ulx="549" uly="2849">„Der Beſuch dauerte etwa zwanzig Minuten, dann nahmen</line>
        <line lrx="1948" lry="2969" ulx="437" uly="2915">wir Abſchied und traten, begleitet von wohl 50 ſchwarzen Geſtalten,</line>
        <line lrx="1949" lry="3036" ulx="437" uly="2982">den Heimweg an. Die Großmutter kam nach hieſiger Sitte auch</line>
      </zone>
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        <line lrx="492" lry="496" ulx="428" uly="463">342</line>
      </zone>
      <zone lrx="1957" lry="3049" type="textblock" ulx="428" uly="541">
        <line lrx="1944" lry="593" ulx="428" uly="541">eine Strecke weit mit uns, und ſchied dann mit Salaam's. Ein</line>
        <line lrx="1942" lry="664" ulx="428" uly="605">Mann begleitete uns den ganzen Weg, eine ſtarke halbe Stunde lang;</line>
        <line lrx="1943" lry="730" ulx="431" uly="672">die andern verliefen ſich allmählich. Als wir in der Dämmerung</line>
        <line lrx="1943" lry="793" ulx="429" uly="739">nach Hauſe zurückkehrten, hatten wir unterwegs manch reizenden Blick</line>
        <line lrx="1943" lry="858" ulx="429" uly="799">in das maleriſche Innere der Häuſer, wo brennende Lampen auf dem</line>
        <line lrx="1943" lry="926" ulx="429" uly="871">Boden ſtanden und Kiſſen rings umher lagen zum Abendgeplauder.</line>
        <line lrx="1936" lry="992" ulx="429" uly="938">Allerliebſte, ſchwarzäugige arabiſche Kinder bedeckten ihre Geſichtchen</line>
        <line lrx="1944" lry="1059" ulx="431" uly="1005">mit ihren zarten Händen und ſagten Bon jour und Salaam; mit</line>
        <line lrx="1948" lry="1127" ulx="430" uly="1071">dem gleichen Gruße erhoben ſich langſam auch die ſchönen, gravitä⸗</line>
        <line lrx="1945" lry="1191" ulx="430" uly="1139">tiſchen Männer von der Schwelle ihrer Thüre. Plötzlich ſtanden wir</line>
        <line lrx="1949" lry="1258" ulx="431" uly="1204">in der ſchmalen Gaſſe vor zwei Männern, die ihre Hüte abnahmen</line>
        <line lrx="1943" lry="1324" ulx="430" uly="1268">und uns ins Geſicht ſahen. Es waren Amerikaner, eben von einem</line>
        <line lrx="1946" lry="1392" ulx="431" uly="1339">Boſtoner Schiff gelandet. Ihr könnt euch doch denken, wie eine ſo</line>
        <line lrx="1951" lry="1458" ulx="433" uly="1404">unerwartete engliſche Erſcheinung mich wie aus einem Traume we⸗</line>
        <line lrx="670" lry="1522" ulx="432" uly="1471">cken mußte.</line>
        <line lrx="1955" lry="1591" ulx="557" uly="1538">„Ich liebe das hieſige Leben bis jetzt außerordentlich. Es iſt</line>
        <line lrx="1947" lry="1658" ulx="432" uly="1604">Arbeit da für zehn Frauen anſtatt für drei. Ich lerne von Morgen</line>
        <line lrx="1947" lry="1723" ulx="431" uly="1669">bis Abend Suahili. Dr. Steere hat mir eine kurze Grammatik gemacht</line>
        <line lrx="1947" lry="1788" ulx="433" uly="1735">und gibt mir neue Theile davon, ſo ſchnell ich die erſten lernen kann.</line>
        <line lrx="1945" lry="1856" ulx="434" uly="1801">Selim, ein Araber vom engliſchen Konſulat, ſitzt zu meinen Füßen</line>
        <line lrx="1951" lry="1922" ulx="432" uly="1868">und hört mich mit unendlicher Geduld die Zahlen wiederholen, die</line>
        <line lrx="1946" lry="1989" ulx="434" uly="1935">ich jetzt bis zu 1000 kann; Arabiſch und Suahili ſind darin ſeltſam</line>
        <line lrx="1954" lry="2056" ulx="434" uly="2002">gemiſcht, indem die Zehner aus der erſteren, und die Einer aus der</line>
        <line lrx="1950" lry="2122" ulx="433" uly="2068">letzteren Sprache genommen ſind. Selim kann nur wenig Engliſch,</line>
        <line lrx="1953" lry="2189" ulx="437" uly="2133">aber er ſucht mich zu ermuthigen, indem er ſagt: Nach und nach Sie</line>
        <line lrx="1751" lry="2255" ulx="438" uly="2201">ſprechen Zanzibar — morgen — übermorgen — Sonntag.“</line>
        <line lrx="1957" lry="2320" ulx="561" uly="2266">„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen ſoll mit Erzählen; es iſt</line>
        <line lrx="1952" lry="2387" ulx="436" uly="2332">alles hier ſo fremdartig und neu. Die Hitze iſt größer, als man ſie</line>
        <line lrx="1953" lry="2454" ulx="436" uly="2398">in England je zu fühlen bekommt, und die Moskito's ſind ſehr läſtig.“</line>
        <line lrx="1121" lry="2521" ulx="439" uly="2466">Doch gilt der Platz für geſund.</line>
        <line lrx="1945" lry="2585" ulx="547" uly="2532">Von der centralafrikaniſchen Miſſion nehmen wir alſo</line>
        <line lrx="1951" lry="2653" ulx="437" uly="2598">vorerſt Abſchied, ſeit ſie in eine oſtafrikaniſche übergegangen iſt. Wir</line>
        <line lrx="1956" lry="2719" ulx="438" uly="2664">können uns über das Aufgeben des weit vorgeſchobenen Außenpoſtens be⸗</line>
        <line lrx="1953" lry="2784" ulx="438" uly="2730">trüben, und dürfen doch uns damit tröſten, daß was aufgehoben ſcheint,</line>
        <line lrx="1952" lry="2851" ulx="438" uly="2796">nur aufgeſchoben ſein mag. Vorerſt haben wir nun doch auf jener</line>
        <line lrx="1951" lry="2918" ulx="437" uly="2861">Oſtküſte nicht mehr blos die vereinzelte Station der kirchlichen Miſſion</line>
        <line lrx="1952" lry="2982" ulx="441" uly="2927">unter den Wanika ins Auge faſſen, ſondern auf Sanſibar erſteht</line>
        <line lrx="1956" lry="3049" ulx="444" uly="2993">gleichfalls eine kräftige Miſſionsthätigkeit. Dieſe will ſich durchaus</line>
      </zone>
      <zone lrx="2392" lry="776" type="textblock" ulx="2365" uly="735">
        <line lrx="2392" lry="776" ulx="2365" uly="735">be</line>
      </zone>
      <zone lrx="2390" lry="2324" type="textblock" ulx="2377" uly="2295">
        <line lrx="2390" lry="2324" ulx="2377" uly="2295">ll</line>
      </zone>
      <zone lrx="2392" lry="2531" type="textblock" ulx="2378" uly="2352">
        <line lrx="2392" lry="2531" ulx="2378" uly="2352">— — —</line>
      </zone>
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        <line lrx="1904" lry="495" ulx="1840" uly="462">343</line>
        <line lrx="1900" lry="597" ulx="394" uly="541">nicht auf das kleine Inſelchen beſchränken, wo ſie ihren Sitz hat,</line>
        <line lrx="1903" lry="662" ulx="392" uly="606">ſondern richtet ſchon ihr Augenmerk auf das gegenüberliegende Uſam⸗</line>
        <line lrx="1904" lry="728" ulx="392" uly="674">bara⸗Land und das am Pangäni weiter hinauf bis zu den Schnee⸗</line>
        <line lrx="1903" lry="796" ulx="392" uly="739">bergen ſich erſtreckende Dſchaga⸗Gebiet. Beide ſollen nächſtens be⸗</line>
        <line lrx="645" lry="861" ulx="393" uly="808">ſetzt werden.</line>
        <line lrx="1902" lry="926" ulx="522" uly="870">Die Freimethodiſten ſodann, die im Jahr 1862 ſich</line>
        <line lrx="1900" lry="990" ulx="393" uly="936">neben der kirchlichen Station Kiſuludini, in dem nur drei Stunden</line>
        <line lrx="1907" lry="1058" ulx="395" uly="1001">nördlicher gelegenen Ribe niedergelaſſen hatten, bereuen nun die un⸗</line>
        <line lrx="1902" lry="1126" ulx="394" uly="1068">geſchickte Wahl des Orts und haben den kühnen Gedanken gefaßt,</line>
        <line lrx="1902" lry="1190" ulx="394" uly="1134">von den Wanika weg in die nordwärts ſich ausbreitenden Länder der</line>
        <line lrx="1902" lry="1255" ulx="395" uly="1201">Gala ihre Wirkſamkeit zu verpflanzen. Da freut es uns, den Biſchof</line>
        <line lrx="1906" lry="1322" ulx="394" uly="1267">mit ihnen in herzlichem Verkehr zu wiſſen, indem er es ſich ange⸗</line>
        <line lrx="1898" lry="1389" ulx="394" uly="1333">legen ſein läßt, alle Arbeiter auf der weitgeſtreckten Küſte in innigen</line>
        <line lrx="1907" lry="1454" ulx="397" uly="1398">Einklang zu bringeu. Nach ſeinem Rathe ſoll Lamu die Küſten⸗</line>
        <line lrx="1898" lry="1517" ulx="396" uly="1462">ſtation für dieſe neue Gala⸗Miſſion werden, der er von Sanſibar</line>
        <line lrx="1906" lry="1586" ulx="395" uly="1530">aus möglichſte Unterſtützung zu ſichern bemüht iſt. Und endlich iſt</line>
        <line lrx="1905" lry="1651" ulx="394" uly="1594">Dr. Livingſtone auch wieder an jenem Geſtade geſchäftig, um einen</line>
        <line lrx="1907" lry="1719" ulx="394" uly="1661">Weg ins Innere zu finden, nördlich von dem bereits durchforſchten</line>
        <line lrx="1906" lry="1784" ulx="396" uly="1728">600 Stunden langen Uferlande, welches die Portugieſen als ihr</line>
        <line lrx="1907" lry="1851" ulx="395" uly="1794">Eigenthum anſprechen, um wenigſtens alle Störer des Sklavenhandels</line>
        <line lrx="1898" lry="1915" ulx="393" uly="1859">davon fern zu halten, wenn ſie auch ſonſt nichts darauf zu ſchaffen</line>
        <line lrx="1900" lry="1982" ulx="394" uly="1925">vermögen. Irgendwie nähren wir doch die ſtille Hoffnung, daß das</line>
        <line lrx="1904" lry="2049" ulx="395" uly="1991">Evangelium ſeiner Zeit an die fernen Gräber eines Mackenzie und</line>
        <line lrx="1907" lry="2113" ulx="394" uly="2057">ſeiner hochherzigen Genoſſen vordringen und in dem von ihnen das</line>
        <line lrx="1816" lry="2180" ulx="395" uly="2123">erſtemal aufgeritzten Boden ſeine Früchte zur Reife bringen wird.</line>
        <line lrx="1904" lry="2245" ulx="503" uly="2189">Wenn die engliſchen Univerſitäten einerſeits dem Hochkirchenthum</line>
        <line lrx="1907" lry="2311" ulx="395" uly="2255">und der Hinneigung zur ſtarren Tradition einen bedenklichen Anhalt</line>
        <line lrx="1907" lry="2377" ulx="394" uly="2320">bieten, während ſie andrerſeits auch der Neologie und dem Unglau⸗</line>
        <line lrx="1904" lry="2444" ulx="353" uly="2388">ben ſich zu öffnen beginnen, ſo tröſtet uns beim Blick auf ihren Ein⸗</line>
        <line lrx="1904" lry="2509" ulx="396" uly="2453">fluß und ihre Zukunft die Opferwilligkeit, welche ſie in ihrer afrika⸗</line>
        <line lrx="1903" lry="2575" ulx="396" uly="2518">niſchen Miſſion bewieſen haben, und die Betrachtung der mancherlei</line>
        <line lrx="1903" lry="2641" ulx="398" uly="2586">Gaben, wie ſie ſich als vom HErrn geſchenkt und Ihm rückhaltlos</line>
        <line lrx="1902" lry="2709" ulx="398" uly="2652">geweiht in dieſer kurzen Leidensgeſchichte für jedes einfältige Auge⸗</line>
        <line lrx="1907" lry="2819" ulx="396" uly="2717">bewähren ſollten. Gebe Gott, daß an den deutſchen Uniderſttuͤten</line>
        <line lrx="1482" lry="2839" ulx="399" uly="2784">ein ſolches Vorbild nicht wirkungslos vorübergehe!</line>
      </zone>
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      <zone lrx="1663" lry="1126" type="textblock" ulx="618" uly="948">
        <line lrx="1663" lry="1049" ulx="618" uly="948">Die crentral-afrikanische Alission.</line>
        <line lrx="1221" lry="1126" ulx="1052" uly="1080">(Schluß.)</line>
      </zone>
      <zone lrx="1692" lry="1318" type="textblock" ulx="586" uly="1240">
        <line lrx="1692" lry="1318" ulx="586" uly="1240">6. Die Miederlaſſung unter den Mangandſcha.</line>
      </zone>
      <zone lrx="1890" lry="3114" type="textblock" ulx="371" uly="1417">
        <line lrx="1890" lry="1488" ulx="539" uly="1417">orſt am 8. Juli war Tſchibiſa's Dorf erreicht; am 15. ver⸗</line>
        <line lrx="1890" lry="1557" ulx="558" uly="1478"> ließ Livingſtone das Schiff, um Mackenzie und die Miſſio⸗</line>
        <line lrx="1889" lry="1619" ulx="607" uly="1553">nare in das kühle, geſunde Hügelland der friedliebenden</line>
        <line lrx="1889" lry="1684" ulx="608" uly="1616">Mangandſcha hinauf zu führen, daß ſie dort unter dem</line>
        <line lrx="1888" lry="1755" ulx="380" uly="1682">Schutze eines befreundeten Häuptlings ſich niederließen. Aber ach, es</line>
        <line lrx="1888" lry="1820" ulx="381" uly="1751">war nicht mehr die liebliche Gegend, die er zuerſt geſehen! Gleich in</line>
        <line lrx="1888" lry="1882" ulx="380" uly="1815">Tſchibiſa's Dorfe hörte er, daß jetzt Krieg dort wüthe, und der Sklaven⸗</line>
        <line lrx="1887" lry="1953" ulx="379" uly="1883">handel ſchwunghaft betrieben werde. Nur wenige arme Dörfer, in</line>
        <line lrx="1885" lry="2016" ulx="375" uly="1949">denen keine Speiſe für die Mannſchaft zu bekommen war, wurden auf</line>
        <line lrx="1884" lry="2083" ulx="376" uly="2014">dem ermüdenden Marſch der erſten Tagreiſe berührt. Auch in dem</line>
        <line lrx="1885" lry="2151" ulx="375" uly="2080">Dörflein, das ſie vier Uhr Abends erreichten und ſich zur Nachtherberge</line>
        <line lrx="1885" lry="2215" ulx="377" uly="2145">erſahen, klagten die Bewohner über Hunger und verſicherten, ſie haben</line>
        <line lrx="1883" lry="2279" ulx="378" uly="2211">keine Lebensmittel und keine Hütten für die Wanderer; für Beides</line>
        <line lrx="1420" lry="2344" ulx="379" uly="2277">wurde indeß noch vor Sonnenuntergang geſorgt.</line>
        <line lrx="1884" lry="2413" ulx="485" uly="2345">Am andern Morgen (16. Juli) wurde bei dem von früher her</line>
        <line lrx="1879" lry="2474" ulx="377" uly="2408">befreundeten Häuptling Mbami Halt gemacht, der eben in Erwar⸗</line>
        <line lrx="1885" lry="2543" ulx="374" uly="2476">tung war, einen nach Tette beſtimmten Sklaventransport ſein Dorf</line>
        <line lrx="1883" lry="2611" ulx="371" uly="2538">paſſiren zu ſehen. Tief bewegte Livingſtone's Gemüth die Frage, wie</line>
        <line lrx="1882" lry="2674" ulx="372" uly="2605">er ſich bei dem bevorſtehenden Zuſammentreffen verhalten ſollte. Er</line>
        <line lrx="1876" lry="2742" ulx="372" uly="2670">hatte all ſein werthvolles Privateigenthum ſo wie einige der Regie⸗</line>
        <line lrx="1881" lry="2805" ulx="374" uly="2738">rung gehörigen Gegenſtände in Tette zurückgelaſſen und wußte, daß</line>
        <line lrx="1880" lry="2871" ulx="373" uly="2802">er ſich auf deren Verluſt gefaßt machen mußte, wenn er jetzt den</line>
        <line lrx="1879" lry="2937" ulx="375" uly="2867">Verſuch wagte, jene Sklaven zu befreien. Aber konnte, durfte er</line>
        <line lrx="1877" lry="3004" ulx="377" uly="2934">müßig zuſehen, wie die Sklavenjäger, ſeinen Fußſtapfen folgend, ſich</line>
        <line lrx="1878" lry="3067" ulx="376" uly="2999">für „ſeine Kinder“ ausgebend, in Gegenden, die ſie vorher nicht zu</line>
        <line lrx="1637" lry="3114" ulx="444" uly="3064">Miſſ. Mag. X. 17</line>
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